Zum Geleit

Der Vollständigkeithalber und weil so viele meinen Nachruf auf Manuela Farber aufrufen: Hier ist die Karte, die eine Klassenkameradin gekauft hat. Sie bat mich einen Text dafür zu verfassen, der Bitte bin ich selbstverständlich nachgekommen.

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserer allseits beliebten Schulfreundin Manuela. Sie sorgte auch nach unserer Schulzeit dafür, dass wir in Verbindung blieben. Sie war die Kette, die uns miteinander verband. Es ist bezeichnend, dass sie gerade in der Woche von uns ging, in der wir unser 30-jähriges Klassentreffen feiern wollten. Ihr Tod ist ein schwerer Verlust, hinterlässt er doch eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird.
Wir möchten an dieser Stelle unser herzlichstes Beileid ausdrücken und allen Familienangehörigen viel Kraft wünschen für die Zeit der Trauer und danach.

Deine Schulfreunde von der POS III Saalfeld.

Diese Woche bekam ich dann noch ein Foto vom Grabgesteck. Ich denke, es hätte Manuela gut gefallen.

Danke an Claudia und Jaqueline für die Bilder.

Chronophasisches Quantenabenteuer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 238 – »Die neun Türme« von Rainer Schorm

Im Gadenhimmel – acht Sonnen, die ein schwarzes Loch umkreisen – angekommen, werden Perry Rhodan und Ronald Tekener von den Omiten auf die Lichtwelt Drem-Doreus eingeladen. Auf ihr leben die Angehörigen von acht omnitischen Familien, die die Gaden bilden. Eine Vereinigung, die sich schon vor Jahrtausenden dem Kampf gegen das Dunkelleben verschrieben haben. Dieser spezielle Ort ist ihre Schaltzentrale, allein es fehlt ihnen der Schlüssel.
Zur Sicherheit nimmt Rhodan Omar Hawk, den Okrill Watson und die Ärztin Sud mit. Dass dies eine gute Idee ist, stellt sich heraus, als es während eines Konklave zu einem Zwischenfall kommt. Das von den Gaden gefangengehaltene Oberhaupt der Shafakk kann sich befreien und greift die Omniten an. Die Menschen und der Okrill können den aggressiven Shafakk-Aahn stoppen, bevor er die versammelten Anwesenden töten kann. 
Das Oberhaupt der Omniten, Mem Kauperon, sieht in Rhodan den Schlüssel um den Langzeitplan der Gaden zu vollenden und das Dunkelleben endgültig zu besiegen. Als Zeitträger und Unsterblicher weist Rhodan nämlich noch eine Besonderheit auf. Bei dem Biss des Loower Kindes (Band 236) wurden Informationen in seinen Körper übertragen, die zur Bedienung der Anlage der Loower notwendig sind.
Er wird zur Neunturmanlage geschickt. Dieses von den Loowern gebaute Konstrukt soll der Entität Tihit die Nahrung entziehen und sie so am Erwachen hindern. Doch Rhodan wird getäuscht. Ernst Ellert und seinen Verbündeten gelingt es, die Informationen in Rhodan so zu manipulieren, dass der von ihm ausgelöste Impuls einen kollabierenden Hyperstrudel erzeugt, der Sagitarius A* treffen wird. Die Auswirkungen werden einen Großteil der Milchstraße verwüsten und ihn damit zum Massenmörder machen.
Rhodan stellt Ellert zur Rede. Dieser gibt vor, dass es die einzige Möglichkeit wäre, um Tihit zu zerstören und das man dafür Opfer bringen müsse. Viele Billiarden Lebewesen im Universum würden dadurch gerettet. Da taucht Rhodans Tochter Nathalie mit Merkosh auf. Der Omnit behauptet, das Ellert noch nicht alles erzählt hat.

Uff! Das ist harter Stoff, um es vorsichtig zu formulieren. Was sich die Exposéautoren da zusammengereimt haben, ist komplex. In meinen Augen schon zu komplex. Eine Nummer kleiner hätte auch gereicht. Hier wird ganz viel miteinander verwurstelt und am Ende bin ich selbst nicht mehr mitgekommen. Ich wusste nicht mehr, was passiert. Dabei bin ich ein Fan komplexer Zusammenhänge, von Kosmologie und wilden Quantentheorien, aber das war selbst für mich eine Spur »to much«. Da ist eine große Portion Fantasy dabei, verknüpft mit kosmologischen Theorien und schrägen Science-Fiction-Ideen. Hut ab, vor denen, die sich sowas ausdenken können. Dennoch befürchte ich, dass einige Leser davon schier überfordert sein könnten. Die Neuleser, die man vielleicht mit Band 234 zum Einstieg überreden konnte, werden spätestens mit diesem Roman wieder die Segel streichen.

