Thora in Not

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Nr. 107 »Botschaft von den Sternen« von Rüdiger Schäfer

Wenn mir bereits auf Seite zehn eines Romanheftes die Tränen in den Augen stehen, dann ist ein positives Zeichen für den Roman. Eingefleischte PERRY RHODAN Fans würden das vielleicht nicht so sehen, aber ich stehe dazu. Die Szene, in der Perry den trauernden Gucky auf den Arm nimmt und zum Schiff zurück trägt, wühlt auf und berührt.

Mit Band 7 der Methans-Staffel beginnt ein neuer Handlungszweig, der mich zwar den lieb gewonnenen Eric Leyden vermissen lässt, dafür aber Thora in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Als in der Öffentlichkeit stehende Mutter, die sich um ihren entführten Sohn sorgt, muss sie so einiges durchmachen. Und gerade jetzt, wo Perry Rhodan weit weg ist. Thoras Charakterisierung ist Rüdiger Schäfer dabei genauso gut gelungen, wie die der anderen vertrauten Personen. Allen voran Bully und Lesly K. Pounder. Besonders die Kapitel über die Mutanten im Lakeside Institut sind erkenntnisreich. Da die Mutanten bei NEO inzwischen ausgefallenere Fähigkeiten aufweisen, als zum Beispiel in der Erstausgabe, ist der Blick, den der Autor hier auf die wissenschaftlichen Hintergründe wirft, durchaus ernst zu nehmen. Schön auch, dass er das Kompetenzgerangel und die Bürokratie in der Terranischen Union anspricht. Früher hat in der EA keiner gefragt, ob die Terranische Flotte einfach so einen Kidnapper jagen darf. Man hat es einfach getan, auch wenn man dabei einen Krieg riskierte.

Im zweiten Handlungsstrang, der wieder sofort an die Ereignisse aus dem Vorgängerroman anknüpft, geht es um Perry Rhodans Odyssee zwischen dem Violett- und dem Revek-System und später zur Relaiskette der Mehandor. Auch hier gibt es verschiedene Meinungen innerhalb der Crew. Es wird beraten, was zu tun ist. Das sind ja ganz neue Ansätze, dass finde ich gut. Die Maahk-Flotte ist bereits nach Arkon aufgebrochen, ohne das jemand die Arkoniden warnen konnte. Natürlich schafft Rhodan es in alter Manier, sich das Bestienschiff unter den Nagel zu reisen, auch wenn der Aulore Sitareh zunächst sichtlich mit der Steuerung des Schiffes überfordert ist. Das es überhaupt funktioniert, dafür wurde der Grundstein bereits im Vorgängerroman gelegt und so wirkt es einigermaßen glaubhaft.

Die Rettung der drei Mehandor aus dem völlig zerstörten Frachter und ihre Erzählungen, lassen viel Interpretationsspielraum für die kommenden Romane. Da man als Leser aber bereits weiß, dass sich die nächste Staffel mit den Posbi beschäftigen wird, kann man sich doch das eine oder andere zusammenreimen. Auch der plötzliche Notruf des todgeglaubten Crest und der Hinweis auf den Hort des Ewigen Lebens machen neugierig darauf, wie es weitergeht.

Wie immer gefällt mir an Rüdiger Schäfers Romanen, dass er zusätzliche Informationen einbaut. Kleine Zitate, kurze Erläuterungen zu wissenschaftlichen Themen, da merkt man sofort, mit was sich der Autor persönlich beschäftigt und welche Interessen er hat.

Mein Fazit: Wieder ein guter Roman aus der Feder meines PERRY RHODAN Lieblingsautoren, wenn auch nicht ganz so brillant wie der »Oxydkrieg«.

Mein Blogeintrag im Lokalblatt

Hurra, das freut mich. Im lokalen Amtsblatt von Leutenberg, der Heimatgemeinde meines Vaters, wurde einer meiner Blogeinträge abgedruckt. Es ging darin um den Ausflug vom Volkschor Leutenberg in die Behindertenwerkstätte nach Altengesees.

