Der Gehirntransporter

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 318 – »Eskalation« von Rüdiger Schäfer

Perry Rhodans Sohn Thomas offenbart nach seiner Heilung von der Aphilie den Plan Catrons. Der Biocomputer will den zwanzig Milliarden Menschen auf der Erde die Gehirne zu entnehmen und diese mittels des gigantischen Raumschiffes BASIS nach M87 zu bringen. Das wollen Rhodan und seine Mitstreiter unbedingt verhindern. Während Sylvia Demmister und Sergio Percellar auf der Erde versuchen, die geplante Aktion der Gehirnentnahme zu verzögern oder zumindest zu stören, beschließt Perry Rhodan die BASIS zu sabotieren. Das im Auftrag Catrons gebaute Schiff, besteht aus einem ausgehöhlten Asteroiden und enthält eine große Flotte an Raumschiffen. Diese Flotte wird Perry Rhodan auch benötigen, denn Catron war in den achtzig Jahren seiner Herrschaft nicht untätig und hat auch die Terranische Flotte aufgerüstet. Die sorgt nun dafür, dass alle Menschen auf der Erde großflächig paralysiert und von einer Armee an Robotern zu den überall auf der Erde gebauten Operationszentren gebracht werden.
Der Avatar der Schiffspositronik der BASIS – Demeter Hamiller – steht auf der Seite von Perry Rhodan und hilft ihm bei der Zerstörung der Frachtzylinder, in die die Gehirne eingelagert werden sollen. Bei dem Sabotageakt opfert sich ein Posbi. Doch dessen Opfer ist umsonst, denn Catron lässt sich davon nicht beeindrucken. Rhodan würde gern den Dimetransantrieb der BASIS zerstören, kommt aber wegen der gefährlichen Strahlung nicht mal in dessen Nähe. Demeter kann die Schlichter auf der BASIS so lange hinhalten, bis Rhodan mit Hilfe der Posbi Monade, eines Ministrels und dem Posbifragmentraumer die Steuerung über die auf der BASIS stationierte Flotte übernehmen kann. Gemeinsam mit der PERLENTAUCHER fliegen sie zur Erde, wo die finale Schlacht zwischen ihnen und der Terranischen Flotte entbrennt. Durch die Zerstörung des Posbiwürfels kann der Asteroid, mit dem NATHAN auf dem Mond bedroht wird, vernichtet werden. Der befreite NATHAN übernimmt die Steuerung aller Schiffe, auch die der Terranischen Flotte und beendet die Auseinandersetzung.
Doch Catron hat noch ein Ass im Ärmel, die Immunen auf dem Mars.

Hm! Das ist eine ganz schöne Materialschlacht, die sich hier vor den Augen der Leser abspielt. Ein riesiges neues Schiff (sechzehn mal acht Kilometer) zwei gewaltige Flotten mit gigantischen Raumschiffen. Dazu unzählige globale Operationszentren mit Millionen von Robotern, um den zwanzig Milliarden Menschen die Gehirne zu entnehmen. Da fragt man sich, wo die Rohstoffe dafür herkommen sollen, wenn doch das Solsystem vom Rest der Galaxis durch den Schirm abgeschnitten ist. Die Frage was Catron mit den Gehirnen in M87 will, spreche ich nicht mal aus. Braucht es die physischen Organe überhaupt, um sich die Bewusstseinsinhalte der Menschen einzuverleiben? Die Frage ob dieses sogenannte Neuronat überhaupt funktioniert, versuchte Thomas Rhodan da Zoltral offenbar selbst herauszufinden. Mit negativen Ergebnissen, die unteranderem Demmister und Percellar nutzen, um die Aphiliker vom Gang zur Gehirnentnahme abzubringen. Obgleich das alles sehr gigantisch und überwältigend klingt, erscheint mir das ganze Konstrukt wenig überzeugend.

Die Sabotage der BASIS wirkt ein bisschen wie ein Himmelfahrtskommando bei dem Perry Rhodan keine gute Figur macht. Mir ist nicht verständlich, warum sich der eine Posbi bei der Zerstörung der Frachtzylinder opfert und der andere aber nicht. Obwohl er leicht in die angeblich verstrahlte Antriebssektion kommen würde, in die kein Mensch vordringen kann. Ein Held, wie Perry eigentlich einer sein sollte, hätte unter Umständen sein Leben geopfert, um das von zwanzig Milliarden Menschen zu retten. Vielleicht hätte ihm die Strahlung durch seine Unsterblichkeit gar nichts anhaben können. Aber dann wäre die Serie zu Ende.

