Punkrock-Entdeckung

Dank Nachwuchs-Autorin und -Punkette Julia vom Trekdinner München habe ich dieser Tage eine neue Punkband entdeckt. Julia schickte mir einen Link zu einem YouTube-Video von »MY CHEMICAL ROMANCE« Die Band hat sich zwar bereits 2013 aufgelöst, hat aber in den zwölf Jahren ihrer Existenz vier Alben herausgebracht, die ich ziemlich klasse finde. Besonders die frühen Songs auf dem Album I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love gefallen mir ausnehmend gut. Das ist Post-Hardcore vom Feinsten und hört sich richtig gut an, wenn es durch die Wohnung wummert. (Das kann ich aber nur machen, wenn meine bessere Hälfte nicht zu Hause ist.) Die Band war zu ihren Zeiten ziemlich erfolgreich. Ihr erfolgreichsten Album The Black Parade behandelt das Thema Tod und brachte der Band diverse Chart-Platzierungen, was jetzt nicht so richtig Punk ist, aber verdient. Das letzte Album reißt mich indes nicht so vom Hocker, weil es doch sehr von der ursprünglichen Musikrichtung entfernt ist.

Wie sich MY CHEMICAL ROMANCE anhören?

Wintersonntag

Der Schnee knirscht, das Wasser im Bach gurgelt leise unter den Eisplatten und von fern klingen die Rufe der Kinder.
Reif fällt in winzigen Schneekristallen von den Ästen, wirbelt wie eine glitzernde Wolke vor dem blauen Winterhimmel.
Die Sonne lässt das Weiß der Landschaft noch greller erstrahlen. Man ist solche Helligkeit gar nicht mehr gewöhnt.
Der Atem gefriert im strengen Frost an Schal und Jacke zu weißen Kristallen.
Auf dem See tummeln sich Menschen, gleiten mal mehr oder mal weniger elegant über das Eis.
Das Getümmel auf dem See ärgert die Wildgänse, die laut protestierend aufsteigen und als großer Schwarm über den mit Reif bedeckten Bäumen am Ufer kreisen.
Seit mehreren Jahren ist der See endlich mal wieder zugefroren.
Ein feiner Ton mischt sich unter das Juchzen der Kinder und Erwachsenen.
Die Kufen der Schlittschuhe bringen das Eis zum singen, aus dem bizarre Gebilde wachsen.

Es ist eisig.
Es ist Sonntag.
Es ist Winter.

Ökologisch fragwürdig

So nicht, Amazon!

Ich wunderte mich sehr, als der Bote mir das Amazon-Paket in die Hände drückte. Hatte ich doch nur eine einzelne CD bestellt und bekam eine größere Kiste geliefert. Nach dem Öffnen wuchs mein Erstauen noch. In der Kisten von 23 cm x 16 cm x 11 cm fand ich unter einem Berg von Papier die bestellte CD von 14 cm x 15 cm. Dafür hätte ein Briefumschlag ausgereicht.

Normalerweise legt bei Amazon der Computer fest, in welche Verpackung der Amazon-Mitarbeiter die Ware steckt. Ich kann mir nur vorstellen, dass das benötigte Verpackungsmaterial nicht vorrätig war und der Mitarbeiter einfach die nächstbeste Größe verwendete. Das ist nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus finanzieller Sicht fragwürdig. Für den Karton muss Amazon sicher mehr Porto zahlen, als für einen Umschlag.

Es kann aber auch einen anderen Grund haben. Das Paket wurde nämlich von Hermes geliefert und bei denen kam es in letzter Zeit häufig vor, dass kleinere Sendungen, wie CD’s, nicht in unserem Briefkasten landeten, sondern einfach verschwanden. Vielleicht zwingt Amazon den Paketdienst dadurch, bei den Kunden zu klingeln und das Paket wirklich abzuliefern.

Kinobesuch schwer gemacht

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Mal ehrlich, da wollte ich mit meinem Vater seit fast dreissig Jahren mal wieder gemeinsam ins Kino und dann das.

