Tipps für die Autorenkarriere

Fast jeder der schreibt, hofft insgeheim oder ganz offen darauf, irgendwann einmal veröffentlicht zu werden. Manche Leute haben einfach Glück und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort und andere wiederum schreiben ihr Leben lang und werden dieses Ziel dennoch nie erreichen.

Man kann unter Umständen ein wenig nachhelfen. Was aber nicht bedeutet, dass sich der Erfolg damit schneller einstellt. Zumindest verbessert man seine Chancen.

Einen schönen Artikel zu diesem Thema entdeckte ich vergangene Woche bei dieZukunft, dem Phantasik-Onlineportal des Heyne-Verlags. Dort wird man nicht nur über die Neuerscheinungen in Sachen SF bei Heyne informiert, sondern auch über Allgemeines aus dem Phantastik-Genre. (Hartmut Kasper, einer der Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie, veröffentlicht dort regelmäßig seine Kolumne »Dr. When«.)

Sergej Lukianenko, der Großmeister der russischen Phantastik, erklärt bei dieZukunft in sechs Punkten, »wie man ein namhafter Fantastikautor wird«. Er geht dabei auf ein paar Beispiele aus seinem Kollegenkreis ein. Vor allem sollte man Geduld haben, viel lesen auch Genrefremdes, lieber weniger schreiben und dafür aber um so mehr überarbeiten. Ein ganz wichtiger Punkt – wahrscheinlich der Wichtigste überhaupt – ist »Networking«, wie man neudeutsch sagt, sich also mit Lektoren und Verlegern anfreunden.

Ich fand die Tipps hilfreich, weil sie sich auch mit meiner Erfahrung decken. Andere Hobbyautoren mögen das vielleicht anders sehen. Ich kann dem Mann nur zustimmen.

Wer den Artikel lesen möchte, kann das hier tun:
http://diezukunft.de/gastbeitrag/buch/wie-man-ein-namhafter-fantastikautor-wird

Erotisches Gebäck

Erotik-Cookies

Der Advent steht vor der Tür und wie für so viele bedeutet das auch für mich und meinen Mann, dass wir wieder backen werden. Insbesondere Elisenlebkuchen und die Speziallebkuchen nach Siebenbürgen-Sächsischen Rezept in Form von Raumschiffen und Figuren aus Star Wars und Star Trek stehen auf dem Programm.

Dieses Jahr möchte ich noch etwas Besonderes backen. Der Grund ist die schwarze Zuckerschrift, die ich vor kurzem erstanden habe und bei der ich sofort eine Idee im Kopf hatte – Plätzchen mit einem Hauch von Erotik. Die hatte ich vor einigen Jahren meinem Mann einmal zum Geburtstag geschenkt.

Ich gebe zu, sie sind nicht einfach herzustellen. Weil ich aber komplizierte Dinge liebe, werde ich in diesem Jahr einen verregneten Novembernachmittag nutzen und liebevoll ein paar Mürbteigplätzchen dekorieren. Mit ruhiger Hand und etwas Fantasie kann man damit ein Lächeln auf das Gesicht von Männern, wie auch Frauen zaubern. Bis es soweit ist und ich das Ergebnis präsentieren kann, zeige ich hier schon mal die Erotik-Cookies von vor ein paar Jahren.

Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Quelle: Amazon

Ex Machina stand schon lange im Regal. Es dauerte, weil ich bisher nicht in der Stimmung war, ihn mir anzusehen. Zu sehr dominierten die Erinnerungen an A.I.. Den Film fand ich irgendwie beängstigend. Ich hatte hinterher ein ungutes Gefühl, weshalb ich ihn mir auch nicht wieder ansehen werde. Obwohl er rein technisch nicht so schlecht gemacht ist.

In Ex Machina geht es auch um Künstliche Intelligenz, um die Macht von Suchmaschinen und um die Unvollkommenheit des Menschen. Die Geschichte wird aus der Sicht eines jungen Programmierers gezeigt und das ziemlich spannend. Es dauert bis zum Ende, bis der Protagonist und auch der Zuschauer weiß, wer eigentlich der Böse im Film ist.

