Verwirrung um Lidl-Ticket

Hm! Das war auch schon mal einfacher.

Ich habe mir ein Lidl-Ticket der Deutschen Bahn gekauft, weil ich damit eigentlich immer recht einfach und günstig unterwegs war. In diesem Jahr ist das Prozedere allerdings mehr als aufwendig. Da muss man den Kassenbeleg zur Fahrkarte packen und mit allerlei Codes sich erst einmal durch die Seiten von Lidl und Deutscher Bahn klicken, bis man das Ticket dann online endlich buchen kann. Früher gab es dafür einen Heft, das die Tickets enthielt und man musste nur noch Datum und Ziel eingeben. Aber nun ja, man ist ja willig, wenn es darum geht Fahrgeld zu sparen.

Der Witz, ich konnte heute Morgen nicht mit dem MERDIAN fahren, weil ich sonst fünf Euro extra hätte zahlen müssen. Die Beförderung in Nahverkehrszügen ist in dem Ticket nämlich nicht enthalten. Bei mir macht das nichts, weil zehn Minuten später der EC fährt. Aber ich finde das schon mehr als seltsam. Da kauft man ein Ticket für zwei einfache Fahrten ohne Zugpreisbindung und dann darf man damit nicht mit Regionalzügen fahren. Wie viele Bahnhöfe gibt es in Deutschland, die keinen Fernverkehrshalt haben? Wenn ich zum Beispiel nicht bis Traunstein, sondern bis nach Waging fahren wollte, müsste ich fünf Euro mehr zahlen (obwohl das Einzelticket für die kurze Strecke nur dreiachtzig kostet). Hin und zurück wären es sogar zehn Euro mehr.

Das ist zwar nicht gerade Abzocke, aber ein gutes Gefühl hat man nicht, wenn man in den Zug steigt. Was passiert denn, wenn der Fernverkehrszug ausfällt? Muss man dann ein neues Ticket kaufen?

Eines muss man den Marketingleuten bei der Deutschen Bahn lassen, sie schaffen es immer wieder etwas Einfaches zu verkomplizieren.

Neben der Ideallinie

In den vergangenen zwei Jahrzehnten folgte ich der Formel Eins meist mit großer Begeisterung. Ich verpasste selten ein Rennen, auch wenn ich hin und wieder kurz nach dem Start auf der Couch einschlief und erst gegen Ende oder bei einem Unfall wieder aufwachte. Ich bin kein großer Autofan, aber mir machte es Spaß, den Fahrern die Daumen zu drücken und zuzuschauen wie sie um die verschiedensten Rennstrecken kurvten.

In diesem Jahr ist das anders. Ich habe manches Rennen verpasst. Und wenn ich geschaut habe, dann habe ich mich nur maßlos darüber aufgeregt, wie die aufgestellten Regeln wieder und wieder gebogen oder gebrochen wurden. Wie manche Fahrer anscheinend einen Freifahrschein haben und auf der Rennstrecke tun und lassen können, was sie wollen. Während andere darunter leiden und manchmal sogar in Gefahr geraten.

Das gestrige Rennen hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Wenn es schon soweit ist, das Rennen an Schreibtischen entschieden werden und nicht auf der Strecke, und das manche Fahrer bevorteilt werden, weil sie vielleicht mehr Schmiergeld an Bernie Ecclestone überweisen als andere, dann sollte man gänzlich damit aufhören. Dann ist das Politik und nicht Sport. Ein großes Geschäft war es ja schon immer, aber so offensichtlich wie in diesem Jahr, war diese Tatsache noch nie.

Ich wünschte die Fahrer und Teams hätten den Mut einfach zu streiken und sagen, wir fahren erst wieder, wenn Gleichberechtigung herrscht. Denn so wie es jetzt ist, gewinnt nicht der beste Fahrer, sondern derjenige, der sich beim großen Boss (der er ja eigentlich nicht mehr ist, seit die F1 verkauft wurde) lieb Kind macht. Ich finde das verachtenswert und habe für mich die Entscheidung getroffen, dieses Machenschaften nicht mehr zu unterstützen, indem ich nicht mehr einschalte. Denn wenn keiner mehr guckt, dann versinkt die F1 in Zukunft wieder dort, wo sie in den Achtzigern schon mal war, in der Versenkung. Für die Umwelt wäre es ohnehin besser.

Konstruktionsbedingte Schwierigkeiten

Die Tücken der modernen Technik lauern überall. Selbst vor Haushaltsgeräten machen sie nicht Halt. Und manchmal möchte man den Konstrukteuren ihre Arbeit um die Ohren hauen.

Da haben sich meine Eltern einen neuen Staubsauger aufschwatzen lassen, weil der Alte angeblich kaputt war und die Reparatur fast genauso viel gekostet hätte wie ein Neuer.

