Ben Calvin Hary hat ein neues YouTube-Video für die PERRY RHODAN-Redaktion produziert. Es geht darin schlicht um die Frage, wo man denn die Heftromane kaufen kann.
Das ist in der Tat ein wichtiges Thema, denn es wird zunehmend schwieriger an die Perryhefte zu kommen.
In Thüringen zum Beispiel bekomme ich keine NEO-Romane, wenn ich Glück habe, finde ich die Ausgaben der Erstauflage in einem einzigen Zeitungsladen in der Stadt. Aber selbst am Hauptbahnhof in München ist es inzwischen schwierig. Nicht jedes der Zeitungsgeschäfte dort führt noch Romanhefte und wenn, dann sind die in der allerletzten Ecke versteckt, damit sie auch ja nicht gefunden werden. Früher hätte man das schon fast als Verschwörung gewertet, damit die Jugend keinen Schund liest. Aber inzwischen sehen sich die Kids von heute im Internet schlimmeres an.
Auf unserem Dorf in Bayern gibt es gar keinen Perry … Halt! Das stimmt so nicht … Seitdem ich nämlich die NEO-Serie abonniert habe, führt der ortsansässige Lottoladen (in dem es zuvor kein PERRY RHODAN gab) PERRY RHODAN NEO. Was für ein Zufall! Mein Mann schwärmt von früher, als man PERRY RHODAN noch im Edeka kaufen konnte. Aber die Zeiten sind längst vorbei.
Inzwischen bevorzugen viele Leser E-Books. Kein Platzbedarf, einstellbare Schriftgröße, keine Rennerei zum Kiosk und man hat alle Folgen seiner Lieblingsserie immer dabei – das sind natürlich unschlagbare Vorteile. Trotzdem habe ich persönlich lieber ein Heft in der Hand, es riecht nach Papier, man kann es einrollen, damit es in die Handtasche passt und mir tut der Arm nicht weh, nachdem ich eine halbe Stunde gelesen habe. Aber das muss jeder Fan für sich selbst entscheiden.
PERRY RHODAN NEO Band 169 – »Dunkle Welt Modul« von Rainer Schorm
Als Perry Rhodan nach einer gefährlichen Reise mit der FERNAO endlich Modul erreicht, stellt sich die Situation noch katastrophaler dar, als gedacht. Der Planet ist vollkommen mit Kreell bedeckt, jener Substanz, die durch einen Riss aus der Dimension der Crea in unser Universum herüber diffundiert. Wie gefährlich das Zeug ist, bemerken die Menschen sofort. Es zerstört jegliches Gewebe und saugt nicht nur Energie von Schiff und Ausrüstung ab, sondern auch von den Mutanten. Das Treffen mit Faktor III und VII verläuft positiv auch die Ankunft der Paddlerplattform mit der MAGELLAN erfolgt problemlos. Die beiden MdI sind freundlich und den Vorurteilen der Menschen aufgeschlossen. Bei einem Rundgang auf der Oberfläche entdecken Rhodan und das Leyden-Team in Kreell eingeschlossene Körper, unteranderem eine Bestie und den ehemaligen Faktor V. Mit Hilfe von John Marshall und Tani Hanafe gelingt es die Aufzeichnungen von Faktor V aus dem Kreell zu bergen. Da kann sich die Bestie befreien und greift Menschen und Faktoren an. Nur mit Hilfe von Icho Tolot und Monade kann die Bestie besiegt werden. Die gewonnen Informationen zeigen Baar Lun dem letzten Modul, dass sein Volk nicht von den Meistern vernichtet wurde, sondern durch einen Versuch den Riss zu stabilisieren. Während Tolot einen Zugang zur fremden Dimension öffnet, um mit den Crea zu kommunizieren, enttarnt sich das Schiff von Atlan und Mirona. Die MAGELLAN nimmt Kontakt zu ihnen auf, da bricht etwas durch den Riss.
