Christinas Multiversum

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Aufstieg zwischen Brodem und Totleben

Quelle: Droemer-Knaur.de

»Das blutende Land« von Klaus N. Frick

Die Eskoher senden einen neuen Verwalter in das von Freibauern bewohnte Land Patloren. Ihn begleitet eine junge Frau mit einem geheimnisvollen Auftrag. Einer der Raureiter, die in Patloren für Ordnung sorgen, sieht im neuen Verwalter seine Chance aufzusteigen. Und dann ist da noch Sardev. Der junge Bauernsohn erlegt einen Geisterwolf und wird damit zum Versuchskaninchen eines Zauberers, der sich die letzten Reste von Magie zu Nutzen machen will. Doch das Experiment setzt Kräfte frei, die alle Parteien in einen blutigen Krieg stürzen.

Man merkt, dass Klaus N. Frick gern Geschichten erzählt. In seinem ersten großen Fantasyroman schwelgt er in Worten, wie in keinem seiner Romane zuvor. Er spricht alle fünf Sinne seiner Leser an, manchmal ist das fast ein bisschen zu viel, aber so bekommt man ein vollständiges Bild von der Inselwelt Patloren. Das Leben dort ist hart, die Herrschenden schonungslos. Ständig fließen Blut und andere Körperflüssigkeiten. Die Charaktere sind verschlagen, kaltherzig und wenig liebenswert. Doch gerade das macht für mich den Reiz dieser Geschichte aus. Es ist keine schöngefärbte Fantasy-Saga mit Elben und Einhörnern, die unter einem Regenbogen wandeln. Was Klaus N. Frick schildert, ist vielmehr die harte Realität des Mittelalters, das in unserer Gegenwart viel zu oft verklärt wird.

Zwischen den Intrigen von Verwalter Nesh-Tilan, der schönen wie klugen Zarg-Nolesa und des Raureiters Shorrn Mekeis gerät Sardevs Geschichte, der im Laufe der Handlung vom Geist eines Wolfs übernommen wird, ein wenig unter die Räder. Vor allem nach dem spannenden Prolog, verschwindet Sardev zunächst aus der Handlung, um erst mit Beginn des zweiten Drittels zurückzukehren. Auffällig ist, dass alle Figuren außer dem Jungen nach sozialem Aufstieg streben. Der Verwalter wünscht sich nach Eskoh zurück, der Raureiter schielt auf einen höheren Posten. Nur die persönlichen Motive der jungen Frau werden bis zum Ende nicht so recht deutlich. Sie scheint ausschließlich dem magischen Zirkel der Eskoher zu dienen. Sie ist es auch, die den Zauberer zu dem Versuch mit Sardev bestärkt. Möchte sie doch, die noch vorhandene Magie für die Eskoher nutzen.

Spätestens hier gewinnt der Roman an Spannung. Der sich durch das Experiment ausbreitende Brodem gebiert Totleben, welches alles eliminiert, was sich ihm in den Weg stellt. Diese »Zombie-Invasion« hat ihren eigenen Reiz und wirkt durch die plastischen Beschreibungen auch ziemlich authentisch. Genauso fassbar ist das Leiden Sardevs. Ein Wolf hat seinen Körper übernommen und die Raureiter richten ihn zu einer Kampfmaschine ab. Der unschuldige Junge muss miterleben, wie er zu einem vielfachen Mörder wird, ohne selbst etwas dagegen tun zu können. Das ist einfühlsam geschrieben und macht das Grauen der Magie für mich erlebbar. Das Geschehen um den Brodem spitzt sich zu und gipfelt in einer epischen Schlacht, bei der es nur Verlierer geben kann. Klaus N. Frick gelingt es, alle Handlungsfäden zu einem befriedigenden Ende zu bringen, ohne dass es hektisch wird oder Fragen offenbleiben.

Neben zwei größeren Kontinuitätsfehlern, über die sich der Autor sicher mehr grämen wird als die Leser, sind es vor allem Redigierleichen und unglückliche Formulierungen, über die ich gestolpert bin. Manche klingen unfreiwillig komisch, wie: »Sein Schreiber hatte bereits … alle Siegel erbrochen.« (vgl. S. 400) Andere sind einfach nur der Nachlässigkeit geschuldet. Auch hier, bin ich mir sicher, ärgert sich der Autor mehr darüber als die Leser.

