Good Bye Al

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Das hat mich gestern sehr getroffen. Dean Stockwell ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Schauspieler war mir vor allem für seine Rollen in »Zurück in die Vergangenheit« und »J.A.G« bekannt. Er hat aber in vielen anderen Serien und Filmen mitgespielt. Insgesamt war er 70 Jahre lang im Film- und Theatergeschäft. Was für eine Leistung.

»Zurück in die Vergangenheit« steht bei uns im Regal und wir haben uns die fünf Staffeln im vergangenen Jahr angesehen. Zusammen mit Scott Bakula spielte Stockwell die Hauptrolle in der Serie, in der es um Zeitreisen geht. Zeitreisen ist eigentlich nicht ganz richtig, denn es wird nur der Geist eines Physikers (Scott Bakula) in einen Menschen in der Vergangenheit versetzt. Dort muss er eine Aufgabe erfüllen, um zum nächsten Wirtskörper in eine andere Zeitepoche zu springen. Bei jedem Sprung hofft der Wissenschaftler irgendwann wieder in seinen eigenen Körper zurückversetzt zu werden.

Dean Stockwells Rolle ist die des Beraters und Freundes Al Calavicci, der sich als Hologramm in die Gedankenwelt des Wissenschaftlers hineinversetzen und mit ihm interagieren kann. Der sehr exzentrische Charakter von Al sorgt für witzige und manchmal auch tragische Szenen.

Die Serie ist wegen ihrer sozialkritischen Untertöne und ihrer spannenden Geschichten absolut sehenswert und das nicht nur für Science-Fiction-Fans. Wer »Zurück in die Vergangenheit« nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst.

Bakula und Stockwell waren eng befreundet. Später traten sie gemeinsam bei »Star Trek: Enterprise« in der Folge »Detained« auf. Zuletzt waren sie 2014 bei »NCIS: New Orleans« zusammen zu sehen.

Herbstliche SOL

Herbstlich kommt das Cover der SOL 104 daher. Gemalt wurde es von Stefan Wepil und zeigt den Kontinent Shushuuri auf Iya, dem Pendant von Terra im Dyoversum.

Wichtige Vereinsinformationen bilden den Einstieg ins Heft. Wir berichten von der Mitgliederversammlung im September 2021 und dem Ausgang der Vorstandswahlen. Es gibt eine Menge Veränderungen. Die PRFZ hat einen fast komplett neuen Vorstand bekommen. In den kommenden drei Jahren wird sich zum Wohle der Mitglieder einiges tun.

Der Schwerpunkt des Magazins widmet sich einer Person, die für die PERRY RHODAN-FanZentrale und speziell für die SOL von essentieller Bedeutung ist. Jemandem der jahrzehntelang im PERRY RHODAN-Fandom unterwegs war und 25 Jahre lang das Marketing der Serie verantwortete. Die Rede ist von Klaus Bollhöfener. Der ging im November 2021 in den Ruhestand, und die SOL-Redaktion möchte sich mit dieser Ausgabe im Namen des Vorstands und aller Mitglieder der PRFZ herzlich bei Klaus für sein Engagement bedanken.

Was haben PERRY RHODAN und Architektur gemeinsam? Mark Kammerbauer klärt darüber auf. Norbert Fiks geht der Frage nach, ob PERRY RHODAN-Gründervater K. H. Scheer bei »Reich im Mond« von Manfred Langrenus abgeschrieben hat.

Im zweiten Teil der PERRY RHODAN-Geburtstage gibt Alexandra Trinley einen Überblick über die Jahre 1983-1992. Außerdem berichtet sie zusammen mit Roman Schleifer vom Online-Abend zu 60 Jahre PERRY RHODAN.

Fans von Alaska Saedelaere können sich über eine Kurzgeschichte von Michael Mühlehner freuen. Zudem gibt es Werkstattberichte, Rezensionen und einen weiteren Teil des arkonidischen Wörterbuchs von Susanne Modl. Wie gewohnt beinhaltet die Ausgabe Besprechungen zur Erstauflage und zu NEO.

