Disneys Zukunftsland

A World Beyond - smallNormalerweise verpasse ich keinen Film mit oder von George Clooney, weil ich weiß, dass der Schauspieler für intelligentes Kino mit Anspruch steht. Doch »A World Beyond« war so schnell wieder aus den Kinos in der Nähe verschwunden, dass ich nicht die Chance hatte, mir den Film in 3D anzusehen.

So blieb mir am Samstagabend nur die 2D-Fassung auf Blu-Ray. Was ich ein bisschen schade fand, denn die Effekte waren zuweilen großartig. Allein für die Stadt der Zukunft wurden so viele kreative Ideen umgesetzt, dass diese Szenen einen Kinobesuch gerechtfertigt hätten. Aber der Film hat weit mehr zu bieten.

Die Geschichte dreht sich um die wissenschaftlich interessierte Casey, die mit sehr viel Optimismus ausgestattet ist. Das Mädchen findet eines Tages bei ihren Sachen einen Button. Als sie ihn berührt steht sie plötzlich mitten in einer völlig fremden Stadt. Der Spuk dauert nicht lange, aber es reicht aus, um Casey nachhaltig zu beeindrucken. Sie begibt sich auf die Suche nach der Stadt der Zukunft und findet Unterstützung bei der elfjährigen Athena, die eigentlich ein Androide ist. Sie müssen Frank Walker finden, denn er ist der einzige, der Casey nach »Tomorrowland« bringen kann, wie sich die faszinierende fremde Welt nennt. Dort haben Wissenschaftler eine Maschine gebaut, die das Ende der Erde in 58 Tagen vorhersagt. Walker und Athena sind sich sicher, nur Casey kann den Weltuntergang aufhalten.

Was wie ein Disneymärchen klingt, ist auch eines und doch ist es auch ein unterhaltsamer SF-Film mit teils sehr kritischen Untertönen. Die Geschichte ist spannend aufgezogen und brilliert mit vielen überraschenden Ideen. Allein das abrupte und selbst für meinen Geschmack etwas zu melodramatisch gestaltete Ende verdirbt ein wenig den Spaß. Eigentlich wird nur die Zerstörung der Maschine gezeigt, nicht aber das, was Casey tut, um den eigentlichen Weltuntergang zu verhindern. So weit wollte Disney die Zuschauer dann doch nicht fordern. Es ist vor allem ein Film zum nachdenken, einer der mit wichtigen Botschaften daherkommt und aufrütteln soll. Wahrscheinlich ist es aber genau die Art Film, den sich das Mainstreampublikum nicht wünscht. Ein Grund dafür, dass er so schnell wieder aus den Kinos verschwand.

Die Darsteller allen voran die beiden Mädchen, leisten hervorragende Arbeit. Ein ziemlich gealterter George Clooney und Hugh Laurie (Dr. House) als ambivalenter Gegenspieler runden das kleine Ensemble ab.

Fazit: »A World beyond« ist ein gut gemachter, intelligenter SF-Film, der uns daran erinnert, dass wir einst die Zukunft viel positiver gesehen haben, als heute. Und das die Welt nicht unbedingt in einer Dystopie enden muss, wenn wir etwas dagegen tun.

Und hier noch ein Foto von der utopischen Stadt:

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Buch oder Film?

Quelle: Kino.de

Es ist wie mit der Henne und dem Ei: Was war zuerst da? Übertragen auf »Der Marsianer« lautet es: Ist es besser, zuerst das Buch zu lesen und dann den Film anzuschauen oder umgekehrt? In meinem Fall spielte das zwar keine Rolle, denn ich habe das Buch bereits vor einem halben Jahr gelesen und vorgestern dann die Verfilmung gesehen. Doch für andere Zuschauer bzw. Leser steht diese Frage durchaus im Raum.

