Kulinarisches von den Wochenenden

An den vergangenen Wochenende haben wir wieder fleißig gekocht und gebacken. Hier eine kleine fotografische Auswahl:

Selbstgebackene Semmeln
Rotes Thai-Curry mit Hähnchen und Rukola-Rote-Beete-Salat
Jägerschnitzel mit Kartoffelpüree und Brokkolipesto
Mit Bergader-Käse überbackener Seehecht und Honig-Paprika-Risotto

Und ich habe mir wieder ein neues Backutensil gekauft. Einen Gitterroller. Damit kann man aus Kuchenteig ein tolles Gitter machen. Das musste natürlich sofort ausprobiert werden. Soweit so gut! Es funktioniert, ist aber nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Da braucht man ein bisschen Übung, bevor es richtig klappt. Ich arbeite dran.

Bätterteig-Apfelmuskuchen mit Gitter
Der dazugehörige Gitterroller

Zum Geleit

Der Vollständigkeithalber und weil so viele meinen Nachruf auf Manuela Farber aufrufen: Hier ist die Karte, die eine Klassenkameradin gekauft hat. Sie bat mich einen Text dafür zu verfassen, der Bitte bin ich selbstverständlich nachgekommen.

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserer allseits beliebten Schulfreundin Manuela. Sie sorgte auch nach unserer Schulzeit dafür, dass wir in Verbindung blieben. Sie war die Kette, die uns miteinander verband. Es ist bezeichnend, dass sie gerade in der Woche von uns ging, in der wir unser 30-jähriges Klassentreffen feiern wollten. Ihr Tod ist ein schwerer Verlust, hinterlässt er doch eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird.
Wir möchten an dieser Stelle unser herzlichstes Beileid ausdrücken und allen Familienangehörigen viel Kraft wünschen für die Zeit der Trauer und danach.

Deine Schulfreunde von der POS III Saalfeld.

Diese Woche bekam ich dann noch ein Foto vom Grabgesteck. Ich denke, es hätte Manuela gut gefallen.

Danke an Claudia und Jaqueline für die Bilder.

Das besondere Ereignis am 9. November

Quelle: Wikipedia

Der 9. November ist für Deutschland in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag. Mehrere Ereignisse in der Geschichte der Deutschen fand an diesem Datum statt. Positives und weniger positives.

Heute las ich in der TAZ das an einem 9. November noch etwas stattgefunden hat, was die meisten von uns nicht wahrgenommen haben dürften. Am 9. November 1978 trat zum ersten Mal öffentlich eine Punkband in Deutschland auf. Wire spielten im »Ratinger Hof«, der legendären Punkkneipe in Düsseldorf. Die Sex Pistols, die »Erfinder« der Punkmusik, hatten sich Anfang 1978 noch vor ihrer Deutschlandtournee aufgelöst. Und so hatte Wire das Vergnügen, den Punk nach Deutschland zu bringen. Einige der Zuschauer von damals wurden von dem Sound inspiriert und haben später selbst Punkbands gegründet. Unteranderem die Gründer von DAF und Fehlfarben.

Das Konzert von Wire hat eine Ära in Deutschland gestartet, die eine ganze Generation von jungen Menschen prägte und bis heute prägt. Aus dem Punkrock von damals gingen die Neue Deutsche Welle und der Hardcore hervor. Daher ist dieses Datum durchaus als ein wichtiger Meilenstein zu sehen.

Wer sich anhören will, wie Wire damals geklungen hat, kann sich auf YouTube eine Aufzeichnung von 1979 aus der Sendung Rockpalast ansehen.

Die englische Band existiert übrigens heute noch, und hat Anfang 2020 ein neues Album veröffentlicht. Ich muss aber zugeben, dass mir ihre Musik von damals besser gefällt, als die heutige.

 

Update vom 14.11.2020:

Man soll nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Ich wurde aufgeklärt, es fanden 1977 schon Punkkonzerte in Deutschland statt. Zum Beispiel war The Clash bereits 1977 auf Tour oder The Vibrators, die am 25.02.1977 in Berlin spielten und nicht zu vergessen, die Punkbands, die sich bereits in Deutschland gegründet hatten, wie PVC.

Nun, die Düsseldorfer hielten sich schon damals für was Besseres. Zwinker!

Zweitinfektion?

Jetzt hat es mich ereilt.

