Semidokumentarischer Spielfilm zur Mondlandung

Quelle: Amazon

Eigentlich wollte ich Fritz Langs »Frau im Mond« kaufen, aber der Film ist in Deutschland aus welchen Gründen auch immer schwer zu bekommen. Bei meiner Suche stieß ich auf den Film »Rakete zum Mond« von Robert A. Heinlein. Der kann nicht schlecht sein, dachte ich mir, denn der Film hat einen Oskar gewonnen. Und tatsächlich …

1950 gedreht, sollte der Film eine Mondlandung für die damalige Zeit möglichst realistisch abbilden. In der Tat sieht das zwar etwas unbeholfen aus, aber man gab sich unheimlich Mühe dem Zuschauer von damals zu erklären, was passiert, wenn Menschen mit einer Rakete starten und zum Mond fliegen. Aus heutiger Sicht hört sich vieles haarsträubend an: Eine einstufige Rakete mit Atomreaktor, die auf dem Mond landen und wieder starten kann. Dazu eine Besatzung, die aus nicht trainierten Technikern und einem in die Jahre gekommenen General besteht. Aber in die Produktion flossen für die Zeit viele bekannte wissenschaftliche Fakten und auch die Spezialeffekte wissen zu überzeugen.

Die Geschichte ist einfach gestrickt. Nach mehreren Fehlversuchen droht die amerikanische Regierung den Raketenforschern das Geld zu entziehen und das Projekt zu beenden. Da wendet sich ein General an die Privatindustrie. In einer propagandistischen Rede und mittels eines Trickfilms überredet er die Investoren ihr Geld dem Projekt zur Verfügung zu stellen. Weil die Regierung den Start der Rakete aus Sicherheitsgründen verbieten will, starten vier Männer übereilt mit der Rakete in Richtung Mond, in letzter Minute sozusagen. Start und Mondlandung glücken, nur die Antenne wird in Mitleidenschaft gezogen und muss auf dem Weg zum Mond bei einem Weltraumspaziergang repariert werden. Auf dem Mond stellt das Kontrollzentrum auf der Erde fest, dass der Treibstoff nicht reicht, um die vier Mondfahrer zurückzubringen. Deshalb werfen sie allen Ballast von Bord und können nach einigem hin und her doch starten und zurückkehren. Die Landung auf der Erde wird nicht mehr gezeigt. Da war wohl das damals irrsinnige Budget von 600.000 Dollar erschöpft.

»Rakete zum Mond« kann man fast schon als Propagandafilm für die Mondlandung bezeichnen. Er sollte vor allem zur Aufklärung dienen und den Rückhalt der Bevölkerung für das Raketenprojekt und eine Mondlandung sichern. So spricht man damals schon von einem Wettlauf und einer atomaren Bedrohung durch die Ostblockstaaten. Der Film basiert auf einer Geschichte von Robert A. Heinlein, dem Hard-SF Autor schlechthin. In seinem Roman haben die Nationalsozialisten bereits Atomwaffen auf dem Mond stationiert. Darauf wurde in dem Film Gott sei dank verzichtet. Geblieben ist die visionäre detailreiche Beschreibung der Technik.

Damit setzt der Film Maßstäbe für alle später erschienen Space Operas. Und ich bin mir fast sicher, dass sich auch Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting für die PERRY RHODAN-Serie an dem Film orientiert haben. Auf jeden Fall ein SF-Klassiker den man gesehen haben muss.

Warum allerdings oben auf dem Cover bei Amazon »Jules Verne« steht, weiß ich nicht. Auf meiner DVD steht dort »Robert A. Heinlein«, was in dem Fall auch korrekt ist.

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