Rainer Schorm schuf mit »Dunkle Welt Modul« einen soliden Roman, der die losen Fäden der Staffel gut zusammenführt. Er ist leider nicht so herausragend wie sein letzter NEO, dafür verläuft die Handlung zu geradlinig. Mich störte unteranderem die Leichtsinnigkeit der Menschen. Sie erkennen die Gefahren (z. B. die Bestie) bringen sich aber nicht in Sicherheit, sondern spazieren weiter über die Oberfläche.
Mit dem Auftreten von Faktor III und VII versuchen die Expokraten eine andere Sicht auf die Faktoren zu zeigen. Es gibt eben nicht nur gut und böse oder schwarz und weiß, sondern auch Nuancen dazwischen. Das hat mich nicht ganz überzeugt, mir wäre lieber gewesen, die Faktoren wären zwiespältiger oder undurchschaubarer geblieben.
Persönlich hat mich die Erläuterung zu den grünen Sonnen gefreut. Rainer Schorm liefert eine Erklärung, die ich ihm unter Umständen abkaufe. Er hat sogar eine passende Spektralklasse herausgesucht. Sehr schön!
Schwächen zeigte dafür das Lektrorat. Vor allem in der ersten Hälfte des Romans, sind dem Verantwortlichen ein paar Patzer durchgerutscht. Eine dünne Membran hat es an sich, dass sie extrem dünn ist.
»Dunkle Welt Modul« treibt die Handlung der MIRONA-Staffel ihrem Finale zu und beantwortet einen Teil der Fragen. Rhodan erfährt von den Vorkommnissen auf dem Mond und beschließt die Rückkehr in die Milchstraße. Damit bereitet Rainer Schorm die kommende Blues-Staffel vor. Zuvor bin ich aber auf das Finale aus der Feder von Rüdiger Schäfer gespannt.
Die vergangen Tage und Wochen sammelte ich Beiträge für die Jubiläumsnummer der SOL. Die Nummer 90 soll nämlich einen besonderen Schwerpunkt haben.
PERRY RHODAN erscheint nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in anderen Europäischen Ländern wie Frankreich, der Niederlande oder Tschechien. Aber das ist noch nicht alles Perry, wird unteranderem auch in Ländern wie Japan oder Brasilien gelesen. Und darum soll es in der nächsten Ausgabe der SOL gehen. Weshalb ich in den vergangen Wochen und Monaten ganz viele E-Mails verschickt habe und Menschen in der ganzen Welt um Beiträge für die SOL gebeten habe. Einige sind der Aufforderung gefolgt, andere nicht. Aber damit musste ich rechnen. Ich freue mich jedoch über die nette Kontakte, die ich nach Brasilien und Japan knüpfen konnte. Und ich hoffe, dass auch die Leser der SOL Gefallen an den Interviews und Artikeln finden.
Wahrscheinlich haben die Mitarbeiter der PERRY RHODAN-Redaktion jenen Freitag den 2.3.2018 rot am Kalender angestrichen. Denn da erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Artikel über die PERRY RHODAN-Serie. Ausgerechnet auf der Titelseite des Feuilleton, das doch sonst nur Werken der »Hochliteratur« vorbehalten ist.
Dietmar Dath äußert sich ausgesprochen positiv zu den letzten zehn Heftromanen vor dem Jubiläumsband 2950. Besonders Verena Themsen und Kai Hirdt kommen dabei gut weg. Mehrfach zitiert er aus ihren Werken, spricht vom Zeichnen »psychologisch plausibler Figuren und schöne Sentenzen für subtilste Gemütsregungen«. Und er findet weitere hochgeschraubte Lobeshymnen auf die Komplexität der Serie und ihrer Handlung, sowie den Versuch über die Wissenschaft der Science Fiction die Welt zu erklären.
Selbst die Fans werden von ihm nicht als dümmliche Nerds hingestellt. Ganz im Gegenteil Dath verwehrt sich gegen den Begriff Nerd und erklärt an dieser Stelle sogar dessen Herkunft. Und er holt zum Gegenschlag aus gegen das Schubladendenken des Feuilleton zu Genreliteratur im Allgemeinen und der Science Fiction im Besonderen. Ein erstaunlicher Aufsatz über die Bedeutung des Genres in Zeiten rückläufiger Geschäftszahlen im Literatur-Business. Anscheinend ist es endlich dort oben angekommen, dass sich auch Leser der Genreliteratur nach anspruchsvoller Lektüre sehnen und das diese mitnichten jener niveaulose Schund ist, den die Literaturpäpste so gern darin sähen. Eben weil – und das ist der Kern des Erfolges von Science Fiction und Genreliteratur überhaupt – sie das »beglückende, faszinierende und produktive Leseerlebnis« in den Vordergrund stellen.
