Der lange Weg nach Hause

Wie groß Deutschland eigentlich ist, wird einem erst dann bewusst, wenn das Überwinden von Entfernungen nicht so gut funktioniert wie gewohnt. Der Donnerstag vor einer Woche war einer dieser Tage, an dem ich auf dem Nachhauseweg mehr als doppelt so lang unterwegs war wie sonst.

Das Unheil begann schon am frühen Morgen mit einem ausgefallenen MERIDIAN. Zum Glück fuhr zehn Minuten später der EC, aber Schnee und das daraus resultierende S-Bahn Chaos sorgten dafür, dass ich mal wieder zu spät zur Arbeit kam.

Da der Schneefall über den Tag hinweg nicht auffhörte, überlegte ich mir, ob es nicht sinnvoller wäre, einen Zug früher in meine Thüringische Heimat zu fahren, dann wäre ich schon vor 20 Uhr zu Hause und hätte noch etwas Spielraum. Soweit meine Planung.

Wegen dem Ausfall einer U-Bahn wurde es am Münchner Hauptbahnhof mal wieder knapp. Eigentlich wollte ich mir noch den neuen NEO kaufen, aber dafür blieb keine Zeit. Ich hetzte zum Zug, nur um anschließend festzustellen, dass er fünfzehn Minuten später abfahren würde. Grund für die Verspätung, man höre und staune, war das »Warten auf Zugpersonal«.

Mit Sorge nahm ich zur Kenntnis, dass die fünfzehn Minuten voll ausgeschöpft wurden und der Zug die Zeit bis Nürnberg auch nicht aufholte. In der Hoffnung doch noch den Regionalexpress nach Bamberg zu kriegen, beeilte ich mich beim Umsteigen in Nürnberg. Leider vergebens. Der Zug konnte wegen drei Minuten nicht warten und war weg. Ich fuhr dann mit der S-Bahn weiter bis Bamberg und wollte dort in den Bus nach Lichtenfels steigen. Leider stand da nur die blaue Linie (mit Zwischenhalten) und der Busfahrer riet mir, die halbe Stunde auf den roten Expressbus zu warten, der nur ein paar Minuten später in Lichtenfels sein würde als er mit seinem Bus.

Ich nutzte die Gelegenheit, um etwas zu essen und in einem Zeitungsladen, der für Provinzverhältnisse sehr gut mit PERRY RHODAN ausgestattet war, den neuen NEO-Roman zu kaufen. Dort waren alle Romane der letzten Wochen reichhaltig vorhanden. So etwas freut mich als Leserin natürlich. Anschließend stieg ich in den Bus, der mal wieder so voll wurde, dass nicht alle potentiellen Fahrgäste mitkamen.

Der Bus quälte sich anschließend eine halbe Stunde über die Autobahn. Es war kurz vor 19 Uhr, eigentlich hätte ich jetzt schon fast am Ziel sein sollen. So aber war ich immernoch mehr als einhundert Kilometer davon entfernt. In Lichtenfels steuerte ich das Gleis an, auf dem normalerweise die Züge Richtung Thüringen fahren und wurde bitter enttäuscht. Da stand kein Zug, nein, nichtmal eine Anzeige. Wie jetzt? Ich suchte den Fahrplan und da stand es schwarz auf weiß. Die Regionalzüge in Richtung Saalfeld fuhren ab 18 Uhr nur alle zwei Stunden. Der letzte war 18:44 Uhr gefahren und der nächste fuhr erst wieder 20.10 Uhr. Das war der, mit dem ich beim letzten Mal gefahren war. Doch damals bin ich zwei Stunden später in München abgefahren. Die zwei Stunden, die ich an diesem Tag früher losgefahren war, hatten mir also überhaupt nichts genutzt …

Ich war fertig mit der Welt. Ich stand an einem gottverlassenen Bahnhof bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und mein nächster Zug würde erst in mehr als einer Stunde fahren. Ich machte mir erstmal bei einer zufällig auftauchenden Bahnangestellten Luft. Die war entweder aus Arkon-Stahl oder Beschwerderesistent, jedenfalls prallte mein Protest über solche vorzeitlichen Zustände an ihr ab und sie ließ mich einfach stehen.

