Dem Chaos entkommen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN »Mission SOL« Band 10 – »Die Höllenfahrt der SOL« von Olaf Brill

Ich hänge ein bisschen mit dem Lesen der Miniserie hinterher. Zwischenzeitlich hatte ich tatsächlich überlegt aufzuhören, nicht nur weil es mich zeitlich schlaucht, sondern auch wegen des Inhalts. Gut, dass ich es nicht getan habe, denn Band 10 hebt sich überraschend positiv heraus. Da hätte ich glatt etwas verpasst.

Die SOL entkommt der protochaotischen Zelle und setzt sich zum ersten Mal in der Serie zusammen. Das ist der Moment, auf den ich und viele Leser gewartet haben. Meines Erachtens hätte es schon viel früher passieren müssen. Das Feuerwerk an Ideen, was der Autor im Anschluss abbrennt, finde ich großartig. Für einen Roman passiert fast schon zu viel. Das hätte man mindestens auf zwei Romane verteilen können. Die Idee mit den Para-Realitäten ist zwar nicht neu – das gab es bei Star Trek TNG schon mal – aber es ist unterhaltsam geschrieben.

Meine spezielle Freundin Mahlia Meyun nervt nicht mehr ganz so schlimm. Dafür gibt es ein paar Alt-Solaner unter den Besatzungsmitglieder der SOL, deren Verhalten ich nicht angemessen finde. Aber das ist wohl den Umständen geschuldet. Zu Roi Danton konnte ich noch nicht das richtige Verhältnis aufbauen. Momentan wirkte er auf mich ein bisschen wie ein jüngerer Atlan. Schauen wir mal, was da noch kommt.

Überraschend ist Rhodans plötzliche Einsicht, dass er seinen Sohn opfern muss, um die SOL zu retten. Da macht es ihm plötzlich weniger aus als auf Evolux, wo er mit der Zerstörung der protochaotischen Zelle den Bürgerkrieg unter den Planetenbewohnern hätte beenden können.

Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. »Die Höllenfahrt der SOL« ist definitiv der bessere der beiden Romane von Olaf Brill für diese Miniserie.

Noch zwei Romane, dann ist die Serie beendet. Ich denke, die Pause bis zur nächsten Miniserie im Frühjahr haben sich Autoren, Redaktion und Leser dann redlich verdient.

Ach ja, das »Spagetti-Monster« auf dem Cover gefällt mir übrigens ausnehmend gut.

Endloser Albtraum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 211 – »Der schreiende Stein« von Michelle Stern und Lucy Guth

Nach der Beinahekatastrophe ist die FANTASY in der Southside der Galaxis gestrandet. Während die Reparaturarbeiten am Antrieb auf vollen Touren laufen, werden die Crewmitglieder zunehmend von Albträumen geplagt. Fast alle fühlen sich unausgeschlafen und erschöpft, was zu Fehlern führt. 
Gucky glaubt, dass die Albträume in einem schreienden Stein auf einem nahegelegenen Planeten ihren Ursprung haben. Als Gucky und immer mehr Menschen ins Koma fallen, brechen Perry Rhodan, die Bull-Legacy Zwillinge, die Tekener Geschwister und der Oproner Merkosh zur Oberfläche auf, um den Schreienden Stein zum Schweigen zu bringen.
Auf Nachdruck erklärt Merkosh Rhodan, dass der Stein ein Mechanismus des Compariats ist, damit niemand in die von Dunkelleben verseuchte Raumregion eintritt.

Ich habe selten so lange für einen NEO-Roman gebraucht. Manchmal war ich versucht, in das Schreien des Steins mit einzustimmen, um mich meines Frusts zu entledigen.

Man merkt schon. Diese Lektüre war nichts für mich. Absolut nicht. Ich kann dem Horror-Genre wenig abgewinnen und wenn gefühlte zwei Drittel eines Romans aus Albträumen bestehen, dann geht mir das schon gehörig auf den Keks. Zumal diese Träume auf den ersten Blick überhaupt nicht handlungsrelevant zu sein scheinen. Vielleicht kommt da noch was nach, aber ich fühlte mich von der Fülle schier erschlagen.

