Punkiges T-Shirt

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Ich habe es getan … ich habe mir mein erstes Punk T-Shirt zugelegt.

Nachdem mich Musik und Literatur der letzten Wochen doch ziemlich vereinnahmt hat, wahr anzunehmen, das es sich irgendwann auch auf mein Äußeres durchlagen würde. Für einen Irokesen-Haarschnitt bin ich dann leider doch zu alt und gefärbte Haare habe ich eh schon, also musste etwas anderes her, um meine Leidenschaft für Punkrock zu zeigen. Als ich bei dem großen Onlineriesen das T-Shirt sah, konnte ich nicht widerstehen. Ab jetzt wird man mich also häufig mit »Schleimkeim« T-Shirt antreffen.

Ob ich mir jetzt auch eine Killernieten-Lederjacke zulege, überlege ich mir aber noch.

Spur der Regenwürmer

Es hatte die ganze Nacht geregnet, die Straßen glänzten vor Feuchtigkeit. Feiner Nieselregen traf mein Gesicht, als ich auf dem Fahrrad zur Arbeit strampelte. Es roch nach Erde und Regenwürmern …

Ja, nach Regenwürmern. Kennt noch jemand den eigenartigen Geruch, der sich nur dann ausbreitet, wenn die Straße mit hunderten Regenwürmern gepflastert ist? Sie kringeln sich über den feuchten Asphalt, die meisten schon von Autoreifen zermatscht. Der Geruch des Todes.

Diese Woche habe ich in einem Magazin gelesen, dass es in Deutschland 47 Arten von Regenwürmern gibt. 19 davon stehen kurz vorm Aussterben. Ich wusste gar nicht, das es bei Regenwürmern eine so große Artenvielfalt gibt und das sie in ihrer Existenz bedroht sind. Wie so vieles andere auch. Dabei macht besonders die Chemie-basierte und auf Maschineneinsatz ausgerichtete Landwirtschaft den Regenwürmern zu schaffen. Dabei könnte die Landwirtschaft von den Würmern profitieren. Regenwürmer schaffen günstige Bodenstrukturen, machen aus abgestorbenen Pflanzen neue Nährstoffe, reichern die Böden mit Mineralien aus der Tiefe an, schaffen Kinderstuben für Nützlinge und fressen Pilze, die Nutzpflanzen gefährden. In Folge leiden die Böden an zu hoher Verdichtung, können weniger Wasser aufnehmen und ableiten, was wiederum zu Überschwemmungen und Bodenerosion führt.

Nach diesen Informationen bin ich gestern Morgen mit meinem Fahrrad Schlangenlinien gefahren, um nicht noch mehr Regenwürmer zu überfahren. Schon komisch, wie so ein paar Infos den Blickwinkel verändern!

Übrigens, der Forscher Otto Ehrmann hat für Baden-Württemberg berechnet, dass das Gewicht aller lebenden Regenwürmer der doppelten Masse aller Menschen, ihrer Rinder und Schweine entspricht.

Tod eines Expokraten

Quelle: Perrypedia

Die Meldung ereilte mich am frühen Nachmittag. Nichtsahnend warf ich einen Blick auf die PR-Homepage und da stand sie, die traurige Nachricht über den Tod von Michael H. Buchholz. Das war der Moment, an dem ich erst einmal schlucken musste. Mein nächster Gedanke war: was wird jetzt aus NEO? Ziemlich eigennützig, und ich schämte mich auch gleich dafür.

Für mich als Fan von PERRY RHODAN-NEO ist der Tod von Michael H. Buchholz ein schwerer Schlag. Auch wenn ich von seiner Krankheit wusste, so war da doch immer die Hoffnung, dass er es schaffen würde. Das seine Arbeit für NEO ihm die Kraft geben würde, den Krebs zu besiegen. Leider hat es nicht gereicht. Das Loch, das sein Tod in die Herzen von Familie und Freunden reißt, vermag nichts und niemand zu schließen.

