Mit Perry in M13

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN Arkon Nr. 1 »Der Impuls« von Marc A. Herren

Gerade erst hat Perry Rhodan seinen Urlaub angetreten und prompt wird er von Bully gebeten, ihn bei einer eiligst einberufenen Konferenz im Kugelsternhaufen M13 zu vertreten. Kein Geringerer als der arkonidische Imperator Bostich, der auch gleichzeitig der 1. Vorsitzende des Galaktikums ist, bittet die Vertreter der wichtigsten Welten des Galaktikums an einen Tisch. Doch es »ist etwas faul im Staate Dänemark«. Vor wenigen Tagen fingen Messstationen in der ganzen Galaxis einen starken Hyperimpuls auf. Der gleiche Impuls, der die geheimnisvolle Patientin eines Ara-Medikers aus dem Heilschlaf weckte. Sie warnt von einer dunklen Gefahr, die nur von Perry Rhodan aufgehalten werden kann. Und als Perry zusammen mit Gucky und der uralten und gleichzeitig jungen Patientin Sahira schließlich am Ort der Konferenz eintreffen, ist nichts so, wie es scheint. Imperator Bottich ist nicht mehr er selbst, denn er will plötzlich die freien Welten des Galaktikums für das arkonidische Imperium zu erobern. Die Konferenz war nur eine Falle, um die Residenten der betroffenen Planeten festzusetzen. Perry Rhodan gelingt die Flucht, doch er fragt sich, wer den Impuls ausgelöst hat und was dahinter steckt.

Schnörkellos und mit viel jugendlicher Frische erzählt der Autor seine Geschichte, ohne das der Leser auf das echte PERRY RHODAN-Feeling verzichten muss. Die Figurenzeichnung ist liebevoll und stimmig. Gucky ist Gucky, wie man ihn kennt und mag. Selbst mit Perry Rhodan, als Figur für jeden Autor ein Alptraum, gelingt ihm ein zielstrebig und offensiv handelnder Charakter. Während Sahira noch geheimnisvoll bleibt, werden viele Nebenfiguren, wie der Ara-Mediker mit dem »süßen« Namen Aspartamin, sehr schön dreidimensional geschildert. Das macht einen unterhaltsamen Roman aus. Das Tempo bleibt über den ganzen Roman hinweg hoch, ohne in Hektik auszuarten. Es werden keine Lösungen aus dem Hut gezaubert, die Handlungen sind nachvollziehbar und auch die beiden Helden Gucky und Rhodan machen den einen oder anderen Fehler. Die Geschichte ist gut ausgedacht und enthält für einen Einstiegsband genau die Dosis an Information und Spannung die notwendig ist, um Leser zum Weiterlesen zu animieren.

Gut gemacht! Ich bin schon gespannt, wie es mit der Geschichte weitergeht und was es mit dem geheimnisvollen Impuls auf sich hat.

Wilde Frühlingsgrüße

Auch wenn es anfangs der Woche nicht danach aussah – es schneite bis ins Flachland – so ist der Frühling doch schon ziemlich weit. Zumindest hier im Alpenvorland. Die Gipfel kommen noch im weißen Winterkleid daher, aber auf den Äckern und Wiesen haben sich schon die Frühjahrsblüher breit gemacht. Überall leuchtet es in weiß, gelb und blau. Und wenn man ganz genau hinsieht, sind da auch richtige Exoten dabei, die wahrscheinlich aus irgendeinem Vorgarten »ausgebüchst« sind und nun in der Natur ihre Freiheit genießen.

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Der Autor als Handwerker

Als Autor ist man ja eigentlich mehr ein Handwerker als ein Künstler und wenn man seine Ansprüche auch noch hoch genug anlegt, so kann das Schreiben zu richtig harter Arbeit werden.

Ich bearbeite gerade Fassung Nummer sieben des Exposé meiner zweiten PERRY RHODAN-FanEdition oder ist es schon Fassung neun? Egal! Inzwischen formt sich so langsam die Geschichte zu etwas Greifbarem und wie ich finde auch tatsächlich Genialem heraus. Ich sehe endlich Licht am Ende des Tunnels, obwohl ich mir sicher bin, dass auch dies noch nicht die Endfassung sein wird.