Bei dieser Ausgabe kommen zum ersten Mal Druck und Versand aus einer Hand. Wir hoffen, dass alles klappt und das Magazin pünktlich bei allem Mitgliedern ankommt.

Süßes oder Saures

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Nein, das wird kein Beitrag zu Halloween. Mir geht es um etwas völlig anderes, was aber durchaus mit der Jahreszeit zu tun hat. Es geht um Tee.

Ich bin eine leidenschaftliche Teetrinkerin. Schon als ich Kind war, gab es bei uns jeden Abend Tee. Damals mochte ich am liebsten Pfefferminz mit Zitrone oder Mate-Tee. Später als ich zum Star Trek-Fan wurde, war mein Favorit natürlich Earl Grey. Was sonst! Auch heute gibt es jeden Abend bei uns Tee. Selbst auf Arbeit habe ich immer eine Kanne Tee auf meinem Schreibtisch stehen.

Inzwischen bin ich auf Früchtetee umgeschwenkt. Grüntees und Kräutertees sind nicht so mein Fall. Seit vielen Jahren liebe ich die Tees von Goldmännchen. Die stammen nicht nur aus Thüringen, sondern die haben immer tolle Kreationen. Ich erinnere mich an die leckeren Cocktail-Tees, besonders den »Bitter Orange«. Mein absoluter Lieblingstee von Goldmännchen war aber der Tee »Apfelfrucht«. Den hätte ich Tag und Nacht trinken können. Leider gibt es ihn seit gut zwei Jahren nicht mehr. Als Ersatz gibt es dafür nun einen Tee mit der Bezeichnung »Apfelernte« sowie »Apfel Granatapfel«. Und da beginnt mein Problem.

Viele Hersteller auch Goldmännchen verwenden neuerdings in ihren Tees Süßholz oder Stevia bzw. Süßkraut. Das ist zwar besser als Zucker oder künstliche Süßstoffe, aber ich frage mich warum. Warum muss Tee immer süß sein? Bei Kindertees kann ich das vielleicht verstehen. Bei Tees für Erwachsene finde ich das nicht notwendig. Vor der Zulassung von Stevia als Lebensmittel in Deutschland waren die meisten Tees ungesüßt. Warum auch? Wer wollte, konnte selbst nachsüßen. Heute müssen in alle möglichen Früchtetees Süßungsmittel rein. Ich finde das doof. Ich trinke lieber Tee, der säuerlich schmeckt. Und ich möchte meinen Goldmännchen »Apfelfrucht« zurück. Bisher habe ich noch keinen Apfeltee gefunden, der annähernd an den von Goldmännchen heranreicht. Leider!

Die Bahn kommt … oder auch nicht

Am letzten Wochenende war ich mal wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs. Der Spruch »Genießen Sie ihre Fahrt in vollen Zügen« traf seit langem mal wieder zu. Es war, als würde es Corona nicht geben. Die Züge waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Freitag früh hatte der EC mal wieder Verspätung wegen eines vorausfahrenden Güterzugs, der Minutenlang das Gleis am Bahnsteig belegte. Der ICE von München wurde durch einen anderen Zug ersetzt, bei dem – logischerweise – die Anzeige der Reservierungen nicht funktionierte. Es herrschte ein Drunter und Drüber bei der Sitzplatzsuche. Wenigstens war er halbwegs pünktlich.

Dafür hatte ich dann fast eine Stunde Aufenthalt in Bamberg. Im Sommer geht das ja, aber bei niedrigen Temperaturen und Regen ist das kein Spaß. Der McDonalds war gesperrt, es gab nur Straßenverkauf. Der Aufenthalt in der Bahnhofshalle war ebenfalls nicht gestattet. Dort hatten nur der Blumenladen und der Fahrkartenschalter geöffnet. Die Bäckerei und der Yorma waren geschlossen. Aus lauter Verzweiflung stöberte ich in der sehr gut ausgestatteten Bahnhofsbuchhandlung und kaufte zwei Comichefte. Die Verkäuferin beschwerte sich schon, dass im Laden so viel los sei. Tja, kein Wunder bei dem Wetter.

