Überfrachtetes Quantenabenteuer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 257 – »Schatten im System« von Ruben Wickenhäuser

Auf der CREST II gibt es wieder Probleme mit der Schiffspositronik. SENECA leidet unter Auflösungserscheinungen, die KI droht zu sterben.
Währenddessen näherte sich die SOL der gesuchten Quantenquelle. Doch die Wirklichkeit außerhalb des Raumschiffes befindet sich im Fluß. Sogenannte Neuter – neutrale Quanten, die die Realität verändern – führen zu zunehmendem Chaos an Bord der SOL.
Tro Khon, Icho Tolot und die DOLAN drehen durch und werden zur Gefahr für die Besatzung und das Schiff. Bjo Breiskoll entdeckt sein Talent als Datenspürer und wird sogleich von der Schiffsführung rekrutiert.
Die robotischen Begleiter des Arkoniden Sofgart, Eggis und Ekkis, verwandeln sich in künstliche Intelligenzen, welche die Hauptpositronik der SOL scheinbar zerstören. Cheftechniker Breckcrown Hayes versucht zusammen mit Sofgart sie aufzuhalten. Und dann ist da noch der Quantenschatten, der auf dem Schiff sein Unwesen treibt und die prekäre Situation der SOL noch zu verschlimmern droht.
Am Ende erwacht SENECA an Bord der SOL und rettet das Schiff vor der Vernichtung.

Der Roman will zu viel. Viel zu viel, wenn man mich fragt. Es gibt zu viele Charaktere, zu viele Handlungsschauplätze, zu viel sinnfreies Technobabble und zu wenig Zeit, um daraus eine homogene Handlung zu formen. Es fehlt der rote Faden. Die Geschichte liest sich wie eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Schlaglichter einer Raumschiffbesatzung im Angesicht des Chaos. Das ist spannend geschrieben, geht aber nicht in die Tiefe. Das Gefühl einen NEO-Roman zu lesen, will sich bei mir perdu nicht einstellen. Was unteranderem daran liegt, dass viele der Figuren »out of character« agieren.

Ich weiß nicht, welche der Nebenhandlungen im Exposé standen, aber der Autor vermag es nicht, mir eine glaubwürdige zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Für den Wechsel SENECAs von der CREST II auf die SOL, die nicht nur Lichtjahre voneinander getrennt, sondern auch in zwei völlig verschiedenen Universen unterwegs sind, fehlen logische und nachvollziehbare Erklärungen. Das liest sich nicht nur verwirrend, sondern ist es auch. Quantenverschränkung hin oder her, das hätte man eleganter lösen können, beispielsweise über eine gezielte Datentransmission durch eben jene Quantenquelle, welche die SOL in Bedrängnis bringt.

Bei vielen der einzelnen Geschichten bleiben bei mir Fragezeichen zurück. Wozu werden sie überhaupt erzählt? Was haben sie zur Gesamthandlung beizutragen? Die durchdrehenden Haluter und die ganze Handlung über die DOLAN erscheinen mir für die Geschichte unwichtig und nur auf Wirkung gesetzt. Stattdessen hätte man der Übertragung von SENECA mehr Raum geben müssen, um diesen Vorgang schlüssig zu erklären. Das gleiche gilt für das schwangere Crewmitglied Helma Buhrlo. Ich hoffe, da kommt noch etwas.

Bjo Breiskoll ist zwar gut charakterisiert. Seine Einführung in die Serie scheitert aber, meiner Meinung nach, am Umgang mit ihm durch die Schiffsführung. Ihn als absoluten Neuling einfach in hochsensible Schiffsfunktionen einzubinden, war schon ziemlich weit hergeholt. Außerdem passen die mitunter autoritären und widerborstigen Vorgesetzten nicht zu der von NATHAN angeblich so perfekt zusammengestellten Crew. Solche unsozialen Führungskräfte kann sich ein Generationenraumschiff nicht leisten. Schon gar nicht eins, das von einer künstlichen Intelligenz gebaut wurde.