Dabei hatten wir uns so sehr auf den Film »Bob der Streuner« gefreut. Die Geschichte um einen drogenabhängigen jungen Mann, der von einem roten Kater gerettet wird, hatte mich vor drei Jahren tief berührt. Selbst mein achtzigjähriger Vater hat den Bestseller mit Begeisterung gelesen, obwohl er sonst nie Romane liest. Und nun wird die Verfilmung im Kino meiner Heimatstadt nicht gespielt, sondern nur im Nachbarort und zu Zeiten, an denen bei diesem Wetter ganz sicher keiner mehr unterwegs sein möchte, nämlich um 21 Uhr. Meine Hoffnung, dass ich mir den Film wenigstens zusammen mit meinem Mann in Oberbayern ansehen kann, haben sich bei einem Blick aufs Kinoprogramm verflüchtigt. Das nächste Kino, in dem der Film läuft, ist 30 Kilometer entfernt. Zur Zeit bei ca. 40 cm Schnee und fast zweistelligen Minusgraden, ist das keine Option abends so weit zu fahren. Nicht mal die Kinos in Rosenheim haben den Film im Programm. Die Alternative wäre Salzburg, doch das ist ebenfalls 30 Kilometer entfernt und zur Kinokarte kämen noch gepfefferte Parkgebühren. Das kann einem die Freude am Kinogehen schon vermiesen. Nein, da warte ich lieber, bis es den Film auf DVD gibt.

Ich verstehe den Filmverleih nicht, der die Kopien nur an einige wenige Kinos in Deutschland verteilt. Der Roman war ein Bestseller, den haben sehr viele Leute gelesen. Zumindest ist das Interesse an dem Film in meiner Bekanntschaft sehr groß. Viele der Leser gehen wahrscheinlich nie ins Kino, hätte sich das aber bei diesem Film bestimmt überlegt. Und vielleicht hätten sie nach einem Besuch festgestellt, dass man ja mal wieder öfter ins Kino gehen könnte. Das ist in meinen Augen eine vertane Chance a mehr Besucher in die Kinos zu locken und b aus dem Bestseller auch noch einen Blogbuster zu machen.

Das einzige was mir momentan bleibt, ist den Trailer anzusehen. Sehr schade!

Loch in der Statistik

13.1.2017 18:30 Uhr

Nach wie vor bin ich von der Statistikfunktion meines Blogs fasziniert. Das ist für mich in etwa so wie die Follower-Funktion bei Twitter oder Facebook.

Ich sehe ja nur, wie viele Leute meinen Blog besuchen und welche Artikel besonders oft aufgerufen werden. Manchmal sehe ich auch über welche Seiten meine Besucher gekommen sind. Alles streng anonym versteht sich. Also keine Sorge, ich kann anhand der Daten nicht ablesen, wer mich besucht hat.

Vorgestern stand da plötzlich eine Null. Nanu, dachte ich, keine Besucher? Dann gab noch jemand einen Kommentar zu einem Beitrag ab, doch die Statistik zeigte nach wie vor eine Null. Das machte mich stutzig. Ich kontaktierte meinen Host und der stellte fest, dass die Datenbank für die Tracking-Daten zerschossen war. Somit fehlen mir für diesen Monat fast zwei Tage in der Statistik.

Spannend ist auch der Einbruch am 24. Dezember. Scheinbar haben die Leute am Heiligabend tatsächlich besseres zu tun, als im Internet zu surfen. Das ist sehr beruhigend.

Nachtrag: Ich vergaß zu erwähnen, wie sich die Austrahlungen eines Fernsehfilms mit David Rott auf den Anstieg der Besucherzahlen auswirkt. Die haben sich heute Abend nämlich glatt verdoppelt. Wow!

13.1.2017 22:25 Uhr

Paris nachgereicht …

An dieser Stelle noch ein paar Eindrücke von unserer Parisreise.

Wie gesagt war es die ganze Zeit über sehr frostig, was aber nicht schlimm ist, wenn man sich viel bewegt. So sind wir jeden Tag bis zu zehn Kilometer gelaufen und haben uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zumindest von außen angesehen.

Angesichts der Touristenmassen vergeht einem schnell der Besuch von Eifelturm und Co. Wobei auf den Eifelturm zu steigen ohnehin sinnlos gewesen wäre, da man nichts außer Nebel gesehen hätte. Das haben wir auf’s nächste Mal verschoben. Dafür gefiel mir der Weg zur Freiheitsstatue, die sich auf einer sehr schmalen Insel mitten in der Seine befindet. Darüber geht eine Brücke und dort drunter gab es etwas, das ich so noch nie gesehen habe: ein Fitnessstudio im Freien für jedermann und kostenlos. Mit richtigen Geräten zum Workout, für alle Muskelgruppen und jede Altersklasse. Man sollte allerdings größer als 1,40 Meter sein. Und das stand einfach dort, nicht eingezäunt und in sichtlich gutem Zustand. Bei uns wäre so etwas wahrscheinlich innerhalb von Tagen irgendwelchen Randalierern zum Opfer gefallen.