Die vier relativ unbekannten Darsteller überzeugen in dem Kammerspiel, das in einem futuristischen Haus spielt. Zeitlich könnte man den Film in der Gegenwart oder in einer nicht weit entfernten Zukunft verorten. Zumindest ist die Technik des Hauses nicht so fortschrittlich, wie die mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Androidin. Wobei ich mich frage, ob es unbedingt notwendig ist, einer KI einen menschlich aussehenden Körper zu geben. Denn das verursacht ja am Ende das Problem. Aber da sind wir schon bei der Unvollkommenheit ihres Schöpfers. Dessen Narzissmus und Zwanghaftigkeit führt dazu, dass schließlich alles außer Kontrolle gerät. Eine sehr schöne Charakterrolle für Oscar Isaac (Poe Damaron in Star Wars – Das Erwachen der Macht).

Mein Mann und ich haben im Anschluss lange über den Film diskutiert und auf Schwachstellen abgeklopft. Aber schon die Diskussion zeigt, dass der Film etwas Besonderes sein muss, wenn man sich im Anschluss weiter mit ihm beschäftigt. Im Gegensatz zu A.I. sehe ich mir den Ex Machina sicher noch ein weiteres Mal an, allein wegen der Optik des Androidenkörpers.

Die SOL in den Clubnachrichten

Quelle: PR 2933

In der 540. Ausgabe der Clubnachrichten findet Hermann Ritter lobende Worte zur SOL 87 und zum Jubiläums-Newsletter Nr. 20. Das freut mich sehr. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung gibt nur noch wenige echte Fanzines. Die Fanszene spielt sich heute meist in Internet-Foren oder in den Sozialen Medien ab. Da ist es gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die Fanzines lesen und öffentlich darüber schreiben. Auch wenn es immer weniger werden.

Ich kaufe inzwischen nur noch die PERRY RHODAN-Heftromane, wenn die Clubnachrichten enthalten sind und die Nachrichten lese ich dann auch immer vollständig, den Heftroman selbst lese ich nicht. Der Roman wandert anschließend in einen Karton zur Aufbewahrung. Vielleicht komme ich ja doch irgendwann mal dazu, auch die Geschichten zu lesen.

Die letzte Bahn

Wenn ich dieser Tage mit dem Zug nach Thüringen fahre, dann mit viel Wehmut im Bauch. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich noch mit dem ICE von München bis Saalfeld reisen kann. Ab dem 10. Dezember ist Schluss, dann bleiben mir und den anderen Pendlern aus Saalfeld, Jena und Gera nur noch die Regionalbahnen. Es ist eine Tragödie, da wird die Lebensader einer ganzen Region abgeschnitten zugunsten einer einzigen Stadt in Thüringen nämlich der Landeshauptstadt Erfurt.

Die teure neue Strecke von Berlin nach München verspricht Fahrtzeiten von 4 Stunden, sofern man den Sprinter benutzt, der unterwegs nur in Halle, Erfurt und Nürnberg hält. Doch wie viele Menschen werden das Angebot für 150 Euro wirklich nutzen? Werden die Geschäftsleute nicht doch lieber weiterhin den Flieger nehmen und die Studenten den Flixbus für 29 Euro? Man weiß es nicht. Die Auslastung der Thüringer-Wald-Autobahn, die im gleichen Zuge gebaut wurde, hat bisher auch nicht das Ziel erreicht, was sich die Planer einst erhofften. Es wird wohl noch sehr sehr lange dauern, bis sie das Geld eingespielt hat, was sie gekostet hat. Damit das auf der Bahnstrecke nicht auch passiert, hat man das Verkehrsangebot auf der Saalebahn stark ausgedünnt. Nur ein einziger IC am Tag soll von Jena nach München fahren. Ein IC, der nur dann in der Fahrplansuche auftaucht, wenn man die Häkchen bei »schnelle Verbindung bevorzugen« sowie bei »Regionalbahn« und »ICE« ausschaltet. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Jenaer und Saalfelder sollen eben erst nach Erfurt fahren, um dann mit dem ICE nach München zu kommen. Dass das natürlich mehr kostet, ist klar, schließlich muss man als Saalfelder erst fünfzig Kilometer Richtung Norden fahren. Dabei geht es der Bahn doch nur darum, dass die Strecke die ausgegebenen Euros wieder einspielt.