Meine Rettung in der kalten Not, war die kleine Buch- & Zeitschriftenhandlung in dem ansonsten toten Bahnhof. Der Laden hatte zumindest bis 20 Uhr geöffnet und einen geheizten Raum. Ich klagte der Verkäuferin mein Leid und sie stimmte mir uneingeschränkt zu. Ich war nicht die Erste und Einzige in den letzten beiden Monaten. Viele Pendler und Reisende leiden derzeit unter den unmöglichen Zuständen der Vollsperrung. Und dabei weiß man, wenn die Sperrung vorbei ist, wird es noch schlechter werden, weil dann überhaupt kein Fernzug mehr, den vor Jahren aufwendig sanierten, Bahnhof ansteuern wird.

Kurz vor acht stieg ich dann in den RegionalExpress nach Halle, der wiederum fünfzehn Minuten verspätet los fuhr, weil man auf Reisende aus den Schienenersatzbussen wartete. Für diesen Grund der Verspätung hatte ich zumindest Verständnis.

Statt 19:15 Uhr kam ich an dem Tag um 21:30 Uhr an, ganze zwei Stunden später. Und nein, ich bekomme keine Fahrpreiserstattung, weil ausgerechnet an diesem Tag kein Mensch meinen Fahrschein kontrolliert hatte. Nirgendwo weder im Bus noch in der S-Bahn, nicht mal im ICE.

Ich war fast sieben Stunden unterwegs; auf eine Strecke für die ich noch vor wenigen Jahren nicht mal drei Stunden gebraucht habe. Welch ein Fortschritt! Ich sag’s ja, in ein paar Jahren werden wir in unserer Mobilität so eingeschränkt sein, dass wir uns ins neunzehnte Jahrhundert versetzt fühlen werden.

Ein Schritt nach vorn

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 116 »Sprungsteine der Zeit« von Michael Buchholz

Was für ein Roman! Und das nicht nur wegen des dynamischen Titelbildes.

Es scheint, als hätten sich die Expokraten die Wünsche der Fans zu Herzen genommen. Seit der Zepterübernahme hagelte es nämlich Kritik, warum die Hintergründe der Geschehnisse seit dem Ende des Protektorats nicht thematisiert wurden. Rückblickend versuchen nun sowohl Rüdiger Schäfer im vergangenen Roman, als auch Michael Buchholz in »Sprungsteine der Zeit« dem Rechnung zu tragen. Was bei Rüdiger Schäfer in NEO 115 noch gezwungen wirkte, wurde von Michael Buchholz mit anderem Ansatz versucht und richtig gut umgesetzt.

Auch er lässt seinen Protagonisten Atlan erzählen, liefert die Kapitel aber standesgemäß als Handlung im Ich-Präteritum. Und ja, das ist der Atlan, den man kennt und liebt und dessen Charakterisierung schon zu Zeiten der frühen Erstauflage für den Leser funktioniert hat. Man besinnt sich also bei NEO auf das, was gut war und verbindet es mit dem, was die Leser von heute anspricht. Kein schlechter Weg, den das Exposéteam da eingeschlagen hat.

Natürlich machen solche Rückblicke auch die Haupthandlung ungemein spannend, weil man ja wartet, wie geht es weiter mit Atlan und Tuire Sitareh oder mit Eric Leyden. Letzterer macht einen auf »Captain Kirk« und quatscht die Posbis um ihren Verstand. Was schon beim M5-Computer bei STAR TREK gut geklappt hat, funktioniert auch bei PERRY RHODAN. Das war die Stelle, an der ich echt schmunzeln musste. Am Ende bekommt Atlan seinen Zellaktivator wieder und die Mehandorchefin Empona von Tuire eine Lektion in Kampftechnik.

