Wiedergebrachte Erinnerungen

Als ich über die Feiertage meinen Schreibschrank aufräumte, fiel mir ein gelber Post-it in die Hände. Darauf ein paar mit Bleistift gekritzelte Textzeilen. Es war meine Schrift, aber ich erinnerte mich nicht mehr daran, es geschrieben zu haben. Dennoch wusste ich sofort, was ich gefühlt habe, als ich die Worte niederschrieb:

Groß, herausragend, hektisch und laut
wie ein Wald aus Stein gebaut
Einer Landschaft gleich mit tiefen Schluchten
umrahmt vom Wasser der Ozeanbuchten
Milbengleich das Getümmel der Menschlein
fließt durch Straßen das gelbe Blut
in dem Biotop aus Blech und Stein

Und da sah ich mich plötzlich wieder vor 16 Jahren …
… draußen auf der Aussichtsplattform, den scharfen Wind im Gesicht und unter mir die Stadt, die niemals schläft. Nur Häuser und Meer so weit mein Blick reichte, eingerahmt in eine Kulisse unterschiedlichster Geräusche, die von weit entfernt zu mir aufstiegen. Darüber ein Himmel, der sich mit der einsetzenden Dämmerung von einem gelben Orange in ein violettes Blau verfärbte. Nach und nach gingen die Lichter an, und die Betonwüste, die zuvor noch starr und tot wirkte, schien plötzlich lebendig zu werden. Die Scheinwerfer der Autos verwandelten die Straßen in Arterien, in denen das Leben pulsierte. Leuchtreklamen flackerten verheißungsvoll wie ferne Sterne in der kalten trockenen Nachtluft.

Ich glaube, mehr muss ich dazu nicht sagen, um zu verdeutlichen, wovon ich in dem Gedicht schrieb.
Ein wenig sehne ich mich heute an diesen Ort zurück. Es war eine tolle Zeit.

Der Kaiser und die Kaiserin

SisiIch habe es getan! Ich habe mir am Wochenende „Sisi“ angeguckt. Nein, nicht die „Sissi“-Filme mit Romy Schneider sondern die Neuauflage von 2009 mit Cristiana Capotondi und David Rott. Was sich schon anhand der Schreibweise des Titel erkennen lässt. Kaiserin Elisabeth schrieb sich selbst nämlich nur mit einem „s“ in der Mitte.

Die zweiteilige Koproduktion von ZDF, ORF und RAI ist eine prunkvoll inszenierte und bestens besetzte Neuverfilmung, die so gar nicht die Klischees der alten Sissi-Filme bedient. Und das ist auch gut so. Dieser Film ist eher als ernsthafte Auseinandersetzung mit der wahren Geschichte der Kaiserin Elisabeth gedacht. Auch wenn es hier und da noch kleine Unterschiede zur Realität gibt, so kommt diese Verfilmung der wahren Sissi dennoch näher, als die romantisch verklärten Heimatfilme der 50er.

Erzählt wird die Lebensgeschichte der Österreichischen Kaiserin von 1853 bis zu ihrer Krönung als Königin von Ungarn 1867. Dabei wurde viel Wert auf Authentizität gelegt, und das nicht nur bei Handlung und Charakterisierung, sondern auch bei Kostümen und Kulissen. Der so entstandene Film verschlang elf Millionen Euro, eine stattliche Summe, die aber nicht vergebens war. Es sind die opulente Ausstattung und der Dreh an Originalschauplätzen, die der Geschichte einen passenden Rahmen verleihen und ihn zu einem Augenschmaus machen. Natürlich gibt es romantische Szenen, die sich aber nie in den Vordergrund drängen und in keinster Weise kitschig wirken. Es geht in diesem Streifen vielmehr um Sisi’s Emanzipation als Frau, ihr Kampf gegen die allgegenwärtige Schwiegermutter (gespielt von Martina Gedeck) und ihre Einflussnahme auf die Regierungsgeschäfte ihres Mannes.

