Alexa in der Star Trek-Vorlesung

Quelle: Startrekvorlesung.de

Wie in jedem Jahr veranstaltete auch heuer der Hochschulcampus Zweibrücken eine Star Trek-Vorlesung. Seit 21 Jahren hält Dr. Hubert Zitt vor Weihnachten dort eine Vorlesung zum Thema Star Trek, in der er wechselnde Themen behandelt und auch andere Science-Fiction-Filme und Serien mit einbezieht.

An diesem Mittwoch stand der Abend unter dem Thema »Künstliche Intelligenz«. Weitere Vortragende waren Manfred Strauß, der den aktuellen Kenntnisstand über KI’s beleuchtete und Lieven L. Litaer. Der Klingonischexperte sprach über Übersetzungssoftware für Klingonisch. Er zeigte, das die offiziellen Star Trek-Bücher eine Menge dummer Fehler enthalten, weil sich die Schreibenden nicht die Mühe gemacht haben, »jemanden zu fragen, der sich mit so etwas auskennt«.

Eigentlicher Star der Veranstaltung war ALEXA. Das Amazon-Echo, stand auf dem Tisch und reagierte jedes Mal, wenn jemand das Wort »Computer« aussprach. Die Vorführung des sprachgesteuerten Tools war witzig aber auch irgendwie beängstigend, wenn man bedenkt, was damit alles möglich ist.

Der 90-minütige Vortrag des Hauptredners über »Künstliche Intelligenz und Science Fiction« war gewohnt unterhaltsam. Hubert Zitt ging oft auf den Film »Ex Machina« ein, den ich bereits hier besprochen habe. Zog aber auch spannende Vergleiche zwischen anderen Künstlichen Intelligenzen in Film und Fernsehen und der aktuellen technischen Entwicklung. Wie immer bekam man als Zuschauer viele leereiche Fakten geliefert.

Natürlich waren mein Mann und ich nicht persönlich in Zweibrücken. Wir verfolgten die Vorlesung wie die vergangenen Jahre über den Livestream. Auch dieses Mal war die Verbindung so stabil, dass wir die Veranstaltung bis auf zwei kurze Aussetzer komplett miterleben konnten. Vielen Dank an die Hochschule und das Team von Startrekvorlesung.de.

Die Vorlesung am Mittwoch dem 20.12.2017 war im übrigen die 300. Star Trek-Vorlesung überhaupt, die Hubert Zitt gehalten hat. Der 5-Sterne-Redner ist sehr beliebt und wird oft von Hochschulen und großen Firmen gebucht. Allein in diesem Jahr hat er neben seiner Arbeit als Dozent 46 Vorträge zum Thema Star Trek in ganz Deutschland gehalten. Für das nächste Jahr hat er angekündigt kürzer zu treten, seiner Gesundheit und seiner Familie zu liebe.

Die Beuth Hochchule für Technik in Berlin führte 2015 ein Interview mit Hubert Zitt, in dem er über seine Motivation zu den Vorlesungen spricht.

NEO im Abo

Ich habe es getan, und mir quasi selbst ein Weihnachtsgeschenk gemacht.

Nach ewigen Querelen und der ständigen Rennerei nach den PERRY RHODAN NEO-Romanen, habe ich endlich beschlossen ein Abo abzuschließen. Ab dem nächsten Heft bekomme ich NEO alle vierzehn Tage nach Hause geliefert. Schauen wir mal, wie gut das klappt. Das Abschließend des Abos hat schon mal gut funktioniert. Schnell, online ein Formular ausgefüllt, und wenige Stunden später hatte ich schon die Begrüßungs-E-Mail im Postfach.

In den letzten Wochen hatte ich oft Probleme die Taschenhefte zu bekommen, wenn ich sie mir nicht auf den Unterwegs-Bahnhöfen beim Umsteigen geholt habe. Aber auch das klappte in letzter Zeit nicht immer. In München hatte ich kaum noch Glück, obwohl ich da die Ecken kenne, wo man die NEOs bekommt. In Saalfeld gibt es gar keinen NEO und die PERRY RHODAN Erstauflage auch nur noch in einem einzigen Laden. Nicht mal mehr am Bahnhof. (Da wird es wohl bald gar keine Zeitungen mehr geben, nachdem dort kaum noch ein Zug hält.) Wie gesagt, wenn ich hier auf dem Dorf einen NEO will, muss ich in die nächste Stadt fahren, das Auto in die Tiefgarage am Bahnhof stellen und hoffen, dass der Kauf nicht länger als zehn Minuten dauerte. Weil bei Zeitüberschreitung noch 50 Cent Parkgebühren dazukommen. Das war mir auf Dauer zu nervig, deshalb habe ich mich jetzt für ein Abo entschlossen.