»Das blutende Land« ist ein Fantasyroman der aus dem Rahmen fällt. Er besticht durch realistische Beschreibungen, die alle Sinne ansprechen und damit eine Wirklichkeitsnähe erzeugen, die man in vielen Bestsellerromanen vermisst. Die Geschichte um Patloren konnte sogar mich fesseln, die mit Fantasy sonst nichts anfangen kann. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen nochmal das Sequel »Sardev – Im Schatten des Friedens« hervorzuholen (Das gibt es übrigens als E-Book beim Verlag in Farbe und Bunt). Ich bin mir sicher, dass ich diese Geschichte jetzt mit anderen Augen lesen werde.

Der Roman »Das blutende Land« von Klaus N. Frick erschien als Paperback und E-Book bei Droemer-Knaur und ist in jeder gut sortierten Buchhandlung sowie im Onlinehandel erhältlich.

Das Alien auf der Schlosstoilette

Seminar im Schloss

Bei zwei meiner Aufenthalte in Wolfenbüttel fand das Seminar im Hofsaal des Schlosses statt. Im vergangenen Jahr war es das Kurzgeschichtenseminar. Daran erinnerte ich mich wieder, als ich am Freitag in der Pause zu den Toiletten hinunter in den Keller stieg.

In der Seminarwerkstatt mit Uwe Anton und Klaus N. Frick hatte damals einer der Teilnehmer eine Geschichte geschrieben, in der jemand ein totes Alien entdeckte, das auf dem Boden einer Toilette lag und den Zugang zu den Toilettenbecken versperrte. Irgendwie hatte sich in meinem Hirn das Bild von der Kreatur mit der Toilette im Schloss vermengt. Und jedes Mal wenn ich am Wochenende der Toilette ein Besuch abstattete, musste ich an die Geschichte mit dem Alien denken. Das sich später gar nicht als tot herausstellte, sondern das dort nur seinen Drogenrausch ausschlief, weil es zu viel Gummibärchen gegessen hatte.

Es ist schon schräg, welche Verbindungen das Gehirn herstellt und wie sich diese Erinnerungen festsetzen. Denn ich bin mir fast sicher, dass ich auch bei meinem nächsten Besuch im Wolfenbütteler Schloss wieder dem Alien auf den Schlosstoilette begegnen werde.

Von Null auf Hundert

So sieht es aus, wenn man aus vielen Ideen den Handlungsstrang eines Romans zusammenstellt.

Ich glaube, ich brauche noch ein paar Tage, um die Tatsache zu verdauen. Ich fuhr zum Plot-Seminar nach Wolfenbüttel mit nicht mehr als dem Klappentext und einer einzigen Szene. Zurück komme ich mit einer kompletten Geschichte. Der Stapel Karteikarten ist kaum dicker als einen Zentimeter und enthält doch die Handlung für einen ausgewachsenen Roman.

Wie ich hier schon beschrieb, bestand mein Problem, weshalb ich am Seminar teilgenommen hatte darin, dass ich einfach zu lange brauche, um eine Geschichte zu entwickeln. Bisher passierte das bei mir weitgehend im Kopf. Kathrin Langes Methode »Plotten für Chaoten« hat mir innerhalb von wenigen Stunden zu einem funktionierenden Plot über 40 Kapitel verholfen. Damit hatte ich nie im Leben gerechnet und es fühlt sich immer noch ziemlich unwirklich an.

Gut, die Szenen sind noch nicht vollständig ausgearbeitet. Außerdem muss ich die Figuren noch richtig charakterisieren und auch die Facetten der Welt, in der die Geschichte spielt, sind mir noch nicht in allen Details klar. Aber das Wichtigste – der Handlungsfaden – ist festgetackert

Womit ich während des Seminars zunächst etwas gehadert habe, dass ich das alles weitgehend allein entwickeln musste. Wenn, dann war es vor allem der Input der anderen Teilnehmer/innen, der mich bei dem einen oder anderen Punkt auf den richtigen Weg geführt hat. Bei 16 Teilnehmern war es Kathrin Lange und Klaus N. Frick verständlicherweise nur schwer möglich, sich um jeden ausführlich zu kümmern. Im Nachhinein empfinde ich den Umstand aber als positiv. Die Erfahrung gibt mir die Zuversicht, dass ich das jederzeit daheim im stillen Kämmerlein wiederholen kann.

