Verkehr, Windrad und Ostereierbaum

Ostereierbaum 2017

»Es macht keinen Spaß mehr!«

… das war der Kommentar meines Mannes, als wir gestern Nachmittag endlich aus dem Auto stiegen. Er war immer ein leidenschaftlicher Autofahrer, aber bei dem Verkehr auf der A9 am Gründonnerstag war es tatsächlich nicht mehr schön unterwegs zu sein. Besonders in den Ballungsräumen um München und Nürnberg war die Autobahn so dicht befahren, dass man selbst als Beifahrer hochkonzentriert durch die Windschutzscheibe starren musste. Das lag vorallem auch an den unvernünftigen Autofahrern. Da wurde von links nach rechts gekreuzt, rechts überholt oder links vorbeigerast. Die LKW spielten Elefantenrennen und hatten die rechte und mittlere Fahrspur fest im Griff. Es war echt anstrengend zu fahren, obwohl wir so gut wie staulos durchkamen. Ich atmete dennoch tief durch, als wir von der Autobahn abfuhren.

Bei Hof bewunderten wir an der Autobahn ein zerstörtes Windrad, das den letzten Sturm nicht überstanden hatte. Laut Presse entstand der Schaden durch eine Windböe. Ich dachte zunächst an einen Blitzeinschlag, weil die Flügel regelrecht zerrissen waren. Wer sich das mal anschauen möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Frankenpost. Es ist schon erstaunlich, welchen Schaden ein Sturm mit nur 90 km/h anrichten kann.

Heute bummelten wir durch die Saalfelder Fußgängerzone und fotografierten den Ostereierbaum. Der stand viele Jahre in einem Privatgarten. Da die Besitzer aber inzwischen zu alt sind, um auf Leitern zu steigen und die 10.000 Eier aufzuhängen, hat die Stadt das übernommen und präsentiert den Baum erstmalig in der Fußgängerzone. Eine schöne Idee, die heute ganz viele Leute anlockte.

Tortenparade

Mein Mann hat morgen Geburtstag. Wie jedes Jahr bekommt er von mir auch in diesem Jahr eine Torte bzw. einen Kuchen. Das hat sich seit 2008 als eine Tradition bei uns eingebürgert. Je nachdem ob wir Besuch erwarten oder alleine feiern, fallen die Torten mal aufwendiger und mal weniger aufwendig aus. Morgen kommt die Familie zur Feier zusammen und daher gibt es wieder mal eine große Torte. Dafür haben wir heute fleißig gebacken und verziert. Meistens haben die Torten einen Bezug zu Star Trek oder Star Wars. Das muss sein.

Ich arbeite gern mit Fondant, weil sich daraus die schönsten Dinge zaubern lassen. Früher war die Zuckermasse schwer zu bekommen. Ich kann mich erinnern, dass ich mein erstes Fondant in einer Konditorei besorgt habe. Für unsere Hochzeitstorten bestellte ich es im Internet und heute kann man es in jedem größeren Supermarkt bekommen. Sogar schon gefärbt und in Silber und Gold. Als ich meinen Mann heute fragte, ob wir überhaupt noch Fondant hätten, hat er nur milde gelächelt und unsere Backschublade aufgemacht. »Okay«, sagte ich, »wenn wir von allem so viel hätten wie Fondant …«

Mein Meisterstück ist und bleibt aber die erste Torte von 2008. Da steckten 6 Tortenböden, zwei Sorten Buttercreme und 6 Stunden Arbeit drin. So viel Aufwand habe ich für keine Torte mehr betrieben.

Hier nun das Ergebnis von heute und die Geburtstagstorten und -Kuchen aus den vergangenen Jahren.

