Drama um eine Karikatur

Es folgt ein Text, der eigentlich in der FanSzene 31 in PR 3121 erscheinen sollte, aber aus bestimmten Gründen (über die ich mich nicht äußere) gegen eine andere Besprechung eingetauscht wurde.

Großen Wirbel verursachte die Ausgabe 82 der »phantastisch!« beziehungsweise eine im Heft abgedruckte Karikatur, die von vielen Beobachtern in den Sozialen Medien und in diversen Foren als rassistisch wahrgenommen wurde. Auf so viel Aufmerksamkeit hätte Chefredakteur Klaus Bollhöfener gern verzichtet. Denn so wurde das Heft von den meisten auf diese einzige Seite reduziert und der weitere Inhalt ignoriert. Es wurde sogar mit Boykott gedroht und Konsequenzen für Verlag und Chefredaktion gefordert.
Dabei hat das Heft sehr viel Schönes zu bieten. Zum Beispiel ein Portrait des Zeichners Carlos Giménez oder der sehr aufschlussreiche Beitrag über die Ergebnisse einer neuen Untersuchung von »Nick der Weltraumfahrer«. Letzteres Thema begegnet mir in letzter Zeit häufig in diversen Fanzines. Es scheint in der Szene offenbar viele Leute zu beschäftigten.
Highlight neben den beiden Storys ist aber der Artikel von Michael Tinnefeld über die »Phantastische Psyche«. Dieses Mal geht es um das Sammeln und wo hierbei die Leidenschaft aufhört und es anfängt, krankhaft zu werden.
Klaus Bollhöfener hat inzwischen auf der Internetseite der »phantastisch!« eine Erklärung abgeben und in der E-Book-Fassung wurde das umstrittene Bild entfernt.
Ob mit oder ohne Karikatur, die »phantastisch!« ist ein lesenswertes Magazin und wird es hoffentlich noch lange bleiben.

Angesichts des Aufruhrs, den das nicht wirklich witzige Bildchen eines Kannibalen ausgelöst hat und das meines Erachtens die Aufregung überhaupt nicht wert ist, stelle ich mir die Frage, ob wir das Maß verloren haben. Können wir zwischen Humor und Ernst nicht mehr unterscheiden? Haben wir verlernt, Ironie und Witz als solche zu erkennen? Beschneiden wir uns selbst, in unserem Wahn jeden Menschen retten zu wollen, ob er will oder nicht? Früher war eine Karikatur eine Karikatur und ein Witz war ein Witz. Jeder Erwachsene wusste, was gemeint war und wie man damit umging. Wenn ich bedenke, wie viele Blondinenwitze ich in meinem Leben schon anhören musste oder wie viele schlechte Witze über Ostdeutsche … ohne das es mich geärgert oder mir persönlich geschadet hat. Wenn ich jedes Mal so einen Zirkus gemacht hätte …

Klar, sollte man bei Themen wie Rassismus sensibel sein, aber Bitteschön, irgendwo muss eine Grenze gezogen werden. Ich kann verstehen, wenn Menschen die tatsächlich betroffen sind, sich darüber aufregen, wenn ein Afrikaner o. ä. stereotyp dargestellt wird. Das ist ihr gutes Recht und das können und müssen sie auch äußern dürfen. Sie sollten es aber nicht als Auftakt zu einem Feldzug missbrauchen und über die Herausgeber herziehen und ihnen böse Absichten unterstellen. Vor allem nicht, wenn sich Derjenige, den es betrifft, nicht wehren kann, weil er nicht in den Sozialen Medien unterwegs ist und davon zunächst gar nichts mitbekommt. Früher hat man in solch einem Fall einen Brief an die Redaktion geschrieben. Heute organisiert man gleich einen Shitstorm, unterstützt von Leuten, die weder die Macher kennen, noch je einen Blick in die Zeitschrift geworfen haben. Personen die den Feldzug gegen den angeblichen Rassismus nutzen, um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen, anstatt wirklich etwas handfestes gegen Rassismus zu tun. Nämlich die Vorurteile gegenüber Menschen anderer Hautfarbe abzubauen, in dem man mit jenen redet, die Menschen mit Migrationshintergrund ablehnen oder sich von ihnen bedroht fühlen. Es ist tausendmal besser sich im richtigen Leben gegen eine Benachteiligung solcher Menschen einzusetzen. In dem man ihnen zum Beispiel zu einer Wohnung verhilft, oder zu einem Fahrrad, damit sie die weiten Strecken auf dem Land nicht zu Fuß zurücklegen müssen. Ich helfe Menschen, wenn sie Hilfe brauchen und mir ist es egal welche Hautfarbe sie haben oder ob sie aus Albanien, Afghanistan oder Nigeria kommen. Aber es ist natürlich einfacher, im Internet die Fehler anderer ans Licht zu zerren und sie zu denunzieren, weil man sich dabei nicht selbst die Finger schmutzig machen muss.

