Gestückelt nicht püriert

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 166 – »Jäger und Beute« von Arno Endler

Während die MAGELLAN sich mit der Plattform der Paddler in einem abgelegenen System versteckt hält, ist die FERNAO auf dem Rückflug. Terraner und Paddler hoffen, dass die FERNAO zurückkommt, bevor das Hetzgeschwader der Thetiser sie entdeckt. Seltsame Quanteneffekte hindern die FERNAO jedoch an der Transition. Sie kommt beinahe zu spät. In einer großen Raumschlacht haben die Hetzschiffe von Hak Gekkoor die Beiboote und Dragonflys der Terraner schon aufgerieben, der Schutzschirm um die Plattform ist gefallen. Doch bevor sie den Terranern den Todesstoß versetzen können, greift der Haluter Icho Tolot mit der DOLAN in den Kampf ein und gebärdet sich wie eine Bestie. Die Plattform mit der MAGELLAN kann im letzten Moment gerettet werden, aber nicht ohne schwere Verluste.

Es ist Arno Endlers vierter Roman für NEO und er folgt einer ähnlichen Charakteristik, wie seine Romane zuvor. Der Autor legt erneut großen Wert auf die »unteren Ränge«, was mir ausnehmend gut gefällt. Jede der kleinen Nebenhandlungen ist sympathisch geschrieben und würde mich begeistern, wenn nicht … und da komme ich zum Knackpunkt …

Die Geschichte gliedert sich in drei übergeordnete Handlungsstränge. Womit er den Roman auch interessant hätte gestalten können, ohne ihn in noch kleinere Nebenhandlungen zerfallen zu lassen. Aber auch das wäre kein Problem, solange nicht die vielen kurzen Kapitel wären. Manche gehen nur über ein paar Zeilen, wirken überflüssig oder aus dem Zusammenhang gerissen.

In dem Interview auf der PR-Homepage erzählt Arno Endler, dass er die Raumschlacht und das Drumherum wie einen Film erzählen wollte. Das ist ein Ansatz, der ihm nicht gelingt. Die Handlung ist zerhackt wie ein moderner Actionfilm, viele kurze Schnitte um künstlich Spannung aufzubauen. Das mag vielleicht in einem Kinofilm funktionieren, bei einem Roman funktioniert das nicht. Zumal ich bei der Fülle der Charaktere ohnehin kaum noch den Überblick behalte. Ich kann den Autor verstehen, wenn er »seine« liebgewonnenen Charaktere auch in der Folgehandlung zeigen möchte. Das ist legitim und sei ihm gegönnt, aber wenn im Exposé kein Platz dafür ist, sollte man vielleicht auf die eine oder andere Figur verzichten.

Um so verwunderte war ich, dass sich die Kapitel über Trinar Molat und Hak Gekkoor so harmonisch lesen. Da stimmte alles: das Timing, die Charakterisierung, die Atmosphäre und die Länge. Verglichen mit den zerstückelten Kapiteln in den Handlungssträngen um die Paddlerplattform und die FERNAO liest es sich fast so, als wären sie von einem anderen Autor geschrieben worden. Nicht, dass ich Arno Endler dies unterstellen will, aber dass passte für mich einfach nicht zusammen.

