Urlaub statt Seminar

Während in Wolfenbüttel beim Phantastikseminar fleißig an Texten gearbeitet wird, quäle ich mich mit dem Fahrrad den Berg hoch.

Die Aussicht ist zwar lohnend, aber eigentlich wäre ich dennoch lieber beim Schreibseminar. Zumal es dort um das Konzipieren von Geschichten geht; welche Vorgehensweisen es gibt und wie man als Kopf- bzw. Bauchschreiber am besten zurechtkommt. Das sind alles Dinge, die ich in den letzten Monaten gut hätte gebrauchen können. Ein Erfahrungsaustausch mit Autorenkollegen wäre ebenfalls nicht verkehrt. Doch zweimal Wolfenbüttel im Jahr ist nicht drin, vor allem wegen der langen Anreise. Heuer möchte ich das Kurzgeschichtenseminar im August ausprobieren und hoffe das alles klappt.

Bis dahin genieße ich die Aussicht und erfreue mich an den vielen Bildern vom Seminar, die Olaf Kutzmutz über seinem Twitteraccount verbreitet. Da hat man das Gefühl, dabei zu sein.

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Warum ich Phantastik schreibe

Als Autor lebt man von konstruktiver Kritik und kann sich nur mit ihrer Hilfe verbessern. Ich bin immer dankbar für ein offenes Wort, auch wenn es wehtut. Das muss so sein, sonst hilft es nicht. Wogegen ich aber empfindlich reagiere ist, wenn jemand dass Genre der Phantastik an sich kritisiert.

Es geht um eine Geschichte, die ich bereits vor »zwanzig« Jahren schrieb und die jetzt von einem Kritiker (Pädagoge und nicht SF-Fan) unter die Lupe genommen und hinterfragt wurde. Die damalige Publikation (Printausgabe aus dem STAR TREK-Forum) enthält, ohne Frage, eine Menge Rechtschreibsünden. Wobei ich zu meiner Entschuldigung sagen muss, dass ich damals der Korrekturleserin bedingungslos vertraute, weil sie Lehrerin war. Da ich um meine Rechtschreibschwäche wusste, nahm ich an, dass sie das ordentlich erledigen würde. Das dem nicht so war, stellte ich später im Zuge der E-Book Überarbeitung fest. Im Nachhinein betrachtet, glaube ich, dass sie es wahrscheinlich gar nicht gelesen hat. Aber egal. Ich habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und sehe jetzt doppelt und dreifach hin, bevor ich etwas herausgebe. Doch darum geht es mir nicht.

Vielmehr klang in der Kritik an, dass sich meine Geschichten ähneln und es doch eine Schande wäre, mein Talent an solche Art Literatur zu verschwenden. Nun, es ist tatsächlich so, dass meine Geschichten mehr oder weniger ähnlich sind. Wofür es Gründe gibt. Man sollte nicht vergessen, dass es sich dabei um FanFiction handelt. Das heißt, um Geschichten die auf einem bestehenden Franchise beruhen, sei es STAR TREK oder PERRY RHODAN. Dort gilt das Gesetz der Serie, was nichts anderes bedeutet, als das die Protagonisten jede Woche in eine Situation oder Anomalie gebracht werden, aus der sie entkommen oder mit der sie fertig werden müssen. Wir sprechen außerdem über eine phantastische Serie.
Das ist ein Punkt über den sich streiten lässt. Als Science Fiction-Autorin möchte ich keine Abbildung der Realität schaffen. Der Betreuer des Resorts Science Fiction vom Heyne Verlag – Sascha Mamczak – hat es folgendermaßen gesagt: »Denn Phantastik schreiben, heißt ja nicht, die Realität mit anderen Mitteln nachzuerzählen, sondern die Realität mit anderen, eben phantastischen Mitteln aufzubrechen.« Mir ging es nie darum, einen Roman über Flüchtlinge zu schreiben, sondern meinen überheblichen Protagonisten aus einer heilen Zukunftswelt, mit dem Problem zu konfrontieren. Ihm seine Überlegenheit vor Augen zu halten und zu sagen: »Schau mal! Das sind deine Vorfahren, deine Wurzeln. Du stammst von diesen Leuten ab. Und nur weil du eine Chance auf Bildung bekamst und in einer friedlicheren Zeit aufgewachsen bist, bist du nicht besser als sie.« Vielleicht ist es mir in dem Roman nicht gelungen, diesen Gedanken zu transportieren. Aber mir ging und geht es beim Schreiben nicht darum, Realität zu dokumentieren. Das können andere besser.