Der ersten Roman im Abo wird Band 164 sein. Ein Roman von Mit-Exposéautor Rainer Schorm. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Ein erstes Testleser-Feedback

Ein bisschen aufgeregt war ich ja, als ich die E-Mail mit dem ersten Feedback zu meinem Punkroman aufgemacht habe. Denn mein Testleser hat einen Namen in der Punk-Szene und nicht nur irgendeinen. Ich sprechen von niemand Geringerem als vom »Meister des Chaos« – Karl Nagel – höchstpersönlich. Keiner kennt die Szene besser als der Initiator der Chaostage. Genau deshalb war es mir wichtig, sein Urteil einzuholen.

Das bekam ich heute in einer umfangreichen E-Mail zu hören. Vieles was er angemerkt hat, konnte ich nachvollziehen. Das Argument »Mein Protagonist sei nicht gestört genug für einen Punk« hatte ich schon fast befürchtet. Der Charakter ist dann doch netter geworden, als ich es wollte. Wobei hier der große Widerspruch im Raum steht. Wie böse darf ein tragender Charakter sein, damit er vom Leser nicht abgelehnt wird? Und wie nett muss er sein, damit sicher der Leser mit der Figur identifizieren kann? Das ist ein schmaler Grad. Der Leser braucht mindestens eine Figur zum Anlehnen. Wenn er die nicht bekommt, könnte er sich vor den Kopf gestoßen fühlen.

Ich muss jedenfalls noch mal darüber nachdenken, was das Punk-Sein meines Helden ausmacht. Was ihn nährt und was ihn antreibt? Darüber werde ich mir in den nächsten Tagen ernsthaft den Kopf zerbrechen.

Das andere, was er bemängelte, waren die vielen Klischees zu Punks. Da bin ich jetzt unsicher. Wenn ich die rausnehme, und durch persönliches ersetze, ist es dann noch als Punk zu erkennen? Weil ich den Roman nicht nur für Punks schreibe, sondern vor allem für Menschen, die sich damit nicht so gut auskennen. Werden sie die Klischees nicht irgendwie vermissen? Auch darüber muss ich nochmal nachdenken.

Ich habe mich auf jedenfalls gefreut, dass sich mein Testleser so viel Mühe gegeben hat, das Manuskript zu lesen und mir seine Sichtweise zu schildern. Das bedeutet mir echt viel.

Alte Frauen und ein Bügeleisen

Ich komme gerade aus dem Kino. Richtig, Star Wars Episode VIII.

Nun ja … überzeugen konnte mich der Film nicht. Ich meine, dass Star Wars keine Science Fiction ist, sondern Fantasy, weiß ich ja schon länger. Aber in diesem Film wird es so deutlich, das es wehtut. Da wird die Macht für meinen Geschmack überstrapaziert. Leia, die ohne Raumanzug im Weltraum zurück zum Schiff schwebt? Leute, meintet ihr das wirklich ernst?

Von einer durchdachten Handlung sprechen, kann man auch nicht gerade. Dafür wurden zu viele Baustellen aufgemacht und nicht wirklich fertiggestellt. Oder das, was gebaut wurde, war reichlich trivial. Ich fragte mich die ganze Zeit, welche Aussage der Film hat. Was will er mir sagen? Das man erstmal alles kaputt machen muss, um neu anzufangen?

Das nächste, was mich gestört hat, war diese Gender-Sache. Mir kam es so vor, als bestünde der Widerstand nur aus alten Frauen. Dazu noch Rey und die kleine Asiatin. Sorry, das war mir dann doch eine Spur zu offensichtlich, die Frauen in den Fokus gerückt. So viel Gleichberechtigung geht schon fast nach hinten los.

Das ganz große Problem des Films ist sein Timing. Das stimmte nämlich hinten und vorne nicht. Wie lange verfolgt die Erste Ordung das Rebellenschiff? Stunden, oder Tage? Wie lange werden die Transportschiffe beschossen? Mit dem was in der Zeit dazwischen passiert, wären die hundert mal vernichtet worden.