Heute und besonders durch die Pandemie sind wir zu einer spaßbefreiten Gesellschaft geworden, in der die Angst jegliche Freude und Humor aufgefressen hat. In der niemand dem anderen das Glücklichsein gönnt. In der man seine Gedanken nicht mehr frei äußern darf, weil sich irgendjemand vielleicht davon verletzt fühlen könnte. Wir nehmen uns selbst die Freude am Leben und verbreiten lieber Hass. Wir sind wirklich zu bedauern.

Zurück zur »phantastisch! 82« und den Grenzen zwischen Humor und Beleidigung: Wenn die Karikatur rassistisch ist, dann ist das Titelbild frauenfeindlich. Denn da wird ein weiblicher Roboter stereotyp abgebildet. Der »Mann« fährt und die »Frau« sitzt hinten. Ich hätte besser gefunden, wenn der weibliche Roboter gefahren wäre und ihr Partner sich den Hut hätte festhalten müssen, weil sie zu rasant fährt. Dann wäre das Bild nicht nur ein Bild gewesen, sondern es hätte eine Geschichte erzählt. Aber ich bin als Frau viel zu selbstbewusst, als das ich das Bild als beleidigend ansehen würde.

Die Kommentare sind ausgeschaltet, denn ich brauche keinen weiteren Shitstorm.

Ich, das Alien im Online-Seminar

Gestern hatte ich mein erstes Online-Seminar. Veranstalter war der TÜV-Süd und es ging um Sicherheitsbeleuchtung. Das Thema ist ziemlich trocken, das hat sogar der Referent zugegeben. Von Arbeitsschutz über Baurecht, zu Verordnungen, Richtlinien und Normen, ich glaube, ich hab noch nie über so viele Vorschriften und Anweisungen zu einem Thema auf einmal gehört. Obwohl ich mich in meiner Vergangenheit viel mit DIN- und VDE-Normen beschäftigt habe. Meine Anerkennung dafür, dass der Referent fast acht Stunden lang (mit drei kurzen Pausen) darüber erzählt hat. Am Ende konnte ich dann allerdings das Wort »Maßnahmen« nicht mehr hören. Vor allem aber ging mir das »et cetera pe pe« auf den Keks, was er gefühlt jedem dritten Satz fallen ließ.

Ich war mal wieder die einzige Frau unter den zirka zehn Teilnehmern. Ich weiß nicht, warum es in der Branche so wenig Frauen gibt. In vielen Planungsbüros arbeiten auch Frauen. Jedenfalls fühlte ich mich wie ein Alien, als die Dame vom Organisationsteam am Ende noch ein paar abschließende Worte sprach und herausfand, dass eine Frau teilgenommen hatte. »Eine Frau!« rief sie freudig aus, »Wir haben heute sogar eine Frau dabei.« Nun, ich gönnte ihr die Freude.