Auch auf NEO wird es Auswirkungen haben. Gerade jetzt, nachdem die Serie über Band 150 hinaus verlängert wurde und es viel Raum für neue Handlungen gibt, muss es ohne ihn weitergehen. Kann Rüdiger Schäfer die Exposéarbeit ganz allein fortführen, trotz seines Fulltimejobs? Oder wird/muss sich ein Nachfolger finden? Kein Mensch ist wirklich zu ersetzen. Michaels Art zu schreiben war besonders. Er verzauberte seine Leser mit außergewöhnlichen Geschichten, in die er immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit verwob. Keiner vermochte das so gut zu platzieren, wie er. Er hatte bestimmt noch viele Ideen für NEO, die er jetzt leider nicht mehr verwirklichen kann. Ich bin sicher, dass mir sein Beitrag zu PERRY RHODAN-NEO schmerzhaft fehlen wird.

Es war mir leider nicht vergönnt, den Autor persönlich kennenzulernen. Aber ich hoffe, dass ihm meine Rezensionen zu seinen Romanen gefallen haben, denn seine Geschichten gehörten immer zu den Staffel-Highlights. Wenn in zwei Wochen Band 144 erscheint, wird dies ein ganz besonderer Moment für mich und viele Fans sein. Augenblicke in denen wir in Gedanken bei ihm und er mit seinen Worten bei uns ist.

Mit Michael H. Buchholz steht ein weiterer Name auf der langen Liste der zu früh verstorbenen PERRY RHODAN-Autoren. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für PERRY RHODAN, insbesondere für NEO. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie und seinem Freund Rüdiger Schäfer. Er verliert mit Michael nicht nur einen Freund, sondern auch einen überaus kreativen Kollegen. Ich wünsche ihm viel Kraft, um den Schicksalsschlag zu überwinden.

Peyotemantel für Stift

Seit langem habe ich mal wieder geperlt.

Mein Bamboo-Stift sah nämlich schon etwas abgegriffen aus. Der Lack blätterte immer stärker ab und das blanke Messing fühlte sich nicht gut in der Hand an. Also dachte ich mir, dass der Stift mit Perlen ummantelt bestimmt toll aussehen würde.

Die größte Herausforderung war, ein passendes Muster zu finden. Auf einer japanischen Internetseite wurde ich schließlich fündig, musste es für meine Bedürfnisse aber erst anpassen. Bis ich das soweit hatte, vergingen Stunden.

Auch beim Perlen hatte ich echt Probleme wieder reinzukommen. Schon das Einfädeln der Nadel stellte mich vor Herausforderungen und mit Brille geht gar nichts mehr. Ich muss sie inzwischen absetzen, wenn ich solchen Kleinkram mache.

Aber als der Anfang dann gemacht war, ging die Arbeit in Peyotetechnik flott voran. Jetzt habe ich doch glatt Lust noch einen zu machen.

Eindrucksvolles Sklavendrama

Quelle: Amazon

Der Film »12 Years a Slave« stand einige Zeit in unserem Regal, bis wir uns das umfangreiche Werk endlich angesehen haben. Selbst nach zwei Tagen bin ich immer noch beeindruckt. In meinem Kopf eifern die schönen Landschaftsaufnahmen aus den amerikanischen Südstaaten mit den grausamen Bildern der Handlung um die Wette. Die Geschichte ist in jeder Hinsicht eindrucksvoll erzählt und um so berührender, weil man weiß, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt.