Der neue »Kobold« hat optisch und auch haptisch einige Vorteile. Er ist nicht mehr grün, hat ein längeres Kabel und vor allem ist er leichter. Heute Morgen wollte er aber nicht mehr so richtig saugen. Ein Blick auf den Beutelfüllstand schaffte keine Klarheit, der zeigte gelb statt grün an, was ich nicht sofort richtig zu interpretieren vermochte. (Beim Alten war die Anzeige rot, wenn der Beutel voll war.) Also nachschauen.

Aber wie? Wo öffnet man das verdammte Ding? Alle infrage kommenden Schalter führten nicht zum Erfolg. Ich legte das Ding also auf den Boden. Kniete mich davor und untersuchte es wie ein Pathologe eine Leiche nach der Todesursache. Ich entdeckte einen Spalt, der mich zu zwei giftgrünen Plastikteilen führte und entfernt an einen Deckel erinnerte. Ich zog hinten und ich zog vorn, klopfte darauf rum und fragte meine Mutter, ob sie denn wüsste, wie man den Staubsauger aufbekommt. Sie zuckte mit den Schultern, was hieß, dass sie seit dem Kauf vor zwei Monaten den Beutel noch nicht ausgetauscht hatte. Schließlich drückte ich nochmal auf das giftgrüne Plastik und … Sesam öffne Dich … der Deckel ging auf. Mir quoll ein Staubbeutel entgegen, der so voll war, dass ich befürchtete, ihn schon mittels einer Berührung zum Platzen zu bringen. Der staubige Inhalt hatte sich schon teilweise in den Korpus des Staubsaugers entleert.

Die nächste Schwierigkeit bestand darin, dass ich den Beutel nicht herausbekam. Der war irgendwie festgemacht und ließ sich partout nicht lösen. Ich studierte die Zeichnung auf der Tüte und entdeckte einen grünen Plastikring. Probehalber zog ich daran und hielt tatsächlich den Staubbeutel in Händen. Anschließend entsorgte ich noch die Rückstände, die sich im Inneren des Geräts und im Saugrohr festgesetzt hatten. Dann öffnete ich den Karton mit den neuen Beuteln, den mir meine Mutter inzwischen gereicht hatte, und war entsetzt, wie klein die Dinger im Vergleich zum Vorgängermodell waren. Die kosten jedes Mal ein kleines Vermögen und diese hier sind bestimmt schneller voll, als die alten. Ein klassischer Trick der Firma, um mehr zu verdienen.

Jetzt wollte ich den neuen Beutel einsetzen und starrte abwechselnd ins Innere des Staubsaugers, auf den Beutel und auf die Anleitung auf dem Karton. Die dortige Zeichnung war kryptischer als altägyptische Hieroglyphen. Ich probierte hin und her, aber das Plastikteil wollte nicht so recht zu der Mechanik passen. Ich zweifelte schon, ob es die richtigen Beutel für den Staubsauger seien. Aber das Ding sah so aus wie das, was ich herausgenommen hatte. Ich fragte meine Mutter nach der Bedienungsanleitung. Doch die musste sie erst suchen. In der Zwischenzeit rätselte ich herum, wie ich das grüne Plastikteil am Beutel in den schwarzen Bügel bekommen sollte. Auf der Zeichnung war ein großes »Klick« aufgezeichnet. Das hieß, dass Ding musste irgendwie einrasten. Tat es aber zu meinem Ärger nicht. Einmal schien es einigermaßen zu passen, aber da bekam ich den Deckel nicht mehr zu. Ich musterte die Mechanik, und bekam schnell heraus, dass der Deckel nicht zugeht, wenn der Beutel nicht eingerastet ist. Aber wie zur Hölle bekam ich das hin. Mit einer Taschenlampe in der Linken und dem Beutel in der Rechten, operierte ich in dem geöffneten Staubsauger. Irgendwann wurde mir klar, dass ich den Beutel abknicken musste, um ihn in die richtige Stellung zubekommen. Und das da zwei kleine Ausstülpungen am Beutel waren sowie ein kleines Metallblech an der Halterung in den man den Beutel einklinken kann. Es gab tatsächlich das klickende Geräusch und nun ließ sich der Staubsaugerdeckel auch wieder schließen.

Sensationell! So konnte ich bereits nach einer Viertelstunde mit dem Staubsaugen beginnen.

Der Staubsauger kostet ein Vermögen, die Staubbeutel auch. Da sollte man doch erwarten, dass man ein ausgereiftes Produkt bekommt, das sich einfach handhaben lässt. Ich verstehe echt nicht, wie man so etwas Kompliziertes konstruieren kann. Bisher war es ein simpler Vorgang, der in weniger als einer Minute erledigt war. Jetzt benötigt man mindestens einen Ingenieurtitel oder besser noch einen Doktortitel, um einen Staubsaugerbeutel zu wechseln. Meine Eltern werden das in Zukunft sicher nicht ohne Hilfe schaffen.

Liebe Firma »Vorwerk«, ich finde das unzumutbar.