Die Geschichte selbst ist spannend. Figuren wie der Omnitische Sicherheitschef, Kavvam jad Chi, sind gut ausgearbeitet. Wobei ich seine Gedankengänge manchmal als zu menschlich empfand. So sieht er Rhodans Blut, ohne das er sich etwas dabei denkt. Omniten sind unsichtbar, sie bluten wahrscheinlich ganz anders. Allein Farbe des Blutes müsste auf den Omniten befremdlich wirken. Wahrscheinlich ist seine Wahrnehmung auch eine völlig andere. Es kommt mir so vor, als wüsste Kavvam alles über die Menschen, denn er beurteilt sie nach menschlichen Maßstäben. So wundert er sich, das Hawk so widerstandsfähig ist und dem Shafakk ernste Verletzungen zufügen kann. Es ist schon erstaunlich, wie die ach so intelligenten Gadenmitglieder, die Shafakk entwickeln konnten, ohne ihnen eine Sicherung einzubauen, die sie vor deren Aggressionen schützt. Da gehört schon sehr viel Überheblichkeit dazu. Andererseits gibt es toll umgesetzte Ideen, wie die Paternale Koggs.

Rein stilistisch ist es ein ungewöhnlicher Roman des Autors. Rainer Schorm ist für seinen augenzwinkernden Humor bekannt, den er seinen Charakteren in den Mund legt, oder sie in witzige Dialoge verwickelt. Das alles gibt es in dem Roman kaum. Zu sehr wird er von kosmologischen Erläuterungen, von den dunklen Erinnerungen Ronald Tekeners, von den Ausführungen der Omniten oder der Aktion um den Shafakk-Aahn beherrscht. Da bleibt kaum Platz für Humor und er würde auch nicht richtig dazu passen.

Sud kommt ebenfalls nicht ohne einen Eingriff davon. Bei einem Scan der Omniten, verschmelzen die Reste von Quiniu Soptors Stab mit Suds Intarsium. Sie wird kurzzeitig in die Chronophasendimension versetzt und sieht dort Jessica Tekener in einer der Chronophasenspären. Es sieht ganz danach aus, als wäre Tekeners Schwester nicht tot. Dies ist wohl der Hinweis darauf, dass man sie irgendwie in die Handlung zurückbringen will. Ganz ehrlich … meinetwegen könnte sie fortbleiben. Ich konnte mit der Figur nie etwas anfangen. Ich fand sie stets nervig und die Liaison zwischen ihr und Rhodans Sohn Thomas überflüssig. Da kam keine Romantik rüber, zu keiner Zeit, im Gegensatz zu der zarten Bande zwischen Thomas Rhodan und Hannah Stein in Band 234.

»Die neun Türme« ist ein anspruchsvoller Roman, der den Autor mal von einer anderen Seite des Schreibens zeigt. Mit vielen Fakten, Querverweisen und einer aktiongeladenen Handlung, die am Ende allerdings nur noch von den ganz Konzentrierten zu durchschauen ist. Mir schwant Übles, wenn ich an den nächsten, den finalen Roman der Staffel von Rüdiger Schäfer denke.

Das besondere Ereignis am 9. November

Quelle: Wikipedia

Der 9. November ist für Deutschland in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag. Mehrere Ereignisse in der Geschichte der Deutschen fand an diesem Datum statt. Positives und weniger positives.

Heute las ich in der TAZ das an einem 9. November noch etwas stattgefunden hat, was die meisten von uns nicht wahrgenommen haben dürften. Am 9. November 1978 trat zum ersten Mal öffentlich eine Punkband in Deutschland auf. Wire spielten im »Ratinger Hof«, der legendären Punkkneipe in Düsseldorf. Die Sex Pistols, die »Erfinder« der Punkmusik, hatten sich Anfang 1978 noch vor ihrer Deutschlandtournee aufgelöst. Und so hatte Wire das Vergnügen, den Punk nach Deutschland zu bringen. Einige der Zuschauer von damals wurden von dem Sound inspiriert und haben später selbst Punkbands gegründet. Unteranderem die Gründer von DAF und Fehlfarben.

