Der Ruf des Kuckucks

Seit ein paar Tagen haben wir einen Kuckuck in der Nähe. Zuerst dachte mein Mann die Nachbarn hätten sich eine Kuckucksuhr zugelegt, weil der Ruf zeitlich zur Uhrzeit passte. Als der Ruf dann ständig und in unregelmäßigen Abständen zu hören war, tippte ich auf das Klingeln eines Handys. Inzwischen sind wir uns sehr sicher, dass wir tatsächlich einen echten Kuckuck um uns haben. Denn der kleine Kerl ist unermüdlich. Zu jeder Tageszeit erklingt sein Ruf, was auf Dauer ziemlich nervig sein kann.

Er ist spät dran der Kuckuck. Viele seiner Wirtsvögel haben schon die erste Brut aufgezogen. Wahrscheinlich sucht er noch nach einer Partnerin und da die Population des Kuckuck durch Klimawandel und extensive Landwirtschaft ständig zurückgeht, kann es sein, dass er keine findet.

Ein bisschen rabiat ist das ja, was der parasitäre Kuckuck so anstellt. Nicht nur das die Kuckucksweibchen ihre Eier in fremde Nester legen, die fressen zuvor auch noch die Eier der Wirtsvögel. Das geschlüpfte Jungtier drängt dann die noch verbliebenen aus dem Nest und lässt sich von den fremden Vogeleltern dick und fett füttern. Spannend finde ich ja die Tatsache, dass die Weibchen Farbe und Musterung ihrer Eier an das Gelege der Wirtsvögel anpassen können. Die beobachten nämlich zuvor ganz genau, bei wem sie die Eier ablegen. Auch um den richtigen Augenblick zur Eiablage abzupassen.

Schwellenlos

Beim Aufreger der Woche geht es mal wieder um die Deutsche Bahn. Dieses Mal hat es aber nichts mit Verspätungen und sonstigen Behinderungen im Zugverkehr zu tun, sondern mit einem eklatanten Fall von Missmanagement.

Zunächst eine kurze Einführung worum es geht: So lange wie die Strecke zwischen Berlin und München bei Bamberg gesperrt ist, saniert die Bahn die Gleise zwischen Kronach und Saalfeld. Das ist eine super Idee, gegen die nichts einzuwenden ist. Zeugt es doch davon, dass sich hier tatsächlich jemand Gedanken gemacht hat.

Eine Seite der zweigleisigen Strecke ist auch bereits fertig, doch jetzt ruhen die Arbeiten. Erstaunlich, denn der Zeitplan ist eng. Bis September müssen die Gleiserneuerungen fertig sein.

Die Gründe für den Stillstand sind banal und werden von der Bahn offiziell totgeschwiegen. Nur durch die Bauarbeiter war zu erfahren, dass die Verantwortlichen für den zweiten Bauabschnitt vergaßen, die Schwellen zu bestellen. Ja richtig gehört, die können nicht weiterarbeiten, weil die Schwellen fehlen. Dabei musste man sich jetzt europaweit nach Ersatz bemühen, doch die neuen Schwellen werden nicht vor Mitte Juni geliefert. So lange steht alles still, Maschinen, Arbeiter und teilweise auch der Verkehr. Unglaublich aber wahr!

Das in einem so riesigen Unternehmen wie der Deutsche Bahn so was passieren kann, ist mir absolut schleierhaft. Da fragt man sich wirklich, was für Leute da in den Schaltzentralen sitzen. Welche Kosten so ein Versäumnis nach sich zieht, möchte ich gar nicht wissen. Ärgerlich ist es auf alle Fälle und nicht nur für die Arbeiter und die Controller bei der Bahn, sondern auch für die Kunden, die die Zugausfälle und Verspätungen länger als nötig ertragen müssen.

Stammtischgeplauder

Am Freitag war wieder Trekdinner.

Dieses Mal hat unser Auto mitgespielt und weil wenig Verkehr war (Ferien & Brückentag), waren wir sogar die ersten. Der harte Kern traf gegen sieben ein. Es war nicht allzu voll, deshalb konnte man mal wieder mit Leuten plaudern, die sonst an der anderen Seite des Tisches sitzen. Auch ohne Cocktail redete ich mich dabei fast um Kopf und Kragen. Über das Thema schweige ich lieber, weil es nicht jugendfrei war. Nur so viel: Wir hatten eine Menge Spaß!

Später gab ich noch meine Erkenntnisse in Sachen Schreiben mit Schreibcoach und Schreibseminar weiter und machte Werbung für die Buchmesse in Leipzig. So verging der Abend im Flug und wir verließen erst kurz vor zehn Uhr das Lokal.

