Christinas Multiversum

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Archiv der Kategorie ‘Schreiben’



Zeit für Henry

Handschriftlicher Titel

… so lautet der Arbeitstitel des Science Fiction-Romans an dem ich derzeit arbeite.

Inzwischen habe ich mir auch Zeit für die Geschichte nehmen können. Nachdem ich in den letzten Wochen die Szenenplanung ausgearbeitet habe, konnte ich nun endlich mit dem Schreiben beginnen.

Aber irgendwie geht es noch ziemlich zäh. Ich muss immer daran denken, die Szene umzusetzen, ohne dabei das Drumherum zu vergessen. Damit tue ich mich zur Zeit ziemlich schwer. Jetzt wo ich weiß, was passieren muss, worüber die Charaktere sprechen oder was sie denken, lasse ich sie ständig in »Weißräumen« agieren. Und muss anschließend mühsam den Hintergrund ergänzen. Das nervt mich irgendwie. Bei meinem letzten Roman habe ich keine so ausführliche Szenenplanung gemacht und da klappte das mit dem Drumherum irgendwie von selbst.

Habe ich jetzt zu viel geplant oder zu wenig? Diese Frage stelle ich mir momentan. Oder muss ich erst richtig in den Schreibfluss eintauchen, bis es von alleine kommt? Hm! Ich weiß es nicht. Zumindest habe ich mir über das Schreiben noch nie so viele Gedanken gemacht, wie in den letzten Tagen. Vielleicht sollte ich doch wieder drauflos schreiben. ohne so viel nachzudenken.

Zumindest konnte ich die ersten beiden Kapitel mit insgesamt 25.000 Zeichen fertigstellen. Bleiben nur noch 38 weitere Kapitel.

Das Lesen von Büchern ist out …

… so ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mir meinen Freundes- und Bekanntenkreis anschaue. Die Wenigsten lesen noch Bücher oder E-Books. Ein paar von den Nichtlesern hören zumindest noch Hörbücher. Ein Großteil aber scheint weitestgehend nur mit Facebook-Kommunikation und dem Anschauen von Serien bei Streaming-Diensten beschäftigt zu sein. Selbst mit den Trekkies kann man sich kaum noch über die Star Trek-Romane von Heyne oder CrossCult unterhalten. Früher waren die Bücher das einzige was man hatte, wenn gerade mal keine Star Trek-Serie im Fernsehen lief.

Ich glaube, die tägliche mediale Überflutung führt dazu, dass die Leute das Lesen von Büchern zu anstrengend finden und es ihnen vor allem nicht schnell genug geht. Früher bekam man eine Folge seiner Lieblingsserie pro Woche, heute kann man sich eine ganze Staffel hintereinander am Stück ansehen. Dass dabei von dem Gesehenen aber nicht viel hängen bleibt, scheint keinem etwas auszumachen. Im Gegenteil, es wird sich gleich auf die nächste Serie gestürzt. Als die Privatsender anfingen, zwei Star Trek-Folgen hintereinander zu zeigen, stellte ich schnell fest, dass mir diese Folgen wesentlich weniger präsent im Gedächtnis blieben als die Folgen, die ich in größerem Abstand gesehen habe.

Unser Gehirn mag zwar schnell sein, aber so schnell kann es die Eindrücke dann doch nicht verarbeiten. Weshalb ich immer noch gern lese. Beim Lesen lassen wir unserem Kopf Zeit, um Bilder zu erschaffen und langfristige Eindrücke zu speichern. Das Lesetempo richtet sich dabei ganz nach den eigenen Bedürfnissen. Ich halte mich nicht für einen schnellen Leser – mein Mann hat mir da einiges voraus – aber dass muss man auch nicht sein. Dafür lese ich aufmerksamer und merke mir die Texte besser, die ich gelesen habe. Hin und wieder erkenne ich auch Dinge zwischen den Zeilen. Was mich zu einem schlechten Krimileser macht, weil ich meist schon früh erahne, wer der Mörder ist. Mir ist beim Lesen vor allem wichtig, dass die Eindrücke von dem, was ich gelesen habe, langfristig bestehen bleiben. Das hilft mir beim Schreiben meiner eigenen Geschichten. So weiß ich nur durch meine Lese-Erfahrung, wie ich welche Stimmung beim Leser erzeugen kann.