Ein paar kleinere Logikfehler sind mir ebenfalls aufgefallen. So viel ich verstanden habe, sind die Molokken keine gezüchtete Spezies. Wenn die männlichen Tiere ein Euter haben, in dem, wie in einer Giftdrüse, das Gift aus den Pflanzen gespeichert wird, wie würde es das Gift los, wenn es keine Thetiser gäbe, um sie zu melken. Irgendeinen evolutionären Zweck muss das Euter haben, und wenn es nur zur Verteidigung gegen Angreifer genutzt wird (ähnlich wie bei einem Stinktier).
Auch die Quanteneffekte, die auf der FERNAO Kohäsionsverluste von Wänden, Konsolen und anderen Dinge verursachen, sind nicht bis zum Ende durchdacht. Wenn menschliche Gliedmaßen mit einer Konsole verschmelzen, können sie nicht mehr von der Struktur der Konsole gelöst werden. Funkoffizier Simonsen hätte eigentlich nur durch eine Amputation seiner Arme befreit werden können.
Kopfzerbrechen bereitet mir auch die Waffe der DOLAN. Mit einer Reichweite von fast einer Millionen Kilometer hätte sie auch Schiffe der Terraner vernichten müssen.
Wobei der Kampf im Asteroidengürtel eher der Physik eines Kinofilms folgt, als der Realität. So ein Asteroidengürtel besteht aus fast leerem Raum, sonst hätte es keine NASA-Sonde je bis zum Jupiter geschafft.

Für das plötzlich Auftauchen von Leibnitz, der die ganze Zeit auf der DOLAN gewesen ist, bekam man die etwas unmotivierte Erklärung, Icho Tolot hätte keine Gelegenheit gefunden, es Perry Rhodan zu erzählen. Diesen Fauxpas kann man nur den Exprokraten anlasten. Es sieht so aus, als hätten sie Leibnitz im letzten Roman einfach vergessen und erst wieder ausgepackt, als man ihn brauchte.

Wessen Idee die Quantenexistenz war, die sich an die Hülle der FERNAO heftete und im Zusammenspiel mit der Crea-Kralle die Kohäsionseffekte auslöste, weiß ich nicht. Aber ich bin enttäuscht, dass sie sich am Ende buchstäblich in Luft auflöst, ohne eine weitere Rolle zu spielen.

»Beute und Jäger« erfordert viel Geduld vom Leser, damit er das Buch nicht dauernd aus der Hand legt. Manchmal fühlte ich mich wie beim Anschauen eines Films, der dauernd von Werbung unterbrochen wird. Deshalb brauchte ich auch eine Woche, bis ich Band 166 gelesen hatte. Arno Endler wollte in diesem Roman zu viel. Was ihm wiederholt auf die Füße fällt, und aus einem eigentlich guten Roman einen durchschnittlichen macht. Schade!

Ist Star Trek noch Star Trek?

Menschenfressende Klingonen, eindimensionale Figuren, Gewalt, Brutalität und wenig Hirnschmalz … das musste ich über die aktuelle Star Trek-Serie Discovery lesen. Sie scheint die Meinungen der Fans so sehr zu spalten, dass sogar der Thread dazu im PERRY RHODAN-Forum geschlossen werden musste. Autoren und Fans sind sich dort fast an die Gurgel gegangen.

Ich frage mich: ist das noch Star Trek? Folgt die Serie noch der Vision Gene Roddenberrys? Oder ist sie nur noch eine weitere Dystopie, die aus unserer zukunftslosen Gegenwart resultiert?

Eigentlich wollten wir uns für einen Monat bei Netflix anmelden, um die Serie anzuschauen. Auf Grund dessen, was wir darüber gehört haben, werden wir es nicht tun. Ich möchte keine Serie sehen, die mit Verhoevens Starship Troopers verglichen wird. Ich will intelligente Science Fiction, in der Probleme mit dem Verstand gelöst werden und nicht mit Waffen. Ich will wieder an eine positive Zukunft glauben können und nichts sehen, was ich ohnehin jeden Tag in den Nachrichten präsentiert bekomme. Sind die Star Trek-Fans inzwischen so verroht, dass ihnen so etwas wie in Discovery gefällt? Oder liegt es daran, dass sie einer neuen Generation angehören? Bin ich Oldschool, weil mir das nicht gefallen will?

