Neuer Film von Simon’s Cat

Es gibt einen neuen Film mit der Miezekatze von Simon. Diesmal hat der Arme alle Hände voll zu tun, das geliebte Fellknäuel in eine Transportbox zu befördern.

Irgendwie erinnert mich das an den nicht ganz ernst gemeinten Text, der vor Jahren mal die Runde machte. Er hieß »How to give a cat a pill« und wurde von Bob Story für die Laguna Beach, Calif., Coastline NEWS geschrieben. Inzwischen gibt es auch eine deutsche Fassung von Christian Fitzner, die ich hier gern teilen möchte:

»How to give a cat a pill?« oder »Wie ist der pelztragende Hochadel dazu zu bewegen eine Pille einzunehmen?«

1. Nehmen Sie die Katze, legen Sie sie in Ihre linke Armbeuge wie ein Baby, öffnen sie ihr Maul und schieben sie die Pille hinein;

2. Suchen Sie die Pille vom Fußboden und die Katze hinterm Sofa. Wiederholen Sie das Ganze;

3. Zerren Sie die Katze im Schlafzimmer unter dem Bett hervor und werfen Sie die matschige Pille weg;

4. Nehmen Sie eine neue Pille aus der Packung, halten Sie die Katze in der linken Armbeuge, ihre Hinterbeine fest umklammert, öffnen Sie ihr Maul und stopfen Sie die Pille mit Gewalt hinein. Halten Sie ihr Maul geschlossen und zählen Sie bis zehn;

5. Holen Sie die Pille aus dem Goldfischglas und die Katze von der Flurgarderobe herunter. Rufen Sie ihren Ehemann aus dem Garten;

6. Knien Sie sich hin, klemmen Sie die Katze fest zwischen ihre Knie und halten Sie ihre Vorder- und Hinterbeine fest. Ignorieren sie ihre Knurrgeräusche. Lassen Sie ihren Ehemann den Kopf der Katze fixieren und zwingen Sie ihr die Pille mit einem hölzernen Kochlöffel in den Schlund;

7. Holen Sie die Katze vom Wohnzimmervorhang, fegen Sie die Porzellanscherben zusammen und nehmen Sie eine neue Pille aus der Packung;

8. Wickeln Sie die Katze in ein großes Handtuch, so dass nur der Kopf herausschaut, und lassen Sie sich Ihren Ehemann auf sie legen. Blasen Sie ihr die Pille mit einem Strohhalm tief in den Hals;

9. Lesen Sie den Beipackzettel, ob die Pille für Menschen schädlich ist und trinken Sie ein Glas Wasser, um den Geschmack aus dem Mund zu kriegen. Verbinden Sie den Unterarm Ihres Mannes und entfernen Sie das Blut mit Wasser und Seife von Ihrem Wohnzimmerteppich;

10. Fesseln Sie Vorder- und Hinterbeine der Katze an den Wohnzimmertisch, ziehen Sie schwere Gartenhandschuhe an und stopfen Sie ihr erst ein Stück Steak, dann die Pille ins Maul;

11. Rufen Sie die Feuerwehr an und lassen Sie die Katze vom Baum an der Straße gegenüber holen. Entschuldigen Sie sich beim Nachbarn, der ihr auszuweichen versuchte und mit seinem Auto im Zaun landete. Lassen Sie sich von Ihrem Mann in die Notambulanz fahren und Ihre Verletzungen an Fingern und Unterarmen mit einigen Stichen nähen;

12. Rufen Sie das Tierheim an, lassen Sie die Katze abholen und fragen Sie, ob die vielleicht Hamster haben.

Mein persönlicher Tipp, der Jahre lang bei unseren beiden Katzen gut geklappt hat, lautet: Die Tablette einfach ins Lieblingshäppchen des Stubentigers einwickeln, das klappt in 90% aller Fälle. Aber nun zum Film.

„NEOisiert“

Quelle: Perrypedia

Sie haben mich gekriegt! Sowohl die Expokraten um Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz, als auch Autor Kai Hirdt, der mir mit seinen witzigen Dialogen sehr oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Vielen Dank für die wunderbare Unterhaltung!