Ich fürchte nur, wenn es so weiter geht, gibt es bald nur noch Autoren und keine Leser mehr. Auch weil manche glauben, weil sie einen Stift halten können, können sie auch ein Buch schreiben. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Endlich, die phantastisch! 69 ist da

Danke an Olaf Kutzmutz für den netten Tweet

Vier Monate ist es her, seit ich die Tagung von und über Andreas Eschbach an der Bundesakademie Wolfenbüttel besucht habe. Wie bereits erzählt, wurde ich gebeten, für die phantastisch! einen Artikel darüber zu schreiben.

Seit der Ankündigung Anfang des Monats wartete ich sehnsüchtig auf das Heft. Leider ist es in keinem der umliegenden Kioske erhältlich. Deshalb habe ich es kurzerhand direkt beim Verlag bestellt. Ich war neugierig, wie mein Artikel zur Eschbach-Tagung im fertigen Layout aussehen würde.

Heute lag das Heft im Briefkasten. Viereinhalb Seiten nimmt der Bericht ein. Wow! Eigentlich wollte ich gar nicht so ausführlich schreiben, aber der Chefredakteur der phantastisch! Klaus Bollhöfener meinte, es können ruhig bis zu sechs Seiten werden.

Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie twitterte schon am Freitag über den Artikel und bedankte sich bei mir. Den Dank gebe ich natürlich zurück. Denn ohne sein Zutun hätte es die Tagung nicht gegeben und ich hätte diesen Artikel nicht schreiben können. Mich würde ja interessieren, was Andreas Eschbach dazu meint, aber das werde ich wohl nicht erfahren. Zumindest hat er den Tweet retweetet.

Mein Roman Dein Roman

Irgendwas mache ich falsch.

Statt an meinem eigenen Roman zu arbeiten, testlese und lektoriere ich die Romane von anderen. Heute schloss ich die Arbeit an einer FanEdition ab, die in noch diesem Jahr erscheinen soll. Über mehrere Monate hinweg hat mich der Text beschäftigt gehalten. An sich mache ich sowas ganz gern, aber dieser Text war eine echte Herausforderung. Er hat mich viel Kraft und Durchhaltevermögen gekostet. Zeitweise habe ich mich ziemlich zusammenreißen müssen, um dranzubleiben. Dabei ist die Idee für die Geschichte gar nicht schlecht. Nur reicht eine gute Idee allein nicht aus, sie muss auch entsprechend umgesetzt werden. Aber seien wir ehrlich, daran hapert es nicht nur bei Hobbyautoren.

Ich kann mir jedenfalls jetzt gut vorstellen, wie sich so ein Verlagslektor fühlt, wenn sein Autor mal keinen guten Tag hatte. Da möchte man sich glatt hinsetzten und den Roman selbst schreiben.

Testlesen kann auch Spaß machen. Zum Beispiel wenn der Autor spannend schreibt oder schon Routine hat, oder auch wenn einem der Schreibstil liegt. Da tut man sich leichter.

Warum ich mir Testlesen immer wieder antue? Eigentlich aus ziemlich egoistischen Gründen, frei nach dem Motto: eine Hand wäscht die andere. Denn auch ich bin auf das Feedback von Testlesern angewiesen und weil sie sich meist aus dem Kreis befreundeter Autoren requirieren, hofft man eben auf gegenseitige Übereinkommen.

Nur klappen will das in der Wirklichkeit meist nicht so richtig. Denn wenn ich wirklich jemanden brauche, stehe ich meist alleine da.

Daran sollte ich wohl noch arbeiten.

Ich und die PHANTASTISCH!

Quelle: phantastisch.net

Das Jahr geht gut los.

Gerade ist die neue phantastisch! erschienen und es steht mein Name auf dem Titel. Wie cool ist das denn?!

In der phantastisch! Nr. 69 berichte ich von der Eschbach-Tagung in Wolfenbüttel. Zunächst wollte ich ja nur einen kleinen Text für den Newsletter der PRFZ schreiben, doch dann wurde ich lieb gefragt, ob ich nicht einen längeren Artikel schreiben wolle. Was für eine Frage … klar wollte ich das.

