Aus Zeitgründen kann ich nur eine der PERRY RHODAN-Serien lesen. Meine Wahl fiel auf NEO. Die Romane der Erstauflage liest mein Mann, von dem lasse ich mich dann auf dem Laufenden halten. Weil nun vergangenen Freitag Band 3100 herauskam, habe ich am Wochenende mal wieder reimgeschnuppert.
Ohne hier viel zu Spoilern hörte sich das alles recht vernünftig an. Fünfundzwanzig Jahre nach dem Abzug der Cairaner ist Frieden in der Milchstraße eingekehrt. Jeder versteht sich, Perry hat einen Bürojob, alles scheint in bester Ordnung. Wenn da nicht plötzlich Reginald »Bully« Bull Stimmen hören, sich in einem System im Leerraum ein Riss in der Raumzeit etablieren und auf dem Mars ein hyperphysikalisches Objekt einschlagen würde. Alles deutet daraufhin, das in Andromeda die Chaotarchen aufgetaucht sind, um die Milchstraße oder sogar beide Galaxien zu unterwerfen. Wahrscheinlich sind sie darauf aufmerksam geworden, dass ES verschwunden ist und seine Mächtigkeitsballung ohne Schutz ist.
Altlesern werden viele Begriffe, die im Roman fallen, bekannt vorkommen. Neulesern wird das nicht auffallen, denn das wird sicher im Laufe des Zyklus erklärt werden. Schauen wir mal, was die Expokraten daraus machen werden. Ich fand es spannend geschrieben. Man durchlebt die Geschichte quasi an viele Fronten und bekommt durch kurze Zwischenkapitel, ein Bild von den Gegebenheiten in der Milchstraße. Sehr schön.
Das beste findet sich allerdings in der Mitte des Heftes. Dort ist ein QR-Code abgedruckt, der zu einer Augmented Reality-Seite führt. Mittels eines Klicks kann man die RAS TSCHUBAI, das Raumschiff Perry Rhodans, durch sein Smartphone oder iPad in der Wohnung oder wo auch immer schweben lassen. Sehr hübsch. Funktioniert mit den meisten Apple-Geräten (außer iPad 4. Generation) und den Geräten mit neuester Android-Software.
Ein Wunsch von mir wurde Wirklichkeit. Lars Bublitz hat aus seinen Daily-Perry-Comics einen Kalender gemacht, den man käuflich erwerben kann. Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen und habe mir gleich einen bestellt. Der kam auch rechtzeitig vor dem Neuen Jahr und hängt jetzt an der Stelle, an der 2020 Torben Kuhlmanns Mäusekalender hing.
Wo man den Kalender kaufen kann, erfahrt ihr hier.
Übrigens hat nicht nur Perry, Raumschiffe an seinem Weihnachtsbaum hängen.
Man nehme Katzen, stecke sie in Star Trek-Uniformen und stelle damit Szenen aus der Serie nach. Das Ganze verpacke man in ein kleines Büchlein und fertig ist das ideale Geschenk für den nerdigen Katzenfreund.
Als mir mein Mann das Buch gestern überreichte, traf er damit genau ins Schwarze. Ich mag Star Trek und ich liebe Katzen. Ich konnte mich an den Zeichnungen gar nicht sattsehen. Wesley als kleine Tigerkatze ist noch süßer als im Original.
Das Buch erzählt keine Geschichte, man kann nur anhand der Szenen erraten, welche Charaktere als Katzen umgesetzt wurden und aus welcher Episode die Szene stammt. Das ist nicht viel …
Vor wenigen Wochen ging die dritte Staffel von Star Trek: Discovery zu Ende. Ich habe sie nicht gesehen, da wir kein Netflix haben. Aber was man so darüber hört und liest, klingt nicht gerade ermutigend.
Wie schon mehrfach gesagt war ich persönlich schon von der ersten und zweiten Staffel nicht überzeugt, dabei versuchte ich mit niedrigen Erwartungen und möglichst vorurteilsfrei an die Serie heranzugehen. Was allerdings schwerfällt, wenn man die Meinungen der Star-Trek-Fans im Vorfeld wahrgenommen hat. Das veränderte Aussehen der Klingonen, eine Mary Sue als Hauptprotagonistin und der fehlende wissenschaftliche Bezug, waren die Hauptkritikpunkte der Fans. Dem konnte ich nur zustimmen, nachdem ich die ersten Episoden gesehen hatte. Mir fiel vor allem die arg konstruierten Geschichten auf, die erzählt wurden und die vielen Logiklöcher, die von Folge zu Folge und von Staffel zu Staffel mehr wurden.