Wenn es eines gab, das die Star Trek-Fans geeint hat, dann war es der Glaube an das Gute im Menschen, an eine erstrebenswerte Zukunft, in der es friedlich zugeht und jeder eine faire Chance bekommt. Wenn Discovery das Fandom entzweit, bedeutet das dann nicht, dass Star Trek nicht mehr das ist, was es 50 Jahre lang gewesen ist? Wenn ich lese, das Fans dieses »Friede-Freude-Eierkuchen« nicht mehr sehen wollen, dann haben sie, meiner Meinung nach, nicht verstanden, worum es bei Star Trek geht. Und das finde ich fast noch trauriger.

Ich muss an die Worte denken, die ich 2006 in einem der letzten Starbase-Fanzines des Star Trek-Forums geschrieben habe: »Star Trek ist tot. Lasst es sterben!« Damals habe ich es sarkastisch gemeint, heute ist es vielleicht das Beste, was dem Franchise passieren kann.

Ein bisschen Krieg

So manchem Brauch in Bayern kann ich irgendwie nichts abgewinnen.

Am Samstagmorgen zum Beispiel wurden wir in aller Frühe durch dumpfe Kanonenschläge geweckt. Wir spekulierten im Bett, was denn da so krachte. Es klang fast wie Geschützfeuer, großkalibriges wohlgemerkt. Als würde sich irgendwer mit Panzern ein Gefecht liefern. Allerdings war der Abstand der Schläge zu regelmäßig. Die ansässigen Böllerschützen schlossen wir aus, die klingen anders.

Heute erfuhr ich des Rätsels Lösung. Es waren mit Gas gefüllte Luftballons, die angezündet worden. Das Ganze galt einem Brautpaar, dass Mittags in der Gemeinde heiratete. Es wurde sogar als Faschingshochzeit gefeiert, inklusive eines Pferdefuhrwerkes mit Anhänger, auf dem sich ein Schlafzimmer mit Schrank und Bett befand. Diese Miniexplosionen sollten das Brautpaar am Tag der Hochzeit aufwecken. Das ist so eine Tradition in der Gegend. Ich habe mir sagen lassen, das dabei sehr viel Alkohol fließt und die Verursacher in den seltensten Fällen nüchtern sind. Kein Wunder, ein normal denkender Mensch käme nie auf die Idee Gas in Ballons zu füllen und anzuzünden. Man wundert sich, das da nicht mehr Unfälle passieren.

Auf unserem Spaziergang am Nachmittag hörten wir dann ein Geräusch, das wie eine Salve aus einem Maschinengewehr klang. Während ich noch irritiert durch die Gegend guckte, wusste mein Mann sofort, dass es sich um sogenannte Goißlschnalzer handelte. Also um Männer die mit langen Peitschen knallen. In Formation klingt das ähnlich wie eine Gewehrsalve.

Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher Tourist angesichts solcher seltsamen und bedrohlichen Geräusche sicher verstört ist. Angesichts der ganzen Knallerei kommt man sich ein bisschen wie im Krieg vor. Kein sehr angenehmer Gedanke, wie ich finde. Ich mag schon die Silvesterknallerei nicht.

Die Braunsche Scherung

Es ist wie mit den Tintenstrahldruckern, der Drucker kostet ein paar Euro in der Anschaffung, die Tinte zum Drucken ein kleines Vermögen.

Ich mag keine Bärte … schon gar nicht bei meinem Mann. Der konnte sich in den letzten Tagen nicht rasieren, weil der Scherkopf seines Braun-Rasierer am Wochenende kaputt gegangen ist. Im Sieb klafften nach der Rasur kleine Löcher. Damit hat der Scherkopf nicht mal ein Jahr gehalten, dafür aber 32 Euro gekostet. Der vorherige Scherkopf hielt immerhin ein komplettes Jahr und kostete nur 29 Euro. Als mein Mann nun einen neuen kaufen wollte, traf ihn fast der Schlag. Inzwischen kostet das Ding stolze 50 Euro, im Mediamarkt als Sonderangebot immerhin nur 43 Euro. Dabei wird auch noch ein Unterschied gemacht, ob man das Teil in silber oder schwarz bestellt. In schwarz ist es etwas billiger.