Gegessen habe ich die Tagliatelle Emiliana. Nächstes Mal muss ich unbedingt mal wieder einen der leckeren Salate essen. Das »Bar Restaurant Portugal hat übrigens einen neuen Internetauftritt, hier gibt’s alles, was man wissen muss – auch das Menü. Am Freitag war ausnahmsweise mal nicht viel los. Ich denke, zur Fußball EM wird sich das ändern. Interessant finde ich ja, dass das parallel stattfindende Treffen der Piratenpartei unter eklatantem Mitgliederschwund zu leiden scheint.

Fotos gibt wie immer bei Sandra im Blog.

Musikalisches Monster

Quelle: Amazon

Ich gestehe, ich bin ein großer Fan von Animationsfilmen. Während meines Studiums habe ich mich selbst daran versucht und weiß wie aufwendig solche Produktionen sind. Deshalb kann ich es auch verschmerzen, wenn der eine oder andere Film mal nicht ganz so gelungen ist. Hin und wieder jedoch entdeckt man echte Perlen in der immer größer werdenden Flut von Animationsfilmen. »Ein Monster in Paris« ist so eine Perle. Gefunden habe ich sie schon vor einiger Zeit. Aber ich sehe mir den Streifen immer wieder gern an.

Die fiktive Geschichte spielt im Paris zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Seine hat Hochwasser und viele Teile der Stadt sind überflutet. Filmvorführer Emile hilft seinem Freund Raoul bei der Auslieferung von Blumenerde an einen Wissenschaftler. Ein einem Gewächshaus experimentieren die beiden in Abwesenheit des Professors mit allerlei Elixieren und erzeugen durch Zufall eine Kreatur. Die beiden fliehen, ohne zu bemerken, was sie geschaffen haben. Wenig später erschreckt ein Monster die Bürger von Paris und landet auch vor der Tür der wunderschönen Sängerin Lucille. Die Jugendfreundin Raouls findet heraus, dass das Monster eine Begabung für Musik hat. Sie nennt den Unbekannten Francoeur und nimmt ihn mit auf die Bühne. Doch die Identität des Monsters bleibt nicht lange verborgen, denn der Polizeichef hat Emile und Raoul verhaftet und verhört. Mit ihrer Hilfe will er das Ungeheuer unbedingt selbst zur Strecke bringen. Und wie es sich für einen Film in Paris gehört, kommt es am Ende zum Showdown auf dem Eifelturm.

Neben der wahrlich überraschenden Auflösung, wer oder was jetzt eigentlich das Monster ist, bietet der Film auch einiges an Gesellschaftskritik. Vor allem Bürgermeister und Polizeichef kommen nicht gut weg. Beleuchtet werden auch ein wenig die Zustände der damaligen Zeit, ohne das dabei das Flair der Epoche zerstört wird. Die Ansichten von Paris sind wunderschön illustriert. Die Figuren wirken ein wenig überzeichnet (dünne Arme und Beine) doch nur so konnten die Eigenschaften jedes Charakter individuell herausgearbeitet werden.

Eigentlich mag ich es nicht, wenn in Filmen gesungen wird, besonders bei Animationsfilmen finde ich das meistens albern. Aber bei »Ein Monster in Paris« sind die Gesangseinlagen so gut in die Handlung integriert, dass mir das sogar Spaß machte. Außerdem gehen die Songs echt ins Ohr und ich habe mir tatsächlich noch am selben Abend, nach dem ich den Film zum ersten Mal gesehen hatte, den Soundtrack bei iTunes gekauft. Die Songs werden von Vanessa Paradis und Sean Lennon gesungen. Ich wusste gar nicht, dass der Sohn von John Lennon und Yoko Ono eine so hohe Stimme hat. Wow!

Kindern unter sechs Jahren würde ich den Film aber nicht zeigen. Die Szenen mit dem Monster könnten zu gruselig sein. Für Erwachsene ist der Film nicht nur wegen der Musik und der spannenden Verfolgungsjagd durch Paris zu empfehlen, sondern auch historisch reizvoll.

Für alle die mal einen Blick hineinwerfen möchten, hier ist der Trailer.

https://www.youtube.com/watch?v=UqKl33MtfBw

Beyond Star Trek

Pünktlich zum heute stattfindenden Trekdinner kam der zweite deutsche Trailer zum neuen STAR TREK-Film heraus.

