
An dieser Stelle möchte ich allen Lesern meines Blogs ein frohes Osterfest und einen fleißigen Osterhasen wünschen.
Nach den Feiertagen habe ich sicher auch wieder mehr Zeit, um ausführlicher zu bloggen.
Bis dahin, allen schöne Osterfeiertage!
Ansichten, Rezensionen, Kommentare

»Es macht keinen Spaß mehr!«
… das war der Kommentar meines Mannes, als wir gestern Nachmittag endlich aus dem Auto stiegen. Er war immer ein leidenschaftlicher Autofahrer, aber bei dem Verkehr auf der A9 am Gründonnerstag war es tatsächlich nicht mehr schön unterwegs zu sein. Besonders in den Ballungsräumen um München und Nürnberg war die Autobahn so dicht befahren, dass man selbst als Beifahrer hochkonzentriert durch die Windschutzscheibe starren musste. Das lag vorallem auch an den unvernünftigen Autofahrern. Da wurde von links nach rechts gekreuzt, rechts überholt oder links vorbeigerast. Die LKW spielten Elefantenrennen und hatten die rechte und mittlere Fahrspur fest im Griff. Es war echt anstrengend zu fahren, obwohl wir so gut wie staulos durchkamen. Ich atmete dennoch tief durch, als wir von der Autobahn abfuhren.
Bei Hof bewunderten wir an der Autobahn ein zerstörtes Windrad, das den letzten Sturm nicht überstanden hatte. Laut Presse entstand der Schaden durch eine Windböe. Ich dachte zunächst an einen Blitzeinschlag, weil die Flügel regelrecht zerrissen waren. Wer sich das mal anschauen möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Frankenpost. Es ist schon erstaunlich, welchen Schaden ein Sturm mit nur 90 km/h anrichten kann.
Heute bummelten wir durch die Saalfelder Fußgängerzone und fotografierten den Ostereierbaum. Der stand viele Jahre in einem Privatgarten. Da die Besitzer aber inzwischen zu alt sind, um auf Leitern zu steigen und die 10.000 Eier aufzuhängen, hat die Stadt das übernommen und präsentiert den Baum erstmalig in der Fußgängerzone. Eine schöne Idee, die heute ganz viele Leute anlockte.
Ich habe lange nichts über mein »punkiges« Geheimprojekt gebloggt. Inzwischen versuche ich jede freie Minute in die Geschichte zu stecken. Nur leider sind die freien Minuten in den letzten Monaten rar geworden. Und ich merke auch, dass ich nicht mehr so oft mit der Bahn unterwegs bin. Denn beim Bahnfahren hatte ich bisher den meisten Rohtext geschrieben. Am heimischen Computer funktioniert das nicht so richtig, da gibt es zu viel Ablenkung drumrum, und wenn es nur der Postbote ist, der klingelt.
Nichtsdestotrotz bin ich bereits am Ende des zweiten Drittels, habe ca. 200 Normseiten mit 300.000 Zeichen beschrieben. Es stockt momentan etwas, da ich noch einiges recherchieren muss. Ich möchte unbedingt noch etwas reinbringen, das ich im Exposé nicht eingeplant hatte, aber ich denke, die Mühe lohnt sich.
Bis ich damit fertig bin, dauert es hoffentlich nicht mehr so lange. Bis dahin, gibt’s hier mal wieder eine kleines Appetithäppchen.
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Ich will eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank nehmen und greife ins Leere.
Scheiße, das hatte ich total vergessen, das Bier ist alle. Ich sehe bangend zur Küchenuhr, die mir meine Mutter zum dreißigsten Geburtstag geschenkt hat. Ich habe nie verstanden, warum sie es für notwendig hielt, ihrem »ausgeflippten« Sohn, wie sie es nannte, eine Küchenuhr zu schenken. Die Uhrzeit, die ich dort ablese, rüttelt mich auf und drängt alle anderen Gedanken beiseite.
Es ist zehn nach Sechs.
Mist, die Kaufhalle hat seit zehn Minuten zu. Wo bekomme ich jetzt Nachschub her? Da fällt mir Benno ein. Sein kleiner Getränkehandel, hat sicher noch auf.
Hastig stopfe ich das Leergut in einen alten Plastikbeutel, ziehe die Stiefel an und werfe meine Lederjacke über.
Im Eiltempo renne ich die Treppenstufen hinunter und schwinge mich aufs Fahrrad. Es ist bereits dunkel und ich habe kein Licht am Rad. Das macht die Fahrt über das unebene Kopfsteinpflaster zu einem Abenteuer. Zehn Minuten später erreiche ich Bennos kleinen Laden. Es ist kurz vor halb sieben, und er will gerade die Jalousie schließen.
