Weiß jemand was ein homöopathischer Radiaesthet ist? Ich wusste es bis heute auch nicht. Eine Anzeige im Wochenblatt hat mich darüber aufgeklärt. Das ist jemand, der mit einer »kalibrierten Kunststoffantenne« nach Strahlenquellen in Wohnräumen sucht. Schon beim Begriff »Kunststoffantenne« läuten bei mir sämtliche Alarmglocken. Für einen Elektroingenieur schließen Antenne und Kunstoff irgendwie einander aus. Wie man damit elektromagnetische Strahlung nachweisen soll, will mir nicht so ganz in den Kopf. Aber wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um Strahlungen aus dem esoterischen Bereich.
Ich zweifele ja gar nicht an, dass wir im täglichen Leben heute von mehr künstlich erzeugter Strahlung umgeben sind als früher, und das die Langzeitauswirkungen nach wie vor unerforscht sind. Aber man kann das Ganze auch übertreiben. Lustig finde ich ja Leute, die über den Handymast vor der Haustür jammern, sich dann aber einen 7 kw (sieben Kilowatt) Mittelwellensender in die Küche stellen, von dem sie zehn Zentimeter wegstehen. Gemeint sind die derzeit so beliebten Induktionkochflächen. (Aus erster Hand weiß ich, die sind: Überteuert, störanfällig und gehen schneller kaputt.) Die erhitzen den Topf schneller als ein herkömmliches Strahlungskochfeld, strahlen aber auch mehr elektromagnetische Strahlung aus. Nicht für umsonst sollten Patienten mit Herzschrittmacher dem Kochfeld nicht zu nahe kommen. Ach, Tiere mögen das auch nicht so gern.
Also, um Strahlung im Haushalt zu reduzieren, braucht man keinen Radiaesthet mit »kalibrierter Kunststoffantenne« zu bezahlen, da hilft es schon WLAN und DECT-Telefon auf geringere Reichweite zu stellen, damit spart man zusätzlich noch Strom.
Allerdings klingen »kalibrierte Kunststoffantenne« und »homöopathischer Radiaesthet« ja so cool und seriös. Und wenn man daran glaubt, ist sowieso alles möglich.
Seit einer Woche habe ich einen neuen Job. So richt warm geworden bin ich in der Firma noch nicht, was vor allem daran liegt, das kaum einer da ist. Heute morgen waren nur der Umschüler und ich im Haus. Der Chef war mit dem Rest der Leute auf den Baustellen unterwegs.
Weil mein Computer noch nicht so richtig eingerichtet ist und ich die CAD-Software noch nicht kenne, klicke ich mich den lieben langen Tag durch Tutorials und YouTube-Videos. Zumindest habe ich heute schon mal ein Haus gebaut. Nach dem Grundriss eines Architekten in 3D. Morgen versuche ich mich dann an der Elektrik.
Ich habe zwar einen sehr viel kürzeren Arbeitsweg, aber durch den Neun-Stunden-Tag merke ich nichts davon. Außer vielleicht, dass ich eine Stunde länger schlafen kann.
Endlich ist er erhältlich, der lang angekündigte Film Off to the Vet von Simon’s Cat.
In dem dreizehnminütigen Kurzfilm dreht es sich um einen Besuch beim Tierarzt. Das Novum – der Film ist vollkoloriert. Zusammen mit jeder Menge weiterer Simon’s Cat Filme kann man den Clip bei iTunes, Amazon und im Android-Store herunterladen. Das kostet zwar etwas, ist den Spaß aber wert.
Eine lustige Geschichte, in der sich die meisten Katzenbesitzer wieder erkennen werden und ihre Katzen natürlich auch. Das ist gut beobachtet und liebevoll in Szene gesetzt. Davon möchte ich gern mehr sehen.
Luke Treadaway, James Bowen und natürlich Bob (Quelle: Kino.de)
Nun hat es doch noch geklappt. Ich habe gestern endlich den Film Bob der Streuner sehen können.