Der afroamerikanische Geigenspieler Solomon Northup lebt als freier Mann in Saratoga/New York, bis er von ein paar Gaunern nach Washington gelockt und entführt wird. Zusammen mit anderen Entführungsopfern bringt man ihn mit einem Schiff nach Louisiana und verkauft ihn auf dem Sklavenmarkt. Anfangs versucht er noch sich gegen das Schicksal aufzulehnen und mit Hilfe seiner Kenntnisse die Aufmerksamkeit seiner Herren zu erlangen, doch dass bringt ihm nur mehr Leid und Ärger ein. Er macht sich zunehmend unsichtbarer, ohne jedoch der unmenschlichen Behandlung durch seine Herren entgehen zu können. Nach zwölf Jahren hat er schon beinahe aufgegeben, als sich ihm endlich eine Chance bietet, der Sklaverei zu entkommen.

Die Darstellungen der Lebensumstände afroamerikanischen Sklaven im neunzehnten Jahrhundert sind sehr authentisch und es braucht schon eine Menge, um die Szenen auszuhalten. Ich war ein paar Mal kurz davor, mich abzuwenden, weil ich die Gewalt nicht ertragen konnte. Die vielen bekannten Schauspieler überzeugen in ihren Rollen. Neben Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor spielen Filmgrößen wie Brad Pitt, Benedict Cumberbatch und Michael Fassbender. Regisseur Steve McQueen inszeniert das Drama in ruhigen Bildern, die unter die Haut gehen und noch lange nachwirken.

Ich habe mich während und nach dem Film gefragt, wie es möglich sein konnte, dass Menschen andere Menschen schlimmer als Tiere behandeln konnten. Auch und vor allem weil sie sich als gläubig bezeichnet haben. Die haben nicht verstanden, was in der Bibel steht. Ich weiß nur nicht, ob wir Menschen von heute wirklich besser sind, oder ob wir die Methoden der Unterdrückung nur besser tarnen.

Pfannkuchen und Märzenbecher

Märzenbecher vorm Haus

»Das sind aber keine Märzenbecher«, sagte die Verkäuferin als ich den Topf mit den Blumenzwiebeln auf den Ladentisch stellte.
Ich deutete auf das Schildchen im Topf, das eindeutig einen Märzenbecher zeigte. »Das steht es aber …«, brachte ich meinen Einwand vor.
Die Verkäuferin schüttelte den Kopf. »Märzenbecher sind gelb.«
In dem Moment wurde mir klar, das sie von Osterglocken sprach, die im Bairischen auch Märzenbecher genannt werden. Ich wollte aber für unsere Terrasse jene weißen Blümchen, die zur Zeit neben den Schneeglöckchen überall in den Vorgärten blühen.

Da kollidierten sie wieder die beiden Dialekte – das Thüringische und das Bairische. Wie oft bin ich schon in einer hiesigen Bäckerei schief angesehen worden, als ich nach Pfannkuchen verlangt habe. Die heißen in Bayern bekanntlich Krapfen. Als Pfannkuchen bezeichnet man hier Crêpes, die ich als Eierkuchen kenne. Genauso kennen viele meiner bayrischen Bekannten das Wort »Spreißel« nicht (für Holzsplitter, den man sich in die Haut gestochen hat), obwohl das eigentlich ein süddeutsches Wort ist. Auch mit »Rewinzchen« komme ich hier nicht allzu weit, das ist Ostthüringisch und bedeutet übrigens »Feldsalat«.

Wenn ich mit meinem Mann über die Unterschiede zwischen den Begriffen spreche, hat er nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Er muss sich mit größeren Herausforderungen herumschlagen, weil er aus einer gänzlich anderen Sprachgegend kommt, in der, sagen wir mal, so eine Art Mittelhochdeutsch gesprochen wird. Da versteht man als Uneingeweihter zunächst kein Wort. Da heißen Krapfen – Krappen, Spreißel – Schiwer und Crêpes – Kletitten. Als Marzebecher (Märzenbecher) werden aber auch da Osterglocken bezeichnet.

Da soll sich einer zurechtfinden.