»Hey Benno, wart mal!«, rufe ich ihm zu.
Der alte Mann streckt den Kopf unter der halb heruntergelassenen Jalousie hervor und winkt.
Benno ist über siebzig, aber noch ganz rüstig und das obwohl er als Invalide aus dem zweiten Weltkrieg zurückgekehrt ist. Er war in Stalingrad und in seinem Körper stecken heute noch Splitter. Doch Benno redet nicht gern über die alte Zeit. Nur wenn er ein paar Bier zu viel getrunken hat, lässt er sich die Erinnerungen daran entlocken. Eigentlich gehört der Getränkehandel seinem Sohn, doch der hat nach ein paar Jahren Arbeitslosigkeit wieder seinen Job im Glaswerk bekommen. Sie haben ihn zurückgeholt, weil er sich mit dem Glasmachen besser auskannte, als die jungen Schnösel aus dem Westen. Den kleinen Laden schmeißt nun Benno und er scheint glücklich darüber zu sein, noch gebraucht zu werden.
Ich schwenke den Beutel mit dem Leergut und komme mit dem Fahrrad kurz ins trudeln.
»Ach der Jens!«, ruft Benno und zieht die Jalousie wieder ein Stück nach oben. »Na mein Junge, haste Durscht?«
Ich stelle das Fahrrad ab und nicke atemlos.
Lächelnd nimmt er mir den Beutel mit den leeren Flaschen ab. Sein schlohweißes Haar quillt unter der Schiebermütze aus Leder hervor. Der blaue Arbeitskittel ist ihm eine Nummer zu groß, dafür aber sauber und gebügelt.
Ich folge ihm in den Laden, der bis unter die Decke mit Getränkekästen angefüllt ist. Nur ein schmaler Gang erlaubt einen Zugang bis zum kleinen Tresen. Der schwere Geruch von Bier und Holz liegt in der Luft.
»Was hätt’ste denn gern?«, fragt Benno während er die Flaschen aus dem Beutel klaubt und in eine leere Kiste sortiert.
»Was is‘n die Woche im Angebot?« Angesichts meiner eher dünnen Finanzen habe ich keine große Auswahl.
»Köstritzer und so ’nen Zeug von ’ner Brauerei aus Franken, aber die Brüh empfehl ich dir nich.«
»Dann sechs Köstritzer und zwei Cola!«
Benno packt sechs Flaschen Bier in den Beutel und geht zu den Kästen mit den Erfrischungsgetränken. Kurz davor dreht er sich zu mir um. »Althergebrachtes oder das süße Gesöff von drüben?«
Ich grinse. »Althergebracht klingt gut.«
Zwei Vita-Colas verschwinden im Beutel.
Benno kommt zum Tresen zurück. Sein rotgeädertes Gesicht lächelt freundlich, die große Warze an seiner Nase, zuckt bei jedem Atemzug. »Da mein Jung.« Er drückt mir den Beutel in die Hand.
Der ist verdammt schwer und ich stelle ihn zwischen meinen Füßen ab.
Mit einem Kugelschreiber kritzelt Benno meinen Einkauf in ein großes Buch und rechnet zusammen. »Das macht sechs Mark zwanzig.«
In meinem Portmonee herrscht gähnende Leere. Außer einem zerfletterten Zehn-Mark-Schein und ein paar Münzen, ist nicht viel übrig. Fieberhaft rechne ich aus, was mich die bestellte Pizza kosten wird und überschlage meinen finanziellen Spielraum. Scheiße! Es reicht nicht.
Benno sieht mir zu, wie ich das Kleingeld zähle und sagt schließlich: »Lass nur, ich schreib’s an. Dann bezahlste halt nächstes Mal.« Lächelnd macht er eine Notiz hinter die Summe in seinem Kassenbuch.
»Danke!« Einerseits fällt mir ein Stein vom Herzen, andererseits beschleicht mich ein klein wenig ein schlechtes Gefühl. Was ist los mit mir? Früher habe ich Kistenweise Bier im Konsum geklaut, ohne daran einen Gedanken zu verschwenden, und jetzt plagt mich das schlechte Gewissen, weil ich meine Rechnung nicht bezahlen kann. Entweder ich werde wirklich alt oder es liegt an dem netten alten Mann.
