Ich habe es getan, und mir quasi selbst ein Weihnachtsgeschenk gemacht.
Nach ewigen Querelen und der ständigen Rennerei nach den PERRY RHODAN NEO-Romanen, habe ich endlich beschlossen ein Abo abzuschließen. Ab dem nächsten Heft bekomme ich NEO alle vierzehn Tage nach Hause geliefert. Schauen wir mal, wie gut das klappt. Das Abschließend des Abos hat schon mal gut funktioniert. Schnell, online ein Formular ausgefüllt, und wenige Stunden später hatte ich schon die Begrüßungs-E-Mail im Postfach.
In den letzten Wochen hatte ich oft Probleme die Taschenhefte zu bekommen, wenn ich sie mir nicht auf den Unterwegs-Bahnhöfen beim Umsteigen geholt habe. Aber auch das klappte in letzter Zeit nicht immer. In München hatte ich kaum noch Glück, obwohl ich da die Ecken kenne, wo man die NEOs bekommt. In Saalfeld gibt es gar keinen NEO und die PERRY RHODAN Erstauflage auch nur noch in einem einzigen Laden. Nicht mal mehr am Bahnhof. (Da wird es wohl bald gar keine Zeitungen mehr geben, nachdem dort kaum noch ein Zug hält.) Wie gesagt, wenn ich hier auf dem Dorf einen NEO will, muss ich in die nächste Stadt fahren, das Auto in die Tiefgarage am Bahnhof stellen und hoffen, dass der Kauf nicht länger als zehn Minuten dauerte. Weil bei Zeitüberschreitung noch 50 Cent Parkgebühren dazukommen. Das war mir auf Dauer zu nervig, deshalb habe ich mich jetzt für ein Abo entschlossen.
Der ersten Roman im Abo wird Band 164 sein. Ein Roman von Mit-Exposéautor Rainer Schorm. Darauf bin ich schon sehr gespannt.
PERRY RHODAN NEO Band 162 – »Allein zwischen den Sternen« von Kai Hirdt
Wie fühlt sich ein Mensch der schon mehr als tausend Jahre lebt? Gibt es für ihn noch Inspiration? Fühlt er noch, oder ist ihm alles gleichgültig? Mit all diesen Fragen beschäftigt sich Kai Hirdt in diesem Roman. Er schafft damit etwas, das seinen Vorgängerinnen in Band 161 nicht gelungen ist, nämlich mir die Gefühlswelt eines MdI zu vermitteln.
Trinar Molat – Faktor II – ist ein einsamer Mann. Durch das lange Leben abgestumpft, gibt es kaum noch etwas, dass ihn berührt. Allein sein Hass auf Perry Rhodan und die Jagd auf den Terraner scheint in ihm etwas zum Schwingen zu bringen. Dabei hat seine ehemalige Partnerin Mirona Thetin – Faktor I – verboten der MAGELLAN und Rhodan nachzustellen. Molat spielt sein eigenes Spiel, als er sieht, dass Mirona von ANDROS Auftrag abzuweichen scheint. Durch seine Gedanken versteht man sein Handeln, das von Brutalität und Gleichgültigkeit geprägt ist. Sein Versuch die Welt seiner Untergebenen zu verstehen, scheitert an seiner Gefühllosigkeit. Ist er noch ein Mensch? Führt Unsterblichkeit zum Verlust der Menschlichkeit? Es sind genau die Ängste mit denen Perry Rhodan bei der Übernahme seines Zellaktivators haderte, die sich als Eigenschaften in den MdI manifestieren. Allein für diese Charakterstudie lohnt sich die Lektüre des Romans.
Spannend und actionreich geht es dagegen auf der MAGELLAN zu. Atlans Botschaft enthielt einen Schadcode, der die Positronik übernimmt und das Schiff zu einem Rendezvous mit einer Plattform der Paddler zwingt. Lange ist nicht klar, ob die Paddler den Terranern wirklich wohl gesonnen sind. Als die Vorurteile überwunden scheinen, wird die MAGELLAN von den Schergen Trinar Monats angegriffen. Auch in diesem Handlungsstrang spielt Kai Hirdt seine Stärken aus. Mit lebhaften Dialogen und witzigen Szenen legt er den Schwerpunkt auf die Interaktion der Figuren. Bei den Raumschlachten dagegen hatte ich oft ungenaue Bilder im Kopf und konnte den Manövern nicht so recht folgen.
