Eine Glock für Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 5 – »Der Smiler und der Hund« von Gerry Haynaly

Zwei Agenten unterschiedlicher Geheimdienste auf der Suche nach der Wahrheit, so könnten man den fünften Teil der Arkon Miniserie umschreiben, der Ronald Tekener und den Kralasenen Shallowain in den Mittelpunkt stellt.

Während Tekener von USO-Chef Monkey nach Thantur-Lok geschickt wird, um nachzuforschen, was es mit dem Impuls auf sich hat und warum sich Imperator Bostich und andere Arkoniden so seltsam benehmen, findet sich Shallowain in einer weitaus verzwickteren Situation. Es sieht so aus, als habe Bostich höchstselbst, seine Leibgarde ermorden lassen. Nur Shallowain und seine Kollegin Jaga können glücklicherweise entkommen. Das deutet daraufhin, dass der Imperator unter allen Umständen vermeiden möchte, dass die Veränderungen seines Charakters von engen Vertrauten wahrgenommen und seine Handlungen in Frage gestellt werden. Sowohl Tekener, als auch Shallowain sind auf der Spur eines arkonidischen Adligen, der mehr zu den Hintergründen verraten könnte, doch der sitzt in einem Gefängnis. Aber auch Jaga hat ein Interesse daran, die Befragung des Arkoniden zu verhindern.

Die klassische Agentengeschichte von Gerry Hanayly erinnert an einschlägige James Bond- oder Actionfilme. Es gibt sogar einen weiblichen »Q«. Die Actionszenen folgen Schlag auf Schlag, wirken aber vor allem im letzten Drittel konstruiert und überhastet. Während einerseits der Autor anfangs versucht zu erklären, warum manche Kampfszene in Filmen unglaubwürdig erscheint, begeht er andererseits am Ende selbst die Fehler, die er zuvor angesprochen hat.
Die Figurenzeichnungen wirken stimmig, auch wenn ich beide Charaktere noch nicht kannte. Die Protagonisten verfügen über unterschiedliche Ausbildungen und haben einen völlig anderen Hintergrund, sind sich in ihrer Denkweise aber sehr ähnlich. Manche Dialoge kamen etwas gestelzt daher.
Gestört haben mich insbesondere die Mittel, mit denen beide Helden in den Kampf ziehen. Das war mir zu nah am Jetzt. Wenn ich »Nachtsichtgeräte« und »Infusionsnadeln« lese, stellen sich mir regelmäßig die Nackenhaare auf. Es kann doch nicht so schwer sein, einen anderen, futuristischeren Namen für diese Dinge zu finden. Und ich bezweifle ernsthaft, dass in dreitausend Jahren noch jemand weiß, was eine »Glock« ist. Auch manch ein Setting (Gefängnis) war mir nicht glaubhaft genug beschrieben, um auf einer fremden Welt im Jahr 5000 zu spielen.

Wer auf Agenten und Action steht, wird mit diesem Roman seinen Spaß haben. Mir persönlich war das geballte Hintereinander von Kampf, Flucht und Verfolgung ab der Hälfte des Romans zu üppig. Außerdem waren zu viele Bilder aus bekannten Filmen entliehen, als dass mir die Geschichte eine neue phantastische Welt gezeigt hätte. Das hektische »Schlag auf Schlag« erzeugte bei mir ein zunehmendes Unwohlsein. Mir fehlten Momente der Ruhe und Besinnung und mir fehlte vor allem eines, Informationen zum Fortgang der Serienhandlung. Der Satz im Abspann: »Der gemeinsame Einsatz von Ronald Tekener und Shallowain hat wichtige Hintergrundinformationen geliefert« brachte mich zu einem sarkastischen Lachen. Welche wichtigen Hintergrundinformationen, bitte? Außer dem Begriff »ARK-SUMMIA-Bewegung« gab es nichts neues, was die Umstände in Thantur-Lok erklärt hätte. Und was nicht auch schon die vorangegangenen Romane erläutert hätten.