Vor allem aber sollten die Romane lesbar sein, ohne Schnörkel jedoch mit Anspruch, denn allein die technische Seite der PERRY RHODAN-Romane ist nicht für jeden leichte Kost. Und lesbar sind sie, ganz im Gegensatz zu besagtem Artikel von Dietmar Dath. Da werden Begriffe aus der Literaturwissenschaft eingestreut, die ein mehrfaches Nachschlagen in Lexika erfordern. Mancher Satz erschließt sich dem Heftromanleser (wie mir) erst nach dem Dritten durchlesen und bei einigen Absätzen glaubt man sich im Wald der Schachtelsätze verloren gegangen. Nun, wahrscheinlich muss das so sein in einer Tageszeitung wie der FAZ und insbesondere auf den Seiten des Feuilleton. So ein bisschen müssen sich die Kulturschreibenden schließlich doch abheben vom gemeinen Genre-Autor und wenn es nur in einer Besprechung der größten Science-Fiction-Serie der Welt ist.
Leider gibt es den Artikel auf der Online-Seite der FAZ nur für zahlende Leser. Was ich dann schon fast ein wenig schade finde. Endlich wird mal eine Serie der Genreliteratur und der Science Fiction vom Feuilleton mit Lob überschüttet und dann kann dies leider nicht von allen gelesen werden.
DORGON Band 101 »Schwarze Seele« von Roman Schleifer
Nach der Lektüre des Manuskriptes war ich etwas verstört. Ich hatte einen handfesten SF-Roman erwartet, bekam aber stattdessen einen Mix aus Thriller und Lovestory, der genauso gut auch auf der Erde unserer Gegenwart spielen könnte.
Ohne Frage, die Geschichte um einen Serienkiller und einer Ermittlerin bei der Polizei ist spannend geschrieben und man bangt bis zum Ende mit der Protagonistin, dass sie den Typen endlich das Handwerk legt. Aber meine Erwartungshaltung war eine andere. Den SF-Anteil finde ich zu aufgesetzt. Das hat für mich nicht richtig funktioniert, weil der Planet Cluver und seine Bewohner eine Spur zu Menschenähnlich waren. Einerseits hatte sich der Autor exotische Bezeichnungen für Blumen, Obst oder andere Dinge ausgedacht, an anderer Stelle tauchen dann aber plötzlich Orangen oder Schokolade auf, aber auch technische Dinge wie Autos, Handys oder Hubschrauber, die dann auch genauso bezeichnet werden. Das hat mich etwas verwirrt, weil es einfach nicht zu dem phantastischen Setting passen wollte.
Sehr gut geschildert war dagegen die Innenansicht des Serienkillers, wie er schon als Junge damit begann zu morden. Bei der weiblichen Hauptfigur melde ich Zweifel an. Da waren einige Reaktionen dabei, die für mich als Frau nicht stimmig waren. Zuerst ist sie total misstrauisch und dann springt sie mit einem Triebtäter ins Bett, obwohl ihre Instinkte Alarm schlagen …
Wer auf Sex und Crime steht, wird mit dieser Geschichte glänzend unterhalten. Wer aber so ein empfindliches Gemüt wie ich hat, der wird sich vor den Handlungen des Täters gruseln. Das ist nichts für Weicheier. Spannend ist es allemal.
Wer möchte, kann sich die Geschichte als kostenloses E-Book hier herunterladen.
YouTube-Videos sind bei Jugendlichen heutzutage beliebter als Fernsehen. Um als Firma oder Verlag diese Zielgruppe zu erwischen, braucht man zwangsläufig einen YouTube-Kanal auf dem regelmäßig neue Videos hochgeladen werden. Das gilt selbstverständlich auch für die PERRY RHODAN-Redaktion.