Sagen wir mal so, der Film hilft dabei, einige Schwächen des Romans auszubügeln, nämlich dann wenn es ums visualisieren geht. Viele der Szenen im Buch leiden unter mangelnder Beschreibung. PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick würde es schlicht als »Weißraum« bezeichnen.
So war mir nicht klar, dass das Wohnmodul ein separater Teil der Kuppel ist. Ich habe mir vorgestellt, das Mark Watney zwischen seinen Kartoffelpflanzen in der Kuppel lebt. Im Film sieht man aber deutlich, wie der Wohntrakt als zylinderförmiger Zusatz an der Wohnkuppel angedockt ist. Auch von der »Hermes« hatte ich eine völlig andere Vorstellung. Und gerade von dem Rover, der eine große Rolle spielt, konnte man sich im Buch nur ein unklares Bild machen.
Auch die Szene, in der die junge Frau die Satellitenbilder sichtet, fand in meinem Kopf in einem winzigen Raum mit vielen Monitoren statt und nicht im riesigen Saal eines Kontrollzentrums. So gesehen werden all die Dinge durch den Film lebendiger und fassbarer.
Einige Kritiker des Romans gaben an, dass die Szenen auf der Erde weniger gut erzählt werden als Mark Watneys Überlebenskampf auf dem Mars. Das habe ich stellenweise auch so empfunden. Im Film sind diese Szenen tatsächlich gelungener. Sie wirken durch einfache Gesten und den Ausdruck in den Gesichtern der Schauspieler viel tiefer.

Auf der visuellen Ebene ist der Film eindeutig besser. Und das, wie gesagt, nicht nur wegen der grandiosen Aussichten auf dem Mars oder im All.

Schwächen hat der Film genau da, wo das Buch seine Stärken hat. Mark Watneys Versuche zu überleben, seine Basteleien, die technischen Probleme mit denen er kämpft, all die Widrigkeiten und vor allem seine Einsamkeit kommen im Film nicht so rüber wie im Buch. Dazu fehlen zu viele der guten und wichtigen Szenen. Klar, für den Film musste die Geschichte radikal gekürzt werden, doch damit gehen essentielle Aussagen verloren. So funktioniert die Wasserherstellung nämlich nicht so optimal, wie im Film gezeigt und Watney bekommt sehr bald ein Problem mit zu viel Wasserstoff. Später killt er aus Versehen die Pathfindersonde, weil er den Elektrobohrer dagegen lehnt und steht anschließend bis zum Erreichen der ARES 4 ohne Kommunikation zur NASA da. (Es gibt einen Kurzschluss, weil er zuvor die Verkleidung des Bohrers abnehmen musste, da dieser zu schnell überhitzte.) Ich fand dies einen wichtigen Aspekt, der im Film einfach wegfällt und somit einen Teil des Konfliktes aus der Handlung nimmt. Aus meiner Sicht wäre es auch notwendig gewesen, zu zeigen, dass die Fahrt über den Mars nicht so ungefährlich und unspektakulär ist, wie sie im Film aussieht. Im Roman kippt Watney mit dem Rover bei der Einfahrt in den Schiaparelli-Krater von einer Rampe, weil zwei Räder des Fahrzeugs im Treibsand versinken. Seine Angst und die Frustration so kurz vor dem Ende zu scheitern, hätte man unbedingt zeigen müssen. Im Film verlief die Reise viel zu glatt, während sie im Roman ein eigenes Abenteuer darstellt. So gehen viele Dinge verloren, die die Geschichte so brillant machen.

Was auch verloren geht, ist die Sprache. Watney nimmt kein Blatt vor den Mund. Das wird im Film zwar angedeutet, steht aber, wahrscheinlich aus Rücksicht vor dem amerikanischen Publikum, in keinem Vergleich zur Direktheit seiner Äußerungen im Roman, die ihn gerade deshalb so authentisch machen.