Dann wartete ich am Bahnsteig. Ein Zug nach Würzburg sollte an meinem Gleis fahren, anschließend der nach Leipzig. So wurde es mehrfach angesagt. Fünfzehn Minuten vor der Abfahrt, ich hatte mich in den Comic vertieft, fuhr ein Zug ein. Das wird der nach Würzburg sein, dachte ich und blickte zunächst nicht auf. Irgendwann sah ich doch hoch und traute meinen Augen nicht. Da stand Leipzig dran. Ich fragte den Zugführer, ob das jetzt der Zug nach Leipzig sei und bekam die blöde Antwort, dass es doch dranstehen würde. Ich setzte mich also rein, kontrollierte auf meinem Ticket die Zugnummer und war dennoch unsicher, ob ich im richtigen Zug sitze. Vor allem weil der Zug dann auch noch zehn Minuten vor der planmäßigen Abfahrt losfuhr. Selbst meine App konnte mir da nicht helfen. Später fragte ich die Zugbegleiterin, warum der Zug außerplanmäßig früher losgefahren sei. Sie meinte, das läge an der Baustelle. Ich konterte, dass das aber weder angezeigt, noch durchgesagt worden war und jetzt bestimmt Leute in Bamberg vergeblich auf den Zug warten. Ihr Kommentar: ja da gebe es wohl ein paar Kommunikationsprobleme. Oha!

Montag früh stieg ich schon mit einem schlechten Gefühl aus dem Bett. Ich hatte am Abend vergeblich versucht eine Platzkarte für den ICE von Erfurt nach München zu bekommen. Die App sagte, der Zug sei komplett ausgebucht, alles war rot und durchgestrichen. Das konnte ja heiter werden. Da ich am Bahnhof in Saalfeld noch Zeit hatte, ging ich zum Schalter und fragte die freundliche Dame dort, ob ich bei ihr noch eine Sitzplatzreservierung buchen könne. Hoffnung hatte ich keine, aber einen Versuch war es wert. Sie schaute nach, meinte das der Zug als ausgebucht angezeigt wurde, versuchte es aber trotzdem und es funktionierte. Sie bekam einen freien Platz angezeigt und druckte mir die Reservierung aus. Erklären konnte sie sich das selbst nicht. Als ich meinen Geldbeutel rausholte, um zu bezahlen, sagte sie: »Lassen Sie ihr Geld stecken.« und reichte mir die Karte. Da war ich baff. So viel Freundlichkeit ist man von der Deutschen Bahn nicht gewohnt.

Am Gleis traf ich dann einen Bekannten, der mit mir zusammen nach Erfurt fuhr. Es wurde eine kurzweilige Fahrt. In Erfurt hatte ich einen längeren Aufenthalt. Ich musste also nicht so hetzen beim Umsteigen. Dann kam der ICE auch noch zu spät und in der falschen Reihenfolge, was zu tumultartigen Szenen am Bahnsteig und später im Zug führte. Außerdem fehlte der Wagen 24. Nun wusste ich auch, warum es keine Reservierungen mehr gab und der Zug so voll war. Ich hatte mich günstig platziert und fand gleich den reservierten Sitzplatz. Dort durfte ich dann bis München sitzen, während viele andere in den Gängen saßen oder standen.

Hatte ich da schon ein beklemmendes Gefühl, ob der Enge, sollte sich das im anschließenden EC von München noch steigern. Der war alt, miefig und proppenvoll. Vor allem mit Gepäck. Ich frage mich immer, warum die Leute so viel Zeug mitschleppen. Viele haben riesige Koffer, die sie alleine nicht aus oder in den Zug heben können, dazu noch Beutel, Taschen und Rucksäcke. Es war kaum ein Durchkommen. Ich hatte zum Glück noch einen freien Platz erwischt, wusste später aber auch warum, der freigeblieben war. Daneben saß eine Familie mit zwei kleinen Jungs, die die ganze Zeit über das Großraumabteil beschallten. Immer wenn draußen irgendwelche Tiere zu sehen waren, brüllten sie das lautstark und lang in die Welt hinaus. »Küüüühhheee!« Die Eltern taten mir echt leid. Die Mutter sah schon fix und fertig aus und die wollten von Salzburg aus noch weiter. Meinen Glückwunsch.