Paris muss man sich, wie auch NYC, erlaufen. So gingen wir am ersten Tag vom Eifelturm bis zum Invalidendom; querten dann die Seine am Grand Palais; wanderten von da aus am Place de la Concorde vorbei durch die Tuillerien zum Louvre; bestaunten dort die Massen an Menschen, die bei klirrender Kälte draußen standen und auf den Eintritt warteten und gingen dann weiter zur Ile de France um Notre Dame zu bewundern. Dann gingen wir wieder über die Seine am Hotel de Ville vorbei zum futuristischen Centre Pompidou. Dieses Objekt wollte ich unbedingt sehen, faszinierte es mich doch schon damals in dem Bildband. Doch das wie eine Fabrik aussehende Gebäude ist heute nur noch ein schmutziges graubuntes Etwas, dass so gar nicht zwischen die Häuser des Viertels passt und nicht annähernd so futuristisch aussah, wie ich es erwartet hatte. Auch davor tummelten sich lange Menschenschlangen und Hunderte von Tauben, die sich frierend in einer Ecke zusammenkauerten.

Besser gefiel mir dann doch Les Halles, das riesige Einkaufszentrum mit dem wie ein Flügel aussehendem Dach. Der Park davor ist leider noch eine große Baustelle, wird aber sicher sehr schön werden, wenn er einmal fertig ist. Ebenso gut gefallen hat mir das Palais Royal, mit der Kunstinstallation von schwarz-weiß gestreifter Pfeiler und dem großen Garten. Einer der Springbrunnen lief trotz der Kälte und an den Hecken blühten die letzten Rosen. Ein etwas irritierender Anblick bei Minusgraden.

Und natürlich musste ich mir auch das berühmt berüchtigte Rotlichtviertel entlang der Metrostationen Place Clichy, Blanche und Pigalle ansehen. Gerade in der Dämmerung machen die Geschäfte mit ihren Leuchtreklamen so einiges her. Eines der Geschäfte hieß sogar »Galactica«.

Beeindruckt bin ich nach wie vor von der Metro, deren Schächte und Stationen sich wie ein Labyrinth unterhalb der Stadt erstrecken. Da kann man ziemlich schnell die Orientierung verlieren und schweres Gepäck sollte man auch nicht unbedingt mit sich rumschleppen. Am beeindrucktesten war die Pünktlichkeit, alle vier Minuten fährt ein Zug, da gibt es garantiert keine langen Wartezeiten. Und das Beste war, dass man vom 31. Dezember 17:00 Uhr bis zum 1. Januar 12:00 Uhr mittags für eine Fahrt mit der Metro nichts bezahlen musste.

Hier nun ein paar optische Eindrücke.

Im Palais Royal
Raffinerie oder Kunstmuseum
Ein Hauch von Frühling
Denkt ihr auch, was ich denke?
Auch Paris hat seine Wolkenkratzer
Galaktisch!

Reise nach Paris – ein gescheiterter Versuch

Paris Dezember 2016

Paris – bereits für mich als zehnjährige hatte die Stadt eine ungeheure Faszination. Das lag hauptsächlich daran, weil ich ein großer Fan von Pierre Brice war, dem wahrscheinlich bekanntesten Franzosen in Deutschland. Ein paar Jahre später war es ein weiterer Franzose, der mein Teenager-Herz eroberte und auch er hieß Pierre (Cosso). Es war die Zeit, als im Fernsehen die Komödien »La Boum« und »La Boum 2« ausgestrahlt wurden. Beide Filme spielten in Paris.

Ich hätte damals sonst etwas dafür gegeben, dort hinfahren zu können und mir die Plätze anzusehen, die im Film gezeigt wurden. Aber das war natürlich nicht möglich. Für einen DDR-Bürger war Paris etwa genausoweit entfernt wie der Mond. Ich hätte mir also auch wünschen können, zum Mond zu fliegen, es hätte keinen Unterschied gemacht. Also blieb mir nichts anderes als die Lektüre von Büchern und auch die waren eher Mangelware. Ich versuchte einige Reiseführer über Paris in der Bibliothek auszuleihen, aber das war schwierig, weil die wenigen Bücher ständig verliehen waren und es lange Wartelisten gab. Irgendwann bekam ich von meinen Eltern einen Bildband geschenkt, mit dem Titel »Rendevous mit Paris«. Dort las ich mir viel Wissen über die Stadt an der Seine an und konnte zumindest anhand der Bilder nach Paris reisen.