Getragen wird das alles von einer Riege hervorragender Darsteller. Allen voran von der Italienerin Cristiana Capotondi, die die Unbekümmertheit der jungen Kaiserin sehr gut zu transportieren weiss, obwohl sie bei den Dreharbeiten bereits 29 Jahre alt war. David Rott als Kaiser Franz ist in der schmucken Uniform nicht nur optisch eine Augenweide, sondern verleiht der Figur seinen ganz eigenen jugendlichen Charme. Das er dabei vorrangig auf den Wiener Akzent verzichtet (Obwohl er das sicher perfekt hinbekommen hätte, schließlich hat er seine Schauspielausbildung in Wien absolviert.), empfinde ich als ein Pluspunkt. Mit viel Tiefe spielt er die Zerrissenheit von Franz zwischen den Zwängen der Monarchie, seiner Liebe zu Elisabeth und seiner politischen Verantwortung. Erwähnenswert sind aber auch Fritz Karl als Graf Andrássy und Herbert Knaup als Sisis Vater Herzog Max.

Mein Fazit: Der vielschichtige Zweiteiler (197 Minuten) ist eine gelungene Mischung aus Historiendrama und romantischer Unterhaltung, man könnte ihn fast als politischen Film einstufen, aber dass wäre dann doch zuviel des Guten.

Kosmische Schundliteratur

muenchhausen_dunkelsternMünchhausen im Weltraum Band II – wie uns der Himmelsriese fraß … und wie ich einen Dunkelstern erhellte …

Am Wochenende machte ich eine Entdeckung. Aus dem Stapel alter abgenutzter Bücher, die noch aus einer vergangenen Erbschaft stammten, zog ich ein Buch, das mich verwunderte. Wir haben damals so viele Bücher von meiner Tante geerbt, dass ich mich beim besten Willen nicht an jedes erinnern kann. Ganz beiläufig nahm ich es am Samstag zur Hand, blätterte durch die vergilbten Seiten und blieb fasziniert und abgestoßen zugleich an dem Text hängen. Die Sprache war direkt und simpel und gerade deshalb so faszinierend. Und der Inhalt der Geschichte erinnerte mich ein bisschen an die Perry Rhodan Abenteuer aus den frühen Sechzigern, ohne aber dessen Qualität oder Ernsthaftigkeit zu erreichen.

Aber alles der Reihe nach. Erzählt wird die Geschichte eines modernen Baron Münchhausen, der mit einer fliegenden Untertasse im Sonnensystem auf der Flucht ist. Diese Untertasse hat er im vorangegangenen Band von einem Volk auf dem Marsmond Phobos „gestohlen“, zusätzlich mit der Mannschaft und zwei hübschen Damen, die ihm als Kommandanten nun zu Füßen liegen. Dieser Münchhausen stellt sich als Tausendsassa dar: Er kann alles, und es gibt keinen, der ihm das Wasser reichen kann. Sein riesiges Ego lässt ihn seine Mitmenschen, die er allesamt als unterlegen betrachtet, ziemlich grob behandeln. Ganz besonders Frauen begegnet er mit herablassender Überlegenheit und sieht sie eher als Eigentum, statt als gleichberechtigtes Lebewesen. Kein Wunder wenn sich eine der Damen rächt und die Steuerung sabotiert, so dass die Untertasse vom Kurs abkommt und zunächst in Sonnennähe einer lebendigen Dunkelwolke begegnet.
Auf ihrer Flucht verfehlen sie die Erde und müssen schließlich auf einer kalten Welt am Rande des Sonnensystems notlanden. (Warum der Planet im Roman stets als „Dunkelstern“ bezeichnet wird, hat sich mir leider nicht erschlossen.) Dort lebt ein Volk mit starren Moralvorstellungen. Sowohl Wetter als auch Licht sind künstlich geschaffen, doch nicht zum Wohl der Bewohner, eher zu ihrem Gegenteil. Keiner soll sich wohl fühlen, es gibt weder Schatten noch Wärme, keine Freude, keine Liebe und erst recht keine Lust. Alle männlichen Bewohner werden nach der Pubertät impotent, einfach weil ihnen die Übung fehlt.
Das stößt mit Münchhausens lockeren Moralvorstellungen natürlich in konträrer Weise zusammen. Auch wenn er sich zunächst nicht einmischen will (Man beachte, welch fortschrittliche Denkweise – verglichen mit PR) kommt es doch durch einen Handkuss zur unweigerlichen Reaktion einer weiblichen Bewohnerin. Der Baron ist nämlich ein von allen Frauen begehrter Mann, er sich ausnahmslos als toller Hengst darstellt. So kommt es, wie es kommen muss: Die Frauen des Planeten, von Münchhausen quasi „sexuell befreit“, brechen eine Revolution vom Zaun und machen den Baron zum neuen König. Doch das ist dem freiheitsliebenden Münchhausen dann doch zuviel. Er flieht mit seiner Mannschaft und lässt den Planeten in Anarchie zurück…

