Ist das noch Journalismus oder schon Propaganda?

Bei der Recherche für meinen Roman, in dem es unteranderem um unabhängige Medien geht, stieß ich auf ein Interview mit Michael Meyen – Professor für Kommunikationswissenschaft an der LMU in München.

Der Inhalt lässt aufhorchen. Wer immer noch glaubt, die Presse sowie die Privaten- und Öffentlich-Rechtlichen Sender seien unabhängig und dürften frei schreiben, dem werden die Augen geöffnet. Die Vierte Macht im Staat existiert nicht, wenn sie überhaupt je existiert hat. Alles ist mit allem verbunden. Schon die Studenten an den Hochschulen wählen nicht mehr Themen, die sie selbst interessieren, sondern gezielt Themen, die für ihre weitere Karriere Erfolg versprechen. Man schreibt, was diejenigen hören möchten, die das Geld oder die Macht im Staat haben.

In den Aufsichtsräten der Sendeanstalten sitzen Politiker oder ehemalige Journalisten, die sich einst von den Parteien haben kaufen lassen, indem sie jahrelang als deren Pressesprecher gedient haben und als Belohnung nun einen Führungsposten beim Fernsehen bekamen. Es ist wie beim Fußball, nur nicht so offensichtlich. Während die großen und kleinen Medienhäuser zunehmend unter finanziellen Druck geraten und sparen müssen auf Teufel komm raus. Da leidet zwangsläufig die Vielfalt, Qualität und Unabhängigkeit des Journalismus.

Dazu passt, dass in letzter Zeit viele Journalisten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verlassen haben. Es ist erstaunlich, vor allem wenn man bedenkt, das früher ein Job bei ARD und ZDF als angesehen und sicher galt. Irgendetwas muss passiert sein, dass so viele der ARD und dem ZDF den Rücken kehren oder sogar gegangen wurden. Ich mag nicht spekulieren, aber ich mache mir da meine Gedanken.

Michael Meyen bestätigt mein Gefühl. Es gibt eine echte Realität und es gibt die Medienrealität. Beides entfernt sich zunehmend voneinander. Ansätze gab es schon vor der Pandemie. Durch Corona sind die Probleme nur noch sichtbarer geworden. Und das Ganze lässt sich auch auf die Wissenschaft übertragen. Auch hier wird oftmals nur noch geschrieben, was erwünscht ist. Kritische Stimmen werden bestenfalls nicht erhört, schlechtestenfalls verlieren Wissenschaftler ihre Reputation oder bekommen keine Finanzierung für ihre Projekte. Auch daran scheitert Fortschritt.

Wer jetzt denkt, dass seien alles nur Verschwörungstheorien, dem sei ein Satz gesagt, der sich in den vielen Kommentaren unter dem Video findet: »Man muss niemandem Böswilligkeit unterstellen, wenn Unvermögen ausreicht.«

Es braucht schon starke Nerven, sich die Ausführungen anzuhören. Selbst wenn nur ein Bruchteil davon stimmt (Ich gehe davon aus, dass ein Mensch, der sich jedenTag damit beschäftigt, weiß wovon er spricht.), steht uns das Ende der freien Demokratie bevor. Und Michael Meyen muss wissen, wie sich sowas anfühlt. Er wurde in der DDR geboren und ist dort aufgewachsen. Ich sag ja, wir Ostdeutschen sehen vieles mit anderen Augen und trauen erst einmal niemandem, nicht mal uns selbst.

Die Bahn in Pandemiezeiten

Ich hatte diese Woche wieder das Vergnügen mit der Deutschen Bahn zu fahren. Ich bin extra schon am Dienstag gefahren, weil Streik angekündigt war. Angesichts der vollen Züge hatte wohl nicht nur ich diese Idee.