Ich finde es ist Verschwendung, den ganzen Scherkopf zu tauschen, nur weil das Sieb kaputt ist. Früher waren das zwei verschieden Teile, und die waren nicht annähernd so teuer. Es scheint, als würde das Zubehör immer teurer, je älter das Gerät wird. Wahrscheinlich will man damit bewirken, das Mann sich einen neuen Rasierer kauft. Aber die Scherköpfe der neuen Rasierer sind noch teuerer, womit sichergestellt ist, das Braun auch weiterhin am Kunden verdient. Verstehen würde ich es, wenn die Rasierer selbst nicht so exorbitant viel kosten würden.

Interessant ist, das die Teile auch nicht überall vorrätig sind. Auch beim Mediamarkt konnte man es nur bestellen und sie konnten nicht mal genau sagen, wann es kommt. Weswegen mein Mann nun doch noch einen bei Amazon bestellt hat. Er will ja nicht, dass ich unter seinem Bartwuchs leide.

Trekdinner im Januar

Beim Trekdinner

Am Freitag war wieder unser Trekkie-Stammtisch in München.

Es wurden die Preise vom Trek-Bowling verliehen und beratschlagt, wo wir im nächsten Jahr hingehen wollen. Sandra hat sich dafür ein kompliziertes System ausgedacht, das hoffentlich ein faires Ergebnis bringt.

Ich kenne mich mit Bowling nicht so gut aus, weswegen es mir egal ist, wo wir letztendlich hingehen. Es sollte der Anfahrt wegen, nicht unbedingt im Münchner Westen liegen und der Restaurantbesuch im Anschluss sollte bezahlbar sein.

Die Abstimmungsmodalitäten haben den Trekdinner-Neuling wahrscheinlich verschreckt, denn kurz danach war er weg. Mal schauen, ob er wiederkommt. Der hat wahrscheinlich gedacht, wir machen so etwas wie eine Vereinsversammlung. Obwohl das die absolute Ausnahme war, ansonsten gibt es »nur« essen und nette Gespräche.

Apropos essen. Bisher war ich immer zufrieden mit dem Essen im Bar-Restaurant-Portugal. Dieses Mal habe ich zum ersten Mal daneben gegriffen. Mein gegrilltes Huhn bestand aus zwei Flügeln und einem Keulchen und war zäh, trocken und roch, als hätte es schon länger im Tiefkühlfach gelegen. Das nächste mal nehme ich dann doch wieder Pasta oder einen Salat.

Sandra hat ein paar Fotos gemacht, eines davon finde ich besonders gelungen, weshalb ich es hier poste. Das was ich da in der Hand halte ist mein Gewinn vom Trekquiz im Dezember – das »heilige« Buch der Sternenflotte – hat ein bisschen was von einer Bibel.

Im Zeichen des Pubertiers

Quelle: Amazon

Nachdem wir zuletzt den Kinofilm gesehen haben, habe ich nun auch das neue Pubertier-Buch – »Und ewig schläft das Pubertier« – gelesen.

Der Film ist ähnlich gut gemacht wie die Serie, wobei mir Jan Joseph Liefers als Pubertiervater besser gefallen hat, als Pasquale Aleardi. Er schien nicht ganz so verplant. Dafür gefiel mir die Darstellerin der Carla in der Serie besser. Witzig war der Gastauftritt von Jan Weiler am Ende des Films, als Buchhändler.