Ein NEO-Roman, dessen Geschichte sich nahtlos an den vorherigen Roman anschließt? Ich war baff. Das war die Erfüllung eines langgehegten Wunsches. Worum es genau in der Geschichte geht, kann jeder in der Perrypedia nachschlagen. Mein persönliches Empfinden war wie zuletzt sehr positiv. Der Autor verleiht der Figur des Eric Leyden noch mehr Tiefe, aber auch Belle und Abha sind treffend gezeichnet. Ich mag es, wenn Charaktere so lebendig wirken, dass man sie lebhaft vor sich sieht. Auch Leydens Konfrontation mit der ausgemusterten Hyperphysikerin, war grandios inszeniert. Es war wie ein Film vor Augen, als sie und Leyden aufeinander treffen.
Sehr schön fand ich die Trennung zwischen ziviler und militärischer Führung und den dazugehörigen Kompetenzstreitigkeiten. Wobei ich mich jedoch frage, warum man Leyden nicht gleich die volle Verfügungsgewalt über die Forschungen auf dem Mars gegeben hat. Die Flotte sollte doch nach seiner Rettung von Io, über seine Erkenntnissen vom Jupiter Bescheid wissen. Warum gewährt man ihm erst die Unterstützung, als er Flottenchef Reginald Bull hinzuzieht?

Das Geschehen im Taktissystem um Perry Rhodan und die CREST, bildetet einen guten Kontrast. Die Begegnung mit den misstrauischen Scortoohks, die anfänglichen Kommunikationsprobleme und die Entdeckung der Festung „TASCHVAAHL“ sowie dem Bündler, machen Lust auf weitere Abenteuer. Was die Autoren mit der Figur des Captain Rainbow vorhaben, ist mir noch nicht ganz schlüssig. Erinnern tut er mich an Redhorse aus dem MdI-Zyklus. Während der Charakter dort jedoch stets den Befehlen seiner Vorgesetzten gehorchte und eine reine Weste hat, agiert Rainbow manchmal etwas unüberlegt und bringt sich und seine Kameraden nicht nur in Gefahr, sondern riskiert auch eine Degradierung. Interessante Idee, mal sehen wo das hinführt.

Auf der einen Seite also der kühle Taktiker Rhodan und die Flotte und auf dem Mars der Hyperphysiker Eric Leyden mit seinen mitunter sehr unkonventionellen Ideen. Das sind nur zwei Handlungsstränge in einem Roman. Bei NEO hatten mich bisher die Vielzahl der Handlungsstränge gestört. Für diese notwendige Reduktion ebenfalls ein herzliches Dankeschön!

Am Ende doch noch ein paar kritischere Worte an den Autor. Seine Dialoge sind oft treffend und witzig, aber er sollte den Bogen nicht überspannen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Slapstick und eine Situation ins Lächerliche ziehen. Meines Erachtens war Kai Hirdt manchmal sehr nah dran, diese Grenze zu überschreiten. Ich mag gerade den ernsten Hintergrund bei PERRY RHODAN und möchte nicht, dass dieser zwischen den lustigen Szenen (die man selbstverständlich braucht) verloren geht.

Das Ende des Sozialismus aus der Sicht seiner letzten Generation

Das Land in dem ich geboren wurde, gibt es nicht mehr. Dieser Gedanke ist, näher betrachtet, schon ziemlich merkwürdig. Denn ich habe weder meine Heimat verlassen noch Familie oder Freunde. Und doch ist mein Geburtsland sang und klanglos von der Bildfläche verschwunden, inklusive seiner Gesellschaftsordnung. Noch erstaunlicher ist der Zeitrahmen in dem das alles geschehen ist. Denn in geschichtlichen Zeiträumen gesehen, kam der Untergang von heute auf morgen. Es blieb weder Zeit für Abschiedsschmerz, noch für weise Vorausplanung; keine Zeit für das Seelenheil der Menschen, die darin lebten und keinerlei vernünftige Vorschriften für Wirtschaft oder die Gesellschaft an sich.

Als friedliche Revolution von Millionen gefeiert, entpuppte es sich später eher als feindliche Übernahme. Darüber haben inzwischen viele Leute aus Ost und West geschrieben und jeder Bundesbürger sollte inzwischen darüber Bescheid wissen. Mir geht es heute um ein persönliches Statement.

25 Jahre nach der Wiedervereinigung komme ich nicht umhin, zurück zu blicken, auf meine ersten 16 Jahre im »Sozialistischen Vaterland DDR«. Ich möchte versuchen die Sicht, die ich und viele meiner Generation auf die Wende haben, in Worte zu fassen und verständlich machen, warum wir heute noch viele Dinge anders sehen, als unsere Freunde im Westen.