Eigentlich war mein Mann auf der Suche nach einem Kino, in dem der Film Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen läuft. Da entdeckte er, dass in einem Studiokino ganz in der Nähe der Film mit Bob läuft. Da sind wir gestern Abend gleich ins Auto gestiegen und hingefahren.
Es hat sich gelohnt. Der Film erzählt die Geschichte des Buches in klaren und manchmal drastischen Bildern. Natürlich musste man die Geschichte eines Junkies, der von einem roten Kater gerettet wird auf Spielfilmlänge zusammenstreichen. Was meiner Meinung nach sehr gut funktioniert hat. Im Buch erfährt der Leser mehr Details zu James Bowens Vergangenheit, die im Film nur in einigen Dialogen thematisiert wird. In ihr liegt der Schlüssel, warum der junge Mann auf die schiefe Bahn geraten ist. Aber es wäre sehr schwierig geworden, dies im Film überzeugend darzustellen. So konzentriert man sich auf die Beziehung des jungen Mannes zu seinem Kater und seinen Kampf mit dem Drogenentzug.
Wie schon beim Lesen standen mir auch beim Film nicht nur einmal Tränen in den Augen. Der rührende Erzählung fehlt es nicht an Tiefe aber auch nicht an Humor. Auch hält sie uns kritisch einen Spiegel vor Augen, der uns den einen oder anderen Straßenmusiker oder Zeitungsverkäufer (in München heißt diese Zeitung »BISS«) in neuem Licht sehen lässt.
Hauptdarsteller Luke Treadaway ist eine hervorragende Wahl für die Rolle des James und das Bob nur von »Bob himself« gespielt werden konnte, ist sowieso ganz klar. Besonders gefreut hat mich der Auftritt des echten James Bowen am Ende des Films, während der Signierstunde. Als er auf die Frage, wie ihm das Buch als Leser gefallen hat, antwortet: »So als wäre ich selbst dabei gewesen.« Das hat mir ein breites Lächeln auf mein tränennasses Gesicht gezaubert.
Bob der Streuner ist kein Familienfilm und das ist auch gut so. Es ist die Geschichte eines gescheiterten Menschen, der von der Gesellschaft schon fast aufgeben wurde und von einem Tier eine zweite Chance bekommen hat. Absolut sehenswert auch für Menschen, die das Buch nicht kennen.
Ich muss heute den ganzen Tag daran denken, dass an diesem Wochenende in Wolfenbüttel das Seminar zur phantastischen Kurzgeschichte stattfindet, und ich nicht dabei sein kann. Meine Teilnahme war zwar nicht geplant, weil ich das Roman-Seminar im Herbst ins Auge gefasst habe. Aber zu wissen, dass dort Gleichgesinnte eine tolle Zeit verbringen; Texte diskutieren und Schreibaufgaben erledigen, ohne selbst dabeisein zu können, macht mich dennoch etwas traurig.
Aus dem Grund bin ich heute wieder in die Neunziger abgetaucht und schreibe an meinem, vielleicht nicht mehr ganz so geheimen, Romanprojekt, das mal nichts mit Raumschiffen und Außerirdischen zu tun hat. Und weil ich lieber weiter daran arbeiten will, fällt der Blogtext heute etwas kürzer aus, dafür gibt es mal wieder eine kleine Kostprobe aus dem Manuskript:
Schnaufend komme ich vor dem grauen Wohnblock an, den ich mein Zuhause nenne. Vor dem Aufgang parkt ein gelber Lieferwagen mit laufendem Motor. Auf den Türen kleben Magnete mit dem Logo des Pizzaservice. Mist, dass hab ich total vergessen. Ich trete die letzten Meter fest in die Pedale und springe vor dem Auto vom Rad, so dass die Flaschen im Beutel hörbar scheppern.
Vor der Haustür steht ein spindeldürrer Junge mit einem Pizzakarton, auf dem ein weißer Plastikbeutel liegt und malträtiert den Klingelknopf.
