PR 3000 – Der Inhalt

Quelle: Perrypedia

Nach dem ganzen Trubel rund um den dreitausendsten Band meiner Lieblingsheftromanserie, kam ich endlich auch dazu, ihn zu lesen.

So ein Band muss natürlich vieles leisten. Er muss die Altleser mitreißen und den Einsteigern genügend Informationen zur Serie zu bieten, ohne sie mit allzu vielen Altlasten zu langweilen. Dennoch muss er genügend Spannung enthalten, um beide Fraktionen zu fesseln. Das ist ein dünner Grat, den die Autoren von »Mythos Erde« aber meistern.

Zwei übersichtliche Handlungsstränge um den Schauplatz des Zyklus und seine Haupt-Protagonisten vorzustellen. Rhodans Verunsicherung und die Verzweiflung seiner Mitstreiter über den vergangenen Zeitraum werden gut dargestellt. Die Erstauflage hat jetzt also auch ihren Tuire Sitareh, nur das Er eine Sie ist und Zamina Paath heißt. Wobei ich von der Figur etwas mehr Widerstand erwartet hätte, als sie sich von Perry Rhodan einfach so unter »Arrest« stellen lässt. Schließlich hat sie die RAS TSCHUBAI und ihre Semitronik ANANSI gerettet. Auffällig ist auch, das von dem Firnis, mit dem sie das Schiff der Terraner umgeben hat, um es vor der Ortung der Cairaner zu schützen, im zweiten Teil des Romans nicht mehr die Rede ist. An dieser Stelle erschien mir der Charakter nicht mehr so stark wie zu Beginn.

Gut gefiel mir auch die Handlungsebene mit der Terranerin Giuna Linh, die alles aufs Spiel setzt, um ihren Partner aus dem Cairanischen Gefängnis zu holen. Der Twist, aus ihrem Schicksal eine Agentengeschichte zu machen, war überraschend. Hier erfährt man einiges über die Cairaner, deren Absichten wohl kaum einem der Galaxis-Bewohner richtig klar sind. Da bleibt bei mir ein kleiner Zweifel. Wenn die Cairaner die Milchstrasse schon so lange dominieren, sollte dem einen oder anderen »Befriedeten« mal der Gedanke gekommen sein, was sie mit dem aufgezwungenen Frieden eigentlich bezwecken.

Schön, war am Ende das Wiedersehen mit Bully und seinem unerwarteten Bündnispartner Vetris-Molaud. Letzteren finde ich nach wie vor einen höchst interessanten Charakter.

Der Roman hat in meinen Augen alle Bedingungen für einen Jubiläumsband erfüllt und doch wünschte ich mir, die Exposé-Autoren hätten eine etwas andere Richtung eingeschlagen. Wieder kommt die Bedrohung von außen, wieder gibt es Unterdrücker und Unterdrückte, wieder muss Perry Rhodan den Helden spielen, um das angerichtete Chaos zu beseitigen. Das hatten wir in den vielen Jahrzehnten der Seriengeschichte schon zu oft.

Ich hätte gern einmal etwas völlig anderes gelesen. Zum Beispiel über eine Milchstrasse in der seit 500 Jahren ein Frieden herrscht, der von selbst gewachsen ist. Und dann kommt Perry Rhodan als Störfaktor zurück (Das wäre übrigens ein cooler Titel: »Störfaktor Rhodan«). Die eine Hälfte der Völker der Galaxis lehnen ihn ab, weil er dem Mythos nach, der Milchstraße in der der Vergangenheit nur Unbill gebracht und den Weltenbrand ausgelöst hat. Andere wiederum feiern ihn als Heiland, als Erlöser, der endlich zurück gekehrt ist. Es kommt zu Unruhen und bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und Gegnern. Rhodan muss zusehen, wie der Frieden wegen seiner Person zu bröckeln beginnt. Er muss sich entscheiden, die Galaxis für immer zu verlassen oder nach Terra zu suchen, um dem »Mythos Erde« mit Fakten zu begegnen. Auf der anderen Seite Bully als sein Gegenspieler, dessen chaotarchisch geprägter Zellaktivator ihn zum Despoten gemacht hat, und der Rhodan die Schuld am Verschwinden seiner Frau und Tochter gibt. Das hätte ich faszinierend gefunden. Aber wahrscheinlich ist das für die meisten Leser der EA zu simpel und nicht kosmisch genug.