Mein Schreibcoach Roman Schleifer, ich nenne ihn Augenzwinkernd auch gern »Den Schleifer von Wien«, wird ganz bestimmt wieder das eine oder andere Loch im Plot finden, wie schon in den Fassungen zuvor. Inzwischen frustriert mich das auch nicht mehr so sehr, sondern spornt mich an, meine grauen Zellen nur noch mehr anzustrengen. Das war nicht immer so. Noch vor einem Monat stand ich kurz davor, alles hinzuschmeißen. Ich war mir sicher, dass das alles keinen Sinn hat und das ich es niemals schaffen werde. Aber Roman hat viel Geduld bewiesen, mich immer wieder gefordert und mir Tipps gegeben, wofür ich ihm auch sehr dankbar bin. Stellte er mir anfangs die Frage, ob ich es schon bereue mit ihm zusammenzuarbeiten, so muss ich den Spieß jetzt umdrehen und ihn fragen, ob er es inzwischen bereut, mich als Gewinnerin des Exposé Wettbewerbs ausgesucht zu haben. Vielleicht hat er sich mit mir und dieser Art Roman keinen Gefallen getan. Wir werden es am Ende sehen.

Der Aufwand und die Komplexität des Exposé liegen hauptsächlich in der Art der Geschichte begründet, die ich erzählen möchte. Ohne hier viel zu verraten, kann ich sagen, dass ich noch nie so etwas in dieser Art geschrieben habe, und ich in meiner Naivität das Plotten eines solchen Projekts völlig unterschätzt habe. Das ich es inzwischen aber spannend finde, wie sich die Puzzleteile so nach und nach zusammenfügen und ich begreife, wie so ein Roman funktioniert. Allein dafür hat sich die viele Arbeit gelohnt.

So und wer wissen will, was Roman Schleifer selbst für Geschichten schreibt, sollte sich die aktuelle Ausgabe der c’t zulegen, dort erschien gerade eine Kurzgeschichte von ihm. Seine Geschichte gibt es gegen Bezahlung auch zum Download hier.

Der lange Weg nach Hause

Wie groß Deutschland eigentlich ist, wird einem erst dann bewusst, wenn das Überwinden von Entfernungen nicht so gut funktioniert wie gewohnt. Der Donnerstag vor einer Woche war einer dieser Tage, an dem ich auf dem Nachhauseweg mehr als doppelt so lang unterwegs war wie sonst.

Das Unheil begann schon am frühen Morgen mit einem ausgefallenen MERIDIAN. Zum Glück fuhr zehn Minuten später der EC, aber Schnee und das daraus resultierende S-Bahn Chaos sorgten dafür, dass ich mal wieder zu spät zur Arbeit kam.

Da der Schneefall über den Tag hinweg nicht auffhörte, überlegte ich mir, ob es nicht sinnvoller wäre, einen Zug früher in meine Thüringische Heimat zu fahren, dann wäre ich schon vor 20 Uhr zu Hause und hätte noch etwas Spielraum. Soweit meine Planung.

Wegen dem Ausfall einer U-Bahn wurde es am Münchner Hauptbahnhof mal wieder knapp. Eigentlich wollte ich mir noch den neuen NEO kaufen, aber dafür blieb keine Zeit. Ich hetzte zum Zug, nur um anschließend festzustellen, dass er fünfzehn Minuten später abfahren würde. Grund für die Verspätung, man höre und staune, war das »Warten auf Zugpersonal«.

Mit Sorge nahm ich zur Kenntnis, dass die fünfzehn Minuten voll ausgeschöpft wurden und der Zug die Zeit bis Nürnberg auch nicht aufholte. In der Hoffnung doch noch den Regionalexpress nach Bamberg zu kriegen, beeilte ich mich beim Umsteigen in Nürnberg. Leider vergebens. Der Zug konnte wegen drei Minuten nicht warten und war weg. Ich fuhr dann mit der S-Bahn weiter bis Bamberg und wollte dort in den Bus nach Lichtenfels steigen. Leider stand da nur die blaue Linie (mit Zwischenhalten) und der Busfahrer riet mir, die halbe Stunde auf den roten Expressbus zu warten, der nur ein paar Minuten später in Lichtenfels sein würde als er mit seinem Bus.

Ich nutzte die Gelegenheit, um etwas zu essen und in einem Zeitungsladen, der für Provinzverhältnisse sehr gut mit PERRY RHODAN ausgestattet war, den neuen NEO-Roman zu kaufen. Dort waren alle Romane der letzten Wochen reichhaltig vorhanden. So etwas freut mich als Leserin natürlich. Anschließend stieg ich in den Bus, der mal wieder so voll wurde, dass nicht alle potentiellen Fahrgäste mitkamen.