Inzwischen gilt in den Zügen keine FP2-Maskenpflicht mehr, sondern es reicht eine medizinische Maske. Es hat sich auch jeder daran gehalten, zumindest mehr oder weniger. Auffällig war, dass viele im Zug am Essen waren. Ich hatte in Bamberg wieder eine Dreiviertelstunde Aufenthalt und habe mir beim McCafé einen Kaffee und ein Eis gekauft, das ich dann bei schönstem Sonnenschein auf dem zugigen Bahnsteig genossen habe. Als Alibi um keine Maske tragen zu müssen. Am Bahnsteig in Bamberg herrscht nämlich FFP2-Maskenpflicht. Was voll sinnvoll ist, wenn die Sonne scheint und der Wind geht und nur alle zehn Meter ein Reisender steht. Ich sag dazu nichts mehr, jeder Aerosol-Forscher schüttelt darüber nur mit dem Kopf.

Als ich da stand, fuhr am Nachbargleis ein Zug mit auffälligen Wagons ein. Siehe Bilder. <Ironie> Bei deren Anblick kam mir der Gedanke, dass das wohl die neuen Wagons für Ungeimpfte und Maskengegner sein könnten oder die neue Holzklasse der DB. Weil Stühle muss dann jeder selbst mitbringen, dafür gibt es viel frische Luft und gute Rundumsicht. </Ironie> Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen.

Zurück zu meiner Zugfahrt. Am Nürnberger Bahnhof gab es dann mal wieder ein Problem mit einem Triebwagen. Der Zug fuhr an, bewegte sich 500 Meter und stand dann zehn Minuten in der Ausfahrt vom Gleis. Das Alarmsignal vom Lockführer erklang. Der Ton bedeutet eigentlich nie etwas Gutes. Zum Glück haben sie das Problem aber beheben können. Und zum Glück ist nichts so verlässlich, wie die Verspätungen bei der Deutschen Bahn. Denn der EC nach Graz mit dem ich ab München fahren wollte, hatte auch zwanzig Minuten. Damit habe ich meinen Anschluss geschafft, sonst wäre es eng geworden. Ich fahre jetzt seit 2007 mehr oder regelmäßig mit den EC-Zügen Richtung Salzburg. Die Verspätungsstatistik dieser Züge ist unübertroffen. Ich kann die Tage an einer Hand abzählen, an denen der Zug mal pünktlich war.

Rückschlag für unsere E-Mobilität

Es gibt Menschen die leugnen den Klimawandel. Es gibt welche, die meinen, E-Autos werden sich sowieso nicht durchsetzten und es gibt Leute, die gönnen anderen nicht das, was sie selbst nicht haben können.

Vergangene Woche war Eigentümerversammlung – ich nenne das ja immer bayrischer Komödienstadl. Zur Diskussion stand unteranderem unser Antrag auf Installation einer Wallbox. Gerade jetzt, wo es soviel Förderung vom Staat gibt, ist das der optimale Zeitpunkt. Nun ist es so, die Tiefgarage gehört nicht der Eigentümergemeinschaft, die Stellplätze sind nur von den Eigentümern angemietet. Von der Besitzerin der Tiefgarage hatten wir die ausdrückliche Erlaubnis eingeholt, dass wir eine Wallbox installieren können, sofern wir sie an unseren eigenen Zähler anschließen. Die Gemeindewerke waren dafür, die Hausverwaltung sah auch kein Problem und hatte das entsprechend formuliert. Nämlich, dass, wenn noch jemand einen Ladepunkt haben möchte, wir unsere Wallbox zugunsten einer anderen Lösung gegebenenfalls zurückbauen müssten. Das klang vernünftig und hätte für niemandem der anderen Eigentümern Kosten verursacht. Da wir nur von unserem Zähler aus ein Kabel in die Tiefgarage hätten legen lassen müssen. Der Zählerschrank steht direkt hinter der Wand an der unser Auto parkt. Darüber kommen die Versorgungsleitungen und die Stromzuleitung fürs Haus aus der Wand. Es hätte kein Loch in die Wand gebohrt werden müssen, sondern nur das Kabel rausgelegt und abgeklemmt.