Der steht hinter dem Tresen und betrachtet mich mit aufmunternder Miene. Dann blickt er auf seine Armbanduhr und macht eine scheuchende Handbewegung. »Jetzt aber raus. Ich muss zumachen, meine Rosi wartet.«
Benno hat eine Frau? Das ist mir neu. »Ich dachte du bist Witwer?«
Er lacht schallend, während er mich vor sich her aus dem Laden treibt. »Was hast du denn gedacht, dass ich mich einsam ins stille Kämmerlein zurückziehe und es mir jeden Abend selbst besorge? Nee, mein Jung, Rosi und ich sind seit sechs Monaten glücklich verheiratet. Mit allem drum und dran.«
»Du hast nie von ihr erzählt.« Ich ziehe den Kopf ein, um unter der halb heruntergelassenen Jalousie ins Freie zu kommen und drehe mich um.
Benno lächelt seelig und verheißungsvoll, seine hellblauen Augen funkeln. »Berechnung!«, sagt er und fügt verschwörerisch hinzu: »Ihr Jungchen müsst nich’ alles wissen.« Dann strahlt er übers ganze Gesicht.
Unwillkürlich lächle ich zurück. Seine offene Freude ist ansteckend. Insgeheim wünsche ich mir, dass ich in Benno’s Alter auch noch so glücklich bin, wie er.
Er winkt mir kurz zu, bevor er die Jalousie herunterrasseln lässt.
Das Leben steckt voller Überraschungen, stelle ich mal wieder fest und schwinge mich aufs Rad, den Beutel mit den Flaschen halte ich fest in der Hand.

Kennt noch jemand »Eddie the Eagle«, jenen englischen Skispringer der 1988 bei der Olympiade in Calgary das Herz des Publikums und den Unmut der Mit-Athleten auf sich zog?
Seit ich denken kann, gehörte Skispringen bei mir zuhause zum Pflichtprogramm im TV. Jedes Winterwochenende verfolgte ich mit meinen Eltern, wie sich junge Männer todesmutig von der Schanze stürzten, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kannte die Namen der Springer und fieberte mit, wenn Klaus Ostwald und Jens Weißflog sich mit den Besten aus Europa und der Welt maßen. Und deshalb erinnere ich mich auch gut an den jungen Mann mit Brille, der sich nach seinem Sprung bei Olympia wie ein König freute, obwohl er Letzter geworden war. Wie viel Michael Edwards damals tatsächlich riskierte, wurde mir erst bewußt, als wir vorgestern den Film über ihn sahen.
20 Jahre lang schlummerte seine Geschichte in Form eines Drehbuchs bei SONY-Pictures. Leider hat es in dieser Zeit keiner geschafft, das Material zu verwerten. Schließlich nahm sich Produzent Matthew Vaughn des Stoffes an und machte daraus einen wunderbaren Film, der bei allerlei witzigen Einlagen, eigentlich eine sehr ernste Geschichte erzählt.
Ein lahmer Junge aus England hat einen Traum. Er möchte unbedingt bei den Olympischen Spielen dabei sein. Doch seine Körper ist nicht für Leistungssport geschaffen. Als er wieder richtig gehen kann, packt ihn der Ehrgeiz und er probiert alle möglichen Sportarten aus. Am Ende landet er beim Skifahren. Doch als es soweit ist, dass der nationale Kader für die Spiele in Calgary zusammengestellt wird, geht Eddie leer aus. »Du wirst niemals an den olympischen Spielen teilnehmen.« Dieser Satz deprimiert ihn nicht, sondern bestärkt ihn in seinem Ehrgeiz und er entdeckt Skispringen für sich. Weil es keine englischen Skispringer und deshalb auch keine Trainer gibt, fährt er auf eigenen Faust nach Deutschland und stürzt sich dort ohne Vorbereitung von einer Schanze. Er versucht sich das Skispringen selbst beizubringen, doch das entpuppt sich als unmöglich. Nach vielen Tiefschlägen trifft er auf Bronson Peary. Der Amerikaner und ehemaliges Skisprungtalent ist dem Alkohol verfallen und möchte Eddie so schnell wie möglich loswerden. Doch bald merkt er, dass dies nur passieren wird, wenn Eddies Wunsch erfüllt ist. Und so beginnt er ihn zu trainieren. Beiden gelingt das Unfassbare: Eddie schafft die Qualifikation für Calgary. Doch dort wird er mit noch weit größeren Herausforderungen konfrontiert: dem Publikum und der Presse …
Sehr emotional und sehr realistisch zeigt der Film den Leidensweg eines Sportlers, der die olympische Idee »Dabeisein ist alles« hochhält und dem von allen Seiten Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Sehr schön charakterisiert sind auch Eddies Eltern. Auf der einen Seite die Mutter, die alles tut, um den Traum ihres Sohnes zu erfüllen und auf der anderen Seite der Vater, dem es lieber wäre, wenn Eddie zu ihm ins Maurergeschäft einsteigen würde. Neben Taron Egerton (Kingsman) als Michael Edwards und Hugh Jackman als Bronson Peary sind in weiteren Rollen Iris Berben als Bardame bewundern, die Eddie sofort in ihr Herz schließt und Christoper Walken als Pearys Ex-Trainer und Skisprung-Experte.