Doch zurück zum Buch. Inzwischen ist es nicht nur ein Pubertier, das dem gestressten Vater auf der Nase herumtanzt. Auch der Sohn verwandelt sich in ein träges und schwer zu verstehendes Monster. Wobei Tochter Carla mit 18 so langsam aus der Pubertät herausgewachsen sein sollte. Gewohnt pointiert beschreibt Jan Weiler den täglichen Kampf mit den hauseigenen »Bestien«, berichtet über schräge Handlungen und sonderbare Eigenheiten seiner beiden Schützlinge im Pubertierlabor. Das ist auch interessant für nicht Pubertierbesitzer. Aber auch die Außenwelt in Form seines Schwagers und des Lehrkörpers wird einbezogen. Das bringt Abwechslung und verschaffte mir den einen oder anderen Lacher. Ich wünschte, der Autor hätte noch mehr solcher kleiner Begebenheiten angeführt. Wobei man als Leser nie weiß, ob ihm das, was er schreibt, wirklich so widerfahren ist.

Somit ist auch der dritte Teil der Pubertierbücher sehr unterhaltsam und zu keiner Zeit langweilig. Das einzige Manko ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. 14 Euro für ein kleinformatiges Hardcover mit 171 Seiten (9,99 Euro kostet das E-Book und 11,49 Euro die Audio CD). Dafür bekomme ich auch ein 500-seitiges Taschenbuch. Das Buch wird bei Amazon als Geschenkbuch geführt, aber für ein Geschenkbuch finde ich es eindeutig zu teuer. Ich persönlich brauche kein Hardcover, mir würde auch ein Taschenheft reichen und vielen anderen Lesern sicher auch. Das war unteranderem der Grund, mir das Buch gebraucht im Antiquariat zu kaufen.

Das Lesen von Büchern ist out …

… so ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mir meinen Freundes- und Bekanntenkreis anschaue. Die Wenigsten lesen noch Bücher oder E-Books. Ein paar von den Nichtlesern hören zumindest noch Hörbücher. Ein Großteil aber scheint weitestgehend nur mit Facebook-Kommunikation und dem Anschauen von Serien bei Streaming-Diensten beschäftigt zu sein. Selbst mit den Trekkies kann man sich kaum noch über die Star Trek-Romane von Heyne oder CrossCult unterhalten. Früher waren die Bücher das einzige was man hatte, wenn gerade mal keine Star Trek-Serie im Fernsehen lief.

Ich glaube, die tägliche mediale Überflutung führt dazu, dass die Leute das Lesen von Büchern zu anstrengend finden und es ihnen vor allem nicht schnell genug geht. Früher bekam man eine Folge seiner Lieblingsserie pro Woche, heute kann man sich eine ganze Staffel hintereinander am Stück ansehen. Dass dabei von dem Gesehenen aber nicht viel hängen bleibt, scheint keinem etwas auszumachen. Im Gegenteil, es wird sich gleich auf die nächste Serie gestürzt. Als die Privatsender anfingen, zwei Star Trek-Folgen hintereinander zu zeigen, stellte ich schnell fest, dass mir diese Folgen wesentlich weniger präsent im Gedächtnis blieben als die Folgen, die ich in größerem Abstand gesehen habe.

Unser Gehirn mag zwar schnell sein, aber so schnell kann es die Eindrücke dann doch nicht verarbeiten. Weshalb ich immer noch gern lese. Beim Lesen lassen wir unserem Kopf Zeit, um Bilder zu erschaffen und langfristige Eindrücke zu speichern. Das Lesetempo richtet sich dabei ganz nach den eigenen Bedürfnissen. Ich halte mich nicht für einen schnellen Leser – mein Mann hat mir da einiges voraus – aber dass muss man auch nicht sein. Dafür lese ich aufmerksamer und merke mir die Texte besser, die ich gelesen habe. Hin und wieder erkenne ich auch Dinge zwischen den Zeilen. Was mich zu einem schlechten Krimileser macht, weil ich meist schon früh erahne, wer der Mörder ist. Mir ist beim Lesen vor allem wichtig, dass die Eindrücke von dem, was ich gelesen habe, langfristig bestehen bleiben. Das hilft mir beim Schreiben meiner eigenen Geschichten. So weiß ich nur durch meine Lese-Erfahrung, wie ich welche Stimmung beim Leser erzeugen kann.

