PERRY RHODAN NEO Band 142 – »Hort der Flüsternden Haut« von Rainer Schorm
Ich war wirklich gespannt auf den Roman von Rainer Schorm. Schafft es der Autor doch, mich jedes Mal zu überraschen. Ohne die Arbeit der anderen NEO-Autoren schmälern zu wollen, bin ich inzwischen der Meinung, dass er der stärkste Autor im NEO-Team ist. Rainer Schorm vermag auch den komplexesten Plot mit einer gewissen Logik zu vermitteln. Und als ich hörte, dass es in Band 142 um eine »Romeo und Julia-Geschichte« gehen soll, war ich um so gespannter, wie der Autor diese erzählen würde.
Nachdem im Vorgängerband Perry Rhodan im Mittelpunkt der Handlung stand, ist es im »Hort der Flüsternden Haut« Tuire Sitareh. Der Charakter ist mir inzwischen ans Herz gewachsen und es freut mich stets, über ihn zu lesen. Obwohl die Figur im Grunde genommen eine »Mary Sue« ist, wie man im Fachjargon der Fanfiction-Autoren so schön sagt – unbesiegbar und ohne Makel, mit geheimnisvoller Vergangenheit und außergewöhnlichen Fähigkeiten – stört mich das überhaupt nicht.
In der Handlung verschlägt es den Auloren auf einen Planeten, der von einer blauen Wüste bedeckt ist und er gerät zwischen die Fronten verfeindeter Nomadenvölker. Das erinnert sofort an »Der Wüstenplanet« von Frank Herbert. Hier wie da warten die Bewohner auf den Messias. Schorm wandelt das Thema etwas ab, fügt eigene Ideen hinzu, bleibt aber sehr dicht an Herberts Vorlage. Besonders deutlich wird das, als Tuire auf den drogensüchtigen Gildenmeister trifft, dessen Iriden durch die Drogen ihre Farbe verändert haben.
Der Plot um die beiden jungen Verliebten überzeugte mich in seiner Gänze jedoch nicht. Da hatte ich mir etwas mehr Gefühl versprochen. Das liegt vor allem daran, dass die zwei nicht miteinander agieren, sondern ihre Beziehung allein in ihren Erinnerungen existiert. Das hatte mir zu wenig Substanz. Letztendlich fühlt es sich so an, als sei die Geschichte nur Mittel zum Zweck, um Tuire eine Vorlage zur Konfliktlösung zu bieten. Vielleicht war es auch gut so, dass sich er Autor nicht zu sehr darauf konzentriert hat, um dafür mehr Platz für Tuires Abenteuer zu haben, denn die waren durchaus spannend.
Für interessant halte ich das fremde Raumschiff, das Tuire findet und das anscheinend mit Molkex beschichtet ist. Ist das ein Hinweis auf die Blues, oder wie auch immer sie in NEO heißen werden? Vorausschauend auf die Bände nach 150 könnte ich mir das gut vorstellen, denn ich habe den Zyklus der EA mit den Blues gern gelesen. Und da würde auch Eric Leyden gut dazu passen. Schließlich war es sein Alter-Ego Tyll Leyden, der das Geheimnis des Molkex gelüftet hat.
Am Ende wird es nochmal kompliziert. Genau das Richtige für Rainer Schorm. Und er schafft es tatsächlich, mir den verwirrenden Zeitreiseplot so zu erzählen, dass ich ihn nachvollziehen kann.
Mein Fazit fällt positiv aus. Der spannend geschriebene Roman klebt zwar etwas sehr an Frank Herberts »Wüstenplanet« und die Liebesgeschichte ist nicht so, wie von mir erwartet, aber der Autor hat Tuire Sitareh gut in Szene gesetzt und dem Auloren wieder ein paar neue Fassetten verliehen. Ein bisschen genervt, war ich von den Dialogen mit Tuires Extrasinn, was vielleicht sogar beabsichtig ist. Da kann einem der Aulore schon leid tun. Das ist, als hätte man einen Papagei im Kopf, der zu allem seine Meinung kundtun muss. Dafür ist der Titel des Romans genial.
Es ist anzunehmen, dass der nächste Band ähnlich wie die beiden ersten in der METEORA Staffel verlaufen wird, nur mit Atlan im Fokus des Geschehens. Dies ist eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise und ich bin wirklich gespannt, wie die Expokraten die Spannung innerhalb der Staffel hochhalten wollen, wenn sie sich einen derartig langen Vorspann gönnen. Nun, ich lasse mich überraschen.