Online-Seminare sind einerseits recht praktisch. Man kann zuhause bleiben, spart Benzin und Spesen und kann bei ausgeschalteter Kamera auch nebenbei mal schnell was anderes machen. Ich hab zwei paar Babysöckchen gehäkelt. Es ist aber kein Ersatz zu einem Seminar im echten Leben. Es fehlt der persönliche Kontakt, der Erfahrungsaustausch. Man lernt die anderen Teilnehmer nicht kennen, man sieht die Leute nicht mal. Es gibt keine Geschichte zu hören und kaum einer traut sich Fragen zu stellen. Diskussionen finden überhaupt nicht statt. Das ist schade, weil sie eigentlich ein wichtiger Teil solcher Seminare sind. Man erfährt so, wie andere ein Problem gelöst haben, was man vielleicht selbst hat.

Mal sehen, ob ich je wieder in irgendeiner Form solche realen Seminare besuchen kann. Im Moment kann ich mir das gerade nicht vorstellen.

Die NEO-SOL

Seit dieser Woche ist der 250. Band von PERRY RHODAN NEO erhältlich. Gelesen habe ich ihn zwar noch nicht. Aber ich möchte heute meine Glückwünsche an alle Autoren und die Redaktion richten, für zehn Jahre NEO-Serie. Ihr macht eine großartige Arbeit. Danke für die vielen schönen Lesestunden, die ich bis jetzt mit den Charakteren im NEOversum verbringen durfte.

Ich bin zwar erst 2014 eingestiegen und lese die Serie erst seit Band 75 regelmäßig, aber dafür mit stetig wachsender Begeisterung.

Ab Band 250 startet die Serie in eine neue Epoche, die viele Veränderungen bringt. Unteranderem bekommen Perry Rhodan und seine Mitstreiter ein neues Schiff. Für alle Leser meines Blogs, die bei PERRY RHODAN nicht bewandert sind: Dieses Schiff gilt in der PERRY RHODAN-Erstauflage als Legende und ist auch Namensgeberin für das Magazin der PRFZ – die SOL.

Jetzt hat NEO also auch seine SOL. Die wurde von Technikberater Peter Dachgruber bereits im vergangenen Jahr konzipiert und in den letzten Wochen von Modellbauer und Fan Raimund Peter als Computermodell gebaut und animiert. Sieht sie nicht toll aus?

Wer mehr von Raimund Peter sehen will, dem empfehle ich seinen YouTube-Kanal. Dort findet man auch das großartige Video zur RAS TSCHUBAI, das er animiert hat. Wer wissen will, was ein Omniträger-Schiff ist und wie die Schiffe bei PERRY RHODAN aufgebaut sind, der sollte sich das halbstündige Video unbedingt ansehen. Es wurde von einem Profisprecher vertont und enthält einige witzige Szenen.

Umweltsünden im Büro

Wir haben einen neuen Leitz-Heftklammerer im Büro. Ich war ganz erstaunt, als mir mein Kollege unlängst vorführte, dass man unterschiedliche dicke Stapel Papier damit heften kann. Einfach die Kassetten mit den Heftklammern wechseln und schon gehts los. Heute war eine der Kassetten leer und ich fragte ihn, wo denn die Heftklammern wären, mit denen man das Ding wieder befüllt. Er sah mich an und meinte, die wird nicht nachgefüllt, die leere Kassette schmeißt man weg.

Ich konnte das nicht glauben, nein, ich wollte es nicht glauben. Das Ding musste doch zum Nachfüllen sein. Niemand konstruiert so etwas Verschwenderisches. Mit irgendeinem Trick musste man das doch öffnen können. Zumindest hab ich es nach einigen Minuten geschafft die Kassette mit einem Schraubenzieher zu öffnen. Aber es war schon schwierig und ging nicht ohne Kratzer ab. Aber als ich dann im Netz nach den passenden Heftklammern gesucht habe … nichts … nothing. Leitz bietet diese Heftklammern nur in den Kassetten an und die haben ihren Preis. 10-15 Euro für 5x 210 Heftklammern. Ein Karton mit 1000 normalen Heftklammern kostet 51 Cents!