An diesem Tag machte ich drei Kreuze, als ich endlich aussteigen durfte. So viele Leute ist man einfach nicht mehr gewohnt, auch wenn sie alle ordentlich Masken getragen hatten.

Immerhin schrieb ich trotzdem ein ganzes Kapitel für meinen Roman.

Sofgarts Reise in die Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 263 — »Die erste Kaskade« von Rainer Schorm

Sofgart besucht zusammen mit Omar Hawk Arkon 1, um herauszufinden, warum es die SOL ins Arkonsystem der Vergangenheit geschlagen hat. Er folgt einer inneren Stimme sowie dem F’Atkor mit den Atorakten.
Mit Hilfe einer gefälschten Sondergenehmigung suchen die beiden das Karminsuul-Archiv auf. Dort hatte Sofgart den ersten Atorakt überreicht bekommen.
Das Archiv erkennt in Sofgart einen Abkömmling der ersten Arkoniden und zeigt ihm die Geschichte seiner Vorfahren, die mit der Flucht der Liduuri aus dem Soltsystem beginnt.
Er erfährt dabei die Geschichte wie die Akonen entstanden und wie daraus die Arkoniden wurden. Die wichtigste Erkenntnis aber ist die, warum die SOL und insbesondere ihre Bordpositronik SENECA hier in der Vergangenheit ist.
Seit Jahrtausenden kämpfen erst die Akonen und später die Arkoniden mit den Überresten eines Quantenschattens in ihren Positroniken. Mit zunehmender Intelligenz der positronischen Systeme führen die Überreste zu einer sogenannte Kaskade und damit zur Ausbildung einer Superintelligenz, die die biologischen Lebensformen versklaven oder vernichten wird.

Keiner kann den Arkoniden Sofgart so perfekt beschreiben wie Rainer Schorm. Und vielleicht ist es kein Zufall, dass die Abbildung des Arkoniden auf dem Cover dem Autor ein bisschen ähnlich sieht. Sieht man vom Bart ab.

Durch Sofgart lernen wir die Geschichte der Akonen und Arkoniden kennen. Wir erfahren das Sofgart in direkter Linie von Arbaraith abstammt. Jenem Akonischen Kommandanten, der die erste Kaskade erfolgreich aufhalten konnte. Und in diesem Zuge mit zwölf weiteren Schiffen und ihren Besatzungen in M13 gestrandet ist. Aus den Bewusstseinen der zwölf Kommandanten wurden die zwölf Heroen und Arbaraiths Bewusstsein wurde später ebenfalls zu einem Teil des Archivs.

Geschickt legt der Autor die einzelnen Puzzlesteine aus den vergangenen NEO-Staffeln zusammen. Man erahnt das Gesamtbild, dass sich zu ergeben scheint. SENECA könnte die Überreste des Quantenschatten überprägen und die Gefahr für die Arkoniden bannen. Denn ohne das Arkonidische Imperium würden die Maahks siegen und die Thetiser die Milchstraße überrennen. Vielleicht könnte das in Folge auch die Menschheit auslöschen, bevor sie in den Weltraum aufbrechen kann. Dies würde die Zeitlinie gravierend verändern.

Stark geschrieben sind die Kapitel über Akon und die Anfänge der Arkoniden. Das ist lebendig und glaubhaft erzählt. Danach wird es wieder ziemlich technisch. Da muss man schon konzentriert lesen, um alle Details zu verstehen. Irritierend finde ich allerdings, dass die Akonen und die Menschen dieselben Bezeichnungen für die Spektralklassen von Sternen verwenden, andere Begriffe wie Zeitangaben aber nicht. Aber das ist nur ein Detail, was mir »negativ« aufgefallen ist.

»Die erste Kaskade« ist ein wichtiger Roman, der viele Zusammenhänge erklärt und der Figur des Arkoniden Sofgart noch mehr Tiefe verleiht. Mich hat die Geschichte jedenfalls befriedigt zurückgelassen.