Was ich mich jedoch frage ist: Warum ist der Sand auf dem Cover braun und nicht blau?
Redakteur einer Zeitschrift zu sein, bedeutet Verantwortung und dazu gehört es auch, mit Lob und Tadel umgehen zu können. Ersteres ist angenehm und freut. Zweites ist – zumindest bei berechtigter Kritik – oft ärgerlich, weil man sich immer an die eigene Nase fassen muss und sich fragt, wie einem nur dieser Fehler unterlaufen sein konnte. Gerade wenn man ein so großes Bedürfnis nach Perfektion hat, wie ich.
Heute kam die Kritik von ganz oben. Einerseits lobend und darüber freue ich mich auch. Aber natürlich entdeckte PR-Chefredakteur Klaus N. Frick mit seiner Mutantengabe »Fehler in Texten auf den ersten Blick erkennen« einen super peinlichen Fehler.
Gleich vier Leute haben übersehen, dass der Autor von »Es« oder »Shining«, »Stephen« heißt und nicht »Steven«. Wobei man in diesem Fall argumentieren könnte, es handele sich um künstlerische Freiheit. Denn die besagte Geschichte, in der der Name auftaucht, spielt ja im Perryversum und warum sollte Stephen King dort nicht Steven King heißen. Ich weiß, dass ist eine ziemlich schwache Ausrede dafür, dass vier Leute ihren Job nicht ordentlich gemacht haben, mich eingeschlossen. Nun bin ich kein King-Experte. Ich habe von Stephen King nur einen Roman gelesen und das war »Friedhof der Kuscheltiere«. Damals empfand ich die Lektüre als äußerst unangenehm. Ich kann nicht mal sagen, woran das lag, aber ich habe seitdem keinen weiteren Roman des Autors zur Hand genommen. Vielleicht erklärt sich daher meine Blindheit in diesem Fall. Dennoch, das hätte nicht passieren dürfen.
Was lerne ich daraus: Bei Namen jedes Mal nachschlagen, egal ob man zu wissen glaubt, wie derjenige geschrieben wird.
PERRY RHODAN NEO Band 141 – »Der Faktor Rhodan« von Michael Marcus Thurner
Die Inhaltsangabe des Romans habe ich im PR-Forum gepostet. Wer sich dafür interessiert, möge hier nachsehen.
Sollte ich doch noch zu einem Fan von Michael Marcus Thurner werden? Nach dem Roman liegt die Möglichkeit wirklich nahe. Nachdem ich in der Vergangenheit mit der überbordenden Fantasie des Autors so meine Schwierigkeiten hatte, muss ich mir jetzt tatsächlich Sorgen machen. Denn in »Der Faktor Rhodan« stimmte vieles, auch wenn die Geschichte haarscharf an der Grenze zur Fantasy balancierte. Der Autor verzichtet auf Geschwurbel und erzählt strukturiert und klar. Nur an der Stelle an der sich ES bei Rhodan meldet, blitzt kurzzeitig seine ausschweifende Imagination hervor. Die Szenen sind sehr lebensecht beschrieben und die Charaktere allen voran Perry Rhodan und Jemir Conba überzeugen.
Feudalistische Gesellschaften, Prinzen und Prinzessinnen – würde da nicht hin und wieder ein bisschen Technologie durchschimmern, könnte man meinen, einen Fantasyroman zu lesen. Die Geschichte ist, wenn auch nicht originell, dennoch spannend erzählt. Man könnte vielleicht bemängeln, dass sie für einen NEO-Roman ungewohnt ist und das über manche Passagen zu schnell hinweg gegangen wird. So frage ich mich, warum die Wissenschaftler beider Völker nicht an der Erforschung der Liduurischen Festung interessiert sind. Die Kolonie existiert anscheinend schon recht lange auf dem Planeten, irgendwann muss sich doch jemand mal den Kopf darüber zerbrochen haben. Vielleicht hätte man erklären können, dass wegen des anhaltenden Konfliktes Forschungen im Niemandsland verboten sind. Das wäre glaubhafter gewesen, als zu sagen, dass sie es für eine Kultstätte halten und das Interesse daran verloren haben, ohne je ins Innere vorgedrungen zu sein.
Eine weitere Tatsache, die ich bezweifele: Rhodans Multifunktionsarmband wurde zwar untersucht. Nur warum hat man es ihm zurückgegeben? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, ihm das Armband abzunehmen, um ihn zur Kooperation zu zwingen, bzw. ihn damit an einer Flucht zu hindern? Weil er ohne das Ding völlig aufgeschmissen wäre.