Im dritten Handlungszweig geht es um Perry Rhodan und die Maácheru-Posbis, die schlafende Hunde wecken. Bei denen handelt es sich um Posbis, die dem Zentralplasma nicht wohlgesonnen sind und die sich schon seit zehntausenden von Jahren in Stasis befinden. Hier gefiel mir besonders die Sicht von Cel Rainbow, der äußerst Rhodankritische Überlegungen anstellt. Nur stellt er zwar Rhodans Handlungen in Frage, konfrontiert den Protektor aber nicht damit. Da hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht. Rainbows Befürchtungen werden natürlich in aller Fülle bestätigt. Denn die »bösen« Posbis sind nicht nur böse, sondern übermächtig. Da bin ich wirklich gespannt, wie sich die Crew der CREST herauswinden wird. Wahrscheinlich werden sie auf Eric Leyden treffen, der den Oberposbi in eine Grundsatzdiskussion verwickelt, woraufhin der sich abschaltet.

Es gibt sehr viel, was Michael Buchholz in seiner Geschichte verarbeitet. Das ist aber auch das einzige was ich ihm negativ ankreiden kann. Die vielen kleinen Nebeninfos sind nett, lenken aber ein wenig von der Haupthandlung ab.
Eines davon hat mich dann aber doch beschäftigt und das war die Geschichte mit dem Flugsaurier im amerikanischen Bürgerkrieg. Ich musste eine Weile suchen, bis ich das von Atlan beschriebene Bild tatsächlich gefunden habe. Buchholz bezieht sich wahrscheinlich auf einen Artikel im »Mysteries«-Magazin vom Februar 2011 und diversen Verschwörungswebseiten im Internet. Das Foto, das seit Jahrzehnten als verschollen gilt, obwohl sich viele Leute daran erinnern, scheint wohl eher eine Fälschung zu sein. Klingt ein bisschen nach einem Fall für die X-Akten. Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht, oder ob das Bild eine Fälschung ist, ist unwichtig. Für mich war Michael Buchholz‘ Version in NEO 116 glaubhaft und unterhaltsam geschrieben und das allein zählt.

Hier zwei Versionen des Fotos, auf das sich Michael Buchholz bezieht.

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Quelle: www.blogigo.de
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Quelle: www.blogigo.de

Krieg der Maschinen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 115 »Angriff der Posbis« von Rüdiger Schäfer

Endlich wieder ein Roman von Rüdiger Schäfer. Darauf hatte ich mich echt gefreut, liegt sein letzter NEO-Roman doch schon sieben Bände zurück. Und es geht auch gleich in die vollen, mit der CREST die einen Angriff der Posbis abwehren muss. Eine Raumschlacht, die trotz einiger physikalischer Ungereimtheiten, spannend erzählt ist. Doch nach dem packenden Einstieg verpufft die Handlung während der Reise von Rhodan, Thora und Crest zur Stützpunktwelt der Maácheru Posbis. Dafür folgt über mehrere Kapitel die Erzählung des Posbi Atju zur Entstehungsgeschichte der Bakmaátu.
An dieser Stelle macht Rüdiger Schäfer den Erklärbär, wie gewisse Leute sagen würden. Mir wurde in Wolfenbüttel eingetrichtert, dass man sowas auf keinem Fall in einem Roman machen sollte. Auch wenn die Kapitel im Präsens geschrieben sind, was mich persönlich sehr anspricht, so ist es doch schlicht Infodump. Schön geschriebener Infodump zwar, aber eben zu viele Informationen ohne Handlung an dieser Stelle. Ich hätte es schöner gefunden, wenn ich schon in den vorangegangenen Romanen immer mal ein Häppchen davon mitbekommen hätte, als alles in dieser überwältigenden Fülle. Es ist ja nicht so, dass das, was der Posbi erzählt, uninteressant wäre, nur lähmt es den Handlungsfluss. Denn eigentlich passieren ja wichtige Dinge. Rhodan und Co finden in Atju einen Verbündeten, der sie, wenn auch widerwillig zu ihrer Stützpunktwelt bringt. Wobei ich mich an dieser Stelle gefragt habe, warum Crest dorthin gebracht werden muss, wenn er anscheinend von Atju und Kaveri behandelt werden kann. Es geht aus dem Text nämlich nicht so genau hervor, was genau die Posbis brauchen, um Crests Implantate zu justieren. Ich hätte erwartet, dass man spezielle Posbis dazu benötigt, und war überrascht, als Atju und Kaveri diese Aufgabe selbst übernahmen. Der plötzliche Angriff der Bakmaátu wiederum war gut gemacht. Und ich hatte eher Crests Implantate in Verdacht, die den Standort verraten haben und nicht Kaveri. Die finale Raumschlacht zwischen den Bakmaátu und den Maácheru war routiniert geschrieben und für Fans, die so etwas mögen, sicher erfreulich.