Reiche Ernte

Eigentlich wollte ich nur den Schmetterlingsflieder einpflanzen, den wir unlängst mal für meine Eltern gekauft haben. Doch als ich die Stengel einer verblühten Pflanze aus der Erde zog, hingen da plötzlich weiße Knollen dran. Ich erinnerte mich dunkel, dass die Pflanzen, die dort gewachsen waren, gelb geblüht hatten. Das konnte also nur Topinambur sein.

Ich grub weiter und wurde gleich mehrfach fündig. Das waren richtig dicke Knollen, die fast außerirdisch anmuteten in ihrer Form. Und je tiefer ich grub, umso mehr wurden es. Am Ende war es ein ganzer Eimer voll. Ich habe jetzt beschlossen, die kleineren Knollen an anderer Stelle wieder einzupflanzen und die Großen zu kochen.

Topinambur schmeckt ein bisschen wie eine Kombi aus Süßkartoffel und Kohlrabi und passt gut als Beilage. Hier ein paar Bilder dazu.

Zu Bruch gegangen

Muss ich mir jetzt Gedanken machen, dass ich eventuell zu viel gehäkelt habe? Vorgestern ist nämlich meine Lieblingshäkelnadel zu Bruch gegangen, die mit dem ergonomischen Griff.

Es hatte sich schon am Dienstag mit einem verdächtigen Knacken angekündigt. Ich war ganz erschrocken und habe die Nadel hin und her gedreht, aber nichts erkennen können. Da war kein Riss oder Sprung. Vorgestern brach sie dann völlig unerwartet mitten beim Häkeln durch. Ich nehme mal an, dass der Weichmacher aus dem Plastik diffundiert ist. Kunststoffgriffe halten eben nur eine begrenzte Zeit, dann werden sie spröde oder klebrig. Wie die Griffe unserer Lichtschwerter, die fassen sich ebenfalls so an. Also besser, wenn man die Lichtschwerter nur anschaut und nicht anfasst. Nicht, dass die guten Master Replicas noch auseinanderfallen.

Jetzt ist es nicht so, dass ich keine Häkelnadeln mehr hätte. Im Gegenteil, ich habe eine ganze Schachtel voll, aller Stärken. Die meisten haben aber leider keinen ergonomischen Griff. Noch besser wäre es, wenn es die ergonomischen Griffe aus Holz gäbe. Die Häkelnadeln meiner Mutter haben einen Holzgriff und sind bestimmt schon mehr als sechzig Jahre alt. Aber dann könnten die Hersteller nicht mehr so viele verkaufen, wenn die so lange halten.

Ach ja. Jetzt will bestimmt jemand wissen, was ich gehäkelt habe. Ich habe das Muster für die Baby-Chucks vergrößert. Die Kleinen wachsen so schnell raus und ich hatte inzwischen mehrere Anfragen für die Schuhe. So wie ich sie gehäkelt hatte, gingen sie weg wie warme Semmeln. Ich kam gar nicht hinterher. Von denen auf dem Bild geht am Wochenende wieder ein Paar weg. Dieses Mal sogar nach Malawi.

Herbstliches

Der Herbst ist mit Abstand meine Lieblingsjahreszeit. Zu keiner Zeit im Jahr ist das Licht weicher, die Farben kräftiger und der Himmel blauer. Auch in diesem Jahr ist es nicht anders. Ich streife dann ganz gern durch die Gegend und halte die Stimmung fotografisch fest. Im Bild rechts sieht man das Dach des Pavillons am See. Aus dieser Perspektive habe ich ihn noch nie fotografiert.

Vorletzte Woche hatten die Flieger, die jetzt wieder reichlich über uns hinwegschwirren, einen Stern am Himmel über Südostoberbayern gezeichnet. Da hat wohl jemand das Kolvoord-Sternenmanöver geübt. Ich habe das Bild aus dem Auto heraus aufgenommen.

Am gestrigen Sonntag war nach anfänglichem Nebel wunderbar klares Wetter. Das nutzten wir um ins Schönramer Filz zu fahren. Dort im Wald zwischen den Bäumen war der Boden stellenweise noch gefroren. Die Kälte kneifte an den Oberschenkeln, aber als wir auf dem Rundweg dann in Richtung Sonne gingen, wurde uns schnell warm. Der viele Regen in diesem Jahr hat dem Hochmoor gutgetan. Der Weg war schon fast zugewachsen von den Büschen und vom Gras. Die Tautropfen an den Gräsern und Ästen glitzerten wie Edelsteine.