Es ist leider immer noch so, dass man sich als Autor dafür entschuldigen muss, wenn man Phantastik schreibt, weil das Genre in Deutschland in bildungspolitischen Kreisen nach wie vor als Schundliteratur angesehen wird. Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen es genauso akzeptiert ist wie Krimis oder Liebesromane. Das mit der Phantastik ist schlicht Geschmacksache. Es gibt entweder Leute, die sie mögen oder welche, die damit nichts anfangen können. Das ist wie mit Krimis. Ich mag zum Beispiel keine Krimis, weil sie mich langweilen. Ein Mord. Jemand ermittelt. Der Täter wird anhand von Beweisen oder in einem Verhör überführt – die Vorgehensweisen sind stets dieselben. Ich habe keinen Spaß daran, den Täter zu erraten, weil sich mir das durch den bekannten Aufbau der Geschichten, meist nach der ersten halben Stunde erschließt. Was aber nicht heißt, dass ich Krimiautoren für ihr Können nicht bewundere. Es ist sehr viel Arbeit eine solche Geschichte zu entwicklen und eine Kunst dem Leser gerade so viel Informationen zu geben, damit er dabei bleibt, ohne die Auflösung zu früh zu verraten. Niemals würde ich einem Krimiautoren vorschreiben, er solle doch mal etwas anderes schreiben, wenn er Spaß dabei hat. Jeder hat seine eigenen Gründe, warum er was schreibt und und jeder meint, das Richtige zu tun. Und das sollte auch so sein.

Im Nachhinein wünschte ich mir, schon damals von der Bundesakademie in Wolfenbüttel gewusst zu haben. Die Phantastikseminare gibt es dort seit den Neunzigerjahren und hätten mir wahrscheinlich schon früher Möglichkeiten eröffnet, mein Talent entsprechend zu fördern. Aber es ist ja bekanntlich nie zu spät, um etwas Neues zu lernen.

Neues von der Schreibfront

Mein Schreibcoach legte mir dieser Tage nahe, ich solle meine Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich bislang durch das Projekt gewonnen habe, aufschreiben.
Und ich dachte mir, wenn ich es schon tue, warum nicht an dieser Stelle.

Die Verunsicherung, die mich nach jedem unserer Gespräche befällt, klingt nur langsam ab. Am Montag war sie besonders groß. Neben den Hauptpunkten: stimmige Szenenbeschreibung, »Show don’t tell« und dem richtigen Adressieren von Dialogen, hatten wir eine Liste mit Stil-Regeln erarbeitet, die ich beim Schreiben beachten sollte. Die Liste war lang und ich entsprechend gehemmt. Denn immer, wenn ich einen Satz formulierte, fiel mir auf, dass er gegen die eine oder andere Regel verstieß. Also änderte ich den Satz, um gleich darauf festzustellen, dass er jetzt gegen eine andere Regel verstieß. Ich änderte ihn wieder und wieder ab, um ihn am Ende ganz zu löschen. Frustriert gab ich auf und überarbeitete stattdessen die Szene, die wir durchgesprochen hatten, anstatt weiter an der Geschichte zu schreiben. Am nächsten Tag versuchte ich es auf die Weise, mit der ich bisher erfolgreich gewesen war. Ich brachte meine Gedanken – ganz altmodisch – mit einem Stift zu Papier und siehe da, es funktionierte. Weil ich den Satz nicht einfach löschen konnte, blieb er erstmal so stehen und ich konzentrierte mich auf den nächsten und den nächsten und den nächsten. Sie waren allesamt nicht ausgefeilt, aber ich konnte auf diese Weise zirka zwölf Normseiten in zwei Stunden erarbeiten. Anschließend jagte ich den Text durch die Diktier-App und glättete dabei die ersten Unebenheiten. In der Textverarbeitungssoftware arbeitete ich den Text weiter aus.