Nein, mich konnte der Autor mit dem Roman so gar nicht überzeugen. Nach dem fulminanten Band 4 wirkte »Der Smiler und der Hund« wie eine Parodie auf Bond-Filme. Die Geschichte mag handwerklich gut geschrieben sein, kommt aber nicht annähernd an die intuitive Art des phantastischen Erzählens der anderen Autoren der Miniserie heran. Und vor allem lieferte sie kaum Informationen zur Handlung. Selbst das Titelbild ist da Geschmacksache.

Con-Einbruch

Wenn ich mir die Statistik auf meinem Blog so ansehe, finde ich es immer wieder faszinierend, wie sichtbar sich darin Ereignisse abzeichnen.

Zu solchen Begebenheiten zählt unter anderem die Ausstrahlung eines David Rott Films. Aber auch Tage, an denen besonders schönes oder besonders schlechtes Wetter herrscht, schlagen sich in den Besucherzahlen nieder. Freitage und Samstage sind eher schwache Tage, außer ich habe mal wieder eine Rezension auf dem PR-Forum verlinkt.

Das viele meiner »Follower« Perryfans sind, wurde am vorletzten Wochenende so richtig deutlich. Da war schönes Wetter und in Köln fand die ColoniaCon statt. Das führte dazu, dass ich an den beiden Tagen einen Negativrekord bei den Besucherzahlen zu verzeichnen hatte.

Inzwischen bekomme ich auch Besuche von anderen Blogs, mit denen ich verlinkt bin. Das finde ich schön. Ganz nette Zeilen schrieb zuletzt »Des Schamanen Wahnsinn«. Sowas freut mich immer. Ein bisschen Networking bringt für alle Beteiligten etwas und in Zeiten wie diesen muss man zusammenhalten.

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Perry’s Geburtstag

DSC08902Mein Lieblingsterraner hat Geburtstag. Rein rechnerisch wird Perry Rhodan heute 80 Jahre alt und ist somit gerade mal zwei Monate älter als mein Vater. Da möchte ich natürlich nicht zurückstehen und ihm von ganzen Herzen gratulieren.

Als ich 1990 zum ersten Mal einen Heftroman mit dem PERRY RHODAN Schriftzug in die Hände bekam, konnte ich nicht ahnen, dass diese Figur mehr als zwanzig Jahre später mein Leben ganz schön auf den Kopf stellen würde. Ich verdanke ihm viele inspirierende Momente beim Schreiben, unzählige unterhaltsame Stunden beim Lesen und einen erfolgreichen Blog, der ohne ihn nicht das wäre, was er ist.

Dankeschön, Perry! Auf viele weitere Jahrzehnte voller Abenteuer!

Gedankenpalast

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-ARKON Band 4 – »Palast der Gedanken« von Michael Marcus Thurner

Ich habe PERRY RHODAN-ARKON in den letzten Wochen arg vernachlässigt. Das hatte viele Gründe, der Hauptgrund war mein eigener Roman, der mir wenig Zeit gelassen hat. Und so stapelten sich die ARKON Romane auf meinem Schreibtisch, bis ich jetzt endlich dazukomme diesen Stapel abzuarbeiten. Ich hoffe Exposé-Autor Marc A. Herren wird mir verzeihen, dass ich mich seiner Miniserie erst so spät widme.

Band 4 stammt aus der Feder von Michael Marcus Thurner. Zugegeben, ich hatte so meine Bedenken. Ohne Frage, der Österreicher ist ein hervorragender Autor. Nur konnte ich persönlich mit seinen Romanen für die EA bisher wenig anfangen. Mir sind seine oftmals überdrehten Ideen zu abgehoben. Ich bin mir sicher, dass es sehr viele Leser gibt, die genau das lesen wollen. Das ist, wie gesagt, eine persönliche Empfindung und ich versuche mich weitgehend in meinem Urteil davon nicht beeinflussen zu lassen.