Der See mitten im Moor war bis zum Rand voll und die Oberfläche so ruhig, das die Spiegelungen des Ufers phantastische Muster ergaben. Wer entdeckt im Bild das Gesicht des außerirdischen Insektoiden? Da könnte ich stundenlang stehen und entdecke ständig neues.

Daheim vor der Haustüre habe ich noch die Bäume vorm Haus fotografiert. Diese Farben! Genau aus diesem Grund liebe ich den Herbst.

 

Die Welt geht den Bach runter …

… Der Gedanke kam mir in dieser extrem stressigen Woche ein paar Mal.

Früher hat man gesagt: »Einmal mit Profis arbeiten«, heute muss man froh sein, einmal nicht mit Idioten zu arbeiten. Seit ein paar Jahren beobachte ich diese Besorgnis erregende Entwicklung. Das Wissen unter den Menschen scheint abzunehmen, der gesunde Menschenverstand wird immer weniger und es macht sich eine Bequemlichkeit breit, die zu Ignoranz führt und nicht selten Schaden anrichtet.

Gerade im Handwerk sind viele Dinge, die noch vor ein paar Jahren selbstverständlich waren, plötzlich scheinbar irrelevant. Entweder die Leute wissen es nicht besser oder es ist ihnen schlicht egal. Ich gehe jetzt nicht ins Detail, aber unter diesen Umständen verliere ich zunehmend die Lust an der Arbeit. Es ist ermüdend immer wieder an Dinge erinnern oder sie einfordern zu müssen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, oder Leute auf die Konsequenzen ihres Handelns aufmerksam zu machen. Umsichtigkeit scheint nicht mehr in Mode zu sein, Dinge zu hinterfragen sowieso nicht.

Am Freitag früh kaufte ich im REWE Gemüse. An der Kasse legte ich meine Ware aufs Band. Bei der Kohlrübe zögerte die junge Verkäuferin, sah mich groß an und fragte, was das sei. Ich sagte, das sei eine Kohlrübe. Doch die Bezeichnung fand sie auf ihrer großen Liste nicht. Also ging ich ans Gemüseregal las den Preis ab und die Bezeichnung, die dort als Steckrübe ausgezeichnet war. Unter dem Begriff Steckrübe fand sie schließlich die Nummer, die sie in die Kasse eintippen musste. Ich sah es positiv. An dem Tag hat die Verkäuferin etwas dazugelernt.

Vor unserem Haus wird seit Mitte September gegraben. Eigentlich ging es ursprünglich darum, ein neues Baugebiet anzuschließen. Erst wurde eine Seite aufgegraben und die Wasserleitung neu verlegt. Dann wurde wieder zugemacht und die Erde festgerüttelt. Zwei Tage später wurde wieder aufgebaggert und ein gelbes Band eingelegt, das auf die Gasleitung hinweist. (Das hatte man wohl in der Eile vergessen.) Wieder wurde zugemacht und gerüttelt, dass die Gläser im Schrank klirrten. Einige Tage später begann das Spiel von vorn. Dieses Mal war es das Telefonkabel. Vorletzte Woche ging es dann wieder los, dieses Mal wurde sogar der Gehweg weggebaggert und so tief aufgegraben, dass wir drei Tage lang nicht in die Tiefgarage fahren konnten. Die oberirdischen Parkplätze sind entweder mit Baumaterialen belegt oder weitläufig abgesperrt. Die Bewohner müssen auf dem öffentlichen Gemeindeparkplatz parken. Einer der Anwohner konnte sein Auto nicht rechtzeitig entfernen. Das steht nun schon seit zwei Wochen auf der Wohnanlage, denn rauskommen tut er nicht. Zumindest kann es nicht geklaut werden. Inzwischen wurden alle Hausanschlüsse erneuert und man kam auf die glorreiche Idee, die noch asphaltierte Straßenhälfte ebenfalls wegzufräsen, um die Straße komplett neu zu machen. Es wurden neue Bordsteine verlegt und es soll neu asphaltiert werden, angeblich in zwei Wochen. Wer es glaubt! Angekündigt wurden diese immer weiter ausufernden Baumaßnahmen übrigens nicht. Die Bewohnerin unter uns, die bis Ende Oktober ausziehen muss, findet das nicht so toll. Die bekommt ihre Möbel nicht weg, weil der Möbelwagen nirgendwo halten kann.