Für mich ist das eine absolute Umweltsünde. Das geht eigentlich gar nicht. So praktisch die Kassetten sind, so belastend sind sie für die Umwelt. Ich hab daheim einen großen Heftklammerer, den ich mal bei Pearl gekauft habe, dazu gibt es drei unterschiedliche große Heftklammern. Die kauft man zu 5000 Stück im Karton und füllt sie einfach nach – Gänzlich ohne Plastikmüll und ohne Geldschneiderei.

Converse für Babys

Weil in meinem näheren Umfeld zur Zeit viele Babys zur Welt gekommen und weitere unterwegs sind. habe ich mich mal an einer Anleitung für Baby-Turnschuhe versucht. Ich hatte mehrere Vorlagen im Internet gefunden, aber keine war so richtig passend. Ich habe also so lange probiert, bis ich mir die richtige Häkelvorlage selbst erarbeitet hatte. War ein bisschen mühsam, aber jetzt kann ich die Schühchen auch in verschiedenen Größen häkeln. Als Wolle verwende ich die No.2 von My Boshi, man kann aber anderes ähnliches Baumwollgarn nehmen. Es sollte weicher als übliches Schulgarn und nicht allzu fest sein.

Ich habe sogar mit mehrfarbigen Mustern experimentiert, weil ich die Wollreste verarbeiten wollte. Das ist aufwendiger, hat aber auch geklappt. Die schwarz-weiß-karierten Schühchen sind eine Erinnerung an meine Jugend. Ende der Achtziger hatte ich auf einem Bild in der Bravo meinen Lieblingssänger mit solchen karierten Converse Schuhen gesehen. Natürlich war in der DDR nicht daran zu denken, solche Schuhe zu bekommen. Aber es gab für 12,60 M weiße Basketballschuhe aus Stoff, die so ähnlich aussahen, allerdings ohne den Converse Stern. Ich bat meine Mutter mir solche weißen Turnschuhe zu kaufen und dann druckte ich mittels Kartoffeldruck und schwarzer Farbe, Karos auf die Schuhe. Leider gibt es kein Foto von mir mit den Schuhen.

Wer Interesse an der Anleitung hat, kann sich melden.

Sonniges Wochenende im Alpenraum

Nach einer Woche Kälte, Schnee und Eis kam am Wochenende endlich der Frühling zurück. Wir nutzten das, um einen kleinen Ausflug zu machen. Kontaktlos versteht sich.

Es ist schon ein Privileg, dort zu leben, wo andere Urlaub machen. Man setzt sich nur mal fünf Minuten ins Auto und ist in einer anderen Welt. Leider ist es oft so: wenn man irgendwo wohnt, erkundet man oft weniger Orte, als wenn man als Tourist dorthin kommt. Viele schöne Ecken kennt man einfach nicht, oder man hat vergessen, wie schön sie sind. Dieses Mal war es genauso. Wie oft sind wir schon an Anger vorbeigefahren, wenn wir nach Bad Reichenhall wollten. Wie oft habe ich aus dem Autofenster das Panorama bewundert, das man sieht, wenn man auf der Hügelspitze aus dem Wald kommt. Das unterhalb der Straße ein See und ein altes Kloster steht, habe ich nicht gewusst. Das erfuhr ich erst von unserer Azubine, die dort in der Nähe wohnt.

Auf jeden Fall sind wir am Samstagvormittag zum Höglwörther See gefahren, weil ich gelesen hatte, das es dort einen Wanderweg rund um die See gibt. Am Samstag deswegen, weil da alle beim Einkaufen sind und wir hofften, das nicht so viele Ausflügler unterwegs wären. Was auch der Fall war. Der Parkplatz war mäßig belegt, ein paar ältere Leute liefen dort rum. Ein paar Jogger überholten uns. Ansonsten waren wir so gut wie allein auf dem Rundweg.

