Eindrucksvolles Sklavendrama

Quelle: Amazon

Der Film »12 Years a Slave« stand einige Zeit in unserem Regal, bis wir uns das umfangreiche Werk endlich angesehen haben. Selbst nach zwei Tagen bin ich immer noch beeindruckt. In meinem Kopf eifern die schönen Landschaftsaufnahmen aus den amerikanischen Südstaaten mit den grausamen Bildern der Handlung um die Wette. Die Geschichte ist in jeder Hinsicht eindrucksvoll erzählt und um so berührender, weil man weiß, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt.

Der afroamerikanische Geigenspieler Solomon Northup lebt als freier Mann in Saratoga/New York, bis er von ein paar Gaunern nach Washington gelockt und entführt wird. Zusammen mit anderen Entführungsopfern bringt man ihn mit einem Schiff nach Louisiana und verkauft ihn auf dem Sklavenmarkt. Anfangs versucht er noch sich gegen das Schicksal aufzulehnen und mit Hilfe seiner Kenntnisse die Aufmerksamkeit seiner Herren zu erlangen, doch dass bringt ihm nur mehr Leid und Ärger ein. Er macht sich zunehmend unsichtbarer, ohne jedoch der unmenschlichen Behandlung durch seine Herren entgehen zu können. Nach zwölf Jahren hat er schon beinahe aufgegeben, als sich ihm endlich eine Chance bietet, der Sklaverei zu entkommen.

Die Darstellungen der Lebensumstände afroamerikanischen Sklaven im neunzehnten Jahrhundert sind sehr authentisch und es braucht schon eine Menge, um die Szenen auszuhalten. Ich war ein paar Mal kurz davor, mich abzuwenden, weil ich die Gewalt nicht ertragen konnte. Die vielen bekannten Schauspieler überzeugen in ihren Rollen. Neben Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor spielen Filmgrößen wie Brad Pitt, Benedict Cumberbatch und Michael Fassbender. Regisseur Steve McQueen inszeniert das Drama in ruhigen Bildern, die unter die Haut gehen und noch lange nachwirken.

Ich habe mich während und nach dem Film gefragt, wie es möglich sein konnte, dass Menschen andere Menschen schlimmer als Tiere behandeln konnten. Auch und vor allem weil sie sich als gläubig bezeichnet haben. Die haben nicht verstanden, was in der Bibel steht. Ich weiß nur nicht, ob wir Menschen von heute wirklich besser sind, oder ob wir die Methoden der Unterdrückung nur besser tarnen.

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