Erzwungener Wechsel

VoiceOver IP ist das derzeitige Zauberwort der Telefonanbieter. Sie versprechen schnelles Internet und zukunftsorientiertes Telefonieren mittels IP Technik. Die Umstellung soll unkompliziert sein und problemlos durch den Kunden erfolgen können. Das ist alles schön und gut, für die Anbieter, weniger für die Kunden. Denn den notwendigen Strom, der beim analogen Anschluss bisher vom Anbieter gestellt wurde, muss nach der Umstellung der Kunde tragen. Denn der Router über den die Anrufe abgewickelt werden, muss ständig an sein und nicht nur dann, wenn man online ist.

Das Anbieter wie die Telekom das »auf Teufel komm raus« umsetzen möchten, mag niemanden verwundern. Spart sich der Konzern doch Millionen und muss sich zu dem nicht mehr um den Erhalt der alten Technik kümmern. Das ist zwar nachvollziehbar aber die Methoden, die der Konzern dabei anwendet, sind in meinen Augen fragwürdig.

Meine Eltern, beide nicht mehr die Jüngsten, erklärten mir letztens aufgeregt, dass sie einen Brief von der Telekom bekommen hätten, in der ihnen die Kündigung ihres analogen Anschlusses angedroht wurde, wenn sie nicht in nächster Zeit auf VoiceOver IP umstellten. Zum Glück war ich vorbereitet und rief bei der Telekom an, um zu erklären, dass die Umstellung bei uns nicht so einfach werden würde.

Wir haben nämlich nur einen Anschluss, aber zwei Nebenstellen. Zum einen das Telefon meiner Eltern in einem Haus und meinen Internetanschluss fürs Büro im anderen Haus. Dazwischen liegen gut zwanzig Meter und ein weiteres Gebäude. Also einfach den Router an die Telefondose einstöpseln und Computer und Telefon anschließen, geht rein räumlich nicht. Das versuchte ich der Dame am Telefon zu vermitteln, die mir nach mehrmaliger Nachfrage in der Technik-Abteilung versicherte, das es funktioniert, wenn statt des Splitters eine Telefondose in meinem Büro installiert würde. Da dies für mich plausibel klang, stimmte ich dem Wechsel zu und vereinbarte einen Termin mit dem Techniker.

Am Dienstag war es soweit, der Techniker kam pünktlich, installierte fachgerecht die Dose und ließ sich von mir den Verteiler für die Nebenstellen zeigen. Nachdem er den Router angeschlossen hatte, meinte er: das Internet ginge jetzt.
Was mit dem Telefon meiner Eltern sei, fragte ich.
Er lächelte mich mitleidig an und meinte, das ginge natürlich nicht, dafür müsse ich etwas basteln.
Wie jetzt? Ich starrte ihn fassungslos an und erzählte ihm, was mir die Telekom-Mitarbeiterin erklärt hatte.
Er lachte nur und meinte, dass es nicht so einfach sei, wie sich das die Dame am Telefon vorgestellt hat. Denn man benötigte noch vom Router ein Kabel, das zurück zur Telefondose geht und mit dem die ankommenden Telefongespräche weitergeleitet werden. Er wäre bereit, dies gegen eine Gebühr zu erledigen.

Was blieb mir in diesem Moment anderes übrig? Also bat ich ihn, solch ein Kabel zu basteln und gleich den Router am Computer freizuschalten. Das war relativ schnell gemacht und klappte auch auf Anhieb.

Geärgert habe ich mich dennoch. Denn für die Installation werde ich bei der nächsten Rechnung etwa 100 Euro extra berappen müssen, zusätzlich zu dem neuen Tarif, der natürlich teurer ist als der Alte. So gesehen wurde mir von der Telekom eine Dienstleistung aufgezwungen, die ich eigentlich nicht haben wollte. Sowohl meine Eltern als auch ich waren mit dem ursprünglichen Anschluss zufrieden und wären nie auf die Idee gekommen, daran etwas zu verändern.

Ich finde ja, auch ein aufgezwungener Kundenservice ist ein schlechter Service.

Entqualifizierung für Akademikerinnen

Der Artikel erschien bereits im August auf »Blätter für deutsche und internationale Politik«. Es geht darin um das neue akademische Prekariat. Geisteswissenschaftlerin Britta Ohm berichtet von ihren Erfahrungen mit Jobvermittlern und dem schweren Stand selbständig tätiger Akademikerinnen besonders im Hochschulbereich.

Obwohl ich keine Geistes- oder Sozialwissenschaftlerin bin, sondern selbstständige Ingenieurin, kann ich ihre Erfahrung aus dem Jobcenter nur bestätigen. Auch ich werde nächsten Monat wieder vor meine Arbeitsvermittlerin treten. Sie wird wie immer mit den Schultern zucken, sich staunend nach meinen Erfolgen als Autorin erkundigen und mir nahelegen, mich doch mehr in diese Richtung zu orientieren. Denn auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure, auf dem ja angeblich Fachkräftemangel herrscht, hat sie mir seit sechs Jahren trotz intensiver Bewerbungen keine Festanstellung vermitteln können. Und sie wird vorsichtig anmerken, dass es vielleicht es besser gewesen wäre, ich hätte nicht studiert, sondern in meinem gelernten Beruf weitergearbeitet.