Ich will hier noch kurz auf ein paar Auffälligkeiten und technische Ungereimtheiten im Film eingehen. Natürlich ist der Deutsche wieder derjenige, der die Bombe baut. Witzig fand ich, dass er ein bisschen wie Alexander Gerst aussieht, für einen Deutschen aber eindeutig zu viele Kinder hat. :) In einer Szene wird einem Projekt ein Name aus »Herr der Ringe« gegeben, das faszinierende daran ist, dass einer der Schauspieler in der Szene bei »Herr der Ringe« mitgespielt hat. Netter Gag. Apropos Schauspieler: Matt Damon in der Rolle von Mark Watney ist optimal besetzt und zu jederzeit glaubwürdig.
Die Satellitenbilder vom Mars waren dagegen grottenschlecht. Wenn die NASA im Film zwölf Satelliten um den Mars kreisen lässt, dann sollten sie doch bitte eine bessere Auflösung haben. Da liefern ja die Fotos von Google Earth eine bessere Qualität. Außerdem ist die Missionsdauer zu kurz. In der Literatur geht man von drei Jahren aus, weil das Fenster für einen günstigen Rückflug relativ eng ist und man bis zu einem Jahr auf dem Mars bleiben müsste. Auch von den Szenen in der Schwerelosigkeit war ich etwas enttäuscht, die wirkten bei »Gravity« sehr viel natürlicher. Die Bewegungen der Astronauten auf dem Mars sahen dagegen extrem schwerfällig aus, schließlich wiegt man auf dem Mars nur ein Drittel wie auf der Erde, die Bewegungsmuster wären andere. Und davon, dass ein Sandsturm in der dünnen Atmosphäre des Roten Planeten niemals die Wucht entwickeln könnte, um die ARES umzuwerfen, will ich gar nicht reden.

Mein Fazit lautet: Der Film greift die Schwächen von Andy Weirs Roman auf und bügelt sie aus, kann aber die Faszination seiner Literaturvorlage nicht eins zu eins transportieren. Um die Geschichte in ihrer Vollendung zu erleben, sollte man sowohl das Buch gelesen, als auch den Film gesehen haben. Erst beides zusammen ergibt ein homogenes Ganzes. Wobei ich vorschlagen würde, erst den Film anzusehen und dann das Buch zu lesen. Das macht den Kinobesuch noch etwas spannender.

Achterbahn der Gefühle

Puhh! Ich bin fix und fertig, die Tränen sind noch nicht getrocknet, die visuellen Eindrucke noch nicht verdaut. Ich komme gerade aus dem Kino, wo ich mir den Animationsfilm »Alles steht Kopf« angesehen habe.

Die Filme von Pixar waren schon immer etwas besonderes, auch wenn sie seit dem Zusammenschluss mit Disney nicht mehr ganz so emotional und treffend waren, wie zuvor. Doch »Alles steht Kopf« (Wer hat sich eigentlich diesen blöden deutschen Titel ausgedacht? Der ist fast so schlimm wie damals »Das große Krabbeln«) macht alles richtig. Er bietet eine spannende Geschichte, die sowohl Kinder anspricht, in die sich aber auch Erwachsenen einfühlen können. Die Animationen sind wie immer großartig, nicht zu real, um sich noch den Zauber eines Trickfilms zu bewahren, aber detailliert genug, um Staunen hervorzurufen. Am stärksten ist der Film aber dann, wenn es um die Visualisierung der Denkprozesse geht, die im Kopf des kleinen Mädchens vor sich gehen. Ob es nun die Schaltzentrale ist oder die Inseln der Kernerinnerungen, das Langzeitgedächtnis oder das Unterbewusstsein, die eigentlich komplizierten Vorgänge werden auf so zauberhafte Weise erklärt, das man auch als rational denkender Erwachsener an der Darstellung der Zusammenhänge seine wahre Freude hat.

Ohne hier die Geschichte zu erzählen, möchte ich sagen, dass ich von einem Film lange nicht mehr so »emotional kompromittiert« wurde. Ich glaube der letzte Film, der das schaffte, war auch ein Pixar-Film und hieß »Oben«. Ich kann nur jedem, der Freude an Animationsfilmen mit guten Geschichte hat, empfehlen: Seht ihn euch an! Das ist der beste Pixar-Streifen seit Jahren.

Der einzige Wermutstropfen ist der Vorfilm. Die Vorfilme von Pixar zeichneten sich immer durch innovative individuelle Geschichten aus, die einen sympathisch auf den Hauptfilm einstimmten. Der Vorfilm »Lava« trägt eindeutig die Züge von Disney und das so stark, dass es nicht zu übersehen, nein besser, nicht zu überhören war. Zwei von Liebe singende Vulkane? Echt! In so einer Art Musicalnummer. Ich fand es fürchterlich und fragte mich ernsthaft, ob ich im falschen Film bin. Wenn der Mist noch eine Minute länger gedauert hätte, ich schwör’s, ich hätte fluchtartig das Kino verlassen. Das war peinlich hoch drei. Schade um die schön animierten Landschaften. Zum Glück hat es der Hauptfilm wieder rausgerissen.