Zeitreise in die Siebziger

Quelle: Amazon

Die ersten Folgen der Fernsehserie »Life on Mars« sah ich noch im TV, bis der Sender die BBC-Serie ins Spätabendprogramm verbannte. Weil ich jedoch wissen wollte, wie die Serie endet, beschloss ich sie mir jetzt auf DVD anzusehen.

Gestern haben wir die letzte Folge der beiden Staffeln gesehen und mein Fazit fällt überaus positiv aus. Die Geschichte um einen Polizisten aus dem Jahre 2006, der nach einem Autounfall 1973 aufwacht, ist ungemein spannend. Ich mag ja Kriminalgeschichten nicht so sehr, aber die Mischung aus Drama und Krimiserie mit Science Fiction-Elementen hat mich überzeugt. Als Zuschauer weiß man zu keiner Zeit, was mit Sam Tyler passiert ist. Liegt er im Koma, oder ist er tatsächlich in die Vergangenheit gereist? Die Psychospielchen, die die Drehbuchautoren mit der Figur veranstalten, sind brillant inszeniert und überraschen in fast jeder Folge mit neuen Details.

Der Reiz der Serie geht, meiner Meinung nach, aber von dem Flair der Siebziger aus. Das rüde Verhalten der Polizeikollegen, oder die rücksichtslosen Methoden bei der Aufklärung sind für einen Menschen von heute ebenso erschreckend wie faszinierend. Wie in der damaligen Zeit mit Frauen umgegangen wurde, hat nicht nur einmal zu Kopfschütteln meinerseits geführt. Die Serie gewährt einen echten Einblick in die siebziger Jahre und unterhält dabei noch mit spannenden Kriminalfällen. Dabei wird ziemlich deutlich, wie sehr sich die Polizeiarbeit in den letzten Jahrzehnten geändert hat.

Das Ende lässt mich dennoch etwas unbefriedigt zurück. Ohne hier Spoilern zu wollen, hatte ich mir etwas anderes für Sam Tyler gewünscht. Vielleicht ist auch die Erwartungshaltung während der 16 Folgen so gestiegen, dass man diese einfach nicht befriedigen kann. Egal, wie man die Serie beendet hätte. Sehenswert ist »Life on Mars« allemal. Aber bitte nur das englische Original und nicht das amerikanische Remake.

Noch etwas zu den DVDs. Für die Fernsehausstrahlung wurden die Folgen gekürzt, die DVD-Box enthält die ungekürzten Folgen. Die rausgeschnittenen Stellen haben keine deutsche Synchronisation, weshalb man hier das Original mit Untertiteln verwendet hat. Das fand ich sehr gut, weil manche der Szenen für das Verständnis wichtig sind.

Ich überlege mir gerade, ob ich mir auch die Nachfolgeserie »Ashes to Ashes« bestellen soll.

Auf Dienstreise in KA

Die vergangenen zwei Wochen war ich kaum Zuhause. Eine Dienstreise folgte der nächsten. In dieser Woche war ich in Karlsruhe und bevor hier irgendwelche Verschwörungstheorien aufkommen, nein, mein Besuch hatte nichts mit Perry Rhodan und schon gar nicht mit der Autorenkonferenz zu tun, die ebenfalls Anfang der Woche ganz in der Nähe stattfand.

Ich besuchte einige Seminare, um mich in meinen neuen Job einzuarbeiten. Eine der Schulungen war wichtig und hilfreich, die andere war zwar interessant, stellte sich aber leider als irrelevant für die Firma heraus, in der ich arbeite. Das muss ich meinem Chef aber noch verklickern.

Jedenfalls bin ich ganz schön rumgekommen und habe viele Leute getroffen und neue Dinge erfahren und gelernt. Es ist ja immer spannend zu hören, mit welchen Problemen sich andere Menschen herumschlagen müssen. So lernte ich in den beiden Wochen einige Elektriker kennen, die über die vielen Vorschriften klagten, die ihnen der Gesetzgeber jedes Jahr auferlegt. Es wird nämlich zunehmend schwieriger, die Mehrkosten, die sich daraus ergeben, ihren Kunden zu erklären.