Nun scheint das in Staffel drei nicht wirklich besser geworden zu sein, zumindest in den letzten Folgen. Es ist wohl dasselbe passiert wie bei Star Trek: Picard, auf einen starken Beginn folgte ein unsägliches Finale, das weder logisch war, noch den »Idealen« von Star Trek entsprach. Anschauen werde ich sie mir irgendwann, wenn sie auf DVD oder Blu-Ray erhältlich sein wird.
Meinen Freund Ben Calvin Hary hat die Staffel so gewurmt, dass er ein Video darüber gemacht hat, in dem er die Frage stellt: Ist die dritte Staffel von Discovery wirklich so schlecht? Offensichtlich ist sie das wohl, wenn man sich die Kommentare der Fans dazu durchliest.
Wen das Video interessiert, ich teile es an dieser Stelle gern.
PERRY RHODAN NEO Band 243 – »Drei Tropfen Unendlichkeit« von Rainer Schorm
Der Arkonide Sofgart ist auf der Suche. Nach was, weiß er selbst nicht. Er lässt sich von seinem Unterbewusstsein treiben, dass ihn in die Lokale Blase der Milchstraße zieht. Zuerst besucht er die untergegangene Kolonie des chinesischen Blocks im Deneb-System. Dort findet er in einem verschütteten Zeitbrunnen ein tränenförmiges Artefakt, das dem gleicht, was er vor vielen Jahren in einem uralten Archiv auf Arkon bekommen hat. Auf seiner abenteuerlichen Weiterreise strandet er in der Atmosphäre eines Gasriesen im Algol-System. Dort wird er von terranischen Kolonisten gerettet und nach Rumal gebracht. NATHAN hat seine Interpreterinnen, Sophie und Laura Bull-Legacy geschickt, um Sofgart zu helfen und auch die Rhodansöhne rücken mit Omar Hawk und seinem Okrill an. Auf Rumal finden sie mit dem Arkoniden einen weiteren Zeitbrunnen, in den diesmal Hawk steigen muss, um auf einem weit entfernten Planeten eine weitere Träne zu bergen. Dort begegnet er einem Wesen, das sich Tiamat nennt, und das ihm aufträgt den Flakon für die Tropfen zu finden. Zusammen mit den Artfakten reisen die Menschen und der Arkonide ins Sol-System. In Bolivien stöbern Hawk und Sofgart den irdischen Zeitbrunnen auf. Dieses Mal ist es der Okrill, der hineinspringt und ihnen den Flakon bringt. Nathan hat sich derweil abgeschottet und alles Personal vom Mond evakuieren lassen. Er befürchtet einen Angriff von Iratio Hondro.
Ich bin zwiegespalten. Einerseits hat mir der Roman gut gefallen. Rainer Schorm lässt seinem Protagonisten einige spannende Situationen erleben und überleben. Andererseits scheint die Geschichte überhaupt nicht mit den Vorgängerromanen zusammenzupassen. Das soll keine Kritik sein, aber für mich fühlte sich der Roman seltsam losgelöst von der Staffelhandlung an. Es erscheint so, als wolle der Autor sich lieber mit etwas anderem beschäftigen, als der Jagd nach Iratio Hondro. Möglicherweise sind die Exposéautoren inzwischen ihres Antagonisten gleichsam überdrüssig wie die meisten Fans.
Dem Charakter Sofgart hat der Autor sehr viel Tiefe verliehen. Ich musste zunächst überlegen, woher ich ihn kenne. Er spielt im ersten NEO-Roman von Ben Calvin Hary eine Rolle. Gleichsam spannend fand ich Sofgarts Vergangenheit, die Erinnerung an den Besuch des arkonidischen Archivs. Man spürt, das hier eine viel größere Geschichte dahintersteckt und möchte natürlich wissen, was es mit den drei Tropfen und dem Wesen Tiamat auf sich hat. Doch das wurde mir verwehrt, da das Ende sehr plötzlich kommt, und ich nicht weiß, wann die Geschichte fortgesetzt werden wird. Ich empfand das etwas unbefriedigend.