Weil auf der Liste auch das Überprüfen von Dopplungen, das Ausmerzen des Passivs und die Reduzierung von Adjektiven stand, hatte ich eine Idee. Ich wusste, dass es mit »Papyrus Autor« eine Software gibt, die mir all diese Dinge automatisch anzeigen konnte. Ich lud mir die Demoversion auf den Rechner und was soll ich sagen …
Der Text war ein Meer aus grünen Vierecken, blau unterstrichenen oder rosa durchgestrichenen Wörtern. Ich lernte das Wort »Verbfaulheit« und wurde wieder mit der »Als-Seuche« konfrontiert. Das Programm bietet jede Menge Unterstützung. Der Synonym-Wortschatz ist riesig und die zusätzlichen Erklärungen zu den einzelnen Problemen aufschlussreich. Jedes Füllwort wird gnadenlos gestrichen und wenn man die Passage liest, stellt man fest, dass das Wort tatsächlich überflüssig ist. Das Passiv lässt sich leicht durch die Verwendung eines Verbs oder Artikels zum Aktiv machen und Adverbien und Adjektive lassen sich durch bessere Formulierungen ersetzen. Bei der Arbeit erzieht die Software den Nutzer zu strikteren Formulierungen, da sie knallhart jeden Versuch bestraft, einen Stil-Fehler gegen einen anderen auszutauschen. Man gewöhnt sich recht schnell daran, Füllwörter und Dopplungen zu vermeiden und darauf zu achten, möglichst im Aktiv zu schreiben. Das ist am Anfang unheimlich anstrengend und man braucht für einen Seite eine Ewigkeit, aber je öfter man damit arbeitet, desto schneller kommt man voran.

Was genau hat sich dadurch in meiner Arbeit verändert? Ich achte beim Schreiben darauf, wie ich einen Satz formulieren muss, um den Stil-Regeln zu entsprechen. Bei den folgenden Texten war der Wald an bunten Vierecken und Strichen längst nicht mehr so groß und der Text las sich flüssiger.
Was mir das Programm aber nicht abnehmen kann und was mir nach wie vor große Probleme bereitet, ist das Füllen der »Weißräume«. Wie beschreibe ich eine Szenerie in wenigen Worten? Wie erzeuge ich im Leser ein Bild vom Ort der Handlung? Und wie lasse ich meine Figur agieren, um ihre Gefühle auszudrücken? Das sind die richtig schweren Aufgaben, mit denen ich mich in den nächsten Tagen auseinandersetzen werde.

Produktiver Tag

Alles in allem war ich heute richtig fleißig. Zwei Szenen fertig überarbeitet, eine neue Szene angefangen und den zweiten Teil des Expos in Form gebracht, damit ich weiterschreiben kann. Dazwischen habe ich gekocht und bin am Nachmittag noch sieben Kilometer mit dem Fahrrad durch die Gegend geradelt, weil es eine Schande wäre, wenn ich bei solch schönem Wetter nur vor dem Computer hocken würde.

Weil mich mein Schreibcoach letzte Woche auf ein paar Unstimmigkeiten in den ersten drei Szenen aufmerksam gemacht hat, hinke ich meinem Zeitplan mit der FanEdition jetzt eine Woche hinterher. Am Wochenende habe ich versucht die Probleme in den Griff zu bekommen, was mir hoffentlich gelungen ist. Ich selbst bin mir zwar nicht sicher, ob mir die Perryfans das so abkaufen, aber wir werden es sehen. Dennoch habe ich jetzt erstmal beschlossen, die Rohfassung des Romans fertig zu schreiben. Sonst besteht die Gefahr das ich mich verzettle. Lieber ein weniger perfekter aber vollständiger Text, als eine Geschichte die exakt ausformuliert aber nur zum Teil fertig ist. Es gibt eine Menge Autoren die erst eine Rohfassung schreiben. Ich habe das bisher auch so gehandhabt und bin immer gut damit gefahren. Das nimmt auch den Druck. Außerdem möchte der Zeichner sicher auch bald ein paar Szenen zum lesen, damit er mit dem Titelbild anfangen kann.

Es ist also noch eine Menge zu tun und die Uhr tickt. Ende des Monats möchte ich fertig sein. Morgen früh im Zug wird der zweite Teil des Exposés in Angriff genommen. Ich freue mich schon.