Ich war natürlich die einzige Frau in den Seminaren. Wobei ich mich ehrlich frage, wieso das so ist. Ich arbeite als techn. Systemplanerin und finde, dass dies eigentlich ein idealer Frauenberuf ist. Gerade weil Frauen gut planen können, sind sie für diese Arbeit eigentlich prädestiniert. Da aber den Mädchen heutzutage von der Gesellschaft weiß gemacht wird, dass Technik und vor allem Elektrotechnik nichts für Frauen sei, gibt es so wenige, die einen technischen Beruf ausüben möchten. Das finde ich unheimlich schade, weil diese Jobs wirklich spannend sind.

Um nochmal auf Perry Rhodan zurückzukommen. Bei dem Seminar in Karlsruhe fühlte ich mich dann doch ein bisschen wie auf der PR-Autorenkonferenz. Nicht wegen der Nähe zu Rastatt. Nein, zum einen sah der junge Mann mir gegenüber wie Christian Montillon aus und zusätzlich gab auch der Seminarleiter ein gutes KNF-Double ab. Was durch den schwäbischen Dialekt noch unterstrichen wurde. Da musste ich wirklich grinsen.

Am Karlsruher HBF kam ich dann noch in den Genuss, dass riesige PERRY RHODAN Poster zu fotografieren. Ich wurde zwar schief angeguckt, als ich mit meinem iPad in der Bahnhofshalle herumfuchtelte, aber das war es mir wert.

Der blaue Wüstenplanet

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 142 – »Hort der Flüsternden Haut« von Rainer Schorm

Ich war wirklich gespannt auf den Roman von Rainer Schorm. Schafft es der Autor doch, mich jedes Mal zu überraschen. Ohne die Arbeit der anderen NEO-Autoren schmälern zu wollen, bin ich inzwischen der Meinung, dass er der stärkste Autor im NEO-Team ist. Rainer Schorm vermag auch den komplexesten Plot mit einer gewissen Logik zu vermitteln. Und als ich hörte, dass es in Band 142 um eine »Romeo und Julia-Geschichte« gehen soll, war ich um so gespannter, wie der Autor diese erzählen würde.

Nachdem im Vorgängerband Perry Rhodan im Mittelpunkt der Handlung stand, ist es im »Hort der Flüsternden Haut« Tuire Sitareh. Der Charakter ist mir inzwischen ans Herz gewachsen und es freut mich stets, über ihn zu lesen. Obwohl die Figur im Grunde genommen eine »Mary Sue« ist, wie man im Fachjargon der Fanfiction-Autoren so schön sagt – unbesiegbar und ohne Makel, mit geheimnisvoller Vergangenheit und außergewöhnlichen Fähigkeiten – stört mich das überhaupt nicht.

In der Handlung verschlägt es den Auloren auf einen Planeten, der von einer blauen Wüste bedeckt ist und er gerät zwischen die Fronten verfeindeter Nomadenvölker. Das erinnert sofort an »Der Wüstenplanet« von Frank Herbert. Hier wie da warten die Bewohner auf den Messias. Schorm wandelt das Thema etwas ab, fügt eigene Ideen hinzu, bleibt aber sehr dicht an Herberts Vorlage. Besonders deutlich wird das, als Tuire auf den drogensüchtigen Gildenmeister trifft, dessen Iriden durch die Drogen ihre Farbe verändert haben.

Der Plot um die beiden jungen Verliebten überzeugte mich in seiner Gänze jedoch nicht. Da hatte ich mir etwas mehr Gefühl versprochen. Das liegt vor allem daran, dass die zwei nicht miteinander agieren, sondern ihre Beziehung allein in ihren Erinnerungen existiert. Das hatte mir zu wenig Substanz. Letztendlich fühlt es sich so an, als sei die Geschichte nur Mittel zum Zweck, um Tuire eine Vorlage zur Konfliktlösung zu bieten. Vielleicht war es auch gut so, dass sich er Autor nicht zu sehr darauf konzentriert hat, um dafür mehr Platz für Tuires Abenteuer zu haben, denn die waren durchaus spannend.