Irgendwie wartete ich die ganze Zeit, wann es denn jetzt endlich mit der Handlung weitergeht, aber selbst als Rhodan und die anderen auf dem Planeten gelandet waren, ging es mit den Träumen und Monstern weiter. Die Beschreibungen fand ich zuweilen derart mit Adjektiven überladen, dass ich am liebsten einen Rotstift genommen hätte, um sie zu streichen.

Bestimmt gibt es Leser denen solche Geschichten gefallen. Es war mal etwas anderes. Nach mehr als 200 Bänden darf man selbstverständlich ein Experiment wagen. Aber, bitte, bitte liebe Exposé-Autoren, die nächsten hundert Bände möchte ich sowas nicht mehr lesen.

Einziger Lichtblick im Roman war die Figurenentwicklung von Nadine Baya. Von der Technikerin mit mangelndem Selbstbewusstsein zur Interimskommandantin der FANTASY, war gut und glaubhaft erklärt, auch die Erklärung, wieso sie bis zum Schluss wach geblieben ist.

Ein Roman wie ein Albtraum. »Der Schreiende Stein« hat mich so gar nicht überzeugt. Ich hoffe, die nächste Geschichte der beiden Autorinnen gefällt mir besser.

Perry im Schwarzwald

Quelle: www.mein-schwarzwald-magazin.de

Das Magazin »Mein Schwarzwald« berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unteranderem über die PERRY RHODAN-Serie. Der Artikel richtet sich vor allem an Unkundige des Perryversums, hält aber auch für Fans ein paar interessante Informationen sowie Fotos aus den Räumen der PERRY RHODAN-Redaktion parat. Da findet sich auch mal die Auflagenzahl im Kleingedruckten oder die Anzahl der Anschläge für einen Erstauflagen-Roman. Und wer schon immer mal wissen wollten, was die Mitarbeiter des PERRY RHODAN-Marketings denn so im Schrank stehen haben, oder wie Chefredakteur Klaus N. Frick seine Heftromane archiviert, kommt an dem Magazin nicht vorbei.

Doch auch die anderen Beiträge im Heft sind interessant geschrieben und schön bebildert. Beispielsweise erfährt man wie aufwendig der Anbau von Meerrettich ist, wo man aufbereitete Lederschuhe bekommt, oder welche Leute eine Autobahnkirche besuchen. Das Geheimnis des Schwarzwälder Schinkens wird gelüftet, das Rezept für einen perfekten Glühwein abgedruckt und wofür Zitronenverbene gut ist. Die Hornisgrinde, ein legendärer Gipfel des nördlichen Schwarzwalds, wird genauso vorgestellt wie das »Molerhüsli« am Herzogenhorn und zehn Wein-Erlebnisse im Badischen. Daneben gibt es jede Menge Tips zu Ausflügen und Insider-Informationen rund um die Schwarzwald-Region.

»Mein Schwarzwald« richtet sich an Bewohner der Region, aber auch an Leser, die gern ihren Urlaub im Schwarzwald verbringen oder verbringen möchten. Das Magazin erscheint zweimal im Jahr und kann hier abonniert oder als Einzelheft bestellt werden. Es ist allerdings auch in Zeitschriftenläden zu bekommen. Einfach mal nachfragen.

 

Ein Sammelsurium für die SOL 96

Die letzten Wochen hielt mich die SOL, das Magazin der PRFZ, in Atem. Anfang September machte ich die ersten Artikel zum Redigieren fertig. Mein geschätzter SOL-Redaktionskollege Norbert Fiks hat dieses Mal Überstunden machen müssen, weil er ganz allein alle Artikel auf Fehler prüfen musste. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für seinen Einsatz. Für die nächste Ausgabe haben wir einen zweiten Lektor gefunden – denn geteilte Arbeit ist bekanntlich halbe Arbeit, wie es so schön heißt.