Das Konzert von Wire hat eine Ära in Deutschland gestartet, die eine ganze Generation von jungen Menschen prägte und bis heute prägt. Aus dem Punkrock von damals gingen die Neue Deutsche Welle und der Hardcore hervor. Daher ist dieses Datum durchaus als ein wichtiger Meilenstein zu sehen.

Wer sich anhören will, wie Wire damals geklungen hat, kann sich auf YouTube eine Aufzeichnung von 1979 aus der Sendung Rockpalast ansehen.

Die englische Band existiert übrigens heute noch, und hat Anfang 2020 ein neues Album veröffentlicht. Ich muss aber zugeben, dass mir ihre Musik von damals besser gefällt, als die heutige.

 

Update vom 14.11.2020:

Man soll nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Ich wurde aufgeklärt, es fanden 1977 schon Punkkonzerte in Deutschland statt. Zum Beispiel war The Clash bereits 1977 auf Tour oder The Vibrators, die am 25.02.1977 in Berlin spielten und nicht zu vergessen, die Punkbands, die sich bereits in Deutschland gegründet hatten, wie PVC.

Nun, die Düsseldorfer hielten sich schon damals für was Besseres. Zwinker!

Zweitinfektion?

Jetzt hat es mich ereilt.

Gestern rief mein Kollege an, der mir im Büro gegenübersitzt. Er hatte mir am Mittwoch schon erzählt, dass ein Teilnehmer aus seinem Abendschulkurs positiv auf Covid 19 getestet wurde. Gestern teilte er mir dann mit, dass er sich habe testen lassen und ebenfalls positiv getestet wurde. Dazu muss man hinterherschicken, dass er bereits im April an Covid 19 erkrankt war (wie seine komplette Familie) aber damals nicht getestet wurde. Im Juli hat er einen Antikörpertest machen lassen, der positiv ausgefallen ist. Da die PCR-Tests so empfindlich sind und auf kleinste Virusrückstände ansprechen, ist er wahrscheinlich deshalb positiv getestet worden. Krankheitssymptome hat er nicht, muss aber jetzt für zwei Wochen in Quarantäne.

Wir haben ein Lüftungsgerät mit HEPA-Filter im Büro, sitzen zwei Meter auseinander hinter unseren Bildschirmen verschanzt und haben alle zwei Stunden die Fenster zum Lüften geöffnet. Ich gehe nicht davon aus, dass ich infiziert bin. Schon allein, weil ich nicht glaube, dass es sich bei meinem Kollegen um eine Zweitinfektion handelt. Er hat schließlich keinerlei Symptome. Und ich habe gelesen, dass dies schon mehreren Leuten passiert ist, die bereits im Frühjahr erkrankt waren. Die haben sich als Reiserückkehrer testen lassen und wurden positiv getestet und in Quarantäne geschickt, trotz überstandener Infektion. Ausschlaggebend ist dabei der CT-Wert, doch im Gegensatz zu den Gesundheitsämtern in Ostdeutschland liefern die Gesundheitsämter in Bayern den CT-Wert nicht mit. Wenn der nämlich über 30 liegt, bedeutet das, das derjenige nicht infektiös ist. Es gibt Krankenhäuser, die schicken ihre Mitarbeiter mit einem solchen Wert sogar arbeiten. Das RKI sieht das ähnlich, nur manche Gesundheitsämter sehen das nicht so, die gehen auf Nummer sicher.

Es wird interessant, was das Gesundheitsamt zu dem Fall sagt. Muss ich mich jetzt ebenfalls testen lassen? Oder muss ich auch in Quarantäne? Noch hat sich keiner bei mir gemeldet. Nun, es ist ja auch Wochenende. Ich werde mich morgen mal mit meinem Arbeitgeber kurzschließen. Schwierig wird es so und oder so. Selbst wenn ich nicht in Quarantäne muss, habe ich die Arbeit des Kollegen nun auch noch am Hals. Gerade wo ich ohnehin so viel zu tun habe, dass ich kaum noch zu meiner eigentlichen Arbeit komme, Pläne zu zeichnen und Angebote zu schreiben.

Die nächsten beiden Wochen werden sicher spannend.