Nun gibt es einige Eigentümer im Haus, die Eigentümerversammlungen grundsätzlich fernbleiben und sich per Vollmacht von anderen vertreten lassen. Wir haben zwei solche Parteien im Haus. Die anderen Eigentümer sind ein jüngerer Mann, eine ältere Dame und eine jüngere Frau, die bei einer Versicherung arbeitet. Die jammerte schon bei der Begehung, dass E-Autos ja so schwer zu löschen sind und nicht in einer Tiefgarage geladen werden sollten (eine These, die inzwischen mehrfach widerlegt wurde). Spätestens da hätten bei uns eigentlich alle Alarmglocken klingeln müssen. Aber da wir grundsätzlich an das Gute im Menschen glauben und daran, das Fortschritt sich nicht aufhalten lässt, haben wir nicht die großen Geschütze aufgefahren. Zuzüglich aller Gesetzestexte, die zu dem Thema existieren. Das hätten wir mal lieber tun sollen. Denn unser Antrag wurde vier zu eins bei einer Enthaltung abgeschmettert. Besagte ältere Dame, die ohnehin bei allen neue Sachen skeptisch ist und immer meint, dass man das nicht braucht, hatte nämlich die Vollmachten der beiden nicht anwesenden Eigentümer. Die, so vermuten wir, gar nicht wissen, über was und wie in ihrem Namen abgestimmt wurde. Der junge Mann enthielt sich und die Versicherungsangestellte war natürlich auch dagegen. Mit der Begründung es könne ja brennen und das würde die Tiefgarage der ungeliebten Tiefgaragenbesitzerin aufwerten (was völliger Blödsinn ist). Außerdem würde ein Präzedenzfall geschaffen, wenn nun ein anderer auch eine Wallbox wollte, nach dem Motto: »Wo kämen wir da hin.« Kurzgesagt, unsere Miteigentümer gönnen uns die Wallbox nicht. O-Ton: Wir hätten einfach kein E-Auto kaufen sollen.

Nun gibt es seit Herbst letzten Jahres eine Änderung im Wohneigentumsgesetz. Dort steht: es gibt ein Anrecht auf eine Wallbox. Eigentümerversammlungen dürfen Lademöglichkeiten für E-Autos nicht mehr ablehnen. Sie dürfen nur noch über das WIE bestimmen, nicht mehr über das ob. So wurde von den Miteigentümern vorgeschlagen eine Lademöglichkeit für alle außerhalb der Tiefgarage auf dem Grundstück zu schaffen. Grundsätzlich ist das ein gute Idee, die wir auch befürworten würden. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Eigentümergemeinschaft sich im Klaren ist, welche Kosten, da auf sie zukommen. Die meisten haben kein E-Auto und sich mit dem Thema noch nie befasst. Die glauben, man schraubt da eine Wallbox an die Wand und gut ist. Für so etwas braucht man eine Ladesäule und die benötigt ein Fundament mit einem Fundamenterder oder einem Tiefenerder. Das heißt, man muss da ziemlich tief graben. Das geht aber auf dem Großteil des Grundstückes nicht, weil überall die Tiefgarage drunter ist. Dazu gehört weiter, dass man von der Gemeinde eine Baugenehmigung einholen muss. Als Nächstes benötigt man einen Stromanschluss und eine Leitung, die kann man nicht einfach aus einem der Häuser herauslegen, weil die Hausanschlussleistung dafür nicht ausreicht und man damit auch nur ein Haus damit belastet, obwohl die Bewohner der anderen drei Häuser gegebenenfalls mitladen. Diese Anschlussleitung muss beim Stromversorger beantragt und gelegt werden, dafür muss nicht nur aufgegraben werden, sondern so ein Anschluss kostet richtig Geld. Hinzu kommt das Abrechnungssystem, mit dem die jeweiligen Nutzer der Ladestation einzeln abgerechnet werden können, das ist ebenfalls nicht billig.