Noch ein paar Fragen, die mich beschäftigen. Was hat Rey eigentlich von Luke gelernt? Was bedeutet es, das Reys Eltern unbedeutend waren? (Keine unbefleckte Empfängnis in diesem Fall?) Und dann ist ja auch noch Snoke, der Böse der vom Bösen gemeuchelt wurde, quasi im Vorbeigehen. Wer war Snoke und wo kam er her?

Ich könnte noch viele weiteren Fragen stellen. Aber ich lasse es gut sein. Im Vergleich zu »Rogue One« ist Episode VIII einfach nur flach.

Eine gute Szene gab es, und zwar die mit dem Bügeleisen. Grandios!

Weihnachtsfeier der Münchner Trekkies

… und der Star Trek-Fan sprach …

Vor lauter kranksein, habe ich noch gar nicht vom diesjährigen Weihnachtstrekdinner berichtet. Dieses Mal fand das Trekdinner schon am Freitag dem 8.12. statt. Außer dem Stammpersonal hatten sich wieder eine Menge Fans eingefunden. Sogar Washington war mit Begleitung aus Hamburg angereist. Dafür war das Personal im Bar-Restaurant-Portugal ziemlich überfordert, denn es dauerte ziemlich lange, bis jeder sein Essen und Trinken hatte. Viel Umsatz haben sie mit uns aber nicht gemacht, dafür saßen wir zu oft auf dem Trocknen. Ungewöhnlich, weil im Rest des Lokals eigentlich gar nicht so viel los war. Das kenne ich von den letzten Jahren anders.

Sandra eröffnete deshalb auch ziemlich spät das Programm. Schon leicht beschwipst vom Schokoladen-Martini machte sie das ziemlich locker.

Sandra und Florian hatten nicht nur die Organisation übernommen, sondern auch das Quiz zusammengestellt. Sandra hatte absichtlich die Fragen so formuliert, dass nicht immer dieselben gewinnen. Aus dem gleichen Zweck hatte sie auch die Pärchen auseinander gesetzt. Nun, ja. Ich habe die Verkündung der Gewinner leider nicht mitbekommen, weil wir da schon auf dem Weg zum Zug waren. Aber so wie ich gehört habe, haben doch wieder die gewonnen, die immer gewinnen. Nerds bleiben eben Nerds, da kann man fragen, was man will. Grins! Vielleicht sollten wir der Gerechtigkeit wegen im nächsten Jahr wirklich eine Tombola anstreben.

Auf dem Gabentisch vom Quiz fand ich das Blankobuch mit dem STAR TREK-Emblem so toll. Und weil das wie eine Bibel aussieht, musste ich das natürlich gleich mal zu einem Schnappschuss missbrauchen. (Yeah! Ich hab’s dann auch gewonnen. Danke an Sandra!)

Nicht so reich gefüllt, war in diesem Jahr der Wichtelsack. Anscheinend ist Wichteln inzwischen out. Vielleicht weil es nicht online geht. Apropos online! Eine Frage im Quiz galt den Namen der Stammtischmitglieder, die nicht bei Facebook sind. Ha, ich denke, ich habe alle gewusst. Es sind dann doch mehr, als gedacht.

Es war wieder ein schöner Abend, wenn auch etwas kurz, weil wir wegen des Wetters in diesem Jahr mit dem Zug gekommen sind. Dafür war die Fahrt umso entspannter.

Vielen Dank an Sandra und Florian für die Organisation. Wir schulden dem »Schweizer Nummernkonto« noch unseren Beitrag. Irgendwie habe ich den ganzen Abend die Spar-Kuh vermisst.

Wer Bilder sehen will: Sandra und Alfred haben ihre Fotos hochgeladen.

»taH pagh taHbe«

Quelle: HEEL-Verlag

Wie ein im Saarland lebender Belgier dazu kommt, einen Sprachführer auf Deutsch zu schreiben, ist an sich schon eine spannende Sache. Weil dieser Sprachführer so ungewöhnlich ist, muss ich einfach darüber berichten.

Lieven L. Litaer hat ein Übungsbuch zur klingonischen Sprache geschrieben. Erschienen ist »Klingonisch für Einsteiger« in diesem Jahr im HEEL-Verlag. Der Verlag machte sich vor allem in den Neunzigern und Zweitausender einen Namen im Fandom, weil er viel Sekundärliteratur zu STAR TREK veröffentlichte. Unteranderem erschien hier auch »Das offizielle (klingonische) Wörterbuch« und später »Klingonisch für Fortgeschrittene«.