Nachrichten machen krank

Aufmerksame Leser meines Blogs werden es gemerkt haben. Ich blogge nicht mehr so oft. Das hat mehrfache Gründe. Zum einen schreibe ich inzwischen viele Dinge im Privaten auf, weil ich mich der Meinungsdiktatur beuge und öffentlich lieber nichts mehr sage. Soweit sind wir in diesem Land schon gekommen, dass man nicht mehr sagen kann, was einen bewegt.

Andererseits bin ich müde, von all den schlechten Nachrichten, der andauernden Bedrohung durch die Pandemie seitens der Medien oder von den Eskapaden dieses durchgeknallten Präsidenten. Ich bin schlichtweg so erschöpft davon, dass ich nicht mehr schreiben will und schon gar nichts mehr davon hören. Es macht einen regelrecht krank.

Seit zwei Wochen bleibt bei uns das Radio aus, auf dem Fernseher wird nur noch aus der Konserve geguckt: Serie oder Filme aus einer besseren Zeit, in der es noch Hoffnung gab. Unser Internetkonsum wird dadurch beschränkt, dass das W-Lan nur noch abends kurz zum Checken der E-Mails angemacht wird. Ansonsten bleibt die Welt draußen. Ich verbringe viel Zeit mit Basteln und lesen. Lenke mich damit ab, zum Fenster hinaus zu blicken auf die sich wandelnde Natur. Auf die bunten Blättern, die schon fast alle gefallen sind, mindestens zwei Wochen früher als sonst. Sehe dem Himmelspektakel bei Sonnenuntergang zu, oder den Mückenschwärmen, die in langen dünnen Wolken über den Wiesen auf- und absteigen.

Es wird ein düsterer Winter werden, und ein noch düsteres Frühjahr. Wer glaubt, wir hätten 2021 alles überstanden, irrt. Unser Leben wird sich radikal verändern, es wird sich schleichend immer weiter verschlechtern. Was in den vergangenen Jahren schon begonnen hat, wird sich durch die Pandemie um so schneller beschleunigt fortsetzen. Wir werden es nicht aufhalten können. Sehen wir der Wahrheit ins Auge, eine positive Zukunft, wie ich sie mir in den Neunzigern erträumt habe, wird es nicht geben. Keine heile Welt wie in Star Trek oder bei PERRY RHODAN, stattdessen wächst die kommende Generation in einer Dystopie auf. In dem Fall bin ich echt froh, keine Kinder zu haben.

Etwas gutes hat das Ganze. Ich muss mir für meinen Zukunfts-Roman diese Welt nicht mehr ausdenken. Ich muss nicht mehr überlegen, wie ich das dystopische Deutschland der Zukunft gestalte und was dazu geführt hat, dass es so ist, wie ich es in meinem Buch beschreibe. Es wird mir täglich in den Nachrichten auf dem Silbertablett serviert. Welcher Science-Fiction-Autor konnte das je zuvor schon von sich sagen.

Mein Kommentar zur SOL 100

Quelle: perry-rhodan.net

Ich hatte bereits erwähnt, dass ich für den PERRY RHODAN-Report in Band 3088 einen kleinen Bericht über meine Arbeit als Chefredakteurin der »SOL« verfasst habe.

Netterweise erscheinen seit kurzem die Berichte mit zeitlichem Abstand auch auf der PERRY RHODAN-Homepage, so dass auch Nichtleser der Erstauflage in den Genuss der Reportberichte kommen. Die Idee finde ich gut.

Aus diesem Grund verlinke ich heute Teil 1 und Teil 2 meines »SOL« Sonderberichts. Die Fotos dazu gibt es nicht, aber dass muss auch nicht sein.

Ich freue mich schon darauf, wenn ich endlich die »SOL 100« in Händen halten darf. Ein bisschen müssen sich die Mitglieder der PRFZ und ich noch gedulden.

Bauer Media und kein Ende

Ein neuer Rundumschlag bei Bauer Media wurde angekündigt. Dieses Mal trifft es den Standort München. Auf der Liste der Opfer die Zeitschriften »Madame« und »Cosmopolitan«. Jetzt gehts quasi schon dem Luxus-Segment an den Kragen. Sehr bedenklich das Ganze. Vor allem da man momentan vieles auf Corona schieben kann, ist es viel leichter, ungewollte Firmenanteile abzustoßen.