Ich kenne mich inzwischen bestens aus, weil das mein tägliches Geschäft ist und ich außerdem diverse Schulungen dazu hatte. Und natürlich interessiert mich Elektromobilität auch aus rein privaten Gründen. Daher weiß ich, dass eine Gemeinschaftslösung in dieser Form nicht durchsetzbar ist, weil das für viele einfach zu teuer ist. Viele Eigentümer haben die Wohnungen nur vermietet und wohnen nicht selbst darin, denen ist das komplett egal, obwohl sie dann höhere Mieten verlangen könnten, weil das Wohneigentum attraktiver geworden ist. Kurz um, unsere vorübergehende Lösung, hätte niemandem geschadet. Keiner der Eigentümer hätte einen Cent zahlen müssen und wenn weitere Eigentümer auch eine Wallbox hätten haben wollen, dann hätte man das zu dem Zeitpunkt gemeinsam angehen können. Im besten Fall hätte man sich die Wallbox teilen können, es laden ja nicht beide zur gleichen Zeit. So werden wir jetzt unseren Anspruch auf eine Lademöglichkeit geltend machen und auf die vorgeschlagene Lösung pochen, bei der dann alle 26 Eigentümer zur Kasse gebeten werden. Selbst Schuld, sage ich da nur.

Überfrachtetes Quantenabenteuer

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 257 – »Schatten im System« von Ruben Wickenhäuser

Auf der CREST II gibt es wieder Probleme mit der Schiffspositronik. SENECA leidet unter Auflösungserscheinungen, die KI droht zu sterben.
Währenddessen näherte sich die SOL der gesuchten Quantenquelle. Doch die Wirklichkeit außerhalb des Raumschiffes befindet sich im Fluß. Sogenannte Neuter – neutrale Quanten, die die Realität verändern – führen zu zunehmendem Chaos an Bord der SOL.
Tro Khon, Icho Tolot und die DOLAN drehen durch und werden zur Gefahr für die Besatzung und das Schiff. Bjo Breiskoll entdeckt sein Talent als Datenspürer und wird sogleich von der Schiffsführung rekrutiert.
Die robotischen Begleiter des Arkoniden Sofgart, Eggis und Ekkis, verwandeln sich in künstliche Intelligenzen, welche die Hauptpositronik der SOL scheinbar zerstören. Cheftechniker Breckcrown Hayes versucht zusammen mit Sofgart sie aufzuhalten. Und dann ist da noch der Quantenschatten, der auf dem Schiff sein Unwesen treibt und die prekäre Situation der SOL noch zu verschlimmern droht.
Am Ende erwacht SENECA an Bord der SOL und rettet das Schiff vor der Vernichtung.

Der Roman will zu viel. Viel zu viel, wenn man mich fragt. Es gibt zu viele Charaktere, zu viele Handlungsschauplätze, zu viel sinnfreies Technobabble und zu wenig Zeit, um daraus eine homogene Handlung zu formen. Es fehlt der rote Faden. Die Geschichte liest sich wie eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Schlaglichter einer Raumschiffbesatzung im Angesicht des Chaos. Das ist spannend geschrieben, geht aber nicht in die Tiefe. Das Gefühl einen NEO-Roman zu lesen, will sich bei mir perdu nicht einstellen. Was unteranderem daran liegt, dass viele der Figuren »out of character« agieren.

Ich weiß nicht, welche der Nebenhandlungen im Exposé standen, aber der Autor vermag es nicht, mir eine glaubwürdige zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Für den Wechsel SENECAs von der CREST II auf die SOL, die nicht nur Lichtjahre voneinander getrennt, sondern auch in zwei völlig verschiedenen Universen unterwegs sind, fehlen logische und nachvollziehbare Erklärungen. Das liest sich nicht nur verwirrend, sondern ist es auch. Quantenverschränkung hin oder her, das hätte man eleganter lösen können, beispielsweise über eine gezielte Datentransmission durch eben jene Quantenquelle, welche die SOL in Bedrängnis bringt.

