Gucky Vol. 2

Wie viele Fans weltweit warte auch ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung von »Guardians of the Galaxy«. Ich war schon vom ersten Film restlos begeistert und das nicht nur, weil mich die Figur des Rocket so sehr an Mausbiber Gucky erinnert. Der Film war witzig und beeindruckte mit coolen Effekten. Und wenn ich mir den Trailer der Fortsetzung so ansehe, werde ich auch bei diesem Film ganz sicher viel Spaß haben.

Und ja, ich bleibe dabei, so wie Rocket habe ich mir immer Gucky vorgestellt.

Überraschendes Angebot

Sie hielt mich wohl für eine Schwester im Geiste, die ältere Dame, die heute im Zug neben mir saß.

Ich las Band 4 der PERRY RHODAN Miniserie »Jupiter« und als ich zur Toilette musste, fragte ich sie, ob sie auf meinen Koffer achten könnte. Nachdem ich zurückkam und mich wieder in meine Lektüre vertiefte, stieß sie mich an und hielt mir ein Romanheft hin.

»Hier, den habe ich schon zwei Mal gelesen«, sagte sie.

Ich guckte erstmal verdattert aus der Wäsche. Auf dem goldenen Rand des Covers stand »Adelsroman«. Es war einer dieser Heftromane für Frauen, die sich laut der Kioskbesitzerin, mit der ich mich vergangenes Jahr unterhalten hatte, ziemlich gut verkaufen – neben Arzt- und Heimatromanen.

Ich schenkte der Frau neben mir ein Lächeln und klappte das Cover des Jupiterbandes nach vorn. »Vielen Dank«, sagte ich, »aber ich lese lieber das hier« und hielt ihr meinen Heftroman hin.

»Oh«, meinte sie verstehend, »sowas lesen sie also.« Dann steckte sie ihren Adelsroman wieder weg.

»Aber ich finde es schön, dass es noch Menschen gibt, die Heftromane lesen«, sagte ich zu ihr und sie nickte lächelnd zurück.

Ist doch toll, was man in Zügen der Deutschen Bahn alles erleben kann.

Langwierige Anfahrt

Besonders viel Geduld brauchte ich vorletzte Woche bei der Fahrt zur Arbeit. Da hatte am Dienstag mal wieder Murphys Gesetz zugeschlagen: Was schief gehen kann, geht schief.

Los ging es, als der Zugführer am Bahnhof durchsagte, dass er eine schriftliche Mitteilung bekommen hätte, dass im Streckenabschnitt vor uns ein Bahnübergang nicht funktioniert und sich die Weiterfahrt um fünf Minuten verzögern würde.

Bei den Worten schriftliche Mitteilung, dachte ich sofort daran, dass ihm wahrscheinlich ein Bahnmitarbeiter einen Zettel ins Führerhaus gereicht hatte. Denn der Mobilfunkempfang auf der Strecke zwischen München und Salzburg ist so gut wie nicht vorhanden. Kaum ist man aus München oder Salzburg raus schon erlöschen die Empfangsbalken im Handydisplay.

Aus den fünf Minuten wurden schließlich fünfzehn, weil wir nicht der einzige Zug auf der Strecke waren und sich schon ein kleiner Stau gebildet hatte. Ich kam also eine Viertelstunde später als sonst in München an, erwischte gerade noch die nächste S-Bahn in Richtung Innenstadt. Als ich aber am Marienplatz ausstieg, herrschte in der U-Bahn das absolute Chaos. Eingleisiger Betrieb am Marienplatz wegen eines Brandes und das mitten im Berufsverkehr. An der Anzeige stand, dass eine U-Bahn in vier Minuten in meine Richtung fahren würde und ich wartete brav. Nach fünf Minuten schaltete die Anzeige um und zeigte plötzlich eine U-Bahn in die Gegenrichtung an. Aus den Lautsprechern war zu vernehmen, dass es nur einen Schienenersatzverkehr in Richtung Sendlinger Tor gebe. Das war mir zu dumm. Zum Glück habe ich die Fahrpläne inklusiver aller Alternativen im Kopf. Ich ging also wieder hoch zur S-Bahn und wartete auf die S6, um direkt bis nach Planegg rauszufahren und von dort die zehn Minuten mit dem Bus auf Arbeit. Man macht zwar eine Rundreise durch München, aber in dem Fall war es ohnehin schon egal.