»Pizza für Steinhövel?«, spreche ich ihn an.
Erschrocken dreht er sich zu mir um. Seine mausgrauen Augen zwinkern hektisch im pickeligen Gesicht. Die kurzen roten Haare sehen aus wie Flaum und stehen wild nach allen Seiten ab. Er ist älter, als ich zunächst gedacht habe, wahrscheinlich Anfang Zwanzig und Student.
»Ähm, j…j…ja!«, stottert er.
»Da hab ich ja nochmal Glück gehabt«, sage ich lächelnd und schließe mein Fahrrad an.
Er kommt mir entgegen und zieht mit umständlichen Verrenkungen einen Quittungszettel aus der Hosentasche. »Da…da…das macht zwö…zwölf ach…acht…achtzig.«
Ich strecke ihm den Zehn-Mark-Schein und eine Hand voll Kleingeld entgegen. Dafür schiebt er mir den Pizzakarton hin.
In dem Augenblick, in dem ich ihn ergreife, klatscht ein großer Regentropfen darauf, dann noch einer und noch einer. Das Wasser wird augenblicklich von der weißen Papphülle aufgesogen und hinterlässt dunkle Stellen. Instinktiv sehe zum Himmel auf, doch der verbirgt sich pechschwarz vor meinem Auge. Nur die herabfallenden Regentropfen sind im Licht der nahen Straßenlaterne sichtbar. Ein paar Tropfen treffen mein Gesicht und die unangenehm kalte Feuchtigkeit lässt mich den Blick wieder senken. Der dürre Typ vom Pizzaservice ist immer noch damit beschäftig, das Kleingeld zu zählen, das ich ihm gegeben habe. Er scheint von dem einsetzenden Regen überhaupt nichts mitzubekommen.
»Stimmt so!«, sage ich großzügig und unterstreiche es mit einer lässigen Geste. Dabei habe ich keine Ahnung, ob die Summe überhaupt ausreicht. Während ich mich rückwärts in den Hauseingang zurückziehe, wird der Regen stärker. Das begreift endlich auch mein Gegenüber, stopft das Geld in sein Portmonee und steigt in den Wagen.
Erst als die Lichter des Lieferwagens in Regen und Dunkelheit verschwinden, schließe ich die Haustür auf und gehe hinein.
In meiner Wohnung landet der Pizzakarton mit dem Plastikbeutel auf dem kleinen Küchentisch, bevor ich die Getränke im Kühlschrank neben dem Fenster verstaue. Eine Bierflasche lasse ich draußen, öffne sie an der Tischkante und trinke mit kräftigen Zügen. Ich fühle mich wie ein Verdurstender in der Wüste, der auf eine Oase gestoßen ist – großartig.
Meine leicht feuchte Lederjacke landet auf der Flurgarderobe meine Stiefel irgendwo darunter.
Mit einem zufriedenen Rülpser lasse ich mich am Küchentisch nieder und genehmige mir ein köstliches Stück Pizza.
Der leere Stuhl mir gegenüber wirkt trostlos, erinnert mich plötzlich wieder an meine Einsamkeit. »… die Letzten unserer Art …«, so hat es Bombi heute Nachmittag formuliert. Der Kerl hat gar nicht so Unrecht, denn momentan fühle ich mich genauso. Und mit einem Mal schmeckt das Stück Pizza nicht mehr so gut und auch der Schluck Bier hinterher, hat einen schalen Nachgeschmack. Jetzt werd’ nicht sentimental, rufe ich mich selbst zur Ordnung. Doch das hilft nichts, mein Leben ist längst nicht mehr so spannend wie noch vor einem Jahr, als ich mit Henry um die Häuser gezogen bin, geschweige den in den Jahren als Punks noch richtige Punks waren, als wir noch ein richtiges Feindbild hatten, gegen das wir rebellieren konnten. Ein System gegen das wir uns auflehnten und das uns stets und ständig bespitzelte. Und jetzt …? Ich spüre wie Wut in mir aufkeimt. Was ist geblieben außer den Erinnerungen und der Musik? Musik!Gute Idee! Aus einem Schuhkarton unter dem Tisch wühle ich eine Musikkassette hervor und schiebe sie ins Kassettendeck des Radios. Laut ballert der Sound von Schleim-Keim durch die Wohnung. Ich schließe die Augen, lehne mich zurück und fühle mich gleich besser.