Anfangs war ich mir nicht so ganz sicher, wie ich den Roman einschätzen sollte. Man darf ihn keinesfalls als ernstgemeinte Geschichte sehen, eher als Satire. Und aus diesem Blickwinkel offenbart der Text durchaus eine Fülle an Systemkritik: Sei es an den überzogenen Moralvorstellungen von Kirche und Staat, oder am Missbrauch von Macht durch Regierungen. So geniale Aussagen wie: „Kein Mensch redet davon die Moral abzuschaffen. Das wäre die größte Dummheit, die ich machen könnte. Ich stehe auf dem Standpunkt, die Moral hört dort auf Moral zu sein, wo sie unmoralisch wird.“ haben mich in Erstaunen versetzt. Ganz nebenbei wird Doppelmoral enttarnt und spitzzüngig Kritik am System geübt. Zwischendrin schimmert der Gedanke durch, das man Anarchie als etwas begrüßenswertes auffassen sollte.
Auf der anderen Seite aber steckt Münchhausens Denkweise in der damaligen Zeit fest. Der Roman richtet sich eindeutig an ein männliches Publikum. Die Geschichte liest sich an vielen Stellen so pubertär, dass es die Rahmenhandlung eines Pornos sein könnte. Manchmal scheint es, als tropfe die Frauenfeindlichkeit regelrecht von den Seiten. (Ehrlich, da ist PR noch harmlos dagegen.) Auch geht Münchhausens Handeln nicht mit der geübten Kritik konform. Denn das, was er predigt, scheint nicht für alle zu gelten.

Einerseits gesellschaftskritisch und andererseits menschenfeindlich, lässt mich der Roman am Ende etwas zwiegespalten zurück. Überrascht hat er mich dennoch. Für ein Buch das 1955 veröffentlich wurde, erscheint der Schreibstil und ein Teil der Aussagen im heutigen Licht erstaunlich modern. Es erinnert mich mit seinen aufmüpfigen Aussagen und in seiner offenen Sprache fast ein wenig an Punk.

Bei eBay wird eine Ausgabe dieses Buches als Sammlerstück für 59 Euro angeboten. Da habe ich wohl einen echten Schatz entdeckt.

Bemerkenswert ist aber das Vorwort des anonym erschienen Werkes. Wer möchte kann es hier nachlesen.

Vergessener Schatz

Anlässlich des Weihnachtsbaumrückbaus am heutigen Vormittag, nutzte ich bei meinen Eltern gleich mal die Gelegenheit, aufzuräumen und richtig sauberzumachen. Ich räumte Schallplatten ins Regal und entsorgte alte Zeitschriften. Dabei fiel mir ein Bündel Trauerkarten in die Hände, welche wir nach dem Tod meiner Großmutter 1986 erhalten hatten. Ich reichte sie gleich mal an meinen Vater weiter, der sie in der nächsten Viertelstunde mit großem Interesse durchsah. Auf einmal stand er mit einem lauten „Das gibt’s nicht!“ in der Tür. Er las mir eine der Trauerkarten vor und ich verstand zunächst nicht, was er meinte, denn der Text hörte sich völlig üblich an. Doch als er mir dann die Karte in die Hand drückte und ich sie aufschlug, entkam mir ebenfalls ein: „Das kann nicht wahr sein, oder?“

In der Karte lag fein säuberlich noch ein Zwanzig Mark Schein. Und nein, es waren keine DM: Es waren zwanzig Mark der DDR …

Unfassbar! Seit fast dreißig Jahren dämmerte das Geld jetzt in dem Kartenstapel. Dabei waren zwanzig Mark in der DDR viel Geld, mit dem man allerlei nützliche Dinge hätte kaufen können. Zum Beispiel hätte man dafür zweihundert Semmeln oder zwölf Brote bekommen oder zwei Büchsen Ananas. Es wäre unter Umständen auch eine Nylonstrumpfhose drin gewesen oder nicht ganz vier Tafeln gute Schokolade. Gut, für eine Flasche Goldkrone (Weinbrand) hätte man nochmal neun Mark drauflegen müssen, aber da hätte man das Geld besser in einer Kneipe auf den Kopf hauen können.
Jetzt ist es für all das zu spät, weil es nur noch Erinnerungswert hat. Aber es war eine vergnügliche Erinnerung, trotz des damals traurigen Anlasses.