Zum neugierig machen, gibt es hier noch den aktuellen Trailer:

Franz-Josef und der Spiegel

David Rott als Conny Ahlers  /Quelle: BR
David Rott als Conny Ahlers /Quelle: BR

Dieser Tage jährte sich der Geburtstag von Franz-Josef Strauß zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass lief im Deutschen Fernsehen der Spielfilm „Die Spiegel-Affäre“ von 2014. Das war auch für mich ein Grund mal wieder nach der DVD im Regal zu greifen.

In dem auf Tatsachen basierenden Film geht um Spiegel-Gründer Rudolf Augstein und den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß, die sich ab 1957 eine Privatfehde auf dem Rücken von Angestellten und Parteifreunden lieferten. Augstein haderte mit der Einstellung von Strauß, dass die Bundesrepublik unbedingt atomar bewaffnet sein sollte, und er als Verteidigungsminister nicht zögern würde, den „Roten Knopf“ zu drücken. Außerdem waren ihm Strauß‘ intrigante Machenschaften ein Dorn im Auge. Im Film wird deutlich wie sich Augstein nach und nach immer weiter in den Hass gegen Strauß hineinsteigert, mitunter gegen den Willen seiner Verlagsangestellten und Freunde. Als in der Spiegel-Ausgabe vom 10. Oktober 1962 der Artikel „Bedingt abwehrbereit“ von Conrad Ahlers und dem Bonner Spiegelredakteur Hans Schmelz zu den Resultaten des NATO-Manövers „Fallex 62“ erschien, ist dass der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Nach Anzeige wegen Landesverrats veranlasst Strauß die Durchsuchung und Besetzung der Spiegelredaktion, tagelang werden die Räume durchsucht und einige der Mitarbeiter festgenommen. Darunter auch Conrad Ahlers, der mit seiner Frau in Spanien Urlaub macht. Seine Festnahme wäre aus rechtlichen Gründen eigentlich nicht möglich gewesen und ist nur durch Überschreitung von Befugnissen durch Strauß persönlich zustande gekommen. Auch Augstein wurde für 103 Tag in Haft genommen, bevor das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde.
Die Besetzung der Spiegel-Büros tritt in Deutschland eine Welle an Protesten los. Vor allem junge Menschen, die die Hitler-Diktatur und den Krieg noch miterlebt haben, sehen die Pressefreiheit gefährdet. Auch wenn die Spiegel-Affäre eigentlich eine Farce war, so wurde sie doch zu einer politischen Affäre, die im Nachhinein zur Entlassung zweier Staatssekretäre führte und den Rückzug Franz-Josef Strauß nach Bayern nach sich zog.

Ich fand den Film auch beim zweiten Mal unheimlich spannend und das nicht nur, weil David Rott mitspielt. Mir gefällt wie lebendig hier Geschichte aufgearbeitet wird. Für jemanden der mehr als zehn Jahre nach Handlungszeit des Films geboren wurde, ist der Eindruck, verglichen mit heute, ein wenig befremdlich, aber ungeheuer interessant. Auch wenn vielleicht nicht alles genau so wiedergegeben wurde, wie es seinerzeit war, so bekommt man als Zuschauer doch einen recht guten Eindruck. Vor allem, wenn man sieht, wie abfällig die Frauen in jener Zeit behandelt wurden. Da gab es schon mal vom Chef einen Klaps auf den Hintern und den Spruch „… dass weibliche Ressortleiter nicht infrage kämen …“. Davon, das überall gequalmt wurde, ganz zu schweigen. Beides ist heute ein Ding der Unmöglichkeit. So ändern sich die Zeiten.

Die Darsteller sind allesamt hervorragend ausgewählt. Besonders hervor sticht Francis-Fulton Smith als Franz-Josef Strauß, der für diese Rolle mindestens zwanzig Kilogramm zugenommen haben muss. Aber auch Sebastian Rudolph als Rudolf Augstein, Gerald Alexander Held als Siegfried Buback, Otto Mellies als Konrad Adenauer und „der letzte Bulle“-Henning Baum als Oberst Alfred Martin glänzen in ihren Rollen. Man spürt förmlich die Spielfreude aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der die Mimen bei der Sache waren. David Rott als Conrad Ahlers (auch als der „schöne Conny“ bezeichnet) spielt den aalglatten Journalisten mit diesem überlegenen Gebaren, das er so brillant beherrscht. Und natürlich darf er auch in diesem Film wieder uneingeschränkt rauchen und sich mit hübschen Frauen umgeben.