In den Momenten denke ich gelegentlich: Eigentlich ist es schade um das Geld, das der Staat in mein Studium investiert hat.

Wer wissen will, wie sich das anfühlt, den verweise ich auf den Artikel von Britta Ohm. Besser könnte ich es auch nicht beschreiben:

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/august/exzellente-entqualifizierung-das-neue-akademische-prekariat

Link-los

Eigentlich wollte ich heute etwas nettes schreiben, aber aus aktuellem Anlass gibt es einen Aufreger der Woche und der hat es in sich.

Da hat der europäische Gerichtshof ganze Arbeit geleistet. Am Donnerstag fiel ein Urteil in einen Urheberrechtsprozess, der aus meiner Sicht den Sinn des Internets in Frage stellt. Der EuGH schränkt die Linkfreiheit ein. Internetnutzer können schon mit einem Link das Urheberrecht verletzen, egal ob sie das auf ihrem Blog oder bei Facebook, Twitter und Co tun.

Der Einsatz von Hyperlinks auf Internetseiten und in Blogs wird neu reguliert. Durch das gefällte Urteil darf man von nun an nur Dinge verlinken, für die man eine möglichst schriftliche Einverständniserklärung des Urhebers hat. Das bedeutet für mich als Bloggerin, keine YouTube-Videos mehr, in Rezensionen keine Titelbilder von Büchern, sofern ich nicht vorher bei den Verlagen um Erlaubnis bitte und keine Fotos außer meinen eigenen (das habe ich sowieso schon so gehandhabt). Des Weiteren betrifft es Links zu allen Seiten, von denen ich die Verfasser nicht kenne. Das Verlinken von privaten Blogs mit Zustimmung des jeweiligen Blogbetreibers scheint noch erlaubt zu sein, aber selbst da muss man vorsichtig sein. Denn dort könnte der Bloginhaber Inhalte verlinkt haben, für die er keine Genehmigung eingeholt hat. Wie immer geht es auch bei diesem Urteil nur um eines – Geld in Form von Gewinnerzielungsabsichten. Auch wenn ich keinen kommerziellen Blog habe, so bedeutet das nicht, dass ich aus dem Schneider bin. Denn die Linie zwischen kommerziell und nicht-kommerziell ist nur schwer zu ziehen. Jeder der einen Werbefinanzierten Blog sein eigen nennt, steht damit schon mal auf der kommerziellen Seite. Aber auch ich, die ich durch meine Rezensionen Werbung für die Publikationen mache (auch wenn ich dafür kein Geld bekomme) kann mit Abmahnungen rechnen. Denn das Urteil erlaubt allen Anwälten der Welt bei mir abzukassieren, wenn ich keine Genehmigung es Urhebers nachweisen kann. Was realistisch gesehen auch völlig unmöglich ist.

An sich ist es ja schön, wenn sich jemand über das Urheberrecht Gedanken macht, um Künstler und Autoren zu schützen. Ich habe dafür vollstes Verständnis. Aber das aktuelle Urteil des EuGH schafft mehr Rechtsunsicherheit, als es zu beseitigen. Wenn man das Verlinken von Inhalten im Internet unterbindet, dann ist das zwangsläufig das Ende des Internets. Soweit wird es zwar nicht kommen, aber wenn man es genau nehmen will, dann sagt das Urteil genau das aus. Im Grunde ist es nichts anderes, als die Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit, wenn ich und andere, Inhalte aus Blogs oder von Nachrichtenseiten nicht mehr ohne weiteres verlinken bzw. teilen darf.

Aus diesem Grund werde ich bis zur weiteren Klärung keine Links mehr posten, zu Bildern und Seiten von denen ich keine Genehmigung habe. Da sage ich nur, willkommen im Vorinternetzeitalter.

Insgeheim frage ich mich ja, wie Google das handhaben will. Die Google-Suche besteht ja nur aus Links von denen sehr viele das Urheberrecht verletzten. Man darf gespannt sein.

Nun, da ich das Urteil ja nicht verlinken darf, ist hier das abschließende Urteil des Gerichtshofs der europäischen Union in Worten:

»Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft ist dahin auszulegen, dass zur Klärung der Frage, ob das Setzen von Hyperlinks auf eine Website zu geschützten Werken, die auf einer anderen Website ohne Erlaubnis des Urheberrechtsinhabers frei zugänglich sind, eine „öffentliche Wiedergabe“ im Sinne dieser Bestimmung darstellt, zu ermitteln ist, ob die Links ohne Gewinnerzielungsabsicht durch jemanden, der die Rechtswidrigkeit der Veröffentlichung der Werke auf der anderen Website nicht kannte oder vernünftigerweise nicht kennen konnte, bereitgestellt wurden oder ob die Links vielmehr mit Gewinnerzielungsabsicht bereitgestellt wurden, wobei im letzteren Fall diese Kenntnis zu vermuten ist.«