Was mir aber niemand abnehmen kann, ist eine strukturierte Arbeitsplanung, bei der ich jeden Tag schreiben kann, um in Zukunft auch die Schreibzeit zu verkürzen. Damit der nächste Roman nicht wieder drei bis vier Jahre dauert.

Im Zeichen des Plots

Klaus N. Frick stellt die Snowflake-Methode vor, im Vordergrund Olaf Kutzmutz und Kathrin Lange

Am Sonntagmorgen winkten viele Pinnwände im Hofsaal des Wolfenbütteler Schlosses mit bunten Zetteln. Und nicht wenige Teilnehmer scharrten bereits mit den Hufen, um an ihren Projekten weiterarbeiten zu können.

Dazu bekamen sie zunächst nochmals Input in Form eines Vortrags von Klaus N. Frick zur sogenannten Snowflake-Methode oder auch Bläh-Methode, wie er es nennt. Das ist eine weitere Möglichkeit einen Roman zu plotten, die dem Autor die Möglichkeit bietet, ziemlich schnell mit dem Schreiben anzufangen und auch mal nicht-chronologisch zu schreiben. Ich muss zugeben, dass ich mir nicht vorstellen kann, auf diese Art und Weise zu arbeiten – da bin ich doch eher Fan der Plot-Methode von Kathrin Lange – aber einige andere Teilnehmer kamen damit gut zurecht.

So ging der Sonntagvormittag wie immer viel zu schnell zu Ende. Ehe man es sich versah, rief Olaf Kutzmutz zur Schlussrunde. Ich war noch so von der Tatsache überwältigt, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, in wenigen Stunden einen kompletten Plot auf die Beine zu stellen, weshalb ich nur wenig zur Schlussrunde beitragen konnte. Dabei lag mir eigentlich ganz viel auf dem Herzen, was ich an dieser Stelle nachholen möchte.

Zunächst einmal vielen Dank an die Bundesakademie und an Olaf Kutzmutz, dafür, dass ich an dem Seminar teilnehmen durfte. Weiterhin großen Dank den beiden Dozenten Kathrin Lange und Klaus N. Frick, die manch schwierige Situation mit großer Professionalität gemeistert und das Seminar für jeden Teilnehmer zu einem positiven Erlebnis gemacht haben. Vor allem danke ich meinen Mitstreitern für die gegenseitige Hilfe. Bis zum Samstagvormittag hatte ich noch Bedenken, dass die Gruppe nicht richtig funktionieren würde. Ihr habt mich eines Besseren belehrt.
Ganz besonderen Dank von dieser Stelle an die Teilnehmerin Esther Schmidt, die ihr eigenes Projekt zurückgestellt hat und stattdessen denjenigen zur Seite stand, die mit Problemen kämpften. Letztendlich konnte jedem geholfen werden und wenn man den Aussagen der Teilnehmer in der Schlussrunde glauben schenken darf, so hat jeder zumindest einen Teil seiner Geschichte plotten können. Einige sind, wie ich, mit einer vollständigen Geschichte abgereist.

Traditionsgemäß ging das Seminar beim Vietnamesen in großer Harmonie zu Ende. Anschließend schwelgten einige von uns noch bis zum Braunschweiger Bahnhof in gemeinsamen Erinnerungen an die vergangenen Tage.

Von den vier Seminaren, die ich bereits an der Bundesakademie für kulturelle Bildung absolviert habe, war dieses sicher das Intensivste und Forderndste. Aber auch dasjenige, das mir am meisten gebracht hat. Was mich wiederum darin bestärkt, dass ich Wolfenbüttel sicher nicht zum letzten Mal besucht habe.