Thornton da Ariga ist das Oberhaupt eines unbedeutenden Khasurns im Arkonidischen Imperium. Er fühlt sich zu Höherem berufen und um seinen Titel gebracht, weil man seine Großmutter – Imperatrice des Kristallimperiums – einst tötete und ihm damit die Nachfolge verwehrte. Seit Jahrzehnten plant Thornton seine Rückkehr an die Spitze des Arkonidischen Imperiums. Dazu ist ihm jedes Mittel recht, auch das Züchten von Töchtern, die er als willige Werkzeuge einsetzt. Als die GOS’MIRTAN unter der Führung von Atlan ins Ariga-System eindringt, um Thornton im Namen von Imperator Bostich I. zur Räson zu bringen, sterben viele seiner Untergebenen in einer grausamen Schlacht. Aber selbst die augenscheinliche Überlegenheit Atlans hindert Thornton nicht daran, an seinem Plan zu zweifeln. Erst einer seiner Töchter gelingt es, den verrückten Vater aufzuhalten, bevor das Raumschiff das ganze System vernichtet.
Derweil hat der arkonidische Funker Locust da Adnan (Wie kommt man eigentlich auf solche geniale Namen?) Probleme ganz anderer Art. Er diente einst auf den Schiffen der LFT und kehrte später in die Heimat zurück. Nun tut er Dienst auf der GOS’MIRTAN, die einen neuen Kommandanten – Atlan – erhalten hat. Locust ist der einzige an Bord, der den Arkoniden gut genug kennt, um zu begreifen, dass dieser sich ziemlich seltsam verhält. Ein Wissen, das nicht nur sein Leben bedroht. Denn Atlan ist drauf und dran, das Ariga-System in Schutt und Asche zu legen.
Der größte Teil der Geschichte spielt sich jedoch in Atlans Kopf ab. Der Extrasinn des Unsterblichen hat sich durch den Impuls von ihm gelöst und die Führung übernommen. Atlans Bewusstsein ist auf die Rolle eines Beobachters beschränkt. Er wandelt in seinem Gedächtnis wie in den Mauern eines riesigen Palast. In jedem Raum findet er Dinge, die zu seinen Erinnerungen gehören. Er versucht die Kontrolle über seinen Körper zurückzuerlangen, was ihm auch kurzzeitig gelingt, aber weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Der Extrasinn zerstört den Palast und damit Atlans Erinnerungen, bis er nur noch als verwirrter Geist in einer windschiefen Holzhütte zurückbleibt.

Mit »Palast der Gedanken« hat mich der Autor komplett umgehauen. Das war grandios geschriebene Unterhaltung. Angefangen vom Aufbau über die drei Handlungsebenen bis zu den faszinierenden Details wie der sprechenden »Kaffeekanne« hat mich der Roman rundum überzeugt. Die Figurenentwicklung sowohl von Atlan, als auch von Thornton da Ariga war geschickt inszeniert. Thorntons Verrücktheit entblättert sich erst nach und nach. Seine Selbstüberschätzung ist so perfekt getarnt, dass man auch als Leser erst sehr spät darauf kommt, wie abwegig seine Pläne eigentlich sind. Und Atlans innerer Kampf gegen den Extrasinn in Gestalt einer schönen Frau ist mit viel Fantasie und Liebe zum Detail erzählt. Allein wegen der vielen mühevoll recherchierten Anspielungen auf Geschehnisse aus seinen über 23.000 Lebensjahren muss man dem Autor Tribut zollen. Die Geschichte passt nicht nur stimmig in die Rahmenhandlung der Serie, sondern liefert eine Erklärung für das sonderbare Verhalten der ARK SUMMIA Absolventen.

Fazit: Michael Marcus Thurner liefert mit Band 4, den bisher besten Roman der Miniserie ab. Und zeigt damit nicht nur, was für ein toller Autor er ist, sondern auch, dass das Konzept der Miniserie aufzugehen scheint. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.