Lehrreicher Zahnarztbesuch …

… oder wie man sich als Anschauungsobjekt fühlt.

Gestern war ich beim Zahnarzt. Okay, der eine oder andere mag jetzt denken, das ist aber jetzt nicht so spannend. Ich würde auch nicht davon erzählen, wenn der Besuch nicht ein kleinwenig ungewöhnlich gewesen wäre.

Eigentlich war ich ja nur zur „professionellen Zahnreinigung“ da und plauderte zunächst ich ein wenig mit der ZFA (Zahnmedizinische Fachangestellte), bis sie loslegte. Und ich mich sofort fragte: Haben die ein neues Gerät für die Zahnsteinentfernung angeschafft? Denn das fühlt sich heute aber angenehm an. Nach ein paar Minuten stellte sich raus, das besagtes Handwerkszeug zwar neu war, aber nicht funktionierte. Nach ein paar vergeblichen Versuchen, das Gerät wieder in Gang zu bringen, wurde schließlich auf die althergebrachte Technik zurückgegriffen. Und ja, das Gefühl kannte ich dann wieder. Zwischenzeitlich streikte auch noch die Stuhlmechanik, aber ich bin ja bei sowas hart im Nehmen.

Irgendwann mittendrin tauchte dann an meiner Linken ein junges Mädchen auf. Aus der Begrüßung hörte ich heraus, dass es der Azubi war. Sofort wurde ich meines Amtes als “ Einwegsauger-Halterin“ enthoben. Und damit das „Kind“ auch was lernt, durfte sie auch noch mit ihrem eigenen Spiegel in meinen Mund herumwerkeln. So hatte ich nicht nur den Sauger, das Reinigungsgerät und den Spiegel der ZFA, sondern auch noch den Spiegel des Azubis im Mund. Und das, wo ich eh schon Probleme habe, den Kiefer weit genug aufzusperren. Aber okay, was macht man nicht alles für die Bildung der Jugend.

Denn ab jetzt wurde es erst richtig interessant. Die ZFA stellt dem Azubi nämlich Fragen zum Ablauf einer professionellen Zahnreinigung. Die Antworten kamen nur zögerlich und waren meist falsch. Wahrscheinlich war die Gute selbst noch nie bei einer Zahnreinigung gewesen. Denn selbst ich, die keine Ahnung von zahnmedizinischen Praktiken hat, hätte die Fragen locker aus reiner Erfahrung beantworten können. Noch interessanter wurde es, als es um die Details der Abrechnungspraktiken ging. Da wird zwischen einwurzligen und mehrwurzligen Zähnen unterschieden, verschiedene Faktoren eingesetzt, um an mehr Geld zu kommen. Und das diese je nach Freundschaftsgrad auf- oder abgerundet werden können. Auf meine Frage hin, ob ich noch etwas Wasser zum Spülen bekommen könnte, bekam ich die ironische Bemerkung, dass das dann aber auf meiner Rechnung extra abgerechnet würde. So ein bisschen Spaß zur Aufmunterung tut echt gut. Inzwischen fühlte sich mein Zahnfleisch nämlich an wie rohes Fleisch.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde hatte ich dann alles hinter mir. Inklusive der Fluorlackierung meiner Zähne, die bei mir jedes Mal ein Würgen provoziert. Ich freue mich jedenfalls schon auf die versprochene Rechnung.

Dennoch verließ ich mit einem positiven Gefühl die Praxis. Warum? Der Zahnarzt, dem ich beim letzten Besuch von meinem Roman erzählt habe, hat sich doch tatsächlich ein Exemplar bestellt.

Da war ich baff.

