Auf’m Stommdisch in Minga

Endlich! Ich hatte es ja schon lange vor, aber endlich hat es mit einem Besuch des PERRY RHODAN-Stammtischs in München geklappt.

Der PR-Stammtisch »Ernst Ellert« wurde nach einer Figur der Serie benannt, die aus München stammte. Er findet jeden ersten Donnerstag im Monat statt. Obwohl ich bereits auf dem Garching Con einige der Fans vom Stammtisch kennengelernt hatte, war ich dennoch neugierig, was mich so erwarten würde.

Gleich nach der Arbeit machte ich mich auf den Weg und kam dabei durch Münchner Stadtviertel, die ich noch nie besucht hatte. Zwölf Jahre habe ich in der Landeshauptstadt gewohnt, aber durch die Straßen, durch die mich die Trambahn an diesem Tag mitnahm, war ich nie gekommen. Vom Sendlinger Tor aus durchs Glockenbachviertel, über die Isarauen, den Nockerberg hinauf bis nach Giesing, entdeckte ich ein völlig neues Gesicht von München. Allein das war den Stammtischbesuch wert.

Im Lokal »St. Bennos Einkehr« waren bereits viele Plätze besetzt. Ich fragte mich zum PR-Stammtisch vor und wurde von der Bedienung in einen Nebenraum geschickt. Dort hatten sich schon ein paar Fans eingefunden. Ich setzte mich zu Peter Duelp, dem langjährigen Vorstand der PRFZ, an den Tisch und bestellte bei der Bedienung etwas zu trinken. Wir unterhielten uns über die verschiedenen Münchner Stammtische und die wechselnde Qualität der Lokalitäten. In der Zwischenzeit trafen weitere Fans ein. Wie zu erwarten, war der Altersdurchschnitt recht hoch. Die Ausnahme bildete ein junger Student, der im Laufe des Abends seine Studienarbeit zum PERRY RHODAN-Film präsentierte. Später kam auch mein Mann dazu, dessen Daily Perry-Shirt mit den »Lubots« allgemeinen Anklang fand. Nach einem schmackhaften Essen unterhielt ich mich sehr nett mit Ekkehard Brux, dem Redakteur des letzten Garchinger Conbuchs und sprach mit dem Studenten über klassische Science Fiction-Verfilmungen. Dabei legte ich ihm den Film »Forbidden Planet« ans Herz, den ich immer noch für den besseren »PERRY RHODAN-Film« halte.

Gegen neun Uhr verabschiedeten wir uns. Ein bisschen überrascht, war ich ja schon, dass ich die einzige Frau an diesem Abend geblieben war. Uschi Zietsch (PR-Fans besser bekannt unter ihrem Pseudonym Susan Schwarz) war dieses Mal nicht dabei und auch von den anderen weiblichen Fans war keine gekommen. Vielleicht ist das ja beim nächsten Mal besser. Wenn es mal wieder klappt, werde ich dem Stammtisch sicher erneut einen Besuch abstatten.

Als wir zum Auto gingen, entdeckte ich auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse ein sehr hohe Mauer, hinter der sich Gebäude mit vergitterten Fenstern verbargen.
»Ist es das, was ich denke?«, fragte ich meinen Mann.
Er lachte und antwortete: »Du bist in der Stadelheimer Straße, was sollte es sonst sein.«
Es war tatsächlich die bekannte Justizvollzugsanstalt Münchens. So habe ich die auch endlich mal in echt gesehen.

Newsletter im Doppelpack

Eineinhalb Jahre betreue ich jetzt den Newsletter der PRFZ. Ich versuche ihn so regelmäßig wie möglich erscheinen zu lassen. Also alle zwei Monate. Natürlich klappt das nicht immer, weil dann doch die eine oder andere Neuheit auf sich warten lässt oder weil unvorhergesehene Dinge passieren, die eine sofortige Reaktion erfordern, wie zum Beispiel nach dem Tod des Autors Rainer Castor, wo wir uns entschieden, einen Sondernewsletter herauszubringen.

