Die Entdeckung der Langsamkeit

Mein Heimweg

Hin und wieder, wenn es morgens regnet, fahre ich mit meinem Mann zur Arbeit. Er lässt mich im Gewerbegebiet von Waging aussteigen und fährt 12 Kilometer weiter zu seiner Arbeitsstelle. Wenn am späten Nachmittag die Sonne scheint und es nicht allzu kalt ist, laufe ich nach Hause. Es sind drei Kilometer, also nicht die Welt. Ich brauche etwa eine halbe Stunde. Für mich ist das wie Fitnessstudio, nur besser.

Denn ich spaziere durch einen kleinen Wald, an Wiesen und Feldern vorbei. Rechts fließt ein Bach, links sprudeln Quellen aus den Feldern. Die Vögel zwitschern in den Bäumen, und an einer Stelle zirpen ganz laut die Grillen. Es duftet nach Erde und nach Blumen. Manchmal auch nach dem, was die Bauern hier massenhaft auf die Felder sprühen. Am Bahnübergang rieche ich den Gummi des Fahrbahnbelags. Hin und wieder bin ich zu der Zeit unterwegs, wenn der Waginger Zug kommt oder abfährt. Dann ist die Hupe Kilometerweit zu hören und die Schienen vibrieren schon, wenn die beiden Triebwagen noch gar nicht zu sehen sind.

Auf halber Strecke beginnt, die Ortschaft. Ich schau mir die Gärten der Leute an und erfreue mich an den gepflanzten Blumen und Bäumen. Am Ende sind meine Beine schon ein bisschen schwer, dennoch fühle ich mich großartig.

Wir sollten viel öfter zur Arbeit laufen oder zurück. Klar bin ich mit dem Fahrrad schneller zu Hause. Aber was mache ich da, ich ziehe mich um und sitze vor dem Computer oder auf der Couch. Am Abend gehen wir hin und wieder im Park spazieren.

Manch einer geht nach der Arbeit ins Fitnessstudio oder fährt sogar dorthin, vielleicht noch mit dem Auto. Ich verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen und laufe von der Arbeit nach Hause. Ich kann es mir leisten, weil ich nicht so weit entfernt wohne. Jedem, dem das möglich ist, kann ich das nur empfehlen, es entschleunigt ungemein.

Als ich in München gewohnt habe und noch in Schwabing gearbeitet habe, bin ich immer gelaufen. Auch da gab es jeden Tag etwas neues zu entdecken.

Der Amazon-Effekt

Was ist eigentlich momentan los? Die letzten beiden Wochen waren echt die Hölle, sowohl auf Arbeit als auch Privat. Vor allem aber arbeitstechnisch. Fast ununterbrochen läutete das Telefon, jeder wollte was und das am liebsten schon vorgestern. E-Mails prasselten fast minütlich ins nicht richtig funktionierende Postfach. Weil ich gestern ausnahmsweise mal nicht auf Arbeit war, hatte ich heute gleich 66 neue E-Mails. Zum Glück waren die meisten nur ärgerlich, aber nicht relevant.

Ich gebe zu, nach dem langen Winter kommen die Bauvorhaben erst so nach und nach in die Pötte. Aber muss man unbedingt einen Tag vor Baubeginn anrufen und einen Plan anfordern, den ich schon in den vergangenen Wochen in Ruhe hätte zeichnen können? Oder glauben die Bauherren, wir hätten keine anderen Baustellen und stünden auf ihren Abruf bereit? Am Schlimmsten sind diejenigen, die sich erst ewig nicht entscheiden können und dann wollen, dass es am nächsten Tag fertig ist. Oder diejenigen, die gern noch eine Wand verschieben möchten, weil das Regal nicht richtig hinpasst, und zwar dann, wenn das Haus schon steht. Letzteres erinnert mich an eine Szene aus dem Film »Schlaflos in Seattle«, in der Tom Hanks als Architekt mit genau so einer Bauherrin zu tun hat. Das ist sowas von aus dem Leben gegriffen …

Ich nenne dieses Sofort-auf der Stelle-haben wollen »den Amazon-Effekt«: Heute bestellt, morgen erhalten. Viele glauben inzwischen, dass man das auch auf andere Bereiche des Lebens anwenden kann. Auf Handwerker zum Beispiel. Nur leider funktioniert das nicht so. Dieser unflätige Zeitdruck macht die Leute noch mal verrückt, die Ungeduld nimmt überhand. Alles muss schnell schnell schnell gehen und wenn deshalb was schief läuft, wird gleich mit dem Anwalt gedroht.

