Die letzte Woche stand ganz im Zeichen des Newsletters der PERRY RHODAN FanZentrale e. V.
Nachdem ich in den vergangenen Wochen einiges an Material gesammelt hatte, ging’s ab Mittwoch ans Layout, während die Lektorin noch die Fehler in den Artikeln ausbügelte. Am Freitag konnte ich dann die letzten Texte einfügen und am Samstag kümmerte ich mich um den Feinschliff. Das war dieses Mal schweißtreibende Arbeit. Wer schon mal versucht hat, Tabellen in der Layoutansicht von Word 2011 genau zu positionieren, weiß wovon ich spreche. Das geht nur über gemeine Tricks. (Notiz an Affinity Serif: Ich brauche dringend ein professionelles Layoutprogramm. Macht hin!)
Der Inhalt der zehn Seiten ist wieder kunterbunt gemischt und beschäftigt sich unteranderem mit der Perrypedia, den neuen Publikationen aus dem Space Shop der PRFZ und des Terranischen Club EdeN. PR-Chefredakteur Klaus N. Frick hat exklusiv einen Artikel zu PERRY RHODAN NEO verfasst. Außerdem ist das aktuelle Programm des Austria Con »abgedruckt«.
Der Newsletter trägt übrigens die Nummer 15 und ist damit bereits der Zehnte, den ich für die PRFZ redaktionell und gestalterisch betreut habe. Ich finde ja, dass er nicht nur inhaltlich richtig gut gelungen ist und hoffe, dass die Leser viel Spaß haben, wenn sie ihn morgen in ihren Postfächern finden werden.
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PERRY RHODAN NEO Band 129 – »Im Tal der Zeit« von Oliver Plaschka
Das ist der zweite NEO-Roman von Oliver Plaschka den ich innerhalb kurzer Zeit gelesen habe. Das passierte rein zufällig, denn ich hatte von dem Autor zuvor noch nichts gelesen. Vielleicht deswegen ist mir etwas Bemerkenswertes an seinem Stil aufgefallen. Oliver Plaschkas Geschichten zeichnet eine besondere Harmonie aus. Sie wirken mit jedem Satz stimmig, und er vermag mittels phantastischer Beschreibungen lebhafte Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen. Aufgefallen war mir das bereits bei den Schlafbäumen in »Das Licht von Terrania«. In Band 129 sind es die Zeitfelder auf dem Planeten Parok, die mich faszinieren. Die Idee ist großartig visualisiert, auch wenn ich als Naturwissenschaftlerin lieber nicht so genau darüber nachdenken wollte. Wie soll man ein physikalisches Phänomen beschreiben, das gegen die uns bekannten Naturgesetze verstößt? Ich finde dennoch, es ist dem Autor ziemlich gut gelungen.
Vier Frauen, die auf Rachefeldzug gehen, machen den Handlungsstrang zu einem Novum. So viel geballte Frauenpower ist bei PERRY RHODAN selten und wenn sie dann noch so glaubhaft umgesetzt wird, kann man sich nur freuen. Auch bin ich froh, dass Thora, Thi Tuong Chi und Sue Mirafiore von der Imperatrice Theta nach der Explosion der MAYA gerettet wurden. Man hätte mit einem so frühen Tod von Thora einiges an Potential für die Serie verschenkt. Gerade in »Im Tal der Zeit« wird das besonders deutlich. Sie bietet Theta die Stirn und verteidigt die Loyalität ihrer Mitstreiterinnen. Das ihr Erzfeind Agaior Thoton am Ende durch einen Unbekannten vor der sicheren Hinrichtung gerettet wird, fand ich nicht nur für die Spannung in der Serie wichtig, sondern auch vom moralischen Standpunkt her einen gelungenen Schachzug.
Im zweiten Handlungsstrang steht Pete Roofpitter – der Tom Selleck von NEO – im Mittelpunkt. Er ist mit dem Leyden-Team und den Mutanten nach wie vor auf der Suche nach den beiden Mehandor-Frauen und den gestohlenen Plänen der Transformkanone. Auf dem Zirkusschiff eines Mehandor geraten er und seine Mitstreiter in kuriose und gefährliches Situationen. Auch hier zeigt der Autor sein Können. Die von ihm erdachte Zirkuswelt ist gleichermaßen vertraut aber auch fremd. Wer käme schon auf die Idee Dinosaurier in der Manege auftreten zu lassen oder Swoons als Clowns darzustellen? Ich bin mir sicher, dass der Tod der Empona-Schwestern nur gestellt ist, und sie uns in den kommenden Romanen wieder über den Weg laufen werden. Denn so einen platten sinnlosen Tod traue ich den Expokraten nicht zu.