Mit dem Oberkörper wippend, folge ich dem Rhythmus der Musik. Otze Ehrlich schreit: »Habt ihr keine Wut mehr im Wanst?«, die Gitarre jault, das Schlagzeug hämmert. So gefällt mir das. Es ist genau das, was mein wütendes Ich gerade braucht. Bis sich zwischen die Musik plötzlich ein weiteres Geräusch mischt. Das Geräusch, das nicht dorthin gehört, ist die Türklingel.
»Nein, ich stehe nicht auf und ich werde auch die Musik nicht leiser drehen. Ihr könnt mich mal!«, rufe ich laut in dem Wissen, dass mich sowieso keiner hört.
Doch das Klingeln hört nicht auf. Wie ein Parasit bohrt es sich mir in den Kopf und macht mich immer wütender. Scheiße, das ist bestimmt wieder »Miss Piggy«! Ich sollte der Schlampe endlich mal klar machen, dass ich sie kacke finde und nichts von ihr will.
Jetzt wird es mir doch zu bunt. Ich stütze mich an der Tischkante ab und springe auf, mein Stuhl kippt dabei nach hinten und fällt krachend auf den Küchenboden. Wütend stapfe ich zur Wohnungstür, reiße sie mit voller Wucht auf und schreie: »Geh mir nich‘ auf’n Sack, du blöde Kuh!«
»Danke! Ich weiß bereits, dass du ein Arsch bist.«
Gestern bekam ich per Post einen Auszug aus dem PR-Jahrbuch 2014 des SFCU als Kopie zugeschickt. Dort drin findet sich nämlich eine Rezension zu meiner ersten PERRY RHODAN FanEdition »Die Telepathin«. Davon hatte ich bisher nichts gewusst.
Der Autor des Artikel ist Claas M. Wahlers und er hat zunächst die Romanhandlung zusammengefasst, wobei er aus dem Namen MENELAOS aus unerfindlichen Gründen MENTEKEL gemacht hat. Das hat mich zunächst etwas irritiert und ich musste tatsächlich nachschlagen, wie ich das Schiff genannt hatte. Entweder, ich habe in der letzten Zeit zu viel geschrieben oder der Alzheimer greift um sich.
In meinen Augen ist es ihm gut gelungen, die Geschichte nachzuerzählen. Am Ende schreibt er in einem kurzen Fazit – das gern hätte länger sein können – was ihm gefallen hat und was nicht. Wobei mir hier erneut die falsche Werbung, die von der PRFZ gemacht wurde, auf die Füße fällt. Den Werbeslogan »Frauen in der Solaren Flotte« habe ich Rüdiger Schäfer zu verdanken, der den Werbetext damals geschrieben hat. Nur ging es mir aber nie darum, »Frauen in der Flotte« zu zeigen – die gab es ja damals de facto nicht. Mir ging es hauptsächlich um »den Umgang der Solaren Flotte mit Frauen«. Was etwas völlig anderes ist und das ich schon ein paar mal hinlänglich zu erklären versucht habe. Aber egal.