Die Lösung, die letztendlich für den Durchbruch sorgt, geistert mir schon seit Rhodans Besuch auf dem Mond durch den Kopf. Warum zerstört die PERLENTAUCHER oder der Posbiwürfel nicht in einem überraschenden Angriff den Asteroiden in der Mondumlaufbahn? Dann wäre NATHAN frei und das Thema Catron erstmal erledigt. So wird das alles durch die Handlung auf der BASIS und die Kämpfe zwischen den Flotten unnötig verkompliziert.

Spannung kommt bei der Handlung trotzdem wenig auf, da sich Rüdiger Schäfer vor allem im Mittelteil zu einigen langatmigen Innenbetrachtungen hinreißen lässt. Dabei – das ist mir schon in seinen letzten Romanen störend aufgefallen – lässt er immer öfter seine Protagonisten mit erhobenem Zeigefinger predigen, sei es in den Absätzen über die Verbreitung von Fakenews oder Rhodans Ansichten zur Masernimpfung. Überhaupt ist der Anteil medizinischer Erklärungen in diesem Roman besonders hoch. Da der Autor sich beruflich damit auskennt und offensichtlich auch sehr dafür interessiert, haben diese Abschnitte einen großen Anteil an der Handlung. Mir ist das stellenweise zu detailliert. Frei nach dem Motto: »Bringe deine Kenntnisse an den Mann, selbst wenn sie nicht gefragt sind.« Nein, ich will das gar nicht so genau wissen. Es ist für die Handlung auch nicht essentiell, im Gegenteil. Es schafft Probleme, wo sonst keine wären. Wenn schon Thomas Rhodans Körper solche Schwierigkeiten hat, die Auswirkungen von »Jungbrunnen« zu verkraften. Wie Bitteschön sollen das zwanzig Milliarden Menschen heil überstehen? Wobei ich auch nicht weiß, wo man die vielen Dosen des Heilmittels herbekommen will.

Das Demmister und Percellar auf der Erde zurückbleiben, während Perry und Thora zur BASIS aufbrechen, kann ich zumindest in Ansätzen nachvollziehen. Aber warum man Rhodan zusammen mit einem neuen Team aus unbekannten Leuten auf die BASIS schickt, die dann bis auf ihre Aufgabe als Stichwortgeber keine tragende Rolle spielen, ist mir komplett unverständlich. Wenn ich raten dürfte, würde ich sagen, dass es der Vorbereitung auf den kommenden Zyklus dient und uns hier schon mal die neuen Charaktere vorgestellt werden sollen.

»Eskalation« ist einer der wenigen Romane von Rüdiger Schäfer mit dem ich nicht so viel anfangen konnte. Es fehlte einerseits die Spannung während andererseits die für Perry und Co ausweglos scheinende Staffelhandlung mittels ein paar Kniffe im Exposé wieder gerade gerückt wird. Die Stärke des Autors ist und bleibt der Charakterroman, das wird mit dieser Geschichte und nach dem unsäglichen NEO 313 (»Zeitfrass«) wiederholt deutlich.

Weihnachtsstimmung auf dem See

Ist das nicht romantisch?

So sah es am Freitagnachmittag am Bootsanleger in Gstadt am Chiemsee aus. Die Firma, für die ich seit Oktober arbeite, hatte zur Weihnachtsfeier auf die Fraueninsel geladen. Noch lag der Schnee, der am vorangegangenen Wochenende in Massen gefallen war, es war trocken und kalt. Die Lichter der Boote leuchteten über dem See und die Blesshühner stießen schrille Rufe in die hereinbrechende Nacht. Ich konnte mich gar nicht sattsehen, an dem tollen Panorama – vorn der See, dahinter die Berge. Wir wohnen schon in einer verdammt schönen Gegend, das muss man sich immer wieder vor Augen halten.

Die Feier war ebenfalls schön, obwohl ich ich von den hundert Leuten nur einen Bruchteil kannte. Das Essen – ich hatte Filet vom Seesaibling – war hervorragend und der Nachtisch erst … Außerdem habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Lesung gehalten. Die Neuen in der Firma mussten nämlich jeder etwas zum Programm beitragen.

Als wir uns dann am späten Abend mit dem Wassertaxi im Dunkeln wieder an Land bringen ließen, war ich sehr angetan von dem Erlebten.

Hier noch ein paar weitere Bilder:

Das Klausbuch zum 60.

Endlich darf ich es vorzeigen. Das Projekt, was mich jetzt ein Jahr lang beschäftigt hat. Ab sofort darf ich mich Herausgeberin nennen.