Unter welchen spektakulären Umständen die Filmaufnahmen von den Sprüngen entstanden, erfährt man in den Extras. Hier wird auch erklärt, warum im Film die Skispringer im V-Stil springen, obwohl der erst Mitte der Neunzigerjahre eingeführt wurde. Die Sicherheitsbestimmungen und das Material verbieten inzwischen Sprünge in der alten Parallel-Technik.
Der Film Eddie the Eagle – Alles ist möglich ist wieder ein Beispiel dafür, dass das Leben selbst, die schönsten Geschichten schreibt. Ein großartiger Film, der nicht nur für Freunde des Skispringens geeignet ist, sondern für alle, die sich für die Lebensgeschichte eines mutigen Menschen interessieren.
Das habe ich noch gar nicht gezeigt.
Die Fotos vom FKM-Event mit Terry Farrell (Jadzia Dax aus STAR TREK DS9) sind schon länger fertig. Leider konnte sie mir erst dieser Tage von der Seite des Veranstalters herunterladen. Toller Service, sofern man nicht wie ich, sein Passwort verbummelt. Aber nun sind sie ja da und sie sind ganz hübsch geworden. Eines stelle ich mal hier rein.
Wir erinnern uns gern an den schönen Abend in Deggendorf und hoffen, dass wir bis zur nächsten »MiniCon« nicht wieder drei Jahre warten müssen.
Mein Mann hat morgen Geburtstag. Wie jedes Jahr bekommt er von mir auch in diesem Jahr eine Torte bzw. einen Kuchen. Das hat sich seit 2008 als eine Tradition bei uns eingebürgert. Je nachdem ob wir Besuch erwarten oder alleine feiern, fallen die Torten mal aufwendiger und mal weniger aufwendig aus. Morgen kommt die Familie zur Feier zusammen und daher gibt es wieder mal eine große Torte. Dafür haben wir heute fleißig gebacken und verziert. Meistens haben die Torten einen Bezug zu Star Trek oder Star Wars. Das muss sein.
Ich arbeite gern mit Fondant, weil sich daraus die schönsten Dinge zaubern lassen. Früher war die Zuckermasse schwer zu bekommen. Ich kann mich erinnern, dass ich mein erstes Fondant in einer Konditorei besorgt habe. Für unsere Hochzeitstorten bestellte ich es im Internet und heute kann man es in jedem größeren Supermarkt bekommen. Sogar schon gefärbt und in Silber und Gold. Als ich meinen Mann heute fragte, ob wir überhaupt noch Fondant hätten, hat er nur milde gelächelt und unsere Backschublade aufgemacht. »Okay«, sagte ich, »wenn wir von allem so viel hätten wie Fondant …«
Mein Meisterstück ist und bleibt aber die erste Torte von 2008. Da steckten 6 Tortenböden, zwei Sorten Buttercreme und 6 Stunden Arbeit drin. So viel Aufwand habe ich für keine Torte mehr betrieben.
Hier nun das Ergebnis von heute und die Geburtstagstorten und -Kuchen aus den vergangenen Jahren.











Weil nichts anderes im Fernsehen war, und wir einen Gutschein für das »Video on Demand« der Telekom hatten, beschlossen wir spontan uns einen Film auszuleihen. Unsere Wahl fiel auf Toni Erdmann. Jenen Film, der sowohl bei den Golden Globe als auch bei den Oscars auf der Nominiertenliste stand und jede Menge Filmpreise abgeräumt hat.