Mein Fazit: Ein Lob geht an Michael Marcus Thurner für einen exzellent geschriebenen Roman. »Der Faktor Rhodan« erzählt eine spannende Geschichte, die sehr gut als Einstieg in die Serie und in die Staffel geeignet ist, weil man so gut wie keine Vorkenntnisse besitzen muss. Nur … was hat die Geschichte mit der Staffelhandlung um METEORA zu tun? Außer der Botschaft von ES und das Rhodan einen Zellaktivator und ein Ym erhält, das ihn nach Sagittarius bringt, erfahren wir so gut wie nichts. Werden wir von den Arkonidischen Kolonisten je wieder etwas hören, oder war es nur ein Füllroman? Letzteres fände ich mutig, bei einer Staffel von nur zehn Bänden. Nun, wir werden es sehen.
Eigentlich wollte ich Fritz Langs »Frau im Mond« kaufen, aber der Film ist in Deutschland aus welchen Gründen auch immer schwer zu bekommen. Bei meiner Suche stieß ich auf den Film »Rakete zum Mond« von Robert A. Heinlein. Der kann nicht schlecht sein, dachte ich mir, denn der Film hat einen Oskar gewonnen. Und tatsächlich …
1950 gedreht, sollte der Film eine Mondlandung für die damalige Zeit möglichst realistisch abbilden. In der Tat sieht das zwar etwas unbeholfen aus, aber man gab sich unheimlich Mühe dem Zuschauer von damals zu erklären, was passiert, wenn Menschen mit einer Rakete starten und zum Mond fliegen. Aus heutiger Sicht hört sich vieles haarsträubend an: Eine einstufige Rakete mit Atomreaktor, die auf dem Mond landen und wieder starten kann. Dazu eine Besatzung, die aus nicht trainierten Technikern und einem in die Jahre gekommenen General besteht. Aber in die Produktion flossen für die Zeit viele bekannte wissenschaftliche Fakten und auch die Spezialeffekte wissen zu überzeugen.
Die Geschichte ist einfach gestrickt. Nach mehreren Fehlversuchen droht die amerikanische Regierung den Raketenforschern das Geld zu entziehen und das Projekt zu beenden. Da wendet sich ein General an die Privatindustrie. In einer propagandistischen Rede und mittels eines Trickfilms überredet er die Investoren ihr Geld dem Projekt zur Verfügung zu stellen. Weil die Regierung den Start der Rakete aus Sicherheitsgründen verbieten will, starten vier Männer übereilt mit der Rakete in Richtung Mond, in letzter Minute sozusagen. Start und Mondlandung glücken, nur die Antenne wird in Mitleidenschaft gezogen und muss auf dem Weg zum Mond bei einem Weltraumspaziergang repariert werden. Auf dem Mond stellt das Kontrollzentrum auf der Erde fest, dass der Treibstoff nicht reicht, um die vier Mondfahrer zurückzubringen. Deshalb werfen sie allen Ballast von Bord und können nach einigem hin und her doch starten und zurückkehren. Die Landung auf der Erde wird nicht mehr gezeigt. Da war wohl das damals irrsinnige Budget von 600.000 Dollar erschöpft.
»Rakete zum Mond« kann man fast schon als Propagandafilm für die Mondlandung bezeichnen. Er sollte vor allem zur Aufklärung dienen und den Rückhalt der Bevölkerung für das Raketenprojekt und eine Mondlandung sichern. So spricht man damals schon von einem Wettlauf und einer atomaren Bedrohung durch die Ostblockstaaten. Der Film basiert auf einer Geschichte von Robert A. Heinlein, dem Hard-SF Autor schlechthin. In seinem Roman haben die Nationalsozialisten bereits Atomwaffen auf dem Mond stationiert. Darauf wurde in dem Film Gott sei dank verzichtet. Geblieben ist die visionäre detailreiche Beschreibung der Technik.
Damit setzt der Film Maßstäbe für alle später erschienen Space Operas. Und ich bin mir fast sicher, dass sich auch Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting für die PERRY RHODAN-Serie an dem Film orientiert haben. Auf jeden Fall ein SF-Klassiker den man gesehen haben muss.
Warum allerdings oben auf dem Cover bei Amazon »Jules Verne« steht, weiß ich nicht. Auf meiner DVD steht dort »Robert A. Heinlein«, was in dem Fall auch korrekt ist.
Gestern fand ich die Nummer 85 in meinem Briefkasten. Es ist die erste Ausgabe auf der mein Konterfei über dem Editorial prangt. Das erste Heft, das von mir offiziell betreut wurde. Denn eigentlich habe ich schon bei der 84 im Hintergrund die Strippen gezogen.