Der zweite Handlungsstrang um Eric Leydens Team und Tuire Sitareh gefiel mir eindeutig besser. Die Identität des geheimnisvollen Arkoniden an Bord des Mehandorschiffs, wurde immer noch nicht enthüllt, aber es kamen ein paar neue Puzzlestücke hinzu. Ich habe schon lange den Verdacht, dass es sich um Atlan handelt. Deshalb fiebere ich mit, ob, wann und wie der Arkonide in den Besitz seines Zellaktivators kommt. Es gibt Hoffnung, schließlich hat er jetzt den Wunderknaben Tuire Sitareh an seiner Seite.
Die Wissenschaftler um Eric Leyden begreifen schnell, warum die Menschen von den Posbis zum »Wahres Leben« gezählt werden, vielleicht etwas zu schnell. Gut geschrieben war allerdings die Interaktion der Menschen mit der Mehandor-Chefin Empona.

Mein Fazit fällt weniger positiv aus, als sonst bei einem Roman von Rüdiger Schäfer. Ich vermisste das Emotionale, das seine Texte sonst ausmacht. Dafür bekam ich Raumschlachten und Rückblenden; beides in einer übertriebenen Fülle und für meinen Geschmack zu technisch erzählt. Ich wünsche mir, dass er sich bei seinem nächsten Roman wieder auf das besinnt, was er am besten kann: mehr Augenmerk auf die Figuren legen.

Arkons Zwillinge

Quelle: Perrypedia

Weil ich es gern geordnet habe, lese ich auch Heftromane meist in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Bei der aktuellen PR-Miniserie Arkon habe ich eine Ausnahme gemacht. Ich konnte nämlich meine Neugier nicht in Zaum halten und musste Ben Calvin Harys Roman unbedingt lesen, obwohl ich zu den beiden Vorgängerbänden noch nicht gekommen bin.

Wie nicht anders zu erwarten, macht der Autor seine Sache sehr gut. Seine Nebenfiguren sind lebensnah beschrieben und auch ein Perry Rhodan erhält von ihm einen Hauch menschlicher Schwäche. Nämlich dann, als der große Unsterbliche vor der defekten Positronik steht und nicht weiß, wie man sie repariert. Danke, für so viel Realitätsnähe.

Bemerkenswert sind auch die Details, mit denen der Autor immer wieder überrascht. Kleine eingeworfene Gedanken, die hängenbleiben oder in denen man sich selbst entdeckt. Sowas bindet den Leser fast automatisch an den Text. Bei der Beschreibung der Lebensumstände der beiden Positronikexperten Marv und Eleas, ist Ben das richtig gut gelungen.

Der Konflikt zwischen den Zwillingen Kassian und Kerlon ist eindeutig das Zugpferd des Romans. Ob Kerlons Opfertod am Ende sinnvoll war, mag ich nicht beurteilen, aber die Geschichte gab es her. Vielleicht steuert der Roman nicht viel zur Handlung der Miniserie bei, aber auch ohne die Vorgängerbände gelesen zu haben, war ich sofort drin. Und das muss ein Roman erst einmal leisten. Einem Quereinsteiger die Handlung der Serie zu vermitteln, ohne Exposition zu betreiben. Das hat was.

Pfiffige Ideen, wie das Optitrav runden die Geschichte ab. Die Kapitel, in denen Marv in der Positronik steckt, haben mich Stellenweise an den Film Tron erinnert. Begriffe wie Booleanweiche und Integerschatten zeugen von einer blühenden Fantasie.

Vielleicht nur, weil ich ein wenig Insiderwissen zur Entstehung der Geschichte habe, konnte ich erahnen, was im Exposé stand und was sich Ben selbst ausgedacht hat. Aber auch ohne das Exposé zu kennen, bemerkt man gegen Ende des Romans einen Bruch. Plötzlich wird die Handlung hektisch und will sich nicht mehr in das bisherige Bild einfügen. Das mag Ansichtssache sein, aber ich hatte das Gefühl, dass auf den letzten paar Seiten noch dem Exposé gehuldigt werden musste.