Perry Rhodan selbst hat im Roman nur wenige kurze Auftritte, die dafür mit reichlich Gefühl geschildert werden. Vor allem die Szene am Ende, als er noch überlegt, wie er seinem Sohn den Tod der Mutter erklären soll und dann doch Thora in die Arme schließen kann, ist genau das, was ich lesen möchte. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass ich da unter den Perryfans eher zur Minderheit zähle.
Stilistisch war der Roman trotz einiger auktorialer Passagen gut bis sehr gut. Der Autor hat geschickt Informationen aus seinen Vorgängerromanen eingestreut und damit den Kreis geschlossen, was wiederum zu der von mir empfundenen Harmonie führt.
Fazit: »Im Tal der Zeit« ist eine schöne und vor allem lesenswerte Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Der Roman zählt für mich mit zu den besten der Staffel um »Arkons Ende«.
PERRY RHODAN NEO Band 85 – »Das Licht von Terrania« von Oliver Plaschka
Bei hochsommerlicher Hitze einen Roman zu lesen, der am 22. Dezember 2037 spielt und in großen Teilen von einer Weihnachtsfeier handelt, ist merkwürdig.
In »Das Licht von Terrania« erzählt Oliver Plaschka von Fürsorger Satrak, der den arkonidischen Besatzern vorsteht. Eigentlich sehnt sich der Waldbewohner nach dem Wald seiner Heimat Istrahir. Doch stattdessen kämpft er gegen ausständige Terraner und Widersacher in den eigenen Reihen. Ihm ist gelungen Perry Rhodan sowie Reginald (Bully) Bull und Thora gefangen zu nehmen und er versucht nun das Geheimnis des populären Terraners zu ergründen. Dazu nutzt er Bäume aus seiner Heimat, die Rhodans Erinnerungen und sein Wissen für den Fürsorger bergen sollen. Doch dabei rechnet Satrak weder mit Rhodans Enteron, noch mit dem terranischen Administrator Adams. Der möchte Rhodan sowie Bully und Thora befreien und inszeniert für die Besatzer eine üppige Weihnachtsfeier zur Ablenkung.
Oliver Plaschkas Roman liest sich leicht. Man erfährt weitere Hintergründe der Figur Satrak und lernt allerlei Weihnachtstraditionen kennen. Der Autor lässt den Leser anhand einer Ara-Medikerin erleben, wie die Menschen unter der arkonidischen Besatzung leiden. Das alles ist nett verpackt, reißt mich aber nicht mit.
Faszinierend umgesetzt, finde ich die Idee mit den Schlafbäumen, in die Satrak Rhodan und seine Freunde steckt. Das war originell, wurde aber in dem Moment zerstört, als das Enteron zusammen mit dem Stock die Steuerung übernahm und die Bäume anfingen zu wandern. Eine unglaubwürdige Lösung, die viel zu schnell und hektisch geschieht und an deren Ende eine Schlacht um die Befreiten beginnt. Rhodan und Bully können sich am Ufer des Goshunsees in ein fremdes »Raumschiff« flüchten, während Thora von zwei Unbekannten verschleppt wird.
Der emotional starke Beginn mit Satrak und seinem Wald, sowie dem sterbenden Mongolen und der Ara Leyle, deren Charakter erfreuliches Entwicklungspotential nach oben bietet, schwächt sich mit der voranschreitenden Handlung ab. Das Geschehen um die Weihnachtsfeier trägt indes schon Züge einer Karikatur und gipfelt schließlich in dem zweifelhaften Ende am See.
Band 85 ist Start einer neuer Staffel. Ein Aufdruck auf dem Cover fordert Leser auf einzusteigen. Doch ich bezweifle stark, dass Neuleser mit der Handlung mitkommen werden, denn der Roman ist nichts anderes als die Fortsetzung der vergangenen Bände.
Für eine nette Zwischenlektüre ist »Das Licht von Terrania« durchaus tauglich. Die Geschichte ist routiniert und sauber geschrieben mit einigen sehr guten Passagen aber einem konstruiert wirkendem Ende, das nicht befriedigt.
Das wären die Worte einer Nebenfigur meiner Fan-Edition, wenn sie sehen könnte, dass »Am Abgrund der Unsterblichkeit« in derselben Liste auftaucht wie die Romane von Andreas Eschbach, Andreas Brandhorst und Robert Corvus. Ich finde das ja ein bisschen unheimlich, auch wenn es meinem Ego schmeichelt. Auf der Seite des AustriaCon 2016 gibt es seit gestern Informationen zu den Con-Goodies und eine Liste von Publikationen der teilnehmenden Ehrengäste. Da steht mein Name zusammen mit richtigen Autoren und ihren Werken, das ist schon irgendwie cool bzw. kruun, wie man im Jahr 5101 sagen würde.