Es war schon sehr schön. Vor allem zu dieser Jahreszeit, wo die ersten Blumen im Wald blühen und die Bäume noch ohne Laub sind. Am manchen Stellen lagen noch Schneereste. Die Sonne schien warm, die umgebenden Bergspitzen glänzten weiß und der Himmel zeigte sich im schönsten Blauweiß. Der See war voller Fische, die sich unter der Fußgängerbrücke sammelten. Wahrscheinlich erhofften sie sich gefüttert zu werden. Die kamen ganz nah ran. An einem Ende des Sees ergießt sich eine Wasserkaskade in den See. Dort stand im vorigen Jahrhundert mal eine Mühle und ein Elektrizitätswerk. Jetzt erzählen nur noch Schilder davon. Auf einem der angrenzenden Hügel steht ein Baum, der aussieht wie ein Pudel.

Das Gebäude des alten Klosters steht zwar leer, ist allerdings schön hergerichtet. Die große Wirtschaft mit riesigem Biergarten hat bis auf weiteres wegen Corona geschlossen. Eine Schande, muss man ehrlich sagen. Mit vernünftigen Hygienekonzept steckt sich im Biergarten ganz sicher keiner an. Die Wirtsleute können einem leid tun, die verbrennen jetzt schon monatelang ihr Geld ohne irgendeine Hoffnung je wieder aufmachen zu dürfen. Traurig.

Den Sonntagfrüh nutzten wir für einen Spaziergang rund um Waging. Auch hier zeigte sich die Landschaft verschwenderisch in ihrer Schönheit. Die Bäume öffneten die ersten Knospen, die Berge waren noch verschneit und der See lag wie ein Spiegel zwischen den Ortschaften. Der Veilchenteppich vor unserem Haus leuchtete hellblau und die letzten Krokusse blühten.







 

Ostern in Thüringen

Wir sind an Ostern nach Thüringen gefahren. Meine Eltern sind ja nun schon zwei Mal geimpft und wenn wir dort sind, treffen wir uns schon unter normalen Umständen mit niemandem, während der Pandemie erst recht nicht.

Wir sind ein bisschen spazieren gegangen und haben geschaut, was es neues gibt. Die Stadt hat wieder einen Baum für Ostereier gepflanzt. Nachdem der in der Fußgängerzone radikal beschnitten wurde. Außerdem haben dort irgendwelche Chaoten immer die Eier zerstört. Jetzt wächst ein neuer Obstbaum im Schlossgarten. Noch ist er nicht so groß, das alle 10.000 Eier dran passen, aber mit der Zeit. wird das schon. Am Sonntag habe ich im Garten Himbeeren ausgegraben und umgepflanzt, was mir eine Woche lang Muskelkater beschert hat. Mein Mann hat den Wein und den Schmetterlingsflieder beschnitten.

Die Autofahrt war übrigens wieder super entspannt. Man merkt schon, das es immer mehr E-Autos gibt. Am Freitag in Plech waren die Ladesäulen alle belegt. Als wir kurz vor Mittag ankamen, waren wir zunächst die einzigen. Innerhalb kürzester Zeit kamen immer mehr Autos zum Laden. Unteranderem ein Porsche Taycan, das einzige Auto, das die 350 kW Ladesäule nutzen konnte. Nach einer halben Stunde konnten wir weiterfahren. Wir haben ausgerechnet, dass zu dem Zeitpunkt etwa 700 kW durch die Leitungen gingen.

Rückwärts ging es ohne Probleme. Da war auch weniger Verkehr als am Karfreitag. Es waren überraschend viele Wohnwägen und Wohnmobile unterwegs, obwohl nach wie vor Camping nicht erlaubt ist.