Hier der offizielle Ankündigungstext:

Dem Aufruf »Eine Geschichte für Klaus« sind viele Kollegen, Freunde und PERRY RHODAN-Fans gefolgt, um dem Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie – Klaus N. Frick – ein würdiges Geschenk zum 60. Geburtstag zu machen. Namhafte Autoren und Autorinnen widmen ihm ihre ganz persönlichen fantastischen Geschichten. Mal ist er Teil davon, mal wird er am Rande erwähnt, und mitunter spielt der Raumfahrer Perry Rhodan darin eine wichtige Rolle. So entstand eine Anthologie mit Storys aus unterschiedlichen Genres, versehen mit farbigen Illustrationen sowie Fotos von Klaus N. Frick aus den letzten Jahrzehnten. So ein Geburtstagsgeschenk bekommt nicht jeder.
Der Titel des Buches ist Zitat aus der PERRY RHODAN-Serie, das bei den Fans längst zum geflügelten Wort geworden ist. Welcher Spruch wäre passender für jemanden, der seit Jahrzehnten die Richtung der Serie bestimmt und beinahe alles darüber weiß?

Christina Hacker & Alexandra Trinley (Hrsg.)
»Das wüsste ich aber!«
60 Jahre Klaus N. Frick
AndroSF 96
p.machinery, Winnert, 9. Dezember 2023, 368 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 359 8 – EUR 22,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 745 9 – EUR 7,49 (DE)

Mit einem Titelbild von Thomas Rabenstein.

Bestellen kann man das Buch im SpaceShop der PRFZ. PRFZ-Mitglieder zahlen bei der ausschließlichen Bestellung des Buchs keine Versandkosten.

Die SOL in geheimer Mission

Manch ein Mitglied der PERRY RHODAN-FanZentrale hat sich in den letzten Wochen vielleicht gefragt, warum die SOL noch nicht bei ihm eingetroffen ist. Eigentlich wäre sie in der zweiten Novemberhälfte fällig gewesen.

Nein, wir haben nicht gebummelt, wir waren in geheimer Mission unterwegs. Die Druckdaten der SOL waren pünktlich Anfang November in der Druckerei, wir haben nur die Auslieferung des Magazins verzögert, damit die Überraschung perfekt ist.

Welche Überraschung? Und von was schreibt die da eigentlich, wird sich jetzt der eine oder andere denken.

Es hat etwas mit dem Schwerpunkt der Ausgabe 112 zu tun. Der zielt nämlich auf den 60. Geburtstag von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick ab. Und weil wir natürlich nichts verraten wollten, gab es auch keine Vorankündigung wie gewohnt. Es sollte eine Überraschung für Klaus werden, die wir erst zu seinem Geburtstag lüften wollten. Das bezieht sich wiederum auf einen Teil des Inhalts des Schwerpunktes, denn hier stellen wir einige Beiträge aus der Geburtstags-Anthologie vor, die Alexandra und ich in vielen Stunden Arbeit für Klaus zusammengestellt haben und die ab sofort im SpaceShop erhältlich ist. (Mitglieder können das Buch Versandkostenfrei bestellen, sofern sie nur das Buch kaufen möchten.) Klaus N. Frick kommt in einem Interview in der SOL 112 selbst zu Wort. Wir haben ihn über seine Arbeit für die PERRY RHODAN-Serie befragt.

Weiterer Inhalt der SOL 112 ist unter anderem ein Interview mit Dietmar Schmidt, der nicht nur Romane für die Miniserien und für NEO schreibt, sondern hauptberuflich als Übersetzer für Bastei Lübbe arbeitet und hier vor allem Bestseller übersetzen darf. Wir sprechen mit ihm darüber, was eine gute Literaturübersetzung ausmacht und warum ein Algorithmus einen menschlichen Übersetzer nach wie vor nicht ersetzen kann.

Abseits der gewohnten Besprechungen der PR-Erstauflage und NEO gibt es einen Bericht von den SciFi-Days in Speyer. Nils Hirseland erzählt, wie es bei DORGON weitergeht, zuzüglich einer Kurzgeschichte. Es gibt Besprechungen der letzten beiden FanEditionen sowie von Rüdiger Schäfers Krimi »Die Wellensittichmorde«. Frank G. Gerigk und Andreas Weiß stellen das Infanterie-Unterstützungsvehikel »Kleine Faust« vor inklusive der dazugehörigen Risszeichnung.

Apropos Risszeichung! Als Besonderheit und kleines Dankeschön an die treuen Fans liegt der letzten Ausgabe des Jahres 2023 ein Risszeichnungsposter bei. Gezeichnet hat es Gregor Sedlag für die PERRY RHODAN-Miniserie Atlantis 2. Extra für die Leser und Leserinnen der SOL hat Gregor die Zeichnung coloriert. Dieses Poster ist nur in Kombination mit dem Magazin erhältlich.

Das schöne Titelbild hat uns dieses Mal Alfred Kelsner zur Verfügung gestellt.