Dies ist mein allererster Artikel in einer Zeitschrift, die man am Kiosk kaufen kann. Also jedem der daran interessiert ist, was ich denn so auf der Tagung in Wolfenbüttel erlebt habe, lege ich dieses Magazin ans Herz. Außerdem bietet die phantastisch! dem Fan des Genre noch viele weitere spannende Artikel und Rezensionen zu Büchern und Filmen, Interviews und eine Geschichte von PERRY RHODAN NEO-Autorin Madeleine Puljic.

Und wer das Magazin am Kiosk nicht bekommt, kann es hier bestellen.

Ein erstes Testleser-Feedback

Ein bisschen aufgeregt war ich ja, als ich die E-Mail mit dem ersten Feedback zu meinem Punkroman aufgemacht habe. Denn mein Testleser hat einen Namen in der Punk-Szene und nicht nur irgendeinen. Ich sprechen von niemand Geringerem als vom »Meister des Chaos« – Karl Nagel – höchstpersönlich. Keiner kennt die Szene besser als der Initiator der Chaostage. Genau deshalb war es mir wichtig, sein Urteil einzuholen.

Das bekam ich heute in einer umfangreichen E-Mail zu hören. Vieles was er angemerkt hat, konnte ich nachvollziehen. Das Argument »Mein Protagonist sei nicht gestört genug für einen Punk« hatte ich schon fast befürchtet. Der Charakter ist dann doch netter geworden, als ich es wollte. Wobei hier der große Widerspruch im Raum steht. Wie böse darf ein tragender Charakter sein, damit er vom Leser nicht abgelehnt wird? Und wie nett muss er sein, damit sicher der Leser mit der Figur identifizieren kann? Das ist ein schmaler Grad. Der Leser braucht mindestens eine Figur zum Anlehnen. Wenn er die nicht bekommt, könnte er sich vor den Kopf gestoßen fühlen.

Ich muss jedenfalls noch mal darüber nachdenken, was das Punk-Sein meines Helden ausmacht. Was ihn nährt und was ihn antreibt? Darüber werde ich mir in den nächsten Tagen ernsthaft den Kopf zerbrechen.

Das andere, was er bemängelte, waren die vielen Klischees zu Punks. Da bin ich jetzt unsicher. Wenn ich die rausnehme, und durch persönliches ersetze, ist es dann noch als Punk zu erkennen? Weil ich den Roman nicht nur für Punks schreibe, sondern vor allem für Menschen, die sich damit nicht so gut auskennen. Werden sie die Klischees nicht irgendwie vermissen? Auch darüber muss ich nochmal nachdenken.

Ich habe mich auf jedenfalls gefreut, dass sich mein Testleser so viel Mühe gegeben hat, das Manuskript zu lesen und mir seine Sichtweise zu schildern. Das bedeutet mir echt viel.

Gründe warum ich Autorin bin

Mein guter Freund Ben Calvin Hary hat in seinem YouTube-Kanal wieder einen neuen Clip veröffentlicht. Dieses Mal spricht er über die 5 Gründe aus denen die meisten Menschen Autor werden möchten. Und ja, er hat recht, jeder der 5 genannten Gründe ist falsch.

Das hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, warum ich eigentlich schreibe:

Angefangen hat es damit, dass ich fürs Abitur meine Rechtschreibschwäche bekämpfen wollte. Und das hat auch wirklich etwas gebracht. Meine Abiturnote in Deutsch war nach meinen ersten Schreibversuchen signifikant besser als alle anderen Noten zuvor. Natürlich ist das ein stetiger Prozess, der bis heute anhält, denn so richtig fehlerlos schaffe ich es bis heute nicht. Aber es wird besser.

Ein zweiter Grund ist einfach, dass ich mir beim Schreiben, den Frust von der Seele schreiben kann. Nicht für umsonst gibt es Schreibtherapien. Ich brauche das, um emotional einen klaren Kopf zu bewahren. Wenn es mir schlecht geht, schreibe ich. Danach sieht die Welt schon viel besser aus. Ich bin sicher, das Schreiben hat mir oft genug den Gang zum Psychiater erspart.

In den letzten Jahren ist es vermehrt der Ehrgeiz, der mich beim Schreiben antreibt. Wenn ich Geschichten und Artikel von anderen lese und möchte ich auch so schreiben können. In den meisten Fällen sind es Freunde und Bekannte, aber der eine oder andere große Autorenname ist auch darunter. Und weil ich so perfektionistisch veranlagt bin, quäle ich mich selbst so lange, bis ich mit meinen Texten zufrieden bin. Ich probiere auch immer mal was Neues aus, um mehr über Schreibtechniken zu erfahren.