Der Bus quälte sich anschließend eine halbe Stunde über die Autobahn. Es war kurz vor 19 Uhr, eigentlich hätte ich jetzt schon fast am Ziel sein sollen. So aber war ich immernoch mehr als einhundert Kilometer davon entfernt. In Lichtenfels steuerte ich das Gleis an, auf dem normalerweise die Züge Richtung Thüringen fahren und wurde bitter enttäuscht. Da stand kein Zug, nein, nichtmal eine Anzeige. Wie jetzt? Ich suchte den Fahrplan und da stand es schwarz auf weiß. Die Regionalzüge in Richtung Saalfeld fuhren ab 18 Uhr nur alle zwei Stunden. Der letzte war 18:44 Uhr gefahren und der nächste fuhr erst wieder 20.10 Uhr. Das war der, mit dem ich beim letzten Mal gefahren war. Doch damals bin ich zwei Stunden später in München abgefahren. Die zwei Stunden, die ich an diesem Tag früher losgefahren war, hatten mir also überhaupt nichts genutzt …

Ich war fertig mit der Welt. Ich stand an einem gottverlassenen Bahnhof bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und mein nächster Zug würde erst in mehr als einer Stunde fahren. Ich machte mir erstmal bei einer zufällig auftauchenden Bahnangestellten Luft. Die war entweder aus Arkon-Stahl oder Beschwerderesistent, jedenfalls prallte mein Protest über solche vorzeitlichen Zustände an ihr ab und sie ließ mich einfach stehen.

Meine Rettung in der kalten Not, war die kleine Buch- & Zeitschriftenhandlung in dem ansonsten toten Bahnhof. Der Laden hatte zumindest bis 20 Uhr geöffnet und einen geheizten Raum. Ich klagte der Verkäuferin mein Leid und sie stimmte mir uneingeschränkt zu. Ich war nicht die Erste und Einzige in den letzten beiden Monaten. Viele Pendler und Reisende leiden derzeit unter den unmöglichen Zuständen der Vollsperrung. Und dabei weiß man, wenn die Sperrung vorbei ist, wird es noch schlechter werden, weil dann überhaupt kein Fernzug mehr, den vor Jahren aufwendig sanierten, Bahnhof ansteuern wird.

Kurz vor acht stieg ich dann in den RegionalExpress nach Halle, der wiederum fünfzehn Minuten verspätet los fuhr, weil man auf Reisende aus den Schienenersatzbussen wartete. Für diesen Grund der Verspätung hatte ich zumindest Verständnis.

Statt 19:15 Uhr kam ich an dem Tag um 21:30 Uhr an, ganze zwei Stunden später. Und nein, ich bekomme keine Fahrpreiserstattung, weil ausgerechnet an diesem Tag kein Mensch meinen Fahrschein kontrolliert hatte. Nirgendwo weder im Bus noch in der S-Bahn, nicht mal im ICE.

Ich war fast sieben Stunden unterwegs; auf eine Strecke für die ich noch vor wenigen Jahren nicht mal drei Stunden gebraucht habe. Welch ein Fortschritt! Ich sag’s ja, in ein paar Jahren werden wir in unserer Mobilität so eingeschränkt sein, dass wir uns ins neunzehnte Jahrhundert versetzt fühlen werden.

Zu viel gewollt

Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, »Miss Mai 88«

Ich gebe zu, dass mir die Rezension zu dieser Folge von »Die Spezialisten« echt schwer fiel. Schon beim Anschauen war ich die erste Viertelstunde komplett verwirrt. Wer jetzt was vertuschen wollte, ist mir bis zur Hälfte der Folge nicht richtig klar geworden. Überhaupt war die Handlung entgegen der bereits ausgestrahlten Episoden weniger stringent. Zu viele Gesichter und zu viele extra Handlungszweige, die dafür sorgten, dass man sich als Zuschauer leicht überfordert fühlte. Da war zum einen die Trauer im Team über die verstorbene Inga Biehl, dann die neue Mitarbeiterin vom BKA, die auch noch eine Verflossene von Mirko Kiefer ist. Dazu der Fall, der ziemlich undurchsichtig daherkam und in dem es um eine junge Frau ging, die 1988 ermordet worden war. Der Verurteilte wurde zum Justizopfer, weil der damals ermittelnde Beamte geschmiert wurde und Beweise fälschte. Eine Abteilungsleiterin, die sich in die laufenden Ermittlungen einmischt, um den Ruf ihres Ex-Chefs zu wahren. Das alles mit reichlich männlicher Beteiligung und vielen Klischees gewürzt, sorgte für ein ziemliches Durcheinander, welches der Episode nicht gut tat.

Besonders schlimm fand ich persönlich die Szene, als Dr. Kathrin Stoll Inga Biehls Leiche vor den Studenten obduzieren musste. Das hätte man, Bitteschön, sowohl den Zuschauern, als auch den Charakteren ersparen können.