Die SOL 112 wird die Mitglieder im Laufe der 50. Kalenderwoche erreichen, wenn sie nicht schon angekommen ist.

Ein Land am Rande des Abgrunds

Als ich im Dezember 1998 den Wintereinbruch in New York City erlebte, wunderte ich mich sehr. Drei Schneeflocken und die Stadt versank im Chaos. Gesperrte Flughäfen, unpassierbare Straßen, ausgefallene Züge waren für Tage Normalität in der Stadt. Die New Yorker nahmen es gelassen und ich staunte, wie ein solches eigentlich hochtechnologisches Land wie die USA eine derart marode Infrastruktur haben konnte, dass ein paar Schneeflocken ausreichten, um es ins Chaos zu stürzen.

Heute erinnere ich mich wieder daran. Ich war am Wochenende mit dem Zug unterwegs, eigentlich wollte ich nicht fahren, weil ich mich nicht so gut gefühlt habe. Aber wenn die Eltern beide krank sind, da muss man einfach nach ihnen sehen. Das Ende vom Lied – ich bin am Montag nicht wieder nach Hause gekommen, weil bei der Bahn im Süden nichts mehr ging.

Dass es am Samstag schlimm war und es zu Zugausfällen gekommen ist, geschenkt. Das war reichlich Schnee der da innerhalb kürzester Zeit gefallen ist. Aber dass das Problem am Montag immer noch bestand und ich nicht zurückfahren konnte, war schon ärgerlich. Und eigentlich hatte mir die Bahn geraten, heute auch noch nicht zu fahren und lieber auf morgen zu warten. Wie stellen die sich das vor? Ich muss arbeiten gehen. Soll ich deswegen extra Urlaub nehmen, weil die es nicht hinbekommen, eine Srecke zu räumen, die zu den wichtigsten Transitstrecken im Süden der Republik gehört. Was wäre das für ein Aufschrei gewesen, wenn man die A8 für vier Tage einfach dicht gemacht hätte, weil man nicht genug Räumfahrzeuge hat. (Gut, dass ist tatsächlich schon mal passiert, 2013 wurde ein Teil der Autobahn durch Hochwasser weggespült.) Den Aufschrei hätte man bis nach Berlin gehört. Doch dieses Mal – Nichts!

Ich bin heute morgen in den ersten Fernzug gestiegen, den ich erwischen konnte und bin auf gut Glück gen Süden gefahren. Ich fand beim Umstieg in den ICE sogar einen freien Platz, obwohl die BahnApp den Zug als überfüllt angezeigt hat. Der hatte dann zwar Verspätung, weil er auf der Strecke herumstehenden Güterzügen ausweichen musste, aber er kam zumindest in München an. Da war dann aber auch Schluss! Fahrten nach Traunstein oder sogar Österreich und Italien – Fehlanzeige! Die Passagiere strandeten in München.

Ich hatte im Vorfeld herausgefunden, dass zumindest die S-Bahnen vereinzelt wieder fuhren und stieg in die S6 nach Ebersberg. Die fuhr zwar auch nur bis Grafing Bahnhof, aber das war mir dann egal. Ich ließ mich dort von meinem Mann mit dem Auto abholen. Der hat extra eher Feierabend gemacht und ist die 70 Kilometer hin und mit mir wieder zurückgefahren. Ohne ihn wäre ich wohl nicht angekommen, zumindest nicht heute Nachmittag.

Laut den Verantwortlichen fehlte es an Technik und an Personal. Die Politik schreit schon nach einer Untersuchungskommission, obwohl sie es war, die die Bahn Jahrzehntelang zum Sparen gezwungen hat. Es kann nicht sein, dass für solche extremen Notfälle keine Technik da ist. Das waren ein paar Zentimeter mehr Schnee als üblich. (Wobei ich behaupte, dass es bei uns in der Region 2019 noch viel mehr geschneit hatte.) Was wollen die denn machen, wenn es wirklich mal eine richtige Katastrophe gibt? Vermutlich geht dann Jahre oder Monate nichts mehr. Siehe Ahrtal.

Wir werden uns wohl an solche Szenarien gewöhnen müssen und das nicht nur auf der Schiene. Unser Land ist marode, da bröckelt nicht mehr nur der Putz, sondern da stürzen Decken von Hörsälen ein (Uni Marburg), da gehen Gasleitungen reihenweise kaputt (fünf Havarien im Saalfeld in den letzten sechs Monaten) vom Straßen und Schienennetz ganz zu schweigen. Das alles ist eine Katastrophe mit Ansage. Die Politik weiß das seit Jahren, gemacht wurde nichts dagegen. Ausbaden muss es der Steuerzahler und zwar gleich doppelt. Einmal finanziell durch steigende Steuern und zweitens am eigenen Leib wenn er frierend irgendwo in der Pampa stecken bleibt.