Arbeitsintensiver Seminarsamstag

Olaf Kutzmutz und Kathrin Lange

Normalerweise besteht ein Romanseminar in Wolfenbüttel aus dem Besprechen der Texte aus dem Reader und ein bis zwei Übungen. In diesem Jahr war das anders. Es war das erste Mal, das sich an der Bundesakademie ein Phantastika-Seminar nur ums Plotten drehte. So gesehen war das Seminar eine echte Premiere. Nachdem am Freitagabend und Samstagvormittag nur vier Texte besprochen wurden, war klar, dass wir es auf diese Weise nicht schaffen würden, alle Texte ausführlich zu besprechen und an unseren Plots zu arbeiten. So wurden die verbliebenen Texte im Schnelldurchlauf nur auf den Plot, nicht aber auf den Stil durchleuchtet. Stets fachkundig kommentiert von Kathrin Lange und Klaus N. Frick, die jedem Teilnehmer Ideen lieferten und auf Probleme hinwiesen.

Nach dem Mittagessen beim Italiener (wie immer sehr lecker), hielt Kathrin einen kurzen Vortrag zu ihrer Plotmethode »Plotten für Chaoten«. Hier stellte sie die grundlegende Vorgehensweise beim Skizzieren einer Handlung vor, deren Kernelement die sogenannte »Herzblutszene« ist. Von dieser aus, lässt sich die Handlung nach vorn und nach hinten Schritt um Schritt erweitern.

An dem Vortrag fand ich besonders spannend, die Kategorisierung in Drauflosschreiber und in Planer. Anhand weniger Stichpunkte konnte jeder für sich herausfinden, in welche der beiden Kategorien er fällt. Hatte ich mich bisher eigentlich für einen Drauflosschreiber gehalten – weil ich bisher nie ein richtiges Exposé gemacht hatte – musste ich nun feststellen, dass ich eher zum Planer tendiere. Und tatsächlich, als Kathrin uns eine ihrer MindMaps mit dem Plot eines ihrer Romane zeigte, entdeckte ich Parallelen zur MindMap meines letzten Romans, den ich ähnlich strukturiert hatte.

Danach waren wir gefragt. Jeder schnappt sich ein paar Karteikarten und schrieb alle Ideen zu seiner Geschichte auf, die ihm gerade einfielen. Manche tippten es in den Computer. Ich entschied mich trotz der MindMap-App auf meinem iPad für die Karteikartenvariante. Und dann ging es los. Die Zeit verging wie im Flug und noch vor dem Abendessen, gab es jede Menge vollgepinnter Wände im Schloßsaal.

Nach dem Abendessen wurde anhand zweier Teilnehmergeschichten gezeigt, wie die Methode im einzelnen funktioniert, wie jede Szene auf die andere aufbaut und die nächste bedingt. Als wir dann um halb zehn Schluss machten, war ich so Feuer und Flamme, dass ich am liebsten noch weiter gemacht hätte.

Zurück in der Mühle merkte ich dann allerdings doch, wie anstrengend der Tag gewesen war. Trotzdem ging ich halb Elf runter ins Mühlenfoyer, wo wir noch lange bei Wein, Bier und faszinierenden Geschichten zusammensaßen.

BuCon Erlebnisse 2017

MADDRAX-Autor Ben Calvin Hary zusammen mit der Blogautorin

Der Cappuccino verströmt einen verführerischen Duft. Draußen vor den Fenstern des Terminals wuseln die Fahrzeuge emsig um die großen Maschinen, bringen Gepäck, liefern Essen oder fahren Fluggäste an die Außenpositionen. Gerade dreht sich eine Boeing fast auf der Stelle, bevor sie an ihrer Parkposition zum stehen kommt. Es wirkt wie in einem Bienenstock: Immen, die sich um die Königin kümmern. Nur das es hier viele Königinnen gibt.

Ich sitze am Gate und warte auf den Abflug. Der BuCon ist Geschichte. Ein aufregender Tag liegt hinter mir. Inzwischen hat sich auch mein Puls wieder normalisiert. Heute Vormittag kam ich mir oftmals wie ein Kolibri vor …

***

Nach meiner Ankunft und den ersten Kontakten mit Freunden und Bekannten besuchte ich Madeleine Puljic, die aus ihrem preisgekrönten Roman »Noras Welten« las. Sicher ein Buch, dass ich auch bald lesen werde, obwohl ich Fantasy eigentlich nicht mag. Aber der kleine Drache in ihrem Roman hat mir beim Zuhören viel Spaß bereitet.