Videos auf YouTube gibt es bei PERRY RHODAN schon länger. Jetzt jedoch startet die Redaktion mit monatlich erscheinenden Clips durch. Verantwortlich für die Beiträge ist mein guter Freund und Autoren-Kollege Ben Calvin Hary, der in den letzten Monaten durch seinen eigenen YouTube-Kanal auf sich aufmerksam machte. Ben kennt sich nicht nur sehr gut mit der PERRY RHODAN-Serie aus, sondern auch mit all dem anderen nerdigen Zeug. Außerdem arbeitete er beim Radio und weiß als Online-Redakteur die Möglichkeiten des Internets auszuschöpfen.
Ich finde, er macht seine Sache ziemlich gut. Deshalb werde ich ab jetzt regelmäßig reinschauen, was es im YouTube-Kanal der PERRY RHODAN-Redaktion Neues gibt.
PERRY RHODAN NEO Band 168 – »Die MAGELLAN-Morde« von Kai Hirdt
Ein Mord geschieht auf der MAGELLAN, ausgerechnet als sich hunderte von Gaids an Bord befinden. Die wollen sichergehen, dass das Kombinat aus Paddlerplattform und Raumschiff so schnell wie möglich aus »dem hellen Kopfrund« verschwindet. Das Misstrauen der Gaids nach dem Fehltritt der Menschen verwandelt sich durch den Mord in gefährliche Hysterie. Sie drohen die Plattform mitsamt der MAGELLAN zu vernichten, sollten die Menschen den Mörder nicht ausliefern. Rhodan und seine Experten rätseln noch, wie das ungewöhnliche Verbrechen passieren konnte, da wird ein weiterer toter Gaid gefunden. Die Hinweise verdichten sich, dass die Mutantin Tani Hanafe hinter den Verbrechen steckt. Grund genug für Tim Schablonski Partei für seine Exfreundin zu ergreifen und selbst zu ermitteln.
Mit einem fulminanten Kriminalroman setzt Kai Hirdt die Handlung um die Gaids fort, die Madeleine Puljic so wunderbar eingeführt hatte. Das Ganze liest sich wie aus einem Guss, nicht ganz verwunderlich, da beide Autoren schon seit einiger Zeit nicht nur literarisch gemeinsame Wege gehen. Kai Hirdt gelingt es auch dieses Mal die Charaktere äußerst lebendig zu gestalten. Der Roman wird ausschließlich aus der Perspektive von Tim Schablonski erzählt. Dabei ist es ein Vergnügen zu erfahren, was er über seine Mitmenschen und die etwas nervigen Gaids denkt.
Gleichsam ist der Kriminalplot unheimlich spannend, ohne die bisherige Staffelhandlung zu vernachlässigen. Der Autor verwebt alles so gut miteinander, dass man bis zum Ende mitfiebert. Es gibt auch keine Logikbrüche oder Plotholes. Selbst die Auflösung ist so originell wie schlüssig. Dank einer bemerkenswerten Eigenschaft der Gaids können Rhodan und seine Mannen sich von ihren Bewachern befreien und in die Ödnis vorstoßen. Was sie dort finden, verspricht genug Spannung für die verbliebenen beiden Romane der Staffel.
Im Epilog findet dann auch der Konflikt um Hak Gekkoor und Faktor II seinen finalen Höhepunkt. Die Szene hat mich sehr überrascht, hatte ich doch frühesten in Band 170 mit einer Auflösung gerechnet. Das kam für meinen Geschmack etwas plötzlich und hatte keinerlei Bezug zur restlichen Romanhandlung.
Fazit: »Die MAGELLAN-Morde« ist ein makelloser Roman, mit einem gut konstruierten Kriminalplot, in den der Autor sehr viel Hirnschmalz gesteckt hat. Durch lebhafte Figuren und Wortwitz macht Kai Hirdt die Lektüre zu einem einzigen Vergnügen. Gemeinsam mit NEO 167 gehört dieser Band mit zu den Stärksten der MIRONA-Staffel.