Quelle: netzpolitik.org

Fliegendes Gepäck

»Fahrgast von herabfallendem Gepäck erschlagen« – auf diese Schlagzeile warte ich bei der Deutschen Bahn schon lange. Am Sonntag durfte ich so einen Vorfall live miterleben. Zwischen Kassel und Fulda absolvierte der Zug einige abrupte Gleiswechsel, die sowohl Passagiere als auch Koffer und Taschen in der Ablage gut durchschüttelten. Schließlich landete ein größerer Rucksack auf dem Kopf eines darunter sitzenden älteren Mannes, der erstmal einen Schmerzensschrei ausstieß. Der Besitzer des Rucksacks, saß zwei Reihen weiter und eilte ihm sofort zu Hilfe. Zum Glück hatte sich der Mann nicht verletzt. Wäre der danebenliegende Koffer von der Ablage gestürzt, hätte es schon anders ausgesehen.

Ein Grund des Dilemmas war, dass der Zug hoffnungslos überfüllt war, die Gepäckablage eingeschlossen. Die Stellplätze für schweres Gepäck sind in den ICE-Zügen sowieso viel zu gering. Und wenn dann noch Handtaschen und Rucksäcke in die Ablage müssen, damit die Leute sitzen können, entsteht eine gefährliche Situation. In Flugzeugen achten die Stewardessen darauf, dass keiner schwere Gepäckstücke in den Fächern verstaut, die dann auch noch verschlossen werden. Im Zug gibt es Leute, die ihre riesigen Koffer in die Ablage wuchten, obwohl man schon von vornherein sieht, das diese dort keinen Platz haben und bis zur Hälfte darüberhinaus schauen. Ich wechsle dann meist freiwillig den Sitzplatz, weil ich keine Lust habe, von so einem Hardschalengeschoß erschlagen zu werden.

An besagtem Tag hätte auch ich gern meinen kleinen Koffer hinter den Sitz gestellt, auch weil ich nicht gern Gewichtheben mache. Aber die baulichen Verhältnisse ließen das nicht zu. Da fehlten zwei Zentimeter und ich hätte den Koffer dahinter schieben können. So blieb der sichere Platz ungenutzt, während mein Koffer drastisch ausgedrückt »Menschenleben bedrohte«. Das nicht nur die Deutsche Bahn ein Gepäckproblem hat, sieht man am MERIDIAN. Dort ist Reisen mit Gepäck noch umständlicher. (Es ist aber auch ein Nahverkehrszug.) Am besten ist das Platzangebot für Koffer in den 30 Jahre alten IC’s gelöst. Da gibt es an den Eingängen zum Wagon rechts und links großzügige Gepäckablagen. Im ICE 4 gibt es die nur in Wagen 23 (oder 33). Vielleicht gehen die Verantwortlichen bei der Deutsche Bahn ja davon aus, dass wir Fahrgäste unser Gepäck in den Hyperraum (Subraum) auslagern können.