Mein Fazit: Daumen hoch für den gelungenen Einstieg des Nachwuchsautors.

NEO als Jugendliteratur

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Nr. 114 »Die Geister der CREST« von Kai Hirdt

Man gibt sich Mühe bei NEO auch jüngere Leser abzuholen, ob man dafür unbedingt aus der Perspektive eines Achtjährigen schreiben muss, weiß ich nicht. Aber das war eines der Dinge, die mich an dem Roman gestört haben. Sicher, die Geschichte war so konstruiert, dass man sie nur aus der Sicht von Thomas erzählen konnte. Zumindest ist es Kai Hirdt gelungen, den Jungen auch wie einen Jungen denken und handeln zu lassen, im Gegensatz zu Susan Schwartz in Band Nr. 112. Dennoch wäre ich froh, in den nächsten Romanen erst einmal nichts mehr von Thomas und Bastet zu hören.

Und überhaupt: Bastet! Ich war ziemlich gespannt, was sich hinter der holographischen Katze verbergen würde und bin im Nachhinein etwas enttäuscht, dass es sich »nur« um ein Unterprogramm der Positronik handelte. Da hätte ich etwas Originelleres erwartet. Ansonsten war die Geschichte an Bord der CREST spannend, die unerwartete Wendung eingeschlossen. Das sich die Besatzung der BRONCO als trojanisches Pferd entpuppte, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet, aber gerade das machte die Geschichte überraschend. Es sind die Kleinigkeiten, die mich störten. Ein Junge und ein Hologramm sind die einzigen, denen einfällt, die ausgefallenen Systeme ohne die Hauptpositronik zu überprüfen? Na gut, wenn ich mir die Technikhörigkeit einiger Mitmenschen so ansehe, dann kann ich mir das vorstellen. Eine Krankenschwester die Patienteninformationen ausplaudert und auf ihre Schweigepflicht hingewiesen werden muss? Apropos! Die medizinischen Behandlungsmethoden stehen in keinem Verhältnis zur Hochtechnologie der Schiffe. Die fliegen mit Hyperlichtantrieben und verwenden Infusionsnadeln? Hier hätte ich mir vom Autor ein bisschen mehr Kreativität gewünscht, bei den Waffen und Positroniken klappt es doch auch.

Die Erzählebene um Leyden, diesmal aus der Sicht von Luan Perparim, war wie immer der unterhaltsamere Teil des Romans. Luan als Unterhändlerin, die sich gegen die Sippenchefin der Mehandor durchsetzen muss, war überzeugend gezeichnet. Das der Grund ihrer Visionen nicht gleich aufgedeckt wird, ist gut, denn so bleibt genug rätselhaftes bis zum nächsten Roman. Leyden als Jammerlappen gefiel mir auch, zeigte es doch mal eine neue Facette des ansonsten unerschütterlichen Gemüts des Physikers. Ich kann ihn verstehen, Hermes zu verlieren war auch ein schwerer Schlag. Einzig auf einen erneuten Kampf gegen die Kalongs, hätte ich gut verzichten können. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Chronobrüche ein bisschen anders interpretierte als die Autoren zu vor. Zumindest spielten sie dieses Mal eine größere Rolle.

Neugierig bin ich darauf, wer sich hinter dem Arkoniden an Bord des Springerschiffes verbirgt. Ist da eventuell ein gewisser Zellaktivatorträger im Spiel? Wir werden es sehen.

Mein Fazit: Spannend geschrieben, wenn auch nicht handlungsrelevant, ist »Die Geister der Crest« nach meiner Meinung der bisher schwächste Roman von Kai Hirdt. Dafür gefiel mir das Cover umso mehr. Eines der Besten der letzten beiden Staffeln.

Schau an die Borg!

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-NEO »Fischer des Leerraums« von Rainer Schorm

Das Rainer Schorm einen Hang zum Dramatischen hat, stellt er in diesem Roman mal wieder unter Beweis. Niemand im NEO-Autorenteam lässt seine Protagonisten so leiden wie er. Dem Leser bleibt kein schauerliches Detail erspart.