So ist es auch in diesem Monat. Der aktuelle Newsletter mit der Nummer 13 verzögert sich, weil viele Dinge noch im Fluss sind und erst Anfang Mai feststehen werden. Publikationen, die zum Colonia Con erscheinen sollen, gehen erst dieser Tage in den Druck und so tröpfeln die Informationen nur nach und nach herein. Um aber den Fans zu zeigen, was sie auf dem Colonia Con am Stand der PRFZ erwartet, müssen diese Informationen zwingend in den kommenden Newsletter. Zumindest das Interview und ein Großteil der Beiträge sind fertig, auch das Layout steht bereits.

Damit das Warten in diesem Monat nicht zu lange währt, wird es einen EXTRA-Newsletter zum Austria Con 2016 geben. Der ist fertig und wurde gestern von mir an die PRFZ weitergegeben. Wann er verschickt wird, ist noch offen. Je nachdem, wann die Verantwortlichen Zeit haben. Schließlich arbeiten die genauso ehrenamtlich für die PRFZ wie ich. Das besondere an der EXTRA-Ausgabe des Newsletter ist, dass er auch an Nichtmitglieder weitergegeben werden darf. Er enthält einen Überblick über die Vorbereitungen zum Austria Con 2016 in Wien und ein Gespräch zwischen Roman Schleifer und mir zu dem laufenden Exposé-Wettbewerb.

Den EXTRA-Newsletter stelle ich an dieser Stelle allen Interessierten zum Download zur Verfügung: PRFZ NL 13-Austria Con

Nocturnenprinzessin

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-ARKON Band 2 – »Aufstand in Thantur-Lok« von Susan Schwartz

Ich muss gestehen, dass mich der Roman von Susan Schwartz etwas unbefriedigt zurücklässt. Nach dem fulminanten Start durch Marc A. Herren und dem dritten ARKON-Band von Ben Calvin Hary fällt dieser Roman ein wenig ab. Warum das so ist, darüber habe ich lange nachgedacht und versuche mich hier an einer Erklärung.

In der Haupthandlung mit Perry Rhodan, Gucky und Sahira erzählt die junge/alte Frau in kurzen Rückblicken aus ihrem Leben. Man erfährt, nicht nur wie sie aufgewachsen ist sondern auch wer ihre Eltern sind und wer ihr Großvater ist. Und das ist einer der Punkte, die mich gestört haben. Meiner Meinung nach kommen diese Informationen, vor allem in ihrer Klarheit, etwas zu früh in der Serie. Das hätte man aus Spannungsgründen ruhig noch etwas nach hinten schieben können.
Für das Verständnis der Sahira-Kapitel musste ich bisweilen die Perrypedia konsultieren. Da ich nicht so fest im Perryversum verwurzelt bin, fehlen mir oft die notwendigen Kenntnisse. So musste ich erst einmal nachschlagen, was »Nocturnen« sind und auch »Moira« kannte ich nur vom Hörensagen. Das soll jetzt keine Kritik an der Geschichte sein, sondern im Gegenteil. Ich möchte meine Bewunderung ausdrücken, wie gut es Susan Schwartz gelungen ist, Sahiras Hintergrund im Perry Rhodan Kosmos zu verankern. Dazu gehört umfangreiches Wissen über die Zusammenhänge und eine ausführliche Recherche. Insoweit hat mir dieser Teil des Heftromans gut gefallen.

Weniger gut war die Schlaglichtartig aufgebaute Nebenhandlung, die die Auswirkungen des Impuls‘ auf die Arkoniden in Thantur-Lok zeigen sollte. Durch die vielen kleinen Szenen mit wechselnden Schauplätzen und Protagonisten wird die Gesamthandlung regelrecht zerrissen. Die Minigeschichten bleiben Bruchstücke ohne roten Faden. Erst am Ende bekommt man mit, dass der aktivierte Extrasinn die Gemeinsamkeit darstellt. Es war gut gemeint, aber für mich als Leser in der Fülle der Namen und Orte viel zu verwirrend, vor allem im Mittelteil. Ich weiß nicht, wessen Idee es war, aber so richtig hat es für mich nicht funktioniert und ich mag eigentlich Episoden-Geschichten.