Ich freue mich sehr über das Heft und hoffe, dass die Auswahl der Beiträge abwechslungsreich genug sind, um vielen Lesern zu gefallen. In dieser Woche habe ich die Artikel für das kommende Heft zusammengestellt, und die Planungen für Ausgabe 87, die im Sommer erscheinen wird, laufen ebenfalls. Es macht mir viel Spaß die Geschicke des Heftes in der Hand zu halten und die Arbeit meiner Mitstreiter zu koordinieren. Auch wenn es manchmal nicht so einfach ist, auf alle einzugehen und alles im Blick zu behalten. Ich investiere inzwischen jeden Tag mindestens eine Stunde, nur um E-Mails zu schreiben oder zu beantworten und frage mich, wie man das früher geschafft hat, als es noch keine digitale Kommunikation gab.
Dieses Mal bin ich nur mit dem Editorial und kurzen Beiträgen zu Rogue One und Arrival vertreten. Ach ja, und ich habe ein Interview mit PERRY RHODAN-Autor Kai Hirdt geführt. Das hat uns beiden viel Spaß gemacht, obwohl wir ziemlich unter Zeitdruck standen.
Vergangene Woche ging dann auch der Newsletter raus, den ich unter nicht ganz optimalen Bedingungen zusammenstellen musste. Aber da bin ich selbst schuld. Schlusslektorat der SOL und Newsletter gehen eben nicht zusammen. Außerdem habe ich in der Woche, in der ich an dem Newsletter gebastelt habe, meinen neuen Job angetreten. Das war alles ein bisschen viel. Deshalb wird der nächste Newsletter zeitversetzt zur SOL erscheinen. Dann finde ich hoffentlich auch einen Lektor der die Texte Korrektur liest.
Umso mehr freut mich, dass die PR-Redaktion in ihrem Blog lobende Worte für den Newsletter findet. Das ist aufbauend.
Gestern bekam ich per Post einen Auszug aus dem PR-Jahrbuch 2014 des SFCU als Kopie zugeschickt. Dort drin findet sich nämlich eine Rezension zu meiner ersten PERRY RHODAN FanEdition »Die Telepathin«. Davon hatte ich bisher nichts gewusst.
Der Autor des Artikel ist Claas M. Wahlers und er hat zunächst die Romanhandlung zusammengefasst, wobei er aus dem Namen MENELAOS aus unerfindlichen Gründen MENTEKEL gemacht hat. Das hat mich zunächst etwas irritiert und ich musste tatsächlich nachschlagen, wie ich das Schiff genannt hatte. Entweder, ich habe in der letzten Zeit zu viel geschrieben oder der Alzheimer greift um sich.
In meinen Augen ist es ihm gut gelungen, die Geschichte nachzuerzählen. Am Ende schreibt er in einem kurzen Fazit – das gern hätte länger sein können – was ihm gefallen hat und was nicht. Wobei mir hier erneut die falsche Werbung, die von der PRFZ gemacht wurde, auf die Füße fällt. Den Werbeslogan »Frauen in der Solaren Flotte« habe ich Rüdiger Schäfer zu verdanken, der den Werbetext damals geschrieben hat. Nur ging es mir aber nie darum, »Frauen in der Flotte« zu zeigen – die gab es ja damals de facto nicht. Mir ging es hauptsächlich um »den Umgang der Solaren Flotte mit Frauen«. Was etwas völlig anderes ist und das ich schon ein paar mal hinlänglich zu erklären versucht habe. Aber egal.
Hier ist der kurze Text aus dem PR-Jahrbuch 2014 (Vielen Dank an Ekkehardt, der ihn für mich ausgegraben hat.):
»Eine Geschichte, die erst langsam und unspektakulär anläuft. Erst im letzten Drittel nimmt die Story etwas Fahrt auf und gewinnt dabei an Spannung und Tiefe. Wer den Roman zu früh aus der Hand legt, beraubt sich dann doch einer durchaus interessanten Erweiterung des Perryversums um das Jahr 2238 herum. Nicht alle Protagonisten wussten in ihrer dargestellten Form zu gefallen. Christina Hacker hatte sich vorgenommen, die Frauen in der Solaren Flotte darzustellen. Nach meinem Dafürhalten hätte sie mehr aus dem Thema machen können. Trotzdem eine Leseempfehlung von mir.« Claas M. Wahlers, SFC Universum, PR-Jahrbuch 2014, Seite 363
PERRY RHODAN NEO Band 140 – »Der längste Tag der Erde« von Rüdiger Schäfer
Tifflor, Tuire und die Mutantinnen müssen Crest mit der Zündvorrichtung zunächst entkommen lassen. Mit dem überraschenden Eingreifen von Josue Moncadas kann die Flucht von Crest jedoch verhindert werden. Crest verschanzt sich im Stardust Tower und als Rhodan mit dem Wasserschiff der Liduuri auftaucht, droht er die Erde zu sprengen, wenn man ihn nicht gehen lässt. Als Faustpfand präsentiert er Thora, die sich mit den Kindern auf einem Beiboot der LESLIE POUNDER am Rande des Sonnensystems in Sicherheit gebracht hatte. Dann jedoch von Hirian da Mentrum, einem Untertanen Crests, aufgespürt und zum Mitgehen gezwungen wurde.