Die meisten Menschen in Thüringen werden nicht von der Schnellstrecke profitieren. Im Gegenteil, sie werden sich Alternativen suchen oder gleich mit dem Auto fahren. Die Firmen am Universitätsstandort Jena werden über kurz oder lang ihren Sitz nach Erfurt verlegen, »weil man ja nicht mehr so einfach hinkommt«. Die Städte an der Saale, die in den Jahrzehnten nach der Wende mühsam ihre Infrastruktur aufgebaut haben, gehören zu den Verlieren des riesigen Komplotts, das schon Anfang der Neunziger geschmiedet wurde. Initiator Bernhard Vogel, Thüringens erster Ministerpräsident, wollte sich mit Hilfe seines Freundes Helmut Kohl ein Denkmal setzen. Er stellte die Weichen für dieses Milliardenschwere Prestigeprojekt, größer, schwieriger und teurer als alles was es zuvor gegeben hat. 10 Milliarden Euro hat das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 verschlungen und da sind die Umbauten der Bahnhöfe Halle und Erfurt nicht mit eingerechnet. Mit dem Geld hätte man die Saalebahn wahrscheinlich mehrfach ausbauen können. Vielleicht hätte man sogar die Weichen an der Strecke vergolden können.

Nach 26 Jahren ist sie nun fertig und es rollen bereits die ersten Züge. Auf der Strecke geblieben sind das dichtbesiedelte Ostthüringen und die Natur im Thüringer Wald. Selbst eine riesige Tropfsteinhöhle wurde dem Bau geopfert, für eine Fahrtzeitverkürzung von maximal zwei Stunden.

Die einzig wirklichen Gewinner sind die Baufirmen, die dieses gigantische Mahnmal, das boshaft auch »die längste U-Bahn Deutschlands« (wegen der 22 Tunnel) genannt wird, aus dem Boden gestampft haben. Der Steuerzahler muss blechen, für ein Projekt das keiner logischen und ökologischen Prüfung standhält. Das aber dennoch verwirklicht wurde, über die Bedürfnisse der Vielen hinweg.

Wer mehr zu dem Irrsinn lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Welt.

Der Eschbach-Erstling

Quelle: Amazon

Im Zuge der Vorbereitung auf die Andreas Eschbach-Tagung las ich seinen ersten Roman »Die Haarteppichknüpfer«. Das bemerkenswerte Werk erschien 1995 und war der Auftakt zu einer großen Schriftstellerkarriere. Eschbach gewann damals mit dem Roman den Deutschen-Science-Fiction-Preis. Völlig zurecht, wie ich finde.

Die Handlung des Romans ist ausgesprochen vielschichtig. Eigentlich fühlt es sich an wie aneinandergereihte Kurzgeschichten, die zusammen einen vollständigen Handlungsbogen ergeben. Dabei bedient sich der Autor jenes Tricks, den ich schon bei den Kurzgeschichten-Sammlungen von Dirk Bernemann beobachtet konnte. Jedes Kapitel enthält einen winzigen Bezug zum Vorangegangenen. Dabei sind die handelnden Figuren und mitunter auch die Handlungsorte völlig verschieden. Wahrscheinlich hätte jedes Lehrbuch gesagt, dass man so keine spannende Geschichte erzählen kann. Bei Eschbach funktioniert es und zwar so gut, dass ich den Roman in wenigen Stunden durchgelesen hätte, wenn es meine Zeit erlaubt hätte.

Besonders wahrzunehmen ist hier bereits das, was die späteren Romane des Autors ausmachen – die Genrewechsel. Der unvorbereitete Leser glaubt zunächst bei dem Roman handele es sich um eine Erzählung aus dem Mittelalter. Aber Eschbach streut in jedes Kapitel kleine Hinweise ein, die nach und nach erahnen lassen, dass man sich nicht im Mittelalter der Erde befindet, sondern auf einem fremden Planeten in einer weit entfernten Galaxie. Später verlassen wir diesen Planeten und lernen häppchenweise die jahrtausendealte Geschichte einer Zivilisation kennen. Bevor wir am Ende wieder auf den Planeten vom Beginn des Romans zurückkehren.