Zum Inhalt: Der ist wieder sehr bunt geraten. Neben den Besprechungen zur Erstauflage und zur NEO-Staffel »Die solare Union«, werfen wir im Schwerpunkt einen Blick auf die Publikationen, die in diesem Jahr zusätzlich zur Erstauflage zur PERRY RHODAN-Serie erschienen sind, inkl. Interviews und Werkstattberichten der Autoren. Die 6-teilige Reihe zu den »verlorenen Jahrhunderten« wird genauso vorgestellt wie die Romane zu den »Dunkelwelten«. Aus Platzgründen konnten wir leider nicht alle Ausgaben in dieser SOL vorstellen. Aber keine Sorge, die verbliebenen Artikel werden ins nächste Heft verschoben. Es gibt zudem eine Besprechung zu Andreas Eschbachs »Perry Rhodan – Das große Abenteuer« und zwei Werkstattberichte zur Miniserie »Mission SOL«.

In einem Interview berichtete Robert Corvus, wie er vom Gucky-Hasser zum Gucky-Fan wurde und warum Gucky für jeden Autor eine Herausforderung darstellt. Wie versprochen liefern wir die Highlights des NEO-Programmpunkts von den 3. PR-Tagen Osnabrück nach. Außerdem drucken wir einen Artikel über die Zyklus-Enden und ihre Titelbilder. Liebhaber von Fan-Geschichten kommen bei zwei Geschichten aus dem Perryversum auf ihre Kosten. Und wie in jeder letzten Ausgabe des Jahres gibt es bei einem Kreuzworträtsel etwas zu gewinnen.

Das Cover stammt von Thomas Rabenstein und zeigt eindrucksvoll eine gestrandete SOL.

Rhodans Eleven

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 210 – »Rettet Rhodan!« von Oliver Plaschka

Perry Rhodan hat abgeschlossen mit dem Leben, seit der Terranische Rat seinen Flug mit der FANTASY abgelehnt hat. Doch Familie und Freunde wollen das Urteil nicht akzeptieren. Sie planen die FANTASY zu stehlen, um Rhodan nach Lashat zu bringen. Dafür nehmen sie bereitwillig alle Risiken in Kauf. Nur der Protektor selbst muss dazu überredet werden. 
Das Unternehmen gelingt und die FANTASY fliegt mit dem Linearantrieb die Southside der Galaxis an. Unterwegs nehmen sie im Spica-System noch den Emotionauten Mentro Kosum an Bord. Kurz bevor sie ihr Ziel erreichen kommt es während des Linearflugs zur Katastrophe. Die FANTASY strandet mitten im Nirgendwo. Was keiner ahnt, Chefingenieur Froser Metscho steht anscheinend noch immer unter dem Einfluss von Iratio Hondro. Hat er den Antrieb erneut sabotiert?

Man nehme eine Prise »Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock« mixe sie mit ein wenig »Ocean’s Eleven« und einer Folge von »Star Trek –Voyager« und fertig ist »Rettet Rhodan!«. Oliver Plaschka gelingt der Spagat zwischen Science Fiction und Gaunerkomödie so gut, dass man verblüfft die Augen reibt, wie harmonisch alles zusammenpasst.

Da sind zum einen Rhodans tiefsinnige Gedanken über das Leben und den Tod, sowie die Reaktionen seiner Familie besonders von Thora, die mich emotional mitgerissen haben. Auf der anderen Seite steht der clevere Plan von Bully und Thora, die FANTASY zu stehlen. Der ist genial durchdacht, auch wenn es wahrscheinlich leichter gewesen wäre, man hätte NATHAN von Anfang an eingeweiht. Denn das Mondgehirn ist sicher nicht so leicht zu täuschen, wie die terranischen Sicherheitsleute. Schön sind aber auch die Blickwinkel der niederen Ränge auf das Vorhaben. Sie bieten eine sehr schöne Ergänzung zu den bekannten Figuren. Auch der neue Pilot im Team – Mentro Kosum – scheint ein interessanter Charakter zu sein.