Hier ist der kurze Text aus dem PR-Jahrbuch 2014 (Vielen Dank an Ekkehardt, der ihn für mich ausgegraben hat.):
»Eine Geschichte, die erst langsam und unspektakulär anläuft. Erst im letzten Drittel nimmt die Story etwas Fahrt auf und gewinnt dabei an Spannung und Tiefe. Wer den Roman zu früh aus der Hand legt, beraubt sich dann doch einer durchaus interessanten Erweiterung des Perryversums um das Jahr 2238 herum. Nicht alle Protagonisten wussten in ihrer dargestellten Form zu gefallen. Christina Hacker hatte sich vorgenommen, die Frauen in der Solaren Flotte darzustellen. Nach meinem Dafürhalten hätte sie mehr aus dem Thema machen können. Trotzdem eine Leseempfehlung von mir.« Claas M. Wahlers, SFC Universum, PR-Jahrbuch 2014, Seite 363
PERRY RHODAN NEO Band 140 – »Der längste Tag der Erde« von Rüdiger Schäfer
Tifflor, Tuire und die Mutantinnen müssen Crest mit der Zündvorrichtung zunächst entkommen lassen. Mit dem überraschenden Eingreifen von Josue Moncadas kann die Flucht von Crest jedoch verhindert werden. Crest verschanzt sich im Stardust Tower und als Rhodan mit dem Wasserschiff der Liduuri auftaucht, droht er die Erde zu sprengen, wenn man ihn nicht gehen lässt. Als Faustpfand präsentiert er Thora, die sich mit den Kindern auf einem Beiboot der LESLIE POUNDER am Rande des Sonnensystems in Sicherheit gebracht hatte. Dann jedoch von Hirian da Mentrum, einem Untertanen Crests, aufgespürt und zum Mitgehen gezwungen wurde.
Es kommt zum Showdown zwischen Rhodan, Thora und Crest, bei dem schnell klar wird, dass der alte Arkonide von jemandem übernommen wurde. Es ist Ashara der böse Posbi, der eigentlich als besiegt galt, der aber in Crests Posbi-Implantaten überlebt hat. An der Stelle hatte ich eigentlich mit Agaior Thoton gerechnet, dem es irgendwie gelungen war, sich in Crests Bewusstsein zu manifestieren. Aber der Bogen, den die Exposéautoren geschlagen haben, ist auch nicht schlecht.
Crest wird, als er Thora töten will, von Moncadas erschossen. Der Mutant teleportiert sich mit Hilfe von Sid Gonzales zwischen die Arkoniden und kann mit seinen Kräften Crests Schutzschirm manipulieren.
Kurz bevor er stirbt, spricht Crest nochmal als der alte freundliche Arkonide, den wir kennen. Hier habe ich mich gefragt: wieso reagiert die arkonidische Flotte nicht darauf? Hirian da Mentrum muss das Geschehen doch aus der Leka-Disk heraus beobachtet haben. Auch wenn Thora zuvor an seine Vernunft appelliert und Zweifel in ihm gesät hatte. Es wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, die Arkoniden von der Bösartigkeit ihres Imperators zu überzeugen, in dem man Hirian da Mentrum in die Szene aktiv mit eingebunden hätte. So wirken das spätere Umschwenken der Arkoniden und ihre Passivität nach dem Tod ihres Imperators weniger überzeugend.
In der Zwischenzeit greift die terranische Flotte unter Führung von Reginald Bull und der LESLIE POUNDER die Türme an, die die Sitarakh auf der Erde gebaut haben. Es gelingt ihnen, mit Hilfe einer Idee von Atlan, diese direkte Bedrohung auszuschalten. Dann trifft Bully die Entscheidung, sich gegen die, um die Sonne zurückgezogene Flotte der Sitarakh vorzugehen, auch wenn es eher eine Verzweiflungstat, als ein erfolgsversprechender Versuch ist. Man bittet Avandrina di Cardelah um Hilfe, doch die Liduuri weicht aus. So kommt es zur alles entscheidenden Schlacht. Bevor die Verluste für die terranische Flotte ins Unermessliche gehen, taucht plötzlich ein riesiges fremdes Schiff auf, das einen Hyperimpuls aussendet, der die Schirme der Sitarakh-Schiffe zusammenbrechen lässt. Rhodan beschließt die nun wehrlosen Schiffe der Sitarakh nicht zu zerstören, sondern fordert sie und die Bestie Masmer Tronhk auf, das Sonnensystem zu verlassen. Einer Forderung, der sie uneingeschränkt nachkommen.