Zuggebunden

Es gibt Tage, da frage ich mich ehrlich, warum ich mir das eigentlich antue. Ich verbrachte heute wieder länger in irgendwelchen Verkehrsmitteln, als hinter meinem Schreibtisch.

Das ging heute morgen mit einem belegten Gleis am Bahnhof los. Dort, wo eigentlich der EC abfahren sollte, stand ein Güterzug. Die Bahnmitarbeiterin, die für die Durchsagen am Bahnsteig sorgt, war genauso uninformiert wie die Fahrgäste. Sie setzte mindestens vier mal an, um den Gleiswechsel anzukündigen, wo der EC abfahren sollte, entschuldigte sich dann aber und schwieg. Irgendwann fünf Minuten später fuhr der Zug auf Gleis 5 ein. Und es dauerte nochmal 10 Minuten bis er wegen der Baustelle weiterfahren konnte. Jetzt passte er natürlich nicht mehr in den »Betriebsablauf« und so verzögerte sich die Fahrt auf der Strecke nochmal um zehn Minuten.

Am Ostbahnhof gewann ich zwar im S-Bahn-Lotto, hatte aber nichts davon, weil die U-Bahn am Marienplatz wegen einer Stellwerksstörung im zehn statt im drei Minutentakt fuhr. Die Züge waren entsprechend gefüllt. Weshalb es immer wieder zu Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen kam. Und natürlich war am Ende auch der so Bus brechend voll, dass sich die Türen nicht schlossen, weil so ein paar Idioten quatschend in der Lichtschranke standen und nicht mitbekamen, dass der Bus an fast jeder Haltestelle wegen ihnen nicht weiter fahren konnte. So dauerte mein Weg zur Arbeit alles in allem mal wieder drei Stunden.

Meine Hoffnung, dass es am Nachmittag problemloser ginge, zerschlug sich schon an der Bushaltestelle. Der Bus hatte mal wieder fünf Minuten Verspätung. Mit einer Sprinteinlage erreichte ich noch die U-Bahn, die wegen einer Fahrzeugstörung alsbald im Tunnel stecken blieb. Mit Hängen und Würgen erreichte ich am Hauptbahnhof noch meinen Zug, der dann kurz vorm Ostbahnhof wegen einer Signalstörung stehen blieb. Die war zwar nur von kurzer Dauer, aber fünf Minuten kamen dennoch zusammen. Und zu guter Letzt musste der Zug kurz vor Traunstein zehn Minuten an der Baustelle warten.

Eigentlich sollte ich der Deutschen Bahn, die Fehlzeiten, die ich im Jahr über durch Verspätungen ansammle, in Rechnung stellen.

Tiefgründige Einblicke

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 123 – »Blick in den Abgrund« von Rainer Schorm

Ich bin überrascht. Nachdem ich den Prolog gelesen hatte, warf ich sicherheitshalber noch mal einen Blick auf den Titel. Ist der Roman tatsächlich von Rainer Schorm?

Thora und Crest beobachten in der Spacejet, wie die Fünfeck-Feuer die Maahk-Walzen vernichten und die Flotte der Maahks aus dem Arkon-System verjagen. Sie landen auf Arkon I, um die Zerstörung ihrer Heimat mit eigenen Augen zu sehen. Nachdem sie wieder starten, empfangen sie einen Notruf.
Anfangs war ich etwas irritiert, als sich Thora und Crest über die Sonnenbälle wundern, die die Maahk-Raumer angreifen, weil ich in Erinnerung hatte, dass Thora in der Zentrale war, als die Plasmakugeln des Fünfeck-Feuers auf die Maahkflotte losging. Ich habe gleich nachgesehen und tatsächlich, die beiden hatten die Zentrale kurz zuvor verlassen und das Spektakel nicht verfolgt.