Bewundernswert finde ich, wie es dem Autor gelingt, all die unterschiedlichen Handlungsebenen und die verschiedenen Perspektiven zu einer spannenden Geschichte zu verknüpfen, ohne dass man als Leser an irgendeiner Stelle überfordert wäre. Eine Geschichte mit so vielen handelnden Figuren zu erzählen ist enorm schwierig und kann leicht daneben gehen. Oliver Plaschka sorgt mit einer klaren Gliederung in vier Handlungsabschnitte dafür, dass die Kombination aus sieben Perspektivträgern problemlos gelingt.

Sprachlich rangiert auch dieser NEO auf hohem Niveau, wenn auch nicht so herausragend wie sein Band 203 »Tekener«. Bemerkenswert sind einige Dialoge, besonders das Streitgespräch zwischen Thora und Rhodan. Das ist witzig und intelligent zugleich und fühlt sich echt an.

Nur am Ende des Romans bin ich bei einer Kleinigkeit nicht so richtig einverstanden. Warum melden die beiden Techniker der FANTASY ihrem obersten Vorgesetzten Deringhouse nicht, was sie entdeckt haben? Zum einen das Problem mit dem Linearantrieb und zum anderen das seltsame Verhalten von Froser Metscho. Beide waren beim verhängnisvollen Jungfernflug der FANTASY dabei. Spätestens in der aktuellen Situation hätten bei beiden alle Alarmglocken läuten müssen. Ebenso unverständlich erscheint mir, dass man sich zwar um die verschwundene Chefingenieurin Gedanken macht, aber keine Konsequenzen ableitet. Das kam mir schon im letzten Roman merkwürdig vor. Eine Frau verschwindet spurlos und keiner, weder ihre Freunde oder ihr Arbeitgeber, forschen ernsthaft nach?

»Rettet Rhodan!« ist ein unterhaltsamer Roman, der den einen oder anderen amüsanten Dialog bereithält und dennoch sehr tief aus seinen Figuren schöpft. Schon allein dass man Rhodan zwingt, über seinen Schatten zu springen und »gegen das Gesetz« zu verstoßen, ist ein Novum bei NEO. Wie der Autor daraus eine komplexe und vor allem glaubhafte Geschichte macht, halte ich für mehr als gelungen.

Emotionaler Staffelausgang

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 209 – »Der Krieg in meinem Kopf« von Rüdiger Schäfer

Froser Metscho arbeitet auf dem Mond an der FANTASY, dem ersten Schiff mit Lineartriebwerk. Doch in seinem Kopf herrscht Ausnahmezustand. Er ist eine Marionette seines ehemaligen Freundes Iratio Hondro. Dieser zwingt ihn, die Pläne des Lineartriebwerks zu stehlen und das Schiff auf seinem Jungfernflug zu sabotieren. Dafür riskiert Metscho sein Leben und das seiner Kollegen. Nur den Zwillingstöchtern von Reginald Bull ist es zu verdanken, dass das Schiff nicht zerstört wird. Als seine Manipulationen aufzufliegen drohen, macht ihn Hondro sogar zum Mörder, ohne das Metscho es verhindern kann.
Perry Rhodan bittet den Terranischen Rat, mit der FANTASY ein Jahr vor der Fertigstellung nach Lashat fliegen zu dürfen. Merkosh glaubt, dass man dort dem Protektor helfen kann. Ansonsten wird der Zellaktivator von Rhodan versagen, wie er es schon bei der Rede vor dem Rat kurzzeitig getan hat. Doch nach dem Beinahe-Fiasko beim Jungfernflug der FANTASY, stehen die Chancen für Rhodan denkbar schlecht.