Notiz zum Marsianer

Es ist immer wieder schön, wenn man mitbekommt, dass das worüber man schreibt, jemandem von Nutzen ist. Da weiß man, dass man in diesem Fall alles richtig gemacht hat.

Worum es geht?

Johannes Kreis, dessen Archiv nicht nur für PERRY RHODAN-Fans eine Quelle an Information und Inspiration ist, sondern auch für all jene, die gern lesen, Filme anschauen oder Computerspiele spielen. Vieles ist dort aufgelistet, ausführlich beschrieben und bewertet; hin und wieder sogar durch Kommentare anderer Nutzer ergänzt. Das finde ich sehr nützlich. Denn inzwischen sehe ich erst im Kreis-Archiv nach, ob ein Film oder ein Buch, das ich kaufen möchte, schon verzeichnet ist und wenn ja, lese ich den Kommentar dazu. Erst dann entscheide ich, ob Buch oder Film angeschafft wird.

Mit meinem Blogeintrag zum »Marsianer« konnte ich mich jetzt bei Johannes revanchieren. Da er zuvor weder den Roman gelesen, noch den Film gesehen hatte, folgte er meiner Empfehlung und sah sich erst den Film an. Scheinbar, war das genau der richtige Tipp. Aber lest selbst! Der Marsianer im Kreis-Archiv.

Ich gebe hiermit das Dankeschön zurück!

Eine Geschichte zu den X-Akten

Ende der Neunzigerjahre gab es am Montagabend nichts wichtigeres als »Akte X« auf ProSieben. Meist versammelten wir uns im Wohnheimzimmer irgendeines Kommilitonen und verfolgen die Fälle von Mulder und Scully gemeinsam. Mystery war damals ganz groß in Mode und die X-Akten Kult.

Ich liebte diese Serie und nenne alle 9 Staffeln inklusive der zwei Kinofilme mein eigen. Deshalb freute ich mich auch, als ich erfuhr, dass es einen Neuauflage der Serie mit den alten Darstellern geben würde. Im Februar war es soweit und ProSieben strahlte die sechs neuen Folgen aus. Ich hatte ja meine Zweifel, ob das Experiment gelingen würde. Schließlich war inzwischen viel Zeit vergangen. Die Schauspieler waren sichtlich gealtert und man konnte nicht sicher sein, ob das Format heute noch funktionierte. Ich kann hier nur für mich sprechen und sagen, dass sich bei mir tatsächlich das bekannte Akte X-Feeling einstellte. Nicht alle Folgen waren herausragend, aber man erkannte die Serie wieder. Und wie immer war »Akte X« dann am besten, wenn es sich selbst nicht ernst nahm. Deshalb war meine Lieblingsfolge der 10. Staffel »Mulder und Scully gegen das Wer-Monster«. Als irritierend empfand ich allerdings die neue Synchronstimme von David Duchovny. Gerüchten zufolge soll ProSieben nicht bereit gewesen sein, auf das Angebot des bisherigen Sprechers Benjamin Völz einzugehen. Schade!

Die Staffel selbst endet mit einer ziemlich heftigen Folge und einem üblen Cliffhanger. Man wird sehen, was sich daraus entwickelt. Zumindest wurde schon mal die Nachfolge geklärt. Die Agenten Miller und Einstein, werden wohl den Staffelstab übernehmen, sollte die Reihe fortgesetzt werden. Obwohl mir die beiden Charaktere nicht wirklich sympathisch waren.

Anlässlich der Ausstrahlung der 10. Staffel habe ich die Kurzgeschichte hervorgeholt, die ich damals geschrieben habe. Es war mein einziger FanFiction-Beitrag zu »Akte X«. Ich habe sie ein wenig überarbeitet, die Rechtschreibung angepasst und in ein passendes Layout gesteckt, damit es auf den gängigen eBook-Readern gelesen werden kann. Ansonsten ist sie so, wie ich sie vor mehr als fünfzehn Jahren geschrieben habe.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen! Kritik und Kommentare zur Geschichte sind ausdrücklich erwünscht.