Atopische Spannung

„Das Atopische Tribunal“ heißt der derzeitige Zyklus der Perry Rhodan Erstauflage (EA). Ich lese nicht jeden Roman, so viel Zeit habe ich gar nicht, aber ich kaufe mir die Hefte meist wenn irgendetwas Besonderes geschieht, der Heftroman viel Lob bekommen hat oder ein Gastautor den Roman geschrieben hat. Oder auch nur wenn im PR-Journal ein, für mich, interessanter Artikel steht.

Toll fand ich den ersten Roman von Andreas Eschbach, „Der Techno-Mond“ war ein würdiger Einstieg in den Zyklus. Besonders gut gefallen haben mir auch „Das Sorgenkind“ von Gastautorin Tanja Kinkel und „Die Engel der Schmiege“ von Caroline Brandt (Wer auch immer sich hinter dem Pseudonym verstecken mag.).

Der Zyklus ist tatsächlich spannend und vielschichtig. Die Protagonisten handeln logisch und mit Köpfchen und die Antagonisten sind schwer zu durchschauen. Das mag ich.

Ich hinke ja mit dem Lesen der EA immer etwas hinterher. Am Mittwoch nahm ich den Roman „Der Kosmoglobus“ von Hubert Haensel mit auf den Weg zur Arbeit. Ich habe ja im Zug genügend Zeit zum Lesen und die kleinen Hefte nehmen in meiner Tasche nicht viel Platz ein (weniger als ein E-Book-Reader). Der Roman war so gut, dass ich mir gleich am Donnerstag den Anschlussroman „Stadt der Kelosker“ von Oliver Fröhlich vom Stapel gegriffen habe. Der Roman war überaus spannend und gut erzählt. Blöd nur, dass ich nach der Arbeit am Donnerstagabend nach Thüringen gefahren bin und nun bis Dienstag warten muss, bis ich im nächsten Roman „Störfaktor Gholdorodyn“ von Uwe Anton erfahre, wie es weitergeht.

Im Gegensatz zur „PR-Stardust“-Serie machen die Verantwortlichen im derzeitigen Zyklus der PR-EA alles richtig. In wenigen Heften steht das Finale an und ich bin schon gespannt, wie der Handlungsbogen endet.

Ich möchte an dieser Stelle mal der Bahnhofsbuchhandlung in Traunstein ein Lob aussprechen. Die haben stets alle aktuellen PR-Hefte vorrätig. Und dort bekommt man auch mal Ausgaben von vor ein paar Wochen, wenn einem erst reichlich spät einfällt, dass man vergessen hat den Roman kaufen. Ansonsten wird es zunehmend schwerer an die Heftromane heranzukommen. Viele Kioske und Zeitschriftenläden führen die Serie gar nicht mehr. Am Münchner Hauptbahnhof hat ein einziges der vielen Zeitungsgeschäfte PR-Hefte. Und das finde ich echt schwach. Wie will man so Gelegenheits- oder Neuleser gewinnen. Darüber sollte sich der Verlag echt mal Gedanken machen.

Kumpeltyp

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich lieber mit Männern zusammenarbeite als mit Frauen? Womöglich habe ich deshalb einen technischen Beruf ergriffen? Nein – aber es stimmt. Ich komme einfach mit männlichen Kollegen besser klar, als mit den weiblichen (nicht das es davon viele gäbe). Aber woran das liegt, ist mir erst sehr spät aufgefallen:
Ich bin ein Kumpeltyp, das heisst, dass ich auch über schmutzige Witze lachen kann, mit anzüglichen Bemerkungen souverän umzugehen weiß und gelegentlich selbst gern welche austeile. Dabei habe ich stets ein offenes Ohr oder ein freundliches Wort für die Kollegen übrig, vom Verteilen von Süßigkeiten ganz zu schweigen. :) Kurzum ich bin eben zu jeder „Schandtat“ bereit und das eigentlich schon seit ich denken kann.
Das strahlt natürlich irgendwann auch ins Privatleben aus und am Ende wird man schließlich nicht mehr als Frau wahrgenommen und bleibt beziehungstechnisch außen vor. Man ist nie mehr als ein guter Kumpel, eine Schulter zum Ausweinen oder ein Ort zum Ablegen von Problemen. Das hat mich lange Zeit echt gequält. Eigentlich so lange bis ich meinen Mann kennenlernte. Aber das ist eine andere Geschichte…
Dennoch finde ich es gut, wie ein Gleichgesinnter akzeptiert zu werden, das ist, finde ich, die reinste Form der Gleichberechtigung. Denn nichts hasse ich als Frau mehr, als in die Kategorie blondes Dummchen abgeschoben und auch so behandelt zu werden und das kommt gerade in meinem Beruf häufiger vor, als man denkt. Dabei hasse ich es ja die Feministinnenkeule auszupacken, aber bei manchen Individuen der Gattung Mann kommt man echt nicht daran vorbei.