Das Ende der Dunkelheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 249 – »Blackout Terrania« von Rüdiger Schäfer

Ein vom Mond ausgehender weltweiter Blackout stellt die Terraner vor ungeahnte Herausforderungen. Alle elektronischen Systeme versagen und stürzen die Menschen in die Katastrophe, vor allen in Terrania.
Perry Rhodan muss auf den Mond, um den Urheber des Blackouts, Iratio Hondro, das Handwerk zu legen. Mit Hilfe eines alten chinesischen Jets fliegt er mit Ronald Tekener nach Südamerika und gelangt mittels des dortigen Zeitbrunnens zum Mond. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von SENECA, der Bordpositronik der CREST II.
Auf dem Mond trifft Rhodan neben Gucky, Sofgart und Omar Hawk auch auf seine beiden Söhne. Gemeinsam dringen sie in NATHANS Herz vor. Dort hat Iratio Hondro bereits das Nonagon gestartet, um Tihit ins Einsteinuniversum zu holen. Die Terraner greifen den allmächtigen Plophoser an, doch seine Technosporen schützen ihn. Bei dem Angriff wird Farouq Rhodan da Zoltral von Hondro erschossen. Die Situation wendet sich erst, als Sofgart in den Kampf eingreift. Sein Flakon und die drei Tropfen zerstören die Technosporen, nehmen damit Hondro die Macht und beenden den Blackout.
Während Rhodan zögert, den wehrlosen Hondro zu töten, übernimmt das Ronald Tekener für ihn und erschießt den Mann, der seine Schwester und ihn missbraucht hat. NATHAN nutzt das aktivierte Nonagon, um das Dunkelleben endgültig aus der lokalen Blase zu entfernen.
Tage später findet auf dem Mars die Trauerfeier für Rhodans Sohn Farouq statt.

Endlich, so möchte man hinausschreien, hat der Spuk um das Dunkelleben und um Iratio Hondro ein Ende. Der Handlungsbogen erschien mir extrem langgezogen. Das Perry Rhodan den Plophoser nicht töten würde, war zu erwarten. Wie gut, dass man für diesen Fall eine Figur wie Ronald Tekener aufgebaut hat. In dieser Hinsicht hat mich das Staffelfinale nicht verblüfft.

Überraschend dagegen ist der Tod von Rhodans Adoptivsohn Farouq. Natürlich ist sein Tod ein zusätzliches Mittel, um Rhodans Wut gegenüber seinem Gegner zu schüren. Dennoch war eigentlich klar, dass er Hondro kein Haar krümmen würde. Farouqs Tod dient vermutlich auch der Vorbereitung der nächsten Staffel, wenn es um die Unabhängigkeit der Kolonien und des Mars gehen wird. Da stünde der Marsgeborene wohl im Weg. Obwohl er gleichzeitig Konfliktpotenzial geboten hätte. Ich hätte eher Thomas Rhodan geopfert.

Sehr schön erzählt ist die Nebenhandlung über die junge Ärztin Nelly Parks, die zusammen mit einem Patienten durch das stromlose Terrania irrt und zur Helferin für viele Menschen wird. Mit solchen Geschichten kann mich Rüdiger Schäfer regelmäßig begeistern. Auch in diesem Fall ist dieser Handlungsbogen mein Favorit. Allerdings hätte ich mir gewünscht, wenn sie am Ende des Romans ein abschließendes Kapitel bekommen hätte (vielleicht als Prolog). Denn so wird die Handlungsebene mit ihr mittendrin abgewürgt.

Wie bei anderen Staffelenden werden, in mehr oder weniger geglückter Form, einige Charaktere aus der Handlung genommen. Das schlimmste Schicksal ereilt dabei neben Farouq Rhodan Jessica Tekener, der Hondro alle Mentalenenergie entzieht und ihr damit jegliche Erinnerungen und ihre Seele raubt. Sie ist nur noch ein menschliches Wrack, lebendig aber ohne Bewusstsein. Sofgart verliert durch sein Eingreifen das Augenlicht. Der Kreellblock mit dem Leyden-Team ist schwer beschädigt und wird genauso wie Leibnitz und Monade von NATHAN unter Verschluss gestellt.