Was mir noch auffiel: Einerseits erklärt Rainer Schorm sehr genau physikalische Phänomene wie die Atmosphäre des Eisplaneten oder den Aufbau der Sternensysteme. Auf der anderen Seite jedoch wirkt alles, was mit den seltsamen Tropfen zusammenhängt wie Magie. Das liest sich eher wie ein Fantasy- als ein SF-Roman. Ich habe nichts gegen phantastische Begebenheiten, die Wundern gleichen. Aber für mich passen die präzise geschilderte Physik und die Wunder, bei denen jegliche Erklärung fehlt, irgendwie nicht zusammen. Es gibt nicht einmal den Versuch einer Erklärung.
Sehr gut gefallen mir die Szenen mit Reginald Bull auf dem Mond und seiner Auseinandersetzung mit NATHAN. Da bin ich schon gespannt, wie das fortgesetzt wird.
Warum der Roman allerdings »Drei Tropfen Unendlichkeit« heißt, weiß ich nicht. Es ist nie die Rede davon, dass die Tropfen unendlich sind. Ansonsten ist es ein sehr schöner, spannender NEO, und eine Wohltat für alle, die von der Jagd nach Iratio Hondro gelangweilt sind.
Wen erinnert das Titelbild noch an die Sonde aus Star Trek IV?
Aus mehreren guten Gründen haben wir Flüssigseife aus unserem Haushalt verbannt. Da Flüssigseife zum größten Teil aus Wasser besteht, gibt man im Grunde viel Geld für nichts aus. Schlimmer sind jedoch die vielen Plastikflaschen, die da im Laufe eines Lebens zusammenkommen. Deshalb sind wir schon vor Jahren wieder auf herkömmliche Seifenstücke umgestiegen. Die kann man mit einem Magnethalter neben jedem Waschbecken aufhängen. Man spart Geld, weil Seife viel länger hält und man vermeidet Plastikmüll. Weil Seife die Hüllen von Viren sprengt, eignet sie sich optimal zur Handhygiene. Und man muss auch keine Angst haben, das man sich mit einem Bakterienverseuchten Seifenstück ansteckt. In mehreren Studien konnte nicht nachgewiesen werden, dass Bakterien über Seifenstücke übertragen wurden. Vergangenes Jahr habe ich sogar Seife selbst hergestellt, da hat man immer ein schönes Geschenk parat. Siehe Foto.
In letzter Zeit findet man in den Regalen der Drogeriemärkte weitere feste Pflegeprodukte, wie festes Duschbad oder Haar-Shampoos. Uns hat das gereizt und wir haben das ausprobiert. Zunächst war ich skeptisch, ob so ein festes Shampoo genauso wirksam ist, wie normales Shampoo aus der Flasche. Bei vielen Bio-Produkten waren meine Haare stumpf und fetteten leicht wieder nach. Das feste Shampoo funktioniert ganz ordentlich. Es schäumt sogar und meine Haare sind wie immer. Ich würde fast sagen, dass sie sich besser anfühlen, weil sie nicht durch Silikone beschwert werden. Ich habe beschlossen, dass ich jetzt dauerhaft auf festes Shampoo umstellen werde.
Was es schon vor zwanzig Jahren gab, kommt jetzt wieder – der feste Deo-Stick. Früher habe ich die immer gern genutzt. Irgendwann verschwanden sie vom Markt und heute kann man sie wieder kaufen. Mit dem Unterschied, das es sie jetzt auch in plastikfreier Verpackung gibt. Mein Mann hat mir einen zu Weihnachten geschenkt. Ich war zwischendurch auf Deo-Roller aus Glas umgestiegen. Aber Deo-Sticks in Pappverpackung sind natürlich noch besser. Leider gibt es die noch nicht überall in den Drogeriemärkten. Dort gibt es zwar festes Deo in Ökoqualität, meist aber in kleinen Döschen, deren Anwendung eher suboptimal ist. Bis man das mit dem Finger aus dem Becher gekratzt und aufgetragen hat, hat man mehr daneben verschmiert.
Das ich gern Fotobücher layoute, habe ich hier schon mehrfach angedeutet. In den Tagen vor und nach den Feiertagen beschäftigte ich mich mit unseren Urlauben 2018 und 2019. Da wir während unserer Algarve-Reise 2018 so viele Fotos gemacht hatten, bin ich bei dem Buch immer noch dabei. Zumindest ist aber das Fotobuch über unseren Ostseeurlaub 2019 fertiggeworden. Gestern durfte ich das gute Stück im Drogeriemarkt abholen.