Brennende Böschungen und andere Hinternisse 2

Hier kommt Teil zwei meiner abenteuerlichen Reise vom Donnerstag …

Ich war schon drauf und dran am Erlanger Bahnhof an den nächsten Geldautomaten zu gehen, als mich meine Begleitung darauf aufmerksam machte, wie spät es schon war. Wir würden selbst unter den günstigsten Umständen mit dem Auto den Anschluss in Lichtenfels nicht mehr bekommen. Da konnten wir uns auch erstmal bis Bamberg durchschlagen. Laut ihrem Handy ging von Lichtenfels 22:14 Uhr noch ein Zug in Richtung Saalfeld, der aber 30 km zuvor in Ludwigstadt enden würde. Von dort könnten wir immer noch ein Taxi nehmen oder uns von ihrem Mann abholen lassen.
Angeblich sollte demnächst ein Schienenersatzbus in Richtung Bamberg fahren. Wir warteten also an der Bushaltestelle vor dem Bahnhof in Erlangen mit gefühlten hundert Menschen auf den Ersatzbus. Die Wartezeit war nicht so lang, weil wir uns gut unterhielten. Als der Bus kam, stürzten alle hinein, es wurde gedrängelt und geschoben, als wäre es ein rettendes Floß vor einer herannahenden Flut. Wir standen wie die Sardinen, als der Bus schließlich losfuhr.
Zur Überraschung aller Fahrgäste hielt der Bus gefühlt an jedem Briefkasten, selbst dort, wo keiner ein- und aussteigen wollte. Die Fahrt zog sich und wenn ich allein gewesen wäre, wäre ich vermutlich verzweifelt. Aber weil ich Begleitung hatte, kam mir die verzwickte Situation gar nicht so schlimm vor. Ich scherzte sogar herum (Galgenhumor) und war überraschend entspannt. Und weil ich mich sehr nett mit meiner neuen Bekanntschaft unterhielt, kam mir die Fahrt nicht so lang vor. Wir stellten fest, dass wir uns beide mit Fluoreszenz beschäftigt hatten und teilten unsere Erfahrungen.
In Forchheim stiegen viele Leute aus, weil sie laut ihrer Smartphones erfahren hatte, dass die Strecke wieder frei war und in zehn Minuten die Regionalbahn fahren würde. Uns brachte das nichts, also blieben wir sitzen.
In Bamberg angekommen, erkundigten wir uns bei den wartenden Busfahrern gleich, wann der nächste Bus nach Lichtenfels fahren würde. Wir hatten eine dreiviertel Stunde Zeit, die wir bei einem Kaffee vorm McDonalds Restaurant verbrachten. Es war ein lauer Sommerabend und es stellte sich heraus, dass wir am selben Gymnasium Abitur gemacht hatten und tratschten über Lehrer und Schulzeit. So verquatschten wir die Zeit schneller als gedacht und bekamen gerade noch so einen freien Sitzplatz im Bus.
Von Bamberg ging‘s auf gewohnter Strecke über die Autobahn nach Lichtenfels, wo wir kurz nach 22:00 Uhr eintrafen und in die wartende Regionalbahn stiegen. Die würde uns bis nach Ludwigstadt bringen, von wo uns der Mann meiner Begleitung mit dem Auto abholen konnte.
Während der Fahrt erzählte ich ihr von Perry Rhodan und das ich gerade wieder einen Fan-Roman geschrieben hatte. Sie war sehr interessiert und bestellte noch im Zug meine »Telepathin« im Space Shop der PRFZ.
Derweil kam die Zugbegleiterin, eine ältere Dame, vorbei und kontrollierte unsere Fahrkarten. Als sie sah, wo wir hin wollten, war sie ehrlich besorgt. Wir berichteten ihr, was wir in den letzten Stunden mit all den Bahnmitarbeitern erlebt hatten. Sie schüttelte nur den Kopf, blickte auf ihr Handy und fragte, wann wir in Nürnberg gewesen wären. Von ihr erfuhren wir, dass wir 18:37 Uhr (wir waren halb sieben angekommen) mit dem Zug über Bayreuth nach Lichtenfels hätten fahren können und um 22:00 Uhr in Saalfeld gewesen wären. Sofern die clevere Zugbegleiterin aus dem ICE uns diese Verbindung genannt hätte. Wenig später kam sie nochmal vorbei und bot uns an, von Ludwigstadt noch bis Probstzella mitzufahren, wo der Zug abgestellt wurde. Sie machte uns außerdem den Vorschlag, dass uns der Zugführer mit seinem privaten Auto noch bis Kaulsdorf (10 km vom Ziel unserer Reise entfernt) mitnehmen könnte. Da der Mann meiner Begleitung aber schon unterwegs war, brauchten wir das großzügige Angebot nicht in Anspruch nehmen. Aber es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich das Personal bei der Deutschen Bahn mit den Kunden umgeht.
In Probstzella (ehemaliger Grenzbahnhof) stiegen wir weit nach 23:00 Uhr ins Auto um. Witzigerweise wohnt meine Begleitung keine zweihundert Meter vom Haus meiner Eltern entfernt (Zufall, denn Saalfeld ist eine relativ große Stadt) und so war ich zehn vor Zwölf endlich zu Hause.
Alles in allem waren wir fast acht Stunden von München aus unterwegs. Für die Strecke brauche ich im Normalfall drei Stunden. Doch trotz all der Querelen freute ich mich, eine neue spannende Bekanntschaft gemacht zu haben. Mit der ich mich vor allem über berufliche Dinge austauschen konnte und was noch besser war, ich konnte ihr Perry Rhodan nahebringen. Vielleicht sehen wir uns in Zukunft öfter, wenn wir Donnerstagabend nach Saalfeld fahren. Dann aber bitte unter normalen Umständen.

Brennende Böschungen und andere Hinternisse 1

So richtig tolle Abenteuer erlebe ich nur mit der Deutschen Bahn. Das vom Donnerstag übertraf alles bisher dagewesene, bescherte mir aber auch eine positive Begegnung.

Und weil die Geschichte so lang ist, verteile ich sie auf zwei Beiträge.