»Allein zwischen den Sternen« ist ein kurzweiliger Roman, der einen Blick in die Seele eines Meisters wirft und den Terranern in Andromeda zum ersten Mal echte Vertraute verschafft. Spannung und die vielen netten Details machen diesen NEO zu einem echtes Erlebnis und entschädigen mich für den schlechten, letzten Roman.
Während die Mitglieder der PRFZ noch in Ausgabe 88 schmökern, bin ich bereits dabei, das Heft 89 zusammenzustellen. Den ganzen Vormittag habe ich damit zugebracht, eingereichte Artikel und Fotos zu sichten, deren Umfang zu bestimmen und in einer Excelliste zu notieren. Anschließend bin ich die Texte nochmals durchgegangen, habe kleinere Korrekturen ausgeführt, mir Zwischenüberschriften ausgedacht und die Artikel mit Bildern anschließend auf unser Online-Drive hochgeladen. Damit können die Redaktionsmitglieder schon mal mit dem Redigieren der Texte starten. Am Ende stellte ich mal wieder fest, dass ich viel zu viel Material habe. Ich muss meine eigenen NEO-Kolumne massiv kürzen, weil ich im Heft schlicht nicht genügend Platz habe. Man glaubt ja nicht, wie schnell 64 Seiten voll sind.
Wozu ich 2017 wohl nicht mehr kommen werde, ist der Newsletter. Mir fehlte in den letzten Wochen schlichtweg die Zeit, mich auch noch darum zu kümmern. Ich habe mir die Freiheit genommen, an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. So ein bisschen Egoismus muss ab und an auch mal sein. Dafür wird es im Januar einen Newsletter geben.
Das Schwerpunkt-Thema der kommenden SOL werden die Jubiläumsstammtische aus den Jahren 2016 und 1017 sein. Wahrscheinlich sind dabei nicht alle Stammtische berücksichtigt, die in diesen Jahren ihr 20-jähriges gefeiert haben, aber zumindest von den großen Stammtischen habe ich Rückmeldungen in Form kleiner Artikel bekommen. Im Hinterkopf arbeite ich aber bereits an der SOL Jubiläumsausgabe 90, die soll international werden. Ich überlege mir gerade was für Beiträge ich dazu brauche und wo ich die her bekomme. Ich hoffe, dass das am Ende alles auch so klappt. Drückt mir die Daumen.
PERRY RHODAN EXTRA Nr. 16 – »Die Phantome von Epsal« von Michael Marcus Thurner
Die Welt Epsal ist schon sehr lange Bestandteil des PERRY RHODAN-Universums. Bereits in PR-Band 100 wird sie erwähnt. Doch wie es auf dieser Welt aussieht und welche Geschichte sie im Laufe der Jahrtausende genommen hat, war lange in den Annalen der Serie verborgen. Entsprechend kurz ist der Eintrag zu Epsal in der Perrypedia. Noch!
Mit »Die Phantome von Epsal« hat sich Michael Marcus Thurner daran gesetzt und dem einstigen Kolonialplaneten der Terraner nicht nur ein Gesicht verpasst, sondern auch eine Geschichte. Ganz nebenbei bekommt der Leser auch noch einen spannenden Thriller geliefert. So richtig mit Attentat und Jagd auf Perry Rhodan. Dabei war der Zellaktivatorträger nur auf Epsal, um eine alte Freundin zu besuchen. Als diese Freundin während des Attentats stirbt, wird Rodan schnell klar, dass sie ihn nicht ohne Grund nach Epsal bestellt hat. Ihre Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Nach einer Art Militärputsch werden die Rechte der Bewohner stark eingeschränkt und Perry Rhodan erlebt am eigenen Leib, dass er niemandem vertrauen darf. Brennpunkt des Konflikts scheinen die Lahoori zu sein. Sagenumwobene Gestalten, an deren Existenz nur Angsthasen und kleine Kinder glauben, die sich aber als ziemlich real herausstellen. Perry Rhodan muss der Wahrheit ins Auge sehen. Die einst von ihm vorangetriebene Expansion der Terraner ist verantwortlich für den Beinahe-Exodus der epsalischen Ureinwohner. Doch wie immer sind auch hier die Hintergründe noch viel komplizierter.