Ich bin nach wie vor skeptisch. Karl Urban erzählte auf der FedCon zwar, dass der Film sehr humorvoll wäre, davon merke ich in den Ausschnitten aber nichts. Da ist nur jede Menge Action, die eher an »The Fast and the Furios« erinnert. (Kein Kunststück ist ja vom selben Regisseur.) In zwei Szenen ist kurz eine Raumstation zu sehen, die an eine Dysonsphäre erinnert. Das ist interessant. Aber den Angriff dieser Minischiffe, die so einfach die Hülle durchstoßen, als gäbe es keinen Deflektor, finde ich unmöglich. Wenn die Schiffshülle wirklich so einfach zu knacken wäre, würde schon ein Meteoritenschwarm immensen Schaden anrichten. Und das man Rettungskapseln nur für eine Person baut, ist auch Quatsch. Die würden a zu viel Platz einnehmen und b zu viele Ressourcen schlucken. Das wäre so, wie wenn es an Bord von Kreuzfahrtschiffen nur Ein-Mann-Rettungsboote gäbe.

Ich seh schon. In dieser Hinsicht ist der Filmtitel wenigstens gut gewählt. Das hat nämlich nichts mit dem STAR TREK zutun, das ich liebe und ist damit jenseits (also »beyond«) davon.
Am besten, ich gehe ohne große Erwartungen in den Film, dann kann ich auch nicht enttäuscht werden.

Stempeln mit Texturmatten

Heute ist in Bayern Feiertag und eigentlich hätte ich die freie Zeit nutzen können, um zu schreiben. Aber das habe ich die letzten Monate so ausgiebig getan, dass ich einfach keine Lust hatte. Dafür packte mich das Bastelfieber. Ich habe schon so lange nichts mehr gemacht, dass ich schon Entzugserscheinungen habe. Außerdem sind meine Geburtstagskarten alle und ich musste Neue machen. Dazu wollte ich unbedingt die Texturmatten ausprobieren, die ich vergangene Woche kaufte.

Wenn man die Newsletter diverser Versandhändler für Bastelbedarf abonniert hat, bekommt man jeden Trend in der Szene mit. Nicht alles gefällt mir – zum Glück. Aber die Texturmatten, die vor Wochen angepriesen wurden, weckten mein Interesse. Die großformatigen Stempel kann man sowohl zum Drucken, als auch für die Arbeit mit Fimo oder Ton verwenden. Mit Fimo kann man sogar zweifarbige Strukturen schaffen (siehe Video). Das wird wohl das Nächste sein, was ich ausprobieren werde.

Heute beschränkte ich mich auf das Drucken von Karten. Wie ich finde, sieht das Ergebnis schon ziemlich gut aus. Ich werde die Karten noch mit einem Wachssiegel verzieren.

Die Texturmatten von efco gibt es im einschlägigen Versandhandel.

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Vergangener Herzschmerz

Mal wieder was Lyrisches diesmal aus der Rubrik Liebeslyrik. Solche Texte schreibt man nur, wenn man unglücklich verliebt ist. Und weil das bis zu meinem 33. Lebensjahr ein Dauerzustand war, habe ich ganz viele davon. Der hier ist aus dem Jahr 1996.

 

Kleiner Schmerz

Da ist ein kleiner Schmerz,
wenn ich Dich sehe.
Erinnerungen steigen empor
wie Seifenblasen,
zerplatzen an den Dornen der Gegenwart.

Ich bin noch immer auf der Suche
nach dem Teil meines Herzens,
der mir genommen wurde.
Warum glaube ich, dass nur du
ihn mir zurückgeben kannst?
Es ist Dein Lächeln,
daß mir davon erzählt.
Doch in deinen Augen lese ich etwas
ganz anderes.

Mit jedem Augenblick,
den ich mit dir verbringe,
wird mir klar, das du nicht derjenige
sein willst.

 

Chaostheorie

Wie war das nochmal mit der Chaostheorie? Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Afrika, verursacht einen Hurrikan an der Amerkanischen Atlantikküste? Das heißt, wenn auf der anderen Seite der Welt ein Computernetzwerk ausfällt, hat das direkte Auswirkungen auf mein Arbeitsleben.

Nun, das mit der anderen Seite der Welt ist jetzt übertrieben, aber die Schweiz ist ja doch schon ein Stückchen weit von München entfernt. Bei der Swisscom gibt es jedenfalls  seit Mittag einen massiven Netzausfall, von dem vor allem Geschäftskunden, Banken oder große Unternehmen betroffen sind. Inklusive das Unternehmen für das ich arbeite. Und weil unser Netzwerk (wie auch immer) über die Schweiz läuft, (deshalb haben auch alle Computer Schweizer IP-Adressen) hatten wir keinen Internetzugang mehr. Also keine E-Mails und auch keine Cloud. Zum Glück liegen unsere Daten auf den Servern in München und sicherheitshalber habe ich auch die eine oder andere Sache auf dem Computer auf meinem Schreibtisch gespeichert, sonst hätte ich heute Mittag heimgehen müssen.