Lieven L. Litaer weiß wovon er spricht. Er ist Klingonischlehrer und gibt regelmäßig Seminare. Jetzt hat er seine Erfahrungen in einem kleinen Übungsbuch gebündelt. In 10 Lektionen auf 64 Seiten begleitet man den Sternenflottenoffizier Toby Johnson auf seinem Landurlaub auf der klingonischen Heimatwelt Kronos. In kurzen Übungen wird man in die Sprache der Krieger eingeführt. Eine Audio-CD hilft bei der richtigen Betonung. Die Aufgaben richten sich nach dem Muster üblicher Sprach-Übungsbücher. Dabei geht der Autor aber speziell auf die Eigenheiten der Klingonen ein. So lernt man sich bei einem Wettfluchen verbal genauso zu wehren, wie beim traditionellen klingonischen Paarungsritual. Das ist witzig und macht unheimlich viel Spaß. Wichtig beim Lösen der Sprechaufgaben: man muss maßlos übertreiben. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Lernen in einer Gruppe oder zu zweit noch viel lustiger ist.

Neben den Übungen bietet das Buch auch immer wieder Querverweise auf die Wörterbücher und Fakten zur Grammatik sowie Wissenswertes zur Entstehung des Klingonischen, das von Marc Okrand entwickelt wurde. Dieser schrieb auch das Vorwort und macht das Werk von Lieven Litaer damit sogar offiziell. So weit ich gelesen habe, gibt es auch eine englische Übersetzung. Damit ist »Klingonisch für Einsteiger« wieder ein offizielles STAR TREK-Buch, das zuerst in Europa verlegt wurde, nach der PROMETHEUS-Reihe von Christian Humberg und Bernd Perplies.

Wer sich für exotische Sprachen interessiert, für den ist »Klingonisch für Einsteiger« ein Muss. Einfacher kann man die »am schnellsten wachsende Sprache des Universums« nicht lernen. Das Buch (inkl. Audio-CD) kostet 14,99 EUR und ist im Online Shop bei HEEL und im gut sortierten Buchhandel erhältlich.

In dem Sinne wünsche ich allen Lernwilligen: Qapla‘!

Übrigens, die Überschrift des Blogeintrages ist ein Zitat aus Hamlet (dem klingonischen Original versteht sich).

Niedergestreckt

Manch einer wird sich schon Gedanken gemacht haben, dass ich in den letzten Tagen nichts gebloggt habe. Nachdem ein ganzes Heer aus Viren und Bakterien mich Anfang der Woche niedergestreckt und die letzten Tage buchstäblich ans Bett gefesselt hat, bin ich heute erstmals einigermaßen wieder bei Sinnen.

Ich glaube ja, das die Keime dem Brodem aus »Das blutenden Land« entkamen, so aggressiv und zerstörerisch wie die waren und so lebensecht, wie der Autor diesen beschrieben hat. Oder ich habe mal wieder zu oft hier geschrien. Ein grippaler Infekt reichte nicht aus, nein, es musste auch noch eine Seitenstrang-Angina sein. Das ich mir was ganz Böses eingefangen hatte, wurde mir schon Dienstagnacht klar, als ich Fieber bekam. Normalerweise kriege ich nicht so leicht Fieber. Wenn doch, muss ich mir schon was Schlimmeres eingefangen haben.

Jedenfalls verbrachte ich die vergangenen Tage im Bett und ließ mich von meinem Mann pflegen. Den hatte es auch erwischt, aber nicht so schlimm. Wir tranken literweise Tee, schluckten Aspirin und probierten alle Hausmittel aus, um die Halsschmerzen zu bekämpfen. Bei mir scheinen die Antibiotika anzuschlagen, die ich seit gestern nehme. Zumindest fühle ich mich nicht mehr ganz so zermatscht. Reden kann ich nach wie vor nicht so richtig, aber zumindest wieder schlucken.

Manche werden sagen, so eine Woche frei ist doch prima. Ganz ehrlich, ich wäre viel lieber arbeiten gegangen, als mich mit so einer doofen Krankheit rumzuquälen. Ich hoffe, dass ich bis Dienstag wieder fit bin.