Der Autor zeichnet ein buntes Bild jener Welt, die man zu kennen glaubt. Mit viel Phantasie und Liebe zum Detail erschafft er quasi einen exotischen Planeten aus dem Nichts. Witzige Sidekicks wie die Dackelplage oder die Marittenbäumchen unterhalten, während man mit Perry Rhodan von einem Abenteuer ins andere stolpert. Dabei beschreibt Michael Marcus Thurner den Zellaktivatorträger erfrischend menschlich. Aber auch die kurzen Auszüge aus der epsalischen Geschichte lesen sich realitätsnaher, als man sich das wünscht. Da steckt viel Gesellschaftskritik zwischen den Zeilen und das wiederum macht diese Passagen so glaubhaft.
Einziger Schwachpunkt war das hastige Finale. Der Roman war so plötzlich zu Ende, dass man beinahe dachte, etwas überlesen zu haben. Da hätte ich mir als Leser mehr gewünscht. Dafür hätte es an anderer Stelle weniger sein können.
Dennoch! Der 16. Band der EXTRA-Reihe ist ein besonders lesenswerter Roman, der nicht nur eine spannende Handlung erzählt, sondern auch die Geschichte eines Planeten beleuchtet, den es schon sehr lange in der PERRY RHODAN-Serie gibt. Gut gemacht!
»Die zweite Insel« ist eine NEO-Staffel mit einigen guten Romanen, in denen die Situation in Andromeda von vielen Seiten beleuchtet wird. Es gibt aber auch viele Dinge, die sich über die Romane hinweg wiederholen, wie die Ersatzteilbeschaffung für die MAGELLAN oder das Herrschaftssystem der Meister. Es wurde so oft herausgehoben, dass es mich als Leser am Ende schon nervte. Ich weiß, die Meister sind böse, das muss man mir nicht ständig ins Gedächtnis hämmern.
Oftmals zu spät bekommen die Leser Informationen, auf die sie schon lange gewartet haben, oder die notwendig gewesen wären, um bestimmte Handlungen der Terraner in der Vergangenheit besser nachzuvollziehen. So gesehen funktioniert der Informationsfluss zwischen Exposéautoren und Autoren nicht wie erhofft. Ich hatte das Gefühl, dass Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm viele Informationen für ihre eigenen Romane zurückbehalten. Das erweckt oftmals den Eindruck, dass die Romane dazwischen nur als Füllmaterial dienen. Und das wiederum ist nicht nur den anderen Autoren, sondern auch den Lesern gegenüber unfair. Vielleicht würde eine Gleichverteilung an Informationen zu einer besseren Verzahnung der einzelnen Staffelromane führen und der Serie zu einem kompakteren Inneren verhelfen.
Herausragend waren die Bände 153, 154 und 156, die ich im Nachhinein als Höhepunkte ansehe. Gegen Ende schwächelte der Spannungsbogen dann etwas. Es kommt zum Showdown mit Faktor I – Mirona Thetin, die Perry Rhodan von ihren Motiven überzeugen und mit ihm kooperieren möchte. Und dann sind ja auch noch die beiden A, wie Atlan und ANDROS. Aber von ihnen werden wir in der nächsten Staffel »Mirona« mehr erfahren.
Trotz meiner anfänglichen Skepsis bin ich vom Auftakt in die nächsten fünfzig NEO-Romane nicht enttäuscht. Die Expokraten haben spannende Geschichten erzählt und mir viele schöne Lesestunden beschert, aber auch das eine oder andere Negativerlebnis. Aber wie heißt es so schön, wo viel Licht ist, muss auch Schatten sein. In diesem Sinne bereite ich mich schon mal auf die nächsten Romane von PERRY RHODAN NEO vor.
PERRY RHODAN NEO Band 160 – »Im Kreis der Macht« von Rüdiger Schäfer
Zehn Bände ist der letzte NEO-Roman von Rüdiger Schäfer her. In früheren Staffeln hat er meist zwei Bände zur Handlung beigesteuert. Die gewonnene Zeit hat der Expokrat genutzt, um die Geschichte um Perry und seine Freunde im NEO-Universum weiterzuspinnen. Dementsprechend ausgehungert war ich, wieder etwas von ihm zu lesen.