Fanzines im Fokus

Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen der Fanzines. Für meine Kolumne »Fan-Szene« in der PERRY RHODAN-Erstauflage bekomme ich vom Verlag regelmäßig die Publikationen der Clubs sowie diverse Magazine zum Thema SF- und Comic-Literatur zugesandt. Das alles will konsumiert werden. Und so lese ich mich in diesen Stunden durch die »World of Cosmos« mit der »Time Machine« von »Andromeda« bis ins »Paradise«. Insider werden wissen, was ich meine.

Die Beobachtungen, die ich dabei mache, ist, dass die Beiträge in unterschiedlichen Fanzines meist von den gleichen Leuten stammen. Der Kreis der Schreiber ist klein und man bekommt das Gefühl, sich in einer Blase zu bewegen. Schmoren im eigenen Fett sozusagen. Das macht mich ein wenig nachdenklich. Es gibt da draußen viele aktive Fans, die zeichnen und schreiben, aber meist für ihre eigenen Blogs und in den Sozialen Medien. Was mich zur Frage bringt: Wollen die nicht in den gedruckten Fanzines veröffentlicht werden, oder wollen vielleicht die Fanzine-Macher keine Artikel, die irgendwo im Netz schon mal veröffentlich worden sind?

Ich habe keine Antwort darauf. Ich kann nur für die SOL sagen, dass ich durchaus Leute anspreche, deren Beiträge ich im Netz entdeckt habe und von denen ich gern Artikel in der SOL veröffentlichen würde. In neunzig Prozent der Fälle klappt das auch.

Nicht, dass ich hier einen falsche Eindruck hinterlasse, um Himmels willen. Ich möchte den Fanzine-Machern keinesfalls vorschreiben, wie sie ihren Job zu machen haben. Aber ich kann ihnen den Rat geben, einfach mal ins Netz zu gehen und sich umzuschauen. Da gibt es eine Menge talentierter Leute, die sich freuen, wenn sie auf ihre Texte und Grafiken angesprochen werden. Und die sich durchaus vorstellen können, auch mal einen Beitrag für ein gedrucktes Fanzine zu liefern.

Das belebt die Szene und könnte manchem Club die Existenz sichern.

Erfreuliche Belegexemplare

SOL 93 & PR 3001

Gleich zwei Postsendungen mit höchst erfreulichem Inhalt habe ich diese Woche schon bekommen.

Gestern fischte ich die SOL 93 aus dem Briefkasten. Ich war gespannt, weil wir eine neue Druckerei mit dem Druck beauftragt haben. Die Qualität stimmt, das Heft sieht gut aus, fühlt sich auch so an. Jetzt hoffe ich, den Fans gefällt auch der Inhalt. Übrigens: Skandal! In der SOL 93 sind erstmalig auch nackte Brüste zu sehen. Zumindest für denjenigen, der sie findet. Viel Spaß beim Suchen!

Heute kamen dann auch die Belegexemplare von PR 3001 an. In der Mitte des Heftes die erste Ausgabe meiner Kolumne »Fan-Szene«. Darüber habe ich mich selbstredend sehr gefreut. Auch hier bin ich sehr gespannt, über die Reaktionen aus dem Fandom. Dieser Tage stelle ich bereits die dritte Ausgabe zusammen, noch ist das Ganze im Fluss. Ich möchte möglichst die Erwartungen der Fans erfüllen und bin somit vom Feedback abhängig.

Countdown mit Längen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 193 – »Countdown für die Menschheit« von Arno Endler

Im Sol-System versucht die terranische Flotte die Bestienraumer von den Posbischiffen wegzulocken, die den Angriff auf ANDROS vorbereiten. Bis NATHAN einen überlichtschnellen Hyperimpuls startet, um die Manifestation des Geisteswesens in der Nähe des Sedna-Nexus zu verhindern, fordert der ungleiche Kampf viele Menschenleben.
Derweil begibt sich Perry Rhodan mit der MAGELLAN zum Planeten Aklur ins Capella-System, um die Transmitterstrasse nach Andromeda zu aktivieren. Beim Kontakt mit der Transmittersteuerung löst sich sein Körper auf. Er erwacht auf einer Welt, auf der es keinerlei Technologie gibt, dafür eine mittelalterliche Gesellschaft, deren Herrscher die Unwissenheit und Not der Bevölkerung ausnutzen. Hier wird Rhodan von einem Erzfeind verfolgt, der ihn denunzieren und auslöschen will, erfährt aber auch Einzelheiten über seine Aufgabe.
Nach seiner Rückkehr zur MAGELLAN besteigt Rhodan ein Situativ und macht sich allein auf den Weg, den Riss zwischen den Dimensionen zu verschließen.