Ein bisschen hadere ich nach wie vor mit der technischen Erklärung des Blackouts. Die lieferte bereits Rainer Schorm im vergangenen Band. Die These über die Aushebelung des Welle-Teilchen-Dualismus überzeugt mich nicht ganz. Warum sind dann nur die elektrischen Systeme betroffen? Wenn, müsste eigentlich alle Materie auseinanderfallen und jegliche chemische Reaktion betroffen sein. Alle Lebewesen auf der Erde und Mond könnten nicht mehr existieren. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Informationen gewünscht. So habe ich es als gegeben hingenommen, befriedigt hat es mich allerdings nicht. Ebenso wenig wie Perry Rhodans Flug mit dem chinesischen Jet. Dabei war arg viel Zufall im Spiel.

»Blackout Terrania« bringt den langen Handlungsbogen um das Dunkelleben endlich zu Ende. Trotz der unvorhergesehenen Überraschung ist es für mich nicht das beste Staffelfinale, da konnte man in der Vergangenheit schon Bessere lesen. Dennoch haben die Exposé-Autoren die meisten offenen Fäden zusammengeführt und zu einem befriedigenden Abschluss gebracht. Jetzt geht es hoffentlich mit neuen Ideen ins zweiundzwanzigste Jahrhundert.

Winter im April

Das Wetter schlägt Kapriolen. Morgens ist alles weiß, dann scheint wieder die Sonne, der Schnee schmilzt. Plötzlich wird es dunkel und ein Schneesturm bricht herein, so dass man keine zwanzig Meter weit mehr sehen kann. Minuten später herrscht wieder eitel Sonnenschein und blauer Himmel. Verrückt! Der April macht eben was er will.

Auf der Wiese vorm Haus sind die Veilchen eingeschneit. Die Krokusse, die endlich aufgeblüht sind, liegen schon wieder danieder. Die Forsythien-Büsche sind weiß und nicht mehr gelb. Das ist alles schon sehr nervig. Im Winter hätte ich mich echt gefreut über so viel Schnee. Jetzt, im April, nach Ostern finde ich das nicht mehr schön. Zumal ich endlich wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren würde, aber bei den Straßenverhältnissen morgens ist das unmöglich. Die Straßendienste scheinen nämlich auch schon ihre Fahrzeuge eingemottet zu haben, denn am Dienstag früh waren die Wege und Straßen eisig, heute morgen dann voller Schnee.

Wenn ich vergleiche, wie schön das Wetter im vergangenen Jahr um diese Zeit war … jeden Tag saßen wir zum Kaffeetrinken draußen auf dem Balkon. Hoffen wir, dass es zumindest am Wochenende schöner wird. Und wir den Geburtstag meines Mannes mit einem schönen Mittagessen auf dem Balkon begehen können. Was anderes ist ja nicht möglich, so lange die Regierenden in Deutschland die Pandemie nur verwalten und nicht bekämpfen. Aber darüber rege ich mich nicht mehr auf. Bringt ja nichts.

NEO Zusatzmaterial

Gestern flatterte mir diese schöne Broschüre aus dem Briefkasten entgegen. Darin geht es um PERRY RHODAN NEO. Viele Leser wünschen sich seit langem Zusatzinformationen zur Serie, da es in den Taschenheften keine Leserbriefseiten und auch keine zusätzlichen Inhalte wie Risszeichnungen und Reports gibt.

Zum bevorstehenden Jubiläumsband 250 und dem zehnjährigen Bestehen der Serie hat die PERRY RHODAN-Redaktion nun diese schöne Broschüre herausgebracht, die allerlei Wissenswertes über die Erde und ihre Kolonien im NEOversum beinhaltet. Das stellare Kompendium gefällt mir dabei besonders gut. Die Sternenkarten zu allen Systemen und die Infos über die jeweiligen Sonnen und Planeten sind richtig toll aufgemacht.

Einziger Wermutstropfen: Ich habe die Broschüre vor Band 249 gelesen und bin massiv gespoilert worden. Eine kleine Warnung wäre nicht schlecht gewesen. Also, wer den NEO 249 noch nicht kennt und sich überraschen lassen will, sollte erstmal die Finger von den 64 Seiten bzw. dem Text über Oxtorne lassen.