Gestern rief mein Kollege an, der mir im Büro gegenübersitzt. Er hatte mir am Mittwoch schon erzählt, dass ein Teilnehmer aus seinem Abendschulkurs positiv auf Covid 19 getestet wurde. Gestern teilte er mir dann mit, dass er sich habe testen lassen und ebenfalls positiv getestet wurde. Dazu muss man hinterherschicken, dass er bereits im April an Covid 19 erkrankt war (wie seine komplette Familie) aber damals nicht getestet wurde. Im Juli hat er einen Antikörpertest machen lassen, der positiv ausgefallen ist. Da die PCR-Tests so empfindlich sind und auf kleinste Virusrückstände ansprechen, ist er wahrscheinlich deshalb positiv getestet worden. Krankheitssymptome hat er nicht, muss aber jetzt für zwei Wochen in Quarantäne.

Wir haben ein Lüftungsgerät mit HEPA-Filter im Büro, sitzen zwei Meter auseinander hinter unseren Bildschirmen verschanzt und haben alle zwei Stunden die Fenster zum Lüften geöffnet. Ich gehe nicht davon aus, dass ich infiziert bin. Schon allein, weil ich nicht glaube, dass es sich bei meinem Kollegen um eine Zweitinfektion handelt. Er hat schließlich keinerlei Symptome. Und ich habe gelesen, dass dies schon mehreren Leuten passiert ist, die bereits im Frühjahr erkrankt waren. Die haben sich als Reiserückkehrer testen lassen und wurden positiv getestet und in Quarantäne geschickt, trotz überstandener Infektion. Ausschlaggebend ist dabei der CT-Wert, doch im Gegensatz zu den Gesundheitsämtern in Ostdeutschland liefern die Gesundheitsämter in Bayern den CT-Wert nicht mit. Wenn der nämlich über 30 liegt, bedeutet das, das derjenige nicht infektiös ist. Es gibt Krankenhäuser, die schicken ihre Mitarbeiter mit einem solchen Wert sogar arbeiten. Das RKI sieht das ähnlich, nur manche Gesundheitsämter sehen das nicht so, die gehen auf Nummer sicher.

Es wird interessant, was das Gesundheitsamt zu dem Fall sagt. Muss ich mich jetzt ebenfalls testen lassen? Oder muss ich auch in Quarantäne? Noch hat sich keiner bei mir gemeldet. Nun, es ist ja auch Wochenende. Ich werde mich morgen mal mit meinem Arbeitgeber kurzschließen. Schwierig wird es so und oder so. Selbst wenn ich nicht in Quarantäne muss, habe ich die Arbeit des Kollegen nun auch noch am Hals. Gerade wo ich ohnehin so viel zu tun habe, dass ich kaum noch zu meiner eigentlichen Arbeit komme, Pläne zu zeichnen und Angebote zu schreiben.

Die nächsten beiden Wochen werden sicher spannend.

Nachrichten machen krank

Aufmerksame Leser meines Blogs werden es gemerkt haben. Ich blogge nicht mehr so oft. Das hat mehrfache Gründe. Zum einen schreibe ich inzwischen viele Dinge im Privaten auf, weil ich mich der Meinungsdiktatur beuge und öffentlich lieber nichts mehr sage. Soweit sind wir in diesem Land schon gekommen, dass man nicht mehr sagen kann, was einen bewegt.

Andererseits bin ich müde, von all den schlechten Nachrichten, der andauernden Bedrohung durch die Pandemie seitens der Medien oder von den Eskapaden dieses durchgeknallten Präsidenten. Ich bin schlichtweg so erschöpft davon, dass ich nicht mehr schreiben will und schon gar nichts mehr davon hören. Es macht einen regelrecht krank.

Seit zwei Wochen bleibt bei uns das Radio aus, auf dem Fernseher wird nur noch aus der Konserve geguckt: Serie oder Filme aus einer besseren Zeit, in der es noch Hoffnung gab. Unser Internetkonsum wird dadurch beschränkt, dass das W-Lan nur noch abends kurz zum Checken der E-Mails angemacht wird. Ansonsten bleibt die Welt draußen. Ich verbringe viel Zeit mit Basteln und lesen. Lenke mich damit ab, zum Fenster hinaus zu blicken auf die sich wandelnde Natur. Auf die bunten Blättern, die schon fast alle gefallen sind, mindestens zwei Wochen früher als sonst. Sehe dem Himmelspektakel bei Sonnenuntergang zu, oder den Mückenschwärmen, die in langen dünnen Wolken über den Wiesen auf- und absteigen.