Der Hauptgrund, jedoch, warum ich schreibe, ist der, weil ich Spaß daran habe. Natürlich würde ich mich über eine Veröffentlichung freuen, das tut jeder Autor, aber das ist der Bonus. Denn ich schreibe, um den Kopf freizubekommen und ich habe Spaß daran meine Figuren auf die Reise zu schicken. Das ist so, als würde man im Kopf seinen eigenen Spielfilm drehen, in dem man auch noch selbst die Hauptrolle spielt.

Also ich schreibe weder um reich und berühmt zu werden. Reichtum wird überbewertet und berühmt sein … nein, das will ich gar nicht. Ich schreibe seit 1991 und habe damit bisher noch nicht einen Cent verdient. Wenn es mir um Geld ginge, hätte ich mir längst etwas anderes gesucht. Ich schreibe, weil ich schreiben muss. Ich kann einfach nicht anders, die Geschichten wollen aus meinem Kopf und ich habe erst dann Ruhe, wenn sie auf einem Blatt Papier vor mir liegen.

So und jetzt übergebe ich an Ben, was er zu dem Thema zu sagen hat:

Der Punk »rockt«

Es ist vollbracht. Heute Nachmittag habe ich das Wörtchen ENDE unter den Roman gesetzt, mit dem ich mich jetzt seit zweieinhalb Jahren beschäftige.

Die letzten Seiten waren ziemlich emotional und ich habe tatsächlich ein paar Tränen vergossen. Ob es den Lesern ähnlich ergehen wird, weiß ich noch nicht. Dazu muss ich das Urteil der Testleser abwarten. Vielleicht finden die das auch ziemlich scheiße, was ich da geschrieben habe. Dann wird dieser Roman den gleichen Weg gehen, den bereits mein »Parallelwelten« gegangen ist, nämlich auf meiner Festplatte in der Versenkung verschwinden.

Doch noch ist es nicht so weit. Die letzten 170 Seiten müssen überarbeitet werden (die ersten 150 Seiten sind es schon). Und dann haben meine kritischen Testleser das Sagen. Von ihrem Urteil hängt es ab, was mit der Geschichte passieren wird. Ich habe ja die große Hoffnung, dass alles nicht so schlimm kommt.

Für mich ist mit dem Projekt etwas Besonderes zu Ende gegangen. Zum ersten Mal habe ich eine Geschichte geschrieben, die weder STAR TREK noch PERRY RHODAN – ja, nicht einmal mal Science Fiction ist. Und das, obwohl sie mich in eine völlig fremde Welt entführt hat. Ein Paralleluniversum, was neben meinem existierte, aber zu dem ich nie Kontakt hatte. Etwas, dass ich im Nachhinein ehrlich bedauere.

Die Aufgabe, die ich mir zu Beginn des Projektes stellte, war: Kann ich etwas schreiben, von dem ich keine Ahnung habe? Wie viel muss ich recherchieren, damit es glaubwürdig ist? Glaubt mir, ich habe viel recherchiert. Ich habe Bücher gelesen und Filme angeschaut, ich habe Internetseiten durchforstet und Interviews gelesen. Vor allem aber habe ich sehr viel Musik gehört und zwar solche, die nicht jedermanns Geschmack ist, und die ich vor Jahren selbst niemals gehört hätte. (Ich denke übrigens darüber nach, dem Roman noch einen Soundtrack zu verpassen, für all die Leser, die von Krachmusik keine Ahnung haben.)

Im Grunde habe ich mich Hals über Kopf in ein Abenteuer gestürzt, von dem ich nicht wusste, wo es mich hinführt. Die Welt, die ich kennenlernen durfte, hat mich verändert. Sie hat meinen Horizont erweitert und mir die Augen geöffnet. Meine Einstellung gegenüber Subkulturen ist heute eine andere, als noch vor zweieinhalb Jahren. Die Geschichte hat mir aber auch viel über mich selbst gelehrt, darüber wer ich bin und warum ich so bin. Und natürlich habe ich in der Zwischenzeit viel übers Schreiben gelernt. Was funktioniert und was nicht. Dinge, die ich in die nächsten Projekte mitnehmen kann.