Die vernetzte Welt gehorcht auch irgendwie der Chaostheorie. Ein kleiner Netzausfall kann die halbe Welt lahmlegen. Das erinnert mich an den Roman »Blackout« von Marc Elsberg. Darin ging es um Stromnetze, aber ich denke, ein anhaltender flächendeckender Ausfall des Internets, würde die Wirtschaft auf der Welt arg in Mitleidenschaft ziehen und nicht nur die facebook- und twitter-Junkies an den Rand des Wahnsinns treiben.

Milchgeld

Max Hegewald und David Rott/Quelle: ARD

Der Film »Die Kinder meines Bruders« lief bereits am 13. Mai, aber erst heute komme ich dazu, etwas darüber zu schreiben.

Gedreht wurde der Streifen unter dem Arbeitstitel »Blutmilch« schon vor gut zwei Jahren in Tangermünde und Umgebung. Warum er erst jetzt im Fernsehen gezeigt wurde, weiß ich nicht, aber der Zeitpunkt ist nicht verkehrt gewählt. Erst vorletzte Woche gab es wieder Demonstrationen von Milchbauern, die auf die abgeschaffte Milchquote und die daraus resultierenden niedrigen Milchpreise aufmerksam machten.

Im Film geht es um den alleinstehenden Milchbauern Christoph Steiner, der durch Schulden so unter Druck gerät, dass er sich umbringt. Als Vormund für Kinder und Hof setzte er seinen Bruder Eric Steiner (David Rott) ein. Der unstete Charakter hat zunächst mit Familie und Kindern nicht viel am Hut, besinnt sich aber eines Besseren und zettelt alsbald eine kleine Revolution unter den Milchbauern an. Im Gegensatz zu seinem Bruder wehrt er sich gegen den Druck der Molkerei, die ihnen die Milch zu Dumpingpreisen abkauft. Ganz nebenbei findet er Zugang zu seinem sechzehnjährigen Neffen Nico (Max Hegewald), der ihn anfangs als Versager abstempelt.

Die Produktionsgesellschaft DEGETO setzt seit ein paar Jahren auf Filme mit Hintergrund und versucht gesellschaftliche Themen mit Unterhaltung in ihren Fernsehfilmen zu verknüpfen. Was nicht immer gelingt. Auch in »Die Kinder meines Bruders« bleibt es beim gut gemeinten Versuch, auf das Thema aufmerksam zu machen, ohne jedoch eine überzeugende Lösung aufzuzeigen. Die Figuren wirken stereotyp und hilflos angesichts des eigentlich dramatischen Geschehens. Selbst über den Protagonisten Eric Steiner bekommt man als Zuschauer wenig Hintergrundinformation geliefert, außer die, dass er keine Kinder möchte und lieber unabhängig in der Großstadt Berlin leben möchte. Man erfährt weder etwas über seinen Beruf oder darüber, was die Brüder in all den Jahren entzweit hat. Das ist schade, weil der Charakter dadurch nicht an Tiefe gewinnen kann. Die anderen Erwachsenen werden noch weniger durchleuchtet und nur anhand ihrer Seil- und Machenschaften charakterisiert.

Das die Situation der Milchbauern nicht von ungefähr kommt, klingt nur am Rande an. Wer die Milch beim Discounter für wenige Cent kauft, weiß mitunter nicht einmal, welchen Schaden er anrichtet. Wie bei so vielem in unserer Konsumgesellschaft ist auch der Wert landwirtschaftlicher Erzeugnisse besonders der von Milch verloren gegangen. Es wird konsumiert ohne nachzudenken. So üben Discounter Druck auf die Molkereien aus, die den an die Bauern weitergeben. Was im Endeffekt bedeutet, dass diese, um rentabel zu bleiben, mehr Kühe anschaffen und mehr Kraftfutter (im übrigen meist Soja) verfüttern müssen. Das führt unweigerlich zu einem Überangebot an Milch und damit zu weiterem Preisverfall. Ein Teufelskreis, den man meiner Meinung nach nur durch ökologische Weidetierhaltung und über den Verkauf von Biomilch durchbrechen kann. Was aber auch ein Umdenken in der Bevölkerung voraussetzt.

Der Film lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits war es schön David Rott wieder in einer charmanten Hauptrolle zu sehen, andererseits ließ ihm diese Rolle wenig Entfaltungsspielraum. Anna Thalbach als seine Lebensgefährtin wirkte ihm gegenüber fast schon zu alt, und man spürte, dass die Chemie zwischen beiden nicht stimmte. Was mir aber besonders gut gefiel, waren die Darsteller der beiden Kinder, allen voran Max Hegewald. Der beim Dreh Dreiundzwanzigjährige gab den Teenager Nico mit so viel Überzeugung, dass er einen David Rott glatt an die Wand spielte. Sensationell!