Selbstverständlich (wie sollte es auch anders sein) hatte auch die S-Bahn sieben Minuten Verspätung, was dazu führte, dass, als ich in Planegg ausstieg, der Bus gerade abgefahren war und ich zehn Minuten auf den Nächsten warten musste. Der quälte sich dann durch die engen Straßen und kam wiederum fünf Minuten später als geplant an meiner Endhaltestelle an.

An diesem Morgen war ich sage und schreibe drei Stunden unterwegs, um auf Arbeit zu kommen. Nachmittags lief zum Glück alles glatt, aber dennoch brauche ich zweieinhalb Stunden bis nach Hause. Ich habe das früher schon mal schneller geschafft, aber nachdem der MVV die Buslinie verlegt hat, fahre ich zwanzig Minuten länger. Ich bin ja gern unterwegs, aber so langsam geht selbst mir das tierisch auf den Keks. Vor allem im Winter macht das frühe Aufstehen kurz nach fünf Uhr keinen so richtigen Spaß.

Ich muss wir wohl doch über kurz oder lang einen neuen Job suchen.

Und bevor jemand etwas einwendet ich könnte ja mit dem Auto fahren: mit dem PKW wäre ich auf der A8 zu dieser Zeit genauso lange unterwegs.

Junge Rebellen der DDR

Eine Dokumentation der besonderen Art lief Mittwochabend im NDR. Ich bekam es nur durch Zufall mit. Der Titel der Reportage lautete: »Meine rebellische Jugend« und es ging um Subkulturen in der DDR. Fünf Menschen berichten von ihrer Rebellion gegen das Regime des »real existierenden Sozialismus«. Fünf Menschen die sich nicht anpassen oder einfach nur ihrem Drang nach Kreativität und Freiheit nachgehen wollten. Ob es nun der Punkrocker war, der sein eigenes Platten-(Kassetten)-Label gründete, die junge Frau die ausgefallene Mode schneiderte, der Kunststudent der vom Reisen träumte oder der Motorradfan, der sich eine Chopper baute – ihnen gemeinsam ist, dass alle aus Rostock und Umgebung stammen.

Fasziniert war ich von den Einfällen und dem Aufwand, den die Jugendlichen Anfang der achtziger Jahre betrieben, um ihre Visionen zu verwirklichen. Das ein Staat so viel Angst vor der kreativen Energie seiner Jugend hatte, ist schon bezeichnend. Stasiakten offenbaren die Hilflosigkeit der Behörden, die sich schwer taten in der Vielfalt der Jugendkulturen durchzublicken. In den Sechzigern oder Siebzigern wäre man sicher schärfer gegen die aufmüpfigen Jugendlichen vorgegangen. In den Achtzigern war mehr möglich, ein Eindruck den ich bestätigen kann, auch wenn ich jünger und eher zu den Angepassten gehörte. Die Gruftis aus meiner Klassen hatten zwar hin und wieder Ärger, aber man ließ sie so herumlaufen, wie sie wollten. Es verbot uns auch keiner, amerikanischen Fernsehserien wie »Hart aber Herzlich« oder »Ein Colt für alle Fälle« im Westfernsehen zu gucken.

Ich habe heute das Gefühl, dass sich die Obrigkeit Ende der Achtziger nicht mehr traute, zu sehr ins Leben der Bevölkerung einzumischen. Vieles wurde lockerer gesehen; Genehmigung für Westreisen wurden zum Beispiel häufiger erteilt und das einige meiner Freunde die »Bravo« oder andere Zeitschriften (die eigentlich verboten waren) mit in die Schule brachten, hat die Lehrer auch nur bedingt gestört.

Die in der Dokumentation vorgestellten Menschen gingen oftmals einen Schritt weiter, manche machten deshalb unangenehme Begegnung mit der Stasi, kamen aber zumeist mit einem blauen Auge davon.

Ich kann die Dokumentation nur jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert und wissen will, welche Kreativität Mangelwirtschaft freisetzen kann. Improvisation ist alles.

Die Dokumentation ist noch einige Zeit in der Mediathek des NDR zu sehen.

Weihnachtlicher Eiszauber

Ich bin völlig von den Socken. Ich war nämlich heute Nachmittag auf dem Weihnachtsmarkt in meiner Heimatstadt.