1989 geschah dann das Unfassbare – die Mauer fiel und damit auch die Barriere, die mich von Paris trennte.

Im Januar 1990, ich war Fünfzehn, wollte ich es wissen. Findige Busunternehmer aus dem Westen boten den »ausgehungerten« Ostdeutschen die Möglichkeit günstig zu reisen, unteranderem auch nach Paris. Für 99 DDR-Mark fuhr man abends los, verbrachte dann den Tag in Paris und fuhr am darauffolgenden Abend wieder zurück. Meine Eltern wollten mir den Traum erfüllen, aber selbst nicht mitreisen. Sie vertrauten mich also zwei Bekannten an, die mitfahren wollten. Und so stand ich unter vielen fremden Leuten frierend in einer sehr kalten Januarnacht am Bahnhof und wartete auf den Bus, der irgendwann vor Mitternacht ankam und schon brechend voll war. Ich bekam irgendwo ganz hinten einen Platz und schon ging die Fahrt los. Der Busfahrer gab Gas, weil er dem engen Zeitplan wohl schon ziemlich hinterherhinkte, was auf der schlechten und kurvenreichen Strecke durch den Thüringer Wald keine ruhige Fahrt bedeutete.

Nun litt ich schon immer an etwas, das im Englischen die schöne Bezeichnung »motion sickness« hat und für dass es eigentlich kein richtiges deutsches Wort gibt. Drastisch ausgedrückt, mir wurde schlecht und ich kotzte mir auf den 30 Kilometern bis zur bayrischen Grenze die Seele aus dem Leib. An der Innerdeutschen Grenze hielt der Bus wegen der Passkontrollen, die es ja nach wie vor gab und der Reiseleiter überzeugte mich davon, lieber auszusteigen, da sich mein Zustand sicher nicht verbessern würde. Mein Einwand, dass, wenn ich vorne sitzen könnte, es schon gehen würde, wurde ignoriert. Ich bekam meine 99 Mark in die Hand gedrückt und wurde in die Obhut der DDR-Grenzbeamten übergeben. Dann fuhr der Bus weiter – ohne mich.

Ich war am Boden zerstört, hinzu kam die Angst, weil mich die Grenzpolizei wie einen Grenzbrecher behandelte. Ich wurde in ein Büro geführt in dem hinter einem Schreibtisch ein strenger Beamter saß, der mich verhörte. Er tippte auf der alten Schreibmaschine sogar ein Protokoll und rief anschließend meine Eltern an.

Es war nach Mitternacht. Mein Vater hatte, nachdem meine Eltern vom Warten ziemlich durchgefroren waren, vor dem Zubettgehen noch einen Schnaps getrunken. Nun blieb ihm nichts anderes übrig, als ins Auto zu steigen, um mich abzuholen. Und wie das so ist mit den Zufällen, just in dieser Nacht gerieten sie in eine Polizeikontrolle. Mein Vater erklärte den Beamten die Situation und sagte auch, dass er Alkohol getrunken hatte. In der DDR galt die Null-Promille-Grenze und man legte sich besser nicht mit der Polizei an. Der Vorschlag des Beamten war, dass meine Mutter ja fahren könne. Sie hatte zwar einen Führerschein, war aber mindestens fünfzehn Jahre nicht gefahren. Sie versuchte es zumindest, würgte den Trabbi aber immer wieder ab. Irgendwann hatte der Polizist ein Einsehen. Er ließ meinen Vater blasen und da das Messgerät nichts anzeigte (laut meinem Vater gab es da wohl einen Trick …), durften meine Eltern weiterfahren.

Gegen drei Uhr morgens nahmen sie mich wieder in Empfang und um vier Uhr waren wir wieder zuhause. Damit endete meine Reise nach Paris. Von dem Trauma habe ich mich lange nicht erholt und habe vielleicht deshalb all die Jahre nie wieder versucht nach Paris zu fahren.

Deswegen war ich so alarmiert, als ich am 29.12.2016 in Stuttgart auf der Anzeigetafel las, dass der Zug nach Paris ausfällt. Da befürchtete ich schon, dass es mit meiner Parisreise wieder nichts werden würde, aber zum Glück ist ja dann doch alles gut gegangen. Wahrscheinlich nur deshalb, weil ich meinen Mann dabei hatte.