»Zukunft« eine »Akte X«-Kurzgeschichte

»Liebster Award«

Seit kurzem wurde von rührigen Bloggern die Aktion »Liebster Award« ins Leben gerufen. Es geht darum kleinere Blog bekannter zu machen, in dem man sie über Interviews untereinander verlinkt. Leser können sich dann von Blog zu Blog durchklicken und so neues entdecken, während Blog-Autoren dadurch den einen oder anderen Follower mehr bekommen.

Ich wurde von Alexandra Trinley für die Teilnahme am »Liebster Award« nominiert, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

Und hier sind die Antworten zu den Fragen, die mir Alexandra gestellt hat:

1. Warum hast du dir einen Blog angeschafft?
In erster Linie um mich als Autor im Schreiben zu üben. Aber auch um meine Meinung zu Büchern, Filmen und anderen Dinge kundzutun. Dinge, von denen ich denke, dass andere Menschen sie interessant finden.

2. Du hast den leeren Raum im Sinne von Weltraum vor dir, den du nach eigenen Wünschen gestalten kannst, und ein Jahr Zeit. Was möchtest du darin erleben?
Welten auf denen niemand hungern muss und auf denen es keine Waffen, keine Anschläge und keine Kriege gibt. Orte an denen ich zusammen mit Gleichgesinnten an Projekten arbeite, die die Menschheit voranbringen.

3. Magst du scharf gewürztes Essen?
Im letzten Jahr wuchsen bei mir drei Sorten Chilis auf der Terrasse. Noch Fragen?

4. Welchen deiner Blogeinträge magst du am liebsten, und warum?
Zum Tod von Reiner Castor. Obwohl ich den Autor persönlich nie kennengelernt habe, habe ich ganz spontan einen Nachruf geschrieben, weil ich von seinem Tod ziemlich erschüttert war.

5. Wie müssen Autoren schreiben, damit du sie magst? Beispiele sind willkommen.
Präzise und schnörkellos mit emotionaler Tiefe. George Simenon, Charles Bukowski, Dirk Bernemann, Andreas Eschbach und Klaus N. Frick.

6. Weshalb sind dir die üblichen Feiertage (Weihnachten, Ostern) wichtig – falls sie es sind?
Das sind Tage, an denen man als Familie/Paar zusammensein sollte. Obwohl ich der Meinung bin, dass man das an jedem anderen Tag im Jahr auch sein sollte.

7. Vervollständige: „Wenn ich ans Meer denke…“
Wellen – Ich lieb es zu beobachten, wenn aufgewühltes Wasser an eine Küste trifft. Das hat etwas meditatives, da könnte ich stundenlang zusehen.

8. Hältst du Katzen für eine der wunderbarsten Spezies unseres Planeten?
Unbedingt! Was wären wir ohne sie. Ich bin gern Personal und Dosenöffner für die schnurrenden Herrschaften.

9. Welche Art Kleidung ist dir die liebste?
In der ich mich wohlfühle.

10. Mit was kann man dich zum Feind machen?
Faulheit, Respektlosigkeit und Unbelehrbarkeit.

11. Was zeichnet gute Freunde aus?
Ehrlichkeit, bedingungslose Loyalität und das Respektieren von Distanz.

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Vergessenes Gedicht

Es wird Zeit, dass ich hier mal wieder etwas Lyrisches schreibe.
Lange ist es her, seit das folgende Gedicht entstand. Irgendwann Anfang der 90er muss es gewesen sein. Und ehrlich, ich weiß echt nicht mehr, was ich mir damals dabei gedacht habe. Ist aber nicht schlimm, glaube ich.

 

Wegweiser

weit läuft das Land
Pfade berühren sich
zerrissene Muster
einer geordneten Welt
grau der Asphalt
Tag und Nacht
ein Licht am Horizont:
Zeichen einer Welt von Morgen?