Erneut bringt mich Rüdiger Schäfer in einem seiner Romane zum weinen und das sogar an drei Stellen. Bei der Auseinandersetzung mit seinen Söhnen, bei Rhodans Rede vor dem Rat und am Ende als Bully voller Wut auf die Ratsmitglieder reagiert. Der emotional tiefgehende Roman vermittelt nicht nur, was in den Köpfen von Hondros Opfern passiert, sondern auch wie es in Perry Rhodan selbst aussieht. Was denkt ein potentiell Unsterblicher, der dem Tod nahe ist?

Innenansichten waren schon immer die Stärke von Rüdiger Schäfer und auch in diesem NEO brilliert er damit. Keinem der NEO-Autoren gelingt das so gut wie ihm (außer vielleicht Oliver Plaschka). Mit Hilfe der Figur von Froser Metscho erfahren wir zudem einiges über Iratio Hondro. Hondros tote Ex-Frau Fee ist Metschos Schwester. Die beiden Männer haben sich im Gefängnis kennengelernt, was schon andeutet, das Hondro noch nie eine reine Weste hatte. Gut finde ich, dass die Passagen über Froser Metscho im Präsens formuliert sind, das zieht den Leser tief ins Geschehen.

Ein paar Fragen zu der Figur blieben aber noch offen. Metscho war der Name seiner Frau, man erfährt seinen Geburtsnamen nicht, das hat mich anfangs irritiert. Er wurde genetisch in einen Plophoser verwandelt. Ist diese Verwandlung abgeschlossen worden? Oder warum arbeitet er auf dem Mond und nicht auf Plophos? Denn wie wir gelernt haben, gehört sein Genom der Firma, die es entwickelt hat. Er sollte also auf Plophos leben. Wurde seine Frau ebenfalls einer Genomumwandlung unterzogen, oder durfte sie als menschliche Ärztin so auf Plophos leben?

Überraschend ist der Ausgang der Abstimmung. Auch wenn klar ist, dass Perry Rhodan nicht sterben wird – sonst müsste die Serie umbenannt werden – kommt am Ende doch Spannung auf, wie Rhodan wohl gerettet werden wird. Dabei funktioniert der Weg, den der Autor wählt, allein mit dem Protektor. Eine Abstimmung zu Thora oder einem anderen Unsterblichen, hätte weniger Brisanz und ein deutlich vorhersehbareres Ergebnis erbracht.

Ich fand es gut, dass zumindest dieser letzte Band der Staffel das bisherige Muster durchbrochen hat. Dieses ständige »Hondro taucht auf, versucht eine Kolonie unter seine Kontrolle zu bringen und entkommt« hatten wir in dieser Staffel einfach zu oft. Ich bin froh, dass es in der nächsten Staffel wieder ins in die Galaxis hinausgeht, obwohl mir die innenpolitischen Verwicklungen innerhalb der Terranischen Union gut gefallen haben. Das war gut durchdacht und sehr realistisch geschildert.

»Der Krieg in meinem Kopf« ist ein ruhiger gefühlvoller Roman. Rüdiger Schäfer zieht mich wie immer nicht nur sprachlich in seinen Bann, sondern auch emotional. Das mag nicht jedem gefallen, ist mir persönlich aber lieber, als jede Weltraumschlacht. Das ausdrucksstarke Cover von Dirk Schulz unterstreicht diesen richtig guten Roman.

Neues Mitglied der PRFZ

Am vergangenen Wochenende fand der BrühlCon statt. Ich konnte leider aus vielerlei Gründen nicht teilnehmen. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Aber PERRY RHODAN-Autor Robert Corvus war vor Ort. Er hatte mir in dieser Woche schon berichtet, dass er ein neues Mitglied für die PRFZ gewonnen hat. Seit gestern weiß ich auch, um wen es sich handelt.