Halt! Das ging aber jetzt ein bisschen zu schnell und leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bestie einfach so aufgibt. So wie der Verrückte bisher beschrieben wurde, stürzt er sich eher in einen Kampf, als zu kapitulieren. Auch wenn er damit seine Artgenossen im Stich lassen würde. Wenn jemand so von Rache zerfressen ist, dass er eine ganze Welt zerstören will, dann lässt er sich von der Warnung eines Perry Rhodan sicher nicht aufhalten.
Die bis dahin erzählte Handlung war spannend und temporeich. Das ändert sich in dem Moment, als Avandrina Rhodan erklärt, wer die die Fremden sind, die der Menschheit geholfen haben. Sie nennen sich Memeter und Rhodan bekommt bald am eigenen Leib zu spüren, wozu sie im Stande sind. Er wird von zwei Fremden – Ravi und Surya – »entführt« und findet sich in einer fiktiven Welt wieder, in der er Antworten auf viele seiner Fragen erhält.
Ohne Zweifel, macht Rüdiger Schäfer, wieder einmal den »Erklärbär«. Da sprudeln plötzlich so viele Informationen auf Rhodan und den Leser ein, dass ich mich wieder einmal fragte, wieso man dass nicht auf die vorangegangenen Romane verteilen konnte. Die Memeter sind jene Erdbewohner aus denen die Liduuri hervorgegangen sind. Auch sie bedienten sich an dem Halatium, das aus dem Sonnenspalt entwich und bauten damit unter anderem Physiotrone und Zellaktivatoren. Avandrinas Vater ist einer der Memeter, der erkannte, welche gefährliche Auswirkung die gesteigerte Ausbeutung auf den Sonnenspalt hat. Der erweitert sich, je mehr Halatium abgezogen wird und könnte nicht nur das Sonnensystem zerstören, sondern auch das ganze Universum.
Die Memeter gerieten bald in eine Art Abhängigkeit, was zur Folge hatte, das viele von ihnen in Passivität verfielen und in großen Gruppen, später in Massen, sammelten. Letztendlich lösten sich die »kranken« Memeter in Licht auf und bildeten die Wesensheit ES. Die wenigen nicht Betroffenen blieben als Liduuri zurück.
Die Menschen sind also direkte Nachkommen von ES, was erklärt, warum die Superintelligenz ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkt und ihnen auch das Schiff mit den beiden Memetern als Schutz zur Verfügung gestellt hat. Ravi und Surya sind Teile, die sich unter großen Anstrengungen und Verlusten von ES getrennt haben. Rhodan bekommt noch ein paar rätselhafte Andeutungen mit auf den Weg und wird dann ohne Zeitverlust auf die SHOSHIDA CARDELI zurückgeschickt.
Das waren viele Informationen, die den Exposé-Autoren noch genug Spielraum für weitere Idee lassen.
Auf der Erde laufen derweil die Rettungsmissionen auf Hochtouren, durch den vierzehntägigen Schlafmangel stehen viele Menschen an der Schwelle des Todes und müssen schnellstens versorgt werden. Doch es gibt nicht genügend Helfer, um die fast 11 Milliarden Menschen zu versorgen. Da kommt Hilfe von der ehemaligen Imperatrice Theta. In einer Ansprache fordert sie die arkonidische Flotte dazu auf, den Menschen zu Hilfe zu kommen. Die Arkoniden folgen ihren Aufruf und melden sich bei der, Hals über Kopf eingerichteten, Koordinationsstelle im Stardust-Tower unter dem Befehl der Vizeadministratorin.
Zum Wandel in der Einstellung der arkonidischen Flotte hatte ich ja bereits gesprochen. Das hätte man glaubwürdiger vorbereiten können.