17 Bände dagegen ist es her, seit Kai Hirdt erzählte, wie Atlan von ANDROS auf ein Schiff der Thetiser entführt wurde. Seit dem warten die Fans darauf zu erfahren, was aus dem Arkoniden geworden ist. Jetzt endlich wurde ihr Flehen erhört. Der Atlan-Handlungsstrang von Band 160 knüpft nahtlos an die Handlung von Band 143 an.
So gesehen schließt »Im Kreis der Macht« zwei Staffeln ab. Wie ich schon bei der Rezension zur METEORA-Staffel bemängelte, fehlte hier ein Roman, der auf das Schicksal Atlans einging. Diese Fragen werden erst jetzt – 17 Bände später – beantwortet und das ist meiner Meinung nach zu spät. Zumal die Leser, die mit Band 150 eingestiegen sind, kaum etwas mit der Geschichte um Atlan werden anfangen können.
In der Haupthandlung trifft Perry Rhodan im Zentrum Andromedas auf Faktor I, hinter dem sich niemand anderes als Mirona Thetin verbirgt, die abtrünnige Liduuri Anathema di Cardelah. Sie hat Rhodan erwartet, um ihm einen Vorschlag zu unterbreiten. Was die Leichtigkeit erklärt, mit der die MAGELLAN ins Herz der Meister der Insel vordringen konnte. Obwohl sie ihn für den Tod ihres Sohnes Agaior Thoton verantwortlich macht, scheint sie den Terranern wohlgesonnen. Als Rhodan ablehnt, kommt Atlan ins Spiel, der bereits seit drei Jahren mit Mirona kooperiert. Auch er fordert den Terraner auf, sich mit den MdI zu verbünden, um die Bedrohung durch die geheimnisvollen Crea abzuwenden. Doch Rhodan wäre nicht Rhodan, wenn er sich von jemandem beeinflussen ließe, dem das Leben eines Individuums nichts zu bedeuten scheint.
Rüdiger Schäfer geht das Thema sehr philosophisch an. Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Was bedeutet Moral? Und heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Er bringt die verschiedenen Ansichten glaubhaft vor und regt zum Nachdenken an. Macht aber auch deutlich, dass Rhodan den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird und die Menschen lieber dem Untergang opfert, als seinem Gewissen abzuschwören. Deshalb endet die Zusammenkunft mit Faktor I auch in einer Katastrophe. Es ist allein Atlan zu verdanken, dass die MAGELLAN von Multidon wieder unbehelligt starten kann.
Ein weiteres Rätsel wird zumindest zu einem Teil gelöst. Tuire Sitareh ist nach seinem Memeter-Anzug süchtig und steht scheinbar auf der Seite der Feinde. Aber ganz so klar wird auch dies nicht geklärt. Er wird von Rhodan mit einer Aufgabe betraut, kehrt aber nicht auf die MAGELLAN zurück. Der Autor verrät uns leider nicht, ob der Aulore die ihm gestellte Aufgabe wirklich erfüllt hat.
»Im Kreis der Macht« gehört sicher nicht zu den besten Arbeiten des Autors, dazu fehlt dem Roman die Präzision zwischen den Handlungsebenen. Die Romanhandlung erscheint auf den zweiten Blick etwas flach und unzureichend durchdacht. Rüdiger Schäfer reißt es dadurch heraus, dass er viel in die gedanklichen Auseinandersetzungen zu Moral und Gewissen steckt. Etwas gestört hat mich an mehreren Stellen auch die offensichtliche Exposition. Aber damit muss man als PERRY RHODAN-Leser leben, schließlich wollen auch Neueinsteiger verstehen, um was es geht.
Fazit: Die Leser bekommen am Ende der Staffel viele Informationen geliefert. Wobei auch hier neue Fragen aufgeworfen werden. Der Autor verpackt sie in einen Roman, der seine Spannung weniger aus der Handlung, sondern mehr aus dem philosophischen Hintergrund bezieht. Das ist völlig in Ordnung, befriedigt mich aber nicht vollends.