Ich wünsche uns und unserer Gesellschaft ein wenig Entschleunigung. Erstmal zurücklehnen, durchatmen, nachdenken und dann handeln. Das würde allen viel Geld und Ärger ersparen.

Ich bin zertifiziert

Seit heute bin ich zertifizierte Fachkraft für Rauchwarnmelder. So heißen die Dinger, die hoffentlich bei jedem in der Wohnung hängen.

Ich besuchte heute mit meinen Kollegen einen Kurs, in dem ich alles Wissenswerte über Rauchmelder erfahren habe. Zum Beispiel, dass die, die es im Discounter für fünf Euro zu kaufen gibt, meistens gar nicht in Deutschland zugelassen sind. Auf dem Rauchmelder muss mindestens ein DIN-Aufdruck sein, am besten noch ein VdS-Zeichen mit Prüfnummer und einem großen Q. Ein CE-Zeichen dagegen sagt gar nichts.

Gelernt habe ich nicht nur, wie man die Dinger prüft und was auf dem Prüfzertifikat draufstehen muss, sondern auch, wie man die Dinger vernetzt, wenn man zum Beispiel den Treppenaufgang in einem Mehrfamilienhaus ausstatten muss. Aber vorwiegend ging es um den Inhalt von DIN-Normen und in welchem Bundesland welche Regeln gelten. Das ist nämlich deutschlandweit unterschiedlich geregelt. Die Baden-Württemberger haben eine Extrawurst gemacht, dafür aber auch Nägel mit Köpfen. Es geht darum, was als »bestimmungsmäßig genutzter Schlafraum« gilt und was nicht. Damit zählen dort nämlich auch Kitas und Altenheime unter die Rauchmelderpflicht. Was in Bayern nicht der Fall ist. Da müssen Rauchmelder nur in Schlafräumen und auf Fluchtwegen angebracht werden. Das ist schon ziemlich kompliziert. Solange es nicht brennt, interessiert das auch niemanden, aber wehe es passiert was … dann kann es passieren, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn z. B. ein nicht zugelassener Rauchmelder installiert war und nicht ausgelöst hat, oder der Rauchmelder nicht geprüft wurde.

Der Dozent – ein Schwabe aus dem Schwarzwald – war gut drauf. Außerdem gab es Butterbrezn zum Frühstück, Riesenschnitzel zum Mittag und Torte zum Kaffee, zudem alles mögliche zu trinken. Anschließend haben mich die Kollegen noch auf eine der Baustellen mitgenommen, für die ich die Planung gemacht habe. Es ist spannend zu sehen, wie das alles in echt aussieht. Ich kenne die Häuser meist nur als Plan, in 3D zwar, aber mitten im Rohbau zu stehen, ist doch etwas anderes.

Alles in allem war es ein ereignisreicher Tag und eine echte Abwechslung im Büroalltag.

Katastrophenfall Winter

Winter(Alb)traum

Hatte ich schon erwähnt, dass es schneit?

Jedenfalls schneit es schon die ganze Woche, aber weil Waging nicht so hoch und vor allem am See liegt, kam der Niederschlag meist als Regen runter. Nicht so in Traunstein und Berchtesgaden. Da schneite es ununterbrochen, weshalb schon die ganze Woche die Schulen geschlossen blieben und der Verkehr nur langsam rollte.

Gestern wurde es kälter und es fing es auch in Waging an zu schneien. Heute morgen lagen gute 30-35 Zentimeter. Der Kollege hatte schon angefangen zu räumen, als ich auf Arbeit kam.