Rhodan berichtet auf der LESLIE POUNDER, was er erfahren hat. Avandrina di Cardelah verabschiedet sich und fliegt davon, während die Landung des Protektors auf dem zivilen Raumhafen Terranias vorbereitet wird. Da fängt Tuire Sitareh plötzlich an zu Glühen. Das Glühen greift auch auf Atlan und Rhodan über. Ihre Körper scheinen sich Schicht für Schicht aufzulösen. Und plötzlich sind die drei verschwunden. Eine systemweite Suche bleibt erfolglos. Auch ein Kontakt mit der Liduuri und den im System verbliebenden Memetern kann nicht hergestellt werden. Die drei Unsterblichen bleiben verschwunden.
Somit endet der Roman in einem fiesen Cliffhanger, der es mir schwer macht, meine Entscheidung aus der Serie auszusteigen, einzuhalten. Die beiden Exposéautoren, allen voran Rüdiger Schäfer, haben es also wieder geschafft, mein Interesse zu wecken.
Dem Autor gelingt es mit diesem Roman meinen Unmut über die Staffel »Meister der Sonne« zu besänftigen. Überhaupt, sie hat mir in dieser Staffel sehr gefehlt, die Art und Weise, mit der der Autor Geschichten erzählt. Normalerweise hatte ich schon bei Band 135 erwartet, einen Roman aus seiner Feder vorgesetzt zu bekommen. Das dem nicht so war, trug viel dazu bei, dass mir die Handlung der Staffel missfiel. In den vergangenen Staffeln bekam man tiefergehende Erklärungen zur Staffelhandlung, meist nur in den Romanen der Exprokraten geliefert. Dieses Mal wurde ich als Leser mit der Invasion und den Katastrophenszenarios buchstäblich allein gelassen, was dazu führte, dass mir vieles unlogisch erschien und ich kurz davor war, auszusteigen. Vielleicht war es der Mangel an Informationen und näheren Erläuterungen während des Handlungsfortschritts, dass zu Unverständnis und Kritik führte. Denn die philosophischen Betrachtungen, die Rüdiger Schäfer in »Der längste Tag der Erde« anbringt, sind klug und nachvollziehbar. Auch wenn mir die Form, in der er sie mir präsentiert – en bloc –, nur bedingt gefallen hat, so lassen sie mich doch viele Vorkommnisse aus den vergangenen Romanen in einem neuen Licht sehen.
Was ich mir für die Zukunft von NEO wünsche, sind weniger Invasionsszenarios und mehr kosmische Verwicklungen, mehr Innenpolitische Querelen und mehr wissenschaftlich fundierte Science. Wenn die Geschichten dann auch noch so gefühlvoll und mit Herzblut geschrieben werden, wie von Rüdiger Schäfer, bleibe ich gern ein Teil des NEO-Fandoms.
Ich hatte mir ja vorgenommen eine Verspätungsstatistik zu führen. Das habe ich auch gemacht und möchte nun das Ergebnis von Januar präsentieren. Wenn nichts dahinter steht, war der Zug pünktlich.