Es war eine schöne Zeit und ich bedauere fast, dass sie schon zu Ende ist. Aber dank des Plotseminars in Wolfenbüttel falle ich nicht in ein Loch. Denn es wartet bereits das nächste Großprojekt darauf, angepackt zu werden.

Wie es weitergeht mit dem »Geheimprojekt: Punkroman« und was daraus wird, darüber werde ich hier weiter berichten.

Das Alien auf der Schlosstoilette

Seminar im Schloss

Bei zwei meiner Aufenthalte in Wolfenbüttel fand das Seminar im Hofsaal des Schlosses statt. Im vergangenen Jahr war es das Kurzgeschichtenseminar. Daran erinnerte ich mich wieder, als ich am Freitag in der Pause zu den Toiletten hinunter in den Keller stieg.

In der Seminarwerkstatt mit Uwe Anton und Klaus N. Frick hatte damals einer der Teilnehmer eine Geschichte geschrieben, in der jemand ein totes Alien entdeckte, das auf dem Boden einer Toilette lag und den Zugang zu den Toilettenbecken versperrte. Irgendwie hatte sich in meinem Hirn das Bild von der Kreatur mit der Toilette im Schloss vermengt. Und jedes Mal wenn ich am Wochenende der Toilette ein Besuch abstattete, musste ich an die Geschichte mit dem Alien denken. Das sich später gar nicht als tot herausstellte, sondern das dort nur seinen Drogenrausch ausschlief, weil es zu viel Gummibärchen gegessen hatte.

Es ist schon schräg, welche Verbindungen das Gehirn herstellt und wie sich diese Erinnerungen festsetzen. Denn ich bin mir fast sicher, dass ich auch bei meinem nächsten Besuch im Wolfenbütteler Schloss wieder dem Alien auf den Schlosstoilette begegnen werde.

Von Null auf Hundert

So sieht es aus, wenn man aus vielen Ideen den Handlungsstrang eines Romans zusammenstellt.

Ich glaube, ich brauche noch ein paar Tage, um die Tatsache zu verdauen. Ich fuhr zum Plot-Seminar nach Wolfenbüttel mit nicht mehr als dem Klappentext und einer einzigen Szene. Zurück komme ich mit einer kompletten Geschichte. Der Stapel Karteikarten ist kaum dicker als einen Zentimeter und enthält doch die Handlung für einen ausgewachsenen Roman.

Wie ich hier schon beschrieb, bestand mein Problem, weshalb ich am Seminar teilgenommen hatte darin, dass ich einfach zu lange brauche, um eine Geschichte zu entwickeln. Bisher passierte das bei mir weitgehend im Kopf. Kathrin Langes Methode »Plotten für Chaoten« hat mir innerhalb von wenigen Stunden zu einem funktionierenden Plot über 40 Kapitel verholfen. Damit hatte ich nie im Leben gerechnet und es fühlt sich immer noch ziemlich unwirklich an.

Gut, die Szenen sind noch nicht vollständig ausgearbeitet. Außerdem muss ich die Figuren noch richtig charakterisieren und auch die Facetten der Welt, in der die Geschichte spielt, sind mir noch nicht in allen Details klar. Aber das Wichtigste – der Handlungsfaden – ist festgetackert

Womit ich während des Seminars zunächst etwas gehadert habe, dass ich das alles weitgehend allein entwickeln musste. Wenn, dann war es vor allem der Input der anderen Teilnehmer/innen, der mich bei dem einen oder anderen Punkt auf den richtigen Weg geführt hat. Bei 16 Teilnehmern war es Kathrin Lange und Klaus N. Frick verständlicherweise nur schwer möglich, sich um jeden ausführlich zu kümmern. Im Nachhinein empfinde ich den Umstand aber als positiv. Die Erfahrung gibt mir die Zuversicht, dass ich das jederzeit daheim im stillen Kämmerlein wiederholen kann.

Was mir aber niemand abnehmen kann, ist eine strukturierte Arbeitsplanung, bei der ich jeden Tag schreiben kann, um in Zukunft auch die Schreibzeit zu verkürzen. Damit der nächste Roman nicht wieder drei bis vier Jahre dauert.

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