Farewell Captain Picard

Ich war tatsächlich etwas geschockt, als heute morgen in den Radionachrichten die Titelmusik von TNG ertönte und der Sprecher den Tod von Patrick Stewart verkündete. Der Schauspieler war eine Ikone für viele Star Trek-Fans und ich hatte immer großen Respekt vor ihm. Keiner verkörperte einen Sternenflottencaptain so würdevoll wie er. Er war für mich die personifizierte Star Trek-Moral, all das wofür Star Trek stand und noch heute steht, schien in der Figur des Captain Picard vereinigt und Patrick Stewart füllte sie aus, glaubhaft und eben würdevoll.

Zum ersten Mal sah ich ihn Live im Februar 1995 bei der Premiere von »Star Trek: Generation« im Berliner Zoo-Palast. damals gab es eine Aktion vom STCE (Star Trek Central Europe), bei der man, wenn man in Kostüm kam, kostenlosen Eintritt zu Premiere erhielt. Ich wartete den ganzen Tag in der Kälte vor dem Kino, um ganz vorne zu stehen, wenn die Stargäste – William Shatner, Patrick Stewart und Brent Spiner – über den roten Teppich gingen. Es hat auch geklappt. Ich habe seit dem ein sehr schönes Profilfoto von Patrick Stewart.

Als ich 1998/99 in New York City wohnte, spielte der Brite gerade in einem Off-Broadway Stück von Arthur Miller. In »The Ride Down Mt. Morgan« gibt Stewart einen Bigamisten, der nach einem Autounfall im Krankenhaus liegt und nun von seinen zwei Frauen heimgesucht wird. Er spielte halb nackt und war unter der Perücke kaum zu erkennen, aber man sah welches komödiantische Talent in ihm schlummerte. Für mich, die ich ihn ja nur aus seiner Rolle als Captain Picard kannte, war das überwältigend. Den Abend im Public-Theater in der Lafayette Street werde ich nie vergessen. Ich saß in dem kleinen Theater in der dritten Reihe und auf Augenhöhe mit den Schauspielern.

2011 haben wir ihn dann auf dem »Captains Table« in Düsseldorf erleben dürfen. Ich glaube, das dies sein einziger Auftritt auf einer von der FedCon GmbH organisierten Veranstaltung in Deutschland war. Stewart stand damals zusammen mit Avery Brooks, Kate Mulgrew und seinem Sohn auf der Bühne. Heute bin ich froh, das wir das viele Geld für die Convention sowie das Foto und das Autogramm ausgegeben haben.

Ich war zunächst traurig, dass er nun gestorben ist. Aber als ich gelesen habe, dass er unter eine Form von Alzheimer gelitten hat, denke ich mir, vielleicht war es für ihn eine Erlösung. Denn mit Demenz ist das Leben eine Qual, für alle Beteiligten und da spreche ich gerade aus eigener Erfahrung.