Zwischenzeitlich wurde zweimal das Wasser für neun Stunden abgestellt, weil man gemerkt hat, dass man die Hydranten eigentlich auch erneuern müsste. Neun Stunden ohne Wasser ist schon echt lang, wenn man Urlaub hat. Beim zweiten Mal wurde die Absperrung nur angekündigt, fand aber nicht statt. Der Hydrant hing wohl doch an einer anderen Leitung. Jetzt stehen zwei Eimer Wasser bei uns im Bad. Das reicht für die nächsten Wochen zum Blumengießen.

Im Baugebiet zwei Straßen weiter, welches vor einem Jahr erschlossen wurde, hat man jetzt festgestellt, dass man das Telekomkabel bei der Erschließung vergessen hat. Das fiel erst auf, nachdem einer der dortigen Häuslebauer seinen Anschluss bei der Telekom beantragt hat.

Ich könnte noch weiter erzählen von Bauherren und Baufirmen, von Gemeinden und ihren Schildbürger-Streichen, aber ich hör an der Stelle auf. Man mag über die Planwirtschaft der DDR streiten, aber da wurde wirklich erst geplant und dann gearbeitet. Es hat zwar meist länger gedauert, das lag aber an anderen Dingen. Heute scheint alles ohne Plan und vor allem ohne Verstand zu laufen. Hauptsache jeder bekommt Recht und Vorrang, ob es im Sinne der Gemeinschaft ist oder nicht.

Ich sags ja. Die Welt geht den Bach runter!

Nusslos

Unsere diesjährige Nussernte fällt desaströs aus. Das ist ein Negativrekord. So wenige Walnüsse hatten wir in den letzten Jahren nie gesammelt. Obwohl das Frühjahr gut anfing. Sprich, es gab keinen späten Frost, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr. Doch die meisten Nussbäume trugen heuer keine Früchte und wenn, dann nur sehr wenige.

Einer der Gründe warum die Nussernte so gering ausfiel, könnte ein guter sein. Es hat in diesem Jahr häufiger geregnet. Die Böden waren feuchter und die Bäume bekamen offensichtlich genug Wasser. Bei Trockenheit bekommen Nussbäume wie andere Bäume Stress und produzieren sehr viel mehr Früchte, weil sie sich unbedingt vermehren müssen. Für den Fall, dass der Mutterbaum eingeht, hätte er somit nochmal für ausreichend Nachwuchs gesorgt. Es ist also ein gutes Zeichen, wenn es nicht so viele Nüsse gibt, dann scheint es den Bäumen gut zu gehen.

Ein weiterer Grund ist, dass wir zur Hauptzeit, in der die Nüsse vom Baum fielen, an den Wochenenden nicht da waren und unter der Woche keine Zeit hatten. Außerdem hat jemand »unseren« Nussbaum entdeckt. Dort wo sich bisher keiner hinverirrte, war heuer alles abgesucht. Derjenige hatte sich aus einer Stange und einem Küchensieb sogar eine Vorrichtung gebaut, um die herunter gefallenen Nüsse aus dem Bach zu fischen. Soviel Professionalität ist irgendwie erschreckend.

Zum Glück haben wir noch ausreichend Nüsse aus dem vergangenen Jahr übrig, so dass wir durch den Winter kommen werden, ohne welche kaufen zu müssen. Denn ich habe keine Lust, Walnüsse aus Kalifornien zu kaufen. Eher verzichte ich ganz darauf. Übrigens habe ich unlängst gelesen, dass je nördlicher ein Walnussbaum steht, desto bitterer schmecken die Nüsse. Das wusste ich noch nicht.