Störend waren zudem Anschlussfehler aus dem vorangegangenen Roman. Sam Breiskoll erklärt zu Beginn seinem Sohn, dass er ihn geweckt hat, was so aber nicht stimmt. Er wurde durch eine Fehlfunktion geweckt. Später wurde das wieder revidiert. Perry Rhodan und die Schiffsführung waren über den Quantenschatten informiert. In Band 256 wurde gesagt, dass in der Positronik gezielt danach gesucht, aber nichts gefunden wurde. Dass es in Band 257 so lange dauert, bis die Verantwortlichen dahinter kommen, dass der Quantenschatten Verursacher des positronischen Ausfalls ist, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.

»Schatten im System« ist vieles, aber kein Roman, der an die Größe der Vorgänger anknüpfen kann. Die hektische, übertrieben zerstückelte Handlung verspielt viel Potenzial und vermag mich nicht zu befriedigen. Da hilft auch nicht die stilistisch saubere Schreibe des Autors. Dieser Roman beweist erneut die These, dass weniger oftmals mehr ist.

Im Urlaub

Bevor sich der eine oder andere Besucher meines Blogs wundert, weil ich nichts schreibe. Ich bin seit Donnerstag im Urlaub in Thüringen.

Donnerstagmittag sind wir losgefahren, den Staus auf der A9 zum Trotz. Die Alternativroute über Pfaffenhofen war dann aber nicht ganz so clever, weil das Ampelmanagement in Pfaffenhofen unterirdisch ist. Alle haben Vorfahrt, nur nicht der Verkehr auf der B13, was dazu führt, dass man nur im Schritttempo durch den Ort kommt, weil man an jeder Ampel gefühlte Ewigkeiten wartet.

Dann hat unser Bordcomputer hat auf dem Navigationsdisplay ein kurioses Zeichen angezeigt. Das umgestürzte Auto bedeutet nicht zu viel Wind, sondern Unfall. Normalerweise sind da immer zwei Autos abgebildet, die zusammengefahren sind. Das Auto, das auf dem Dach liegt, war mir jedenfalls neu. Der im Bild angezeigte Unfall, war aber nur eine Reifenpanne. Also nichts schlimmes. Allerdings war der Verkehr auf der Autobahn schon recht heftig. Nichts im Vergleich zum Verkehr in Lockdownzeiten.

Am Freitag waren wir dann noch in der Keksfabrik von Griesson einkaufen. Das ist immer wieder ein Erlebnis. Man steigt aus dem Auto und schon umfängt einen der Duft frisch gebackener Kekse. Im Laden dann Regale voller Kekse, teils Kiloweise abgepackt. Es gibt alles was das Herz begehrt, mit Schokolade oder ohne, Waffeln, Cookies, Schokokekse und eine 3,6 kg Prinzenrolle. Also wer gern Kekse ist, kann sich dort eindecken. Es gibt aber auch Salzgebäck, Chips, Gummibärchen und Pralinen. Wer mal in die Nähe von Kahla kommt, sollte sich das zumindest mal ansehen. Wir waren noch in der Porzellanfabrik und haben uns noch ein paar Tassen gekauft.

Am Samstag hatte mein Vater 85. Geburtstag, den wir in Nachbarschaftlicher Runde gefeiert haben und gestern haben wir im Wochenendhaus nach dem rechten gesehen. Das Wetter war ganz okay. Es hätte am Samstag nicht unbedingt dann mit Regnen anfangen müssen, wenn wir den Grill aufgebaut haben. Schauen wir mal, was die Tage noch bringen.

Alles Gute zum Sechzigsten!

Uschi Zietsch, alias Susan Schwartz, feiert heute ihren 60. Geburtstag. Die Autorin schreibt schon seit Anfang der Neunzigerjahre bei PERRY RHODAN mit und ist auch mit ihren eigenen Verlag seit langer Zeit erfolgreich.

Der Stammtisch München, bei dem sie quasi zum Inventar gehört, hat ihr zu Ehren eine Publikation herausgebracht, um ihr zu gratulieren. Beteiligt hat sich alles was Rang und Namen hat bei PERRY RHODAN und in der Fan-Szene. Es ist ein schönes dickes Buch geworden, mit vielen Fotos, Geschichten und Glückwünschen. Eine solche Würdigungen erhält nicht jeder.