Der Roman erschien parallel mit Band 3000 der EA und hatte damit harte Konkurrenz. Andererseits habe ich mich mit der Geschichte auch ohne diese Tatsache ziemlich schwergetan. Zum einen bringt der Roman die Staffelhandlung nicht wirklich voran, und zum anderen ist mir nach wie vor unklar, welchen Zweck Rhodans »Pilgerfahrt« eigentlich hat.

Diese Handlungsebene nimmt ein Drittel des Romans ein und erinnert mehr an einen Fantasyroman, als an Science Fiction. Außerdem liest sich die Geschichte wegen der ausschweifenden Beschreibungen des Settings sehr zäh. Ich musste mich schon ziemlich zusammenreißen, damit ich den Roman überhaupt zu Ende gelesen habe. Letztendlich wäre das eigentlich auch nicht nötig gewesen, da Rhodans Ausflug – wohin auch immer – ohne nennenswerte Konsequenzen bleibt. Außer, dass er mitgeteilt bekommt, dass er mit dem Situativ allein losziehen muss, um die Transmitterkette zu aktivieren.

In den anderen Handlungssträngen lässt Arno Endler Figuren aus seinen vergangenen Romanen wiederaufleben. Meist handelt es sich um Charaktere mit niedrigen Rängen, die sich beweisen müssen und mit staunenden Augen zu den Handlungsträgern aufblicken. Das finde ich gut.

Ich weiß nicht, ob man mit diesem Roman nicht ein wenig Potential verschwendet, so knapp vor dem Finale in Band 199. Da wären so viele Fragen zu beantworten, so viele Handlungsfäden zu verknüpfen, dass man sich solche »Füllromane« eigentlich nicht leisten kann.

Das Arno Endler, der mich in der Vergangenheit mit vielen kurzen Kapiteln in seinen Geschichten geärgert hat, auch anders kann, beweist er mit diesem Roman. Und dennoch mag er mich auch dieses Mal als Autor nicht zu überzeugen. Was vor allem an Rhodans Pilgerfahrt liegt. Fantasy ist einfach nicht meins und wird es wahrscheinlich auch nie werden.

»Countdown für die Menschheit« ist ein etwas zäh zu lesender Roman, der wenig neue Informationen enthält, aber für Freunde des Fantasy-Genres eine nette Geschichte in der Geschichte zu erzählen weiß. Was den Titel angeht: ein Countdown kommt zwar vor, ist aber weniger dramatisch, als der Titel weismachen will.

PR 3000 Nachlese

Ich teile heute mal zwei Audio-Interviews vom österreichischen Journalisten Christian Wehrschütz. Der auch auf der Veranstaltung im Münchner Literaturhaus war und viele Beiträge zu PERRY RHODAN für den ORF gedreht hat. Einige sind heute bei ORF2 zu sehen. Zumindest für diejenigen, die in Österreich wohnen oder die Sender über das Kabelfernsehen bekommen (wie wir).

Christian Wehrschütz ist selbst Fan und hat neben Interviews mit den beiden Wiener PR-Autoren Michael Marcus Thurner und Leo Lukas, auch mit Andreas Eschbach und Klaus N. Frick gesprochen. Letztere verlinke ich hier mal, weil ich sie auch für Nicht-Perryfans ausgesprochen interessant finde.

Viel Spaß!

#PerryRhodan Band 3000 Interview mit #AndreasEschbach

Eschbach hat eine fiktive Biographie der Jugend von PR geschrieben, bis zum Mondflug. Lesenswert.Perry Rhodan Sendetermine im ORF am 18.2.2019Die Sendungen können über Livestream aber auch danach über die sogenannte TVThek des ORF gehört und gesehen werden. Die TV-Beiträge stelle ich dann auch noch auf meine offizielle Facebook-Seite. Radio:Kulturjournal um 17.09 Ö1 Fernsehen:ORF2, „Mittag in Österreich“ ab 13.15 nach der Zeit im Bild um 13 UhrORF2, „Studio2“ Beginn der Sendung um 17.30 Kultur Montag, ORF2, Beginn um 22.30

Gepostet von Christian Ferdinand Wehrschütz am Mittwoch, 13. Februar 2019

 

#PerryRhodan Band 3000 Interview mit CHefredakteur #KlausFrick

Die Sendetermine für Montag habe ich auf FB bereits angekündigt. Ad astra. CW

Gepostet von Christian Ferdinand Wehrschütz am Freitag, 15. Februar 2019

Risiken und Nebenwirkungen

Da habe ich ja was angerichtet. Na, ja eigentlich war ich es nicht selbst, aber so ganz unschuldig bin ich nicht.