Es kommt zum Showdown zwischen Rhodan, Thora und Crest, bei dem schnell klar wird, dass der alte Arkonide von jemandem übernommen wurde. Es ist Ashara der böse Posbi, der eigentlich als besiegt galt, der aber in Crests Posbi-Implantaten überlebt hat. An der Stelle hatte ich eigentlich mit Agaior Thoton gerechnet, dem es irgendwie gelungen war, sich in Crests Bewusstsein zu manifestieren. Aber der Bogen, den die Exposéautoren geschlagen haben, ist auch nicht schlecht.
Crest wird, als er Thora töten will, von Moncadas erschossen. Der Mutant teleportiert sich mit Hilfe von Sid Gonzales zwischen die Arkoniden und kann mit seinen Kräften Crests Schutzschirm manipulieren.
Kurz bevor er stirbt, spricht Crest nochmal als der alte freundliche Arkonide, den wir kennen. Hier habe ich mich gefragt: wieso reagiert die arkonidische Flotte nicht darauf? Hirian da Mentrum muss das Geschehen doch aus der Leka-Disk heraus beobachtet haben. Auch wenn Thora zuvor an seine Vernunft appelliert und Zweifel in ihm gesät hatte. Es wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, die Arkoniden von der Bösartigkeit ihres Imperators zu überzeugen, in dem man Hirian da Mentrum in die Szene aktiv mit eingebunden hätte. So wirken das spätere Umschwenken der Arkoniden und ihre Passivität nach dem Tod ihres Imperators weniger überzeugend.
In der Zwischenzeit greift die terranische Flotte unter Führung von Reginald Bull und der LESLIE POUNDER die Türme an, die die Sitarakh auf der Erde gebaut haben. Es gelingt ihnen, mit Hilfe einer Idee von Atlan, diese direkte Bedrohung auszuschalten. Dann trifft Bully die Entscheidung, sich gegen die, um die Sonne zurückgezogene Flotte der Sitarakh vorzugehen, auch wenn es eher eine Verzweiflungstat, als ein erfolgsversprechender Versuch ist. Man bittet Avandrina di Cardelah um Hilfe, doch die Liduuri weicht aus. So kommt es zur alles entscheidenden Schlacht. Bevor die Verluste für die terranische Flotte ins Unermessliche gehen, taucht plötzlich ein riesiges fremdes Schiff auf, das einen Hyperimpuls aussendet, der die Schirme der Sitarakh-Schiffe zusammenbrechen lässt. Rhodan beschließt die nun wehrlosen Schiffe der Sitarakh nicht zu zerstören, sondern fordert sie und die Bestie Masmer Tronhk auf, das Sonnensystem zu verlassen. Einer Forderung, der sie uneingeschränkt nachkommen.
Halt! Das ging aber jetzt ein bisschen zu schnell und leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bestie einfach so aufgibt. So wie der Verrückte bisher beschrieben wurde, stürzt er sich eher in einen Kampf, als zu kapitulieren. Auch wenn er damit seine Artgenossen im Stich lassen würde. Wenn jemand so von Rache zerfressen ist, dass er eine ganze Welt zerstören will, dann lässt er sich von der Warnung eines Perry Rhodan sicher nicht aufhalten.
Die bis dahin erzählte Handlung war spannend und temporeich. Das ändert sich in dem Moment, als Avandrina Rhodan erklärt, wer die die Fremden sind, die der Menschheit geholfen haben. Sie nennen sich Memeter und Rhodan bekommt bald am eigenen Leib zu spüren, wozu sie im Stande sind. Er wird von zwei Fremden – Ravi und Surya – »entführt« und findet sich in einer fiktiven Welt wieder, in der er Antworten auf viele seiner Fragen erhält.