An dieser Stelle möchte ich mich noch zum Stil der Autorin äußern, weil er sich doch von dem anderer PR-Autoren unterscheidet. Stellenweise, besonders bei den ersten Szenen um Sahira, erinnerte mich der Roman an FanFiction und das meine ich jetzt nicht negativ. Die Autorin geht sehr ambitioniert vor und verleiht ihren Protagonisten einen soliden emotionalen Hintergrund. Ich finde das immer sehr wichtig und leider wird es von dem einen oder anderen PR-Autor in dieser Form nicht umgesetzt. Andererseits fehlte mir jedoch in »Aufstand in Thantur-Lok« die Finesse – das Besondere, das einen professionellen Autor ausmacht. Ich weiß aus den NEO-Bänden, dass die Autorin das eigentlich gut kann. Hier ging es mir irgendwie ab.

Der letzte Punkt, um meinen Rundumschlag perfekt zu machen, betrifft den Lektor. Was war denn da los? Da hatte jemand einen ganz schlechten Tag. Bereits auf den ersten Seiten habe ich mehrere Passagen mit auktorialer Perspektive entdeckt, die für sich gesehen, mich nicht weiter gestört hätten, wenn sich die Perspektive nicht innerhalb des Kapitels (Szene) in eine personale umgewandelt hätte. Wenn mir das als Laie schon auffällt, sollte es einem Lektor erst recht ins Auge springen, oder …?
Wie ich im Forum mitbekommen habe, gab es nach ARKON-Band 3 einen Lektorenwechsel. Ich mutmaße, dass es zwingende Gründe gegeben haben muss, mitten in der Serie den Lektor auszutauschen, und das die Qualität der Arbeit an ARKON 2 einer der Gründe dafür gewesen ist. Aber das ist reine Spekulation.

Mein Fazit zum Schluss: »Aufstand in Thantur-Lok« ist eine routiniert geschriebene Geschichte mit emotionalem Tiefgang aber auch deutlichen Schwächen. Der Konzeption der Serie macht das keinen Abbruch, die finde ich nach wie vor sehr gelungen.

Stargast auf dem AustriaCon 2016

Es ist noch eine Weile hin bis zum AustriaCon, der vom 30.9. bis 2.10.2016 in Wien stattfindet. Aber noch sind die limitierten Tickets für den Bürgermeisterempfang am 30.9. im Wiener Rathaus erhältlich.

Für alle Unentschlossenen gibt es seit gestern noch einen zusätzlichen Anreiz sich anzumelden, denn zum AustriaCon hat sich ein weiterer Bestsellerautor angekündigt und was für einer: Er ist „DER“ deutschsprachige SF-Autor und man bekommt ihn, seit er nach Frankreich umgesiedelt ist, in Deutschland nur noch selten zu Gesicht. Die Rede ist von Andreas Eschbach.

Neben Andreas Gruber und Andreas Brandhorst ist er der dritte Thriller- und SF-Bestsellerautor der die Gästeliste bereichert.

Wer also Andreas Eschbach oder die beiden anderen Autoren mal Live und in Farbe erleben möchte: Nichts wie hin zum AustriaCon 2016 nach Wien. Ach ja, natürlich werden auch jede Menge PERRY-RHODAN-Autoren vor Ort sein.

Mehr Infos zum AustriaCon 2016 gibt es hier. Übrigens beim Con gibt es freien Eintritt.