Bisher waren die Weihnachtsmärkte eher zum vergessen. Ein paar Glühwein- und Bratwurstbuden, eine Hütte in der »Promis« aus der Region für einen guten Zweck Plätzchen gebacken haben und eine klapprigen Kindereisenbahn, die um den Weihnachtsbaum tuckerte. Auch im der Rest der Stadt hatte man nie den Eindruck, dass es Advent wäre.

Doch in diesem Jahr präsentiert sich das Städtchen in üppigem Lichterglanz. Das bemerkte ich schon, als mich mein Vater gestern Abend vom Bahnhof abholte und wir in die Stadt hoch gefahren sind. An den historischen Stadttoren hängen riesige Lichterteppiche, die Bäume in der Fußgängerzone sind mit Lichterketten umwickelt und überall leuchten Sterne an den Fassaden und Lichtmasten. Aber das absolute Highlight steht auf dem Marktplatz. Oberhalb der Buden ist eine Eisbahn aufgebaut, auf der man für drei Euro zwei Stunden lang Schlittschuh fahren kann. Genial. Der Traum meiner Kindheit, leider dreißig Jahre zu spät. Ich weiß nicht, ob ich es wage meine Schlittschuhe hervorzukramen und mich nochmal aufs Eis traue. Warten wir es ab, die Eisbahn steht bis zum neunten Januar und vielleicht habe ich mich bis zu Weihnachten durchgerungen es doch noch einmal zu versuchen.

Der ewige Präsident

Fidel Castro – 47 Jahre lang reagierte er ein kleines Land, das allen Widrigkeiten der globalen Politik trotzte. Quasi vor den Türen der großen USA existierte ein kommunistischer Staat, der nicht totzukriegen war.

Als ich 1997 nach Kuba reiste, stand das Land gerade am Anfang des Tourismusbooms. Viele große und neue Hotels standen bereits an ausgesuchten Orten der Küste. Im Landesinnern aber, fern der Touristenzentren konnte man noch das ursprüngliche Kuba erleben – auch als Pauschaltourist. Eine Woche lang fuhr ich mit einer Freundin in einer kleinen Reisegruppe auf der Insel umher. Es war August, es war heiß und feucht und ich schwitze wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Was ich damals von Kuba sah, überraschte mich zuweilen. Vieles war primitiv und ein bisschen marode, was vor allem dem Mangel geschuldet war. Aber kein Kubaner war wirklich heruntergekommen oder arm. Es gab keine bettelnden Kinder oder Slums. Es gab Schulen und Krankenhäuser; Bauern, die ihr Getreide auf der Autobahn trockneten; Männer die mit Zahnputzbecher und Waschlappen ihre Oldtimer polierten; freilaufende Schweine und Hühner in den Dörfern; eine riesige Zementfabrik mitten in der Landschaft; Tabak- und Zuckerrohrfelder so weit das Auge reichte; alte Eisenbahnen, die in der feuchten Luft vor sich hin rosteten; LKWs mit Leuten drauf, die als Verkehrsmittel genutzt wurden und Kinder die für Kaugummi oder Buntstifte Früchte mit den Touristen tauschten. Der durch das Embargo herrschende Mangel war überall zu spüren, aber man arrangierte sich eben damit. Ich habe selten in einem Urlaub so gut gegessen wie in Kuba.

Die Menschen die ich traf, waren herzlich, teilten das Wenige, was sie hatten. Ich erinnere mich, dass ich spontan vom Busfahrer eine riesige Mango geschenkt bekam, die wir nur zu viert bezwingen konnten. Oder an das etwas baufällige Hotel im Sumpfgebiet in der Schweinebucht, in dem mitten beim opulenten Abendessen der Strom ausfiel, die Kellner in Windeseile Kerzen brachten und wir einfach im Dunkeln weiter gegessen haben. Oder die Marktfrauen in Havanna, die verwundert an meine weißen Waden fassten, weil sie nicht verstehen konnten, wie jemand so bleich sein konnte.