2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008

Verspätungsstatistik für März

Das hätte ich ja beinahe vergessen. Ich war zwar nicht so oft mit der Bahn unterwegs, wie bisher, aber selbst da klappte nicht alles …

2.3. Karlsruhe-Traunstein
24.3. Traunstein-Saalfeld
25.3. Saalfeld-Leipzig, 10 Minuten, keine Gründe genannt
25.3. Leipzig-Saalfeld
27.3. Saalfeld-Traunstein, 15 Minuten, wegen Bauarbeiten und vorausfahrendem Regionalzug, Anschlusszug in Nürnberg verpasst, in Augsburg umgestiegen, weil der Zug nicht mehr weiterfuhr.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der »Spaßvogel« von Zugbegleiter auf der Strecke zwischen Nürnberg und Augsburg. Er kam durch, und fragte wer zugestiegen sei. Im Normalfall reagiert keiner der Fahrgäste darauf, außer er ist gerade eingestiegen. Weil der Zug Verspätung hatte, fragte ich ihn, ob ich meinen Anschlusszug in München noch erwischen würde.

Der Typ hielt sich für unglaublich witzig, als er mich zunächst einmal anschnauzte, wieso ich seine Frage mit einer Gegenfrage beantworte. Dann holte er sein Pad hervor und meinte: »Wir haben vier Minuten, der andere Zug hat acht, das geht sich schon aus.«

Ich fragte, ob er mir noch sagen könnte, von welchem Bahnsteig der Zug abfahren würde.

Da warf er mir entgegen, wie ich mir erlauben kann, gleich zwei Fragen hintereinander zu stellen. Er meinte das witzig, brachte es aber mit dem Ernst eines Oberlehrers und dem Befehlston eines Armeegenerals hervor, so dass ich tief in meinem Sitz versank.

Ich bekam meine Antwort, obwohl ich darauf keinen Wert mehr legte. Als er weiterging und zwei Reihen vor mir eine Frau zusammenstauchte, die ihre BahnCard nicht unterschrieben hatte, entkam mir ein geflüstertes »Idiot!« und das aus tiefstem Herzen.

Abschied von Prof. Dietrich Gall

Quelle: TU-Ilmenau.de

Im aktuellen DfwG-Report las ich heute eine sehr traurige Nachricht. Bereits am 2. Januar 2017 verstarb Prof. Dr.-Ing. habil. Dietrich Gall im Alter von 76 Jahren.

Prof. Gall war zu jener Zeit Institutsleiter am Institut für Lichttechnik an der TU-Ilmenau, als ich dort mein Diplom machte. Die Lichttechnik war damals ein kleines Paradies im hektischen Unibetrieb. Fern des Campus, auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt gelegen, inmitten eines Wohngebiets hatte das Institut nur wenige Angestellte und genauso wenige Studenten. Im Schnitt zwei bis drei Absolventen beendeten hier pro Jahr ihr Studium. Das hieß Exklusivbetreuung auf allen Ebenen. Ich erinnere mich noch gut an die Frühstückspausen in der kleinen Bibliothek, an denen Mitarbeiter, Doktoranden und Diplomanten gleichermaßen teilnehmen durften. Prof. Gall saß immer am Kopfende und strahlte so viel Ruhe und Weisheit aus, wie ein Vater, der seine Familie um sich versammelt hatte.  Es war auch seine Familie. Ich habe mich dort in meinem letzten Jahr an der Uni sehr wohl gefühlt. Prof. Gall hatte für die Probleme seiner Mitarbeiter und Studenten immer ein offenes Ohr. Ich habe ihn nie verärgert oder aufgeregt erlebt, sondern immer freundlich, ruhig und hilfsbereit. Selbst, wenn man mal eine dumme Frage zweimal stellte, blieb er ausgeglichen und erklärte es solange, bis man es begriffen hatte.

Er war eine Koryphäe auf seinem Fachgebiet, war aber auch anderweitig gut informiert. Neben seiner Tätigkeit an der Uni, engagierte er sich in der Deutschen farbwissenschaftlichen Gesellschaft e. V.  (DfwG) und im DIN-Ausschuss, außerdem stand er bis zu seiner Pensionierung der Deutschen Lichttechnische Gesellschaft e. V . (LiTG) vor. Er war auch in der Kommunalpolitik sehr rührig. Wenn wir uns trafen, sprachen wir meist über unser gemeinsames Hobby – die Malerei. Das letzte Mal auf der DfwG-Tagung in Ilmenau im Jahr 2013.