Ohne Zweifel, macht Rüdiger Schäfer, wieder einmal den »Erklärbär«. Da sprudeln plötzlich so viele Informationen auf Rhodan und den Leser ein, dass ich mich wieder einmal fragte, wieso man dass nicht auf die vorangegangenen Romane verteilen konnte. Die Memeter sind jene Erdbewohner aus denen die Liduuri hervorgegangen sind. Auch sie bedienten sich an dem Halatium, das aus dem Sonnenspalt entwich und bauten damit unter anderem Physiotrone und Zellaktivatoren. Avandrinas Vater ist einer der Memeter, der erkannte, welche gefährliche Auswirkung die gesteigerte Ausbeutung auf den Sonnenspalt hat. Der erweitert sich, je mehr Halatium abgezogen wird und könnte nicht nur das Sonnensystem zerstören, sondern auch das ganze Universum.
Die Memeter gerieten bald in eine Art Abhängigkeit, was zur Folge hatte, das viele von ihnen in Passivität verfielen und in großen Gruppen, später in Massen, sammelten. Letztendlich lösten sich die »kranken« Memeter in Licht auf und bildeten die Wesensheit ES. Die wenigen nicht Betroffenen blieben als Liduuri zurück.
Die Menschen sind also direkte Nachkommen von ES, was erklärt, warum die Superintelligenz ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkt und ihnen auch das Schiff mit den beiden Memetern als Schutz zur Verfügung gestellt hat. Ravi und Surya sind Teile, die sich unter großen Anstrengungen und Verlusten von ES getrennt haben. Rhodan bekommt noch ein paar rätselhafte Andeutungen mit auf den Weg und wird dann ohne Zeitverlust auf die SHOSHIDA CARDELI zurückgeschickt.
Das waren viele Informationen, die den Exposé-Autoren noch genug Spielraum für weitere Idee lassen.
Auf der Erde laufen derweil die Rettungsmissionen auf Hochtouren, durch den vierzehntägigen Schlafmangel stehen viele Menschen an der Schwelle des Todes und müssen schnellstens versorgt werden. Doch es gibt nicht genügend Helfer, um die fast 11 Milliarden Menschen zu versorgen. Da kommt Hilfe von der ehemaligen Imperatrice Theta. In einer Ansprache fordert sie die arkonidische Flotte dazu auf, den Menschen zu Hilfe zu kommen. Die Arkoniden folgen ihren Aufruf und melden sich bei der, Hals über Kopf eingerichteten, Koordinationsstelle im Stardust-Tower unter dem Befehl der Vizeadministratorin.
Zum Wandel in der Einstellung der arkonidischen Flotte hatte ich ja bereits gesprochen. Das hätte man glaubwürdiger vorbereiten können.
Rhodan berichtet auf der LESLIE POUNDER, was er erfahren hat. Avandrina di Cardelah verabschiedet sich und fliegt davon, während die Landung des Protektors auf dem zivilen Raumhafen Terranias vorbereitet wird. Da fängt Tuire Sitareh plötzlich an zu Glühen. Das Glühen greift auch auf Atlan und Rhodan über. Ihre Körper scheinen sich Schicht für Schicht aufzulösen. Und plötzlich sind die drei verschwunden. Eine systemweite Suche bleibt erfolglos. Auch ein Kontakt mit der Liduuri und den im System verbliebenden Memetern kann nicht hergestellt werden. Die drei Unsterblichen bleiben verschwunden.
Somit endet der Roman in einem fiesen Cliffhanger, der es mir schwer macht, meine Entscheidung aus der Serie auszusteigen, einzuhalten. Die beiden Exposéautoren, allen voran Rüdiger Schäfer, haben es also wieder geschafft, mein Interesse zu wecken.
Dem Autor gelingt es mit diesem Roman meinen Unmut über die Staffel »Meister der Sonne« zu besänftigen. Überhaupt, sie hat mir in dieser Staffel sehr gefehlt, die Art und Weise, mit der der Autor Geschichten erzählt. Normalerweise hatte ich schon bei Band 135 erwartet, einen Roman aus seiner Feder vorgesetzt zu bekommen. Das dem nicht so war, trug viel dazu bei, dass mir die Handlung der Staffel missfiel. In den vergangenen Staffeln bekam man tiefergehende Erklärungen zur Staffelhandlung, meist nur in den Romanen der Exprokraten geliefert. Dieses Mal wurde ich als Leser mit der Invasion und den Katastrophenszenarios buchstäblich allein gelassen, was dazu führte, dass mir vieles unlogisch erschien und ich kurz davor war, auszusteigen. Vielleicht war es der Mangel an Informationen und näheren Erläuterungen während des Handlungsfortschritts, dass zu Unverständnis und Kritik führte. Denn die philosophischen Betrachtungen, die Rüdiger Schäfer in »Der längste Tag der Erde« anbringt, sind klug und nachvollziehbar. Auch wenn mir die Form, in der er sie mir präsentiert – en bloc –, nur bedingt gefallen hat, so lassen sie mich doch viele Vorkommnisse aus den vergangenen Romanen in einem neuen Licht sehen.