Ich rede von dem Zeitungsbericht, der am Freitag über mich erschienen ist. Die erste Auswirkungen war eine SMS meiner Kollegin um 4:15 Uhr in der Früh, dass sie mich in der Zeitung entdeckt hat.

Das war aber eher harmlos, gegenüber dem was meinem Mann widerfahren ist. Dessen Kollegen haben das natürlich auch spitz gekriegt und den Artikel gleich mal ans Schwarze Brett gepinnt. Und weil er gleich zweimal abgebildet ist, heißt es, dass er einen ausgeben muss, also Leberkäs und Brezn für die ganze Abteilung.

Diese Nebenwirkung habe ich natürlich nicht bedacht. Wo mein Mann doch schon in München leiden musste. Auf dem Event im Literaturhaus kamen viele Leute zu mir, um mich zu begrüßen. Meinen Mann ließen sie links liegen, selbst die, die ihn kannten. Das habe ich in dem Moment gar nicht mitbekommen. Erst als er sich abends bei mir darüber beschwert hat, ist mir das bewusst geworden. Ich kann verstehen, dass ihm das nicht gefiel.

Ansonsten ist der Artikel für mich bislang folgenlos geblieben. Mal sehen, was meine Kollegen am Dienstag sagen. Der Chef ist nicht da und die anderen werden es nicht mitbekommen haben, da komme ich wahrscheinlich gut weg.

Weil der Artikel im Internet nur mit Anmeldung zu lesen ist, habe ich ihn fotografiert und stelle ich ihn hier in voller Auflösung als Bild rein.

PERRY RHODAN – Bis zur Unsterblichkeit und darüber hinaus

Heute feiert ein Phänomen Jubiläum, das in Deutschland und auf dem Globus seines Gleichen sucht. Am 15. Februar 2019 erscheint Band 3000 der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Die Rede ist weder von »Star Wars« noch von »Star Trek« sondern von PERRY RHODAN. Die deutsche Heftromanserie aus dem Verlag Pabel-Moewig ist gleichzeitig die längste Fortsetzungsgeschichte der Welt.

Seit dem 8. September 1961 können sich Leser jede Woche am Kiosk ihren Heftroman aus dem Perryversum holen. Kein Ereignis, ob Mauerfall oder 11. September, hat bisher eine Veröffentlichung verhindert. Und so ist PERRY RHODAN ein mediales Phänomen, das inzwischen mehr als fünf Jahrzehnte andauert.

In der DDR verboten

In Ostdeutschland ist die PERRY RHODAN so gut wie unbekannt. Was vor allem daran liegt, dass »Schundliteratur« aus dem Westen in der DDR verboten war. Dabei ist die Serie keineswegs ein blendendes Beispiel für den Kapitalismus, im Gegenteil … Ihr Held der ersten Stunde Perry Rhodan ist Amerikaner und landet 1971 auf dem Mond, wo er ein außerirdisches Raumschiff entdeckt.

Im Laufe der Handlung kehrt er mit Hilfe der Außerirdischen zur Erde zurück und gründet die »Dritte Macht«. Er reißt sich Rangabzeichen und Insignien von der Uniform und bezeichnet sich fortan als Terraner. Mitten im Kalten Krieg setzt er sich für Frieden und Verständigung zwischen den Nationen ein, befriedet die Supermächte und eint die Völker der Welt.

Nachdem unter seiner Ägide Hunger und Not auf der Erde beseitig wurden, führt er die Menschheit hinaus ins All. Aus der »Dritten Macht« wächst zunächst das Solare Imperium, später das Vereinte Imperium, noch später die Liga Freier Terraner bis hin zur Liga Freier Galaktiker. Der Botschaft von Toleranz und Frieden ist er in all der Zeit treu geblieben.

Über 3000 Jahre erstreckt sich inzwischen die Geschichte des Raumfahrers Perry Rhodan. Überleben konnte er den langen Zeitraum – ebenso wie einige seiner engsten Mitstreiter – nur, weil ihnen mittels Zellaktivator die relative Unsterblichkeit verliehen wurde.