Für dieses Fotobuch habe ich wieder einen besonderen Umschlag vorgesehen. Wie schon zum Fotobuch über Lanzarote ließ ich kein Titelbild drucken, sondern nur einen Rahmen in Metallic-Veredelung. Das lässt Fotobücher übrigens sehr professionell wirken. In den Rahmen klebte ich dann eine 3D-Postkarte, die ich im Urlaub gekauft hatte. Das ist quasi das I-Tüpfelchen auf dem Buch.
Wenn die Postkarten nicht allzu dick sind, kann man sie auch innen einkleben. Einfach einen schönen Hintergrund nehmen, ihn transparent machen und das 3D-Bild darüber kleben. Man kann statt des Hintergrunds auch einen Rahmen auswählen.
Immer wenn wir irgendwo im Urlaub sind, schaue ich, ob ich 3D-Postkarten von der Urlaubsregion bekomme. Auf den Kanaren ist das Angebot sehr groß, auch an der Ostsee und hier in Oberbayern findet man die Karten in den Souvenirs-Shops. In Portugal habe ich trotz intensiver Suche nichts bekommen, da werde ich den Umschlag zum Algarve Fotobuch klassisch mit Fotos gestalten.
Also, wer ein besonderes Fotobuch haben will, der kann es mit 3D-Postkarten »pimpen« wie man so schön sagt.
Als ich zwei Tage vor Weihnachten morgens die Tageszeitung aus dem Briefkasten meiner Eltern fischte, wunderte ich mich. Die Zeitung war ausgesprochen dünn, die Bildqualität mies und überall verliefen kleine graue Linien über Texte und Bilder.
»Die Zeitung wird auch immer dünner«, sagte ich, als ich sie meinem Vater hinlegte. »Die sind wohl schon im Weihnachtsurlaub oder in Quarantäne.«
Tatsächlich hatte die Zeitung nur acht Seiten und war eine Notausgabe, wie ich später erfahren sollte. Was war passiert?
Die OTZ gehört zur Funke-Mediengruppe und die wurde vor Weihnachten Opfer eines Hackerangriffs. Was genau passiert ist, weiß ich nicht, aber es hat bis heute Auswirkungen auf die Publikationen. Nach wie vor erscheint die Zeitung nur als Notausgabe ohne ausführlichen Lokalteil. (Dafür ist das E-Paper auf der Internetseite zur Zeit kostenlos.) Offensichtlich wurden die Datenleitungen und die Plattenbelichter für die Druckmaschinen in Mitleidenschaft gezogen. Es ist schon erschreckend, welchen Schaden so ein Angriff anrichten kann und wie viele, vor allem Behörden, die Gefahren immer noch unterschätzen.
Denn ein weiterer Hackerangriff traf am 30. Dezember das Impfportal zur Corona-Impfung in Thüringen. Da brachen am ersten Tag durch eine gezielte Attacke die Server zusammen und die Leute, die sich angemeldet haben, bekamen keine Bestätigungen für ihre Termine. Da frage ich mich doch: warum schützt man solche sensiblen Seiten nicht besser? Bei den ganzen Impfgegnern da draußen muss doch klar sein, dass die gerade solche Seiten attackieren. Genau diese Impfgegner sind wahrscheinlich auch Schuld daran, dass in Thüringen die Standorte der Impfzentren geheim gehalten werden. Sofern überhaupt schon welche existieren. Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gibt es noch keines. Das habe ich festgestellt, als ich meine Eltern am Freitag zum Impfen anmelden wollte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Dieser Tage las ich einen Comic in dem es ums Fechten ging. Drei junge Frauen, allesamt Opfer sexueller Gewalt, nehmen an einem Kurs für therapeutisches Fechten teil. Comicautor und Zeichner Quentin Zuttion schildert in einfachen aber eindringlichen Bildern die Geschichten vom Lucie, Tamara und Nicole. Drei Frauen, die während des Trainings zueinander und zu sich selbst finden. Eine schöne Geschichte, die berührt und bei der man ein bisschen was übers Fechten erfährt.
Der Comic hat mich daran erinnert, wie ich als Kind fast zum Fechten gekommen wäre. Meine Mutter wird schmunzeln, wenn sie das hier liest. Denn es war das erste und einzige Mal, dass sie mir etwas ausgeredet hat, mit Folgen.