Nochmal zur Info: der AustriaCon 2016 findet vom 30.9. bis zum 2.10. in Wien statt. Der Eintritt ist frei. Und die ersten 250 Besucher bekommen ein prallgefülltes Con-Package.
PERRY RHODAN NEO Band 128 – »Der Verräter« von Kai Hirdt
Ich gebe ja zu: der Roman war spannend. Aber … Da wurde der Spannung mal wieder die Logik geopfert. Kai Hirdt kann sehr gut Charaktere entwickeln und die Figuren miteinander interagieren lassen. Nur seine Actionszenarios sind … ich wage es gar nicht auszusprechen, reichlich an den Haaren herbeigezogen. Ich erinnere mich noch an den Ritt auf den Posbis bei fünf Prozent Lichtgeschwindigkeit. Etwas ähnliches macht er auch in »Der Verräter«. Hier steigen Perry Rhodan und sieben Begleiter aus der auf halbe Lichtgeschwindigkeit beschleunigenden VENTURE in eine Leka-Disk um, während sie sowohl von der Disk als auch von der arkonidischen Flotte beschossen werden. Bei der Umstiegsszene konnte ich nur tief einatmen und stumm mit dem Kopf schütteln. Da hat a das Timing nicht gestimmt, und b ist es unmöglich, weil beide Schiffe beschleunigen und sogar Ausweichmanöver fliegen. Vom Beschuss durch die Arkoniden mal ganz abgesehen. Sorry, das ist völliger Blödsinn. Es würde funktionieren, wenn beide Schiffe in exakt der gleichen Geschwindigkeit unterwegs wären. Denn die Aussteigenden behalten ja die relative Geschwindigkeit des Schiffs. (Siehe STAR TREK – Into Darkness) Aber sobald eines der Schiffe beschleunigt (und wir reden hier von massiver Beschleunigung) verlieren sie sich im All. Da helfen auch keine Anzüge mit Schubdüsen. Nein! Das war definitiv nix.
Die darauf folgende Szene macht es nicht besser. In der Leka-Disk angekommen, werden sie von Atlan in Empfang genommen, der ihnen Perücken aufsetzt, um sie zu Arkoniden zu machen. Während die Disk die VENTURE beschießt und draußen das Gefecht weitergeht. Zu guter Letzt lassen sie sich in der Disk auch noch abschießen, in der Hoffnung die arkonidische Flotte würde sie bergen. Was viel länger dauert, als sich das unsere Helden ausgemalt haben. Eine Flotte mit 45 000 Schiffen! Diese Gigantomanie aus der EA ist mir schon mehrmals sauer aufgestoßen. Geht’s nicht eine Spur kleiner? (By the way, was ist eigentlich aus der VENTURE geworden?)
Und als sei das nicht schon fragwürdig genug, erfährt der Leser, dass nicht Agaior Thoton die arkonidische Flotte in Snarf-System reaktiviert und zur Zufluchtsstätte der Arkoniden gebracht hat, sondern Crest. Dabei hat er die verbliebene Flotte der Imperatrice vernichtet, sie vom Thron gestoßen und herrscht jetzt mit brutaler Gewalt als neuer Imperator Zoltral XIII. Ob es an seinen Posbi-Implantaten liegt, oder an seiner Behandlung durch Agaior Thoton, wird verschwiegen. Aber auch so, erscheint die Information nicht nur Perry Rhodan etwas unglaubwürdig. Auch die Stimmung, die nach dem Umsturz unter den Arkoniden herrscht, finde ich reichlich umstritten. Da gibt es kaum einen der sich dagegen wehrt? Obwohl, die beschriebenen Zustände erinnern an die aktuelle Lage in der Türkei. Mhm, ein Bezug, der … mich ein wenig überfordert. Ich stufe es als überraschenden Plotpoint ein, um die Spannung im Zyklus aufrecht zu erhalten, ganz zufrieden bin ich mit der Lösung aber nicht.
Da wende ich mich lieber der Handlung auf der Erde zu. Die ist weitaus stimmiger. Im Fokus stehen Polizist Pete Roofpitter, der die beiden Mehandorfrauen und die Daten der Transformkanone jagt; Julian Tifflor der feststellen muss, das Genies wie Eric Leyden die eine oder andere Macke haben und Sonderermittler Ovald Figgs, der für den Administrator nach Tifflor fandet. Das alles kombiniert mit Interimsprotektor Bull, jeder Menge Mutanten und natürlich Leydens Team erzählt die Geschichte abwechslungsreich und unterhaltsam. Der Showdown in der Hotelsuite macht den verkorksten Anfang des Romans so gut wie wett. Das war spannend, witzig und dennoch glaubhaft und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Das war Kai Hirdt wie ich ihn gern lese. Davon wünschte ich mir mehr.