Lesestoff für Jahrzehnte

Außer den 3000 Heftromanen vervollständigen unzählige Taschenbücher, das Spinoff PERRY RHODAN NEO und mehrere Nebenserien das umfangreiche Universum, das aus Millionen gedruckter Seiten besteht. Wenn man jeden Tag nur ein Romanheft (65 Seiten) lesen wollte, benötigt man dafür über acht Jahre. Zuzüglich der Romane, die in dieser Zeitspanne noch erscheinen, kommt man auf neuneinhalb Jahre.

Als Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting 1961 die Serie starteten, planten sie dreißig Folgen. Doch die Geschichten um den Raumfahrer Perry Rhodan fielen im Nachkriegsdeutschland auf fruchtbaren Boden. Abenteuer, fremde Welten und exotische Außerirdische zogen in erster Linie ein junges Publikum an. Jungs zwischen 14 und 18 Jahren, die bisher vor allem Karl May gelesen hatten, verschlungen die Hefte, tauschten sie untereinander und mussten sie oft genug vor Lehrern und Eltern verstecken. Denn damals galt die Serie im Westen genauso als Schund wie Liebes-, Arzt- und Westernromane.

Gebrauchsliteratur ist der Fachbegriff für ein Format, das bis in die Neuzeit überdauert hat. Heute sind die Verkaufszahlen von PERRY RHODAN zwar nicht mehr so hoch wie in den siebziger und achtziger Jahren, dennoch konnte sich die Serie eine treue Stammleserschaft bewahren.

Arbeiten im Team

Wie hält man eine solche Serie am Leben? Und wie schafft man es, jede Woche einen Roman herauszubringen? Die PERRY RHODAN-Redaktion kennt die Antworten. Unter der Leitung von Chefredakteur Klaus N. Frick sorgt sie im baden-württembergischen Rastatt für regelmäßigen Nachschub an Lesestoff.

Geschrieben wird die Geschichte von einem derzeit zwölfköpfigen Autorenteam, das im Übrigen schon aus der dritten und vierten Autorengeneration seit Beginn der Serie besteht. Zwei Autoren geben mit Exposés die Handlung jedes Romans vor. Der wiederum von einem Teamautor verfasst wird. Nur wenn ein Heft auf dem anderen aufbaut, ist es möglich, die Kontinuität innerhalb der Serie zu bewahren.

Um Lesern den Einstieg zu erleichtern, unterteilt man die PERRY RHODAN-Serie in Zyklen. Zirka alle einhundert Bände beginnt eine neue Rahmenhandlung.

Vom Fan zum Macher

PERRY RHODAN ist ein Mammutprojekt, denn es muss nicht nur jede Woche pünktlich ein Heftroman, sondern auch alle zwei Wochen ein NEO-Taschenheft herausgegeben werden. Ganz zu schweigen von den parallel erscheinenden Formaten E-Book und Hörbuch.

Das erfordert nicht nur eine ausgeklügelte Koordination und ein gut geöltes Marketing, sondern auch enormen Einsatz für Lektorat und Bearbeitung. Denn die hohen Qualitätsansprüche der Fans wollen befriedigt werden.

Dafür sorgt vor allem Klaus N. Frick, der mit Argusaugen über die Manuskripte wacht und jedes geschriebene Wort liest, bevor es veröffentlicht wird. Keiner kennt die Serie besser als ein Fan wie er.

So wie viele der heutigen Autoren als Fans begonnen haben, las auch Frick bereits als Teenager in den Siebzigern die Abenteuer von Perry Rhodan. In der Schule verfasste er Kurzgeschichten und schrieb Artikel für die Tageszeitung seiner Heimatstadt im Schwarzwald.

Später arbeitete er freiberuflich für Pabel-Moewig in Rastatt, bis er Anfang der Neunziger als Redakteur in die Serie einstieg und 1999 den Posten des Chefredakteurs übernahm.

Umtriebige Fan-Szene

Kaum eine andere Heftromanserie hat eine so enge Beziehung zu ihren Fans. In Leserbriefen, Internet-Foren und den sozialen Medien tauschen sich die Fans über die Romane und Titelbilder aus, äußern Kritik und Lob gleichermaßen.