Sein Tod macht mich sehr traurig, weil er zu den Menschen gehörte, die mich ein Stückchen auf meinem Lebensweg begleitet und vorangebracht haben. Mit ihm geht ein großartiger Forscher und Mensch. Ich bedaure zutiefst, nie wieder mit ihm fachsimpeln zu können.

Das Institut für Lichttechnik der TU Ilmenau gedenkt ihm mit einen wunderschönen Nachruf, den man sich hier ansehen sollte.

Fernsehlosigkeit

Eine halbe Stunde …

… so lange haben wir in der vergangenen Woche ferngesehen. Gerade mal die Sendung Elefant, Tiger und Co. konnte uns vor die Glotze locken. Und selbst unser DVD-Konsum beschränkte sich auf Independence Day 2 am Samstag und eine Folge Zurück in die Vergangenheit am Sonntag. Es ist schon fast bedenklich, wie wenig ich noch fernsehe. Als ich noch allein lebte, lief der Fernseher den ganzen Abend und am Wochenende habe ich vor allem Sport geguckt. Da mein Mann mit Sportsendungen so gar nichts anzufangen weiß, habe auch ich mich in den letzten Jahren davon entwöhnt.

Das Gute ist, ich vermisse das Fernsehen nicht. Im Gegenteil, ich genieße es in aller Stille ein Buch zu lesen oder vor dem Computer zu sitzen und E-Mails oder Blogeinträge zu schreiben. Manchmal telefoniere ich auch mit der Familie oder Freunden, oder gehe Online-Shoppen. Bei dem Mist, der derzeit im Fernsehen läuft, ist das für mich klar die bessere Alternative.

Vorfreude auf Valerian

Ein optischer Augenschmaus erwartet die Science Fiction Fans im Sommer. Dann nämlich kommt Luc Bessons Valerian – die Stadt der tausend Planeten in die Filmtheater. Der Streifen nach Motiven des französischen Comics Valerian und Veronique scheint ein echter Hingucker zu werden, wenn man nach dem Trailer urteilen mag. Das ist sicher auch ein Film, den man in 3D gesehen haben muss. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf. Denn der Name Luc Besson steht seit Das fünfte Element für intelligentes und spannendes Kinovergnügen. Der Film war damals übrigens der Erste, den ich mir auf DVD gekauft habe.

https://www.youtube.com/watch?v=Ogf2uuTo0LE

Gut besucht

Samstags auf der Leipziger Buchmesse … das ist nichts für Leute mit Agoraphobie. Man muss diese Menschenmassen schon abkönnen. Normalerweise bin nicht so empfindlich, aber das war selbst für mich »to much«. Ich fühlte mich wie ein Zombie, als ich nach fünf Stunden durch die Gänge zum Ausgang geschoben wurde und die Messe fluchtartig durch die dröhnende Haupthalle verließ.

Doch von vorn. Normalerweise ist ja Freitag mein Messetag. Aus persönlichen Gründen konnte ich am Freitag nicht und so wagte ich das Experiment, die Leipziger Buchmesse am Samstag zu besuchen. Neu waren die Taschenkontrollen schon weit vor dem eigentlichen Eingang. Die Frage nach Pfefferspray und Messern fand ich etwas seltsam und auch inkonsequent, denn nach Schusswaffen wurde nicht gefragt und wenn man verneinte, wurde man ohne weitere Kontrolle durchgewunken. Da hätte ich sonst etwas in meinem Rucksack haben können. Wie sinnvoll eine solche Aktion in dem Fall ist, muss jeder selbst entscheiden.

Meine Liste der zu besuchenden Verlagsstände war heuer recht klein, und so war ich zum Glück schnell rum. Da die Sonne schien, konnte man sich draußen zwischen den Messehallen aufhalten, wo Tische und Bänke aufgestellt waren und an diversen Ständen Essen verkauft wurde. Ich saß eine halbe Stunde in der Sonne und genoss den großzügigen Platz und die frische Luft, denn in den Hallen selbst, kam man stellenweise kaum durch. Eigentlich wollte ich mir die Manga und Comic Con in Halle 1 geben, aber nach zehn Minuten Gedrängel und Geschubse brach ich das Unternehmen ab und kehrte lieber an den PERRY RHODAN-Stand zurück, die Basis für mich an diesem Buchmessetag.