Jennifer Denter ist Bloggerin bzw. Video-Bloggerin. Sie bloggt quasi vor der Kamera. Unter Letters&Life kann man ihre Videos bei YouTube finden. Jetzt hat sie ein schönes Video über den BrühlCon gemacht. Hier erzählt sie, wie sie zu der Mitgliedschaft in der PRFZ gekommen ist. (Tja, Robert Corvus ist eben ein Verkaufstalent, ihm kann man einfach nichts abschlagen. Danke Robert!)

Mich freut, dass wir ab sofort nicht nur ein junges Mitglied mehr in der PRFZ haben, sondern dass Jennifer so begeistert von der SOL 95 spricht. Da hüpft das Herz der Chefredakteurin. In solchen Momenten weiß ich, warum ich ein großen Teil meiner Freizeit in die SOL investiere. Vielen Dank an Jennifer! Meine Redaktionskollegen und ich würden sich über eine Videobesprechung der SOL 95 sehr freuen.

Hier nun das Video (ab Minute 3:50 gehts um die PRFZ). Im Video zu sehen sind übrigens auch die Aufkleber, die ich anlässlich der 3. PERRY RHODAN-Tage Osnabrück entworfen habe.

Kosmische Berufung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN Mission SOL Band 07 – »Eine Kosmische Bestimmung« von Marc A. Herren

Alaska Saedelaere ist zurück. Mit seiner kosmologischen Aura und seinem Cappin-Fragment holt er Mahlia Meyun auf den Boden der Tatsachen zurück. Dieser Teil des Romans hat mich ein wenig versöhnt, auch wenn mir das »Wie« ein wenig zu abgehoben ist. Die Vorgänge im Archiv sind für mich nicht fassbar. Das liegt womöglich an meiner naturwissenschaftlichen Natur, die alles genau verstehen will. Da fehlt mir schlicht die notwendige Fantasie.

Perry Rhodan lässt sich mal wieder festnehmen, befreien und wieder festnehmen. Das wievielte Mal innerhalb der Miniserie ist das jetzt? Ich habe nicht mitgezählt, aber die Häufung ist auffällig. Seine Mission mit Pravo Ylapp erscheint mir bereits im Vorfeld kaum durchführbar. Evolux ist eine Welt der Kosmokraten, welche Chancen hat da ein einzelner Mensch, auch wenn er ein Unsterblicher ist, vor allem wenn er gerade aus einem Gefängnis geflohen ist. Damit, dass er das Siegel, welches er von Alaska bekommen hat, wider dessen Warnung für seine eigenen Zwecke missbraucht, wirft erneut ein ungünstiges Licht auf ihn. Ihm muss bewusst sein, dass er damit Alaskas Posten als Statthalter aufs Spiel setzt.

Überraschend ist die Information, dass sich die Proto-Chaotische-Zelle innerhalb von Evolux befindet. In dem Fall haben mich Autor und Exposéautor gelungener Maßen an der Nase herum geführt. Das ist richtig gut.

Marc A. Herren erzählt die Geschichte spannend und verleiht den Schauplätzen den notwendigen Flair. Dennoch sind mir einige unlogische Stellen vor allem am Ende des Romans aufgefallen. Wieso dürfen Mitglieder des Sequenz-Rats den planetaren Transport nicht benutzen, ihre Fußsoldaten aber schon? Vereinfacht würde dies in unserer Realität bedeuten, dass Regierungsmitglieder nicht in Polizeiautos mitfahren dürfen. Oder: wenig später reichen Alaskas technische Möglichkeiten nicht aus, um die LEUCHTKRAFT zu kontaktieren, aber er kann so einfach das multidimensionale Lebewesen aus dem Archiv befreien? Das sind zwar Kleinigkeiten, aber sie stören mich, weil sie das positive Gesamtbild beschmutzen, was ich von dem Roman habe.