Um das ganze Ärgernis noch zu ergänzen: Die Informationspolitik der Deutschen Bahn ist bekanntlich nicht die beste, aber die Null-Information der Bayrischen Regio Bahn toppt das noch mal um Längen. Nicht nur das es genau zwei Meldungen auf der Internetseite der BRB gab, am 2.12. und am 4.12. In keiner gab es verwertbare Infos oder gar Prognosen. Sinnigerweise fiel ausgerechnet heute noch das Auskunftssystem aus. Zugausfälle und Verspätungen wurden nicht angezeigt. Ein Schelm wer böses dabei denkt!

Kampf um die Wahrheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 317 – »Wahrheitskrieger« von Lucy Guth und Marie Erikson

Trevor Cassalle wird zur Leitfigur einer Widerstandsbewegung gegen die Führung der Aphilie. Neben Schlichtern schließen sich ihm auch Zivilisten an, die Antworten auf die Fragen rund um die gefundenen Gehirne möchten. Ihm auf der Spur ist Jocelyn Pinatauro. Der wurde vom Licht der Wahrheit beauftragt Cassalle zu töten, um den Widerstand der Wahrheitskrieger zu brechen. Doch seine Anschläge auf Cassalles Leben gehen allesamt schief.
Die Wahrheitskrieger stöbern bei einem Angriff auf das Gebäude von Pharamond in New York Professor Worthing auf. Der kann ihnen weitere Stützpunkte nennen, an denen Gehirne liegen, bevor er auf Befehl von Jocelyn Pinatauro erschossen wird. Einer dieser Stützpunkte befindet sich in Cardiff und wird merkwürdigerweise kaum von den Schlichtern bewacht. Cassalle macht sich auf den Weg dorthin, um herauszufinden was dort los ist. Er und seine Leute werden dort von einer Gruppe Schlichter in die Mangel genommen. Bevor es zu einem blutigen Gemetzel kommen kann, bietet Cassalle der Anführerin der Schlichter einen Deal an. Er zieht ab, wenn sie nichts in dem Gebäude von Pharamond finden. Sehr schnell stoßen sie dort jedoch auf eine unterirdische Anlage, die in keinem offiziellen Plan verzeichnet ist und in der lebendige Gehirne lagern, die miteinander vernetzt sind. In diesem Moment tritt nicht nur Pinatauro auf den Plan, sondern auch Catron. Der Biocomputer dessen Splitter sich in der Stele in Terrania befindet, befiehlt beiden die Zusammenarbeit, um herauszufinden, wer für die Versuche mit den vernetzten Gehirnen verantwortlich ist. Außerdem bekommen sie den Auftrag das Licht der Wahrheit und das Licht der Vernunft, Thomas Rhodan da Zoltral, zu eliminieren, da diese offensichtlich nicht mehr im Interesse Catrons handeln.
Auf der anderen Seite versuchen auch Perry Rhodan, seine Frau Thora und Roi Danton, sowie die beiden Agenten Sylvia Demmister und Sergio Percellar mehr über die Versuche der Aphiliker und das Medikament Jungbrunnen herauszufinden. Sie wollen Rhodan und Thoras Sohn Thomas mittels einer Dosis des Unsterblicheitspräparats von der Aphilie heilen, doch der hat alle Chargen vernichten lassen. Der einzige, der noch eine Dosis besitzt, ist Reginald Bull. Sie ist für Bulls Frau Stella Michelsen gedacht. Er wurde damit von Thomas Rhodan da Zoltral erpresst und hat deshalb behauptet Perry Rhodan sei das Licht der Vernunft. Michelsen gibt Rhodan die Dosis, gegen den Willen ihres Mannes.
Thora und Perry fliegen mit Demmister und Percellar ebenfalls nach Cardiff, wo Thomas ein Haus an der Küste besitzen soll. Zuerst suchen sie ihn aber im Stützupunkt von Pharamond. Mit Spiegelfeldern durchstöbern sie den Stützpunkt parallel zu Cassalles Leuten. Sie werden jedoch von Pinatauro entdeckt und festgesetzt. Mittels einer Ablenkung durch das Herbeirufen von Cassalle kann Rhodan mit der Dosis Jungbrunnen entkommen und ins Haus seines Sohnes eindringen. Perry hat Skrupel seinen Sohn einfach so zu überwältigen und ihm das Mittel zu spritzen und so kann Thomas entkommen. Perry folgt ihm und es kommt zum Kampf zwischen ihm und seinem Sohn. Zuletzt stecken beide in einem Opernhaus fest, das von Cassalles Leuten umstellt wird, der Thomas als Licht der Vernunft absetzt. Rhodans Sohn muss sich entscheiden, will er sich den Wahrheitskriegern ergeben und exekutiert werden oder will er unter der Bedingung, dass er sich das Medikament gegen die Aphilie spritzen lässt, von seinem Vater gerettet werden. Er entscheidet sich für Letzteres und die beiden können gemeinsam entkommen.
Catron ernennt Pinatauro zum neuen Licht der Wahrheit und Trevor Cassalle zum neuen Licht der Vernunft. Sie sollen in seinem Sinne weiterregieren, so wie es schon seit Jahrzehnten der Fall ist.