Ich fürchte nur, wenn es so weiter geht, gibt es bald nur noch Autoren und keine Leser mehr. Auch weil manche glauben, weil sie einen Stift halten können, können sie auch ein Buch schreiben. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Neu bestuhlt

Quelle: Hag-shop.com

Seit dieser Woche habe ich einen neuen Bürostuhl – einen HAG-Capisco.

Der Capisco sieht nicht nur futuristisch aus, sondern ich sitze auch sehr gut darauf. Weil ich einen Eckschreibtisch habe, störten mich bisher die Armlehnen. Beim Capisco sind die Armlehnen im Rückenpolster integriert. Ein weiteres Merkmal ist der Sattelförmige Sitz, auf dem man sehr dynamisch sitzt. Der Capisco ist was für Leute, die sich am Schreibtisch viel bewegen. Ich habe zum Beispiel meistens Pläne auf dem Tisch neben mir liegen, auf die ich oft schauen muss.

Im November durfte ich den Stuhl schon mal testen und fand das damalige Modell aber zu hoch. Der Verkäufer rief dann aber später an, dass es den Stuhl auch mit einer kürzeren Gasfeder gibt und so habe ich jetzt einen, der zu meiner Größe passt.

Das Allerbeste an dem Stuhl ist, dass man sich auch mal verkehrt herum drauf setzen kann. Zum Beispiel bei einer Besprechung oder auch beim Arbeiten. Man sitzt ein bisschen so wie in einem Sattel. Da macht das Sitzen vor dem Computer gleich noch mal so viel Spaß.

Vielen Dank an den Chef, dass er das möglich gemacht hat.

Endlich, die phantastisch! 69 ist da

Danke an Olaf Kutzmutz für den netten Tweet

Vier Monate ist es her, seit ich die Tagung von und über Andreas Eschbach an der Bundesakademie Wolfenbüttel besucht habe. Wie bereits erzählt, wurde ich gebeten, für die phantastisch! einen Artikel darüber zu schreiben.

Seit der Ankündigung Anfang des Monats wartete ich sehnsüchtig auf das Heft. Leider ist es in keinem der umliegenden Kioske erhältlich. Deshalb habe ich es kurzerhand direkt beim Verlag bestellt. Ich war neugierig, wie mein Artikel zur Eschbach-Tagung im fertigen Layout aussehen würde.

Heute lag das Heft im Briefkasten. Viereinhalb Seiten nimmt der Bericht ein. Wow! Eigentlich wollte ich gar nicht so ausführlich schreiben, aber der Chefredakteur der phantastisch! Klaus Bollhöfener meinte, es können ruhig bis zu sechs Seiten werden.

Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie twitterte schon am Freitag über den Artikel und bedankte sich bei mir. Den Dank gebe ich natürlich zurück. Denn ohne sein Zutun hätte es die Tagung nicht gegeben und ich hätte diesen Artikel nicht schreiben können. Mich würde ja interessieren, was Andreas Eschbach dazu meint, aber das werde ich wohl nicht erfahren. Zumindest hat er den Tweet retweetet.

Ein Haluter in Nöten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 165 – »Tolotos« von Rüdiger Schäfer

Mit Band 165 wird das Muster immer sichtbarer, welches die Exposéautoren aus den losen Fäden von 164 Bänden NEO weben. Rüdiger Schäfer muss in die Borsch-Ära zurückgreifen, um seinen Tolotos zu etablieren. Der Haluter ist aus den Diensten der Allianz geflohen und hat sich nun den Meistern der Insel angeschlossen, zumindest einem von ihnen – Faktor III – Proht Meyhet. Dass er damit vom Regen in die Traufe gekommen ist, scheint ihn nicht sonderlich zu stören. Viel wichtiger ist ihm, herauszufinden was es mit den Sonnenchasmen und den Crea zu tun hat, gegen die ANDROS rüstet.