All diesen Menschen war eines gemeinsam. Sie verehrten ihren Präsidenten. Fidel Castro und Ernesto Guevara waren die Sinnbilder der Revolution. Überall hingen Bilder, Flaggen oder Graffiti. Die größte Sorge der Kubaner war, was mit ihnen passieren wird, wenn Fidel stirbt. Ihr sorgenvoller Blick richtete sich damals nach Russland und auf die Staaten des ehemaligen Ostblocks, die unter den Folgen des Zusammenbruchs des Sozialismus litten. Die Kubaner befürchteten, dass sie das Schicksal dieser Länder teilen werden, wenn ihr »el presidente« sie einst verließe. Gut zwanzig Jahre später ist es nun soweit. Fidel Castro starb im stolzen Alter von 90 Jahren. Wobei er sich schon seit einigen Jahren aus dem Regierungsgeschäft zurückgezogen hatte. Dennoch ist er immer die Galionsfigur geblieben und wird es auch für ewig bleiben. Ich weiß nicht wie viele Kubaner heute sorgenvoll in die Zukunft schauen. Aber wenn wir ehrlich sind, dann sind sie in dieser Zeit nicht die einzigen.

Ein Film mit Bob

Ein Buch, das mich 2014 besonders gerührt hat, war die Geschichte um Bob den Streuner und seinem Herrchen James Bowen. Bob der Kater hat dem jungen Exjunkie James zu einem neuen Leben verholfen und einem Buch, das monatelang die Bestsellerlisten anführte. Da lag es eigentlich nahe, dass sich irgendwann jemand findet, um die Geschichte zu verfilmen. Demnächst kommt der Film ins Kino. James Bowen wird von Luke Treadaway gespielt. Der eigentliche Star, Kater Bob, spielt sich selbstverständlich selbst.

Seit ich meinem Vater von dem Film erzählte, will er wissen, wann der Streifen ins Kino kommt, weil er ihn unbedingt ansehen will. Das soll schon was heißen, denn mein Vater war bestimmt seit zwanzig oder mehr Jahren nicht im Kino. Aber auch ich bin schon gespannt, wie die Geschichte umgesetzt wurde.

Damit die Zeit bis zum Kinostart nicht allzu lang wird, poste ich hier den Trailer.

Kunst im Moor

Gestern gingen wir seit langem mal wieder im Schönramer Filz spazieren. An einem Sonntag kurz vor zehn Uhr am Vormittag ist dort noch nicht so viel los. Die Wanderer und Spaziergänger kommen meistens erst vor Elf. Trotz Sonnenschein und Föhn war es mit 3° C ziemlich kalt. Am Himmel schimmerte die Sichel des Mondes. Auf den Pfützen in der Heide glitzerte eine dünne Eisschichte und die Wege über Moos und Laub waren ziemlich rutschig. Dafür roch es nach Wald und Pilzen. An den Grashalmen hingen Tautropfen und die Vögel trällerten um die Wette. Am See hatten die Biber ganze Arbeit geleistet. Im Vergleich zu unserem letzten Besuch war wieder mehr Wasser im See und die Oberfläche war so glatt, dass sich das Ufer perfekt darin abbildete. Als ich ein paar Fotos machte, fiel mir auf, das diese Symmetrie wunderschöne Muster fabrizierte. Das musste ich unbedingt festhalten.

Die besten Fotos stelle ich hier aus.

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Mein Blog zieht um

Achtung!!!

Von heute Abend bis morgen Vormittag wird mein »Multiversum« nicht erreichbar sein. Der Blog zieht nämlich in ein neues Serverzentrum um: von München nach Köln. Wie viele LKW-Ladungen für die vielen Daten erforderlich sind, weiß ich leider nicht. ;-) Ich hoffe nur, dass alles glatt geht und ich morgen wieder posten kann.

Es ändert sich nur der physikalische Standort der Daten, nicht die Webadresse.

Zur Lage der Nation

Hab ich’s nicht gesagt, Trump wird gewinnen.

Ich bin zu deprimiert, um was dazu zu sagen. Dafür lasse ich Love A mit ihrem visionären Songtext »Braindecoder« aus dem Album »Eigentlich« sprechen:

Was haben sie gedacht,
als sie dem grauen Presidenten
zum ersten Mal in die Augen sahen?
Haben sie mitgelacht, als die andern dachten das wär nicht sein Ernst?

Denn er wirft Fliegen ins Aquarium
und er redet mit den Bildern in der Zeitung
dabei grinst er dann und hat Träume von Inzucht!

Solang‘ mein Braindecoder läuft ist das hier alles halb so wild,
solang‘ der Zeitgeist weiter spukt.
von Seifenblasen Diktaturen und Halbwertszeit-Verschwendern haben die Guten längst genug.