Fazit: Nicht nur für David Rott-Fans sondern für alle Geschichtsinteressierten ist dieser deutsche Politikthriller ein unbedingtes Muss. Selten habe ich Politik und Geschichte so unterhaltsam aufgearbeitet gesehen. Mein Tipp: Unbedingt anschauen!

In einem interessanten Artikel in der Süddeutschen Zeitung kommentiert Franziska Augstein den Film und zeigt seine dramaturgischen „Verdrehungen“ auf.

Die Spiegel-Redaktion: Leo Brawand (Max Hopp), Conny Ahlers (David Rott), Rudolf Augstein (Sebastian Rudolph), Hans Detlev Becker (Johann von Bülow), Claus Jacobi (Franz Dinda) und Josef Augstein (André M. Hennicke). Quelle: BR
Die Spiegel-Redaktion: Leo Brawand (Max Hopp), Conny Ahlers (David Rott), Rudolf Augstein (Sebastian Rudolph), Hans Detlev Becker (Johann von Bülow), Claus Jacobi (Franz Dinda) und Josef Augstein (André M. Hennicke). Quelle: BR
Francis-Fulton Smith als Franz-Joseph Strauß /Quelle: BR
Francis-Fulton Smith als Franz-Josef Strauß /Quelle: BR

Episches Kino

Zufällig stieß ich dieser Tage bei You-Tube auf einen coolen Trailer. Da hat sich ein Fan richtig viel Mühe gegeben und deshalb möchte ich das hier auch unbedingt teilen.

Ich bewundere Menschen, die sich mit so viel Herzblut ihrem Hobby widmen und andere daran teilhaben lassen. In dem mehr drei Minütigen Video sind Szenen aus Star Wars- und Star Trek-Filmen so geschickt zusammengeschnitten, dass man tatsächlich denken könnte, sie entstammten einem Film. Zwischendrin tauchen kurze Animationsszenen auf, die selbstproduziert zu sein scheinen und sehr glaubwürdig zum Inhalt passen. Coole Sache!

Das wäre tatsächlich der ultimative Film, auf den viele Fans warten. Zumal viele Star Wars-Anhänger bereits die Premiere von Star Wars Episode VII im Dezember diesen Jahres herbeisehnen. Die Star Trek-Fans müssen sich noch bis zum nächsten Sommer gedulden, bis der dritte Teil mit der neuen Crew in die Kinos kommt.

Bis dahin dürfen wir uns schon mal an Fanproduktionen wie dieser erfreuen:

https://youtu.be/ZLo80ugXahk

Verlorenen in Japan

lost-in-translationVergangenen Donnerstag sahen wir Lost in Translation auf ARTE.

Wenn mich ein Film, den ich vor einer Woche gesehen habe, heute immer noch beschäftigt, dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, wie tief mich der Streifen berührt hat. Dabei ist die Handlung des Film recht unspektakulär: Der alternder amerikanischer Schauspieler Bob muss zwecks Werbeaufnahmen eine Woche in einem Hotel in Tokio verbringen, wo auch eine junge Amerikanerin Charlotte mit ihrem vielbeschäftigten Ehemann eingescheckt hat. Sowohl der Schauspieler als auch die junge Frau leiden unter dem Jetlag und langweilen sich in der ihnen fremden Welt. Irgendwann treffen sich beide an der Bar und beschließen die schlaflosen Nächte zu nutzen, um sich die fremde Umwelt gemeinsam zu erschließen. Dabei erleben sie allerlei Merkwürdigkeiten der japanischen Kultur, aber ohne dieser einen Schritt näher zu kommen. Die reine Zweckbindung zwischen beiden verwandelt sich zunehmend in etwas Größeres, schwer fassbares, dass sowohl Liebe als auch Freundschaft sein könnte …