Bei Stammtischen und auf Veranstaltungen, sogenannten Convents (Cons), treffen sie sich, diskutieren oder erweitern das PERRY RHODAN-Universum auf ihre Weise, mittels Fan-Romanen, animierten Filmen, Hörspielen oder Fanzines (selbst publizierten Magazinen).

Unter anderem entstand aus der Fan-Szene heraus die Perrypedia, eine Online-Enzyklopädie in der Begriffe, Raumschiffe und Charaktere aller bisher veröffentlichten Publikationen beschrieben werden. Mit mehr 43.000 Einträgen ist die sie inzwischen nicht nur für die Fans und Leser zu einem unersetzlichen Wissens-Pool geworden, sondern vor allem auch für die Autoren. Sie haben dieses Geschenk der Fans für ihre Arbeit zu schätzen gelernt.

Blick in die Zukunft

In unserer digitalen Welt hat es der Heftroman jedoch schwer. Vieles funktioniert inzwischen über E-Books, während die gedruckten Romane nur im Abo oder an wenigen Kiosken erhältlich sind. Dass es PERRY RHODAN immer noch gibt, verdankt die Serie der Voraussicht der Redaktionsmitarbeiter, die bereits Anfang der 2000er Jahre ins E-Book-Geschäft eingestiegen sind.

Im Unterschied zu früher sind die Leser jedoch keine Jugendlichen mehr, sondern meist Männer über 50 aus allen Bevölkerungsschichten – vom Arzt, über den Bauarbeiter bis hin zum Bordellbesitzer. Und darin liegt auch das Problem. Die Serie benötigt dringend junges Blut unter den Lesern. Viele der Autoren sind inzwischen jünger als die Leser. YouTube-Videos, vermehrte Präsenz in den sozialen Medien und Publikationen außerhalb des Heftromans sollen helfen, die Serie in die Zukunft zu führen.

Zu diesem Zweck erscheint unteranderem eine Woche nach dem Jubiläum ein Buch von Bestsellerautor Andreas Eschbach. Mit »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« möchte man den Normalleser auf die größte Science-Fiction-Serie der Welt aufmerksam machen. Der Roman erzählt die Geschichte Perry Rhodans bis zu seinem Flug zum Mond und ist für alle Leser und Leserinnen von Spannungsliteratur geeignet.

So viel zu lesen und so wenig Zeit

Irgendwie geht mir zunehmend die Zeit ab. Vor allem fürs Lesen fehlt sie mir. Inzwischen stapeln sich die Comics, Magazine, Romane, Romanhefte und Leseproben auf meinem Schreibtisch. Ich kam am Wochenende nicht mal dazu, die zwei Leseproben zu begutachten, die ich vom Münchner Perry-Event mitgebracht habe.

Zumindest habe ich inzwischen mit dem Band 193 von NEO begonnen, das hatte ich wegen des Autors bisher vor mir hergeschoben, aber ich bin positiv überrascht. Es ist nicht so schlimm, wie befürchtet.

Dafür war ich selbst recht fleißig in den letzten Tagen und habe Texte für die Kolumne, die »SOL« und sogar vier Seiten für meinen Roman geschrieben. Das verschafft mir zumindest ein nicht ganz so schlechtes Gewissen.

Momentan beschäftigen mich in all die Berichte und Videos zur Veranstaltung in München. Ganz viel wurde inzwischen darüber geschrieben, vorwiegend positiv. Und Ben Calvin Hary, mit dem ich am Samstag leider nur kurz plaudern konnte, hat das erste offizielle Video hochgeladen.

Das teile ich an dieser Stelle sehr gern. Vor allem wegen des witzigen Beitrags von Chefredakteur Klaus N. Frick.

PERRY RHODAN 3000 in München – Das Drumherum

Die Perry-Ausstellung

Zwei Tage ohne einen Blogeintrag von mir. Insider werden ahnen warum. Obwohl ich mir am Freitagvormittag eigentlich vorgenommen hatte, etwas zum anstehenden Perry 3000 Event in München zu schreiben, kam dann doch alles anders. Ich empfing stattdessen einen Journalisten in unserer Wohnung, mit dem ich über Star Trek, PERRY RHODAN und das Schreiben plauderte. Über das etwaige Ergebnis dieses Besuchs werde ich an dieser Stelle natürlich berichten.