Ganz schön viel Stoff für einen NEO. Doch die beiden Autorinnen schaffen es mittels kurzer aber spannender Kapitel den Leser atemlos durch die Geschichte zu treiben, ohne dabei die Charakterisierung der Figuren zu vernachlässigen. Reginald Bulls Sorge um seine Ehefrau ist da genauso glaubwürdig dargestellt, wie Thomas Rhodans da Zoltrals Angst kein Aphiliker mehr zu sein, um den Verlust seiner Ehefrau Jessica Tekener verarbeiten zu müssen.

Besonders gut gefiel mir die Charakterisierung von Trevor Cassalle. Gerade als man denkt, er sei einer der Guten, tut er etwas, dass beweist, dass er nach wie vor wie ein Aphiliker denkt. Und selbst dem unsympathischen Pinatauro nimmt man den Eifer ab, mit dem er Cassalle hinterherjagt, um endlich seinen Auftrag zu erfüllen. Wobei ich immer noch mit dem spontanen Aufbegehren der aphilischen Bevölkerung hadere. Mein Eindruck war bisher, dass die meisten Aphiliker wenig entschlussfreudig und extrem befehlsgehorsam sind. In den ersten Romanen der Staffel hat keiner der Schlichter seine Aufgabe hinterfragt. Warum erst jetzt und nicht schon in den letzten 80 Jahren? Sind die geheimen Aktionen mit den Gehirnen, die Perry Rhodan aufgedeckt hat, wirklich so überraschend? Das hätte doch schon früher Mal jemanden auffallen müssen.

Was mir sehr missfiel, ist Rhodans Zögern seinem Sohn das Mittel zu verabreichen. Auf der einen Seite kommt er fast spielend an ihn heran (eher unglaubwürdig) und andererseits stellt er sich dann so dumm an. Anstatt den Sohn zu betäuben und das Mittel zu injizieren, redet er erst einmal ewig auf ihn ein, damit Thomas Zeit hat ihn zu überwältigen und zu fliehen. Die ganze Kampfszene über Cardiff fand ich eigentlich überflüssig, das war nur eine Show, die der spannende Roman überhaupt nicht nötig hatte. Witzig finde ich das Namedropping zu Thomas und Cardiff. So hieß Rhodans erster Sohn in der Erstauflage.

So langsam schält sich heraus, was im Solsystem passiert ist und wie das alles mit Catron (aus der Odyssee-Staffel) zusammenhängt. Da bin ich auf die nächsten Romane schon sehr gespannt.

»Wahrheitskrieger« ist ein rasant zu lesender Roman, der ein neues »Licht« in die Aphilie und der Familie Rhodan einen Familienzusammenführung bringt.

Eingeschränktes Bloggen

Falls sich jemand wundert, dass ich länger nicht gebloggt habe. Meine neue Arbeit ist zwar interessant und weitaus weniger stressig. Ich zeichne fast nur noch und muss nicht mehr telefonieren. Allerdings führte mein neuer Arbeitsplatz (neuer Stuhl, neuer Tisch, kleinere Monitore und mehr Zeichenarbeit) dazu, dass ich eine Sehnenscheidenentzündung (Maus-Arm) bekommen habe. Seltsamerweise nicht am Handgelenk, sondern unterhalb des Ellenbogens. Ich lasse nun abends den Computer aus und mache alles mit dem iPad, wobei mir nun zusätzlich noch die Schulter vom iPad halten weh tut.

Also reduziere ich momentan meine Online-Tätigkeiten und mache lieber manuelle Dinge. Heute habe ich beispielsweise 100 Weihnachtskarten für die PRFZ verschickt. Meine eigene diesjährige Karten-Kollektion muss ich noch basteln. Die Materialien und die Ideen habe ich jedenfalls schon.