Es wird ein düsterer Winter werden, und ein noch düsteres Frühjahr. Wer glaubt, wir hätten 2021 alles überstanden, irrt. Unser Leben wird sich radikal verändern, es wird sich schleichend immer weiter verschlechtern. Was in den vergangenen Jahren schon begonnen hat, wird sich durch die Pandemie um so schneller beschleunigt fortsetzen. Wir werden es nicht aufhalten können. Sehen wir der Wahrheit ins Auge, eine positive Zukunft, wie ich sie mir in den Neunzigern erträumt habe, wird es nicht geben. Keine heile Welt wie in Star Trek oder bei PERRY RHODAN, stattdessen wächst die kommende Generation in einer Dystopie auf. In dem Fall bin ich echt froh, keine Kinder zu haben.

Etwas gutes hat das Ganze. Ich muss mir für meinen Zukunfts-Roman diese Welt nicht mehr ausdenken. Ich muss nicht mehr überlegen, wie ich das dystopische Deutschland der Zukunft gestalte und was dazu geführt hat, dass es so ist, wie ich es in meinem Buch beschreibe. Es wird mir täglich in den Nachrichten auf dem Silbertablett serviert. Welcher Science-Fiction-Autor konnte das je zuvor schon von sich sagen.

Bauer Media und kein Ende

Ein neuer Rundumschlag bei Bauer Media wurde angekündigt. Dieses Mal trifft es den Standort München. Auf der Liste der Opfer die Zeitschriften »Madame« und »Cosmopolitan«. Jetzt gehts quasi schon dem Luxus-Segment an den Kragen. Sehr bedenklich das Ganze. Vor allem da man momentan vieles auf Corona schieben kann, ist es viel leichter, ungewollte Firmenanteile abzustoßen.

»… da man im Luxus-Segment perspektivisch nicht die Marktführung erreichen könne …« Solche Aussagen machen mich regelmäßig wütend. »Weil wir nicht die besten sind, hören wir damit auf.« Das ist wie im Sport. Wenn Deutschland nicht gewinnt, sind unsere Sportler nichts wert.

Ich sehe die Entwicklung bei Bauer nach wie vor mit großer Sorge. Meiner Meinung nach ist die PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt noch nicht sicher. Momentan ist kaum Bewegung in der Sache, und dass noch keine neuen Büros angemietet wurden, deutet daraufhin, dass man bei Bauer noch etwas vor hat. Wenn wir Pech haben, erlebt die Serie vielleicht ihren 60. Geburtstag nicht mehr. Ich kann mich täuschen, hoffentlich tue ich das sogar, aber ich hab ein ziemlich mieses Gefühl bei der Sache.

Ach, ja. Die Romanhefte werden seit Band 3087 in einer Druckerei in Backnang gedruckt. Die Qualität der Cover ist besser, allerdings riechen die Hefte jetzt sehr nach Farbe. Das ist mir bei Band 3089 besonders aufgefallen. Die VPM-Druckerei in Rastatt sollte ja zum 31.10. schließen. Sie mussten allerdings vorzeitig den Betrieb einstellen, weil es in der Belegschaft einen Corona-Fall gegeben hat. (Quelle: Badische Neueste Nachrichten) Den 163 Angestellten blieb also nicht mal ein würdiger Abschied. Traurig.

Das erinnert mich alles sehr an die Zeit nach der Wiedervereinigung. Als beispielsweise in Saalfeld die Angestellten eines Verpackungsmittelwerks eines Montags zur Arbeit kamen und die Fabrikhallen leer vorfanden. Die »Investoren« hatten das Werk für eine Mark von der Treuhand gekauft, in einer Nacht und Nebelaktion die noch brauchbaren Maschinen und die Inneneinrichtung verscherbelt und waren anschließend untergetaucht. So lief es in vielen Betrieben im Osten, doch dass wurde nie publik gemacht. Jetzt trifft es halt die Betriebe in Westdeutschland.

Wir werden uns noch wundern, was uns in den nächsten Monaten so alles blüht.

Der entspannte Landkreis

Ich bin trotz Pandemie am Wochenende nach Thüringen gefahren. Nachdem der Nachbarlandkreis BGL seit letzter Woche dicht ist, dachte ich mir, ich besuche meine Eltern nochmal, bevor auch Traunstein der Lockdown ereilt und das wieder langfristig nicht möglich sein wird.