Als ich am Donnerstag nach 17 Uhr in den Zug nach Thüringen stieg, ahnte ich noch nicht, dass sich diese Fahrt ärgerlich lange hinziehen würde. Beim Halt in Nürnberg, in dem der vorder Zugteil abgekoppelt wird, kam plötzlich die Durchsage, dass die Strecke nach Bamberg wegen eines Böschungsbrandes gesperrt sei und noch keiner wisse, wie es weitergeht.
Irgendwie war mir schon da bewusst, dass der Tag lang werden würde. Ich legte mein Buch weg und ging zum Abteil der Zugbegleiter. Zu meiner Überraschung war es leer und verschlossen. Ich stieg aus dem Zug und entdeckte die Bahnmitarbeiter am vorderen Ende des Zugs mit dem Zugführer plaudern.
Draußen stand eine junge Frau. Ich weiß nicht mehr, wer zuerst fragte, aber wir erfuhren voneinander, dass wir beide nach Saalfeld wollten. Gemeinsam marschierten wir zum Zugpersonal, um uns über alternative Verbindungen informieren zu lassen.
Der Zugchef telefonierte. Ich fragte seine Mitarbeiterin, was wir denn jetzt tun sollen. Weil wir in Bamberg den Schienenersatzbus nach Lichtenfels und den anschließenden Regionalzug sicher nicht mehr bekommen würde. Und ob es die Möglichkeit gäbe, vielleicht über Bayreuth nach Lichtenfels zu fahren. Sie antwortete, dass die Strecke für alle Züge gesperrt wäre. Bis ich sie daran erinnerte, dass der Zug nach Bayreuth einen anderen Weg nimmt. Sie überlegte kurz und tippte dann auf ihrem Handy herum. Um mir zu sagen, wir könnten doch den IC-Bus in einer Stunde nach Jena nehmen. Zu dem Zeitpunkt schaltete sich die junge Frau ein, die ich zuvor getroffen hatte. Sie hatte das schon mal und meinte, dass der Busfahrer uns definitiv nicht mitnehmen wird, weil er nicht garantieren kann, das wir den Zug in Jena noch rechtzeitig bekämen, bei einer Umstiegszeit von 6 Minuten. Der Bus muss 200 km auf der A9 zurücklegen. Jeder der dort schon mal unterwegs war, weiß, das eine Baustelle ausreicht, um die Fahrt um eine halbe Stunde zu verlängern. Es war also keine Alternative, denn dann wären wir in Jena gestrandet. Ich regte mich darüber auf, warum man uns die Information so spät gegeben hatte. Wenige Minuten früher und wir hätten noch in den vorderen Zugteil des ICE umsteigen können, der über Erfurt fährt und dort dann nach Saalfeld umsteigen. Und erfuhr, dass angeblich die Information erst so spät gekommen war.

Ich holte erstmal mein Gepäck, um am Infopoint eventuell eine bessere Auskunft zu erhalten. Doch meine Begleitung machte mich darauf aufmerksam, das die zwanzig Minuten Verspätung, die an der Anzeigetafel standen fast vorbei waren. Und wenn der Zug weiterfuhr, während wir am Infopoint standen, wäre es sowieso vorbei. Also blieb ich noch fünf Minuten in der Tür stehen und siehe da, der Zug fuhr tatsächlich wieder los.

Wir tauschten uns über unsere Erlebnisse mit der Bahn aus, als die Durchsage kam, dass die Strecke immer noch gesperrt sei. Die Zugbegleiterin kam vorbei und kontrollierte die Fahrkarten, und meine Begleitung fragte, wie wir denn jetzt weiter kämen. Die Frau antworte schnippisch, sie hätte uns die Alternative mit dem Bus genannt und wir wären ja selbst schuld, weil wir hier sitzen geblieben sind. Es entspann sich eine Auseinandersetzung zwischen uns, bei der sie uns an den Kopf warf, dass sie nichts dafür könne und wir sollten doch froh sein, dass sie ihr privates Handy genutzt hatte, um uns eine Verbindung herauszusuchen. Diese Aussage fand ich schon stark. Meine Begleitung entgegnete, dass wir nichts dafür können, wenn die Deutsche Bahn ihren Mitarbeitern keine Arbeitsmittel zugesteht und sie jetzt mit dem Zugchef sprechen wollte. Die beiden gingen vor, ich folgte.
Der Zugchef jung, etwas hilflos wirkend, wiederholte nur, dass er nichts dafür könne. Konnte und wollte uns aber keine alternative Verbindung heraussuchen. Ich machte den Vorschlag, mit dem Taxi von Erlangen nach Bamberg zu fahren, wo wir dann mit dem Ersatzbus weiterkämen oder gleich nach Lichtenfels. Dann würden wir den letzten Zug nach Saalfeld um 20:41 Uhr noch bekommen. Man fand meine Idee gut, sagte uns aber, dass sie keine Taxigutscheine ausstellen könnten, dazu müssten wir an den Schalter des Reisezentrums in Erlangen.
Kurz vor Erlangen positionierten wir uns schon mal an der Tür. Da kam die Durchsage, dass der Zug nicht weiterfahren würde und alle Passagiere (auch die Fahrgäste nach Bamberg) aussteigen sollten und sich im Reisezentrums über den eingerichteten Schienenersatzverkehr informieren oder auf die Durchsagen achten sollten.
Wir waren die Zweiten im Reisezentrum. Vor uns fragte ein Mädchen, den Bahnmitarbeiter wie sie denn jetzt nach Bamberg käme und von wo der Schienenersatzbus fahre. Der starrte sie erstmal fragend an, mit welchem Zug sie denn gekommen wäre. So wie es aussah, war er nicht informiert worden, dass der ICE nicht weiterfuhr. Nachdem er sah, wie sich das Reisezentrum füllte, griff er zum Telefon.
Irgendwann legte er auf und sagte, es käme gleich eine Durchsage. Die Fahrgäste im Raum protestierten und baten ihn, ihnen die Information, die er erfahren hatte doch mitzuteilen. Vergeblich. Er weigerte sich. Es folgte eine kaum verständliche Durchsage, in der nur eine Uhrzeit aber keine Gleisangabe enthalten war. Die Leute gingen murrend davon. Wir zwei Saalfelder aber blieben und baten den Mann um eine alternative Verbindung nach Saalfeld. Er guckte in seinen Computer, konnte uns aber keine nennen, in der wir noch am gleichen Tag heimgekommen wären. Auf meine Frage hin, ob er uns nicht einen Taxigutschein ausstellen könnte, damit wir wenigstens bis Lichtenfels kämen, um den letzten Zug zu bekommen, antwortete er dass er in den 30 Jahren in denen er hier arbeitet noch nie einen Taxigutschein ausgestellt habe, dass könnten nur die Zugbegleiter. Jene, die sich zuvor geweigert und uns hierher geschickt hatten. Ich kam mir reichlich verscheißert vor. Er gab mir ein Fahrgastrechteformular und meinte, ich könne ja das Taxi erstmal auslegen und dann von der Bahn zurückfordern. Und so stand ich am Bahnhof in Erlangen und war sprachlos.