Meine geschätzte Kollegin aus der SOL-Redaktion, Alexandra Trinley, hat sich in den vergangenen Monaten einem ehrgeizigen Projekt gewidmet. Die Dokumentation einer PERRY RHODAN-Miniserie gab es in dieser Form noch nie. Eine so umfangreiche Sammlung an Interviews, Werkstattberichten und Artikeln muss man erst einmal zusammentragen. Sie dann auch noch in eine ansprechende Form zu bringen, ist eine weitere Mamutaufgabe.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Alexandra in letzter Zeit die eine oder andere schlaflose Nacht hinter sich gebracht hat. Aber es hat sich gelohnt. Die schöne Publikation ist vollgestopft mit wissenswertem Begleitmaterial zu TERMINUS. Der Leser erfährt sehr viel über die Entstehungsprozesse einer Miniserie, aber auch über die Arbeit von Autoren, Lektor und Redaktion. Das ergibt einen sehr spannenden Überblick.
Auszüge aus den Interviews, die im Geisterspiegel oder im Corona-Magazin erschienen, durfte ich für den Newsletter der PRFZ verwenden. Dafür nachträglich noch vielen Dank an Alexandra. Warum aber mein Name bei den Mitarbeitern im Impressum auftaucht, weiß ich nicht, weil ich eigentlich nichts dazu beigetragen habe. Das haben meine Mitstreiter aus der SOL-Redaktion und Layouter René Spreer allein gemacht. Ein großes Lob an alle.
Ich persönlich habe TERMINUS noch nicht gelesen, werde das aber bei Gelegenheit nachholen. Spätestens dann steht mir ein umfangreiches Sekundärwerk zur Seite, dass mir die Lektüre versüßen wird.
Die Publikation »Gespräche zu TERMINUS« gibt es auf den Seiten der PRFZ des PROC zum Gratis-Download im PDF- und ePub-Format.
Die nächste SOL ist im Anmarsch. Ende nächster Woche sollte jedes Mitglied der PRFZ sein Exemplar im Briefkasten haben.
Seit Sommer arbeiten die Redaktionsmitglieder und ich an dem Heft. Jetzt ist es endlich soweit.
Den Schwerpunkt stellt die STELLARIS-Serie mit Interviews und Beiträgen der Macher. Unteranderem blickt Wim Vandemaan (alias Hartmut Kasper) auf seine Zeit mit der Serie zurück, aber auch der Neue auf der STELLARIS – Olaf Brill – stellt sich den Fragen der Redaktion. Höhepunkt ist eine STELLARIS-Kurzgeschichte von Roman Schleifer.
Außerdem finden sich im Heft noch die Besprechungen zur EA und zu NEO und noch viele weitere Artikel aus und über das PERRY RHODAN-Fandom.
Ganz besonders gespannt bin ich, wie das Kreuzworträtsel bei den Lesern ankommt. Es ist ein Versuch und wenn er klappt, möchten wir öfter ein Rätsel anbieten. Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen. Wer also noch kein Mitglied der PRFZ ist und teilnehmen möchte, kann entweder schnell einen Mitgliedsantrag ausfüllen oder das Heft im Space-Shop der PRFZ einzeln bestellen.
PERRY RHODAN NEO Band 159 – »Der falsche Meister« von Rainer Schorm
Ich tat mich vor allem mit der ersten Hälfte des Romans schwer. Erst im letzten Drittel wurde die Handlung so spannend, dass ich das Buch nicht nach drei Kapiteln wieder weglegen musste.
In den ersten beiden Dritteln erwartet den Leser viel astronomisches Wissen. Gammablitze, Dunkelwolken, Gravitationswellen, Vakuolen … das liest sich stellenweise fast wie ein Sachbuch aus meiner Astronomie-Bibliothek. Nicht uninteressant, geht aber zu Lasten einer spannenden Handlung. Es passiert wenig Spektakuläres. Man erfährt etwas über Sud, der im Situativ gefangen ist und von der Positronik des Situativs umsorgt wird. Der Doppelmutant Sid/Sue ist nicht sicher, wer er ist und leidet unter dem Transmitterdurchgang. Die Passagen haben mir vor allem dadurch gefallen, dass sie einen Blick in die Gedankenwelt von Sud geliefert haben. Solide geschrieben sind auch jene Szenen, in denen das Schiff schließlich von der MAGELLAN geborgen und Sud befreit wird.
In einer Dunkelwolke entdeckt die MAGELLAN neben dem Situativ auch einen Sonnentransmitter, der von Baar Lun als Ruine bezeichnet wird, sich bei einem Versuch mit einem Meteoriden aber als funktionstüchtig erweist. Wohin der Transmitter jedoch führt und was es mit den Gravitationswellen und Quantenfluktuationen auf sich hat, kann auch Genie Eric Leyden nicht erklären. (Ich tippe mal auf die Vergangenheit.)