Ungewohntes Bewegungsmuster

Es gibt einen Grund, warum mir heute schon den ganzen Tag der linke Gesäßmuskel schmerzt – Muskelkater! An einer Stelle an der ich ihn nicht erwartet hatte. Gestern war ich davon ausgegangen, dass mir der rechte Arm weh tun würde, aber nun ist es die linke Ar…backe.

Nein, ich habe nicht zu viel gesessen, ich war gestern zum Bowling. Zum ersten Mal übrigens in meinem Leben und das, obwohl ich früher im Kegelverein meines Vaters ab und zu mal Kegel aufgestellt habe. Zu meiner großen Überraschung habe ich mich gar nicht so blöd angestellt, wie ich das sonst bei solchen Aktivitäten tue. Na gut, einmal habe ich die Kugel hinter mich geworfen, aber nur weil sie mir aus der Hand gerutscht ist. Und ich habe dabei auch niemanden verletzt. Aber ich kann auch zwei Strikes auf meinem Konto verbuchen, bei fünfunddreißig Durchgängen.

Das Trekkdinner München veranstaltet jedes Jahr am 6. Januar das obligatorische Trekbowling. In diesem Jahr zum ersten Mal zusammen mit Teilen des Dr. Who Stammtisches München, von dem sich ein Teil wiederum aus dem PERRY RHODAN-Stammtisch »Ernst Ellert« rekrutiert. Damit hatte ich nicht nur die Gelegenheit beim Trekdinner über STAR TREK bzw. den neuen STAR WARS-Film zu plaudern, sondern auch endlich mal über PERRY RHODAN. Und dann war da noch ein ehemaliges Trekdinnermitglied zu Gast, das die vergangenen neun Jahre in Neuseeland verbracht hat, da gab es natürlich ebenfalls viel zu erzählen.

Wir sind dieses Mal mit dem Zug angereist, weil die Straßenverhältnisse es bei der eisigen Kälte es nicht zugelassen haben und wir waren anschließend noch mit den Stammtischlern beim Italiener, der qualitativ nicht schlecht war, aber … bei dem ich zum ersten Mal trotz Mahlzeit, hungrig aus einem Restaurant gegangen bin. Das Üppigste an den »Portiönchen« war der Preis. (Die Münchner sind das schon gewohnt.) Wir haben uns dann am Ostbahnhof noch was beim Bäcker gekauft.

Dennoch war es ein schöner Tag, mit neuen und alten Freunden und viel Spaß.

Hier kann man die Fotos ansehen, die Sandra gemacht hat.

Abenteuer Deutsche Bahn

Unseren Kurztrip nach Paris hatten wir über Ameropa gebucht, was auch die Anreise mit der Deutschen Bahn beinhaltete. Und wie sollte es anders sein, klappte weder die Verbindung auf der Hin- noch auf der Rückreise.

Hinwärts kamen wir planmäßig bis Stuttgart, weil wir fast eine Stunde Aufenthalt hatten, gingen wir einen Kaffee trinken. Die Meldung, dass der ICE aus Paris mit einer halbe Stunde Verspätung angezeigt wurde, registrierte ich zwar, schuf gedanklich aber keine Verbindung zu unserer Abfahrt. Das hätte ich mal lieber tun sollen, denn als wir wieder in Richtung Gleis wollten, stand auf der großen Anzeigetafel, dass der Zug nach Paris wegen Vandalismus heute leider ausfällt. Uff! Jetzt war ich mir sicher, dass es eine übernatürliche Macht gab, die mich nicht nach Paris lassen wollte. Zumal ein erster Versuch bereits vor mehr als fünfundzwanzig Jahren gescheitert war. Sollte es auch diesmal wieder so sein? Ich steuerte den Servicepoint an und bekam von der netten Mitarbeiterin eine Verbindung nach Karlsruhe in die Hand gedrückt. Wir sollten den nächsten ICE nehmen und man würde in Karlsruhe einen Ersatzzug organisieren. Okay, so kamen wir erstmal weiter und sollten wir tatsächlich in Karlsruhe stranden, war mir das auch recht.