PERRY RHODAN NEO Band 167 – »Die Grenzwächter« von Madeleine Puljic
Eine thetisische Flotte versucht Menschen und Paddler am Verlassen des Reichs von Andrumida zu hindern. Da eilen der MAGELLAN und der PE-hilfreich Fremde zu Hilfe und opfern sogar viele ihrer Schiffe, bis sie die Thetiser durch bloße Überzahl in die Flucht getrieben haben. Die Fremden nennen sich Gaids und sind überaus freundlich. Doch statt die MAGELLAN und die Paddlerplattform weiterziehen zu lassen, laden sie die Menschen in ihr Heimatsystem ein. Rhodan folgt der Einladung mit großem Mistrauen. Nicht nur er kann nicht glauben, dass ein Volk so selbstlos und freundlich sein kann. Als die kleine Delegation auf dem Heimatplaneten der Gaids von einem Sperrgebiet erfährt, in dem Teile aus dem Crea-Universum niedergegangen zu sein scheinen, schöpft Rhodan Verdacht. Er bittet Baar Lun, Tim Schablonski, Luan Perparim und den jungen Techniker Alexander Kapescu sich das heimlich anzusehen, während er diplomatische Verhandlungen mit den Obersten führt. Doch die Gaids kommen schnell dahinter und nehmen den Menschen den Vertrauensbruch ziemlich übel.
Erstklassisch kann man zu diesem gelungenen Werk nur sagen. Spannend, witzig und mit dem nötigen »Sense of Wonder« geleitet Madeleine Puljic ihre Leser durch den kurzweiligen Roman. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich die 161 Seiten ausgelesen hatte.
Das Volk der Gaids wird von der Autorin mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Die Fremden sind bestückt mit einer Moral, die sogar einen Perry Rhodan alt aussehen lässt. Jeder der überfreundlichen Fremden ist wunderbar charakterisiert, vom Flottenchef über den Paarungsbruder bis hin zum »Hellsten«. Die Heimatwelt der insektoiden Thetiserabkömmlinge steckt ebenfalls voller Ideen. Es ist genau das, was man als PERRY RHODAN-Leser erwartet: fremde Welten, außergewöhnliche Außerirdische und Charaktere mit viel Herz und Humor.
Mit Alexander Kapescu ist der Autorin ein weiterer großer Wurf gelungen. Das großmäulige Greenhorn macht nicht nur den Lesern viel Spaß, sondern vor allem der Autorin. Ich hoffe, dass wir weiterhin von ihm hören werden. An dieser Figur wird deutlich, wie wichtig stimmige Charaktere sind. Kapescu mag als Figur völlig überzeichnet sein, überzeugt mich aber mehr, als alle Figuren von Arno Endler aus Band 166.
Damit die große Rahmenhandlung der Staffel nicht unter die Räder kommt, sorgen mehrere Kapitel um Mirona Thetin, die zusammen mit Atlan heimlich der MAGELLAN durch das Gebiet der Gaids folgt. Hier erfahren wir auch, woher die Gaids kommen und warum sie eine besondere Stellung innerhalb Andromedas innehaben.
Bemängeln kann ich eigentlich nur, dass die Geschichte mit einem fiesen Cliffhanger endet und mich als Leser gierig sabbernd zurücklässt. So schlimm, dass ich mir sogar die Leseprobe von Band 168 von der PERRY RHODAN-Homepage laden musste, nur um zu erfahren wie es weitergeht.
Fazit: »Die Grenzwächter« stellt zum vorangegangenen Band eine regelrecht erholsame Lektüre dar. Größer kann der Unterschied zwischen zwei Romanen eigentlich nicht ausfallen. Jeder der Spaß an ungewöhnlichen Charakteren und exotischen Welten hat, dem sei der Roman von Madeleine Puljic empfohlen.
Gestern lag die SOL 89 in meinem Briefkasten. Eigentlich hatte ich nicht vor Ende der Woche damit gerechnet, weil sie erst am Mittwoch aus der Druckerei gekommen ist und weil unser Shop- und Mitglieder-Betreuer Herbert Keßel mitten im Umzug steckt. Aber schön, dass das Heft dann doch noch pünktlich rausgegangen ist.