Ich war zehn oder elf, als wir im Sportunterricht gemustert wurden. Sport hatte in der DDR einen großen Stellenwert und man war immer auf der Suche nach neuen Talenten. So bekam jeder von uns am Ende dieser Stunde einen Schein, auf dem stand, bei welchem Sportverein man sich melden sollte. Ich wollte eigentlich zum Turnen, hatte zu der Zeit aber einen Wachstumsschub gemacht und war zu groß geworden. So brachte ich ein Schreiben mit nach Hause, auf dem stand, dass ich im Fechtverein an einem Schnuppertraining teilnehmen sollte. Meine Mutter war nicht begeistert. Zwar waren die Fechter aus dem Kreis national und international ziemlich erfolgreich, sie sah aber ihre zehnjährige Tochter wohl nicht unbedingt mit Degen und Florett.
Wir gingen hin und ich sah mir das an. So richtig kann ich mich an die Stunde nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass mir meine Mutter das Ganze ausredete. Wahrscheinlich wäre ich auch so nicht hingegangen, denn dann hätte ich alleine mit dem Bus ans andere Ende der Stadt fahren müssen. Das hätte ich mir nicht getraut. So wurde aus mir keine erfolgreiche Fechterin. Ein Umstand, den ich meiner Mutter in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder unter die Nase rieb.
Erst während meines Studiums nahm ich die Sache selbst in die Hand. Die Universität, an der ich studierte, hatte ein unglaublich großes Sportangebot. Im Grundstudium war die Teilnahme an mindestens zwei Angeboten mit eineinhalb Stunden pro Woche Pflicht. Ich erfüllte mir den Wunsch und ging zum Fechten. Das Fechten selbst machte unheimlich Spaß, auch wenn das Anlegen der Schutzkleidung recht anstrengend war. Wahrscheinlich wäre ich auch dabei geblieben, wenn man zum Aufwärmen nicht immer erst eine Stunde Volleyball hätten spielen müssen. Ich hasse Volleyball, weil ich danach stets aufgeschlagenen Handgelenke habe und als Brillenträger sowieso gehandicapt bin.
Nach nur einem Semester schmiss ich hin und ging lieber zum Schwimmen. Was ich dann wenigstens anständig lernte und wobei ich bis zum Ende meines Studiums blieb. Faszinierend finde ich Fechten aber immer noch.
PERRY RHODAN NEO Band 242 – »Sturm über Olymp« von Lucy Guth
Die Familie Rhodan trifft sich auf Olymp. Kaiser Anson Argyris, hinter dem Rhodans Tochter Nathalie steckt, ist besorgt. Irgendetwas geht auf Olymp vor, hinter dem wahrscheinlich Iratio Hondro steckt. Doch die von Rhodan und seinen Söhnen initiierte Suche nach dem allmächtigen Plophoser ist nicht erfolgreich. Als sie ihn endlich entdecken, hat er bereits einen Teil der Stadt in Schutt und Asche gelegt. Hondro sucht zwingend eine Reisemöglichkeit ins Sol-System, weil er NATHAN übernehmen möchte. Doch die Transmitterstraße und der Flugverkehr werden von der Terranischen Union lückenlos überwacht. Da erfährt er, dass es in Trade City auf Olymp eine geheime Basis der MdI gibt. In Aussicht auf ein Schaltschiff oder ein anderes Transportmittel mit Tarnschirm, engagiert er eine Handvoll Banditen, die mit ihm die Basis überfallen und dem Erdboden gleich machen. Er versucht sogar Faktor II – Proht Meyhet – unter seine Kontrolle zu bringen, doch ein in der Basis stationierter Baphomet macht Hondro einen Strich durch die Rechnung. Es kommt zum Showdown in den Straßen von Trade City bei dem Rhodan und sein Team aus Mutanten und GHOST-Mitarbeitern den Plophoser zu stellen versuchen und gleichzeitig den Baphometen ausschalten müssen. Doch Iratio Hondro wäre nicht er, wenn er nicht erneut entkommen könnte und ein weiteres Ass aus dem Ärmel schüttelt – Jessica Tekener.