Dreh- und Angelpunkt sind die Haarteppiche. Jene meisterhaft geknüpften Kunstwerke aus Menschenhaar, für die ein Handwerker sein ganzen Leben geopfert hat (und nicht nur er, auch seine Familie). Als Leser möchte man wissen, für wen diese Teppiche sind und warum sie seit Hunderten von Generationen angefertigt werden. Allein mit dieser Frage fesselte mich der Autor so, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Auflösung ist dann ein Schlag und man sitzt erst einmal da und überlegt, was gerade passiert ist. Vielleicht hätte diese Auflösung erst ganz am Schluss kommen sollen, und nicht einige Kapitel vorher – dann wäre sie wahrscheinlich noch wirkungsvoller gewesen.

Dennoch ist »Die Haarteppichknüpfer« sensationelle Science Fiction, die nicht auf das Genre fixiert ist und die Geschichte gerade deshalb so spannend macht. Nicht nur vom Plot auch stilistisch gelingt Andreas Eschbach ein überzeugendes Werk, das seinesgleichen sucht. Für mich der bisher beste Eschbach-Roman, den ich gelesen habe. Aber ich habe auch noch ein paar im Regal stehen.

Plotprobleme

Ui! Das hätte ich jetzt fast übersehen. Ich wollte gerade meine Schreibaufgabe für das Roman-Seminar in Wolfenbüttel abschicken. Da entdecke ich auf dem Aufgabenzettel, dass nicht nur die Romanzusammenfassung und eine 5-seitige Szene gefordert sind, sondern dass man zudem auf einer Normseite beschreiben soll, welche Probleme einen am Weiterschreiben hindern. Puh! Eigentlich ist ja heute Abgabetermin und ich bin für meine Verhältnisse eh schon spät dran. Normalerweise reiche ich mindestens vier Tage vorher ein, aber mein Urlaub hat dieses Mal alles durcheinander gebracht.

Nachdem ich also heute den Text von Zusammenfassung und Szene nochmal mit Papyrus-Autor gegengecheckt habe, dachte ich, dass war’s. Leider ist dem nicht so und ich musste auf die Schnelle noch eine Seite zu meinen Plotproblemen schreiben. Aber da ich sowieso noch meinen Blogeintrag schreiben wollte, lag es nahe, beides miteinander zu verbinden. Es sind ja keine Geheimnisse, die ich hier ausplaudere und vielleicht entspinnt sich hier ja auch eine Diskussion darüber, was andere Autoren daran hindert weiterzuschreiten. Wer weiß!

Meine übliche Herangehensweise dauert zu lange, um einen Roman in einer angemessenen Zeit fertigzustellen. Ich brauche mindesten 3-5 Jahre, von der Idee bis zum fertigen Manuskript. Sofern mir kein Schreibcoach oder Abgabetermin im Nacken sitzt.

Wenn ich eine Idee habe, dann trage ich diese zunächst lange mit mir herum und überlege, wie ich sie möglichst treffend umsetzen kann. Das ist ein gedanklicher Prozess, der Monate, manchmal auch Jahre dauern kann. Erst wenn ich die Geschichte komplett im Kopf zusammengefügt habe, schreibe ich eine kurze Zusammenfassung. Anschließend skizziere ich die einzelnen Szenen und notiere sie in einer Mind-Map. Zu jeder Szene schreibe ich Stichpunktartig, was zwischen wem passiert.

Irgendwann sehr viel später beginne ich mit dem ersten Satz. Ich schreibe chronologisch, so wie es die Szenenplanung vorgibt. Ein Versuch, zunächst nur die Lieblingsszenen zu schreiben, scheiterte, weil ich irgendwann keine Lust mehr hatte, auch die Kapitel dazwischen zu schreiben.

Da ich nicht jeden Tag schreiben kann, fallen mir oft nachträglich Situationen ein, die ich dann in den Szenenplan übernehme. Die Geschichte wird also immer umfangreicher, je länger ich daran schreibe. Und es damit natürlich auch immer schwerer, sie zu beenden.