Sagen wir mal so, die Deutsche Bahn hat sich wieder allerlei einfallen lassen, damit mir unterwegs nicht langweilig wird. Das ging am Freitagmorgen schon los, als der MERIDAN mit Verspätung angesagt wurde und das Gleis belegt war, auf dem der Zug sonst losfährt. Glücklicherweise fuhr der Zug dann trotzdem pünktlich allerdings von einem anderen Gleis. Alles Gut, dachte ich da noch. Doch dann bremste einen Signalstörung den Zug kurz vor München aus. Es kam, wie es kommen musste, als der MERIDIAN mit dreizehn Minuten Verspätung in den Münchner Hauptbahnhof einfuhr, kam mir der ICE mit dem ich weiterfahren wollte, schon entgegen. Der »Verspätungsalarm« heißt übrigens jetzt »DB-Reisebegleitung« und statt nur einer E-Mail hatte ich sage und schreibe neun Nachrichten deswegen in meinem Postfach. Das grenzt schon an Spam.

Ich ließ am Service Point die Zugbindung meines Tickets aufheben und fuhr dann mit dem ICE-Sprinter eine halbe Stunde später bis nach Erfurt und weitere zwanzig Minuten später weiter nach Saalfeld. Am Ende war ich eine Stunde länger unterwegs als geplant, was in Corona-Zeiten nicht wirklich prickelnd ist. Die Züge waren zwar nicht voll, aber die Frau, die ohne Maske im ICE zwei Sitze weiter vorn saß und in einer Tour redete, nervte mich irgendwann. Als Attest zeigte sie der Zugbegleiterin ein zerknittertes A4 Blatt in einer Folienhülle. Hm! Ob das echt war?

Die Zugebegleiterin war nicht viel besser, denn sie bestand darauf, dass das Kind einen Tisch weiter vorn seine Fahrkarte selbst entwertete, und zwar mit der Zange, die sie die ganze Zeit in den schwitzenden Händen gehalten hat. Ich glaube, als Mutter hätte ich da den Aufstand geprobt.

In Erfurt am Bahnhof beobachtete ich dann zwei Polizeibeamte, die ohne Maske durch die belebte Fressmeile am Bahnhof patrouillierten. Ja, klar, bei solchen Vorbildern, braucht man sich über eine wachsende Anzahl von Corona-Gegnern nicht wundern. Ich setzte dann auch die Maske ab, aber erst oben am Bahnsteig, als ich dort allein wartete. Im fast leeren Zug hatte ich sie dann wieder auf.

Thüringen ist bis jetzt relativ verschont geblieben. Da kann ich den legeren Umgang gut verstehen. In Saalfeld tragen die Leute in den Geschäften alle brav Masken. Im Freien gibt es keine Maskenpflicht, hier wird auf Abstand gesetzt, was ich als ausreichend empfinde. Selbst auf dem Wertstoffhof herrscht keine Maskenpflicht, nicht so wie in Waging. Am Imbissstand gegenüber vom Wertstoffhof saßen und standen jede Menge Leute beim Mittagessen und plauderten, ebenfalls ohne Maske.

Vielleicht ist es dieser entspannte Umgang mit der Pandemie, der dafür sorgt, dass es so wenig Fälle gibt. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass die Leute älter sind und weniger Geld haben, um extensiv zu feiern oder zu verreisen. (Ich sag ja immer, die Thüringer haben damals schon bei der Völkerwanderung nicht mitgemacht und sind daheim geblieben.) Vielleicht hat der Landkreis einfach auch nur Glück gehabt. Es gibt noch keinen einzigen Coronatoten dafür aber einige spektakuläre Selbstmorde, auf die ich jetzt lieber nicht näher eingehen will.

Meine Rückfahrt fand in leeren Zügen statt. Von den fünf Osteuropäern mal abgesehen, die so sehr nach Alkohol und Nikotin rochen, dass man froh war eine Maske zu tragen. (Ich habe mich dann doch umgesetzt, sonst hätte ich bis zum Aussteigen vermutlich eine Alkoholvergiftung erlitten.)

Leider hatte ich mich beim Ticketkauf irgendwie vertippt und die längere Verbindung über Treuchtlingen erwischt. Es war aber am Ende egal, da der schnelle ICE über Ingolstadt, mit dem ich sonst fahre, zehn Minuten Verspätung hatte. Damit hätte ich meinen Anschlusszug in München ohnehin nicht erreicht. So plauderte ich nett mit der Zugbegleiterin im RegionalExpress, die sich ebenfalls darüber aufregte, dass der Bahnkonzern in viele kleine Subunternehmen gesplittet ist, die sich gegenseitig das Leben schwer machen und unsere Steuergelder lieber in irgendwelche Transportunternehmen im Südchinesischen Meer investieren, als in die Infrastruktur im eigenen Land.

Nussernte 2020

Wir haben heute die ersten Sonnenstrahlen in dieser Woche genutzt und waren Nüsse sammeln. Dazu mussten wir zwar erst kilometerweit auf Schleichwegen durch die Gegend irren, weil einhundert Meter Landstraße gesperrt sind.