Der Schnee hörte im Laufe des Tages aber nicht auf und die Nachrichten wurden immer schlimmer. Die Kollegen kamen kaum auf die Baustellen und wenn, gab es dort kein Material, weil die Lieferdienste der Zulieferer nicht fahren konnten. Einer der Kollegen landete im Straßengraben und musste ausgegraben und herausgezogen werden.

Bis zum Nachmittag herrschte Chaos pur. Im Landkreis Berchtesgaden und Traunstein wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Viele der Kollegen wohnen dort und müssen sehen, dass sie den Schnee von den Dächern ihrer Häuser bekommen. So hat sich der Chef entschlossen, alle heimzuschicken und morgen dicht zu machen.

Bis morgen soll es weiter schneien.

Heute morgen 6:30 Uhr
Heute Mittag 12:00
Heute Nachmittag 16:30 Uhr

 

Neue Rolle

Das habe ich mir bisher nicht vorstellen können. Ich als Ausbilder … der Wahnsinn!

Ab Herbst bekomme ich nämlich einen Azubi, dem ich dann die Dinge beibringe, die ich selbst erst im zurückliegenden Jahr gelernt habe. Der junge Mann hat die letzten beiden Tage Probe gearbeitet und es hat ihm so gut gefallen, dass er sogar schon im Mai als Praktikant anfangen möchte.

Ich gebe ja zu, so ein bisschen anstrengend ist diese neue Rolle schon. Man ist plötzlich Vorbild und muss sich zusammenreißen. Und man muss viel erklären und zeigen. Dabei muss ich meinen Hang zum Perfektionismuss etwas zügeln, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie es so schön heißt. Schwieriger ist es nebenbei noch die eigene Arbeit zu erledigen. Zumindest hält mich das beschäftigt.

Zum Glück ist der junge Mann recht pfiffig und hat mit Begeisterung die YouTube-Videos verschlungen, die es als Tutorials für die Software gibt. Da bin ich dann doch sehr froh, dass andere schon vorgearbeitet haben.

Werbung fürs Handwerk

Azubi gesucht!

Nachdem ich ja seit gut einem Jahr in einem Handwerksbetrieb arbeite, möchte ich an dieser Stelle mal Werbung für die Branche machen. Es ist nämlich inzwischen ziemlich schwierig Auszubildende zu finden.

Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich kann mir nur denken, dass aktuell viel mehr Schüler Abitur machen und dann doch lieber studieren gehen, als einen Beruf zu erlernen. Dabei ist das Handwerk (besonders alles was mit Bau zu tun hat) momentan der sicherste Arbeitsplatz, den man sich vorstellen kann. Hier werden immer Leute gebraucht, besonders Elektriker oder Anlagenmechaniker. Und Luft nach oben zur Qualifizierung ist auch gegeben, wem der Ausbildungsberuf allein nicht reicht.

Jedenfalls muss man sich als Unternehmen schon ganz schön ins Zeug legen, um auf sich aufmerksam zu machen, damit man genügend Auszubildende bekommt. Deshalb hat mein Chef extra ein Plakat mit dem Konterfei eines unserer Azubis anfertigen lassen, das jetzt zwei Wochen lang vorm Edeka hängt. Drücken wir mal die Daumen, das es seinen Zweck erfüllt.

Behördentelefonate

Einen Teil meiner Arbeitszeit verbrachte ich diese Woche am Telefon, um mit diversen Behörden zu sprechen. Es ging um Netzanschlüsse oder Freigaben zu Bauvorhaben, und es war vor allem am Mittwoch ein Kunststück jemanden an die Strippe zu bekommen. Meist landete ich in Warteschleifen oder es nahm einfach niemand ab.

Den Vogel schoss die Gemeinde Ruhpolding ab, dort landete ich in einer Warteschleife für die ganz Harten. Als Wartschleifenmusik bekommt man da nämlich zünftige Blasmusik ins Ohr geschmettert. Ich hielt erstmal den Hörer in sichere Entfernung und hoffte das schnell jemand dran ginge. Nach einer Minute machte es »Klick« und das Besetztzeichen ertönte. Abgewürgt! Ich habe es nicht wieder versucht, sondern eine E-Mail geschickt, in der ich um Rückruf gebeten habe. Da blieb mir die musikalische Berieselung erspart.