Eric Leyden und Luan Perparim gelingt es die KI des Liduri-Schiffes DROP dazu zu bewegen, sein Team sowie Roofpitter und Verleuwen durch das Flecktransmitternetz zu schicken, während die K7 durch den Sonnentransmitter zur CREST zurückkehren muss. Doch die DROP bringt die Wissenschaftler nicht ins heimische Sonnensystem, sondern an einen unbekannten Ort, der scheinbar im Leerraum liegt. Auf einem Planeten müssen sie in einer Kaverne ein Pyramidion bergen, um der KI zu beweisen, dass sie für die Nutzung des Transmitternetzwerkes legitimiert sind. Die Frotzeleien zwischen den Mitgliedern des Teams sowie zwischen Leyden und der KI sind amüsant, wenn auch manchmal scharf an der Grenze zur Lächerlichkeit. Die Höhlenexpedition ist spannend geschrieben, zieht sich am Ende zwar etwas lang hin, wirkt aber durch das Figurenzusammenspiel sehr stimmig. Einzig Roofpitter und die IT-Spezialistin Verleuwen bleiben, verglichen mit dem Rest der Protagonisten, ausgesprochen blass. Man hat das Gefühl, dass der Autor nicht recht wusste, wie er die beiden mit Leben erfüllen sollte.

In der Zwischenzeit gehen Tuire Sitareh und Ishy Matsu an Bord der MAYA, um die Pläne der Maahk-Flotte auszuhorchen.
Warum sich Tuire und Ishy unbedingt in den Maahkanzügen auf ein Maahkschiff begeben müssen, um Informationen zu sammeln, ist mir nicht völlig schlüssig. Vor allem, weil ein ähnlicher Einsatz bereits schiefging. Das riecht ein bisschen nach gewaltsamen Vorantreiben der Handlung. Das sie am Ende entdeckt und gefangen werden, ist da schon zu Beginn des Einsatzes vorhersehbar. Und wieder sind es die beiden Charaktere, die diese Plot-Schwäche wettmachen, denn sie harmonieren trotz ihrer Unterschiede sehr gut. Ich hoffe, das sie durch ihr gemeinsames Abenteuer einander näherkommen. Außerdem ist es schön Tuire mal wieder in Aktion zu erleben. Der Aulore hat mir in den letzten Romanen ein wenig gefehlt. Täusche ich mich, oder hatte er seit seinem Zusammenbruch auf Taui keinen Erinnerungsschub mehr?

Perry Rhodan erhält einen abgehackten Notruf von Thora und Crest, der ihn ins Snarf-System bringt. Dort findet er zwar die zerstörte Spacejet, aber weder seine Frau noch deren Ziehvater. An der Absturzstelle misst man nur eine seltsame hyperphysikalische Spur, mit der nicht mal Hyperphysiker Oxley etwas anzufangen weiß.
Ein Notruf lockt Rhodan also ins Snarf-System. Ich bin mir fast sicher, dass da eine höhere Macht am Werk ist, die a den Notruf abgesetzt hat und b Thora und Crest entführte, vielleicht auch rettete. Womöglich hat es wieder etwas mit den Liduuri und mit Zeitreisen zu tun. Das würde mir jedenfalls gefallen. Genaueres werden wir hoffentlich in den kommenden Romanen erfahren. Zumindest bin ich froh, dass die beiden noch am Leben zu sein scheinen. Das klang im letzten Roman weniger positiv und ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

»Blick in den Abgrund« ist ein untypischer Roman für Rainer Schorm. Es geht fast nichts kaputt und die Action hält sich in Grenzen, dafür gibt es ein paar höchst unterhaltsame Szenen zwischen Perry Rhodan und Professor Oxley. (Woher bekommt der Wissenschaftler eigentlich die vielen Naschereien? Die müssen doch auf der CREST extra einen Konditor für ihn abgestellt haben.) Man lernt den Autor quasi von einer ganz neuen Seite kennen. Der Besuch von Thora und Crest auf dem zerstörten Arkon I ist tiefgründig und hochemotional und hat mich sofort gefesselt. Auch sonst las sich die Geschichte ruhig und getragen und nicht mit der ihm sonst eigenen getriebenen Hektik. Das der Roman trotzdem spannend ist, dafür sorgt der Autor mit einem kleinen Cliffhanger am Ende jedes Kapitels. Damit schuf Rainer Schorm einen wahren Pageturner. Denn im Gegensatz zu seinem letzten Roman, für den ich mehrere Tage brauchte, las ich diesen in ein paar Stunden. Seinen Hang zum Technobabble lebt er in Form von Professor Oxley in allen Zügen aus. Was Kai Hirdt für Eric Leyden ist, ist Rainer Schorm für Professor Oxley. Man merkt ihm an, wieviel Spaß ihm die Figur beim Schreiben macht.