Aufstieg zwischen Brodem und Totleben

Quelle: Droemer-Knaur.de

»Das blutende Land« von Klaus N. Frick

Die Eskoher senden einen neuen Verwalter in das von Freibauern bewohnte Land Patloren. Ihn begleitet eine junge Frau mit einem geheimnisvollen Auftrag. Einer der Raureiter, die in Patloren für Ordnung sorgen, sieht im neuen Verwalter seine Chance aufzusteigen. Und dann ist da noch Sardev. Der junge Bauernsohn erlegt einen Geisterwolf und wird damit zum Versuchskaninchen eines Zauberers, der sich die letzten Reste von Magie zu Nutzen machen will. Doch das Experiment setzt Kräfte frei, die alle Parteien in einen blutigen Krieg stürzen.

Man merkt, dass Klaus N. Frick gern Geschichten erzählt. In seinem ersten großen Fantasyroman schwelgt er in Worten, wie in keinem seiner Romane zuvor. Er spricht alle fünf Sinne seiner Leser an, manchmal ist das fast ein bisschen zu viel, aber so bekommt man ein vollständiges Bild von der Inselwelt Patloren. Das Leben dort ist hart, die Herrschenden schonungslos. Ständig fließen Blut und andere Körperflüssigkeiten. Die Charaktere sind verschlagen, kaltherzig und wenig liebenswert. Doch gerade das macht für mich den Reiz dieser Geschichte aus. Es ist keine schöngefärbte Fantasy-Saga mit Elben und Einhörnern, die unter einem Regenbogen wandeln. Was Klaus N. Frick schildert, ist vielmehr die harte Realität des Mittelalters, das in unserer Gegenwart viel zu oft verklärt wird.

Zwischen den Intrigen von Verwalter Nesh-Tilan, der schönen wie klugen Zarg-Nolesa und des Raureiters Shorrn Mekeis gerät Sardevs Geschichte, der im Laufe der Handlung vom Geist eines Wolfs übernommen wird, ein wenig unter die Räder. Vor allem nach dem spannenden Prolog, verschwindet Sardev zunächst aus der Handlung, um erst mit Beginn des zweiten Drittels zurückzukehren. Auffällig ist, dass alle Figuren außer dem Jungen nach sozialem Aufstieg streben. Der Verwalter wünscht sich nach Eskoh zurück, der Raureiter schielt auf einen höheren Posten. Nur die persönlichen Motive der jungen Frau werden bis zum Ende nicht so recht deutlich. Sie scheint ausschließlich dem magischen Zirkel der Eskoher zu dienen. Sie ist es auch, die den Zauberer zu dem Versuch mit Sardev bestärkt. Möchte sie doch, die noch vorhandene Magie für die Eskoher nutzen.

Spätestens hier gewinnt der Roman an Spannung. Der sich durch das Experiment ausbreitende Brodem gebiert Totleben, welches alles eliminiert, was sich ihm in den Weg stellt. Diese »Zombie-Invasion« hat ihren eigenen Reiz und wirkt durch die plastischen Beschreibungen auch ziemlich authentisch. Genauso fassbar ist das Leiden Sardevs. Ein Wolf hat seinen Körper übernommen und die Raureiter richten ihn zu einer Kampfmaschine ab. Der unschuldige Junge muss miterleben, wie er zu einem vielfachen Mörder wird, ohne selbst etwas dagegen tun zu können. Das ist einfühlsam geschrieben und macht das Grauen der Magie für mich erlebbar. Das Geschehen um den Brodem spitzt sich zu und gipfelt in einer epischen Schlacht, bei der es nur Verlierer geben kann. Klaus N. Frick gelingt es, alle Handlungsfäden zu einem befriedigenden Ende zu bringen, ohne dass es hektisch wird oder Fragen offenbleiben.

Neben zwei größeren Kontinuitätsfehlern, über die sich der Autor sicher mehr grämen wird als die Leser, sind es vor allem Redigierleichen und unglückliche Formulierungen, über die ich gestolpert bin. Manche klingen unfreiwillig komisch, wie: »Sein Schreiber hatte bereits … alle Siegel erbrochen.« (vgl. S. 400) Andere sind einfach nur der Nachlässigkeit geschuldet. Auch hier, bin ich mir sicher, ärgert sich der Autor mehr darüber als die Leser.

»Das blutende Land« ist ein Fantasyroman der aus dem Rahmen fällt. Er besticht durch realistische Beschreibungen, die alle Sinne ansprechen und damit eine Wirklichkeitsnähe erzeugen, die man in vielen Bestsellerromanen vermisst. Die Geschichte um Patloren konnte sogar mich fesseln, die mit Fantasy sonst nichts anfangen kann. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen nochmal das Sequel »Sardev – Im Schatten des Friedens« hervorzuholen (Das gibt es übrigens als E-Book beim Verlag in Farbe und Bunt). Ich bin mir sicher, dass ich diese Geschichte jetzt mit anderen Augen lesen werde.