Im Grunde ist das eine exzellente Methode, um Anrufer abzuschrecken.

Zwischen den Dialekten

Da ertappe ich mich doch unlängst bei einem Gespräch mit meinem Mann, dass ich chinesisch wie ein Bayer aussprechen, also mit »k« statt mit »sch«.

Seit ich in Waging arbeite und nicht mehr so oft in die »große weite« Welt (sprich nach München) hinaus komme, geht es mit meinem Hochdeutsch bergab. Immer häufiger schleichen sich bairische Ausdrucksweisen in meinen Wortschatz. Da hilft dann nur ein Wochenende in meiner thüringischen Heimat, um das wieder ins Lot zu bekommen. Laut meinem Mann fange ich nämlich sofort, wenn ich dort ankomme, damit an, thüringisch zu reden. Ich selbst merke das nicht oder erst wenn ich wieder zurück in Waging bin. Dann wiegt das Thüringische nämlich das Bairische auf und es bleibt ein einigermaßen vernünftiges Hochdeutsch übrig.

Es ist schon seltsam, wie schnell man einen fremden Dialekt annektiert. Zumindest geht mir es so. Wenn ich den Kollegen am Pausentisch so zuhöre, bin ich immer wieder fasziniert. Ich schnappe fast jede Woche neue Wörter auf und füge sie meinem wachsenden Bairisch hinzu. Letzte Woche lernte ich das Wort »Fotzbloadder« (Herpesbläschen), das steht nicht mal im bairischen Wörterbuch.

Da wir nah an der österreichischen Grenze wohnen, habe ich hin und wieder beruflich mit diversen Architekten und Behörden aus Österreich zu tun. Auch hier gibt es jede Menge neue Wörter zu entdecken … Oder weiß in Deutschland jemand, was eine »Kastralgemeinde« ist? – Das ist nichts Unanständiges und hat auch nichts mit Kirchen zu tun. Es bezeichnet den Geltungsbereich eines Grundbuchs, der muss nicht unbedingt mit der politischen Gemeinde übereinstimmen.

So erweitere ich meinen Wortschatz – ich darf das Gelernte nur nicht in die eigene Sprache übernehmen, dann ist alles gut.

Latent unterfordert

Vielleicht kennt das jemand: man hat eine Entscheidung getroffen und ist sich im Nachhinein unsicher, ob es auch wirklich die richtige Entscheidung war. Diese bohrende Unsicherheit, das Abwägen der Vor- und Nachteile beschäftigt mich momentan jeden Tag.

Ich hatte ja meinen Job hingeschmissen und nach 15 Jahren Selbstständigkeit als Ingenieur wieder eine feste Stelle angenommen. Nach beinahe zwei Monaten bin ich immer noch nicht dort angekommen, wo ich mich gesehen habe. Einerseits ist es toll, nicht mehr fünf Uhr morgens aufstehen zu müssen, damit man um 8 Uhr am Arbeitsplatz ist. Es ist auch schön nicht mehr mit Zug, S-Bahn, U-Bahn, Bus durch die Gegend zu fahren, sich über Verspätungen und unfreundliche Fahrer zu ärgern oder im S-Bahnlotto am Münchner Ostbahnhof zu verlieren. Stattdessen genieße ich es mit dem Fahrrad morgens an der frischen Luft durch die Natur zu fahren, den Vögeln zuzuhören oder zu beobachten wie der Blumenteppich im Wald jeden Tag ein wenig wächst. Inzwischen stellt sich auch der Trainingseffekt ein und brauche ich auch keine 25 Minuten mehr zur Arbeit sondern nur noch 13.

Das ist alles schön und gut, wenn es da nicht ein paar Schattenseiten gäbe, Kleinigkeiten die ich vermisse und Dinge die nicht ganz so befriedigend sind. Dazu zählt der Blick aus dem Fenster. Bisher saß ich an einem großen Fenster im 4. Stock und hatte einen coolen Blick über Martinsried. Da war immer irgendwas Interessantes zu sehen. Jetzt kann ich ohne Hilfe nicht mal das Fenster öffnen, weil ich schlicht nicht hinkomme. Und wenn ich dann doch mal aus dem Büro im Erdgeschoß nach draußen schauen kann, blicke ich auf die Fassade einer Werkhalle.