Für interessant halte ich das fremde Raumschiff, das Tuire findet und das anscheinend mit Molkex beschichtet ist. Ist das ein Hinweis auf die Blues, oder wie auch immer sie in NEO heißen werden? Vorausschauend auf die Bände nach 150 könnte ich mir das gut vorstellen, denn ich habe den Zyklus der EA mit den Blues gern gelesen. Und da würde auch Eric Leyden gut dazu passen. Schließlich war es sein Alter-Ego Tyll Leyden, der das Geheimnis des Molkex gelüftet hat.

Am Ende wird es nochmal kompliziert. Genau das Richtige für Rainer Schorm. Und er schafft es tatsächlich, mir den verwirrenden Zeitreiseplot so zu erzählen, dass ich ihn nachvollziehen kann.

Mein Fazit fällt positiv aus. Der spannend geschriebene Roman klebt zwar etwas sehr an Frank Herberts »Wüstenplanet« und die Liebesgeschichte ist nicht so, wie von mir erwartet, aber der Autor hat Tuire Sitareh gut in Szene gesetzt und dem Auloren wieder ein paar neue Fassetten verliehen. Ein bisschen genervt, war ich von den Dialogen mit Tuires Extrasinn, was vielleicht sogar beabsichtig ist. Da kann einem der Aulore schon leid tun. Das ist, als hätte man einen Papagei im Kopf, der zu allem seine Meinung kundtun muss. Dafür ist der Titel des Romans genial.

Es ist anzunehmen, dass der nächste Band ähnlich wie die beiden ersten in der METEORA Staffel verlaufen wird, nur mit Atlan im Fokus des Geschehens. Dies ist eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise und ich bin wirklich gespannt, wie die Expokraten die Spannung innerhalb der Staffel hochhalten wollen, wenn sie sich einen derartig langen Vorspann gönnen. Nun, ich lasse mich überraschen.

Was ich mich jedoch frage ist: Warum ist der Sand auf dem Cover braun und nicht blau?

Frühstück mit Panda

Schon wieder Hotel. Dieses Mal andere Stadt und viel besser. Ruhig, sowohl nah am Bahnhof als auch am Seminarort und mit einem sensationellen Frühstücksbüffet.

Beim Frühstück schaute ich aus dem Fenster und beobachtete wie rote Pandabären in den Bäumen auf der gegenüberliegenden Straßenseite herumkletterten. Wo gibt’s das schon? Das muss ich mir heute Nachmittag mal näher ansehen.

Die Anreise war gestern wieder typisch Deutsche Bahn. Kurz vor der Ankunft ging die Lok kaputt. Wir standen erstmal bis der Lokführer die Lok repariert hatte. Dann ging es weiter bis die Lok erneut ausfiel und wir gebeten wurden auszusteigen. Auf dem Nachbargleis kam zum Glück gleich ein weiterer IC, der mich schließlich ans Ziel brachte, mit immerhin nur einer halben Stunde Verspätung.

Am Bahnhof gab es auch gleich eine nette Begrüßung. Als ich aus dem Gebäude kam, empfingen mich Blitz, Donner und ein Regenguss, der mich innerhalb von wenigen Minuten pitschnass werden ließ. Ich nahm es mit Gelassenheit. Sonst hätte ich hier ja nichts zu erzählen.

Mal sehen wie das Seminar heute ist. Ich bin wahrscheinlich wieder die einzige Frau unter 20 Männern, aber das bin ich ja gewohnt. In der Branche zähle ich eben zu den Exotinnen. Welche Frau beschäftigt sich schon freiwillig mit elektrischen Schaltschränken.