Urlaubsvorfreude

Noch vor dem Jahreswechsel haben wir unseren Sommerurlaub gebucht. Wir hatten uns ja schon lange vorgenommen wieder nach Madeira zu fliegen und weil wir 2015 unseren fünften Hochzeitstag feiern, bot es sich an, an den Ort unserer Hochzeitsreise zurückzukehren.

Problem ist nur, dass genau an diesem Datum Himmelfahrt ist und anschließend in einigen deutschen Bundesländern Pfingstferien. Was die Preise für Flugreisen, egal wohin, in diesem Zeitraum unerschwinglich macht. Da Madeira auch so nicht unbedingt billig ist, und Anbieter wie „Ab in den Urlaub“ nur Flüge mit der TAP mit Zwischenstopp in Lissabon und zu unmöglichsten Zeiten anbieten, hatten wir uns eigentlich schon von dem Vorhaben Madeira-Urlaub verabschiedet. Bis ich bei der TUI fündig geworden bin. Die boten nicht nur Nonstopflüge, sondern auch noch neun Tage bezahlbaren Urlaub in unserem Lieblingshotel „Porto Mare“ (der PortoBay Gruppe) in Funchal an. Da konnten wir einfach nicht Nein sagen. :)

Vorgestern nun veröffentlichte HolidayCheck die Gewinner des „HolidayCheck AWARD 2015“ und was soll ich sagen, als ich mir die Hotels für Portugal ansah, war unser Hotel ganz vorn dabei. Da wir bereits in mehreren Hotels der Hotelgruppe PortoBay übernachtet haben, bekommen wir immer wieder mal Gutscheine der Hotels zugeschickt. Mal ist es eine Flasche Wein zum Abendessen ein anderes Mal ein Gratisdessert. Ich finde das gut, so bindet man Kunden. Aber auch so sind die PortoBay-Hotels jede Buchung Wert. Allein das „Porto Mare“ in Funchal mit seinen fünf Pools und dem Hoteleigenen botanischen Garten ist der Hammer und auch beim „PortoBay Falesia“ an der Algarve ist nicht nur die Lage ein Traum.

Ich poste hier mal ein paar Fotos vom „Porto Mare“.

PortoBay_1 PortoBay_2 PortoBay_3 PortoBay_4

SF-Film mit Moral

endersgameJetzt sind wir endlich dazugekommen den Film „Ender’s Game – Das große Spiel“ anzuschauen. Zum Glück und in weiser Voraussicht habe ich mich zuvor nicht über den Inhalt des Films informiert. Das einzige, was ich darüber wusste, war, das es ein SF-Film ist, in dem Harrison Ford mitspielt.

Und ich muss sagen, ich bin beeindruckt und das nicht nur, wegen der atemberaubenden Effekte. Nein, es ist vor allem die Geschichte, die mich fasziniert. Das ist intelligente Science Fiction mit einer tiefen moralischen Botschaft. Der Umgang der Menschheit mit den Folgen der ersten Alieninvasion (die vielleicht gar keine war) sowie die grenzenlose Paranoia den Fremden gegenüber ist so glaubhaft dargestellt und erinnert an den Umgang der Amerikaner mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Da werden Kinder für die Kriegsspiele der Erwachsenen missbraucht, da werden weder Fragen über Moral noch nach dem Warum gestellt. Das sich die Wahrheit dem Zuschauer, aus der Sicht des Protogonisten, erst nach und nach entblättert, ist ein genialer Schachzug und macht das verwerfliche Handeln der Erwachsenen umso abstoßender.
Eine gute Frage ist, warum werden ausgerechnet Kinder für die taktischen Aufgaben rekrutiert. Das offizielle Statement im Film dazu ist folgendes: Angeblich neigen Kinder eher zu unkonventionellen und überraschenden Methoden. Mein Verdacht ist aber ein anderer. Nur Kinder können so indoktriniert werden, dass sie jedem Befehl ohne nachzudenken Folge leisten. Wer sich noch keine eigenen Meinung gebildet hat, ist geneigter die Meinung anderer zu übernehmen. Jeder einigermaßen moralisch gebildete Erwachsene hätte das Vorhaben frühzeitig hinterfragt oder gar durchschaut.