Ein Studienfreund sagte einmal zu mir: »Wir werden keine Wessis mehr.« Und da ist durchaus etwas dran. Doch warum eigentlich? Sind 16 Jahre sozialistische Prägung wirklich so einschneidend und wie viel Sozialismus haben wir als Kinder wirklich verinnerlichen können? Eines, was ich an mir und an anderen beobachtet habe ist, dass uns Ostdeutschen der Biss fehlt, um sich in einer Gesellschaftsordnung wie der jetzigen durchzusetzen. Wir haben einfach nicht den notwendigen Killerinstinkt oder das entsprechend große Ego, welches man braucht, um zu bekommen, was man will. Dafür haben wir eine Fähigkeit, die uns von den im Westen Aufgewachsenen unterscheidet: Wir können unglaublich gut improvisieren. Ich merke das häufig in meinem Job. Während die Kollegen noch rätseln, wie man das jetzt machen könnte, präsentiere ich bereits eine Lösung. Aber meistens wird die nur bedingt für würdig befunden, weil ich nicht das notwendige Selbstbewusstsein habe, meine Idee auch zu verteidigen.
Auch Zusammengehörigkeitsgefühl und Vertrauen war etwas, dass man in der DDR gelebt hat. Es wurde viel mehr miteinander gemacht. Doch das ist in den 25 Jahren verloren gegangen. War man früher einander gleich, so ist man es heute nicht mehr. Heute bestimmt gegenseitiges Misstrauen unser Handeln, auch unter den Menschen, die früher befreundet waren.

Sicher, es überwiegen die positiven Auswirkungen der Wiedervereinigung. Und dabei denke ich in erster Linie nicht nur an Rede- oder Reisefreiheit. Ich bin sehr dankbar, dass ich 1990 auf dem neu gegründeten Gymnasium mit etwas vertraut gemacht wurde, das sich Humanismus nennt; das Toleranz gegenüber anderen Meinungen und anders Denkenden ein wichtiges Gut ist. (Sofern sie damit niemandem Schaden zufügen.) Auch bin ich dankbar dafür, dass ich all die Bücher lesen durfte, die ich wollte; das ich »Star Trek« im Kino erleben konnte; das ich jede Woche die »Bravo« und »Perry Rhodan« kaufen konnte, ohne in der Schule deswegen Ärger zu bekommen. Ich bin dankbar für die Weltsicht, die man mir aufzeigte, denn ich glaube, dass ich heute ein völlig anderer Mensch wäre, hätte es die Wende nie gegeben.

Einen Einwand mag man mir aber noch zugestehen. Es war so viel möglich in jener Zeit zwischen dem 9.11.1989 und dem 3.10.1990 und es wurde so wenig davon umgesetzt. Die Chance etwas Neues zu schaffen, opferte man dem schnöden Mammon »Geld«. Und daran waren beide Seiten schuld. Die DDR-Bürger, die das Alte nicht mehr mochten und alles Neue aus dem Westen als das Nonplusultra begrüßten, nur um dann Jahre später festzustellen, dass auch dort nicht alles perfekt und gut war. Und die Westdeutschen, die in gutgemeinter Absicht glaubten, dass man die »armen« DDR-Bürger erretten müsse und ihnen zeigen, was man für die Krone der Schöpfung hielt. Es ging viel zu schnell und doch hätte es nicht langsamer gehen können, weil die Ungeduld in vier Jahrzehnten auf beiden Seiten zu groß geworden war, als dass man den Prozess hätte bremsen können. Heute nach 25 Jahren sind wir reifer, erfahrener und wissen inzwischen, wo wir Fehler gemacht haben.

»Das Dritte Reich wirkt bis in die Gegenwart nach, obwohl es nur zwölf Jahre gedauert hat. Die DDR, der immerhin 40 Jahre beschieden waren, ist heute so fern, als hätte es nie gegeben.« Diese Worte aus der Süddeutschen Zeitung vom 1.9.2004 legen eine fast schon erschreckende Wahrheit frei. Denn ich möchte meine Vergangenheit weder totgeschwiegen wissen, noch auf wenige Begriffe, wie Stasi, Mauer oder Trabbi reduziert sehen. Meine Kindheit war mindestens genauso bunt, wie die meiner Freunde im westlichen Teil Deutschlands. Und hin und wieder erlebe ich in Gesprächen, dass meine skurrilen Erlebnisse mit dem »Arbeiter-und-Bauern-Staat« nicht nur meine Gesprächspartner in Erstaunen und Verwunderung versetzen, sondern auch mir plötzlich einen ganz neuen Blick auf meine Vergangenheit eröffnen.