Mein Fazit: Ein spannender Roman, der die Staffel-Handlung langsam aber stetig weiterentwickelt und mich vom Schreibstil des Autors her, mehr als überraschte. Klasse!

Falsche Farben vertont

Ich höre gerade »Enpunkt Radio« im Querfunk – dem freien Radio Karlsruhe. Klaus N. Frick präsentiert dort einmal im Monat Punkrock und alles was man dazu zählen kann.

Heute spielte er unteranderem »Illegale Farben«. Die Band aus Köln habe ich schon vor Monaten für mich entdeckt. Seit März läuft das Album ziemlich oft, während ich vorm Computer sitze und schreibe. Die Texte sind allesamt vielschichtig, genauso wie die Musik.

Ehrlich, ich kenn mich mit Musik ja grundsätzlich nicht aus. Deshalb äußere ich auch nicht groß dazu. Ich kann nur sagen, mir gefällt‘s, ganz besonders der Titel »Neonblau«. Bei dem singe ich auch schon mal mit.

Ach was, schaut euch einfach die Videos an! Und keine Angst, Punkrock ist gar nicht so schlimm.
Kaufen kann man die LP/CD hier.

 

Piepsender Franzose

Das erste Auto an dem ich hinterm Steuer saß, war ein Golf. Das war während der Fahrschule. Und weil ich meinte, mit keinem anderen Auto fahren zu können, kaufte ich mir nach bestandener Fahrprüfung einen gebrauchten Golf II, den ich fast zwanzig Jahre lang fuhr. Irgendwie hatte das Auto etwas von einem bequemen eingelatschten Pantoffel. Man setzte sich rein und hatte das Gefühl, dass sich das Fahrzeug dem Fahrer anpasste. Wie ein Konturensessel bei Perry Rhodan. Mein Vater kaufte sich später einen Golf III, mit dem ich auch recht häufig fuhr, der aber nicht so lange hielt wie meiner. Vor ein paar Jahren mussten sich meine Eltern ein neues Auto kaufen, weil der Golf nicht mehr durch den TÜV kam. Preis und Abmessungen von aktuellem Golf und Polo zwangen sie dazu, sich nach einer anderen Marke umzusehen. Am Ende entschieden sie sich für einen Citroën C3.

Ab hier muss ich aufpassen, was ich sage, denn ich werde von meinen Eltern geschimpft, wenn ich schlecht über ihr Auto rede. Daher fange ich mit den Vorzügen an: unglaublich enger Wendekreis, das heißt man kann das Auto fast auf der Stelle drehen. Der Innenraum ist, verglichen mit dem winzigen Äußeren (Wir sind immer das kleinste Auto auf dem Parkplatz.) erstaunlich geräumig. Das Panoramadach ist schick, wenn nicht gerade die Sonne scheint oder es regnet. Und die sich selbst einklappenden Außenspiegel sind auch nicht so verkehrt. Für die Stadt ist das Auto ideal.

Zu den negativen Seiten gehören die kümmerliche Motorisierung. Ich weiß nicht, wohin die 85 PS verschwinden, ganz sicher nicht auf die Straße. Denn schon halb besetzt, sind Überholvorgänge mit diesem Auto kaum möglich und wenn, dann nur im zweiten oder dritten Gang. (Mein Golf hatte nur 55 PS und ging ab wie eine Rakete.) Die Ladekante des Kofferraums ist mehr als einen Meter hoch, was das Beladen zu einem Kraftakt macht. Und die winzigen Scheiberwischerchen verlieren sich auf der Mega-Panoramascheibe und schaffen es nicht mal auf der Beifahrerseite für freie Sicht zu sorgen. Von dem schwarzen Klavierlack im Innenraum und dem integrierten Duftspender will ich gar nicht erst anfangen.