Das ließe sich wahrscheinlich vermeiden, wenn ich die Geschichte hintereinander wegschreiben könnte. Aber dazu müsste man mich drei Wochen lang bei Wasser und Brot in einen Raum einzusperren. Oder eine Woche lang mit dem Zug durch Deutschland schicken, weil ich da nämlich am besten schreiben kann. Ach ja, im Flugzeug klappt es auch gut.

Ärger mit dem Reifendrucküberwachungssystem

… schon das Wort deutet es an, bei der Länge und Kompliziertheit müssen zwangsläufig Probleme auftreten.

Doch von vorn. Das moderne Auto von heute verfügt über jede Menge technologischen Schnickschnack, den man bisher nicht brauchte, der aber auf einmal unverzichtbar ist. Manches davon ist in meinen Augen sogar richtig sinnvoll, anderes nur Geldschneiderei. Das Reifendrucküberwachungssystem zum Beispiel. Das gibt es ja schon lange in der Formel-1 und da mag es auch notwendig sein, schließlich ist ein platter Reifen für einen Formel-1-Boliden nicht ganz ungefährlich. Nun hat es auch Einzug ins Auto des Normalbürgers gehalten. Unser neues Auto ist zwangsläufig damit ausgestattet. Eigentlich wollten wir das nicht, aber seit ein paar Jahren ist das System für Neuwagen verpflichtend. Man kommt also nicht drumrum. Für Leute, die gern ihre Reifen selbst wechseln, wie zum Beispiel meinen Mann oder seine Brüder, ist das System allerdings ein Albtraum. Nicht nur, dass der Preis für die Winterräder doppelt so hoch ausfällt, weil die Sensoren in den Reifen glatt 50 Euro pro Reifen kosten. Nein, die müssen auch noch mit dem Auto nach dem Reifenwechsel verheiratet werden. Und das kann nur – richtig – eine zertifizierte Werkstatt. Natürlich machen die das nicht kostenlos. Die Alternative ist: man kauft sich für viel Geld selbst so ein Gerät, was z. B. mein Schwager gemacht hat.

Mein Mann hat am Samstag zum ersten Mal Winterräder auf unseren Yaris montiert. Zumindest wollte er es, scheiterte aber schon mal daran, dass die mitgelieferten Radmuttern nicht passten. Also sind wir zum Autohaus gefahren und haben die richtigen Radmuttern gekauft. In der Anleitung hat er dann nachgelesen wie das mit den Reifedrucksensoren funktioniert und hat gemacht, was da steht. Das Auto war ganz brav und hat nicht gemeckert. Zumindest nicht bis wir heute Nachmittag nach Traunstein gefahren sind. Da machte plötzlich das Reifendruck-Symbol mit einem hektischen Blinken auf sich aufmerksam. Ich entdeckte dann in der Anleitung den versteckten Satz, dass man beim ersten Aufziehen der Winterräder deren ID-Code im Auto speichern muss, und das kann nur die Werkstatt. Wir fuhren also zum Toyota-Händler (bei dem wir das Auto nicht gekauft haben, weil die so unfreundlich waren), aber da war nur ein sehr junger Verkäufer da. Die Werkstatt hatte wegen der beiden Feiertage schon Feierabend gemacht. Nun müssen wir am Donnerstag nochmal hin. Der Autohändler will ja auch was verdienen. Denn genau dafür wurden solche Dinge wie ein Reifendrucküberwachungssystem entwickelt. Sonst würden die Monteure in den Autohäusern ja arbeitslos. Das geht gar nicht.

Die Moral von der Geschichte, wahrscheinlich ist es am gescheitesten, gleich die Reifen vom Händler draufmachen zu lassen. Da spart man am Ende zumindest Zeit und Nerven. Die Zeiten, in denen man selbst am eigenen Auto schrauben konnte, sind ein für alle mal vorbei.

Rund ums Fliegen

Fliegen ist an sich etwas Schönes. Ich gebe zu, ich fliege ganz gern. Auch wenn ich wegen der schlechten Umweltbilanz immer ein schlechtes Gewissen habe. Aber ich finde, es ist eine angenehme Möglichkeit lange Strecken zu überwinden.