In dem, mit 155 Minuten, sehr langen Film geht es um eine schwierige Vater-Tochter Beziehung. Ines Conradi ist eine knallharte Karrierefrau, die versucht, sich als Unternehmensberaterin in einer Männerwelt durchzusetzen und dabei so hart geworden ist, dass sie kaum noch eine menschliche Regung zeigt. Winfried Conradi ist pensionierter Musiklehrer, ein Altachtundsechziger, mit einem speziellen Sinn für Scherze. Er ist geschieden, lebt mit seinem Hund allein und kümmert sich um seine pflegebedürftige Mutter. Nach dem Tod des Hundes sucht Winfried die Nähe seiner Tochter und reist ohne Ankündigung zu ihr. Sie arbeitet gerade in Bukarest an einem Outsourcing-Projekt ihres Arbeitgebers, bei dem Hunderte von Arbeitsplätzen einer Ölfirma auf dem Spiel stehen.
Natürlich ist Ines nicht begeistert, als plötzlich ihr Vater auftaucht und sich in ihr nichtvorhandenes Privatleben mischt. Vor allem wegen seiner seltsamen Scherze geraten sie aneinander. Als er nach wenigen Tagen abreist, glaubt sie sich in Sicherheit. Doch dann taucht Toni Erdmann auf, ein aufschneiderischer alter Krösus, der mit seiner unverblümten Art überall aneckt. Hinter dem Mann mit der schlecht sitzender Perücke und den falschen Zähnen steckt niemand anderer als ihr Vater Winfried. Er tritt noch bissiger und couragierter auf als zuvor und bringt seine Tochter mehr und mehr vor den Kollegen und Freunden in Verlegenheit. Dabei verfolgt er nur ein Ziel, in seiner Tochter die Menschlichkeit zu wecken …
Der Film lässt dem Zuschauer viel Zeit zum nachdenken. Die Szenen sind gedehnt und manchmal passiert minutenlang nichts. Andreas Eschbach würde sagen, der Film handelt so vor sich hin. Die Handlung bewegt sich nur langsam voran, und wirkt wegen ihrer Realitätsnähe manchmal wie eine Dokumentation. Es gibt wenig Aktion, und selbst die wirkt behäbig. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert. Doch das Eigentliche geschieht langsam und so unmerklich, dass man es erst begreift, wenn der Film vorbei ist. Wobei mich das plötzliche Ende dann doch etwas unbefriedigt zurücklässt.
Gut finde ich, dass der Film niemals eine Wertung abgibt, sondern dem Zuschauer nur zeigt, was passiert. Meist sind das banale Dinge des Lebens, die sonst keinem Filmemacher interessieren würden. Vieles ist sehr gut beobachtet. Einige Szenen sind zum Fremdschämen, vor allem die Auftritte des Vaters. Die Darstellung des Yuppie-Daseins der Oberschicht auf der einen und das Leben der rumänischen Bevölkerung auf der anderen Seite und finde ich sehr gelungen. Auch hier wird nicht gewertet, sondern nur gezeigt. Die Meinung muss sich der Zuschauer selbst bilden. Die Bedeutung der meisten Szenen erschließt sich erst im Nachhinein.
Es wurde meist mit Handkamera gefilmt, was den dokumentarischen Look unterstreicht. Ein Großteil des Films entstand in Rumänien und wirft einen Blick auf die krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich, räumt aber gleichzeitig mit Klischees auf.
In den Rollen von Vater und Tochter brillieren Peter Simonischek und Sandra Hüller. Vor allem Letztere spielt die knallharte und unglückliche Karrierefrau exzellent. Gut fand ich auch, dass vor allem eher unbekannt Schauspieler für den Film ausgesucht wurden.
Die Geschichte des Filmes erinnert mich ein bisschen an Kirschblüten Hanami von Doris Dörrie. Auch da sucht ein Vater nach dem Tod seiner Frau die Nähe seiner Kinder. Die Handlung spielt vorwiegend in Japan.
Fazit: Toni Erdmann ist ein unaufgeregter Film, der länger im Gedächtnis bleibt, als man zunächst denkt. Man sollte ihn gesehen haben, obwohl ich ihn nicht in unser DVD-Regal stellen würde.
Bis zu dem Osterhasenvideo wusste ich gar nicht, das Netto so coole Werbespots macht. Hier ist noch eines; dieses Mal mit Katzen. Der Film kommt zwar nicht ganz an den mit dem Osterhasen heran, ist aber trotzdem lustig.
Viel Spaß!