Bei vielen der einzelnen Geschichten bleiben bei mir Fragezeichen zurück. Wozu werden sie überhaupt erzählt? Was haben sie zur Gesamthandlung beizutragen? Die durchdrehenden Haluter und die ganze Handlung über die DOLAN erscheinen mir für die Geschichte unwichtig und nur auf Wirkung gesetzt. Stattdessen hätte man der Übertragung von SENECA mehr Raum geben müssen, um diesen Vorgang schlüssig zu erklären. Das gleiche gilt für das schwangere Crewmitglied Helma Buhrlo. Ich hoffe, da kommt noch etwas.

Bjo Breiskoll ist zwar gut charakterisiert. Seine Einführung in die Serie scheitert aber, meiner Meinung nach, am Umgang mit ihm durch die Schiffsführung. Ihn als absoluten Neuling einfach in hochsensible Schiffsfunktionen einzubinden, war schon ziemlich weit hergeholt. Außerdem passen die mitunter autoritären und widerborstigen Vorgesetzten nicht zu der von NATHAN angeblich so perfekt zusammengestellten Crew. Solche unsozialen Führungskräfte kann sich ein Generationenraumschiff nicht leisten. Schon gar nicht eins, das von einer künstlichen Intelligenz gebaut wurde.

Störend waren zudem Anschlussfehler aus dem vorangegangenen Roman. Sam Breiskoll erklärt zu Beginn seinem Sohn, dass er ihn geweckt hat, was so aber nicht stimmt. Er wurde durch eine Fehlfunktion geweckt. Später wurde das wieder revidiert. Perry Rhodan und die Schiffsführung waren über den Quantenschatten informiert. In Band 256 wurde gesagt, dass in der Positronik gezielt danach gesucht, aber nichts gefunden wurde. Dass es in Band 257 so lange dauert, bis die Verantwortlichen dahinter kommen, dass der Quantenschatten Verursacher des positronischen Ausfalls ist, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.

»Schatten im System« ist vieles, aber kein Roman, der an die Größe der Vorgänger anknüpfen kann. Die hektische, übertrieben zerstückelte Handlung verspielt viel Potenzial und vermag mich nicht zu befriedigen. Da hilft auch nicht die stilistisch saubere Schreibe des Autors. Dieser Roman beweist erneut die These, dass weniger oftmals mehr ist.

Im Urlaub

Bevor sich der eine oder andere Besucher meines Blogs wundert, weil ich nichts schreibe. Ich bin seit Donnerstag im Urlaub in Thüringen.

Donnerstagmittag sind wir losgefahren, den Staus auf der A9 zum Trotz. Die Alternativroute über Pfaffenhofen war dann aber nicht ganz so clever, weil das Ampelmanagement in Pfaffenhofen unterirdisch ist. Alle haben Vorfahrt, nur nicht der Verkehr auf der B13, was dazu führt, dass man nur im Schritttempo durch den Ort kommt, weil man an jeder Ampel gefühlte Ewigkeiten wartet.

Dann hat unser Bordcomputer hat auf dem Navigationsdisplay ein kurioses Zeichen angezeigt. Das umgestürzte Auto bedeutet nicht zu viel Wind, sondern Unfall. Normalerweise sind da immer zwei Autos abgebildet, die zusammengefahren sind. Das Auto, das auf dem Dach liegt, war mir jedenfalls neu. Der im Bild angezeigte Unfall, war aber nur eine Reifenpanne. Also nichts schlimmes. Allerdings war der Verkehr auf der Autobahn schon recht heftig. Nichts im Vergleich zum Verkehr in Lockdownzeiten.

Am Freitag waren wir dann noch in der Keksfabrik von Griesson einkaufen. Das ist immer wieder ein Erlebnis. Man steigt aus dem Auto und schon umfängt einen der Duft frisch gebackener Kekse. Im Laden dann Regale voller Kekse, teils Kiloweise abgepackt. Es gibt alles was das Herz begehrt, mit Schokolade oder ohne, Waffeln, Cookies, Schokokekse und eine 3,6 kg Prinzenrolle. Also wer gern Kekse ist, kann sich dort eindecken. Es gibt aber auch Salzgebäck, Chips, Gummibärchen und Pralinen. Wer mal in die Nähe von Kahla kommt, sollte sich das zumindest mal ansehen. Wir waren noch in der Porzellanfabrik und haben uns noch ein paar Tassen gekauft.