Was ich mir für die Zukunft von NEO wünsche, sind weniger Invasionsszenarios und mehr kosmische Verwicklungen, mehr Innenpolitische Querelen und mehr wissenschaftlich fundierte Science. Wenn die Geschichten dann auch noch so gefühlvoll und mit Herzblut geschrieben werden, wie von Rüdiger Schäfer, bleibe ich gern ein Teil des NEO-Fandoms.
Wie schon gesagt, war ich am Samstag in München zum Geburtstagsstammtisch.
Wegen der Witterung reisten wir nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug an und waren deutlich schneller in München, als gedacht. Der Veranstaltungsort war ebenfalls schnell gefunden und entpuppte sich als Haus einer katholischen Studentenverbindung. Ich bekomme bei den Begriffen Burschenschaft & Studentenverbindung immer ein bisschen Bauchgrummeln, weil man ja so das eine oder andere Negative gehört hat. Aber Stefan, das jüngste Mitglied des Stammtisches, erzählte später über die Verbindung und so habe ich gleich mal einen neuen positiven Blickwinkel bekommen.
Die Vorbereitungen waren schon in vollem Gange und die meisten Besucher auch schon da. Es gab sogar einen kleinen Händlerraum und für’s leibliche Wohl wurde mit Kaffee, Getränken und belegten Brötchen auch gesorgt. An die ganz Mutigen wurde sogar echter 120 prozentiger Vurguzz ausgeschenkt.
Leider mussten einige der angemeldeten Besucher krankheitsbedingt absagen. Unteranderem auch Ehrenmitglied Uschi Zietsch alias Susan Schwartz. So habe ich die Autorin wieder verpasst. Das ist wie verhext, immer wenn ich zum Stammtisch komme, ist Uschi nicht da. Wahrscheinlich ärgert sie sich über mich, wegen meiner kritischen NEO-Rezensionen.
Vom straff organisierten Programm (zumindest auf dem Zettel), verabschiedeten man sich bereits zu Beginn. Die ersten Programmpunkte über die Geschichte des Stammtischs und der ESPost wurden, sagen wir mal, sehr ausführlich abgewickelt und so verschob sich mein Programmpunkt immer weiter nach hinten, was meiner Nervosität nicht förderlich war. Als ich dann endlich dran war, war kaum noch einer der Anwesenden aufnahmebereit. Viele verschnauften bei einem Kaffee. Was man ihnen nicht verübeln konnte. Ich war nach mehr als drei Stunden und sechs Vorträgen auch nicht mehr so ganz fit. Also habe ich es kurz gemacht und es lief auch ohne Vorbereitung erstaunlich gut.
Nach mir folgte dann das Highlight des Tages, der Vortrag von Hans-Peter von Peschke. Der Autor von »Invasion der Zukunft« sprach darüber, was man benötigt, um einen schmackhaften SF-Cocktail zu mixen. Dabei warf er einen Blick auf den Wandel von der klassischen Science Fiction hin zur aktuellen Sci-Fi in Kino und Fernsehen. Ich hatte auf der Hinfahrt schon mal sein Buch angefangen und ließ es mir im Anschluß an den Vortrag noch signieren, während der arme Mann an der Theke auf ein Weißbier wartete. Wenn ich es durchgelesen habe, werde ich im Blog ausführlich darüber berichten.
Im weiteren Verlauf des frühen Abends kämpfte ich nicht nur gegen mangelnde Konzentration, sondern auch gegen Kopfweh. Weshalb wir gegen 18 Uhr beschlossen, zurückzufahren. So kamen wir mit dem Zug sogar noch bis Waging und mussten nicht in Traunstein abgeholt werden. Schade, denn ich hätte mich doch noch mit dem einen oder anderen vom Stammtisch unterhalten.