 

Redselige Mitfahrer

Als Pendler bin ich zwangsläufig viel mit der Bahn unterwegs. Wenn es sehr früh am Morgen ist, kann es schon mal passieren, dass mir die Augen zufallen und ich die Stunde bis nach München vor mich hin döse, was aber selten vorkommt. Manchmal lernt man interessante Leute kennen und es ergibt sich daraus ein nettes Gespräch. Meistens aber lese ich im Zug, hin und wieder schreibe ich auch, wie gerade in letzter Zeit. Die FanEdition soll ja so bald wie möglich fertig werden, deshalb muss ich mich ranhalten. Ich habe mir vorgenommen jeden Tag mindestens 5000 Zeichen zu schreiben. So wie am Dienstag …

Mit Stift und Kladde war ich gerade richtig im Schreibfluss, als der Zug an einem Bahnhof hielt und sich plötzlich jemand grüßend neben mich setzte. Ich blickte zur Seite und mir schwante Schlimmes. Die Frau, die neben mir Platz genommen hatte, kannte ich. Wir waren uns ein- oder zweimal begegnet, was nicht ausbleibt, wenn man häufig mit dem gleichen Zug fährt. Ich grüßte freundlich und konzentrierte mich wieder auf meinen Text.

»Ich hab Sie gesehen, deshalb bin ich eingestiegen«, erzählte sie mir, »Sonst fahre ich ja mit dem IC.«

»Aha!«, machte ich und faste meinen Stift fester.

»Wir haben uns ja lange nicht gesehen«, berlinerte sie unablässig weiter.

»Kann schon sein«, sagte ich und setzte den Stift aufs Papier, um den begonnenen Satz zu beenden.

»Ach wissen Sie, wegen der Baustelle kommt man ja überhaupt nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Und voll sind die Züge, sage ich Ihnen. Ich musste letztens Nachmittags den M (MERIDIAN) nehmen. Bis Rosenheim habe ich gestanden und das bei meinem kaputten Rücken.«

»So!«, sagte ich und machte ein mitleidiges Gesicht. Das waren alles Informationen, die ich aus eigener Erfahrung kannte. Wieder setzte ich den Stift an.

»Es wird ja immer schlimmer, dass mit dem Zugfahren, meine ich. Wissen Sie, ich musste letztens zu meinem Bruder nach …«

Das war der Punkt an dem ich kapitulierte. Ich legte den Stift weg und machte die Kladde zu. Meinen Roman konnte ich für heute vergessen.

Ich brachte es an diesem Morgen nicht über mich, der Frau zu erklären, dass ich gerade an einem wichtigen Text schrieb und dass ich nicht gestört werden wollte. Warum eigentlich? Weil sie extra wegen mir in den Zug gestiegen war? An sich bin ja ein kommunikativer Mensch, der sich gern unterhält. Aber es gibt Zeitpunkte, an denen ich das nicht gebrauchen kann, so wie am Dienstag. Doch mein Anstand verbot mir, die Frau darauf hinzuweisen, dass ich heute mal nicht reden wollte. Und so musste ich ihr wohl oder übel eine Dreiviertelstunde zuhören. Selbst schuld? Nun vielleicht! Ich weiß es nicht.

Eines ist sicher. Morgen setze ich mich definitiv nicht wieder auf die Zugseite, die zum Bahnsteig zeigt.

Schreiben mit angezogener Handbremse

Ich habe kaum noch daran geglaubt, aber ich schreibe. Endlich!

Nach gefühlten hundert Exposé-Seiten wurde ich quasi von der Leine gelassen … Nun ja, nicht so ganz. Das Gatter ist doch ziemlich eng gesteckt. Von Schreiben mit allen Sinnen ist da die Rede und vom »Show don‘t tell«. Nicht, dass ich das nicht schon wüsste, aber sich daran zu halten, die Fantasie zu zügeln, vor allem aber das Schwafeln abzustellen, dazu gehört Disziplin. Und das fällt mir noch ziemlich schwer. Ich bin nun mal ein Mensch der Wert auf emotionale Innenbetrachtung legt. Nur passt das nicht zu diesem meinem neuen Roman. Und das abzustellen, kostet mich mehr Mühe als gedacht. Da sind die geforderten Cliffhanger am Ende jeden Kapitels, ja geradezu einfach.

Es fühlt sich ein bisschen an, wie schreiben mit angezogener Handbremse. Bei jedem zweiten Satz ein Blick aufs Exposé zu werfen, bin ich einfach nicht gewohnt. Eine Geschichte einfach nach Exposé »runterschreiben«, hat nichts mehr mit erzählen zu tun.

Aber ich sehe es gelassen, nehme es als gegeben hin, kämpfe mich durch und weiß, dass ich hierbei sehr viel über mich selbst lerne.