Am Samstag hatte mein Vater 85. Geburtstag, den wir in Nachbarschaftlicher Runde gefeiert haben und gestern haben wir im Wochenendhaus nach dem rechten gesehen. Das Wetter war ganz okay. Es hätte am Samstag nicht unbedingt dann mit Regnen anfangen müssen, wenn wir den Grill aufgebaut haben. Schauen wir mal, was die Tage noch bringen.

Alles Gute zum Sechzigsten!

Uschi Zietsch, alias Susan Schwartz, feiert heute ihren 60. Geburtstag. Die Autorin schreibt schon seit Anfang der Neunzigerjahre bei PERRY RHODAN mit und ist auch mit ihren eigenen Verlag seit langer Zeit erfolgreich.

Der Stammtisch München, bei dem sie quasi zum Inventar gehört, hat ihr zu Ehren eine Publikation herausgebracht, um ihr zu gratulieren. Beteiligt hat sich alles was Rang und Namen hat bei PERRY RHODAN und in der Fan-Szene. Es ist ein schönes dickes Buch geworden, mit vielen Fotos, Geschichten und Glückwünschen. Eine solche Würdigungen erhält nicht jeder.

Ich durfte Uschi im Namen der PRFZ gratulieren und ein kleines Geschenk in Form einer Papiernen Schneekugel übersenden. In den kommenden Urlaubstagen werde ich mir Zeit nehmen, dass Buch zu lesen.

Liebe Uschi, ich wünsche Dir alles Gute, bleib gesund und schreibe weiter fleißig für NEO und die Erstauflage.

Schweinkram am Wochenende

Quelle: Amazon

Es war ein Spontankauf, als ich unlängst das »Merkheft« durchblätterte. Dort finde ich ja eigentlich immer was, eine Tatsache die echt schlimm ist vor allem für unser Bücher- und DVD-Regal. Den Film »Auf der Suche nach dem Ultra-Sex« habe ich bestellt, weil ich neugierig war. Die Handlung klang ein bisschen nach Science Fiction und vor allem nach Trash. Am Samstag haben wir ihn dann angeschaut und viel gelacht.

Der Film gehört zu der Sorte, die so mies sind, dass sie schon wieder gut sind. Auf die Idee muss man erst einmal kommen und dann muss man auch noch den Willen haben, sehr viel Arbeit in das Projekt zu stecken. Aus mehr als 2500 Sexfilmen haben die Macher Szenen zu einem neuen Film zusammengeschnitten. Der hat sogar eine recht originelle Science Fiction-Handlung. Die Sex-Matrix des Universums wurde geraubt. Ihr Fehlen führt auf der Erde zu ungezügelten Sexorgien. Mehrere Superhelden und Raumschiffbesatzungen werden darauf angesetzt, den legendären Ultra-Sex zurückzuerobern. Das Ganze wurde neu vertont und für die deutsche Fassung witzig synchronisiert von Oliver Kalkofe und Peter Rütten (die beiden von »Schlefaz«). Ohne Frage, das ist schon gut gemacht. Teilweise komplett albern und in einer so miesen Bildqualität, dass einem die Augen wehtun. Ja, das war halt das Videozeitalter. Die skurrilen Kostüme und die fadenscheinigen Schauspieler erhalten durch den neuen Schnitt neue Popularität und der Zuschauer einen Einblick in die Abgründe der Sexfilme. Oftmals sitzt man einfach nur staunend da und denkt sich, was manchen Porno-Produzenten damals geritten hat (wahrscheinlich die Hauptdarstellerin).

Da muss ich gerade daran denken, dass in meinem Stapel zu lesender Bücher noch ein Sachbuch über »Porno in Deutschland« steht. Das habe ich übrigens auch aus dem »Merkheft« und muss es demnächst unbedingt mal lesen.