Ich hatte zwischendurch meine Zweifel, ob wir die SOL noch vor April würden verschicken können. Aber dank der Mühen des gesamten SOL-Redaktionsteams ist es uns trotz einer technischen Panne (defekte Festplatte) gelungen, die Ausgabe zum vereinbarten Termin fertigzustellen. Es war zwar ganz schön knapp am Ende, aber im Zusammenspiel mit den beiden Lektoren Alexandra Trinley und Norbert Fiks konnten wir die Schlussredaktion innerhalb weniger Tage durchziehen.
Zum Inhalt:
Im Schwerpunkt geht es um die Perry Rhodan-Stammtische. Die Stammtische aus Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Wien berichten von ihren Aktivitäten.
Im Interview verrät Susan Schwartz mehr über die Miniserie OLYMP.
Stefan Wepil hat nicht nur das Cover gezeichnet, sondern auch einen sehr anspruchsvollen Artikel über Andrabasch abgeliefert.
Mir persönlich gefällt besonders das Interview, das Michael Tinnefeld mit dem Fan Jürgen Kirch geführt hat. Jürgen hat die alten PERRY-Comics aufleben lassen. Leider durften wir aus rechtlichen Gründen keine Bilder davon abdrucken. Aber allein Jürgens Geschichte über die Entstehung ist spannend und gleichzeitig berührend.
Neben der Auflösung des Gewinnspiels gibt es die üblichen Rubriken. Meine NEO-Kolumne musste leider geteilt werden, weil wir aus Kostengründen nicht mehr als 64 Seiten drucken dürfen. Sie wird im nächsten Heft fortgesetzt. Es ärgert mich immer ein bisschen, dass wir oft nicht genügend Platz für alle Beiträge haben und diese Verschiebungen ins nächste Heft immer häufiger vorkommen. Aber die Mitgliederentwicklung ist rückgängig und wir müssen froh sein, dass wir überhaupt noch 64 Seiten füllen dürfen.
PERRY RHODAN NEO-Kurzgeschichten von Oliver Plaschka
Das Oliver Plaschka zu meinen Lieblingsautoren bei NEO gehört, habe ich ja schon oft erwähnt. Deshalb nahm ich die Veröffentlichung seiner aktuellen Kurzgeschichte für die Platin-Edition Nr. 14 zum Anlass auch die zwei anderen Kurzgeschichten von ihm zu lesen. Die gibt es als E-Books im PERRY RHODAN-OnlineShop oder bei allen großen E-Book Händlern.
Quelle: Perrypedia
Die erste Geschichte »Das Juwel im Lotus« erschien in Band 2 der Platin-Edition. Sie spielt vor, während und nach Perry Rhodans Flug zum Mond. Die Protagonisten sind Rhodans Freund und Mitstreiter Clark G. Flipper und seine Freundin Beth Gale. Wobei Beth die meisten Kapitel der Geschichte gewidmet sind.
Während Clark zum Mond fliegt, besteigt Beth im Himalaya das Annapurna-Massiv. Doch der Führer ihrer kleinen Bergsteigertruppe José ist nicht der, der er zu sein scheint. Clark ahnt das voraus und versucht Beth zu warnen. Sie schlägt seine Warnungen in den Wind und sie gehen im Streit auseinander. Umso schlimmer ist es für sie, als sie herausfindet, dass Clark Recht hatte. Nachdem José ihre Begleiter tötet und eine Lawine auslöst, der er selbst zum Opfer fällt, findet Beth in seinem Rucksack ein puppenähnliches Lebewesen, dass es auf Clark abgesehen hat. José hatte Beth hierher gebracht, um Clark herzulocken. Allein in der Todeszone und als einzige Überlebende begreift Beth, dass sie Clark während des Streits das letzte Mal gesehen hat und schreibt ihm einen Abschiedsbrief, in dem sie sagt, wie sehr sie ihn liebt.