Mit Perry in M13

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN Arkon Nr. 1 »Der Impuls« von Marc A. Herren

Gerade erst hat Perry Rhodan seinen Urlaub angetreten und prompt wird er von Bully gebeten, ihn bei einer eiligst einberufenen Konferenz im Kugelsternhaufen M13 zu vertreten. Kein Geringerer als der arkonidische Imperator Bostich, der auch gleichzeitig der 1. Vorsitzende des Galaktikums ist, bittet die Vertreter der wichtigsten Welten des Galaktikums an einen Tisch. Doch es »ist etwas faul im Staate Dänemark«. Vor wenigen Tagen fingen Messstationen in der ganzen Galaxis einen starken Hyperimpuls auf. Der gleiche Impuls, der die geheimnisvolle Patientin eines Ara-Medikers aus dem Heilschlaf weckte. Sie warnt von einer dunklen Gefahr, die nur von Perry Rhodan aufgehalten werden kann. Und als Perry zusammen mit Gucky und der uralten und gleichzeitig jungen Patientin Sahira schließlich am Ort der Konferenz eintreffen, ist nichts so, wie es scheint. Imperator Bottich ist nicht mehr er selbst, denn er will plötzlich die freien Welten des Galaktikums für das arkonidische Imperium zu erobern. Die Konferenz war nur eine Falle, um die Residenten der betroffenen Planeten festzusetzen. Perry Rhodan gelingt die Flucht, doch er fragt sich, wer den Impuls ausgelöst hat und was dahinter steckt.

Schnörkellos und mit viel jugendlicher Frische erzählt der Autor seine Geschichte, ohne das der Leser auf das echte PERRY RHODAN-Feeling verzichten muss. Die Figurenzeichnung ist liebevoll und stimmig. Gucky ist Gucky, wie man ihn kennt und mag. Selbst mit Perry Rhodan, als Figur für jeden Autor ein Alptraum, gelingt ihm ein zielstrebig und offensiv handelnder Charakter. Während Sahira noch geheimnisvoll bleibt, werden viele Nebenfiguren, wie der Ara-Mediker mit dem »süßen« Namen Aspartamin, sehr schön dreidimensional geschildert. Das macht einen unterhaltsamen Roman aus. Das Tempo bleibt über den ganzen Roman hinweg hoch, ohne in Hektik auszuarten. Es werden keine Lösungen aus dem Hut gezaubert, die Handlungen sind nachvollziehbar und auch die beiden Helden Gucky und Rhodan machen den einen oder anderen Fehler. Die Geschichte ist gut ausgedacht und enthält für einen Einstiegsband genau die Dosis an Information und Spannung die notwendig ist, um Leser zum Weiterlesen zu animieren.

Gut gemacht! Ich bin schon gespannt, wie es mit der Geschichte weitergeht und was es mit dem geheimnisvollen Impuls auf sich hat.

Ein Schritt nach vorn

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 116 »Sprungsteine der Zeit« von Michael Buchholz

Was für ein Roman! Und das nicht nur wegen des dynamischen Titelbildes.

Es scheint, als hätten sich die Expokraten die Wünsche der Fans zu Herzen genommen. Seit der Zepterübernahme hagelte es nämlich Kritik, warum die Hintergründe der Geschehnisse seit dem Ende des Protektorats nicht thematisiert wurden. Rückblickend versuchen nun sowohl Rüdiger Schäfer im vergangenen Roman, als auch Michael Buchholz in »Sprungsteine der Zeit« dem Rechnung zu tragen. Was bei Rüdiger Schäfer in NEO 115 noch gezwungen wirkte, wurde von Michael Buchholz mit anderem Ansatz versucht und richtig gut umgesetzt.

Auch er lässt seinen Protagonisten Atlan erzählen, liefert die Kapitel aber standesgemäß als Handlung im Ich-Präteritum. Und ja, das ist der Atlan, den man kennt und liebt und dessen Charakterisierung schon zu Zeiten der frühen Erstauflage für den Leser funktioniert hat. Man besinnt sich also bei NEO auf das, was gut war und verbindet es mit dem, was die Leser von heute anspricht. Kein schlechter Weg, den das Exposéteam da eingeschlagen hat.