Nach wie vor nerven tut mich auch der neun Stunden Tag. Ich würde gern früher anfangen, das geht aber nicht. So bin ich gerade mal eine Dreiviertelstunde früher daheim, als vorher.

An sich gefällt mir die Arbeit ja, wenn ich denn mal einen richtigen Auftrag bekomme und so ein Haus komplett durchplanen kann. Aber das ist selten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal über zu einfache Tätigkeiten beschweren würde, aber irgendwie fühle ich mich einfach nicht gefordert. Ich habe bisher weitaus kompliziertere Sachen gemacht und diese Komplexität fehlt mir einfach. Ich kann mein Hirn nicht so anstrengen, wie ich möchte und das ist unbefriedigend. Außerdem vermisse ich meine Kollegen, mit denen ich 15 Jahre zusammengearbeitet habe.

Über ein paar andere Dinge, die mich noch stören, kann und möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Das gehört nicht hierher. Ich bin unsicher, was ich machen soll. Zurück ist auch keine Lösung, also muss ich da jetzt durch. Vielleicht gibt sich auch vieles mit der Zeit. Wir werden sehen. Zufrieden bin ich mit der Situation bisher nicht.

Auf Dienstreise in KA

Die vergangenen zwei Wochen war ich kaum Zuhause. Eine Dienstreise folgte der nächsten. In dieser Woche war ich in Karlsruhe und bevor hier irgendwelche Verschwörungstheorien aufkommen, nein, mein Besuch hatte nichts mit Perry Rhodan und schon gar nicht mit der Autorenkonferenz zu tun, die ebenfalls Anfang der Woche ganz in der Nähe stattfand.

Ich besuchte einige Seminare, um mich in meinen neuen Job einzuarbeiten. Eine der Schulungen war wichtig und hilfreich, die andere war zwar interessant, stellte sich aber leider als irrelevant für die Firma heraus, in der ich arbeite. Das muss ich meinem Chef aber noch verklickern.

Jedenfalls bin ich ganz schön rumgekommen und habe viele Leute getroffen und neue Dinge erfahren und gelernt. Es ist ja immer spannend zu hören, mit welchen Problemen sich andere Menschen herumschlagen müssen. So lernte ich in den beiden Wochen einige Elektriker kennen, die über die vielen Vorschriften klagten, die ihnen der Gesetzgeber jedes Jahr auferlegt. Es wird nämlich zunehmend schwieriger, die Mehrkosten, die sich daraus ergeben, ihren Kunden zu erklären.

Ich war natürlich die einzige Frau in den Seminaren. Wobei ich mich ehrlich frage, wieso das so ist. Ich arbeite als techn. Systemplanerin und finde, dass dies eigentlich ein idealer Frauenberuf ist. Gerade weil Frauen gut planen können, sind sie für diese Arbeit eigentlich prädestiniert. Da aber den Mädchen heutzutage von der Gesellschaft weiß gemacht wird, dass Technik und vor allem Elektrotechnik nichts für Frauen sei, gibt es so wenige, die einen technischen Beruf ausüben möchten. Das finde ich unheimlich schade, weil diese Jobs wirklich spannend sind.

Um nochmal auf Perry Rhodan zurückzukommen. Bei dem Seminar in Karlsruhe fühlte ich mich dann doch ein bisschen wie auf der PR-Autorenkonferenz. Nicht wegen der Nähe zu Rastatt. Nein, zum einen sah der junge Mann mir gegenüber wie Christian Montillon aus und zusätzlich gab auch der Seminarleiter ein gutes KNF-Double ab. Was durch den schwäbischen Dialekt noch unterstrichen wurde. Da musste ich wirklich grinsen.

Am Karlsruher HBF kam ich dann noch in den Genuss, dass riesige PERRY RHODAN Poster zu fotografieren. Ich wurde zwar schief angeguckt, als ich mit meinem iPad in der Bahnhofshalle herumfuchtelte, aber das war es mir wert.