Ich durfte Uschi im Namen der PRFZ gratulieren und ein kleines Geschenk in Form einer Papiernen Schneekugel übersenden. In den kommenden Urlaubstagen werde ich mir Zeit nehmen, dass Buch zu lesen.

Liebe Uschi, ich wünsche Dir alles Gute, bleib gesund und schreibe weiter fleißig für NEO und die Erstauflage.

Schweinkram am Wochenende

Quelle: Amazon

Es war ein Spontankauf, als ich unlängst das »Merkheft« durchblätterte. Dort finde ich ja eigentlich immer was, eine Tatsache die echt schlimm ist vor allem für unser Bücher- und DVD-Regal. Den Film »Auf der Suche nach dem Ultra-Sex« habe ich bestellt, weil ich neugierig war. Die Handlung klang ein bisschen nach Science Fiction und vor allem nach Trash. Am Samstag haben wir ihn dann angeschaut und viel gelacht.

Der Film gehört zu der Sorte, die so mies sind, dass sie schon wieder gut sind. Auf die Idee muss man erst einmal kommen und dann muss man auch noch den Willen haben, sehr viel Arbeit in das Projekt zu stecken. Aus mehr als 2500 Sexfilmen haben die Macher Szenen zu einem neuen Film zusammengeschnitten. Der hat sogar eine recht originelle Science Fiction-Handlung. Die Sex-Matrix des Universums wurde geraubt. Ihr Fehlen führt auf der Erde zu ungezügelten Sexorgien. Mehrere Superhelden und Raumschiffbesatzungen werden darauf angesetzt, den legendären Ultra-Sex zurückzuerobern. Das Ganze wurde neu vertont und für die deutsche Fassung witzig synchronisiert von Oliver Kalkofe und Peter Rütten (die beiden von »Schlefaz«). Ohne Frage, das ist schon gut gemacht. Teilweise komplett albern und in einer so miesen Bildqualität, dass einem die Augen wehtun. Ja, das war halt das Videozeitalter. Die skurrilen Kostüme und die fadenscheinigen Schauspieler erhalten durch den neuen Schnitt neue Popularität und der Zuschauer einen Einblick in die Abgründe der Sexfilme. Oftmals sitzt man einfach nur staunend da und denkt sich, was manchen Porno-Produzenten damals geritten hat (wahrscheinlich die Hauptdarstellerin).

Da muss ich gerade daran denken, dass in meinem Stapel zu lesender Bücher noch ein Sachbuch über »Porno in Deutschland« steht. Das habe ich übrigens auch aus dem »Merkheft« und muss es demnächst unbedingt mal lesen.

Wer einen lustigen Abend verbringen möchte, macht mit dem Film nichts falsch. Tiefsinnige Dialoge darf man aber nicht erwarten. Hardcore Szenen sind nicht enthalten oder wurden dezent mit schwarzen Balken oder lustigen Bildchen überdeckt. Es ist eben ein Sexfilm der anderen Art.

Zur Zeit gibts beim »Merkheft« Star Trek-DVD-Boxen und PERRY RHODAN-Silberbände zum Sonderpreis.

Lebensfeindlicher Irrsinn

… so bezeichnete es unlängst ein Kolumnist in der »Welt« – ich weiß, die gehören zu Springer, aber – so unrecht hat der Mann nicht. Die Beschränkungen mit denen uns die Regierung nach wie vor knechtet, sind mitunter einfach nur noch absurd. Bestes Beispiel die Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen bei knallenden Sonnenschein und einer einstelligen Inzidenz, in Bayern auch noch mit FFP2. Da sehen die Urlauber aus dem Norden ganz schön alt aus, wenn sie in den REWE wollen und mit ihren medizinischen Masken nicht reinkommen. Zum Glück sind jetzt Ferien, aber da geht das Theater erst recht los. Ab heute Testpflicht für Reiserückkehrer. Warum eigentlich erst jetzt und warum so kurzfristig? Kann es sein, dass die Inzidenz den Obrigkeiten noch nicht hoch genug ist, die Angst in der Bevölkerung so langsam verfliegt. Da muss man dafür sorgen, dass sie wieder steigt, in dem man so viel wie möglich testet. Das Erschreckende: ein Teil der Bevölkerung zieht da immer noch mit. Warum? Die Antwort liefert der Kolumnist, in dem er sagt:

»Geht es nach dem Milieu der privilegierten Beamten und Home-Office-Angestellten, dann hört die Pandemie wohl niemals auf – mit Masken, Abstand und geschlossenen Schulen. Doch außerhalb dieser Blase sind viele nicht mehr bereit, die nächste Lockdown-Runde mitzuspielen.«

Ja, einige sind gerade dabei, die Pandemie zu kultivieren. Es ist doch schön kuschlig im Homeoffice und so sicher. Das wollen offenbar viele nicht mehr missen und denken mit Bangen an den Tag, an dem der Chef sie wieder ins Büro beordert. Damit wurde tatsächlich ein lebensfeindlicher und ungerechter Irrsinn geschaffen, bei dem die Privilegierten auf dem Rücken derjenigen leben, die eben nicht daheim arbeiten können. Vielleicht sollten diejenigen, die da draußen das Leben aufrechterhalten, einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen und sich ins Homeoffice zurückziehen, damit allen mal klar wird, dass es eben nicht auf Dauer geht, die Leute einzusperren und ihnen die persönlichen Kontakte zu verwehren.

Wir sind Menschen, wir brauchen zwischenmenschlichen Kontakte. Sie sind wichtig für das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Was passiert, wenn wir die auf Dauer nicht mehr haben, kann man gerade gut in den Sozialen Netzwerken verfolgen. Bei Twitter gehen Leute aufeinander los, die bisher befreundet waren. Welcher Hass dort von beiden Seiten aus den Postings spricht, erschüttert mich regelmäßig.

Spätestens jetzt, wo eine Impfung für alle möglich ist. Wo selbst die Experten fordern, dass die Inzidenz nicht mehr das Maß aller Dinge sein sollte. Spätestens jetzt, muss der Irrsinn aufhören. Das Leben war schon immer ein Risiko. Wir sind alle nicht unsterblich, obwohl einige das offensichtlich glauben. Und wenn wir uns in dem gleichen Maße um die Menschen auf der ganzen Welt sorgen würden, wie um die Menschen in Deutschland, dann wäre die Erde jetzt schon ein besserer Ort.

Ausführung vor Planung 2

Zusatz zum vorherigen Blogeintrag.

Es gibt noch eine Variante der Planung. Auch eine, die Planer nicht sonderlich schätzen. Manche Bauherren oder Architekten haben die Angewohnheit ständig Änderungen zu machen. Selbst dann, wenn das Haus gebaut wird. Oft ist es so, dass man die Änderungen einzeichnet und den Plan ausdruckt. Die Tinte auf dem Plan ist noch nicht richtig trocken, kommen schon die nächsten Änderungen und man fängt wieder von vorn an. Das ist insofern blöd, weil man viel umsonst arbeitet, denn die Bauherren zahlen ja nur eine Pauschale für die Planung. Eigentlich müsste man das Stundenweise abrechnen, dann würde sich das viele überlegen, aber das ist in der Branche schwer durchzusetzen.

Im Film »Schlaflos in Seattle« gibt es eine Szene, in der Tom Hanks als Architekt von einer Kundin genervt wird, weil sie dauernd etwas geändert haben will, obwohl schon alles steht. Das kenne ich nur zu gut.

Ausführung vor Planung

Ich bin beruflich im Stress und das schon seit Wochen. Wie immer ist Zeitmangel der Auslöser. Man hat einfach nie genug Zeit, sich richtig um die Bauvorhaben der Kunden zu kümmern. Im Grunde habe ich es momentan mit drei Situationen zu tun.

Da ist das normale Planungsvorgehen. Man bekommt einen Eingabeplan. Das ist der Plan mit dem das Bauvorhaben bei den Behörden angemeldet wird. Nach dem wird die Baugenehmigung erteilt. Ich mache anhand des Eingabeplans die für mein Gewerk notwendige Planung und gebe die an den Architekten oder die Baufirma weiter. Die übernehmen meine Planungen in die Werkplanung, nach der das Haus dann tatsächlich gebaut wird. Da ist meist noch Zeit, um Änderungen am Grundriss vorzunehmen, um zum Beispiel Platz für Steigschächte für Wasser, Abwasser oder Stromkabel einzuplanen. Manchmal kommen die Bauherren aber auch etwas spät damit an, da muss man sich dann sputen, um die notwenigen Voraussetzungen vom Architekten noch umgesetzt zubekommen. Manchmal muss man auch mit den Bauherren oder Architekten diskutieren, aber meist funktioniert das System.