Freitagnachmittag fuhren wir mit dem Auto nach München. Kurz vor 17 Uhr trafen wir im Truderinger B&B-Hotel ein. Dass die Kartenzahlung nicht funktionierte, war das einzige Manko an unserem Hotelaufenthalt. Das Hotel war neu, die Zimmer nett eingerichtet. Das Bett vielleicht ein bisschen zu hart für meinen Geschmack, dafür waren Parken und W-LAN kostenlos. Kurz frischgemacht, ging es anschließend mit der U-Bahn in die Innenstadt zum Italiener. Im »Solo Italia« hatte der Münchner Perry-Stammtisch »Ernst Ellert« sein monatliches Treffen extra um einen Tag nach hinten verschoben. Als wir gegen 18 Uhr eintrafen war es schon gut voll. Ein paar Tische waren aber noch frei und auch die füllten sich schnell. Es gab leckere Pizza und tolle Gespräche. Ein paar Perry-Autoren verirrten sich auch hierher, außerdem waren drei Fans aus Japan gekommen. Je länger der Abend andauerte, um so lauter und stickiger wurde es. Aber das machte nichts, weil alle in froher Stimmung waren und dem nächsten Tag entgegenfieberten. Jürgen Müller kam mit einer schlechten Nachricht aus dem Literaturhaus zum Stammtisch. Es waren die falschen Vitrinen für die geplante Ausstellung geliefert worden. Sie waren zu klein und der mühsam ausgetüftelte Ausstellungs-Katalog obsolet. Doch die Münchner wollten sich bis zum nächsten Morgen etwas einfallen lassen, noch war es nicht zu spät. Damit es auch bei uns nicht allzu spät wurde, gingen auch wir kurz vor zehn. Schließlich wollten wir am nächsten Morgen frisch und munter sein.

Frisch und munter war ich am Samstagmorgen zwar nicht, weil ich wegen der Aufregung und der harten Matratze kaum schlafen konnte. Aber nach einem ausführlichen Frühstück im McCafé gegenüber vom Hotel und einem kurzen Spaziergang zur U-Bahn war das vergessen. Bei der Fahrt in die Stadt stellte ich fest, wie sehr ich das U-Bahnfahren in München vermisst habe. Zwölf Jahre in München prägen. So war es tatsächlich ein schönes Gefühl, sich mal wieder im Münchner »Untergrund« herumzutreiben. Da ich so gut wie alle U-Bahnstationen in München kenne, klappte das natürlich auch mit der Orientierung.

Das Literaturhaus in München steht am Salvatorplatz in der Nähe vom Odeonsplatz. Eine Gegend in die, wie ich behaupte, die wenigsten Münchner kommen. Zumindest bin ich in den zwölf Jahren in München nie dort gewesen, obwohl ich gar nicht so weit davon gewohnt und gearbeitet habe. Es ist eine Gegend in der die dicken Autos auf der Straßen stehen und in der die »Fünf Höfe« eine Klientel anlocken, die mehr Geld auf dem Konto hat, als der Durchschnittsmünchner. Das zeigte sich dann später auch bei der Suche nach etwas Essbarem.

Dennoch die Location im dritten Stockwerk des Literaturhauses war schon beeindruckend. So hoch über den Dächern der Stadt. Die alten Holztreppen knarrten und man war schon etwas außer Puste, wenn man oben ankam. Doch die Sonne schien und die 11 Grad draußen fühlten sich nach Schnee und Kälte fast schon Frühlingshaft an. Die Organisatoren erwarteten die Fans mit einem Button, der nach Vorzeigen des Tickets ausgehändigt wurde und es einem gestattete den Saal zwischendurch mal zu verlassen und wieder hineinzukommen. Die ersten hatten sich im Saal schon die besten Plätze gesichert. Ich begrüßte erst einmal Freunde und Bekannte, bevor wir dann auch in der vierten Reihe noch zwei freie Stühle entdeckten. Wie erwartet musste man die wenigen weiblichen Gäste im Saal suchen. Mehr als zehn Frauen waren nicht gekommen. Der Altersdurchschnitt im Saal lagt bei über 50, nur zwei Kinder drückten ihn etwas nach unten.

Das Programm begann pünktlich und der Plan wurde auch den ganzen Tag lang auf die Minute eingehalten. Das war Präzisionsarbeit. Zu den einzelnen Programmpunkten erzähle ich an anderer Stelle detailliert. Ich kann nur sagen, das es abwechslungsreich und informativ war und viel gelacht wurde. Bei der Fragerunde am Ende hatte ich sogar noch den Mut eine Frage zu stellen. Ich war einigermaßen stolz auf mich.