Der eigentliche Schocker des Romans kommt ganz zum Schluß. Wiedererwarten können sich Atlan und die Gruppe um Perry Rhodan nach Aarakh Ranton durchschlagen, sich von ihren Wächtern befreien und dank Tani Hanafe auch entkommen. Sie dringen in den Regierungsbezirk ein und befreien Thora, die von Crest gefangenen gehalten wird. Sie erreichen die CREST und die MAYA in dem unterirdischen Hangar, wo sie entdeckt werden und es zu einem Scharmützel kommt. Thora ergreift die Initiative und droht Crest den Regierungspalast mit einer Bombe zu sprengen, die Atlan in Thoras Gemächern zurückgelassen hat. Der alte Arkonide scheint ihr zu glauben, lässt die beiden Schiffe starten und schickt ihnen erst reichlich spät die arkonidische Flotte auf den Hals. Perry Rhodan ist wütend auf den Alleingang seiner Frau, die sich mit Sue Mirafiore, Thi Tuong Chi auf der MAYA befindet. Vier Sekunden vor der rettenden Transition wird die MAYA von der Flotte vernichtet.
Ich bin mir nicht sicher, ob das nur ein genialer Cliffhanger ist, oder ob die Expokraten die schwangere Thora tatsächlich haben sterben lassen. Erster Kommentar meines Mannes: »Wenn die Thora wirklich umgebracht haben, lese ich nie wieder einen NEO-Roman.«
Mein Fazit fällt gemischt aus. Die großartig inszenierte Handlung auf Terra versöhnt mich gegenüber der reichlich fragwürdigen Geschichte um die Arkoniden. Dann noch Thoras »Tod« mit dem ich mich genauso wenig anfreunden kann, wie mit der Tatsache das Crest jetzt der Böse sein soll. Das kam meiner Meinung nach zu plötzlich, als das es glaubhaft gewesen wäre. Es gab nicht mal den Versuch einer Erklärung. Selbst Thora schien sich nicht all zu viel Gedanken, über das brutale Vorgehen ihres Ziehvaters gemacht zu haben. Was die Szene im Hangar, als sie an ihn appelliert, um so seltsamer erscheinen lässt. Das Highlight war jedoch Thoras Angriff auf Atlan. Das Bild, wie sie auf dem am Boden liegenden Arkoniden kniet, allein deswegen, wäre es schade, wenn man sie ernsthaft aus der Handlung herausgeschrieben hätte.
Das die Person auf dem Titelbild Bully sein soll, habe ich erst nach dem Lesen des Romans begriffen.
Nachdem es jetzt bereits auf der Homepage der PRFZ angekündigt wird, darf ich endlich auch verkünden, woran ich in den vergangenen sechs Monaten gearbeitet habe. Hier der Text aus dem Intro:
Mai 1514 NGZ. In der Milchstraße brodelt es.Während im Sol-System der mysteriöse Techno-Mond die Terraner verängstigt, versucht Polyport-Präfekt Perry Rhodan den Konflikt zwischen Northside-Tefrodern und Jülziish um den Polyport-Hof ITHAFOR-5 zu entschärfen. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt verübt ein Unbekannter einen Giftanschlag auf einen engen Freund Perry Rhodans. Sofort mischt sich der Unsterbliche in die Ermittlungen ein – sehr zum Leidwesen der verantwortlichen TLD-Agentin Fiona Foniqi.Trotz der gegenseitigen Animositäten jagen sie gemeinsam den Attentäter, der ihnen immer einen Schritt voraus scheint. Als sich der Zustand des Freundes verschlechtert und ihm nur noch wenige Tage zum Leben bleiben, treffen Rhodan und Foniqi eine folgenschwere Entscheidung. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …
Die Fan-Edition 18 ist mein zweiter Roman im Perryversum. Das ich gerade einen Thriller/Krimi geschrieben habe, habe ich Roman Schleifer zu verdanken, der mich auf die Tatsache in meinem Exposé aufmerksam gemacht hat. Nachdem der Zeitrahmen durch den Wettbewerb festgelegt war, musste ich nicht lange überlegen. Ich wollte eine Vorgeschichte zu Andreas Eschbachs »Der Techno-Mond« schreiben. Der Roman war damals mein Wiedereinstieg in die PERRY RHODAN-Erstauflage. Mir gefiel, wie der Autor Perry Rhodans Privatleben schilderte. Auch ich wollte den Polyport-Präfekten von seiner menschlichen Seite zeigen, vor allem die Verantwortung, die auf ihm lastet. »Am Abgrund der Unsterblichkeit« bedeutet: jede Entscheidung, die ein Unsterblicher wie Perry Rhodan trifft, führt ihn an den Abgrund. Ein Schritt in die falsche Richtung und er gefährdet das Leben von Menschen.