Dann habe ich momentan ein Bauvorhaben, dass sich noch in der Entwurfsphase befindet. Das ist im Grunde absoluter Luxus für einen Fachplaner. Das heißt, es existiert noch kein Eingabeplan, die Baugenehmigung ist noch nicht angefragt, die Wohnungen sind (wie in diesem Fall) noch nicht verkauft. Zusammen mit den anderen Gewerken kann man sich gut absprechen und vernünftig planen. Da wird man auch mal gefragt, ob das so und so geht, oder was man vorschlagen würde. Das ist toll, so macht das auch Spaß.

Was gar keinen Spaß macht, ist das Bauvorhaben mit dem ich mich diese Woche beschäftige. Da ist außer der Lichtplanung noch nichts geplant, aber der Keller wurde bereits betoniert und morgen wird die erste Decke aufgelegt. Der Albtraum für jeden Fachplaner. Der Bauherr hat sich noch nicht festgelegt, was er will, aber es wird schon mal gebaut. Arrrrrhg! Jetzt haben meine Kollegen und ich die tolle Aufgabe, das irgendwie in kürzester Zeit so hinzubiegen, dass man im Nachhinein möglichst viel noch ändern kann, in der Hoffnung, das der Bauherr dann auch zufrieden ist. Leider handelt es sich um kein kleines Häuschen und natürlich stimmen teils die baulichen Voraussetzungen nicht. Da ist Improvisieren angesagt, was beim Hausbau nicht immer die beste Lösung ist. Jedenfalls versuchen wir in den nächsten Tagen nun möglichst die Kuh vom Eis zu schaffen. Mal sehen, ob uns das gelingt.

Das Motto »Ausführung vor Planung« kommt leider immer häufiger vor und das macht meinen Job mitunter superstressig.

Die Druuns kommen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 256 – »Die Flüsterfürstin« von Ben Calvin Hary

Etwa einhundert Jahre bevor Erde und Mond nach M 3 versetzt werden, stürzt das Akonenraumschiff TRAVINOL auf einem Planeten innerhalb der Dunkelwolke ab. Die überlebende Crew sieht sich alsbald mit einheimischen Insekten – von den Akonen Druuns genannt – konfrontiert, die nicht nur die Schiffstechnik schädigen, sondern die auch in die Gehirne eines Teils der Besatzung eindringen und sie fremdsteuern. Es beginnt ein Kampf um das Wrack und Möglichkeit für die Druuns, den Planeten zu verlassen.
Die SOL empfängt den Notruf der TRAVINOL. Die FAIRY fliegt mit Gucky, Sam Breiskoll, Omar Hawk sowie dem Okrill Watson den Planeten an. Doch sie finden nur noch das zerstörte Raumschiff vor. Die Crew muss vor fast einhundert Jahren gestorben sein. Watson wird unbemerkt von den Druuns »infiziert« als er ihre Nester zerstört.
Zurück auf der SOL breiten sich die Insekten exponentiell über das ganze Schiff aus und infizieren einen Großteil der Crew. Die befallenen Menschen verhalten sich zunehmend aggressiv, sobald sie auf Nichtinfizierte treffen. Perry Rhodan und die Schiffsführung beschließen, alle Nichtinfizierten in die FAIRY zu evakuieren und das Schiff von der SOL abzukoppeln.
Aus einem Baugefühl heraus fliegen sie erneut den Planeten mit dem abgestürzten Wrack an, um vielleicht mehr über die Hintergründe der Druuns zu erfahren. Und tatsächlich in Kavernen unterhalb der TRAVINOL treffen sie auf Välfouerr dem Mentor von Callibso, der ihnen mitteilt, dass sich mit Hilfe der Druuns ein Quantenschatten auf die SOL gelangt ist und sich nun in der Positronik versteckt.
Die FAIRY kehrt daraufhin zur SOL zurück, auf der alles wieder normal zu sein scheint. Da erwacht Sam Breiskolls Sohn Bjo, der von NATHAN heimlich an Bord gebracht wurde, aus seiner Tiefschlafkapsel.