Auch vom Look her kann der Film punkten. Er ist einerseits modern und futuristisch, bleibt dabei aber stets glaubhaft. So, dass man sich sehr gut vorstellen kann, dass die Zukunft tatsächlich so aussehen könnte. Die insektoiden Aliens sehen zwar fremdartig aber nicht abstoßend aus – außer ihre Gesten, die wirken vielleicht etwas zu humanoid. Am besten gefielen mir die Szenen in der Schwerelosigkeit, die absolut perfekt wirkten. Im „Making of“  auf der Bluray wird gezeigt, welcher Aufwand betrieben wurde, um die Szenen glaubhaft zu gestalten.
Die Filmsets fand ich auf jeden Fall besser gelungen, als die der (J.J. Abrams)-Star Trek Filme, wo der Maschinenraum auch nach dem Ort aussah, wo gedreht wurde, nämlich nach Brauerei.

Ich möchte mehr solcher SF-Filme wie „Ender’s Game“ sehen. Filme in denen die Handlung im Vordergrund steht, Filme die hinterfragen und nicht nur Effekthascherei betreiben. Das es geht, hat „Ender’s Game“ bewiesen. Und wenn ich mal ganz viel Zeit habe, lese ich auch mal die Romanvorlage dazu.

Ode an die Brille

freudenhaus-ode-an-die-brilleHeute bin ich beim Spazierengehen auf nebenstehendes Plakat aufmerksam geworden. Es hing beim hiesigen Optiker und ist Werbung von FreudenHaus, einem Münchner Edel-Optiker. Nicht, das ich mir deren Modelle leisten könnte, aber ich finde die Werbung gut gemacht. Denn sie sagt genau das aus, was ich denke.

Ich trage seit meinem zwölften Lebensjahr eine Brille. Angefangen habe ich bei -0,5 Dioptrien. Leider haben sich meine Augen im Laufe der letzten dreißig Jahre deutlich verschlechtert so das ich inzwischen bei -5 Dioptrien bin. Soll heißen, ohne Brille bin ich wie ein Maulwurf im Sonnenlicht und kann mich nur schwer orientieren. Was besonders bei Schwimmbadbesuchen noch vor ein paar Jahren eine enorme Herausforderung war. Bis ich mir eine Schwimmbrille mit geschliffenen „Gläsern“ zugelegt habe. (Was sich im Nachhinein als eine der wichtigsten Errungenschaften meines Lebens entpuppte.) Seitdem habe ich auch in Schwimmbädern immer den totalen Durchblick. Auch wenn ich hin und wieder etwas dumm angestarrt werde, wenn ich mit Schwimmbrille durch die Gegend renne. Egal!
Kontaktlinsen habe ich ausprobiert, konnte mich aber nie damit anfreunden. Meine Augen sind dafür einfach zu trocken. Egal wie weich die Linsen sind, spätestens nach vier Stunden habe ich das Gefühl, das mir die Augen herausquellen. Außerdem sind Kontaktlinsen bei Bildschirmarbeit sowieso ungünstig.

So lebe ich quasi mit meiner Brille und sie ist der Tat so etwas wie ein Teil von mir geworden. Ich fühle mich inzwischen richtig nackt, wenn ich sie nicht aufhabe. Ich habe mich so sehr an sie gewöhnt, dass ich sie nicht mehr missen möchte.
Aber einen Nachteil hat so eine Brille im allgemeinen dann doch: Bei Zwischenmenschlichen Aktivitäten stört sie unheimlich und man ist dauernd am Putzen. :)

Übrigens stammt das Plakat aus der Werbekampagne von 2010. Es hat halt doch etwas gedauert bis es in der bayrischen Provinz angekommen ist.