Ich finde das nicht mehr lustig. Schon wieder entkommt Hondro und lässt Rhodan, dessen Söhne, die Mutanten und sogar den Kaiser Anson Argyris wie Deppen zurück. Als Kind mochte ich die »Fantomas«-Filme, weil der Superschurke immer wieder den dummen Polizisten entkam, heute fühle ich mich bei den NEO-Romanen eher negativ daran erinnert. Manchmal möchte man Perry Rhodan und seinen Mannen helfen. Zum Beispiel wenn sie daneben stehen und zusehen, wie Hondro versucht den MdI zu übernehmen, ohne einzugreifen. Dabei würde es reichen, Faktor II zu paralysieren. Andererseits hält man das einzige Wesen, das Hondro Paroli bieten kann, den Baphometen, davon ab, dass es Kleinholz aus dem Plophoser macht. Sehr schlau stellen sich die Terraner auch bei der Fahndung nach Hondro nicht an. Da schüttelt nicht nur Ronald Tekener mit dem Kopf, sondern auch ich als Leser.
Dieses ganze Szenario auf Olymp erinnert mich sehr stark an die »Avengers« Filme, die ich über die Feiertage gesehen habe. Da wird zerstört, gekämpft und brutalst getötet. Ist das noch Perry Rhodan oder schon der Abklatsch einer Marvel-Verfilmungen? Allein mit der Figur des Howard Snipes konnte mich die Autorin überzeugen. Doch auch hier ist eigentlich schon im Vorfeld klar, dass er ein typisches »Redshirt« ist, das den Roman nicht überleben wird.
Ebenfalls positiv überrascht mich die Anwesenheit der MdI. Das ist eigentlich nur logisch. Und das Faktor II – Proht Meyhet – nun als Botschafter Andromedas verzweifelt versucht, in Zusammenarbeit mit Abteilung III des TU-Geheimdienstes die Halatiumforschung voranzutreiben, ist irgendwie ebenfalls schlüssig. Warum sollten die MdI nicht gleichsam Probleme mit ihren Zellaktivatoren haben. Dass er dabei den Terranern und dem Kaiser von Olymp die eine oder andere Kleinigkeit verschweigt, macht ihn sogar sympathisch.
Jessica Tekener finde ich in diesem Roman weniger glaubhaft. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Figur löst bei mir ambivalente Gefühle auf. Die enge Beziehung zu ihrem Bruder kann man gut verstehen, aber was Thomas Rhodan da Zoltral an ihr findet, kann ich echt nicht nachvollziehen. Apropos Rhodans Sohn. Kann mir irgendeiner erklären, warum man seinen Namen immer ausschreiben muss? Ich meine, man weiß ja wie er vollständig heißt. Es würde meiner Meinung nach völlig reichen, wenn man den Namen einmal vollständig im Roman erwähnt. Ich will ihn aber nicht in gefühlt jedem dritten Satz lesen.
Eines muss ich an dieser Stelle würdigen. Nämlich, dass Lucy Guth mit Band 241 und 242 zwei NEO-Romane hintereinander geschrieben hat. Das hat bisher nur ein einziger Autor bei NEO vollbracht und zwar Überallzugleichschreiber Kai Hirdt. Das ist eine großartige Leistung, zumal die Autorin das qualitativ sehr gut umgesetzt hat. Für den Inhalt der Exposé kann sie ja nichts.
Allgemein möchte ich zu der aktuellen Entwicklung bei NEO sagen, dass die Romane zwar stellenweise spannend geschrieben sind. Dadurch aber, dass alles, was Rhodan versucht, um Hondro aufzuhalten, misslingt, bleibt ein fader Beigeschmack, der bei mir irgendwo zwischen Resignation und Unglauben rangiert. Hatten die frühen Romane der Erstauflage das Problem, dass den Terranern im Grunde alles gelang, dass jeder ihrer Pläne ohne Probleme funktionierte. So passiert bei NEO genau das Gegenteil. Klar, Helden müssen auch mal scheitern, aber wenn sie das zu oft tun, macht es den Lesern irgendwann keinen Spaß mehr. Und wenn dann auch noch so effekthaschend auf Action gesetzt wird, anstatt auf Glaubwürdigkeit, fällt es mir schwer, Gefallen an der Geschichte zu finden. Ich glaube, dass es mir nicht allein so geht. Hoffen wir, dass es nicht die ganze Staffel so weitergeht. Wahrscheinlich wird aber genau das passieren. Denn mit Jessica Tekener hat Hondro nun eine Marionette direkt unter den Terranern.
Wer Action wie in den »Avenger«-Filmen mag und wer kein Problem damit hat, dass Perry Rhodans Gegner nicht nur sadistisch, sondern auch all- und übermächtig ist, der wird an »Sturm über Olymp« Gefallen finden. Wer eher die leisen, intellektuellen Töne bevorzugt, wird sich mit dem Roman schwer tun.