Auf unserem Flug in den Urlaub und auch wieder zurück hat nicht alles so geklappt, wie man sich das wünscht. Beim Abflug in München standen wir erstmal am falschen Check-In-Schalter. Merke: nicht überall wo TUI draufsteht, ist auch TUI drin. Beim Hinflug flogen wir mit SunExpress, einer deutsch-türkischen Fluggesellschaft. Ich wäre ja lieber mit Condor geflogen, aber die Maschine (Abflug eine Stunde früher) war leider schon voll. Sowohl am Check-In als auch vor der Sicherheitskontrolle standen Massen von Urlaubern und das an einem Dienstag. Die Schlange war voll mit quengelnden Kindern und alten Leuten mit Krücken und Rollstühlen. Zwischendrin und später auch im Flugzeug entdeckte ich auch eine Hochschwangere. (Ganz ehrlich, in dem Zustand hätte ich mich nicht mehr in ein Flugzeug gequetscht und wäre irgendwo hingeflogen. Aber das muss jeder selbst wissen.) Warum die Fluggesellschaften keinen Extraschalter für Eltern mit Kindern und für Gehbehinderte anbieten, ist mir schleierhaft. Bei der Sicherheitskontrolle gibt es die ja auch.

Weil wir uns über die Fluggesellschaft informiert hatten, haben wir noch vor der Sicherheitskontrolle gegessen und viel Wasser getrunken. Man darf ja nichts mit reinnehmen. Drinnen gab es zumindest Wasser für einen Euro. Das braucht man auch, weil es an Bord von SunExpress nämlich keine Verpflegung gibt. Außer man bezahlt dafür. Zumindest war der Kapitän gut drauf, spielte den Reiseführer und erklärte, was man gerade sehen konnte, wenn man aus dem Fenster blickte. (Bildschirme gab es keine, dafür war die Boeing zu alt.)

Am Flughafen in Lanzarote funktionierte die Gangway nicht, so dass wir erstmal nicht aussteigen konnten und dann warteten wir nochmal eine halbe Stunde bis endlich das Gepäckband anlief. Wir brauchten eine Stunde nach der Landung, bis wir draußen waren.

Auf der Rückreise ärgerte ich mich mal wieder massiv über die übertriebenen Sicherheitskontrollen. Vor allem die Sache mit den Flüssigkeiten. Wir hatten nämlich vom Hotel ein Picknickkörbchen mit zwei Wasserflaschen bekommen. Weil wir aber auch noch unsere eigenen Flaschen dabei hatten, mussten wir erstmal die austrinken, bevor wir durch die Kontrollen gingen. Die beiden Flaschen aus dem Hotel vermachten wir zwei Deutschen, die in der Halle in einem Café saßen und jemanden verabschiedeten. Mir hätte es in der Seele leid getan, die vollen Flaschen in einen der großen Container zu werfen, die vor dem Sicherheitsbereich aufgestellt waren. Drinnen im Wartebereich mussten wir natürlich wieder teuer Wasser kaufen, um auf dem vierstündigen Flug nicht zu verdursten. Krank! Echt, da fehlt mir irgendwie das Verständnis dafür. Ich glaube, dass macht man nur, damit die Läden im Abflugbereich genügend Umsatz machen. Es ist reine Geschäftemacherei und hat absolut nichts mit Sicherheit zu tun. Als ob schon mal ein Terrorist sowas versucht hätte. (Wer so etwas vorhat, dem bieten sich hundert bessere Möglichkeiten.) Dann sollen sie die Wasserflaschen eben prüfen, da gibt es sicher Teststreifen oder ähnliches, oder jeder trinkt im Beisein der Security einen Schluck.