Wer einen lustigen Abend verbringen möchte, macht mit dem Film nichts falsch. Tiefsinnige Dialoge darf man aber nicht erwarten. Hardcore Szenen sind nicht enthalten oder wurden dezent mit schwarzen Balken oder lustigen Bildchen überdeckt. Es ist eben ein Sexfilm der anderen Art.

Zur Zeit gibts beim »Merkheft« Star Trek-DVD-Boxen und PERRY RHODAN-Silberbände zum Sonderpreis.

Lebensfeindlicher Irrsinn

… so bezeichnete es unlängst ein Kolumnist in der »Welt« – ich weiß, die gehören zu Springer, aber – so unrecht hat der Mann nicht. Die Beschränkungen mit denen uns die Regierung nach wie vor knechtet, sind mitunter einfach nur noch absurd. Bestes Beispiel die Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen bei knallenden Sonnenschein und einer einstelligen Inzidenz, in Bayern auch noch mit FFP2. Da sehen die Urlauber aus dem Norden ganz schön alt aus, wenn sie in den REWE wollen und mit ihren medizinischen Masken nicht reinkommen. Zum Glück sind jetzt Ferien, aber da geht das Theater erst recht los. Ab heute Testpflicht für Reiserückkehrer. Warum eigentlich erst jetzt und warum so kurzfristig? Kann es sein, dass die Inzidenz den Obrigkeiten noch nicht hoch genug ist, die Angst in der Bevölkerung so langsam verfliegt. Da muss man dafür sorgen, dass sie wieder steigt, in dem man so viel wie möglich testet. Das Erschreckende: ein Teil der Bevölkerung zieht da immer noch mit. Warum? Die Antwort liefert der Kolumnist, in dem er sagt:

»Geht es nach dem Milieu der privilegierten Beamten und Home-Office-Angestellten, dann hört die Pandemie wohl niemals auf – mit Masken, Abstand und geschlossenen Schulen. Doch außerhalb dieser Blase sind viele nicht mehr bereit, die nächste Lockdown-Runde mitzuspielen.«

Ja, einige sind gerade dabei, die Pandemie zu kultivieren. Es ist doch schön kuschlig im Homeoffice und so sicher. Das wollen offenbar viele nicht mehr missen und denken mit Bangen an den Tag, an dem der Chef sie wieder ins Büro beordert. Damit wurde tatsächlich ein lebensfeindlicher und ungerechter Irrsinn geschaffen, bei dem die Privilegierten auf dem Rücken derjenigen leben, die eben nicht daheim arbeiten können. Vielleicht sollten diejenigen, die da draußen das Leben aufrechterhalten, einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen und sich ins Homeoffice zurückziehen, damit allen mal klar wird, dass es eben nicht auf Dauer geht, die Leute einzusperren und ihnen die persönlichen Kontakte zu verwehren.

Wir sind Menschen, wir brauchen zwischenmenschlichen Kontakte. Sie sind wichtig für das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Was passiert, wenn wir die auf Dauer nicht mehr haben, kann man gerade gut in den Sozialen Netzwerken verfolgen. Bei Twitter gehen Leute aufeinander los, die bisher befreundet waren. Welcher Hass dort von beiden Seiten aus den Postings spricht, erschüttert mich regelmäßig.

Spätestens jetzt, wo eine Impfung für alle möglich ist. Wo selbst die Experten fordern, dass die Inzidenz nicht mehr das Maß aller Dinge sein sollte. Spätestens jetzt, muss der Irrsinn aufhören. Das Leben war schon immer ein Risiko. Wir sind alle nicht unsterblich, obwohl einige das offensichtlich glauben. Und wenn wir uns in dem gleichen Maße um die Menschen auf der ganzen Welt sorgen würden, wie um die Menschen in Deutschland, dann wäre die Erde jetzt schon ein besserer Ort.

Ausführung vor Planung 2

Zusatz zum vorherigen Blogeintrag.