Alt trifft jung und jeder lernt aus den Ansichten des Anderen – das ist kein neuer, aber ein immer wieder faszinierender Handlungsansatz. Regisseurin Sofia Coppola (Tochter des berühmten Francis Ford Coppola) setzt das Thema sensibel und gleichzeitig bildgewaltig um. Man spürt, wie sich die zarten Bande zwischen Bob und Charlotte entwickeln, wie beide an sich reifen. Der Film lässt den Zuschauer am Gefühlsleben der Protagonisten teilhaben, an den Gesprächen mit ihren jeweiligen Partnern, am drohenden Ende ihrer Ehen. Man glaubt zu wissen, wohin die Freundschaft zwischen Bob und der jungen Frau führen wird und ist am Ende überrascht, dass es nicht soweit kommt, sondern ihre Beziehung rein platonisch bleibt. Das macht die Geschichte zu etwas Besonderem, wertet sie auf in dem allgegenwärtigen Film-Allerlei Hollywoods.

Man merkt dem Film an, dass manche Szenen spontan entstanden sind. Das verleiht ihm Frische und Unbeschwertheit, die sich auf die Darsteller überträgt. Bill Murray als Bob Harris und die damals 17-jährige Scarlett Johansson spielen das ungleiche Paar mit großer Überzeugung. Giovanni Ribisi als Charlottes Ehemann stellt den oberflächlichen Egoisten mit einer Intensität zur Schau, dass man als Zuschauer nur Abscheu empfinden kann. Brillant gespielt ist auch der japanische Regisseur des Werbespots, für den Bob nach Tokio gekommen ist. Seine Theatralik und die ellenlangen Anweisungen in japanisch, die durch die Dolmetscherin größtenteils verloren gehen (Lost in Translation) bieten jede Menge vergnügliche Momente.

Fazit: Ein Film voller Melancholie und tiefen Gefühlen, dessen Bilder lange im Gedächtnis bleiben. Einer meiner Favoriten.

„Lila, Lila“ oder die Frage: Wer von wem klaut?

Quelle: Lila, Lila der Film

Zwei Jahre dämmerte die Liebeskomödie „Lila, Lila“ mit Daniel Brühl auf unserem Festplatten Receiver, bevor wir ihn gestern Abend endlich angesehen haben. Die Verfilmung des Bestsellers von Martin Suter war jede Filmminute wert.

Kellner David lernt auf einem Trödelmarkt Maria kennen, doch die interessiert sich nur für Autoren und Bücher anstatt für ihn. In einem gekauften Nachtschrank entdeckt David das Manuskript eines unbekannten Schriftstellers und sieht seine Chance so an Maria heranzukommen. Er versieht den Text mit seinem Namen und gibt ihn der jungen Literaturstudentin zu lesen. Die ist davon so begeistert, dass sie das Manuskript ohne ihn zu fragen bei einem Verlag einreicht. Der Roman wird ein Bestseller und David von heute auf morgen zu einem berühmten Autor. Als dann aber ein mysteriöser alter Mann auftaucht und ihm erklärt das Manuskript sei von ihm, gerät Davids Leben vollends aus den Fugen …

Herrlich! Der Film beleuchtet die Niederungen des Literaturgeschäftes in allen Fassetten. Angefangen von schnöseligen Literaturwissenschaftlern über eiskalte Literaturagenten und knausrige Verlagsbosse bis hin zu fanatischen Fans lässt die Geschichte kein Klischee aus und macht ziemlich deutlich, dass Literatur auch ein „Big Business“ ist. Der Autor ist nur eine Marionette, die von Termin zu Termin gehetzt wird und keinen Einfluss mehr auf sein Werk hat, sobald es in den Fängen eines Verlages ist.
Daniel Brühl in der Rolle des David bringt den unschuldigen und nicht perfekten Charakter sehr gut rüber. Die großartige Geschichte um einen jungen Mann der sich immer weiter in seiner Lüge verstrickt, mehr und mehr verzweifelt und am Ende daran zu zerbrechen droht, ist ein gelungener Beitrag des deutschen Films. Da wurde sehr gut beobachtet und alles passend in Szene gesetzt.

Fazit: Wer schon immer mal wissen wollte, wie es im Literaturgeschäft läuft, sollte sich den Film ansehen. Da können nicht nur angehende Autoren etwas lernen.