Die Geschichte ist nicht nur sehr emotional geschrieben, sie ist zudem auch gut recherchiert. Man lernt etwas über das Bergsteigen im Himalaya und über Tibetische Bräuche. Beth und Clark sind sehr glaubhaft charakterisiert, ihr Schicksal ging mir unter die Haut. Das hat nicht viel mit Science Fiction zu tun, passt sich aber hervorragend in die ersten Geschichten aus dem NEOversum ein.
Quelle: Perrypedia
In der zweiten Geschichte »Das Schiff« geht der, 10.000 Jahre vor Rhodans Mondflug auf der Erde gestrandete Atlan zusammen mit seinem letzten verbliebenen Gefährten Cunor auf die Suche nach einem abgestürzten Schiff der Methans. Im Kontakt mit einer Siedlung Frühmenschen stellt der Arkonide fest, dass das abgestürzte Schiff die Gegend und das Wasser radioaktiv verseucht hat. Entgegen dem Wunsch des Freundes, der jede Möglichkeit nutzen will, um die Erde zu verlassen, zerstört Atlan zusammen mit dem Androiden Rico das Schiff in einem Vulkan. Das treibt einen Keil zwischen Atlan und Cunor, und veranlasst diesen, die gemeinsame Tiefseekuppel für immer zu verlassen und alleine einen Weg zu finden, nach Arkon zurückzukehren.
Sehr stimmig beschreibt Oliver Plaschka den auf der Erde gestrandeten Arkoniden, zeigt seine Hoffnungslosigkeit und die wachsende Verantwortung für die Menschen, aber auch sein Hadern mit der ihm verliehenen Unsterblichkeit. Atlan lässt den Artgenossen ziehen, weil er begreift, wie sehr sich sein Denken von dem Cunors unterscheidet, weil die Last der Unsterblichkeit ihn verändert hat.
Für die Geschichte setzt der Autor auf die stilistische Form des Ich-Präteritum, das die Erzählungen über Atlan schon in der Erstauflage geprägt hat. Auch in dieser Geschichte gelingt es Oliver Plaschka, die Emotionen der Figur auf den Leser zu übertragen und gleichzeitig das NEOversum mit neuen Fakten zu bereichern.
»Das Schiff« erschien in Band 7 der Platin-Edition.
Quelle: Perrypedia
Wie groß die Bandbreite des Autors ist, beweist er mit seinem dritten Beitrag »Casino Imperial«, der Kurzgeschichte aus Band 14 der Platin-Edition. In James Bond-Manier versucht Jemmico, Celista des Arkonidischen Geheimdienstes, einen Widersacher am Kartentisch zu ruinieren. Ishy Matsu und Iwan Goratschin, die sich heimlich mit Perry Rhodan auf dem Weg nach Arkon befinden, geraten zwischen die Fronten und müssen ihre Enttarnung befürchten. Letztendlich sind sie es, die Jemmico aus den Fängen seines Widersachers befreien und seinem Plan auf andere Art zum Erfolg verhelfen.
Von der ersten Minute an fiebert man mit Jemmico und den beiden Mutanten. Dabei gelingt es dem Autor versteckte Hinweise einzustreuen, die auf eine dritte Partei in dem Ränkespiel hinweisen, welche die weitere Entwicklung der Serie beeinflussen wird. Mit Action und Köpfchen erinnert die Geschichte an einschlägige Agenten- oder Casinofilme wie »Casino Royal« oder »Ocean‘s Eleven«. Das macht großen Spaß und so liest sich »Casino Imperial« so leicht wie das Kapitel eines Bondromans.
Nach seinen NEO-Romanen konnte mich Oliver Plaschka nun auch mit seinen Kurzgeschichten begeistern. Die ihm eigene Harmonie ist auch hier in jedem Satz zu erleben. Er hat ein Gespür für einen runden Handlungsaufbau und für Timing. Außerdem findet er stets die richtige Balance zwischen Action und Emotion. Wenn ich aus den drei Kurzgeschichten einen persönlichen Favoriten wählen müsste, so wäre es »Das Juwel im Lotus«. Die Liebesgeschichte ist anrührend ohne kitschig zu sein und trägt dennoch ein phantastisches Element im Kern.
Die ausdrucksstarken Titelbilder stammen übrigens von Arndt Drechsler.