Die erste Pause nutzte ich nicht nur für das Einsammeln von Autogrammen, sondern auch für Gespräche mit den Fans und Autoren, sowie um einen Happen zu essen. Den fanden wir übrigens nicht weit vom Literaturhaus in einer Filiale von »Vinzenz Murr«. Das Restaurant und Café im Literaturhaus selbst, entsprach nicht unbedingt unserem Geldbeutel und außerdem war zu hören, das viele Fans weggeschickt wurden, weil angeblich nicht genügend Platz war. Nun, ja, die Perry-Fans entsprachen vielleicht nicht dem typischen Publikum, was dort normalerweise verkehrt. In der Kaffeepause am Nachmittag tranken wir einen Kaffee in der Bäckerei Schmidt am Eingang vom REWE in der Salvatorpassage, mit Krapfen und Nusshörnchen.

So gestärkt machte der Haupt-Programmpunkt rund um den Band 3000 noch mehr Spaß. Die anschließende Fragerunde verging wie im Flug und dann war es auch schon wieder zu Ende. Draußen war es bereits dunkel geworden. Das Foyer im dritten Stock war aber noch gefüllt mit Fans, die bei einer zweiten Autogrammstunde Unterschriften in einer exklusiven Broschüre zum Event sammelten. Für uns hieß es Abschied nehmen. Gern wäre ich länger geblieben, aber wir hatten noch gute zwei Stunden Heimfahrt vor uns. Außerdem gebe ich zu, das ich ziemlich kaputt war. Von 10 Uhr morgens bis 19 Uhr abends zu sitzen und konzentriert dem Programm zu lauschen, war dann doch anstrengender als gedacht. Auf dem Nachhauseweg legten wir noch einen Zwischenstop bei McDonalds ein. (Damit ist mein Bedarf an FastFood auch wieder für die nächsten Monate gestillt.)

Alles in allem waren es zwei aufregende Tage, an denen ich viele alte und neue Gesichter gesehen habe. Ich habe einige Neuigkeiten erfahren und hatte viel Spaß. Vielen Dank an die PERRY RHODAN-Redaktion für den tollen Event und auch danke an den Münchner Stammtisch für die perfekte Organisation. Das mit den zu kleinen Vitrinen ist wahrscheinlich keinem Fan aufgefallen, weil die Sachen auch auf kleiner Fläche perfekt präsentiert wurden.

Wer jetzt wissen möchte, was genau beim Stammtisch passierte und was in den einzelnen Programmpunkten erzählt wurde, den verweise ich auf meine Kolumne in der EA und auf die SOL 94. Dort werde ich ausführlich über alles berichten. Dafür gibt es hier ein paar Fotos.

Foyer im Literaturhaus
Gleich geht’s los!
Klaus N. Frick hält die Eröffnungsrede
In der Kaffeepause

Neues Kontrollcenter

Workstation

Unlängst spendierte mir mein Chef zwei neue Bildschirme. Nicht das ich mit den alten unzufrieden gewesen wäre. Ich wollte meine, eigentlich der Kollegin vermachen, weil sie nur zwei mickrige 19 Zoll Bildschirme hatte. Ich hätte dann die vom ungenutzten Arbeitsplatz aus dem Werksbüro genommen. Doch der Chef bestellte gleich zwei neue.

So kam ich morgens in die Arbeit und sah mich meinem neuen »Kontrollzentrum« entgegen. Zwei Bildschirme a 32 Zoll (ca. 81 cm), das ist auf den ersten Blick überwältigend. Das kann Frau gar nicht komplett überblicken. Aber man gewöhnt sich verdammt schnell daran. Als ich am vergangenen Wochenende vorm PC bei meinen Eltern saß und auf den 19 Zoll Minibildschirm guckte, war das tatsächlich eine Umstellung.

Damit die Monitore auch schick aussehen, habe ich mir gleich ein neues Hintergrundbild von der PERRY RHODAN-Seite herunter geladen. Nämlich das Cover von NEO 181, gezeichnet von Dirk Schulz. Ich finde, es sieht in dieser Größe verdammt gut aus.

Falls sich jemand wundert, dass es auf meinem Schreibtisch so aufgeräumt aussieht: das Foto entstand an einem Donnerstag kurz vor Feierabend. Weil am Freitag immer die Putzfirma kommt, müssen die Schreibtische aufgeräumt sein. Unter der Woche sieht es bei mir chaotischer aus.