Achterbahn der Gefühle

Puhh! Ich bin fix und fertig, die Tränen sind noch nicht getrocknet, die visuellen Eindrucke noch nicht verdaut. Ich komme gerade aus dem Kino, wo ich mir den Animationsfilm »Alles steht Kopf« angesehen habe.

Die Filme von Pixar waren schon immer etwas besonderes, auch wenn sie seit dem Zusammenschluss mit Disney nicht mehr ganz so emotional und treffend waren, wie zuvor. Doch »Alles steht Kopf« (Wer hat sich eigentlich diesen blöden deutschen Titel ausgedacht? Der ist fast so schlimm wie damals »Das große Krabbeln«) macht alles richtig. Er bietet eine spannende Geschichte, die sowohl Kinder anspricht, in die sich aber auch Erwachsenen einfühlen können. Die Animationen sind wie immer großartig, nicht zu real, um sich noch den Zauber eines Trickfilms zu bewahren, aber detailliert genug, um Staunen hervorzurufen. Am stärksten ist der Film aber dann, wenn es um die Visualisierung der Denkprozesse geht, die im Kopf des kleinen Mädchens vor sich gehen. Ob es nun die Schaltzentrale ist oder die Inseln der Kernerinnerungen, das Langzeitgedächtnis oder das Unterbewusstsein, die eigentlich komplizierten Vorgänge werden auf so zauberhafte Weise erklärt, das man auch als rational denkender Erwachsener an der Darstellung der Zusammenhänge seine wahre Freude hat.

Ohne hier die Geschichte zu erzählen, möchte ich sagen, dass ich von einem Film lange nicht mehr so »emotional kompromittiert« wurde. Ich glaube der letzte Film, der das schaffte, war auch ein Pixar-Film und hieß »Oben«. Ich kann nur jedem, der Freude an Animationsfilmen mit guten Geschichte hat, empfehlen: Seht ihn euch an! Das ist der beste Pixar-Streifen seit Jahren.

Der einzige Wermutstropfen ist der Vorfilm. Die Vorfilme von Pixar zeichneten sich immer durch innovative individuelle Geschichten aus, die einen sympathisch auf den Hauptfilm einstimmten. Der Vorfilm »Lava« trägt eindeutig die Züge von Disney und das so stark, dass es nicht zu übersehen, nein besser, nicht zu überhören war. Zwei von Liebe singende Vulkane? Echt! In so einer Art Musicalnummer. Ich fand es fürchterlich und fragte mich ernsthaft, ob ich im falschen Film bin. Wenn der Mist noch eine Minute länger gedauert hätte, ich schwör’s, ich hätte fluchtartig das Kino verlassen. Das war peinlich hoch drei. Schade um die schön animierten Landschaften. Zum Glück hat es der Hauptfilm wieder rausgerissen.

Zum neugierig machen, gibt es hier noch den aktuellen Trailer:

Perlenweisheiten am Mittagstisch

»Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bead und Pearl?«, wurde ich dieser Tage am Mittagstisch gefragt. Neben mir stand, wie zumeist, eine Dose mit Perlen und irgendwie kamen wir dadurch auf die »Black Pearl« zu sprechen.

»Pearls sind die echten Perlen, die man aus einer Muschel holt. Während man als Beads, den Glitterkram aus Glas oder Plastik bezeichnet, den man im Bastelladen kaufen kann und der, wie du weißt, manchmal schon beinahe so teuer sein kann wie eine echte Perle.«
»Aha, da gibt es im Englischen also wieder zwei Worte, wofür es im Deutschen nur eines gibt«, stellte mein Mann fest.
»Na ja, auf den ersten Blick schon. Aber unter uns Perlenverrückten gibt es viele Worte für Perlen«, warf ich ein.
Er sah mich zunächst etwas irritiert an.
»Das ist wie mit den Ferengi und dem Regen«, sagte ich, weil Star Trek-Vergleiche bei meinem Mann immer gut ankommen. »Du weißt doch, die haben 178 Worte für Regen, weil es auf Ferenginar immer regnet. Dafür haben sie keines für knusprig.«
»Und was hat das jetzt mit den Perlen zu tun.«
»Na ja! Es gibt Rocailles, Bugles, Bicones, Rondells, Drops, Tubes, Squares, Cubes, Tilas, Half-Tilas, Twinbeads, Delicas, Rullas, Bricks, Pyramids, O-Beads, Magatamas, Hexagons, Lentils, Crecents, Daggers, Triangles, Rizos, Superduos, Oblongs, Farfalle  …«
»Danke, es reicht. Ich hab’s verstanden.«

Und für alle, die wissen wollen, wie solche Perlen aussehen und was es sonst noch gibt, die können ja mal einen Blick in den Katalog von Preciosa werfen oder auf die Seite von Miyuki.