Danach spazierte ich erst einmal durch die Händlerreihen, bewunderte aufwendig gestaltete Buchcover und nahm mir ganz fest vor, nichts zu kaufen. Obwohl ich mich von manchem Titel angesprochen fühlte. »Der Tag der toten Katze« machte mich zum Beispiel neugierig. Ich nehme an dieser Stelle vorweg: Ich blieb eisern und kaufte bis zum Abend kein einziges Buch. Dafür schleppte ich den ganzen Tag die prallgefüllte Contüte durch die Gegend.

Zwischendurch hielt ich immer mal wieder Ausschau nach einem bekannten Gesicht, aber es waren an diesem Vormittag nicht so viele, wie erwartet. Einige steckten wohl noch im Verkehr um Frankfurt fest.

Die Mittagspause verbrachte ich in der Sonne im angrenzenden Park und genoss ein wenig die herbstliche Stimmung und vor allem die Stille. Bei dem Geräuschpegel, der im Bürgerhaus herrschte, brauchte ich einige ruhige Minuten. Ich werde eben auch nicht jünger.

Tommy Krappweis – den Namen kannte ich bisher nur aus dem Blog von Sandra. Persönlich habe ich den Comedian, Filmemacher, Erfinder von »Bernd das Brot« und Autor noch nie gesehen. Ich war gespannt und wurde in beiden Vorträgen von ihm blendend unterhalten. Schlagfertig und witzig erklärte er wie Komik funktioniert und wie man sie in Romanen richtig einsetzt. Zusammen mit Prof. Rudolf Simek, einem Fachmann für Nordische Mythologie, erzählte er im zweiten Vortrag von ihrer Zusammenarbeit bei dem Roman- und Filmprojekt »Mara und der Feuerbringer«. Es war lehrreich und unterhaltsam, aber nach zwei Stunden wurde der Sauerstoffvorrat im Saal arg knapp und so wankte ich leicht benommen die Treppe hinauf ins Freie, um wieder einigermaßen atmen zu können.

Es war inzwischen 15 Uhr und es herrschte viel Andrang im Bürgerhaus. Jetzt traf ich auch auf die Freunde und Bekannten, die ich bisher vermisst hatte, und wegen denen ich eigentlich gekommen war. Wir plauderten, tauschten Neuigkeiten aus und redeten über aktuelle Romanprojekte. Besonders gefreut hat mich das Gespräch mit Oliver Plaschka, der sich viel Zeit nahm. Im vergangenen Jahr hatte ich nur die Gelegenheit ihn kurz zu begrüßen, bevor er zu seiner Lesung gerufen wurde. Dieses Mal nutzten wir die Zeit, um über die aktuelle Entwicklung bei PERRY RHODAN NEO und den Umgang der Exposé-Autoren mit astronomischen Phänomenen zu reden.

Wenn man redet, vergeht die Zeit wie im Flug und so war es gegen 18 Uhr, als ich mich zu meinem letzten Programmpunkt an diesem Tag aufmachte – die Lesung von Klaus N. Frick, aus seinem Fantasyroman »Das blutende Land«. Souverän wie immer las der PERRY RHODAN-Redakteur vor »vollem Haus« und hatte sichtlich Spaß daran, seine Geschichte zu präsentieren. Ich begrüße den Ansatz, die Fantasy ein wenig aus der Ecke der Heile-Welt-Romantik herauszuholen. In mehr oder weniger drastischer Weise schildert er in seinem Buch das Schicksal normaler Menschen, die die Kriege für die Helden ausfechten müssen. Und ich freute mich mit ihm, dass er während der Lesung das Grundthema seines Romans – sozialer Aufstieg – entdeckt hat.

Geniale Zusammenfassung des BuCon

Das abschließende Perry-Panel musste ich leider ausfallen lassen, weil ich befürchtete meinen Flieger zu verpassen. Rückblickend, hätte ich es wahrscheinlich sogar trotz Panel geschafft. Aber man soll sein Glück bekanntlich nicht herausfordern.