»… da man im Luxus-Segment perspektivisch nicht die Marktführung erreichen könne …« Solche Aussagen machen mich regelmäßig wütend. »Weil wir nicht die besten sind, hören wir damit auf.« Das ist wie im Sport. Wenn Deutschland nicht gewinnt, sind unsere Sportler nichts wert.

Ich sehe die Entwicklung bei Bauer nach wie vor mit großer Sorge. Meiner Meinung nach ist die PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt noch nicht sicher. Momentan ist kaum Bewegung in der Sache, und dass noch keine neuen Büros angemietet wurden, deutet daraufhin, dass man bei Bauer noch etwas vor hat. Wenn wir Pech haben, erlebt die Serie vielleicht ihren 60. Geburtstag nicht mehr. Ich kann mich täuschen, hoffentlich tue ich das sogar, aber ich hab ein ziemlich mieses Gefühl bei der Sache.

Ach, ja. Die Romanhefte werden seit Band 3087 in einer Druckerei in Backnang gedruckt. Die Qualität der Cover ist besser, allerdings riechen die Hefte jetzt sehr nach Farbe. Das ist mir bei Band 3089 besonders aufgefallen. Die VPM-Druckerei in Rastatt sollte ja zum 31.10. schließen. Sie mussten allerdings vorzeitig den Betrieb einstellen, weil es in der Belegschaft einen Corona-Fall gegeben hat. (Quelle: Badische Neueste Nachrichten) Den 163 Angestellten blieb also nicht mal ein würdiger Abschied. Traurig.

Das erinnert mich alles sehr an die Zeit nach der Wiedervereinigung. Als beispielsweise in Saalfeld die Angestellten eines Verpackungsmittelwerks eines Montags zur Arbeit kamen und die Fabrikhallen leer vorfanden. Die »Investoren« hatten das Werk für eine Mark von der Treuhand gekauft, in einer Nacht und Nebelaktion die noch brauchbaren Maschinen und die Inneneinrichtung verscherbelt und waren anschließend untergetaucht. So lief es in vielen Betrieben im Osten, doch dass wurde nie publik gemacht. Jetzt trifft es halt die Betriebe in Westdeutschland.

Wir werden uns noch wundern, was uns in den nächsten Monaten so alles blüht.

Christina in den Medien

Am Freitag war Gucky-Tag. An diesem Tag erschien PERRY RHODAN Band 3088 »Gucky kehrt zurück«. Im dort enthaltenen PERRY RHODAN-Report ist mal wieder ein Artikel von mir erschienen, zuzüglich einiger Bilder.

Ben Calvin Hary bat mich im August etwas über das Jubiläum der »SOL«, dem Magazin der PRFZ, zu erzählen. Eigentlich kommt die »SOL 100« erst nächsten Monat, aber im November gibt es keinen PR-Report und so wurde der Text eben jetzt schon veröffentlicht. Wer mich also in Bild und Text erleben möchte, kann mal reinblättern. Das Heft gibt es bis Freitag noch am Kiosk oder überall als E-Book.

Ebenfalls am Freitag hat Martin Ingenhoven vom Heftehaufen ein Interview veröffentlicht, das er mit mir über meine FanEdition »Die Telepathin« geführt hat. Martin hat sich vorgenommen alle PR-Hefte von Band eins an zu lesen. Wenn ihm dazwischen mal langweilig ist, liest er PERRY-Fan-Fiction. Wer sich dafür interessiert, was ich alles so »Intelligentes« von mir gegeben habe, kann es hier nachlesen.

Der entspannte Landkreis

Ich bin trotz Pandemie am Wochenende nach Thüringen gefahren. Nachdem der Nachbarlandkreis BGL seit letzter Woche dicht ist, dachte ich mir, ich besuche meine Eltern nochmal, bevor auch Traunstein der Lockdown ereilt und das wieder langfristig nicht möglich sein wird.