Trailer und Infos rund um „Lila, Lila“ findet man auf der Filmeigenen Internetseite http://www.lilalila-derfilm.de.

Filmtipp zu Palestina

MiralKaum zu glauben, aber man findet sie noch, die kleinen aber feinen Filme, die fern ab vom Mainstream zugleich unterhalten und informieren.

Montag Abend lief bei EinsFestival der Film „Miral“. Die Geschichte beruht auf dem autobiografischen Roman von Rula Jebreal. In diesem Drama über eine junge palästinensische Israelin geht es um mehr, als um das (Über)Leben von Frauen im Nahost-Konflikt. Der Zuschauer erfährt sehr viel zur Geschichte Israels und Palästinas. Erzählt wird die Geschichte eines Waisenhaus‘ in Jerusalem von der Gründung Israels 1948 bis zum Vertrag in Oslo 1993.

Miral ist nur eine der im Film vorgestellten Frauenfiguren, deren Lebensweg näher beleuchtet wird. 1973 als israelische Palästinenserin geboren, wächst sie zunächst bei ihren Eltern auf. Nach dem Freitod der Mutter gibt sie der Vater schweren Herzens in die Waisenkinderschule. Dort erfährt sie eine sehr gute und vor allem pazifistische Ausbildung. Als sie mit siebzehn als Lehrerin in die Flüchtlingslager in den besetzten Gebieten geschickt wird, muss sie mit ansehen, wie Israelis die Behausungen der dort lebenden Palästinenser abreißen. In ihr erwacht der Gedanke, das man etwas dagegen tun muss. Sie lernt einen jungen Mann von der PLO kennen und verliebt sich in ihn. Als dieser einen Anschlag verübt und Miral von der Miliz auf einem Foto erkannt wird, gerät auch sie unter Verdacht. Verhaftet, verhört und misshandelt kommt sie nach 24 Stunden in einem Schauprozess frei, doch ihr pazifistisches Weltbild ist ins Wanken geraten. Ihr Glaube, das Juden und Palästinenser friedlich zusammenleben können, ist beschädigt und dennoch setzt sie alle Hoffnungen auf den Osloer-Friedensprozess.

Der Film ist durch das Schicksal der Frauen nicht nur fesselnd, sondern vor allem informativ. Obwohl er eine sehr subjektive Sicht (in diesem Fall die Sicht der Palästinenser) hat, zeigt er doch auch, dass es viele Menschen auf beiden Seiten gibt, die eine Einigung des Nahost-Konflikts herbeisehnen. Das macht auch die Widmung im Abspann deutlich. Überraschenderweise ist der in NYC geborenen Regisseur Sohn jüdischer Eltern.

Es gibt in diesem Streifen noch eine Besonderheit, die ihn für mich besonders macht: Der Vater von Miral wird von keinem geringeren als Alexander Siddig gespielt (besser bekannt als Darsteller des Dr. Julian Bashir aus STAR TREK – DEEP SPACE NINE). Der charismatische Schauspieler gehört zu meinen Lieblingsdarstellern, den ich vergangenes Jahr auf der FEDCON persönlich kennenlernen durfte. In „Miral“ zeigt er seine große darstellerische Bandbreite. Toll!

Psychologisches Verwirrspiel

shutter_islandAls der Film „Shutter Island“ vor ein paar Wochen im Fernsehen lief, machte ein Gewittersturm meinem Filmvergnügen vorzeitig den Gar aus – Kein Sendesignal mehr. Weil ich den Film aber ungemein spannend fand und unbedingt wissen wollte wie er ausgeht, kaufte ich ihn mir. Gestern Abend habe ich mir endlich den vollständigen Film ansehen können.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst: 1954 – Zwei US-Marshalls sollen in einer Nervenheilanstalt auf einer Atlantikinsel das Verschwinden einer Patientin aufklären. Doch der Fall ist verzwickt, denn die Anstaltsleitung scheint etwas verbergen zu wollen. Marshall Teddy Daniels vermutet das hinter Shutter Island mehr steckt, als nur ein Hospital für geistesgestörte Schwerverbrecher. Als ein Sturm über die Insel hinwegfegt und Daniels plötzlich an Halluzinationen leidet, spitzt sich die Lage zu und er sieht sich bald im Zentrum eines Komplotts.