Mein Fazit. Die Leute vom PR-Stammtisch »Ernst Ellert« haben sich viel Mühe gegeben und alles toll organisiert. Es war ein schöner unterhaltsamer Nachmittag, von dem ich wieder viele neue Eindrücke mitgenommen habe. An die Veranstalter eine Bitte: beim nächsten Mal das Programm nicht so voll packen und Pausen einplanen, damit man auch zwischen den Vorträgen immer mal miteinander schwatzen kann, ohne etwas zu verpassen.
Am meisten gefreut hat mich aber die DVD vom GarchingCon 2001, die ich bei Erich bestellt hatte. Ich habe mir das Video gleich am Sonntagnachmittag angesehen und darüber gestaunt, wie jung die Autoren und Mitglieder der PR-Redaktion aussahen. Wahnsinn! Dabei fiel mir traurigerweise ein, dass ich 2001 gerade nach München gezogen war und eigentlich hätte teilnehmen können, wenn ich davon gewusst hätte.
Leserbrief im PR 2891Interview im PR-Report im PR 2892
Seit ich offiziell erklärt habe, ich würde die EA nicht lesen, werde ich den Verdacht nicht los, dass sich die PR-Redaktion insgeheim bemüht, damit ich die Hefte kaufe. Gestern erschien nun schon das dritte Heft in Folge, in dem mein Name steht. War es in Heft 2890 »nur« eine Anzeige zu meiner FanEdition, enthielt PR 2891 einen Leserbrief von mir, mit einem Foto, das bei einem Besuch bei meiner Freundin Yvonne entstand. Ihre Tochter Lina, hatte nämlich kurzerhand den NEO-Band annektiert, den ich gerade las. Sie blätterte darin herum und betrachtete es minutenlang, obwohl ein Haluter auf dem Titel abgebildet war, der nicht gerade freundlich aussah. Mein Mann witzelte, dass sie das vielleicht an Godzilla erinnerte, denn der Papa von Lina ist Japaner. Michelle Stern, die die Leser-Kontakt-Seite betreut, war so lieb, den Leserbrief und das Foto abzudrucken.
In PR 2892 steht mein Name schon wieder drin. Diesmal erschien im PR-Report ein Interview, das Roman Schleifer mit mir geführt hat. Ich erzähle ein bisschen von der Übernahme des Chefredakteursposten der SOL. Roman hat sich schöne Fragen ausgedacht. Und weil ich das Interview keinem vorenthalten möchte, hänge ich den Text gleich an.
Der Perry Rhodan Stammtisch »Ernst Ellert« München feiert am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen.
Das will ich um keinen Fall verpassen und deshalb wird man mich am Wochenende auch auf der Veranstaltung antreffen. Die findet am Samstag, den 21. Januar 2017 im Förderverein Moenania e.V. in der Dietlindenstraße 5 in München (Nähe der U-Bahnstation Dietlindenstraße der U6) statt. Der Eintritt ist frei!
Los geht’s um 12:00 Uhr mit der Begrüßung durch Peter Dülp und Jürgen Müller. Es folgt ein Rückblick auf 20 Jahre Stammtisch »Ernst Ellert« Gründung und Geschichte (Dieter Wengenmayr) und ESPost (Erich Herbst). Danach zeigt Jürgen Müller eine Bildershow vom Stammtisch.
Stefan Michel erzählt in »SOS aus dem Perryversum« vom ersten und einzigen Perry Rhodan Film und warum er scheiterte…
Ich habe auch was zu tun und berichte über Neues von der PFRZ-Front.
Vortrag und Präsentation bringt der Verein zur Förderung der Raumfahrt e.V. in Person von Thomas Krieger.
Die Technikinteressierten können von Rudi Fries mehr über Physik in der Science Fiction erfahren.
Für die Versteigerung hat die PRFZ auch eine große Kiste mit Publikationen aus dem Space Shop gestiftet.
Besonders freue ich mich auf Uschi Zietsch & Andi Wolz als Comedy-Duo Ausser & Irdisch Part 1: First Contact.
»Zukunft der Science-Fiction multimedial« so lautet der Titel des Vortrags von Hans-Peter von Peschke dem Autor von »Invasion der Zukunft: Die Welten der Science Fiction« (Buchsignierung nach der Veranstaltung)
Anschließend nochmal Ausser&Irdisch dieses Mal mit Part 2: Akte X Uschi Zietsch & Andi Wolz
In der »Stunde des Jägers« gibt es die Möglichkeit, sich Autogramme geben zu lassen.
Ich freue mich schon viele bekannte Gesichter wiederzusehen und neue kennenzulernen. Und vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere Leser meines Blogs auf den Geburtstagsstammtisch nach München.