Macht euch bereit auf eine spannende Geschichte mit viel Action, die mir so einige schlaflose Nächte bereitet hat. Und natürlich will ich niemandem das sensationelle Cover vorenthalten, das Hans-Jochen Badura zur Fan-Edition 18 beigesteuert hat.
Ich werde das Buch zusammen mit meinem Schreibcoach Roman Schleifer zum Austria Con 2016 in Wien Ende September präsentieren. Ab dann wird die Fan-Edition im SpaceShop der PRFZ erhältlich sein.
PERRY RHODAN NEO Band 127 – »Jagd im Sternenmeer« von Rainer Schorm
Ich erspare mir an dieser Stelle den Inhalt des Romans wiederzugeben, weil die Handlungsebenen zu zahlreich und äußerst komplex sind.
Die Geschichte liest sich spannend, wenn auch aus einer gewissen Distanziertheit heraus, die ich schon häufiger in Rainer Schorms NEO-Romanen wahrgenommen habe. Die Figuren agieren wie gewohnt, aber es stellt sich bei mir nicht der emotionale Bezug zu ihnen ein. Stattdessen kämpfe ich stellenweise mit den allzu häufigen Passagen über technische oder wissenschaftliche Vorgänge, die der Autor ohne Zweifel beherrscht, mich aber stets fordern. Nicht, dass ich sie nicht verstünde, nur bremsen sie meinen Lesefluss.
Damit habe ich auch schon alles Negative zusammengefasst und kann nun auf die positiven Aspekte des Romans eingehen. Jeder Handlungsstrang hat seine Stärken, ob es Perry Rhodans verzweifelte Suche nach seiner Frau, Eric Leydens Kampf mit der terranischen Bürokratie oder Bullys Ermittlungen im Fall der Mehandorfrauen ist. Die Geschichten sind allesamt bodenständig und glaubhaft. Vieles hat einen allzu aktuellen Bezug, der mich manchmal frösteln lässt. Im Falle des Interimsadministrators beschleicht mich immer mehr das Gefühl, dass sich da etwas sehr Böses zusammenbraut. Aber auch bei der Suche nach Thora und Crest oder der Jagd nach den Plänen der Transformkanone müssen Perry Rhodan und seine Mitstreiter einen Fehlschlag nach dem anderen verbuchen. Wie in der Realität wenden sich die Dinge immer mehr zum Schlechten. Und gerade das macht es dem Leser leicht, sich hineinzufühlen, zu verstehen und zu folgen. Überaus positiv bewerte ich die Darstellung der Koreanischen Behörden. Zeigt es doch, dass auch die Einheit der Terranischen Union noch auf jungen und wackeligen Füßen steht. Ich bin höchst dankbar für so viel Glaubhaftigkeit.
Anmerken sollte ich noch, dass ich ein wenig vom Handlungsstrang mit Sue Miraflores und Thi Tuong Nhi enttäuscht war. Da scheint den Exprokraten die Luft ausgegangen zu sein oder sie wollten es als zusätzliches Konfliktpotential einbauen, was meiner Meinung nach, aber gehörig in die Hose ging. So wie sich der Konflikt aufgelöst hat, wirkte es zu konstruiert. Da hätte ich mir eine längere und vor allem eine ausgefeilter Handlung erwartet, als einen Besuch im Puff (der durch den Mooff im übrigens sehr amüsant war).
Ein bisschen zu pathetisch fand ich auch die Konferenz auf der CREST ziemlich zu Beginn des Romans, als es um die Maahks und ihre Erschaffer ging. Da sollte wohl Verständnis geschürt werden für Atlans Wut auf die Methans und Perry Rhodans friedvollere Neigung. Das gefiel mir nicht so gut, weil es auf mich ein wenig aufgesetzt wirkte.
Mein Fazit: »Jagd im Sternenmeer« ist trotz vieler Handlungsstränge ein sehr spannender Roman, der in mir böse Vorahnungen weckt. Meine Hoffnung auf eine positive NEO-Zukunft schwindet. Ich glaube, da stehen uns Lesern schwere Zeiten bevor.
Perry Rhodan NEO Band 126 – »Schlaglichter der Sonne« von Michael H. Buchholz
Ein kleines Schlaglicht – was sag ich – ein Glanzlicht ist Michael H. Buchholz mit dem sechsten Band der Staffel »Arkons Ende« gelungen. (Obwohl in diesem Roman eher das Ende von Terra dokumentiert wird und nicht das von Arkon.)