Auch hier war richtig was los, denn die Zahl der anwesenden PERRY RHODAN-Autoren war größer als in den Jahren zuvor. (Vielleicht kam mir das auch nur so vor, weil ich sonst immer nur Freitags dagewesen bin.) Neben den signierenden Autoren Madeleine Puljic, Kai Hirdt, Verena Themsen und Oliver Fröhlich, gaben sich auch Michael Marcus Thurner, Robert Corvus und Wim Vandemaan ein kurzes Stelldichein. Der Signiertisch war stets dicht umlagert. Ich wurde Zeuge, wie Dirk Schulz einen Drachen zeichnete, plauschte mit Fans und Autoren und versuchte Bernd Robker alias Robert Corvus auszuweichen, der mit dem iPad einen Kurzfilm für die PR-Facebookseite drehte. Das ist mir wahrscheinlich nicht ganz gelungen.

Ich finde die Kontakte zwischen Fans und Autoren wichtig und wenn es nur dazu dient, die Serie zu präsentieren oder Feedback zu bekommen. Ganz viele junge Leute kamen vorbei und ließen sich Hefte für die Väter oder Großväter signieren, denen drückte Oliver Fröhlich meist noch einen Flyer der E-Book Miniserie TRIVID in die Hand, die sich an junge Leute richtet. Viele Frauen holten sich am Stand ein Mitbringsel für ihre Männer, in Form eines signierten Heftromans oder einer Zeichnung. Einer kam mit dem Blauband »Die dritte Macht« für einen Freund vorbei und bat um eine Signatur der Autoren. Was Verena und Oliver gern taten, aber gleichzeitig darauf hinwiesen, dass die eigentlichen Autoren dieses Bandes schon längst nicht mehr leben.

Als angenehm empfand ich, dass in diesem Jahr die Leseinsel nicht direkt vor dem Stand positioniert war, sondern weiter vorn, so das man sich beim Unterhalten nicht anschreien musste. Ebenfalls aufgefallen ist mir die Zusammenstellung der Messestände. In den vergangenen Jahren waren die Klein- und Kleinstverlage dicht an dicht in einer Messehalle zusammengedrängt, während die Branchenriesen mit ihren großen Ständen andere Messehallen dominierten. In diesem Jahr kam mir die Anordnung ziemlich ausgewogen vor. Da waren die Kleinen zwischen den Großen. Und man hatte weniger das Gefühl der Dominanz einzelner großer Verlage. Vielleicht bescherte das den kleinen Verlagen mehr Laufkundschaft, aber vielleicht täusche ich mich da auch. Und immer wieder dachte ich darüber nach, wie groß nach wie vor die Faszination für das Medium Buch ist. Denn es müssen Hunderttausende gewesen sein, die heute in Leipzig waren.

Zu sehen gab es wieder viele junge Leute in originellen Kostümen. Wer so etwas noch nie erlebt hat, sollte sich das zumindest mal ansehen. Leider kamen viele der Cosplayer auf Grund der schieren Anzahl nicht so richtig zur Geltung. Was ich ein bisschen schade finde. Denn in den Kostümen stecken meist viele Stunden Arbeit.

Trotz der vielen Menschen und des Gedränges habe ich meinen diesjährigen Besuch auf der Leipziger Buchmesse keine Minute lang bereut, obwohl ich nicht so »beschäftigt« war, wie in den beiden Jahren zuvor. Es ergaben sich dennoch genug nette und interessante Gespräche und ich nehme auch wieder ein paar Anregungen zum Lesen und Schreiben mit. Dafür hat es sich gelohnt.

Je nachdem wie das Programm im nächsten Jahr aussieht, möchte ich dann aber doch lieber wieder am Freitag kommen.

Der Spurhalteassistent fürs Fahrrad

Was es nicht alles gibt!

Als wir am vergangenen Wochenende durch die oberschwäbische Provinz fuhren, vorbei an Apfelbaum-Plantagen und schmucken kleinen Dörfern, fielen mir die Radwege rechts und links der Straße auf. Diese waren an beiden Seiten mit weißen Asphaltstreifen markiert, genauso wie die Bundesstraße, auf der wir entlangfuhren.