Fazit: Marc A. Herren liefert einen sehr guten Roman ab. Ich erkenne so langsam die Struktur in Kai Hirdts Dramaturgie. Der Einsatz von Alaska Saedelaere ist überzeugend und ein schönes Geschenk an die Fans des Maskenträgers. Der Figurenzeichnung des Schweizer Autors ist es zu verdanken, dass sich Mahlia Meyun in meinen Augen rehabilitiert hat. Mit der Darstellung Perry Rhodans habe ich dagegen immer noch meine Probleme. Vielleicht werde ich in den verbleibenden Bänden noch geläutert.

Fakt ist, dass ich gern wieder einen Gastroman von Marc A. Herren lesen würde. Denn mir scheint, Autor zu sein, ist seine kosmische Berufung.

Gefahr aus dem Pilzwald

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 208 – »Die Winde von Epsal« von Rainer Schorm

Eine Gruppe Pilzsammler wird auf Epsal von agressiven Sporen angefallen. Im MIMERC sind die Ärzte ratlos und bitten die Ärztin Sud um Rat, die gerade den Protektor nach Epsal begleitet. Auch sie steht zunächst vor einem Rätsel, weil sich der infektöse Herd jeglichen Untersuchungen entzieht. Auf Grund seiner schnellen Anpassung und Agressivität empfielt sie der Obfrau, Epsal unter Quarantäne zu stellen. Daraufhin kommt es zu Unruhen unter der ahnungslosen Bevölkerung. Sud und ein Einsatzteam von Epsalern stößt in den Pilzwald vor, um nach dem Ursprung der Sporen zu suchen.
Dann wird auch die CREST II im Orbit von Sporenwolken gezielt attakiert. Sie dringen durch Strukturlücken im Energieschirm ins Schiff ein und setzen sich im Haupthangar fest. Der Besatzung gelingt es vorerst ihre Ausbreitung innerhalb des Schiffes zu verhindern. Doch die Sporenwolken lernen und zeigen zunehmend intelligentes Verhalten. Als sie gezielt einen Techniker angreifen, bleibt der Crew nur die Möglichkeit die Sporen mittels eines Plasmabrandes zu vernichten.
Hinter den ominösen Geschehnissen steckt kein anderer als Iratio Hondro, dessen Versuch jedoch scheitert, die Kolonie auf Epsal unter seine Kontrolle zu bringen.

Pünktlich zur Pilzsaison entführt uns Rainer Schorm in die wundersame Welt der Pilze. Durch akribische Recherche vermittelt der Autor nicht nur aktuelles Wissen über Mykologie, sondern zeigt auch die Faszination der Fungi. Es macht richtig Spaß zusammen mit den Protagonisten, allen voran Paulus Moron, in die Pilzwälder einzutauchen und die Umwelt mit allen Sinnen zu genießen.

Rainer Schorm stattet seine skurrilen Figuren stets mit Wortwitz und Schlagfertigkeit aus. Wobei er manchmal übers Ziel hinausschießt, doch in diesem Roman hat er das richtige Maß gefunden. Überhaupt! Seit der Zusammenarbeit mit Rüdiger Schäfer als Exposéautor sind seine Romane qualitativ immer besser geworden. Waren mir seine Geschichten früher zu technisch und zu trocken, beweist er mit dem aktuellen Roman, wie vielseitig sein wissenschaftliches Interesse ist.

Leider weiß man als Leser bereits sehr früh, dass nur Iratio Hondro hinter dem Sporen-Phänomen stecken kann. Interessant ist dagegen der Hintergrund, den der Autor dieser Figur mitgibt. Wir erfahren, wie Hondro zu dem werden konnte, was er ist. Damit erlangt der Antagonist der Staffel erstmals mehr Tiefe.

Was den Staffelfortgang angeht, steuert die Handlung langsam einem Höhepunkt zu. Das es Iratio Hondro erneut gelingt, unbehelligt zu fliehen, ist allerdings etwas ärgerlich. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einsatz der CREST II gewünscht, aber die Crew versucht es nicht einmal.