Auf schmalem Grat zwischen Wahrheit und Gewalt

Quelle: Perrypedia PERRY RHODAN NEO Band 316 – »Jungbrunnen« von Rainer Schorm

Perry Rhodan wendet sich in einer Botschaft an die Bevölkerung und erzählt von den eingelagerten Gehirnen auf dem Mars und in Nairobi. Daraufhin geraten viele Aphiliker in Todesangst und Panik. Alle Dementis der Regierung helfen nicht, die Unruhen unter der Bevölkerung zu befrieden. Als dann noch die Sicherheitskräfte selbst ins Zweifeln kommen, eskaliert die Lage in blutiger Gewalt.
Sylvia Demmister und Sergio Percellar entschlüsseln derweil ein gestohlenes Datenkonglomerat. Die Informationen über das Medikament »Jungbrunnen«, das angeblich bei Aphilikern zu Wahnsinn führt und nur bei Immunen einen verjüngenden Effekt hat, führen sie zurück ins Stummhaus in Terrania, in dass sie vor einigen Wochen eingebrochen waren. Der Mediziner Adrian Skelouth, einstiger Peiniger von Demmister, wird von ihnen aus der Anstalt befreit, in die sie ihn vor Wochen selbst gesteckt haben. Er kann ihnen nicht nur wichtige Hinweise zu den entschlüsselten Daten geben, sondern wurde durch die experimentelle Behandlung mit Jungbrunnen von seiner Aphilie geheilt.
Zusammen mit dem Mediziner brechen Demmister und Percellar zum Herstellungsort des Medikaments auf. In den Arjai-Grotten, einem alten buddistischen Kloster, wird ein Teil der Inhaltsstoffe angebaut. Skelouth ist den dortigen Wissenschaftlern gut bekannt, daher bekommen Demmister und Percellar als Assistenten von Skelouth ungehinderten Zugang. Beide wollen einen Vorrat an Jungbrunnen an sich bringen.
Doch zum einen wird Jungbrunnen seit kurzem nicht mehr in den Arjai-Grotten hergestellt, andererseits wird Percellar auf Grund seines Exoskeletts enttarnt. Skelouth schickt Demmister als Pilotin eines Transporter voll Rohstoffen für Jungbrunnen zurück nach Terrania. Die täuscht ihren Abflug nur vor und dringt erneut in die Arjai-Grotten ein, um Percellar zu befreien. Auf der Suche nach ihrem Partner entdeckt sie das Geheimnis der zweiten Zutat für das Medikament – die Substanz C-XX wird aus menschlichen Gehirnen extrahiert. Deshalb konserviert das System der Aphiliker in geheimen Verstecken tausende menschliche Gehirne.
Als Demmister Percellar findet, soll ihm gerade das Gehirn entnommen werden. Sie kann einen Teil der Mediziner ausschalten, bevor sie selbst vom Sicherheitsdienst überwältigt wird. Adrian Skelouth rettet beide Agenten vor der Prozedur und flieht mit ihnen zurück nach Terrania. Auf dem Weg werden sie von Schlichtern verfolgt, ein Großteil der Fracht des Transporters wird beschädigt und im Stummhaus werden die verbliebenen Reste der Jungbrunnen Ingredienzien von einer geisteskranken Frau zerstört, die auch Adrian Skelouth in ihrem Wahn erschlägt. Demmister und Percellar stehen erneut mit leeren Händen da.

Das war ein sehr untypischer Roman von Rainer Schorm. Normalerweise ist der Autor für seine technischen Beschreibungen und wissenschaftlichen Erläuterungen in den NEO-Romanen bekannt. In diesem NEO überrascht er mit sehr viel Innenansichten von Sylvia Demmister, der ambivalenten Beziehung der beiden Agenten zueinander, einem zurückhaltenden Humor und einer Handlung, die bis zum Ende spannend bleibt.

Dass die ganze Aktion von Demmister und Percellar letztendlich völlig ergebnislos endet, ist nicht nur für die Betroffenen enttäuschend, sondern auch für mich als Leserin. Was außer der Erkenntnis, dass Jungbrunnen vermutlich die Aphilie heilt, ist denn am Ende geblieben? So viele Tode und Verletzte, so viel Schaden angerichtet … für was eigentlich? Was wollten die beiden Agenten mit dem Diebstahl von Jungbrunnen bezwecken? Zumal sie völlig allein und isoliert agieren. Das hat sich mir nicht so wirklich erschlossen.

Dabei beschreibt der Autor das Agentenduo sehr treffend. Die Unsicherheit über ihre Beziehung und die vielen kleinen Sticheleien, waren vergnüglich zu lesen. Ebenso Demmisters innerer Kampf mit den Rachegelüsten, die sie ihrem Peiniger Skelouth gegenüber verspürt. Das war alles sehr nachvollziehbar und einfühlsam verfasst.

Eine Parallelhandlung erzählt von Trevor Cassalle einem Polizeikommandanten aus Terrania, der im Mittelpunkt der bürgerkriegsähnlichen Ereignisse steht, die Perry Rhodans Rede ausgelöst hat. Er muss sich entscheiden, ob er für oder gegen das System kämpfen soll. Das ging mir dann aber doch ein bisschen zu schnell.