Martin Scorsese zieht in diesem Mystery-Thriller alle Register seines Könnens. Hier wird mit beklemmenden Bildern gearbeitet, die Gänsehaut verursachen. Von der ersten bis zur letzten Minute wird eine äußerst spannende Geschichte erzählt, von der man sich nicht abwenden kann. Teddy Daniels, gespielt von Leonardo DiCaprio, wird immer mehr in die komplexe Handlung verstrickt und bald wissen er und auch der Zuschauer nicht mehr, was eigentlich auf der Insel vor sich geht. Die Spannung hält bis zum Schluss und überrascht mit einem Ende, das niemand erwartet.

Ich war von der verzwickten Handlung des Films vollkommen fasziniert. Obwohl sich Erinnerungen, Halluzinationen, Träume und Wirklichkeit zunehmend miteinander vermischen, fiel es mir dennoch nicht schwer dem Geschehen zu folgen. Die meist düsteren und blutigen Bilder, blieben trotz ihrer Gewalttätigkeit stets ästhetisch und wirkten niemals abstoßend.

Auf einen Fehler muss ich dennoch hinweisen. In den Erinnerungs-Szenen, die sich um die Befreiung des KZ Dachaus drehen, schneit es. Die Befreiung war Ende April 1945 und da gab es, denke ich, weder strengen Frost noch Schnee.

Nostalgisches Aschenputtel

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Quelle: TV-Movie

Die letzten beiden Tage haben mich ein wenig in die Vergangenheit geführt. Denn an den Nachmittagen flimmerte der zweiteilige Film „Cinderella 80“ über den Fernsehbildschirm. Die „80“ steht hierbei für die Achtziger wo der Film entstand. Die moderne Aschenputtelvariante hat mich damals 1987 völlig hingerissen, als ich zunächst die vierteilige Serie in der ARD und anschließend die auf Spielfilmlänge gekürzte Version im DDR-Fernsehen sah. (Übrigens jeweils mit eigener Synchronisation.)

Nach und nach wurden die Winnetou- und Pferdebilder an der Wand abgehängt und durch Poster der beiden Hauptdarsteller Bonnie Bianco und Pierre Cosso ersetzt. Wobei die Beschaffung solcher „Schätze“ eine große Herausforderung war. Wer nicht gerade Großeltern hatte, die mutig genug waren, die BRAVO über die Innerdeutsche Grenze zu schmuggeln, war auf die wenigen Abdrucke in DDR-Zeitschriften, wie der FF-Dabei (Fernsehzeitschrift) oder dem Neue Leben (Jungendzeitschrift) angewiesen. Aber auch hier musste man jemanden kennen, der ein Abo hatte, denn zu kaufen gab es diese begehrten Zeitschriften im offiziellen Handel nicht. Oftmals blieb einem nur der „Schwarzmarkt“ in der Schule, wo BRAVO-Hefte Seitenweise gehandelt oder abfotografierte Fotoabzüge verkauft wurden.

Ich habe die Serie bzw. den Film geliebt und jede Wiederholung im Fernsehen mit klopfendem Herzen angeschaut. Später wurde der Film in Ermangelung eines Videorekorders von mir auf Kassette aufgenommen. Die hörte ich dann beinahe jeden Tag während der Hausaufgaben. Was letztendlich dazu führte, dass ich heute noch den Text Satz für Satz mitsprechen kann.

Aus jetziger Sicht kann ich sagen, dass diese Zeit extrem prägend war. 1987 ist das Jahr, an welches ich mich am besten erinnern kann. Und wenn ich die Songs aus dem Film heute höre, fühle ich mich wieder als Dreizehnjährige.

Die beiden Hauptdarsteller haben sehr unterschiedliche Karrieren verfolgt. Während Bonnie Bianco, die eigentlich Lory Bianco heißt, sich auf die Musik konzentrierte und Ende der 90er ihr eigenes Plattenlabel gründete, wurde aus Pierre Cosso ein mehr oder weniger erfolgreicher Schauspieler. Seit vielen Jahren lebt er mit seiner Familie auf einem Boot in der Südsee. Er hat zwei Kinder und berichtet bei Instagram und Facebook über sein Leben im Südseeparadies. Leider ist die Seite nur auf Französisch, aber es gibt ja Google-Translate.