Natürlich machen solche Rückblicke auch die Haupthandlung ungemein spannend, weil man ja wartet, wie geht es weiter mit Atlan und Tuire Sitareh oder mit Eric Leyden. Letzterer macht einen auf »Captain Kirk« und quatscht die Posbis um ihren Verstand. Was schon beim M5-Computer bei STAR TREK gut geklappt hat, funktioniert auch bei PERRY RHODAN. Das war die Stelle, an der ich echt schmunzeln musste. Am Ende bekommt Atlan seinen Zellaktivator wieder und die Mehandorchefin Empona von Tuire eine Lektion in Kampftechnik.

Im dritten Handlungszweig geht es um Perry Rhodan und die Maácheru-Posbis, die schlafende Hunde wecken. Bei denen handelt es sich um Posbis, die dem Zentralplasma nicht wohlgesonnen sind und die sich schon seit zehntausenden von Jahren in Stasis befinden. Hier gefiel mir besonders die Sicht von Cel Rainbow, der äußerst Rhodankritische Überlegungen anstellt. Nur stellt er zwar Rhodans Handlungen in Frage, konfrontiert den Protektor aber nicht damit. Da hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht. Rainbows Befürchtungen werden natürlich in aller Fülle bestätigt. Denn die »bösen« Posbis sind nicht nur böse, sondern übermächtig. Da bin ich wirklich gespannt, wie sich die Crew der CREST herauswinden wird. Wahrscheinlich werden sie auf Eric Leyden treffen, der den Oberposbi in eine Grundsatzdiskussion verwickelt, woraufhin der sich abschaltet.

Es gibt sehr viel, was Michael Buchholz in seiner Geschichte verarbeitet. Das ist aber auch das einzige was ich ihm negativ ankreiden kann. Die vielen kleinen Nebeninfos sind nett, lenken aber ein wenig von der Haupthandlung ab.
Eines davon hat mich dann aber doch beschäftigt und das war die Geschichte mit dem Flugsaurier im amerikanischen Bürgerkrieg. Ich musste eine Weile suchen, bis ich das von Atlan beschriebene Bild tatsächlich gefunden habe. Buchholz bezieht sich wahrscheinlich auf einen Artikel im »Mysteries«-Magazin vom Februar 2011 und diversen Verschwörungswebseiten im Internet. Das Foto, das seit Jahrzehnten als verschollen gilt, obwohl sich viele Leute daran erinnern, scheint wohl eher eine Fälschung zu sein. Klingt ein bisschen nach einem Fall für die X-Akten. Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht, oder ob das Bild eine Fälschung ist, ist unwichtig. Für mich war Michael Buchholz‘ Version in NEO 116 glaubhaft und unterhaltsam geschrieben und das allein zählt.

Hier zwei Versionen des Fotos, auf das sich Michael Buchholz bezieht.

Pteradactyl3
Quelle: www.blogigo.de
thunderbird_011
Quelle: www.blogigo.de

Krieg der Maschinen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 115 »Angriff der Posbis« von Rüdiger Schäfer

Endlich wieder ein Roman von Rüdiger Schäfer. Darauf hatte ich mich echt gefreut, liegt sein letzter NEO-Roman doch schon sieben Bände zurück. Und es geht auch gleich in die vollen, mit der CREST die einen Angriff der Posbis abwehren muss. Eine Raumschlacht, die trotz einiger physikalischer Ungereimtheiten, spannend erzählt ist. Doch nach dem packenden Einstieg verpufft die Handlung während der Reise von Rhodan, Thora und Crest zur Stützpunktwelt der Maácheru Posbis. Dafür folgt über mehrere Kapitel die Erzählung des Posbi Atju zur Entstehungsgeschichte der Bakmaátu.
An dieser Stelle macht Rüdiger Schäfer den Erklärbär, wie gewisse Leute sagen würden. Mir wurde in Wolfenbüttel eingetrichtert, dass man sowas auf keinem Fall in einem Roman machen sollte. Auch wenn die Kapitel im Präsens geschrieben sind, was mich persönlich sehr anspricht, so ist es doch schlicht Infodump. Schön geschriebener Infodump zwar, aber eben zu viele Informationen ohne Handlung an dieser Stelle. Ich hätte es schöner gefunden, wenn ich schon in den vorangegangenen Romanen immer mal ein Häppchen davon mitbekommen hätte, als alles in dieser überwältigenden Fülle. Es ist ja nicht so, dass das, was der Posbi erzählt, uninteressant wäre, nur lähmt es den Handlungsfluss. Denn eigentlich passieren ja wichtige Dinge. Rhodan und Co finden in Atju einen Verbündeten, der sie, wenn auch widerwillig zu ihrer Stützpunktwelt bringt. Wobei ich mich an dieser Stelle gefragt habe, warum Crest dorthin gebracht werden muss, wenn er anscheinend von Atju und Kaveri behandelt werden kann. Es geht aus dem Text nämlich nicht so genau hervor, was genau die Posbis brauchen, um Crests Implantate zu justieren. Ich hätte erwartet, dass man spezielle Posbis dazu benötigt, und war überrascht, als Atju und Kaveri diese Aufgabe selbst übernahmen. Der plötzliche Angriff der Bakmaátu wiederum war gut gemacht. Und ich hatte eher Crests Implantate in Verdacht, die den Standort verraten haben und nicht Kaveri. Die finale Raumschlacht zwischen den Bakmaátu und den Maácheru war routiniert geschrieben und für Fans, die so etwas mögen, sicher erfreulich.