Perry Rhodan hält sich an Baar Luns Plan durch die Dunkelwolke ins Donit-System weiterzufliegen, wo sich Faktor 1 aufhalten soll. Nach dem Tod des MdI im letzten Roman, soll sich Rhodan als Faktor X ausgeben, um ungestört ins Herz Andromedas vorzudringen. Ich gebe zu, dass der Plan des Moduls clever ist, aber ich frage mich auch, woher Baar Lun all das Wissen über die Meister hat, wo er doch seine Station nie verlassen konnte.
Der Plan funktioniert zunächst wie gewünscht. Doch dann taucht eine Rebellengruppe auf, die just bei der Ankunft der MAGELLAN von dem Strafplaneten zu fliehen versucht. Wieder werden wir Zeuge, wie sehr das Regime der Meister die Thetiser unterdrückt. Doch wir erleben auch, wie anfällig dieser Machtapparat in seiner Starrheit ist. Obwohl Faktor XII anwesend ist und es den Rebellen gelingt in die MAGELLAN einzudringen und sich dort zu verschanzen, kommt Rhodan mit seiner Maskerade durch. Er spielt den Überlegenen, weißt die Kommandantin der Station in ihre Schranken und scheint auch Faktor XII zu beeindrucken. Hier nimmt der Roman endlich Fahrt auf. Leider ist er dann auch ziemlich schnell wieder zu Ende, weil Gucky die Rebellen auf der MAGELLAN mit einer Paralysegranate außer Gefecht setzt. Danach ist der Weg nach Multidon – der Welt von Faktor I – frei und die MAGELLAN mit allen Befugnissen ausgestattet.
Für einen NEO lief das überraschend glatt. Angesichts dessen, dass es in dem System eine gigantische Armada von Raumschiffen gibt und auch, dass Rhodan bei einer Übertragung Atlan im Hintergrund zu sehen glaubt, hatte ich mit mehr Schwierigkeiten gerechnet.
Vor dem großen Finale bringt Rainer Schorm alle Figuren in die richtige Position und liefert ein paar nette astronomische Details, mehr aber auch nicht. Man merkt, dass der Autor sich mit Astronomie beschäftigt hat. Das war gut recherchiert, zumindest so lange bis (mal wieder) eine grüne Sonne aus den Tiefen des Universums hervorgezaubert wurde. – Zum hundertstens Mal: Es gibt keine grünen Sterne! Punkt! – Das ist spektral einfach nicht möglich. Ich denke, sowohl Rüdiger Schäfer als auch Rainer Schorm wissen das. Die grüne Sonne soll wahrscheinlich eine Hommage an die frühe EA sein, wo es ständig grüne Sonnen gab. Anders kann ich es mir nicht erklären.
Zwischen den Figuren spielen sich die typischen verbalen Auseinandersetzungen ab, die Rainer Schorm in seinen Geschichten gern verwendet. Dabei ist Leyden wieder in seinem Element, aber auch zwischen Bully und Rhodan gibt es das eine oder andere Wortgefecht. Da der Autor es zurückhaltend einsetzt, wirkt es an den Stellen sogar erfrischend.
Fazit: Wer sich für Sterne und astronomische Phänomene begeistern kann, wird den Roman interessant finden. Ansonsten hält die Handlung wenig Spektakuläres für den Leser bereit. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht.
In der 540. Ausgabe der Clubnachrichten findet Hermann Ritter lobende Worte zur SOL 87 und zum Jubiläums-Newsletter Nr. 20. Das freut mich sehr. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung gibt nur noch wenige echte Fanzines. Die Fanszene spielt sich heute meist in Internet-Foren oder in den Sozialen Medien ab. Da ist es gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die Fanzines lesen und öffentlich darüber schreiben. Auch wenn es immer weniger werden.
Ich kaufe inzwischen nur noch die PERRY RHODAN-Heftromane, wenn die Clubnachrichten enthalten sind und die Nachrichten lese ich dann auch immer vollständig, den Heftroman selbst lese ich nicht. Der Roman wandert anschließend in einen Karton zur Aufbewahrung. Vielleicht komme ich ja doch irgendwann mal dazu, auch die Geschichten zu lesen.