Gut gefallen haben mir die Zwischenkapitel von Kor Staal. Der Grunner übt Widerstand gegen die Konzerne, die sein Genom als ihr Eigentum betrachten und ihn und alle anderen Kolonisten ebenfalls. Da deutet sich der nächste spannende Handlungsbogen an. Diese innenpolitischen Probleme sind, wie ich finde, eine der Stärken der NEO-Serie und machen die Geschichten deshalb so authentisch.

»Die Winde von Epsal« ist ein Roman mit viel exotischem Flair, einer überaus spannenden Handlung, die unteranderem die Geschichte Iratio Hondros erzählt. Herausragend ist allerdings die Beschreibung der Kolonie Epsal. Da ist dem Autor ein großer Wurf gelungen. Ich werde daran denken, wenn ich das nächste Mal Pilze esse.

Einsatz für Tekener

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 207 – »Einsatz auf Ertrus« von Susan Schwartz

Ronald Tekener ist gesundet und zurück auf Terra. Doch nach wie vor hat er weder seine Spielsucht noch seinen Alkoholkonsum im Griff, schon gar nicht sein Leben. Als er mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen scheint, treten seine Schwester und die Rhodan Geschwister an ihn heran und machen ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. Zumal sie ihm seinem Ziel, sich an Iratio Hondro zu rächen und den Plophoser zu vernichten, einen großen Schritt näher bringen.
Die Vier brechen mit der NATHALIE nach Ertrus auf. Auf der Kolonie soll das Geminga-Kartell die Übernahme einer großen Lieferung Schwingquarze geplant haben. Das ruft nicht nur Iratio Hondro sowie das Kartell auf den Plan, die Quarze werden auch dringend von der Terranischen Union für den Prototypen einer neuen Schiffsklasse gebraucht. Dumm nur, das die Übergabe misslingt und Hondro mit den wertvollen Hyperkristallen entkommen kann. Doch sowohl Hondro als auch der Terranische Geheimdienst haben die Rechnung ohne Ronald Tekener gemacht.

Ein Roman von Susan Schwartz ist wie eine Wundertüte. Man bekommt entweder eine tolle Überraschung geliefert, oder man ist maßlos enttäuscht.

Im Fall von Band 207 überrascht die Autorin mit einer sehr stimmigen Charakterstudie über Ronald Tekener und schließt damit unmittelbar an Oliver Plaschka an, der in Band 203 der Figur auf so wunderbare Weise Leben eingehaucht hatte. Der andere Teil des Romans spielt auf Ertrus, einer Welt im Arkturus-System und bringt uns die nächste wichtige Kolonie der Terranischen Union näher.

Die Kolonie finde ich leider nicht so plastisch beschrieben, wie die Welten zuvor. Mir fehlt etwas das Lokalkolorit. Dafür steht die Undercover-Mission der Geschwisterpaare im Vordergrund, die durchaus zu unterhalten weiß. Einige der Gegebenheiten, wie das mit der verdichteten Atmosphäre, sind nicht immer schlüssig erklärt. Zum Beispiel, ob die Mehandor ebenfalls eine Dekompression durchlaufen haben, bevor sie in ihrem geöffneten Frachtraum an den Verhandlungen teilnahmen? Das mit dem Schüsseleffekt habe ich ebenfalls nicht ganz verstanden. Das Ende liest sich ein wenig verwirrend. Aber das sind Kleinigkeiten in einem ansonsten gut zu lesenden Roman, der ein wenig Licht in die Struktur des Kartells und die weitere Staffelhandlung bringt.

»Einsatz auf Ertrus« ist kein spektakulärer Agententhriller, aber ein lesenswerter Roman von Susan Schwartz, die eine neue Kolonie vorstellt und dem Charakter von Ronald Tekener großen Raum zur Entfaltung gibt. Zu Casinos und Glücksspiel lernen Unbedarfte ebenfalls einiges.