Der zweite Handlungsstrang um Eric Leydens Team und Tuire Sitareh gefiel mir eindeutig besser. Die Identität des geheimnisvollen Arkoniden an Bord des Mehandorschiffs, wurde immer noch nicht enthüllt, aber es kamen ein paar neue Puzzlestücke hinzu. Ich habe schon lange den Verdacht, dass es sich um Atlan handelt. Deshalb fiebere ich mit, ob, wann und wie der Arkonide in den Besitz seines Zellaktivators kommt. Es gibt Hoffnung, schließlich hat er jetzt den Wunderknaben Tuire Sitareh an seiner Seite.
Die Wissenschaftler um Eric Leyden begreifen schnell, warum die Menschen von den Posbis zum »Wahres Leben« gezählt werden, vielleicht etwas zu schnell. Gut geschrieben war allerdings die Interaktion der Menschen mit der Mehandor-Chefin Empona.

Mein Fazit fällt weniger positiv aus, als sonst bei einem Roman von Rüdiger Schäfer. Ich vermisste das Emotionale, das seine Texte sonst ausmacht. Dafür bekam ich Raumschlachten und Rückblenden; beides in einer übertriebenen Fülle und für meinen Geschmack zu technisch erzählt. Ich wünsche mir, dass er sich bei seinem nächsten Roman wieder auf das besinnt, was er am besten kann: mehr Augenmerk auf die Figuren legen.

Arkons Zwillinge

Quelle: Perrypedia

Weil ich es gern geordnet habe, lese ich auch Heftromane meist in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Bei der aktuellen PR-Miniserie Arkon habe ich eine Ausnahme gemacht. Ich konnte nämlich meine Neugier nicht in Zaum halten und musste Ben Calvin Harys Roman unbedingt lesen, obwohl ich zu den beiden Vorgängerbänden noch nicht gekommen bin.

Wie nicht anders zu erwarten, macht der Autor seine Sache sehr gut. Seine Nebenfiguren sind lebensnah beschrieben und auch ein Perry Rhodan erhält von ihm einen Hauch menschlicher Schwäche. Nämlich dann, als der große Unsterbliche vor der defekten Positronik steht und nicht weiß, wie man sie repariert. Danke, für so viel Realitätsnähe.

Bemerkenswert sind auch die Details, mit denen der Autor immer wieder überrascht. Kleine eingeworfene Gedanken, die hängenbleiben oder in denen man sich selbst entdeckt. Sowas bindet den Leser fast automatisch an den Text. Bei der Beschreibung der Lebensumstände der beiden Positronikexperten Marv und Eleas, ist Ben das richtig gut gelungen.