Der Roman »Das blutende Land« von Klaus N. Frick erschien als Paperback und E-Book bei Droemer-Knaur und ist in jeder gut sortierten Buchhandlung sowie im Onlinehandel erhältlich.

Last der Unsterblichkeit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 162 – »Allein zwischen den Sternen« von Kai Hirdt

Wie fühlt sich ein Mensch der schon mehr als tausend Jahre lebt? Gibt es für ihn noch Inspiration? Fühlt er noch, oder ist ihm alles gleichgültig? Mit all diesen Fragen beschäftigt sich Kai Hirdt in diesem Roman. Er schafft damit etwas, das seinen Vorgängerinnen in Band 161 nicht gelungen ist, nämlich mir die Gefühlswelt eines MdI zu vermitteln.

Trinar Molat – Faktor II –  ist ein einsamer Mann. Durch das lange Leben abgestumpft, gibt es kaum noch etwas, dass ihn berührt. Allein sein Hass auf Perry Rhodan und die Jagd auf den Terraner scheint in ihm etwas zum Schwingen zu bringen. Dabei hat seine ehemalige Partnerin Mirona Thetin – Faktor I – verboten der MAGELLAN und Rhodan nachzustellen. Molat spielt sein eigenes Spiel, als er sieht, dass Mirona von ANDROS Auftrag abzuweichen scheint. Durch seine Gedanken versteht man sein Handeln, das von Brutalität und Gleichgültigkeit geprägt ist. Sein Versuch die Welt seiner Untergebenen zu verstehen, scheitert an seiner Gefühllosigkeit. Ist er noch ein Mensch? Führt Unsterblichkeit zum Verlust der Menschlichkeit? Es sind genau die Ängste mit denen Perry Rhodan bei der Übernahme seines Zellaktivators haderte, die sich als Eigenschaften in den MdI manifestieren. Allein für diese Charakterstudie lohnt sich die Lektüre des Romans.

Spannend und actionreich geht es dagegen auf der MAGELLAN zu. Atlans Botschaft enthielt einen Schadcode, der die Positronik übernimmt und das Schiff zu einem Rendezvous mit einer Plattform der Paddler zwingt. Lange ist nicht klar, ob die Paddler den Terranern wirklich wohl gesonnen sind. Als die Vorurteile überwunden scheinen, wird die MAGELLAN von den Schergen Trinar Monats angegriffen. Auch in diesem Handlungsstrang spielt Kai Hirdt seine Stärken aus. Mit lebhaften Dialogen und witzigen Szenen legt er den Schwerpunkt auf die Interaktion der Figuren. Bei den Raumschlachten dagegen hatte ich oft ungenaue Bilder im Kopf und konnte den Manövern nicht so recht folgen.

»Allein zwischen den Sternen« ist ein kurzweiliger Roman, der einen Blick in die Seele eines Meisters wirft und den Terranern in Andromeda zum ersten Mal echte Vertraute verschafft. Spannung und die vielen netten Details machen diesen NEO zu einem echtes Erlebnis und entschädigen mich für den schlechten, letzten Roman.

Morgen der sich sonnenden Katzen

Es war ein kalter Wintermorgen. Die Sonne stand tief über den Bergen. Wind fegte in großen Wolken den Schnee von den Gipfeln. Hier im Tal schien die Landschaft mit einer Schicht aus Puderzucker bestäubt. Der See lag ruhig wie ein Spiegel aus Blei. Eiskristalle an den Straßenrändern glitzerten in der Sonne.

Wir stiegen seit langem mal wieder zum Wasserspeicher hinauf – unserem Lieblingsplatz. Auf den umgebenden Bauernhöfen entdeckten wir sie dann … Die Katzen saßen zu Dutzenden draußen vor den Ställen oder im Gras und nahmen ein Sonnenbad. Ich habe auf einem Spaziergang noch nie so viele Katzen auf einmal gesehen. Vor einem Haus zählten wir neun Stück. Weiter oben begegneten wir einem »Löwen« und weiteren Mäusejägern. Den Katzen schien das kalte sonnige Wetter zu gefallen. Im dicken Winterpelz strotzten sie der morgendlichen Kühle und blickten mit großen Augen in die Welt.

Ich kam aus dem fotografieren gar nicht mehr heraus. So viele Miezen …