Freunde des gepflegten Horrors kommen bei dem Roman sicher auf ihre Kosten. Die Situation auf der SOL erinnerte mich stark an den Film »Die Körperfresser kommen«, was vielleicht auch ein bisschen beabsichtigt war. Jedenfalls finden sich Perry Rhodan und seine Frau Thora schnell in einer gefährlichen Situation wieder, aus der sie in letzter Sekunde gerettet werden können.

Der Gruselfaktor ist auch in den Kapiteln um Valkia die Kommandantin der TRAVINOL stets präsent. Deren Aufzeichnungen über den Absturz und das Überleben der akonischen Crew sind spannend geschrieben und man weiß bis zum Schluss nicht, wer eigentlich auf der bösen Seite steht und wer auf der guten.

Sehr schön finde ich die Charakterisierung von Sam Breiskoll, dem Chefmedizinier der SOL, der um seinen in Stasis befindlichen Sohn bangt und in Cole Reeves einen Verbündeten an Bord der SOL findet. Hier nimmt der Autor Bezug zu einer seiner Figuren aus Band 245.

Obwohl ich wie immer ein bisschen befangen bin, weil ich den Roman schon in der Manuskriptfassung gelesen habe, finde ich ihn gut geschrieben. Sehr lebendig und bildhaft gezeichnet, mit viel Gespür für die Charaktere.

Der einzige Punkt, den ich schon am Manuskript bemängelt habe, ist die Präsensform von Valkias Aufzeichnungen. Obwohl sie in diesem Fall sogar gerechtfertigt ist und obwohl ich ein Fan des Erzählens im Präsens bin, hatte ich Probleme, vor allem bei den Übergängen zu den anderen Kapiteln, die klassisch im Präteritum geschrieben sind. Da kam ich regelmäßig ins Straucheln. Da half mitunter nur, eine kurze Lesepause einzulegen.

Alles in allem ist »Die Flüsterfürstin« ein spannender Roman, der eine neue, dem Erstauflagenleser bekannte, Figur in NEO einführt und mit dem geheimnisvollen Quantenschatten eine neue Bedrohung für Perry Rhodan und die Menschheit heraufbeschwört.

Die SOL gratuliert zum 60. Seriengeburtstag

Die SOL 103 beschäftigt sich umfassend mit dem 60-jährigen Jubiläum der PERRY RHODAN-Serie. Dazu liefert Alexandra Trinley den ersten Teil einer Reihe mit Rückblicken auf die Geburtstage der Heftromanserie. In der ersten Folge deckt sie die ersten 21 Jahre ab und stellt tatsächliche Ereignisse in den Erscheinungsjahren den Romanen gegenüber. Zwei weitere Teile dieser Reihe folgen in den kommenden Ausgaben.

Gerhard Huber und Michael Tinnefeld nähern sich dem Thema auf fannische Weise. Sie erzählen wie eine Begegnung auf einem Con ihre Freundschaft begründete. Wolf Mathis setzt sich mit den Strukturen der Serie auseinander, während Norbert Fiks die anderen Science-Fiction-Heftromanserien in Deutschland unter die Lupe nimmt.

Im Interview beantwortet Peter Dachgruber, wie es sich anfühlt, ein Raumschiffdesigner zu sein und warum er so viel Herzblut in die Technik von PERRY RHODAN NEO und den Miniserien investiert.

Stefan Wepil malte die Welten des Sternenrads und Erich Herbst präsentiert die Ergebnisse einer Umfrage zu den Stammtischen in Corona-Zeiten. Besprechungen der Erstauflage und NEO sind wie selbstverständlich ebenfalls im Heft enthalten.

Mit Ausgabe 103 wird auch die Einladung für die Online-Mitgliederversammlung der PRFZ am 24. September verschickt, bei der ein neuer Vorstand gewählt wird. Es wäre schön, wenn möglichst viele Mitglieder daran teilnehmen könnten.

Das Titelbild ist eine optische Hommage an all die Titelbilder aus 60 Jahren Seriengeschichte. Die SOL wird voraussichtlich Mitte August an die Mitglieder der PRFZ verschickt.