Während der Fahrt von Stuttgart nach Karlsruhe zückte ich erstmal mein iPad und informierte mich, was denn eigentlich los war. Die Information »wegen Vandalismus« war ja doch ziemlich ungewöhnlich. Wie ich schnell herausfand, hatte es in Bruchsal einen Brandanschlag auf eine Bahnanlage gegeben, die zu einer Stellwerkstörung geführt hatte. Dadurch musste auch der IC mit dem wir nach Karlsruhe fuhren, umgeleitet werden. Wir kamen daher gut zwanzig Minuten später in Karlsruhe an, als im Fahrplan vorgesehen. Über das Onlineportal der Bahn hatte ich auch in Erfahrung gebracht, dass unser Zug, mit dem wir eigentlich von Stuttgart nach Paris fahren wollten nur bis Karlsruhe gefahren war und nun dort auf uns wartete. Diese Information hätte man uns ja auch durchaus schon in Stuttgart, zumindest aber in dem IC geben können, mit dem wir unterwegs waren, schließlich waren wir nicht die einzigen Fahrgäste nach Paris.
Letztendlich stiegen wir in Karlsruhe in den wartenden Schnellzug nach Paris und fuhren mit fast fünfunddreissig Minuten Verspätung los. Vor Straßburg, dann ein unerwarteter Halt. Zumindest der Zugführer nahm es mit Humor und teilte den Fahrgästen mit: »Es sind Ferien, weshalb sich spielende Kinder im Gleis aufhalten und sich die Weiterfahrt verzögert.« Dennoch kamen wir trotz aller Schwierigkeiten heil in Paris an, wenn auch mit 58 Minuten Verspätung. Dafür bekam jeder Reisende auf dem Bahnsteig von den französischen Bahnangestellten eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt.

Die Rückfahrt war ebenso unterhaltsam wie nervig. Durch den Nebel und die Kälte hatte sich an den Oberleitungen der Hochgeschwindigkeitsstrecke Eis gebildet. Das schien den Zugführer aber nicht zu stören und so jagten wir mit ca. 320 km/h durch die französische Provinz. Dauernd schepperte und rumpelte es oberhalb und unterhalb des Waggons. Mitunter dröhnten die Schläge ziemlich besorgniserregend. Das Eis wurde vom Stromabnehmer von den Leitungen gerissen und flog mit lautem Getöse aufs Dach und gegen die Seiten des Zugs. Ich fragte mich nicht nur einmal, warum der Zug denn nicht langsamer fuhr, denn das hörte sich gar nicht gut an.
In Straßburg standen wir dann zwanzig Minuten am Bahnsteig, bis endlich jemand eine Durchsage machte. Die Eisklumpen hatten wohl mehrere Scheiben im hinteren Waggon zu Bruch gehen lassen. (Da musste man kein Prophet sein, um das vorherzusagen.) Es war unklar, ob wir unsere Fahrt überhaupt würden fortsetzen können. Das machte unseren eng gesteckten Zugfahrplan zunichte. Denn wir hätten in Stuttgart nur 13 Minuten Zeit zum Umsteigen gehabt. Nach sag und schreibe 50 Minuten kam endlich die erlösende Durchsage, dass es tatsächlich weiterging. Es waren übrigens die einzigen zwei Durchsagen in der ganzen Zeit. (Typisch Informationspolitik der Deutschen Bahn.) Weil wir im vorletzten Wagen saßen und ich neugierig bin, war ich kurz ausgestiegen und hatte mir das Dilemma mal angesehen. Man hatte Folie von außen auf die gebrochenen Scheiben geklebt und von innen die Rollos heruntergezogen.
Unseren Anschluss würden wir nicht schaffen, aber zumindest fuhren wir wieder. Der Umstieg in Stuttgart in einen ICE klappte dann problemlos und auch auf der Fahrt mit dem MERIDIAN ereigneten sich keine weiteren Vorfälle, obgleich es schneite. Allerdings waren wir wieder eine Stunde später daheim als geplant.

Das war meine erste Bahnfahrt in diesem Jahr und sie endete mit einer Stunde Verspätung. Ich werde dem Beispiel eines befreundeten Bloggers folgen und in diesem Jahr eine Liste über alle meine Zugfahrten mit allen Verspätungen führen. Bin schon sehr gespannt, was dabei herauskommt.

Da bin ich gewesen!

Puha! Gerade heimgekommen bei Eis und Schnee; eine Stunde später als geplant, wegen eingeschlagener Fensterscheiben im ICE. Man sollte bei vereisten Oberleitungen eben nicht mit Tempo 320 km/h fahren. Das musste so kommen!

Egal es war trotzdem ein wunderschöner Kurzurlaub, und ich habe mir nach bald dreißig Jahren endlich meinen Kindheitstraum erfüllt.  In den nächsten Tagen erzähle ich mehr davon.

Ich war nämlich hier:

Paris im Nebel