Als Rhodan auf der Dunkelwelt auf die Besatzung der BRONCO stößt, die von den Posbis zu medizinischen Experimenten missbraucht werden, sind schon mehrere Besatzungsmitglieder gestorben. Die Zustände, unter denen die Menschen dahinvegetieren, sind erschütternd und das nicht nur für den Protektor, sondern auch für den Leser. Zartbesaitete Menschen könnten Albträume davon bekommen. Als Star Trek-Fan fiel mir natürlich sofort eine Parallele auf. Das, was die Posbis mit den Menschen machen, erinnert sehr stark an die Borg. Auch sie implantieren ihnen Technik, um sie zu verbessern. Mit dem Unterschied, dass die Posbis kein Gruppenbewusstsein haben und den Menschen zumindest die Individualität lassen. Das sie aber keinerlei Vorstellung von moralischer Integrität und dem Konzept von Schmerz haben, macht sie nicht weniger grausam. Schorm schildert dieses, durch die Fremdartigkeit resultierende Verhalten, sehr eindringlich. Manchmal zu eindringlich. Eines muss man ihm aber lassen, die aussichtslosen Situationen, vor die der Autor seine handelnden Figuren immer wieder stellt, machen den Roman unheimlich spannend. Man fiebert nicht nur bei Rhodans Flucht von der Dunkelwelt mit, sondern auch im zweiten Handlungsstrang um Leyden und sein Team, die von einer Truppe Mehandor gefangen genommen werden.

Der Cliffhanger des Leyden-Strangs ist besonders fies, weil er vor allem Kater Hermes schutzlos zurücklässt. Und ob die Idee, Crest durch die Posbi-Implantate am Leben zu erhalten, so gut ist, wage ich noch zu bezweifeln. Nicht, dass aus ihm das Posbi-Äquivalent eines »Locutus« entsteht. Obwohl »Locutus da Zoltral«? Dass hätte schon was.

Wenn ich an dem Roman etwas kritisieren kann, dann eigentlich nur die Strukturierung. Mir gefielen die häufig wechselnden Perspektiven nicht so ganz. Während im ersten Teil des Romans die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Perry Rhodan und Eric Leyden erzählt wird, nur unterbrochen von den inneren Dialogen des BRONCO Kommandanten Clarence Threep. So zerfällt die Struktur im zweiten Teil des Romans. Während Threep vollends verstummt, wechselt die Perspektive von Leyden plötzlich zu Luan Perparim. Zwei Kapitel des Buches werden außerdem aus der Sicht der Mehandor Submatriarchin erzählt. Da hätte ich mir mehr Systematik gewünscht. Aber das ist Geschmacksache und macht den Roman nicht weniger spannend.

Mein erster Beitrag für die SOL

Titel SOL81
SOL 81

Ich gebe zu, dass ich in den letzten Tagen den Weg zum Briefkasten öfter eingeschlagen habe, als sonst. Meist mehrmals am Vormittag. Grund dafür ist die aktuelle Ausgabe der SOL, dem Magazin der PERRY RHODAN-Fanzentrale.

Auf die Ausgabe mit der Nummer 81 warte ich schon seit Ende November. Enthält sie doch das Interview, welches ich mit PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick in Wolfenbüttel geführt habe. Ich habe mich damals sehr gefreut, dass er dem Interview zugestimmt und meine vielen Fragen bereitwillig beantwortet hat, obwohl es an dem anstrengenden Seminartag schon kurz vor Mitternacht war.

Die halbstündige Audiodatei später in lesbaren Text umzusetzen, war weniger Arbeit, als ich gedacht habe – dank meiner Diktiersoftware. Von der ich aber inzwischen weiß, dass sie des Schwäbischen nicht mächtig ist. Der fertige Text war dann tatsächlich so lang, dass die SOL-Redaktion überlegte, es in zwei Teilen zuveröffentlichen. Das es jetzt komplett abgedruckt wurde, freut mich natürlich um so mehr. Und das SOL-Redakteur André Boyens auch noch ein paar nette Worte über mich im Editorial gesagt hat, hat mich sehr berührt. Danke!

Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Fragen und Antworten auch den Lesern der SOL gefallen werden.