Sagen wir mal so, die Deutsche Bahn hat sich wieder allerlei einfallen lassen, damit mir unterwegs nicht langweilig wird. Das ging am Freitagmorgen schon los, als der MERIDAN mit Verspätung angesagt wurde und das Gleis belegt war, auf dem der Zug sonst losfährt. Glücklicherweise fuhr der Zug dann trotzdem pünktlich allerdings von einem anderen Gleis. Alles Gut, dachte ich da noch. Doch dann bremste einen Signalstörung den Zug kurz vor München aus. Es kam, wie es kommen musste, als der MERIDIAN mit dreizehn Minuten Verspätung in den Münchner Hauptbahnhof einfuhr, kam mir der ICE mit dem ich weiterfahren wollte, schon entgegen. Der »Verspätungsalarm« heißt übrigens jetzt »DB-Reisebegleitung« und statt nur einer E-Mail hatte ich sage und schreibe neun Nachrichten deswegen in meinem Postfach. Das grenzt schon an Spam.

Ich ließ am Service Point die Zugbindung meines Tickets aufheben und fuhr dann mit dem ICE-Sprinter eine halbe Stunde später bis nach Erfurt und weitere zwanzig Minuten später weiter nach Saalfeld. Am Ende war ich eine Stunde länger unterwegs als geplant, was in Corona-Zeiten nicht wirklich prickelnd ist. Die Züge waren zwar nicht voll, aber die Frau, die ohne Maske im ICE zwei Sitze weiter vorn saß und in einer Tour redete, nervte mich irgendwann. Als Attest zeigte sie der Zugbegleiterin ein zerknittertes A4 Blatt in einer Folienhülle. Hm! Ob das echt war?

Die Zugebegleiterin war nicht viel besser, denn sie bestand darauf, dass das Kind einen Tisch weiter vorn seine Fahrkarte selbst entwertete, und zwar mit der Zange, die sie die ganze Zeit in den schwitzenden Händen gehalten hat. Ich glaube, als Mutter hätte ich da den Aufstand geprobt.

In Erfurt am Bahnhof beobachtete ich dann zwei Polizeibeamte, die ohne Maske durch die belebte Fressmeile am Bahnhof patrouillierten. Ja, klar, bei solchen Vorbildern, braucht man sich über eine wachsende Anzahl von Corona-Gegnern nicht wundern. Ich setzte dann auch die Maske ab, aber erst oben am Bahnsteig, als ich dort allein wartete. Im fast leeren Zug hatte ich sie dann wieder auf.

Thüringen ist bis jetzt relativ verschont geblieben. Da kann ich den legeren Umgang gut verstehen. In Saalfeld tragen die Leute in den Geschäften alle brav Masken. Im Freien gibt es keine Maskenpflicht, hier wird auf Abstand gesetzt, was ich als ausreichend empfinde. Selbst auf dem Wertstoffhof herrscht keine Maskenpflicht, nicht so wie in Waging. Am Imbissstand gegenüber vom Wertstoffhof saßen und standen jede Menge Leute beim Mittagessen und plauderten, ebenfalls ohne Maske.

Vielleicht ist es dieser entspannte Umgang mit der Pandemie, der dafür sorgt, dass es so wenig Fälle gibt. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass die Leute älter sind und weniger Geld haben, um extensiv zu feiern oder zu verreisen. (Ich sag ja immer, die Thüringer haben damals schon bei der Völkerwanderung nicht mitgemacht und sind daheim geblieben.) Vielleicht hat der Landkreis einfach auch nur Glück gehabt. Es gibt noch keinen einzigen Coronatoten dafür aber einige spektakuläre Selbstmorde, auf die ich jetzt lieber nicht näher eingehen will.

Meine Rückfahrt fand in leeren Zügen statt. Von den fünf Osteuropäern mal abgesehen, die so sehr nach Alkohol und Nikotin rochen, dass man froh war eine Maske zu tragen. (Ich habe mich dann doch umgesetzt, sonst hätte ich bis zum Aussteigen vermutlich eine Alkoholvergiftung erlitten.)

Leider hatte ich mich beim Ticketkauf irgendwie vertippt und die längere Verbindung über Treuchtlingen erwischt. Es war aber am Ende egal, da der schnelle ICE über Ingolstadt, mit dem ich sonst fahre, zehn Minuten Verspätung hatte. Damit hätte ich meinen Anschlusszug in München ohnehin nicht erreicht. So plauderte ich nett mit der Zugbegleiterin im RegionalExpress, die sich ebenfalls darüber aufregte, dass der Bahnkonzern in viele kleine Subunternehmen gesplittet ist, die sich gegenseitig das Leben schwer machen und unsere Steuergelder lieber in irgendwelche Transportunternehmen im Südchinesischen Meer investieren, als in die Infrastruktur im eigenen Land.