Wenn ich es richtig verstehe, dann wissen die meisten Aphiliker nicht, was sie tun müssen, weil es ihnen schwer fällt Entscheidungen zu treffen. Der verstärkte Lebenserhaltungstrieb gut und schön, aber das da gleich das Chaos ausbricht und vor allem so schnell … glaube ich fast nicht. Ich fand die Idee dennoch gut, dass die Kommandanten noch nachdenken und nicht nur blind Befehle befolgen. Zumal es offensichtlich mehr Untergebene gab, die irgendwann mal Gehirne transportiert haben. Daran erkennt man die Anfälligkeit des aphilischen Systems, dass auf solche Details keinen Wert legt. Die Effizienz verbietet es, Personen, die beim Transport der Gehirne beteiligt sind, anschließend zu eliminieren. Für die Sicherheit der Sache wäre dies aber unabdingbar.

»Jungbrunnen« ist ein ausgezeichneter Roman von Rainer Schorm, der zwar sehr ungewöhnlich für den Autor – bisher waren die Innenansichten eher die Aufgabe von Rüdiger Schäfer – aber bis zum Schluss spannend erzählt ist. Leider enttäuschte mich das Ende, weil es nur in der Nebenhandlung Auswirkungen auf den Fortgang der Staffelhandlung gibt.

Alltägliches aus Afrika

Das Buch lag jahrelang ungelesen in meinem Bücherschrank. Ich hatte mir immer wieder vorgenommen es zu lesen, aber stets war etwas dazwischen gekommen. Vor ein paar Wochen packte es mich dann. Zum einen hatte ich absolut keine Lust auf Science Fiction oder auf längere Romane und zum anderen steht bald der 60. Geburtstag des Autors an. Da lag es nahe, sich einmal mit dem Werk näher zu befassen.

PR-Chefredakteur Klaus N. Frick war mehrmals in Afrika unterwegs. Angefangen von einem Trip mit einem umgestalteten Reisebus von Bayern über Frankreich, Spanien, durch Marokko und Algerien nach Niger im Winter 1987/88. Es folgten weitere Reisen nach Kamerun, Senegal, Togo, Botswana, Malawi, Tansania und Südafrika. Jedes Mal war er nicht als »normaler« Tourist unterwegs, sondern mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Buschtaxis wie die normale Bevölkerung. Er übernachtete in Absteigen, kleinen Hostels und auch mal im Puff. Er traf Menschen auf Augenhöhe freundete sich mit Einheimischen an, die ihn mit seiner Punkfrisur sicher für einen seltsamen Europäer gehalten haben. Er näherte sich ohne Scheu den kulinarischen Herausforderungen der afrikanischen Küche. Und er nahm bewusst die moralischen Unterschiede zwischen den Kulturen wahr. Während seiner Reisen hat er viele Notizen gemacht. Daraus entstanden die Geschichten für den ungewöhnlichen Reiseführer »Das Tier von Garoua«.

Der Autor erhebt keinen Anspruch darauf, dass seine Texte hohe Literatur sind, sondern er möchte das Leben der Menschen in Afrika anhand seiner Begegnungen wirklichkeitsnah schildern. Und das gelingt ihm sehr gut. Man kann sich einfühlen in die Situationen, die hin und wieder brenzlig, manchmal lustig und oft ziemlich eklig sind. Sehr bildlich beschreibt er nicht nur die Menschen, sondern auch deren Umfeld. Man glaubt die Gerüche wahrzunehmen und die Bilder von Märkten voller Leute, vollgestopften und maroden Buschtaxis sowie den Landschaften mit eigenem Auge zu sehen.

Afrika ist eine Herausforderung für Europäer – das nehme ich dem Autor sofort ab, wenn ich lese, was ihm passiert ist. Für mich wäre das nichts, aber Klaus N. Frick gelingt es dennoch mich dafür zu interessieren. Dabei handeln die Geschichten unaufgeregt vor sich hin völlig ohne nägelkauende Spannung. Es ist eine Lektüre, die man abends vor dem Schlafengehen gut lesen kann und bei der man nach jeder Geschichte ein gutes Gefühl hat. Sei es auch nur die Gewissheit ein warmes Bett ohne krabbelnde Insekten sein Eigen zu nennen.

Die letzte Reise des Autors nach Afrika liegt nun schon zwei Jahrzehnte zurück. Mich würde interessieren, wie es an den Orten heute aussieht. Wie sich inzwischen die politische Lage und die Menschen verändert haben und ob man heute noch als weißer Europäer so unbehelligt reisen kann und ebenso freundlich empfangen wird, wie es dem Autor widerfahren ist.