Die Geschichte erinnerte an einen Politthriller. Wie ich bereits oft genug erwähnt habe, gefallen mir diese innenpolitischen Ränkespiele. Dem Autor gelingt es ausgezeichnet das Thema spannend umzusetzen. Reginald Bull als Schachfigur zwischen einem machtbesessen Administrator und einem betrügerischen Assistenten. Obwohl! Letzterer hat nachvollziehbare Gründe warum er dem arkonidischen Attentäter Debur ter Calon immer wieder hilft. Seine Freundin Aenea ist sicher die gesuchte Emptral.
Die Handlung ist stringent, treibend und mit ausreichend Wendepunkten versetzt. Selbst die bis zu vier Handlungsebenen, haben mich nicht gestört. Gut gefiel mir, dass man bei NEO aus Julian Tifflor keinen Offizier gemacht hat, sondern einen Mediziner, der seinen eigenen Weg geht. Für die Entführung eines Raumkreuzers und seinen Vorstoß in die Sonne mit dem Liduuri-Schiff zeigte er neben einer großen Portion Mut auch eine gewisse Abgebrühtheit. Auch wenn er mit dem Manöver, außer einer Verfolgung durch die Terranischen Behörden, bisher wenig erreichen konnte, so werden die Erkenntnisse in Zukunft sicher noch eine Rolle spielen.
Das Team um Kater Hermes kann nun auch die Letzte der fünf gestellten Aufgaben lösen und darf durch den Flecktransmitter zur Erde weiterreisen. Sie erleben eine ziemliche Überraschung, als sie ins Sonnensystem zurückkehren. Damit endet auch dieser Roman wieder in einem packenden Cliffhanger. So mitreißend, die Abenteuer um Leyden in den vergangenen Bänden waren, bin ich doch froh, dass man den Handlungsstrang auf Janus endlich abgeschlossen hat. Es war am Ende doch etwas ermüdend, Leuten beim Raten zuschauen zu müssen.
Ich für meinen Teil hätte mir bei »Schlaglichter der Sonne« mehr Handlung auf der Erde gewünscht. Denn Michael H. Buchholz gelingt es sehr gut wissenschaftliche Ideen in den Roman zu integrieren. Sei es Nanotechnologie, die Ultraloops oder der Weltraumaufzug, das sind alles interpolierte Visionen aus bereits bestehender Grundlagenforschung. Ebenso die Reise in die Sonne entlang der Magnetfeldlinien halte ich für eine ausgesprochen faszinierende Idee. Wobei nicht immer alles bis ins Detail einer wissenschaftlicher Überprüfung standhält. Aber ein NEO-Roman ist ja auch Fiction und kein physikalisches Handbuch. Einzig die Zeitspanne von 13 Jahren in der das alles geschaffen wurde, erscheint mir ein wenig sehr kurz. Da müssen die Besatzer (sprich Arkoniden) schon sehr viel Entwicklungsarbeit beigesteuert haben.
Michael H. Buchholz hat ein Händchen für Charaktere. Sein Bully ist überzeugend und sehr menschlich gezeichnet, aber auch Figuren wie Lionel Dahl oder der Administrator gelingen ihm gut. Dabei beschreibt der Autor Nebenfiguren wie Autuum Legacy (Wie kommt man nur auf so einen Namen?) durch die Augen der Hauptcharaktere und erzeugt beim Leser somit ein unterschiedliches Bild von ein und derselben Person.
Das die Handlung auf Terra so viel Ähnlichkeit zur aktuellen politischen Lage zeigt, ist fast schon ein bisschen beklemmend. Als Leser wie auch als Mensch muss man mitansehen, wie ein Machtbesessener die Bevölkerung an den Rand ihrer Existenz bringt, nur um seine Vormachtstellung zu erhalten. Perry Rhodan wird nicht erfreut sein, wenn er wüßte, was auf Terra vor sich geht. Was mich wieder zu Bully zurückbringt. Eines kann ich nicht verstehen: warum läßt er sich von der Obrigkeit so unterbuttern? Warum geht er nicht selbst den Dingen auf den Grund und ergibt sich so lange in absoluter Hörigkeit? Ein Perry Rhodan hätte sich das vermutlich nicht so lange mit angesehen.
Zwei Stellen im Roman veranlassten mich zu einem breiten Grinsen. Zum einen der Dialog mit der wirren Halatonintelligenz von Vulkan und andererseits die versteckte Hommage an den verstorbenen Robert Feldhoff. Danke an den Autor für die Freude, die er mir damit bereitet hat.
Mein Fazit fällt auch für Band 126 überaus positiv aus. Michael H. Buchholz wirft mit viel Ideenreichtum einen Blick auf eine Zukunft, die nur einen Steinwurf von unserer Realität entfernt ist. Faszinierend!