Der Konflikt zwischen den Zwillingen Kassian und Kerlon ist eindeutig das Zugpferd des Romans. Ob Kerlons Opfertod am Ende sinnvoll war, mag ich nicht beurteilen, aber die Geschichte gab es her. Vielleicht steuert der Roman nicht viel zur Handlung der Miniserie bei, aber auch ohne die Vorgängerbände gelesen zu haben, war ich sofort drin. Und das muss ein Roman erst einmal leisten. Einem Quereinsteiger die Handlung der Serie zu vermitteln, ohne Exposition zu betreiben. Das hat was.

Pfiffige Ideen, wie das Optitrav runden die Geschichte ab. Die Kapitel, in denen Marv in der Positronik steckt, haben mich Stellenweise an den Film Tron erinnert. Begriffe wie Booleanweiche und Integerschatten zeugen von einer blühenden Fantasie.

Vielleicht nur, weil ich ein wenig Insiderwissen zur Entstehung der Geschichte habe, konnte ich erahnen, was im Exposé stand und was sich Ben selbst ausgedacht hat. Aber auch ohne das Exposé zu kennen, bemerkt man gegen Ende des Romans einen Bruch. Plötzlich wird die Handlung hektisch und will sich nicht mehr in das bisherige Bild einfügen. Das mag Ansichtssache sein, aber ich hatte das Gefühl, dass auf den letzten paar Seiten noch dem Exposé gehuldigt werden musste.

Mein Fazit: Daumen hoch für den gelungenen Einstieg des Nachwuchsautors.

NEO als Jugendliteratur

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Nr. 114 »Die Geister der CREST« von Kai Hirdt

Man gibt sich Mühe bei NEO auch jüngere Leser abzuholen, ob man dafür unbedingt aus der Perspektive eines Achtjährigen schreiben muss, weiß ich nicht. Aber das war eines der Dinge, die mich an dem Roman gestört haben. Sicher, die Geschichte war so konstruiert, dass man sie nur aus der Sicht von Thomas erzählen konnte. Zumindest ist es Kai Hirdt gelungen, den Jungen auch wie einen Jungen denken und handeln zu lassen, im Gegensatz zu Susan Schwartz in Band Nr. 112. Dennoch wäre ich froh, in den nächsten Romanen erst einmal nichts mehr von Thomas und Bastet zu hören.

Und überhaupt: Bastet! Ich war ziemlich gespannt, was sich hinter der holographischen Katze verbergen würde und bin im Nachhinein etwas enttäuscht, dass es sich »nur« um ein Unterprogramm der Positronik handelte. Da hätte ich etwas Originelleres erwartet. Ansonsten war die Geschichte an Bord der CREST spannend, die unerwartete Wendung eingeschlossen. Das sich die Besatzung der BRONCO als trojanisches Pferd entpuppte, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet, aber gerade das machte die Geschichte überraschend. Es sind die Kleinigkeiten, die mich störten. Ein Junge und ein Hologramm sind die einzigen, denen einfällt, die ausgefallenen Systeme ohne die Hauptpositronik zu überprüfen? Na gut, wenn ich mir die Technikhörigkeit einiger Mitmenschen so ansehe, dann kann ich mir das vorstellen. Eine Krankenschwester die Patienteninformationen ausplaudert und auf ihre Schweigepflicht hingewiesen werden muss? Apropos! Die medizinischen Behandlungsmethoden stehen in keinem Verhältnis zur Hochtechnologie der Schiffe. Die fliegen mit Hyperlichtantrieben und verwenden Infusionsnadeln? Hier hätte ich mir vom Autor ein bisschen mehr Kreativität gewünscht, bei den Waffen und Positroniken klappt es doch auch.

Die Erzählebene um Leyden, diesmal aus der Sicht von Luan Perparim, war wie immer der unterhaltsamere Teil des Romans. Luan als Unterhändlerin, die sich gegen die Sippenchefin der Mehandor durchsetzen muss, war überzeugend gezeichnet. Das der Grund ihrer Visionen nicht gleich aufgedeckt wird, ist gut, denn so bleibt genug rätselhaftes bis zum nächsten Roman. Leyden als Jammerlappen gefiel mir auch, zeigte es doch mal eine neue Facette des ansonsten unerschütterlichen Gemüts des Physikers. Ich kann ihn verstehen, Hermes zu verlieren war auch ein schwerer Schlag. Einzig auf einen erneuten Kampf gegen die Kalongs, hätte ich gut verzichten können. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Chronobrüche ein bisschen anders interpretierte als die Autoren zu vor. Zumindest spielten sie dieses Mal eine größere Rolle.