Teil 2 folgt morgen.

Träumer mit Realitätsverlust

Das Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist und das sie für jeden gelten muss, darüber sollte nicht diskutiert werden. Aber bei manchen meiner Mitmenschen wäre ich froh, wenn sie ihre Meinung für sich behalten würden.

Da lese ich doch im Wochenblatt einen Artikel über einen Buchautor, der sich selbst als »Klima-Rebell« bezeichnet. In seinem Buch »Die erfundene Katastrophe« verleugnet er den Klimawandel und bezeichnet die deutsche Regierung als »Öko-Diktatur«. Starker Tobak! Der Chemie-Techniker sammelt seit Jahrzehnten Publikationen zum Thema Klimawandel und stellt die These auf, das es keinen einzigen Nachweis gibt, das der Klimawandel vom Menschen ausgeht. Stark! Bei so viel Selbstbewusstsein kann ich eigentlich nur den Gegenbeweis fordern. Auf die Frage hin, ob wir also weiterhin unbekümmert begrenzte Ressourcen wie Kohle oder Öl verbrauchen sollen, sagt er: »Ja, warum denn nicht? Die Vorräte reichen noch ein paar hundert Jahre – und dann haben wir längst neue Technologien entwickelt.«

Ich frage mich, wie jemand so blauäugig sein kann. Öl zu verbrennen bis es alle ist, in der Hoffnung, das wir bis dahin etwas neues gefunden haben, das wir ausbeuten können, zeugt in meinen Augen von Ignoranz und (Sorry!) Dummheit. Es ist nicht nur verantwortungslos, was der Mann publiziert. Es ist schlichtweg gefährlich. Gerade er als Chemie-Techniker sollte wissen, das man Öl für viel wichtigere Dinge benötigt, als es zu verbrennen, zum Beispiel in der Medizin. Wenn wir es also bis zum letzten Tropfen als CO2 in die Luft pusten, werden wir am Ende ein böses Erwachen erleben. Aber Halt, bis dahin haben wir ja neue Technologien.

Ich kann darüber eigentlich nur den Kopf schütteln. Wie viele Beweise braucht er denn für den Klimawandel? Der derzeitige Sommer mit dem chaotischen Wetter. Oder die Extremwetterlagen, die in den letzten Jahren sukzessive zugenommen haben. Da brauche ich nicht mal eine Statistik, da reicht mein Erinnerungsvermögen. So viele Überschwemmungen und Stürme wie in den letzten zwei Jahrzehnten gab es in meiner Kindheit nicht. Und die Winter waren damals auch deutlich kälter und schneereicher. Wenn man, wie in den vergangenen zwei Wintern, nicht mal im Alpenvorland Ski-Langlauf betreiben kann, stimmt etwas nicht. Und bitte, die Sonnenaktivität vorzuschieben, hilft auch nichts. Weil es auch in den Jahren als die Sonnenaktivität sehr niedrig war, viel zu warm war.

Den besten Beweis, das der Mensch für die Veränderungen der Atmosphäre verantwortlich ist, liefert das Ozonloch. Nachdem Treibmittel mit FCKW in den Neunzigerjahren verboten wurden, erholt sich die Ozonschicht spürbar. Auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis das Ozonloch Geschichte ist.

Und wer wissen will, warum wir ab dem 8. August eine zweite Erde brauchen, dem lege ich den Artikel aus der »Schrot und Korn« ans Herz.

Das der Klimawandel von der Politik ausgenutzt wird, will ich gar nicht bestreiten, viele der Klimagesetze sind zu schwammig und falsch ausgerichtet. Der Handel mit CO2-Zertifikaten ist so ein Negativbeispiel. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Doch sich hinzustellen und zu sagen, das der Mensch nicht am Klimawandel Schuld sei, hat etwas von Vogelstrauß-Mentalität.

»Nach mir die Sintflut!« – eine typische Denkweise in unserer von Egoismus geprägten Zeit.

Mich ärgert nur, dass solche Leute einen Buchvertrag bekommen. Unglaublich!