Beim Rückflug hatten wir die Condor-Maschine gebucht. Aber auch hier gilt inzwischen: im Flugzeug gibt es Essen und Trinken nur gegen Bezahlung. Ich kann mich an Flüge mit Condor erinnern, auf denen noch kostenlos Wein und Bier ausgeschenkt wurde, und man nach dem Flug noch eine Tasche geschenkt bekam. Aber wegen der Konkurrenz durch die Billigflieger müssen die Airlines an allen Ecken und Kanten sparen. Wohin das führt, sieht man bei AirBerlin. Ich fand es von der Kabinencrew sehr nett, dass sie eine Durchsage machten, um ihren Kollegen von AirBerlin alles Gute zu wünschen. Der Chefsteward erinnerte alle Fluggäste nochmal daran, welche Gefahr von der Billigkonkurrenz für die Fluggesellschaften ausgeht, und sie das doch bitte bei ihrer nächsten Buchung berücksichtigen sollten. Das fand ich gut. Denn letztendlich ist es wie überall in Deutschland. Die Geiz ist Geil-Mentalität macht viele Arbeitsplätze kaputt. Ich verstehe nicht, wieso die Menschen nicht begreifen, dass Dinge einen bestimmten Wert haben und das andere genauso für ihre Arbeit entlohnt werden wollen, wie man selbst. Das bei 29 Euro für einen Flug von München nach Berlin kann es nicht mit rechten Dingen zugehen. Irgendwer muss dafür bezahlen, am Ende zahlen meist die Angestellten der Airline mit ihren Arbeitsplätzen dafür.

Fauler letzter Urlaubstag

Am Donnerstag brachten wir den Mietwagen zurück und spazierten quer durch Playa Blanca zurück ins Hotel. Es war brütend heiß, mehr als dreißig Grad und die Sonne ballerte nur so vom Himmel. Das machte den Abschied einerseits leichter, weil es daheim nicht so heiß sein würde, andererseits aber auch schwerer, weil in Deutschland für die nächsten Tage ziemlich mieses Wetter angesagt war.

Wir erledigten noch schnell die letzten Einkäufe und zogen uns dann auf den Hotelbalkon zurück. Ich nutzte später die Gelegenheit, um ein paar Runden im Pool zu schwimmen. Ansonsten verbrachten wir den Tag mit Erholen, Kofferpacken und gutem Essen.

Der Abreisemorgen begann früh, weil wir schon um 7:40 Uhr abgeholt wurden. Der Flieger sollte zwar erst um 11 Uhr gehen, aber die Reiseunternehmen gehen auf Nummer sicher. Deshalb schwitzten wir am Flughafen nochmal zwei Stunden sinnlos vor uns hin und dann noch mal eine halbe Stunde im Flieger, weil die Flugsicherung keine Starterlaubnis gab. Dafür durften wir in der ersten Reihe sitzen. Da saß ich noch nie. Man hat zwar mehr Beinfreiheit, aber weil die Tische in den Armlehnen verstaut sind, kann man diese nicht hochklappen und fühlt sich etwas eingeengt. Sehr zum Leidwesen eines etwas beleibten Herrn, der in meiner Reihe saß und extra den Platz gebucht hatte und nun im Sitz eingeklemmt ausharren musste. Ich fand den Platz auch nicht so prickelnd, zumal ich schreiben wollte, und der versenkbare Klapptisch ziemlich unhandlich war. Dennoch schaffte ich es in drei Stunden meine Schreibaufgabe für Wolfenbüttel zu erledigen.

In München angekommen, fuhren wir zum Ostbahnhof und gingen gleich zum Trekdinner ins Restaurant-Bar-Portugal, wo wir uns völlig ausgehungert über das leckere portugiesische Essen her machten. Die Runde war für ein Halloween-Trekdinner klein und übersichtlich. Aber es waren Leute da, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Das war sehr schön. Nur waren wir so müde, dass wir uns halb acht schon wieder verabschiedeten. Schließlich stand uns bis nach Hause noch mehr als eine Stunde Zugfahrt bevor. Dafür hatten wir am Bahnsteig dann die Qual der Wahl. Wegen diverser Verspätungen bei der Deutschen Bahn fuhren gleich drei IC/EC-Züge hintereinander. Wir entschieden uns für den, der nicht so voll war.

Mein Fazit als ich später in die Kissen sank: auch wenn der Urlaub noch so toll war, im eigenen Bett schläft es sich doch am besten.

So! Und jetzt gehts wieder an die Arbeit für die SOL.