Datum, Strecke, Verspätung, Gründe und Bemerkungen
2.1. Paris-Traunstein, 60 Minuten, eingeschlagene Zugscheiben durch Eis auf der Oberleitung
6.1. Traunstein-München
6.1. München-Traunstein
10.1. Traunstein-München, 15 min, Streckenstörung
10.1. München-Traunstein, 25 Min, Zug ausgefallen, alternative Verbindung genutzt
12.1. Traunstein-München, 5 Minuten
12.1. München-Saalfeld, -10 Minuten, das soll’s auch geben
16.1. Saalfeld-Traunstein
17.1. Traunstein- München, 5 Minuten, Zug bestand nur aus drei Wagen, anstatt sechs
17.1. München-Traunstein, 60 Minuten, Zug ausgefallen, alternative Verbindung genutzt, früher losgefahren und dann wegen Weichenstörung und Zugüberholungen gestanden
24.1. Traunstein-München, 20 Minuten, Bereitstellung nicht geklappt, vom EC überholt worden, der zehn Minuten später in Traunstein losfährt
24.1. München-Traunstein
31.1. Traunstein-München, 25 Minuten, Zug ausgefallen, EC hatte Verspätung, Wagenreihung falsch, ein Wagen defekt, anschließend wegen Gleisbruch auf der Strecke gestanden
31.1. München-Traunstein
Der Titel meines heutigen Eintrags klingt vielleicht etwas pathetisch, aber so bezeichnete es vor Tagen eine Kollegin. Sie bezog sich damit auf mich, denn ich schließe mit dem heutigen Tag ein vierzehn Jahre dauerndes Kapitel in meiner beruflichen Laufbahn. Ich hänge, schweren Herzens nach vierzehn Jahren, meine Selbstständigkeit an den Haken und damit auch meine bisherige Arbeit in München.
Das heißt, dass ich heute meinen letzten Arbeitstag in der Firma in München bestritt, für die ich über viele Jahre lang immer wieder größere und kleinere Aufträge erledigte. Zum Schluss war ich schon so ins Team integriert, dass man mich regelrecht vermisste, wenn ich nicht da war. Und vermissen werde auch ich die Kollegen, denn in vierzehn Jahren wächst so manche Freundschaft.
So bekam ich heute nochmal einen großen Bahnhof, alle waren gekommen, um mich zu verabschieden und mir alles Gute zu wünschen und es gab auch noch ein richtig schönes Geschenk, über das ich mich wirklich gefreut habe. Ich gebe zu, ich war ein wenig sprachlos. Am Ende durfte ich auch noch meine heißgeliebte, aber von allen anderen gehasste, Touchmouse mitnehmen.
Was ich definitiv nicht vermissen werde, ist der lange Weg zur Arbeit. Ich war heute morgen wieder ganze drei Stunden unterwegs, weil ein Zug ausgefallen war, der nächste Verspätung hatte, und der dann auch noch wegen eines Gleisbruchs stehenblieb. Ab morgen kann ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und bin maximal eine halbe Stunde unterwegs. Ich werde davon berichten.
Ja, es war sehr kalt in den letzten Wochen und ja, das ließ eine Eisschicht auf den Seen in Oberbayern wachsen. Selbst der Waginger See ist mehr oder weniger zugefroren. Ich berichtete bereits davon.
Keiner dieser Seen ist offiziell für eine Begehung freigegeben, nur scheint das niemanden zu stören. Am Sonntag war es auf dem Waginger See so voll, wie auf der Eisfläche vor dem Rockefeller Center in NYC. Anderenorts muss es trotz Warnschilder ebenso zugegangen sein und so kam es unweigerlich zu zwei Eisunfällen. Zwei Männer brachen auf dem Chiemsee bzw. auf dem Königssee durch die dünne Eisdecke und mussten gerettet werden. Die Wasserwacht forderte auf beiden Seen die Leute auf, dass Eis zu verlassen, doch statt der Aufforderung Folge zu leisten, wurden die Retter ignoriert und auch noch beschimpft. Erst die Polizei konnte mit einem Hubschrauber die Menschen von der Eisfläche vertreiben.
Wie dumm und ignorant muss man sein, um sich und andere in Lebensgefahr zu bringen? So viel Hirn muss man doch im Kopf haben, um zu wissen, dass das Eis auf einem See nicht überall gleich dick ist, und das es schon etwas länger braucht, bis sich eine tragfähige Eisschicht aufbaut. Dann noch die Frechheit zu besitzen, Menschen zu beschimpfen, die einem im Notfall retten, finde ich absolut widerwärtig.
Ich wäre dafür, dass jeder, der durch eigene Unvernunft in Gefahr gerät und gerettet werden muss, nicht nur den Einsatz der Rettungskräfte zu bezahlen hat, sondern auch eine saftige Geldstrafe obendrauf.