***

… zurück zum Flughafen. Das Ballett der Versorgungsfahrzeuge vor dem Terminal folgt einer unsichtbaren Choreografie. Ich bewundere die Logistik, die dahinter steckt und die alles anscheinend reibungslos funktionieren lässt. Wie ein staunendes Kind klebe ich mit aufgerissenen Augen an den Scheiben des Busses, der die anderen Passagiere und mich zum anderen Ende des Flugfelds bringt. Die vielen Flugzeuge, die am Fenster vorbeiziehen, ragen wie riesige Vögel neben dem Bus empor. Ich bin immer noch nachhaltig beeindruckt, als mich die Trägheit beim Start in die Sitze presst und sich das Flugzeug in den nächtlichen Himmel über Frankfurt erhebt.

Rezension zum Abgrund

Titelbild von Hans-Jochen Badura

Wenn der Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie einen Fanroman rezensiert, dann ist das so, als würde man als Hobbyautor eine Absolution von Mr. Perry Rhodan persönlich erhalten.

Eigentlich hatte ich ja schon nicht mehr daran geglaubt, aber dann geschehen doch noch Wunder im Universum. Am Freitag erschien im Blog der PERRY RHODAN-Redaktion die Besprechung meiner FanEdition »Am Abgrund der Unsterblichkeit«. Das Urteil fällt überraschend wohlwollend aus. Was mich sehr freut, nachdem ich von den Einstiegs-Schwierigkeiten erfahren hatte, die Klaus N. Frick mit meiner Geschichte hatte. Ich werde mich jetzt nicht herausreden, denn ich habe den »zähen« Anfang selbst verschuldet. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht den Mut, mich gegen meinen Schreibcoach durchzusetzen und auch nicht genügend Selbstvertrauen in meine eigenen Instinkte. Insofern kann man das mangelhafte Ergebnis durchaus positiv betrachten, denn es hat mich gelehrt, mehr auf die eigene Stimme zu hören.

Freuen tut mich vor allem, dass ich anscheinend die Figur Perry Rhodan in einer Weise charakterisiert habe, die dem Chefredakteur gefiel. Schließlich ist Perry Rhodan der Alptraum jeden Autors, weil einen dreitausend Jahre alten Unsterblichen darzustellen, nicht unbedingt einfach ist. Aber es gehörte zur Aufgabe des Exposéwettbewerbs, der dem Roman zugrunde liegt.

Jetzt jubele ich erst einmal über die erste offizielle Rezension von »Am Abgrund der Unsterblichkeit« und danke der PR-Redaktion für die positive Besprechung.

Die Rezension findet man in voller Länge hier. Und der Roman kann nach wie vor im Space-Shop der Perry Rhodan FanZentrale bestellt werden.

Punkrock-Wundertüte

56!

Genauso viele Kurzgeschichten beinhaltet der Sammelband, der den etwas langweiligen Namen »Punk Stories« trägt. Ich habe in den vergangenen Monaten immer mal wieder darin gelesen. Allen Geschichten ist eines gemeinsam, jeder Autor stellt eine bekannte Punkrockband in den Mittelpunkt. Mal schwelgen die Autoren in Nostalgie, mal erzählen sie dokumentierte Begebenheiten und mal auch erdachte Geschichten, jeder in seinem Stil und jeder anders. Manches gefiel mir gut, mit anderem konnte ich weniger anfangen. Am besten im Gedächtnis blieb mir die Kurzgeschichte, welche »Die Kassierer« in den Mittelpunkt stellte.  Darin ging es um Außerirdische, die im Ruhrgebiet Unterschlupf suchen. Das war so richtig Punk.

Auch wenn ich das Buch mehr aus Recherchegründen las, unterhaltsam war die Lektüre allemal. Vor allem muss man diesen Kurzgeschichtenband nicht am Stück lesen, sondern kann immer wieder darin herumschmöckern. Und nebenbei noch ein Stück Punkrockgeschichte erleben, geschrieben von deutschen Autoren, die irgendwann mal Punks waren oder noch heute sind. Darunter so bekannte Namen wie Anne Hahn, Jan Off und Arne Rautenberg. Nur den Namen Klaus N. Frick habe ich in der illustren Runde vermisst.

»Punk Stories« erschien schon 2011 bei LangenMüller und ist auch als E-Book erhältlich.

