Michl erklärt die Welt

Quelle: Amazon

Entdeckt habe ich das Buch im Bücherregal meiner Schwägerin, und da sie es bereits gelesen hatte, durfte ich es mir ausleihen. (Sowas geht halt nur mit echten Büchern und nicht mit E-Books.) Zurück zum Eigentlichen.

Michael Mittermeier sah ich zum ersten Mal im Quatsch Comedy Club auf Pro 7. Das muss Mitte-Ende der Neunziger gewesen sein, als ich Studentin war und lange aufbleiben konnte. Denn der Quatsch Comedy Club kam sehr spät am Abend. Ich fand den bayrischen Stand-up-Comedian von der ersten Minute an klasse. Da passte nicht nur jede Pointe sondern auch die Mimik. Fast alle seine Programme habe ich im Fernsehen angeschaut und ich kann mich auch noch gut an sein Bühnenjubiläum erinnern, bei dem er Gratulationen von William Shatner alias Captain Kirk und Nichelle Nichols (Uhura) bekam. Ich glaube sogar zu wissen, dass die Show im ARRI-Studio in München aufgezeichnet wurde. Leider arbeitete ich damals nicht mehr dort, sonst hätte ich mir Michael Mittermeier sicher mal live angesehen.

Sein Buch finde ich aber glatt noch besser. Da kann man die Geschichten einfach länger auf sich wirken lassen. Im Showprogramm kommt ja meist gleich die nächste Pointe hinterher. Beim Lesen hat man einfach mehr Zeit den Witz sacken zu lassen und hat mehr von den lustigen Geschichten, die er mit großer Natürlichkeit erzählt. Er ist als Autor genauso wie als Comedian. Und das Buch ist ein Showprogramm in schriftlicher Form. Nicht alles ist superwitzig, zwischendrin gibt es nachdenkliche Passagen, in denen der Autor dem Leser einen Blick in die Person Michael Mittermeier gestattet. PERRY RHODAN-Autor Leo Lukas wird erwähnt und natürlich steht einiges über STAR TREK geschrieben.

Besonders gut gefielen mir die Kapitel über New York City. Ich habe dort auch mal ein halbes Jahr gelebt und kann das, was er erzählt, eins zu eins bestätigen. Ich hatte allerdings mehr mit Mäusen zu kämpfen als mit Monsterkakerlaken. Und ich stand damals auch vor dem »Limelight« in NYC und wunderte mich, warum Abends vor einer Kirche Menschenschlangen anstanden, bis man mir erklärte, dass das eine angesagte Disko sei.

Wer den Humor von Michael Mittermeier mag und mal wieder herzhaft lachen möchte (derzeit gibt es wenig zu Lachen), dem empfehle ich einen Blick in das zweite literarische Werk des Comedystars. Ich verspreche, dass niemand es bereuen wird.

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