Es gibt noch eine Variante der Planung. Auch eine, die Planer nicht sonderlich schätzen. Manche Bauherren oder Architekten haben die Angewohnheit ständig Änderungen zu machen. Selbst dann, wenn das Haus gebaut wird. Oft ist es so, dass man die Änderungen einzeichnet und den Plan ausdruckt. Die Tinte auf dem Plan ist noch nicht richtig trocken, kommen schon die nächsten Änderungen und man fängt wieder von vorn an. Das ist insofern blöd, weil man viel umsonst arbeitet, denn die Bauherren zahlen ja nur eine Pauschale für die Planung. Eigentlich müsste man das Stundenweise abrechnen, dann würde sich das viele überlegen, aber das ist in der Branche schwer durchzusetzen.

Im Film »Schlaflos in Seattle« gibt es eine Szene, in der Tom Hanks als Architekt von einer Kundin genervt wird, weil sie dauernd etwas geändert haben will, obwohl schon alles steht. Das kenne ich nur zu gut.

Ausführung vor Planung

Ich bin beruflich im Stress und das schon seit Wochen. Wie immer ist Zeitmangel der Auslöser. Man hat einfach nie genug Zeit, sich richtig um die Bauvorhaben der Kunden zu kümmern. Im Grunde habe ich es momentan mit drei Situationen zu tun.

Da ist das normale Planungsvorgehen. Man bekommt einen Eingabeplan. Das ist der Plan mit dem das Bauvorhaben bei den Behörden angemeldet wird. Nach dem wird die Baugenehmigung erteilt. Ich mache anhand des Eingabeplans die für mein Gewerk notwendige Planung und gebe die an den Architekten oder die Baufirma weiter. Die übernehmen meine Planungen in die Werkplanung, nach der das Haus dann tatsächlich gebaut wird. Da ist meist noch Zeit, um Änderungen am Grundriss vorzunehmen, um zum Beispiel Platz für Steigschächte für Wasser, Abwasser oder Stromkabel einzuplanen. Manchmal kommen die Bauherren aber auch etwas spät damit an, da muss man sich dann sputen, um die notwenigen Voraussetzungen vom Architekten noch umgesetzt zubekommen. Manchmal muss man auch mit den Bauherren oder Architekten diskutieren, aber meist funktioniert das System.

Dann habe ich momentan ein Bauvorhaben, dass sich noch in der Entwurfsphase befindet. Das ist im Grunde absoluter Luxus für einen Fachplaner. Das heißt, es existiert noch kein Eingabeplan, die Baugenehmigung ist noch nicht angefragt, die Wohnungen sind (wie in diesem Fall) noch nicht verkauft. Zusammen mit den anderen Gewerken kann man sich gut absprechen und vernünftig planen. Da wird man auch mal gefragt, ob das so und so geht, oder was man vorschlagen würde. Das ist toll, so macht das auch Spaß.

Was gar keinen Spaß macht, ist das Bauvorhaben mit dem ich mich diese Woche beschäftige. Da ist außer der Lichtplanung noch nichts geplant, aber der Keller wurde bereits betoniert und morgen wird die erste Decke aufgelegt. Der Albtraum für jeden Fachplaner. Der Bauherr hat sich noch nicht festgelegt, was er will, aber es wird schon mal gebaut. Arrrrrhg! Jetzt haben meine Kollegen und ich die tolle Aufgabe, das irgendwie in kürzester Zeit so hinzubiegen, dass man im Nachhinein möglichst viel noch ändern kann, in der Hoffnung, das der Bauherr dann auch zufrieden ist. Leider handelt es sich um kein kleines Häuschen und natürlich stimmen teils die baulichen Voraussetzungen nicht. Da ist Improvisieren angesagt, was beim Hausbau nicht immer die beste Lösung ist. Jedenfalls versuchen wir in den nächsten Tagen nun möglichst die Kuh vom Eis zu schaffen. Mal sehen, ob uns das gelingt.

Das Motto »Ausführung vor Planung« kommt leider immer häufiger vor und das macht meinen Job mitunter superstressig.