»Danke Jesus!«

… ist der Titel einer Veranstaltung, den die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel anbietet. Es handelt sich dabei um eine Tagung mit und über den Autor Andreas Eschbach. In Vorträgen und Gesprächen wird über das literarische Werk Eschbachs reflektiert. Seit dieser Woche ist auch das Programm der Tagung online und kann auf der Internetseite der BA heruntergeladen werden. Anmelden kann man sich ebenfalls. Die Tagung findet vom 24. Sep (14:00 Uhr) – 25. Sep 2017 statt.

Als ich im Herbst letzten Jahres Andreas Eschbach auf dem AustriaCon persönlich kennenlernen durfte, war ich ziemlich beeindruckt von der ruhigen und tiefsinnigen Art des Autors. In dem Interview, dass ich mit ihm für die SOL führen durfte, war ich von seinen unkonventionellen und witzigen Antworten überrascht. Und als ich die Tagung im Programmheft der BA entdeckte, war klar, dass ich mir das unbedingt ansehen wollte. Da die Plätze für Übernachtungen in der Schünemannschen Mühle begrenzt sind, habe ich mich sicherheitshalber bereits im Januar angemeldet.

Nun muss ich bis zur Tagung auch noch den einen oder anderen Roman von Andreas Eschbach lesen, um auch mitreden zu können. Wobei ich wohl meistens nur aufmerksam zuhören werde. Schön ist, dass sowohl Kathrin Lange, als auch Klaus N. Frick über die Arbeit von Andreas Eschbach für PERRY RHODAN referieren werden.

Ich freue mich schon sehr auf zwei schöne Tage in Wolfenbüttel. Und sicher trifft man dort auch das eine oder andere bekannte Gesicht wieder.

Auf Dienstreise in KA

Die vergangenen zwei Wochen war ich kaum Zuhause. Eine Dienstreise folgte der nächsten. In dieser Woche war ich in Karlsruhe und bevor hier irgendwelche Verschwörungstheorien aufkommen, nein, mein Besuch hatte nichts mit Perry Rhodan und schon gar nicht mit der Autorenkonferenz zu tun, die ebenfalls Anfang der Woche ganz in der Nähe stattfand.

Ich besuchte einige Seminare, um mich in meinen neuen Job einzuarbeiten. Eine der Schulungen war wichtig und hilfreich, die andere war zwar interessant, stellte sich aber leider als irrelevant für die Firma heraus, in der ich arbeite. Das muss ich meinem Chef aber noch verklickern.

Jedenfalls bin ich ganz schön rumgekommen und habe viele Leute getroffen und neue Dinge erfahren und gelernt. Es ist ja immer spannend zu hören, mit welchen Problemen sich andere Menschen herumschlagen müssen. So lernte ich in den beiden Wochen einige Elektriker kennen, die über die vielen Vorschriften klagten, die ihnen der Gesetzgeber jedes Jahr auferlegt. Es wird nämlich zunehmend schwieriger, die Mehrkosten, die sich daraus ergeben, ihren Kunden zu erklären.

Ich war natürlich die einzige Frau in den Seminaren. Wobei ich mich ehrlich frage, wieso das so ist. Ich arbeite als techn. Systemplanerin und finde, dass dies eigentlich ein idealer Frauenberuf ist. Gerade weil Frauen gut planen können, sind sie für diese Arbeit eigentlich prädestiniert. Da aber den Mädchen heutzutage von der Gesellschaft weiß gemacht wird, dass Technik und vor allem Elektrotechnik nichts für Frauen sei, gibt es so wenige, die einen technischen Beruf ausüben möchten. Das finde ich unheimlich schade, weil diese Jobs wirklich spannend sind.

Um nochmal auf Perry Rhodan zurückzukommen. Bei dem Seminar in Karlsruhe fühlte ich mich dann doch ein bisschen wie auf der PR-Autorenkonferenz. Nicht wegen der Nähe zu Rastatt. Nein, zum einen sah der junge Mann mir gegenüber wie Christian Montillon aus und zusätzlich gab auch der Seminarleiter ein gutes KNF-Double ab. Was durch den schwäbischen Dialekt noch unterstrichen wurde. Da musste ich wirklich grinsen.

Am Karlsruher HBF kam ich dann noch in den Genuss, dass riesige PERRY RHODAN Poster zu fotografieren. Ich wurde zwar schief angeguckt, als ich mit meinem iPad in der Bahnhofshalle herumfuchtelte, aber das war es mir wert.