Nein, diese Folge hat mich nicht überzeugt, da half nicht mal David Rott, der diesmal eher farblos wirkte und in der Fülle der Darsteller verloren ging. Die ambivalente Beziehung zwischen Mirko und Kathrin scheint auf der Stelle zu treten. Die wenigen gemeinsamen Szenen überzeugten mich dieses Mal nicht. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass es ein riesiger Fehler war, die beiden schon in der ersten Folge gemeinsam ins Bett hüpfen zu lassen.
Der Episode fehlte eindeutig der rote Faden. Man wollte zu viel und hat sich in der Handlung verzettelt.

Ein Schritt nach vorn

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 116 »Sprungsteine der Zeit« von Michael Buchholz

Was für ein Roman! Und das nicht nur wegen des dynamischen Titelbildes.

Es scheint, als hätten sich die Expokraten die Wünsche der Fans zu Herzen genommen. Seit der Zepterübernahme hagelte es nämlich Kritik, warum die Hintergründe der Geschehnisse seit dem Ende des Protektorats nicht thematisiert wurden. Rückblickend versuchen nun sowohl Rüdiger Schäfer im vergangenen Roman, als auch Michael Buchholz in »Sprungsteine der Zeit« dem Rechnung zu tragen. Was bei Rüdiger Schäfer in NEO 115 noch gezwungen wirkte, wurde von Michael Buchholz mit anderem Ansatz versucht und richtig gut umgesetzt.

Auch er lässt seinen Protagonisten Atlan erzählen, liefert die Kapitel aber standesgemäß als Handlung im Ich-Präteritum. Und ja, das ist der Atlan, den man kennt und liebt und dessen Charakterisierung schon zu Zeiten der frühen Erstauflage für den Leser funktioniert hat. Man besinnt sich also bei NEO auf das, was gut war und verbindet es mit dem, was die Leser von heute anspricht. Kein schlechter Weg, den das Exposéteam da eingeschlagen hat.

Natürlich machen solche Rückblicke auch die Haupthandlung ungemein spannend, weil man ja wartet, wie geht es weiter mit Atlan und Tuire Sitareh oder mit Eric Leyden. Letzterer macht einen auf »Captain Kirk« und quatscht die Posbis um ihren Verstand. Was schon beim M5-Computer bei STAR TREK gut geklappt hat, funktioniert auch bei PERRY RHODAN. Das war die Stelle, an der ich echt schmunzeln musste. Am Ende bekommt Atlan seinen Zellaktivator wieder und die Mehandorchefin Empona von Tuire eine Lektion in Kampftechnik.

Im dritten Handlungszweig geht es um Perry Rhodan und die Maácheru-Posbis, die schlafende Hunde wecken. Bei denen handelt es sich um Posbis, die dem Zentralplasma nicht wohlgesonnen sind und die sich schon seit zehntausenden von Jahren in Stasis befinden. Hier gefiel mir besonders die Sicht von Cel Rainbow, der äußerst Rhodankritische Überlegungen anstellt. Nur stellt er zwar Rhodans Handlungen in Frage, konfrontiert den Protektor aber nicht damit. Da hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht. Rainbows Befürchtungen werden natürlich in aller Fülle bestätigt. Denn die »bösen« Posbis sind nicht nur böse, sondern übermächtig. Da bin ich wirklich gespannt, wie sich die Crew der CREST herauswinden wird. Wahrscheinlich werden sie auf Eric Leyden treffen, der den Oberposbi in eine Grundsatzdiskussion verwickelt, woraufhin der sich abschaltet.

Es gibt sehr viel, was Michael Buchholz in seiner Geschichte verarbeitet. Das ist aber auch das einzige was ich ihm negativ ankreiden kann. Die vielen kleinen Nebeninfos sind nett, lenken aber ein wenig von der Haupthandlung ab.
Eines davon hat mich dann aber doch beschäftigt und das war die Geschichte mit dem Flugsaurier im amerikanischen Bürgerkrieg. Ich musste eine Weile suchen, bis ich das von Atlan beschriebene Bild tatsächlich gefunden habe. Buchholz bezieht sich wahrscheinlich auf einen Artikel im »Mysteries«-Magazin vom Februar 2011 und diversen Verschwörungswebseiten im Internet. Das Foto, das seit Jahrzehnten als verschollen gilt, obwohl sich viele Leute daran erinnern, scheint wohl eher eine Fälschung zu sein. Klingt ein bisschen nach einem Fall für die X-Akten. Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht, oder ob das Bild eine Fälschung ist, ist unwichtig. Für mich war Michael Buchholz‘ Version in NEO 116 glaubhaft und unterhaltsam geschrieben und das allein zählt.