Wer meinen ersten großen Beitrag in der SOL lesen möchte, kann das Heft im SpaceShop der PRFZ bestellen. Für Mitglieder der PRFZ ist das Heft im Mitgliedsbeitrag enthalten. Sie bekommen das Heft automatisch zugeschickt. Wer also als PERRY RHODAN-Fan alle zwei Monate ein so schönes Heft nach Hause geschickt bekommen möchte, braucht nur der PRFZ beitreten.

Klaus N. Frick hat sich in seinem Blog ebenfalls positiv zum Interview geäußert.

Mit Perry in der Zeitung 2

Gestern erschien der Artikel über Hubert Haensel und die Lauensteiner Schokolade auch noch in der Neuen Presse Coburg und der Ostthüringer Zeitung (OTZ), die damals schon den Artikel zu unserer Star Trek Hochzeit gebracht hatten. In der OTZ war der Artikel sogar der Aufhänger im Lokalteil.

Jeder der mich darauf angesprochen hat, sagte: »Jetzt wirst du noch berühmt.« Nun, nur weil man mal in der Zeitung erwähnt wurde, wird man nicht berühmt. Etwas, dass ich ohnehin nicht will. Mich freut an der Geschichte, dass ich helfen konnte, Perry Rhodan und die PRFZ in der Region ein bisschen populärer zu machen. Vielleicht bekomme ich dann ja beim nächsten Besuch im Zeitungsladen in Saalfeld auch mal einen NEO-Roman zu kaufen. Zumindest das erste »Arkon«-Heft lag am Freitag noch im Regal.

Und hier der Artikel aus der OTZ (PDF):
HH_OTZ

Mit Perry in der Zeitung

Da staunte ich nicht schlecht, als mich vergangenen Dienstag ein Journalist aus dem Saalfelder Landratsamt kontaktierte. Der Mitarbeiter der Pressestelle ist langjähriger Perry Rhodan Fan und wurde vom Landrat höchstpersönlich auf mich aufmerksam gemacht. Das kann passieren, wenn man mit dem Landrat zur Schule gegangen ist.

Der Journalist berichtete mir in einer E-Mail, dass Hubert Haensel in PR 2840 eine regionale Schokoladenspezialität erwähnt hatte und er nun daraus einen Zeitungsartikel machen wollte. Er fragte an, ob ich ihm dabei helfen könnte, Kontakte zu knüpfen und wie ich denn zu Perry Rhodan gekommen wäre. Wir telefonierten am Abend und ich erzählte ein wenig über meine Arbeit für die Perry Rhodan Fan Zentrale und über unsere Star Trek Hochzeit. Er wollte versuchen, all die Informationen in den Artikel einfließen zu lassen.

Heute nun ist der Artikel erschienen und er ist, wie ich finde, sehr schön geworden. Aber lest selbst.

Hubert Haensel

Exposé und Ritter

Seit Mittwoch träume ich jede Nacht vom Exposé-Schreiben. Im Grunde kaue ich die Geschichte wieder und wieder durch, versuche Schwachstellen zu finden und auszumerzen, neue Fakten einzubringen, damit die Handlung am Ende stimmig ist und den handelnden Figuren einen Hintergrund zu verpassen. Gestern habe ich drei Stunden im Zug an einer richtig guten Kurzversion gearbeitet. Irgendwie klappt bei mir das Schreiben in Zügen der Deutschen Bahn besser als anderswo. Am Ende war ich ganz zufrieden mit dem neuen Grundgerüst und gehe jetzt an die Details.

Heute fand ich dann im neuen Perry Rhodan-Heftroman noch eine nette Kritik von Hermann Ritter zum letzten Newsletter der PRFZ, die mich mächtig gefreut hat. Gefiel mir doch diese Ausgabe selbst sehr gut. Das lag vor allem am spannenden Interview mit Hermann Wolter. Dem Fan der ersten Stunde konnte ich ein paar Begebenheiten von früher entlocken. Ich mag ja solche alten Geschichten. Umso bedauerlicher finde ich es, dass es im nächsten Newsletter kein Interview geben wird.

Hier nun der Beitrag aus den Clubnachrichten aus PR 2841:
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