»Cool …«, sagte ich zu meinem Mann, »… hier haben sogar die Radwege Sicherheitsstreifen.«

Er wunderte sich darüber ebenso sehr wie ich.

Wahrscheinlich, so dachte ich, haben die einfach zu viel Geld, denn der Radweg zwischen den kleinen Ortschaften war sogar noch mit einer Beleuchtung versehen. Dann kam mir eine Idee, wozu die Streifen nützlich wären. »Vielleicht gibt es hier Spurhalteassistenten für Fahrräder«, platzte ich mit meinen Gedanken heraus. »Na ja, stell dir mal vor, wenn die nach dem Konsum von zu viel Apfelwein nach Hause radeln, können die so einen Spurhalteassistent doch gut gebrauchen.

Mein Mann lachte und ich stellte mir lächelnd einen angesäuselten Menschen vor, der mit Mühe und Not den Lenker seines Fahrrades gerade halten kann. Dem würde so eine Erfindung helfen, sicher nach Hause zu kommen, und den restlichen Verkehrsteilnehmern natürlich auch.

Punkiges T-Shirt

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Ich habe es getan … ich habe mir mein erstes Punk T-Shirt zugelegt.

Nachdem mich Musik und Literatur der letzten Wochen doch ziemlich vereinnahmt hat, wahr anzunehmen, das es sich irgendwann auch auf mein Äußeres durchlagen würde. Für einen Irokesen-Haarschnitt bin ich dann leider doch zu alt und gefärbte Haare habe ich eh schon, also musste etwas anderes her, um meine Leidenschaft für Punkrock zu zeigen. Als ich bei dem großen Onlineriesen das T-Shirt sah, konnte ich nicht widerstehen. Ab jetzt wird man mich also häufig mit »Schleimkeim« T-Shirt antreffen.

Ob ich mir jetzt auch eine Killernieten-Lederjacke zulege, überlege ich mir aber noch.

Spur der Regenwürmer

Es hatte die ganze Nacht geregnet, die Straßen glänzten vor Feuchtigkeit. Feiner Nieselregen traf mein Gesicht, als ich auf dem Fahrrad zur Arbeit strampelte. Es roch nach Erde und Regenwürmern …

Ja, nach Regenwürmern. Kennt noch jemand den eigenartigen Geruch, der sich nur dann ausbreitet, wenn die Straße mit hunderten Regenwürmern gepflastert ist? Sie kringeln sich über den feuchten Asphalt, die meisten schon von Autoreifen zermatscht. Der Geruch des Todes.

Diese Woche habe ich in einem Magazin gelesen, dass es in Deutschland 47 Arten von Regenwürmern gibt. 19 davon stehen kurz vorm Aussterben. Ich wusste gar nicht, das es bei Regenwürmern eine so große Artenvielfalt gibt und das sie in ihrer Existenz bedroht sind. Wie so vieles andere auch. Dabei macht besonders die Chemie-basierte und auf Maschineneinsatz ausgerichtete Landwirtschaft den Regenwürmern zu schaffen. Dabei könnte die Landwirtschaft von den Würmern profitieren. Regenwürmer schaffen günstige Bodenstrukturen, machen aus abgestorbenen Pflanzen neue Nährstoffe, reichern die Böden mit Mineralien aus der Tiefe an, schaffen Kinderstuben für Nützlinge und fressen Pilze, die Nutzpflanzen gefährden. In Folge leiden die Böden an zu hoher Verdichtung, können weniger Wasser aufnehmen und ableiten, was wiederum zu Überschwemmungen und Bodenerosion führt.

Nach diesen Informationen bin ich gestern Morgen mit meinem Fahrrad Schlangenlinien gefahren, um nicht noch mehr Regenwürmer zu überfahren. Schon komisch, wie so ein paar Infos den Blickwinkel verändern!

Übrigens, der Forscher Otto Ehrmann hat für Baden-Württemberg berechnet, dass das Gewicht aller lebenden Regenwürmer der doppelten Masse aller Menschen, ihrer Rinder und Schweine entspricht.