Es überrascht, wie weit der Haluter mit seinen Forschungen bereits gekommen ist. Er ist sogar in der Lage selbst einen Riss in der Raumzeit zu schaffen, um das fremde Paralleluniversum zu untersuchen. Wobei auch hier nicht endgültig geklärt wird, ob es sich um ein echtes Universum handelt oder nur eine Art Zwischenraum.

Auch die Crea scheinen an den Chasmen interessiert und erforschen sie von ihrer Seite aus. Eher unfreiwillig gelangt eine Wissenschaftlerin der Crea durch den von Icho Tolot geschaffenen Riss ins Einsteinuniversum und wird von Tolot festgehalten. Der möchte sie zurückbringen. Das weiß die Kreatur aber nicht und versucht sich selbst zu befreien. Mangelnde Kommunikation sorgt auch hier wieder für genügend Missverständnisse .

Es ist spannend zu lesen, welche moralischen Vorwürfe sich Tolot einerseits macht, andererseits jedoch einfach so an der Raum-Zeit-Schranke herumbastelt. Das bei seinen Versuchen ein Wesen aus einem fremden Universum zu Schaden kommt, nimmt er in Kauf, genauso wie er den Tod dutzender Rhodan-Doppelgänger lange Zeit in Kauf genommen hat. Dass er mit seinen Schuldgefühlen nicht allein steht, sondern dass auch Faktor III darunter leidet, was er im Namen von ANDROS den Thetisern und anderen Lebewesen angetan hat, erzählt Rüdiger Schäfer durchaus glaubhaft.

Rhodans Persönlichkeit wirkt mir dagegen fast schon zu heldenhaft, zu moralisch und zu edelmütig. Seine große Abschiedsszene mit der Crea – der er hilft in ihre angestammte Umgebung zurückzukehren – ist sinnbildlich für den Terraner, der stets an das Gute im Menschen bzw. im Außerirdischen glaubt. Eine Haltung, die ihn ehrt, die aber auch Gefahren heraufbeschwört. In diesem Fall lässt er die Crea mit all den gewonnenen Daten über das Einsteinuniversum und die beiden Galaxien ziehen. Als guten Willen sozusagen. In meinen Augen etwas blauäugig, denn wer weiß denn, ob für Kreaturen, die einen Haluter bezwingen können, die gleichen moralischen Werte gelten wie für den Terraner.

Mit einem Roman der ausschließlich mit Lieblingsfiguren der Fans bestückt ist, kann eigentlich nicht viel schief gehen. In dem kleinen Kammerspiel lässt der Autor die Charaktere gewohnt liebeswert agieren. Guckys Kampeleien mit Bully gehören ebenso dazu wie Leydens offensichtliche Hochachtung für Icho Tolot. Da erwacht ein wenig die Nostalgie aus Zeiten des klassischen MdI-Zyklus.

Stilistisch ist es ein typischer Schäfer-Roman – wenig Dialog, dafür ausschweifende Innansichten und Erklärungen. Nur wenigen Autoren gelingt es, eine solche Menge an Infodump auf eine so angenehme Weise zu vermitteln. Auch wenn ich mir bei den Rückblicken etwas mehr Action gewünscht hätte. Bemerkenswert sind Rüdiger Schäfers Ausführungen zum Multiversum. Ich finde sie deshalb interessant, weil ich in meinem Fanroman Parallelwelten ähnliche Theorien und Methodiken verwende.

Fazit: »Tolotos« ist ein Roman, der nicht nur die Staffelhandlung ein großes Stück voranbringt, sondern auch das große Mosaik des Neoversums zu vervollständigen weiß. Das sich ein kleiner Fehler bei den Zeitabläufen der Universen eingeschlichen hat, kann ich als Leser verschmerzen. Ganz nach den Worten von Deanna Troi in First Contact: »Wir haben keine Zeit, über die Zeit zu reden. So viel Zeit haben wir nicht.«