Das hätte ich ja beinahe vergessen. Ich war zwar nicht so oft mit der Bahn unterwegs, wie bisher, aber selbst da klappte nicht alles …
2.3. Karlsruhe-Traunstein
24.3. Traunstein-Saalfeld
25.3. Saalfeld-Leipzig, 10 Minuten, keine Gründe genannt
25.3. Leipzig-Saalfeld
27.3. Saalfeld-Traunstein, 15 Minuten, wegen Bauarbeiten und vorausfahrendem Regionalzug, Anschlusszug in Nürnberg verpasst, in Augsburg umgestiegen, weil der Zug nicht mehr weiterfuhr.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der »Spaßvogel« von Zugbegleiter auf der Strecke zwischen Nürnberg und Augsburg. Er kam durch, und fragte wer zugestiegen sei. Im Normalfall reagiert keiner der Fahrgäste darauf, außer er ist gerade eingestiegen. Weil der Zug Verspätung hatte, fragte ich ihn, ob ich meinen Anschlusszug in München noch erwischen würde.
Der Typ hielt sich für unglaublich witzig, als er mich zunächst einmal anschnauzte, wieso ich seine Frage mit einer Gegenfrage beantworte. Dann holte er sein Pad hervor und meinte: »Wir haben vier Minuten, der andere Zug hat acht, das geht sich schon aus.«
Ich fragte, ob er mir noch sagen könnte, von welchem Bahnsteig der Zug abfahren würde.
Da warf er mir entgegen, wie ich mir erlauben kann, gleich zwei Fragen hintereinander zu stellen. Er meinte das witzig, brachte es aber mit dem Ernst eines Oberlehrers und dem Befehlston eines Armeegenerals hervor, so dass ich tief in meinem Sitz versank.
Ich bekam meine Antwort, obwohl ich darauf keinen Wert mehr legte. Als er weiterging und zwei Reihen vor mir eine Frau zusammenstauchte, die ihre BahnCard nicht unterschrieben hatte, entkam mir ein geflüstertes »Idiot!« und das aus tiefstem Herzen.

Im aktuellen DfwG-Report las ich heute eine sehr traurige Nachricht. Bereits am 2. Januar 2017 verstarb Prof. Dr.-Ing. habil. Dietrich Gall im Alter von 76 Jahren.
Prof. Gall war zu jener Zeit Institutsleiter am Institut für Lichttechnik an der TU-Ilmenau, als ich dort mein Diplom machte. Die Lichttechnik war damals ein kleines Paradies im hektischen Unibetrieb. Fern des Campus, auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt gelegen, inmitten eines Wohngebiets hatte das Institut nur wenige Angestellte und genauso wenige Studenten. Im Schnitt zwei bis drei Absolventen beendeten hier pro Jahr ihr Studium. Das hieß Exklusivbetreuung auf allen Ebenen. Ich erinnere mich noch gut an die Frühstückspausen in der kleinen Bibliothek, an denen Mitarbeiter, Doktoranden und Diplomanten gleichermaßen teilnehmen durften. Prof. Gall saß immer am Kopfende und strahlte so viel Ruhe und Weisheit aus, wie ein Vater, der seine Familie um sich versammelt hatte. Es war auch seine Familie. Ich habe mich dort in meinem letzten Jahr an der Uni sehr wohl gefühlt. Prof. Gall hatte für die Probleme seiner Mitarbeiter und Studenten immer ein offenes Ohr. Ich habe ihn nie verärgert oder aufgeregt erlebt, sondern immer freundlich, ruhig und hilfsbereit. Selbst, wenn man mal eine dumme Frage zweimal stellte, blieb er ausgeglichen und erklärte es solange, bis man es begriffen hatte.
Er war eine Koryphäe auf seinem Fachgebiet, war aber auch anderweitig gut informiert. Neben seiner Tätigkeit an der Uni, engagierte er sich in der Deutschen farbwissenschaftlichen Gesellschaft e. V. (DfwG) und im DIN-Ausschuss, außerdem stand er bis zu seiner Pensionierung der Deutschen Lichttechnische Gesellschaft e. V . (LiTG) vor. Er war auch in der Kommunalpolitik sehr rührig. Wenn wir uns trafen, sprachen wir meist über unser gemeinsames Hobby – die Malerei. Das letzte Mal auf der DfwG-Tagung in Ilmenau im Jahr 2013.
Sein Tod macht mich sehr traurig, weil er zu den Menschen gehörte, die mich ein Stückchen auf meinem Lebensweg begleitet und vorangebracht haben. Mit ihm geht ein großartiger Forscher und Mensch. Ich bedaure zutiefst, nie wieder mit ihm fachsimpeln zu können.
Das Institut für Lichttechnik der TU Ilmenau gedenkt ihm mit einen wunderschönen Nachruf, den man sich hier ansehen sollte.