Es hat sich gelohnt. Nicht nur, dass ich mal an Orte kam, an denen ich noch nie war und tolle Ausblicke auf die beiden Seen genießen konnte. Nein, wir haben auch eine Menge Nüsse aufsammeln können. Ich musste nach einer halben Stunde aufhören, weil mir der Rücken weh getan hat. So haben wir echt noch welche zurücklassen müssen. Die Eichhörnchen wird es freuen.

Jetzt liegen die Nüsse draußen auf dem Balkon in unserer extra dafür gebauten Trockenvorrichtung. Morgen soll die Sonne scheinen, dann werden sie hoffentlich schnell trocken sein.

Jahresernte vom Balkon

Dank meines Mannes grünte und blühte in diesem Jahr wieder unser Balkon. Er gießt nämlich regelmäßig. Ich würde das vergessen, weshalb ich mich nur mit Orchideen umgebe, die nehmen es einen nicht übel, wenn man sie mal vergisst zu wässern.

Von außen betrachtet sah unser Balkon im Sommer wie ein Urwald aus. Das lag unteranderem an den massiv austreibenden Tomaten, die aber nicht so gut geschmeckt haben, wie in den vergangenen Jahren. Außerdem macht sich inzwischen der Weinstock breit. Der hatte heuer fünfzig Trauben und rankt bereits über die Balkontür zur anderen Seite. Das große Fenster wächst quasi langsam ein.

Die Kartoffelernte fiel ausreichend aus. In Ermangelung von mehr Platz, war das ganz okay. Die Him- und Erdbeeren wuchern sowieso fast von allein. Am ertragreichsten aber waren unsere Chilis. Wir hatten eine große Pflanze mit gelben Früchten sowie meine selbstbezogene Minichili aus dem vergangenen Jahr. Die gelben Chilis habe ich zu Ketten gebunden und in der Küche zum Trocknen aufgehängt. Die Minis reifen am Strauch, die ernte ich später. Jedenfalls können wir wieder viele scharfe Sachen kochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nussernte fällt dieses Jahr mager aus. Fast alle Bäume sind im Frühjahr abgefroren. Bei denjenigen, die Nüsse dran haben, sind es viel weniger als in den Jahren zuvor. Aber wir haben noch genug im Keller. Die Nüsse gehen uns also nicht aus.

Betongrau

Nachdem wir in den vergangenen Wochen ziemlich viel mit dem Auto unterwegs waren, ist uns etwas aufgefallen. Es gibt eine neue Trendfarbe in Sachen Autolack: Betongrau in allen Variationen.

Das erste Auto bei dem es mir direkt ins Auge stach, war ein VW Beetle. Das Ding sah aus, wie aus den Dreißigern. Ein eintöniges Grau, wie von einer Fotografie aus dem vergangenen Jahrhundert. Von da ab entdeckten wir immer mehr Autos, die grau waren. Nicht Metallic-Silber, sondern einfach nur Opake-Grau, mal heller, mal dunkler, mal mit einem Touch ins Beige. Vor allem SUVs in der Farbe fielen uns auf der Autobahn auf. Sie wirkten auf mich wie rollende Betonklötze.

Das sich die Autofarben in den vergangenen vierzig Jahren von bunt zu Schwarz-Weiß-Silber-Einheitsgrau gewandelt haben, darüber hatte ich schon mal geschrieben. Inzwischen kenne ich auch die Gründe, warum viele bunte Autofarben im Laufe der achtziger Jahre verschwanden. Es lag unteranderem an den Pigmenten. Die meisten Pigmente, die in den Siebzigern für Autolacke hergenommen wurden, enthielten Schwermetalle, diese Pigmente wurden aus gesundheitlichen Gründen vom Markt genommen. Und mit den Pigmenten verschwanden auch die Farben. Es traf vor allem viele Gelb- und Grüntöne.

Heute spielt der Wiederverkaufswert bei der Autofarbe eine große Rolle. Bunte Autos verkaufen sich als Gebrauchtwagen nicht so gut wie ein schwarzes, weißes oder silbernes Auto. Dennoch werden die Straßen wieder bunter. Erfreulicherweise entdeckten wir in den Staus, an denen wir vorbeifuhren, wieder mehr blaue und rote Autos, unlängst sogar einen sehr schönen grünen Opel Mokka. Vielleicht kommen sie ja zurück, die bunten Farben. Spätestens dann, wenn die Leute die Nase voll haben vom Einheitsgrau.

Mein Favorit ist immer noch das Orange vom Cross-Polo.

Quelle: Wikipedia