Das Cover für die Fan-Edition ist fertig. Es gefällt mir unheimlich gut. Hans-Jochen Badura hat großartige Arbeit geleistet. Ich war ja schon nach dem ersten Entwurf hin und weg. Weil es genau die Szene war, die ich mir gewünscht habe. Ich hatte mir im Auftrag meines Schreibcoach, Roman Schleifer, vier Szenen aussuchen dürfen, die für das Titelbild in Frage kamen. Natürlich hatte ich eine Lieblingsszene. Ich stellte also den Text zu den Szenen zusammen, der einen Auszug der Szene sowie die Beschreibung der Figuren und des Settings enthielt. Nach circa einer Woche bekam ich die Entwurfsskizze und freute mich riesig, dass es meine Herzblutszene auf das Titelbild geschafft hatte.
Dann ging Hans-Jochen an die Arbeit, während ich mich mit den Korrekturen am Manuskript herumquälte. Relativ schnell bekam ich von ihm einen ausgearbeiteten Entwurf, an dem mir ein paar Details noch nicht gefielen. Inzwischen standen wir in regem Kontakt und ich machte Vorschläge, wie ich mir die Szene vorstellte. Der Künstler schickte mir einen Entwurf zu den Änderungen und in dieser Woche kam dann das fertige Bild.
Ich war hin und weg. Das Bild ist derart detailreich, dass ich staunte. Bloß befürchte ich, dass man es auf dem gedruckten Titel gar nicht richtig sehen kann. Deshalb zeige ich an dieser Stelle meinen Lieblingsausschnitt.
PERRY RHODAN ARKON Band 12 – »Kampf um Arkon« von Marc A. Herren
Perry Rhodan, Sahira und Gucky können sich mit Hilfe von Sahiras 5D-Gabe befreien und die Gijahthrakos bitten, in den Kampf um das Arkon-System einzugreifen. Durch die Fähigkeiten der Kristallwesen zur Semi-Transition gelangen sie nach Mirkandol auf Arkon 1. Gucky macht dort nach und nach alle stationierten Kralasenen unschädlich, damit Rhodan, Sahira und er in den Kristallpalast zu Kerlon und Atlan vordringen können. Es gelingt Rhodan Kerlon zu paralysieren und die schwarze Maschine zu übernehmen. Mit ihrer Hilfe kann er den Einfluss auf die Extrasinn-Träger unterbrechen. Doch er hat nicht mit Atlan und dessen überlegenen Extrasinn gerechnet. Der Arkonide trickst sie aus und kann mit Kerlon und der Maschine fliehen, in dem er eine Explosion herbeiführt. Sie teilen sich auf ihrer Flucht auf. Rhodan und Sahira folgen einem Gleiter, während sich Gucky um eine fliehende Leka-Disk kümmert. Zu spät bemerken sie, dass dies zum perfiden Plan von Atlans Extrasinn gehört, sie zu trennen. Während Kerlon Gucky mit einem Paratronschirm in der Leka-Disk festhält, nimmt der beeinflusste Atlan Sahira als Geißel um Rhodan seines SERUN und seiner Waffen zu entledigen. Doch der Arkonide hat nicht mit den Fähigkeiten des Mädchens gerechnet. Sie kann in den Geist Atlans eindringen und sein wahres Ich zurückholen, leider zu spät, denn der Extrasinn hat mit Atlans Körper Sahira bereits erdrosselt. Ohne funktionierenden SERUN versuchen Rhodan und Atlan, der wieder der alte ist, Sahira wiederzubeleben.
An Bord der PRAETORIA versucht derweil die Kommandantin Cara Kayn ein Blutvergießen zu verhindern. Zusammen mit Lordadmiral Monkey durchschaut sie rechtzeitig die Pläne der Robotflotte, den Palast des Imperators zu zerstören. Doch die Chancen für einen siegreichen Kampf gegen die Schiffe der Arkoniden stehen schlecht. Kurz vor dem finalen Showdown drehen die Schiffe jedoch ab und die sichtlich mitgenommene Mascantin der arkonidischen Heimatflotte erklärt, dass die Robotschiffe wieder unter ihrer Kontrolle stehen und der Konflikt damit beendet sei.
Mit Guckys Hilfe kann Sahira zum Leben erweckt werden, während der Bösewicht Kerlon in Flammen aufgeht. Alle ARK-SUMMIA Absolventen sind wieder Herr ihrer eigenen Sinne und müssen sich für ihr Handeln verantworten. Die schwarze Maschine sorgt so lange sie in Betrieb ist und so lange sich Sahira in ihrer Nähe aufhält dafür, dass sich ihre Rückwärtsalterung umkehrt. Was in etwa einem Zellaktivator gleichkommt. Wenn sie zu alt wird, schaltet sie die Maschine einfach aus und altert rückwärts. Sie bittet Rhodan um ein Schiff, das sie und die Maschine nach Fornax bringen soll. Bostich nimmt seinen Platz als Imperator wieder ein, während sich die Flotten der USO und der LFT wieder aus Thantur-Lok zurückziehen. Perry muss Mondra beichten, dass ihre Privatyacht vernichtet wurde.