Spätsommer auf der Alm

Den letzten Septembertag haben wir genutzt, um mal wieder zur Bründling Alm zu wandern. Die liegt unterhalb des Hochfelln auf 1100 Metern und ist sowohl zu Fuß, als auch mit der Bergbahn zu erreichen. Mindestens einmal im Jahr wandern wir hier hoch.

Etwa eineinhalb Stunden braucht man auf dem steilen Wanderweg durch den Wald, bis man die grasbewachsenen Hänge der Alm erreicht. Wer mag und noch genug Puste hat, kann von hier aus auf einem beschaulichen Weg an mehreren Almhütten vorbei den Gipfel des Hochfelln erklimmen. Aber dorthinauf benötigt man noch weitere zwei Stunden und schwindelfrei sollte man auch sein.

Uns genügte heute die Aussicht, die sich von der Bründling Alm bietet. Bei klarem Wetter kann man über den Chiemsee hinaus, fast bis München gucken. Heute war die Sicht etwas getrübt auch wenn zunächst die Sonne schien. Die Kühe liefen wie immer frei herum und das Bimmeln ihrer Glöckchen war eine beruhigende Hintergrundmusik. Wir kehrten in eine der Almhütten ein und ließen uns Spinatknödel und Kaiserschmarrn schmecken, bis zunehmende Wolken unser Vergnügen trübten. Denn immer wenn die Sonne weg war, wurde es unangenehm kühl. Es blies ein frischer Ostwind, der das Thermometer nicht über 10 Grad klettern ließ. So gesehen, war es heute eher Frühherbst als Spätsommer.

So machten wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg zur Mittelstation der Bergbahn, mit der wir ins Tal fuhren. Kurz bevor die Bahn unten ankam, passierten wir einen großen Walnussbaum, dessen hellbraune Früchte zum greifen nah vor dem Kabinenfenster vorbeiglitten. »Oh, schau mal da sind Kastanien!«, rief eine Frau um die fünfzig. Mein Mann sagte halblaut: »Das sind doch keine Kastanien, das sind Walnüsse!« Aber sein Kommentar blieb ungehört. Kopfschüttelnd verließen wir die Bahn und gingen zum Auto zurück.

Blick auf die Bründling Alm
Blick auf die Bründling Alm
Einkehr beim Brüning Wirt
Einkehr beim Bründling Wirt
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Wenn man genau hinsieht, kann man links einen Teil des Chiemsees erkennen
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Bei dem Ausblick und dem Gebimmel der Kuhglocken schmeckt es noch mal so gut

 

Einfach Hirn abschalten

KopfzerbrechenIch habe ja nichts dagegen, wenn Leute bei Discountern einkaufen gehen. Ich tue das hin und wieder auch. Aber was sich Aldi Süd derzeit für eine Werbekampagne ausgedacht hat, finde ich nicht mehr lustig.

Mit dem Titel »Das Einfach-Prinzip« wird dafür geworben, dass man bei Aldi einkaufen kann, ohne nachdenken zu müssen. Prima, jetzt sollen wir unser Hirn nicht nur beim Fernsehen oder beim Autofahren ausschalten, sondern auch noch beim Einkaufen. Da können wir es ja auch gleich ganz abgeben und wie Zombies durch die Gegend rennen. Manch ein Zeitgenosse sieht so aus, als habe er das bereits getan, dann wenn er beim Überqueren einer Straße lieber auf sein Smartphone glotzt, anstatt auf den Verkehr zu achten.

Doch zurück zum Einkaufen. Gerade hier sollte man sein Gehirn einsetzen. Nicht nur wenn man nicht von den Firmen übers Ohr gehauen werden will, sondern dann, wenn es darum geht, etwas für Umwelt und Menschen zu tun. Gerade wir als Konsumenten entscheiden, wie viel Urwald in Südostasien, Afrika oder im Amazonas gerodet wird. Nämlich dann, wenn es darum geht Produkte mit Palmöl zu kaufen oder Rosen für 1,99 EUR welche in Afrika auf dem Land angebaut werden, welches den dortigen Kleinbauern weggenommen wurde. Wenn die dann nach Europa kommen, weil sie vor Ort keine Zukunft haben, brauchen wir nicht darüber zu schimpfen, denn wir sind selbst daran schuld.