Dem Chorvorstand Jochen Hiebel hatte mein Eintrag so gut gefallen, dass er den Text samt einem Bild an den „Herold“ weitergeleitet hat. Leider wurde das Bild nicht veröffentlicht, aber der Text steht drin und ich habe auch schon einige Rückmeldungen bekommen. Die meisten Leute reagieren überrascht, so nach dem Motto: „Das ist aber schön geschrieben. Ich wusste ja gar nicht, dass du das kannst.“

Schön, wie man Menschen immer noch überraschen kann.

Besonders freut es mich, dass auf dem Titel der Ausgabe noch ein Bild meines Schulfreundes und aktuellem Landrat Marko Wolfram zu sehen ist.
Wer sich für die ganze Zeitung interessiert, findet das PDF hier. Die Abbildungen vom Titel und dem Beitrag poste ich gleich mit.

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Disneys Zukunftsland

A World Beyond - smallNormalerweise verpasse ich keinen Film mit oder von George Clooney, weil ich weiß, dass der Schauspieler für intelligentes Kino mit Anspruch steht. Doch »A World Beyond« war so schnell wieder aus den Kinos in der Nähe verschwunden, dass ich nicht die Chance hatte, mir den Film in 3D anzusehen.

So blieb mir am Samstagabend nur die 2D-Fassung auf Blu-Ray. Was ich ein bisschen schade fand, denn die Effekte waren zuweilen großartig. Allein für die Stadt der Zukunft wurden so viele kreative Ideen umgesetzt, dass diese Szenen einen Kinobesuch gerechtfertigt hätten. Aber der Film hat weit mehr zu bieten.

Die Geschichte dreht sich um die wissenschaftlich interessierte Casey, die mit sehr viel Optimismus ausgestattet ist. Das Mädchen findet eines Tages bei ihren Sachen einen Button. Als sie ihn berührt steht sie plötzlich mitten in einer völlig fremden Stadt. Der Spuk dauert nicht lange, aber es reicht aus, um Casey nachhaltig zu beeindrucken. Sie begibt sich auf die Suche nach der Stadt der Zukunft und findet Unterstützung bei der elfjährigen Athena, die eigentlich ein Androide ist. Sie müssen Frank Walker finden, denn er ist der einzige, der Casey nach »Tomorrowland« bringen kann, wie sich die faszinierende fremde Welt nennt. Dort haben Wissenschaftler eine Maschine gebaut, die das Ende der Erde in 58 Tagen vorhersagt. Walker und Athena sind sich sicher, nur Casey kann den Weltuntergang aufhalten.

Was wie ein Disneymärchen klingt, ist auch eines und doch ist es auch ein unterhaltsamer SF-Film mit teils sehr kritischen Untertönen. Die Geschichte ist spannend aufgezogen und brilliert mit vielen überraschenden Ideen. Allein das abrupte und selbst für meinen Geschmack etwas zu melodramatisch gestaltete Ende verdirbt ein wenig den Spaß. Eigentlich wird nur die Zerstörung der Maschine gezeigt, nicht aber das, was Casey tut, um den eigentlichen Weltuntergang zu verhindern. So weit wollte Disney die Zuschauer dann doch nicht fordern. Es ist vor allem ein Film zum nachdenken, einer der mit wichtigen Botschaften daherkommt und aufrütteln soll. Wahrscheinlich ist es aber genau die Art Film, den sich das Mainstreampublikum nicht wünscht. Ein Grund dafür, dass er so schnell wieder aus den Kinos verschwand.

Die Darsteller allen voran die beiden Mädchen, leisten hervorragende Arbeit. Ein ziemlich gealterter George Clooney und Hugh Laurie (Dr. House) als ambivalenter Gegenspieler runden das kleine Ensemble ab.

Fazit: »A World beyond« ist ein gut gemachter, intelligenter SF-Film, der uns daran erinnert, dass wir einst die Zukunft viel positiver gesehen haben, als heute. Und das die Welt nicht unbedingt in einer Dystopie enden muss, wenn wir etwas dagegen tun.

Und hier noch ein Foto von der utopischen Stadt:

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Kampf der Titanen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 106 »Der Zorn der Bestie« von Kai Hirdt

Erneut ist es Kai Hirdt, der einen NEO-Roman für mich zum Erlebnis werden lässt. Im Gegensatz zum schwächelnden Vorgängerroman, trumpft der Autor hier mit so viel Witz und Lockerheit auf, das man seine Freude am Schreiben in jedem Satz herauslesen kann. Von allen bisherigen Autoren glückt ihm die Darstellung des kauzigen Dr. Dr. Eric Leyden am besten. Er kehrt die Macken des Wissenschaftlers so glaubhaft heraus, dass man die Figur fast greifbar vor Augen hat. Aber er weiß auch die anderen Figuren gezielt zu charakterisieren, allen voran Perry Rhodan und Reginald »Bully« Bull. Und auch mit ihm gelingt Kai Hirdt der große Wurf. So lebensnah wie der Flottenchef im Roman auftritt, habe ich Bully selbst aus den alten Heftromanen nicht in Erinnerung. Perfekt!

Aber auch die Geschichte wurde von den beiden Expokraten, Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz, wieder perfekt inszeniert. Kai Hirdt macht daraus einen spannenden und furiosen Roman. Wobei Furios das Stichwort ist. Der Furior der die »Bestie« treibt, ist der Schlüssel zur Handlung. Der Kampf der beiden Haluter ist aktiongeladen und unglaublich gut in Szene gesetzt. Man glaub fast zu hören, wie die Steine aufeinanderprasseln, wenn die Giganten gegen den Fels krachen. Man riecht den Staub, der entsteht und ist mittendrin. Wenn Haluter Fancan Teik Perry Rhodan warnt, nicht ins Violett-System zu fliegen, so beißt er bei dem unerschrockenen Protektor auf Granit. Rhodan erinnert da sehr stark an den frühen Rhodan der Erstauflage und genau das unterscheidet ihn vom Rhodan der Borsch-Ära. Er ist weniger zögerlich, sondern geht auch mal ein Risiko ein.

Noch beim letzten Roman bemängelte ich, das die Terraner fremde Technik viel zu schnell erlernen und für sich nutzen konnten. Szenen wie diese gibt es auch in diesem Roman, auch hier wird die Mannschaft um Perry und die Mutanten mit fremder Technik konfrontiert. Doch im Gegensatz zu Susan Schwarz, erklärt Hirdt dem Leser, wie die Menschen an das Problem herangehen. Er erklärt ihre Vorgehensweise so genau, dass selbst das Unglaubwürdige plötzlich glaubwürdig wird. Er zeigt aber auch, dass die Terraner eigentlich völlig überfordert sind und nur rudimentär in die fremden Systeme eingreifen können, ohne sie zu verstehen. Das ist der Punkt, in dem sich die beiden Romane im wesentlichen unterscheiden.

Mit dem Tod des Haluters nehmen die Exposéautoren zwar einen wichtigen und vielleicht auch beliebten Charakter aus der Serie, schaffen dadurch aber viel mehr Spannung, weil sie den überlegenen Faktor in Perry Rhodans Team beseitigen. Ich finde das sehr mutig und konsequent. Wobei ich dann doch lieber gesehen hätte, wenn die Mutanten im Körper der Bestie eine Granate hinterlassen und sich nicht nicht nur auf die Kampftechnik von Tuire Sitareh verlassen hätten.

Der fiese Cliffhanger am Ende des Romans, macht so viel Lust auf mehr, dass ich es kaum noch erwarten kann. So muss ein spannender Heftroman aussehen. Von mir gibt es dafür eine »Eins mit Sternchen« fürs gesamte Team.

Blutiges Halloween

Das kommt von sowas!
Nun bin ich ja eigentlich kein Fan von solch neumodischem Zeug’s, dass vor Jahren aus den Staaten nach Deutschland schwappte. Ich rede von Halloween.

Das erste Mal mit Halloween konfrontiert, wurde ich im Oktober 1998. Ich war gerade mal zwei Wochen in NYC, als mich mein Mitbewohner zur Halloweenparade nach Greenwich Village schleppte. Zugegeben es war schon ein tolles Erlebnis all die Masken und Kostüme zu sehen, aber als der Hype dann nach Deutschland kam, konnte ich mich nicht wirklich damit anfreunden. Aber man ist ja ein offener Mensch und ich fand die Halloween-Trekdinner in München immer sehr stimmungsvoll. Auch wenn ich nie in einem Gruselkostüm sondern meist in Star Trek Uniform auftrat.

In diesem Jahr war mir sowieso alles egal, weil ich viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt war. Nun sah ich heute den Kürbis, der schon seit zwei Wochen im Fenster steht und der bei der Lieferung unserer wöchentlichen Gemüsekiste dabei war. Da mein Mann von den Kürbisrezepten aus dem vergangenem Jahr noch genug hat, wussten wir nicht wohin damit. Da schlug ich in meiner Einfalt vor, anlässlich von Halloween doch den Kürbis zu schnitzen. Nun, dass funktionierte auch ganz gut, bis ich mich mit dem schlecht entgrateten Griff des Schnitzmesser in die Finger schnitt. Sehr blutige Angelegenheit und auch nicht wirklich schmerzfrei. Das hat man nun davon, wenn man sich unbedingt aktuellen Trends unterwerfen muss.

Nun steht er auf der Terrasse und leuchtet, der Kürbis. Während ich mit verbundenen Fingern über der Tastatur hänge. Zugegeben ein bisschen Blut gehört zu Halloween dazu, auch wenn es das eigene ist.

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Das ambivalente Verhalten von Facebook

Manch einer würde sich wünschen, wenn der eine oder andere Facebook-Account verschwände. Nicht wenige scheitern daran, ihren eigenen Account vollständig zu löschen, denn die Datenkrake Facebook gibt normalerweise nicht so schnell ihre User wieder frei. Anders diese Woche. Da hat Facebook den Account von Michi gelöscht.

Michi ist ein elfjähriger Junge aus dem Landkreis Traunstein, der nach einem Unfall vor acht Jahren schwer gelähmt ist. Michi braucht dringend einen neuen Pfleger, der sich mit Intensivmedizin auskennt. Also postet er einen Hilferuf bei Facebook, der in der letzten Woche mehr als 60.000 Mal geteilt wurde und viel Resonanz nach sich zog. So viel Aufmerksamkeit rief die Verantwortlichen bei Facebook auf den Plan und sie nahmen Michis Account unter die Lupe. Dabei stellten sie fest, das der Junge noch keine dreizehn ist und somit kein Anrecht auf einen Facebook-Account hat und löschten ihn.

Während auf der einen Seite Pegida und andere rechte Gruppen, bei Facebook Volksverhetzung betreiben und der Konzern die Hetzparolen nur zögernd und widerwillig löscht, wird der Hilferuf eines Notleidenden Jungen einfach entfernt. Dieses ambivalente und scheinheilige Vorgehen von Facebook schreit zum Himmel. Ein Grund mehr für mich dem Unternehmen weiterhin die kalte Schulter zu zeigen.

Hier ist der Beitrag der Bayernwelle Südost mit dem Originaltext von Michi und den Kontaktdaten.
http://www.bayernwelle.de/buntes/michi-sucht-hilfe

Die Bundesakademie im Jahr 2016

Dieser Tage trudelte das neue Programmheft der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel ein. Nicht so farbenfroh wie im vergangenen Jahr dafür aber im dezenten silbergrau.

Natürlich werden auch in dieser Ausgabe wieder viele interessante Veranstaltungen und Seminare präsentiert. Egal ob man Kunst-, Literatur- oder Musikinteressent ist, da ist für jeden etwas dabei. Mich reizen besonders die Literaturseminare. Das Kurzgeschichtenseminar im August habe ich mir schon mal rot angestrichen. Wobei das Seminar über Bloggen und Twittern auch sehr spannend klingt, die vielen Workshops zur Textarbeit und die Autorenseminare unteranderem zum Selfpublishing eingeschlossen. Vielleicht überlege ich mir ja kurzfristig an einem weiteren Seminar teilzunehmen.

Eine kleine Kritik muss ich an dem schön gestalteten Programmheft dennoch loswerden. Auf dem Cover sieht die verwendete Silberfarbe richtig edel aus, leider hat man sie auch im Text für die Überschriften und Seminarkürzel verwendet, deren Lesbarkeit dadurch nicht mehr ganz so optimal ist. Aber das ist nur Jammern auf hohem Niveau.

Schwerer Stand

Vor einem halben Jahr erzählte ich, wie ich zum PERRY RHODAN-Leser wurde. Damals deutete ich bereits eine Fortsetzung der Geschichte an …

Erster Juli 1990 – die Währungsumstellung. Die Einführung der D-Mark veränderte alles. Von einem Tag auf den anderen (bzw. übers Wochenende) waren alle DDR-Artikel aus den Geschäften verschwunden, dafür gab es alles zu kaufen, was man von den Besuchen aus dem Westen kannte. Zeitschriften und Heftromane gehörten da natürlich dazu. Bei den Ostdeutschen besonders populär waren die Publikationen, die in der DDR verboten waren, wie der Spiegel, die Bravo und die als »Schundliteratur« verschrieenen Heftromane. Da spielte es auch keine Rolle, wenn die Ausgaben schon ein paar Monate, Jahre oder mehr auf dem Buckel hatten, im Gegenteil, diese waren dann kostengünstiger. So war die Nachfrage nach Magazinen und Heften aus Antiquariatsbeständen besonders groß und ein paar findige Geschäftsleute nutzten ihre Chance. Auf den Märkten, die jetzt wöchentlich (meist Samstags) abgehalten wurden, reihten sich bald Tapeziertische mit Kartons voller Zeitschriften und Heftromanen. Das Angebot erstreckte sich vom Arztroman, über Liebesromane, bis hin zu John Sinclair. Letzterer war besonders bei meinen Schulfreundinnen aus der Gruftiszene beliebt.

Nach der Lektüre der ersten drei Heftromane jener mir damals unbekannten SF-Romanserie, die ich aus dem Schwarzwald mit nach Hause gebracht hatte, stand für mich natürlich PERRY RHODAN im Vordergrund. Ich hatte nur ein Problem: Die Händlerin hatte hunderte, wenn nicht gar tausende Heftromane mit den Abenteuern von Perry und seinen Mannen. Wo fing ich da an? Also fischte ich wahllos ein paar zusammenhängende Ausgaben aus den Kartons und kaufte sie für 50 Pfennig das Stück. Wenn ich sie eine Woche später ausgelesen wieder zurückbrachte, bekam ich 20 Pfennig pro Heft wieder heraus und konnte das Geld sofort in neue Romane investieren. So las ich mich durch einen Großteil des Cappin-Zyklus. Zwischendurch kaufte ich mir auch hin und wieder am Kiosk die Romane aus der Erstauflage. Bis ich ein paar Jahre später in der Buchhandlung die ersten STAR TREK-Romane vom Heyne-Verlag entdeckte. Von da an konzentrierte ich mich voll und ganz auf die Abenteuer aus dem STAR TREK-Universum. In den Neunziger Jahren war STAR TREK Kult, jeden Monat kamen mindestens ein, wenn nicht zwei, Romane heraus; jeden Nachmittag liefen Folgen von TNG (The Next Generation) im Fernsehen und manchmal sogar zwei Serien parallel. Man kam an STAR TREK einfach nicht vorbei und so geriet der unsterbliche Perry bei mir in Vergessenheit.

Wenn es damals noch genügend Kunden gab, die die PERRY RHODAN-Hefte gekauft haben, dann hat sich das heute gewandelt. PERRY RHODAN hat im Osten Deutschlands einen schweren Stand. Am letzten Freitag bekam ich gerade noch das letzte Heft der aktuellen Erstausgabe, den neuen NEO-Roman leider nicht.
Die Händlerin von damals mit den Tapeziertischen voller Heftromane, verkauft diese immer noch in ihrem kleinen Laden, den sie seit November 1990 betreibt. Doch inzwischen sind die Kisten mit Science Fiction-Heften auf zwei zusammengeschrumpft. Dort teilen sie sich den Platz mit John Sinclair und ein paar Fantasy-Heftchen. »Noch vor ein paar Jahren«, so erzählt sie mir, »kamen ab und an ein paar ältere Herren, die sich ihren PERRY RHODAN gekauft haben. Aber heute, heute fragt keiner mehr danach.« Auch ist sie froh darüber, dass ihr vor ein paar Monaten ein junger Mann die ersten zwanzig Silberbände abgekauft hat, die seit gut einem Jahrzehnt im Regal standen. Verdient habe sie daran aber nichts. »Das hier«, sie zeigt hinter sich ins Regal, wo Kartons mit »Dr. Norden« und diverse Liebes- und Adelsromane stehen, »verkauft sich nach wie vor gut.« Eines hat sich indes nicht geändert, so kostet ein Heft einen Fünfziger und man bekommt einen Zwanziger wieder, wenn man es zurückbringt. Nur die Währung ist inzwischen eine andere.

Wie ich dann doch wieder zu PERRY RHODAN zurückfand, dass erzähle ich ein anderes Mal.

Nächtliche Autofahrt

Heute mal wieder etwas Lyrisches aus den Neunzigern. Sinnigerweise kam mir die Idee zu dem Gedicht bei einer nächtlichen Autofahrt. Heute kann ich auf Grund meiner Nachtblindheit nicht mehr im Dunkeln fahren. Aber an die Fahrt auf der ich diese Zeilen formuliert habe, kann ich mich noch gut erinnern.

 

Lichter brechen hervor
blenden mich
Die Furcht in meinem Herzen
wird sie je vergehen
Umzingelt von Gefahren
stirbt die Seele
erwacht die Aggression
Auch in mir
bis die Lichter vergehen
und hinter mir zurückbleiben

 

Einräumstress

Wer schon mal umgezogen ist oder renoviert hat, kennt das bestimmt: Ausgeräumt ist ein Raum schnell, das wieder Einräumen ist die echte Herausforderung.

Seit fünf Tagen versuche ich mein Schlaf- und Arbeitszimmer wieder einzuräumen. Dort musste im Sommer wegen eines Wasserschadens der Fußboden raus. Und ehe alles wieder trocken und der neue Teppichboden verlegt war, hat es bis Mitte Oktober gedauert.

Ich hatte mir extra ein paar Tage mehr freigenommen, um alles wieder an Ort und Stelle zu befördern. Bett und Schränke aufstellen ging ja noch. Den Computer und seine Peripherie zu verkabeln war schon kniffliger. Woran ich aber wirklich verzweifle ist, dass ich meinen Schreibtisch nicht mehr habe. Der hat mir nämlich das zweimalige auseinander- und wieder zusammenbauen übel genommen und nur noch Schrottwert. Einen adäquaten Neuen konnte ich auf die Schnelle nicht finden und so verzweifle ich an massenhaft CD’s, Papier und Stiften. Und stelle mal wieder mit Ernüchterung fest, dass ich viel zu viel aufhebe. Schon gestern habe ich angefangen rigoros wegzuwerfen, aber irgendwie will der Berg nicht kleiner werden.

Es wird wohl noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis ich für jedes Ding einen Platz gefunden habe.