Neugierig bin ich darauf, wer sich hinter dem Arkoniden an Bord des Springerschiffes verbirgt. Ist da eventuell ein gewisser Zellaktivatorträger im Spiel? Wir werden es sehen.

Mein Fazit: Spannend geschrieben, wenn auch nicht handlungsrelevant, ist »Die Geister der Crest« nach meiner Meinung der bisher schwächste Roman von Kai Hirdt. Dafür gefiel mir das Cover umso mehr. Eines der Besten der letzten beiden Staffeln.

Schau an die Borg!

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-NEO »Fischer des Leerraums« von Rainer Schorm

Das Rainer Schorm einen Hang zum Dramatischen hat, stellt er in diesem Roman mal wieder unter Beweis. Niemand im NEO-Autorenteam lässt seine Protagonisten so leiden wie er. Dem Leser bleibt kein schauerliches Detail erspart.

Als Rhodan auf der Dunkelwelt auf die Besatzung der BRONCO stößt, die von den Posbis zu medizinischen Experimenten missbraucht werden, sind schon mehrere Besatzungsmitglieder gestorben. Die Zustände, unter denen die Menschen dahinvegetieren, sind erschütternd und das nicht nur für den Protektor, sondern auch für den Leser. Zartbesaitete Menschen könnten Albträume davon bekommen. Als Star Trek-Fan fiel mir natürlich sofort eine Parallele auf. Das, was die Posbis mit den Menschen machen, erinnert sehr stark an die Borg. Auch sie implantieren ihnen Technik, um sie zu verbessern. Mit dem Unterschied, dass die Posbis kein Gruppenbewusstsein haben und den Menschen zumindest die Individualität lassen. Das sie aber keinerlei Vorstellung von moralischer Integrität und dem Konzept von Schmerz haben, macht sie nicht weniger grausam. Schorm schildert dieses, durch die Fremdartigkeit resultierende Verhalten, sehr eindringlich. Manchmal zu eindringlich. Eines muss man ihm aber lassen, die aussichtslosen Situationen, vor die der Autor seine handelnden Figuren immer wieder stellt, machen den Roman unheimlich spannend. Man fiebert nicht nur bei Rhodans Flucht von der Dunkelwelt mit, sondern auch im zweiten Handlungsstrang um Leyden und sein Team, die von einer Truppe Mehandor gefangen genommen werden.

Der Cliffhanger des Leyden-Strangs ist besonders fies, weil er vor allem Kater Hermes schutzlos zurücklässt. Und ob die Idee, Crest durch die Posbi-Implantate am Leben zu erhalten, so gut ist, wage ich noch zu bezweifeln. Nicht, dass aus ihm das Posbi-Äquivalent eines »Locutus« entsteht. Obwohl »Locutus da Zoltral«? Dass hätte schon was.

Wenn ich an dem Roman etwas kritisieren kann, dann eigentlich nur die Strukturierung. Mir gefielen die häufig wechselnden Perspektiven nicht so ganz. Während im ersten Teil des Romans die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Perry Rhodan und Eric Leyden erzählt wird, nur unterbrochen von den inneren Dialogen des BRONCO Kommandanten Clarence Threep. So zerfällt die Struktur im zweiten Teil des Romans. Während Threep vollends verstummt, wechselt die Perspektive von Leyden plötzlich zu Luan Perparim. Zwei Kapitel des Buches werden außerdem aus der Sicht der Mehandor Submatriarchin erzählt. Da hätte ich mir mehr Systematik gewünscht. Aber das ist Geschmacksache und macht den Roman nicht weniger spannend.