Kinobesuch schwer gemacht

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Mal ehrlich, da wollte ich mit meinem Vater seit fast dreissig Jahren mal wieder gemeinsam ins Kino und dann das.

Dabei hatten wir uns so sehr auf den Film »Bob der Streuner« gefreut. Die Geschichte um einen drogenabhängigen jungen Mann, der von einem roten Kater gerettet wird, hatte mich vor drei Jahren tief berührt. Selbst mein achtzigjähriger Vater hat den Bestseller mit Begeisterung gelesen, obwohl er sonst nie Romane liest. Und nun wird die Verfilmung im Kino meiner Heimatstadt nicht gespielt, sondern nur im Nachbarort und zu Zeiten, an denen bei diesem Wetter ganz sicher keiner mehr unterwegs sein möchte, nämlich um 21 Uhr. Meine Hoffnung, dass ich mir den Film wenigstens zusammen mit meinem Mann in Oberbayern ansehen kann, haben sich bei einem Blick aufs Kinoprogramm verflüchtigt. Das nächste Kino, in dem der Film läuft, ist 30 Kilometer entfernt. Zur Zeit bei ca. 40 cm Schnee und fast zweistelligen Minusgraden, ist das keine Option abends so weit zu fahren. Nicht mal die Kinos in Rosenheim haben den Film im Programm. Die Alternative wäre Salzburg, doch das ist ebenfalls 30 Kilometer entfernt und zur Kinokarte kämen noch gepfefferte Parkgebühren. Das kann einem die Freude am Kinogehen schon vermiesen. Nein, da warte ich lieber, bis es den Film auf DVD gibt.

Ich verstehe den Filmverleih nicht, der die Kopien nur an einige wenige Kinos in Deutschland verteilt. Der Roman war ein Bestseller, den haben sehr viele Leute gelesen. Zumindest ist das Interesse an dem Film in meiner Bekanntschaft sehr groß. Viele der Leser gehen wahrscheinlich nie ins Kino, hätte sich das aber bei diesem Film bestimmt überlegt. Und vielleicht hätten sie nach einem Besuch festgestellt, dass man ja mal wieder öfter ins Kino gehen könnte. Das ist in meinen Augen eine vertane Chance a mehr Besucher in die Kinos zu locken und b aus dem Bestseller auch noch einen Blogbuster zu machen.

Das einzige was mir momentan bleibt, ist den Trailer anzusehen. Sehr schade!

2 thoughts on “Kinobesuch schwer gemacht

  1. Wirklich schade! Meine bessere Hälfte und ich haben den Film vergangenen Samstag gesehen. Bob ist einfach unübertrefflich. Der Film ist allerdings keine harmlos-witzig-niedliche Unterhaltung. Bob steht nicht ganz im Mittelpunkt, eigentlich geht es um James Bowens Weg aus der Drogenabhängigkeit.

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