Hier zwei Versionen des Fotos, auf das sich Michael Buchholz bezieht.

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Quelle: www.blogigo.de
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Quelle: www.blogigo.de

Neue Rolle

Ich erprobe mich dieser Tage in einer völlig neuen Rolle – die einer Vermieterin. Eine Aufgabe, die bisher meine Mutter innehatte. Die hat nun den Staffelstab an mich übergeben, weil heutzutage so ein Mietshaus mit mehreren Parteien zu führen, eine heikle Aufgabe ist. Jede Menge neuer Vorschriften, angefangen vom Rauchmelder bis hin zum Energiepass, sorgen für erheblichen Mehraufwand.  Gleichzeitig sind in den Jahren auch die Ansprüche der Mieter gewachsen. Ein natürlicher Prozess, dem man als Vermieter Rechnung tragen muss.

Seit Freitag haben wir für die Wohnung, die jetzt ein Jahr lang leer stand und in die meine Eltern viel Geld gesteckt haben, eine neue Mieterin. Da war im Vorfeld einiges zu organisieren. Ein neuer Mietvertrag, neue Küchengeräte und auch die Handwerker mussten nochmal antraben. Aber die junge Frau und ihre Tochter machen einen sympathischen Eindruck und sie bringen auch eine Miezekatze mit.

Ich hoffe sehr, dass alles gut geht und sich auch die Parteien im Haus miteinander vertragen.

Coole Krachmusik

Quelle: Bandcamp

»Du spinnst!«

… das dachte ich mir, als ich vergangene Woche auf Bandcamp die LP’s von FJØRT angehört habe. Mein Mann, der ein paar Takte mitbekommen hat, sah mich nur stirnrunzelnd an. Er weiß inzwischen, dass er bei mir immer mit Überraschungen zu rechnen hat. Denn FJØRT ist eine Punkband genauer gesagt, eine Hardcoreband. Eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was ich in den vergangenen dreißig Jahren an Musik gehört habe. Und dennoch haben mich die Songs der Band aus Aachen komplett umgehauen, als sie laut aus den Lautsprecherboxen hämmerten.

Ich mag den Kontrast zwischen den melodisch klingenden Passagen im Hintergrund und dem schreienden Sänger. Die Texte sind kritisch und treffend und die Videos, die die Aachener bei YouTube eingestellt haben, sind ebenfalls der Hammer.

Inzwischen habe ich mir ihre LP’s »d’accord«, »Demontage« und »Kontakt« als Downloads gekauft und auf mein iPad geladen. Egal was andere denken, mir gefällt es. Auch wenn ich selbst ein wenig überrascht bin. Dass ich mir sowas mal anhören würde, hätte ich nie gedacht.

Kleine Kostprobe gefällig, das ist der beste Song auf dem Album »d’accord«. Wer mehr hören will, findet FJØRT bei Bandcamp oder ihre neue LP »Kontakt« im iTunes-Store.

Zweiter Platz für Alex Diehl

Den ESC-Vorentscheid bekam ich am Donnerstagabend nur zum Teil mit, weil ich mal wieder von der Deutschen Bahn aufgehalten wurde. Aber dazu später mal.

So verpasste ich zwar den ersten Auftritt von Alex Diehl, aber da der Sänger ins Finale kam, sang er sein Lied nochmal. Diesen Auftritt durfte ich dann in voller Länge sehen. Am Ende reichte es »nur« für den zweiten Platz. Die Fangemeinde der Voice-Gewinnerin war eben zu groß. Ich mochte ihren Song, auch wenn ich in Stockholm lieber ein deutsches Lied gehört hätte.

»Ghost« geht zwar ins Ohr, hat meiner Meinung nach aber nicht die Qualität, um beim Grand Prix auf die vordersten Plätze zu kommen. Dafür ist es zu sehr Mainstream. Um beim ESC zu siegen, muss man schon etwas Besonderes bieten und nicht nur eine gute Stimme und einen extravaganten Haarschmuck. Außerdem befürchte ich, dass man die gerade mal siebzehn Jahre alte Sängerin gnadenlos verheizen wird.

Mit »Nur ein Lied« von Alex Diehl hätte man ein Zeichen setzen können. Ein Zeichen für Deutschland, ein Zeichen für Europa und ein Zeichen das gerade zu dieser Zeit mehr als wichtig gewesen wäre.

Schade, wieder eine verpasste Gelegenheit.