Das Allerschlimmste an dem Auto aber ist die Geräuschkulisse beim Anlassen. Die Kakaphonie von Piepslauten ist nicht nur verwirrend, sondern auf Dauer extrem nervig. Wenn dann noch das Gepiepse der Abstandssensoren hinzukommt, wünschte man sich Oropax. Neuester Clou nachdem das Auto im Frühjahr zur Durchsicht war, fiept es jetzt auch noch wenn man rückwärts fährt, so wie bei einem LKW. Aber nicht draußen, sondern drin. Das ist echt stressig. Ich bin die letzten beiden Tage ein paar mal völlig verwirrt beim Rückwärtsfahren stehengeblieben, weil ich dachte, hinter dem Auto ist ein Hinterniss. Bis ich endlich dahinter gekommen bin, dass ist ein »Feature not a bug«.

Ich hör jetzt lieber auf, sonst darf ich nicht mehr damit fahren. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, wünsche ich mir meinen Golf zurück. Der hatte zwar weder Servolenkung noch Airbag, aber wenigstens hat er nicht gepiepst.

Raps, Mais und grünes Gras

Wenn man dieser Tage durch Bayern fährt, egal, ob nun mit dem Auto oder der Bahn, springt einem eines ins Auge: Die Landschaft scheint, von den Ortschaften mal abgesehen, nur aus einer Melange aus Grüntönen zu bestehen. Da reihen sich Felder verblühten Raps an Wiesen aus blanken Grün oder an, wie mit dem Lineal gezogene Linien aus Maispflanzen. Dazwischen hin und wieder ein Kornfeld. Aber nirgendwo findet man bunten Farbkleckse – keinen roten Mohn, keine weißen Margriten, keine blauen Kornblumen. Selbst die Feldraine sind in tristes Grün gekleidet.

Früher war das anders. Als Kind bastelte ich aus den Knospen der Mohnblumen kleine Püppchen, pflückte Margriten und Kornblumen zu einem dicken Strauß. Heute muss man schon genau hinsehen, wenn man eine Blume in dem vorherrschenden Grün erkennen will.

Gründe für den Mangel an Blumen gibt es viele. Sie heißen Bti, Glyphosat und Neonicotinoide oder schlicht und einfach Gülle, die in zu großen Mengen von den Viehbauern auf die Wiesen ausgebracht wird. War es in den Achtzigern noch die Industrie, die der Natur zusetzte, so ist es inzwischen die Landwirtschaft.

So verringern sich Jahr für Jahr die Wildpflanzen. In der Folge gibt es weniger Insekten und die Vögel finden keine Nahrung mehr. Wenn man früher mit dem Auto über Land oder auf der Autobahn längere Zeit unterwegs war, musste man hinterher den Kühlergrill schrubben, weil so viele Insekten daran klebten. Heute kennt man das Problem kaum noch.

Das fehlende Bunt ist also nicht nur für das Auge ein Verlust, sondern auch für Tier und Mensch. Geopfert einer industriellen Landwirtschaft, deren Produkte nicht mal auf dem Teller, sondern in Biogas-Anlagen und Bioethanol-Fabriken landen.

Die Maus und der Mond

Gestern habe ich etwas entdeckt, das ich unbedingt haben will. Es handelt sich zwar um ein Bilderbuch, aber da es so schön gezeichnet ist und mich die Geschichte interessiert, werde ich es mir zulegen.

Ich liebe Buntstiftzeichnungen. Ab und zu zeichne ich selbst mit Buntstiften und weiß, wie viel Arbeit in so einer Zeichnung steckt.

Aber seht selbst: