Steckerlfischer

regionale Bräuche

Heute gibt es mal wieder ein Highlight aus der Rubrik »Sprachunfälle«.

In der Gegend in der ich wohne, gibt es seltsame Bräuche, zum Beispiel »Fischerstechen«.

Den Begriff »Steckerlfisch« habe ich schon gehört. Das ist ein Fisch am Spieß über dem Feuer gebraten. Was es aber genau mit dem »Fischerstechen« auf sich hat und wer da wen sticht oder ersticht, dass weiß ich nicht so genau, aber es klingt ziemlich blutig. Vielleicht ist es so eine Art Angler am Spieß – zwecks ausgleichender Gerechtigkeit?

Da das Ganze nur bei guter Witterung stattfindet, nehme ich an, dass es sich um eine »Outdoor«-Aktivität handelt. Wahrscheinlich um so eine Art Lanzenstechen in Booten. Das hört sich spannend an, wenn … ja wenn dabei nicht auch noch »zünftige Blasmusik« gemacht würde. Das wiederum ist für mich ein Grund dort nicht aufzutauchen. Es reicht schon mitzubekommen, wenn bei uns die Straße rauf im Hotel mal wieder Heimatabend ist … dann gehe ich doch lieber auf ein Punkrockkonzert.

4 thoughts on “Steckerlfischer

  1. Ich glaube, das ist eine Tradition, die es nicht nur in deutschland gibt, sondern auch in anderen europäischen Ländern. wenn meine Erinnerung mich nicht trübt, sieht das meist so aus, das zwei Leute jeweils an der Spitze eines Boots auf einem See oder Fluss stehen und tatsächlich versuchen sich gegenseitig mit langen Holz-„Lanzen“ oder -stäben vom Boot zu schubsen. Der Begriff „Stechen“ kommt dann vermutlich von der Anlehnung zum „Lanzenstechen“beim ritterlichen Turnier. Somit wäre dann zwar tatsächlich ein bisschen lustig, aber eben auch kein „Unfall“, sondern einfach ein historischer, und vermutlich noch regional geprägter, Ausdruck.
    Ich wehre mich immer ein wenig, wenn dialektischen Ausdrücken unterstellt wird, kein „richtiges“ Deutsch zu sein. Ich will nicht behaupten, dass Du das tun wolltest, aber die Überschrift Deines Beitrages könnte so verstanden werden.

    1. Das „Steckerlfischer“ war ironisch gemeint, in Bezug auf „Fischer mit Stecken“. Habe mich heute kundig gemacht und es geht da tatsächlich um Leute, die versuchen sich gegenseitig vom Boot zu stoßen.
      Den Begriff „Sprachunfälle“ bitte nicht zu eng sehen. Ich zähle dazu auch lustig klingende oder missverständliche Bezeichungen, die müsse nicht zwangsweise falsch sein. Bastian Sick listet solche in seinen „Happy Aua“ Büchern auch auf.

Schreibe einen Kommentar zu Carsten Schmitt Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.