Ich bin ein wenig ratlos, weil ich nicht genau weiß, was ich über den Roman schreiben soll. Einerseits besticht er durch viel Action, coolen Sprüchen und ist durchaus spannend zu lesen. Andererseits jedoch gibt es Passagen, die mich unbefriedigt zurücklassen. Kerlon als Bösewicht, ist gut angedacht. Eine Figur, die mal kein kosmisches Überwesen ist, sondern eine normale Person, die aus niederen Beweggründen handelt. Die Glaubwürdigkeit der Figur scheitert aber, weil der Bruch nicht deutlich genug beschrieben ist. Was passierte mit seinem Charakter? Warum wurde er so? Und vor allen Dingen, warum löst er sich am Ende in Feuer auf? Diese Szene hat sich mir nicht erschlossen. Auch die Frage, was jetzt mit den Arkoniden passiert, die durch ihren Extrasinn gesteuert, getötet und Chaos angerichtet haben, wird nicht tiefgründig genug beleuchtet. Letztendlich können die Personen nichts dafür. Sie waren nur Opfer einer höheren Macht – des archaischen Impuls.
Die Versuche von Marc A. Herren in die Fußstampfen von Michael Marcus Thurner zu treten, um das Innere von Atlans Verstand zu zeigen, waren von vornherein zum Scheitern verurteilt. Er hätte hier einen anderen Weg gehen müssen, einen eigenen Weg. Denn so hinterlassen die Passagen den faden Nachgeschmack einer minderen Kopie. Die Charakterisierung von Sahira, hat er viel besser und vor allem glaubhafter gelöst. Auch Gucky gefällt mir besser als im Vorgängerroman. Er ist immer noch das witzige Kerlchen, mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und zeigt dennoch die Reife, eines Unsterblichen.
So richtig anfreunden konnte ich mich mit der Lösung des Konfliktes dennoch nicht. Da wurde zu viel in die Trickkiste gegriffen, zu sehr auf die Fähigkeiten von Sahira, Gucky und den Gijahthrakos vertraut. Rhodan hatte am Ende eigentlich nur die Aufgabe die schwarze Maschine zu steuern und die Herrschaft der Extrasinne zu beenden. Selbst in der Konfrontation mit Atlan bekommt er keine Chance, aus eigenem Antrieb eine Veränderung herbeizuführen. Wozu ist er der Held? Was unterscheidet ihn von den Sterblichen, wenn er doch nur mit Hilfe von Zufällen oder anderen Personen einen Unterschied bewirkt? Das ist es, was ich im allgemeinen in vielen Romanen der PERRY RHODAN Serie vermisse.
Zum Stil muss ich auch noch etwas loswerden. Ein Satz, der mir in letzter Zeit häufiger in PERRY RHODAN Romane aufgefallen ist: »… zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen.« Das mag vielleicht weniger Klischee sein als, »… hatte einen Fluch auf den Lippen.«, aber so richtig toll finde ich ihn nicht und wäre froh darum, sowas in nächster Zeit auch nicht mehr lesen zu müssen. Stutzig geworden, bin ich auch bei folgenden Worten: »Der Extrasinn verzichtete auf eine Replik.« Das mag korrekt sein, ist aber eher ungebräuchlich. Denn mit dem Begriff »Replik« assoziiere ich etwas anderes.
Mein Fazit zum finalen Roman fällt gemischt aus. Die Handlung ist durchaus spannend und gut zu lesen. Allein die Auflösung der Geschichte scheint nicht bis ins Letzte durchdacht.
Zusammenfassend kann ich über die ARKON-Miniserie sagen, dass sie mir weitaus besser gefiel als seinerzeit »STARDUST«. Sie orientierte sich mehr an der Wirklichkeit und weniger am kosmischen Überbau, was ich sehr begrüße. Es gab gute und schwache Romane, wobei die schwachen eher im Mittelteil zu finden waren. Herausragend waren Band 4 von Michael Marcus Thurner, Band 9 von Kai Hirdt und Band 10 von Verena Themsen, die zeigen, wie man mit wenigen Figuren und ohne große Raumschiffschlachten eine außergewöhnliche Geschichte lebendig erzählen kann. Weniger gut fand ich die stereotype Charakteristik der Arkoniden, Mehandor und Aras, die sich im Laufe von 3ooo Jahren zu Beginn der Erstauflage nicht wirklich weiterentwickelt zu haben scheinen. Aber wenn ich mir die Menschheit momentan so ansehe, sehe ich auch bei ihr keine großen Perspektiven für Veränderungen. Da mag das schon in Ordnung gehen.