Einkaufen ohne das Hirn einzuschalten und das gerade bei Aldi, die vergangene Woche einen Toilettenstein mit Glitter im Angebot hatten. Wissen die welche Auswirkungen das auf die Wasserlebewesen in unseren Flüssen und Meeren hat und auf unser Essen? Ja, die wissen das, aber wir sollen das nicht wissen. Denn so ein glitzernder Toilettenstein macht doch was her, oder?

Bei dieser Werbung hat man Grund genug, noch öfter den Biomarkt anzusteuern als bisher. Auch wenn es da teuerer ist, dann kauft man halt weniger. Wir kaufen sowieso immer viel zu viel.

So! Und wer sich den hirnlosen Werbespot von Aldi Süd selbst mal anschauen möchte, kann das hier tun.

Ein Jahr „Christinas Multiversum“

Der heutige Tag ist etwas Besonderes. Genau heute vor einem Jahr habe ich meinen ersten Blogeintrag geschrieben. Inzwischen sind 366 Einträge dazugekommen. Eine Zahl, die mich selbst überrascht, auf die ich aber auch ein wenig stolz bin. Ich habe es geschafft, jeden Tag etwas zu schreiben. Manchmal fiel es mir schwerer, meist jedoch leicht und immer war ich mit ich viel Freude bei der Sache. Ich wollte mich testen, ob ich wirklich jeden Tag etwas schreiben kann. Es hat funktioniert und es macht mir immer noch so viel Spaß, dass ich damit fortfahren werde.

Ich schrieb ja bereits, dass ich es nur für mich selbst tue. »Ego-Bloggen« nennt man das im neudeutschen Jargon. Das klingt auf den ersten Ton etwas egoistisch und vielleicht ist es das auch. Mir geht es hauptsächlich darum, schreiben zu trainieren und manchmal auch einfach nur um »Dampf abzulassen«. Schreiben ist für mich wie eine Therapie, auch wenn sich dass vielleicht ein wenig merkwürdig anhört. Und wenn ich dann, dem Menschen, der meine Einträge liest, ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder zu einem Kommentar verleiten kann, ist das die schönste Bestätigung, die ich bekommen kann. Dafür lohnt es sich, die halbe bis eine Stunde ins Schreiben eines Blogeintrages zu investieren.

In diesem Sinne: Vielen Dank an all meine Leser! Mögen sie auch in Zukunft viel Spaß mit meinen Texten haben.

Ein Datum zwei Geburtstage

Was für eine faszinierende Dualität, die mir zuvor noch nie bewußt geworden ist. Es gibt etwas, das Star Trek und Perry Rhodan miteinander verbindet. Nicht nur das beide Werke einem Genre entstammen, sondern es gibt eine sehr weltliche Verbindung: Das Datum ihres Erscheinens fällt nicht nur auf denselben Monat sondern auch auf denselben Tag im Jahr.

Am 8. September 1961 erschien der erste Heftroman der Perry Rhodan-Serie mit dem Titel: Unternehmen „Stardust“. Fünf Jahre später am 8. September 1966 wurde in den USA mit „Das Letzte seiner Art“ die erste Folge der klassischen Star Trek-Serie ausgestrahlt. Es ist schön zu wissen, dass es etwas gibt, das die beiden erfolgreichen Serien miteinander verbindet.

Im nächsten Jahr feiert Star Trek seinen fünfzigsten Geburtstag. Für Perry Rhodan wird es schon der fünfundfünfzigste sein. Und nicht nur für mich wird es ein besonderer 8. September werden. Ich hoffe nur, dass beide Serien ihren Geburtstag würdig begehen können.

Ich jedenfalls freue mich schon darauf.

Familienfeiern sind toll

Doch am schönsten sind Familienfeiern dann, wenn sie vorbei sind und man endlich wieder nach Hause darf.

Nachdem ich heute gefühlte zehn Stunden hin- und hergelaufen bin, Tische gedeckt, Leute bedient, Kaffee gekocht und Essensreste in Schüsseln und Kuchen in Boxen verteilt habe, bin ich völlig k.o. Dabei hab ich nicht mal ein Glas Wein, Sekt oder sonstigen Alkohol getrunken, ich hätte das sonst wahrscheinlich nicht auf die Reihe gebracht.

Morgen geht’s weiter: Aufräumen und die Reste essen, nur um dann die kommenden Wochen wieder zu fasten, bis zur nächsten Feier.