Rückblick auf die Vergangenheit der Zukunft

Quelle: BoD.de

Wahrscheinlich habe ich es hier schon mal erwähnt, in dem Fall wiederhole ich mich gern. Star Trek: Enterprise wird für immer einen besonderen Stellenwert unter den Star Trek-Serien haben. Ohne das Prequel wäre ich wahrscheinlich nicht mit meinem Mann zusammengekommen, oder es hätte länger gedauert. Das weiß man nie. Deshalb bin ich der Serie heute noch sehr verbunden, obwohl viele Fans damit so gar nichts anfangen können.

Zu langweilig, zu rückständig, zu wenig Star Trek – die Liste der Kritiken ist lang und manches mag durchaus berechtigt sein. Denn tatsächlich dauerte es lange, bis sich die Serie endlich gefunden hat. Zu lange, leider. Mit der vierten Staffel wurde sie schließlich eingestellt.

Wer Enterprise damals nicht bis zum Ende angesehen hat, oder wer sie gar nicht kennt, sollte vielleicht doch mal ein Auge auf die TV-Serie riskieren. Es gibt sehr gute Einzelepisoden. Damit derjenige ungefähr weiß, was auf ihn zukommt, empfehle ich hier folgendes Sachbuch. »Star Trek: Enterprise – Ein kritischer Rückblick auf die fünfte Star Trek-Serie« von Julian Wangler. Der Autor von »Maximum Warp« offenbart darin kenntnisreich seine persönlichen Gedanken zu Archer, T’Pol und Trip, über die vier Staffeln, den Weg zur Gründung der Föderation und warum in Star Trek: Enterprise doch mehr Star Trek steckt, als man zunächst denkt.

Das Beste, der Autor langweilt seine Leser nicht mit Seitenlangen Handlungszusammenfassungen. Die meisten Folgen werden inhaltlich nur umrissen, wenn überhaupt. Er konzentriert sich auf das große Ganze, visualisiert das Grundgerüst der einzelnen Staffeln und wie es den Produzenten gelungen ist, dies umzusetzen oder eben nicht. Die Hintergründe sind treffend recherchiert und zeugen von Kenntnis der Materie. Die Kapitel sind informativ und flüssig geschrieben. In vielen Punkten stimme ich mit dem Autor überein. Manchmal gehen unsere Meinungen auseinander, aber das ist selten. Als Kenner der Serie bekommt man noch einmal alles schön aufbereitet. Man erinnert sich wieder an dies und an jenes. Und es macht auf jeden Fall Lust, die DVDs mal wieder einzulegen und sich die Folgen noch einmal anzuschauen.

Ein winzig kleines Problem hatte ich mit den Titeln der genannten Episoden. Die sind durchgehend auf Deutsch. Da ich die Folgen vorwiegend auf Englisch gesehen habe, habe ich leider nur die englischen Titel im Kopf. Da musste ich tatsächlich hin und wieder mal nachschlagen, um zu wissen von welcher Folge die Rede ist. Da wäre es schön gewesen, beide Titel abzudrucken, das englische Original und die deutsche Übersetzung. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Am Ende versucht sich der Autor an einem versöhnlichen Ende. Denn bekanntlich wurde die Serie von ihren Schöpfern mit einer höchst umstrittenen Folge beendet. Archers Rede vor der Föderation und die Episoden 30 und 200 Jahre nach der Gründung der Föderation haben mir gut gefallen und sind der Serie würdig.

Fazit: Den subjektiven Rückblick auf Star Trek: Enterprise halte ich durchaus für gelungen. Er spricht sowohl Fans als auch Neulinge an, stellt Querverbindungen her, auf die man selbst nicht gekommen wäre und bringt auch die eine oder andere neue Information zu Tage. Das ganze in einem leicht lesbaren Stil, der gut zu unterhalten weiß. Was bei einem Sachbuch nicht selbstverständlich ist. Das Buch ist bei BoD als gedrucktes Taschenbuch oder als E-Book erhältlich.

Am Ende muss ich noch gestehen, dass ich vielleicht nicht ganz unbefangen bin. Julian Wangler und ich kennen uns schon seit den Zweitausendern aus der Fan-Fiction-Szene. Er fragte mich, ob er eine meiner Zeichnungen als Illustration im Buch abdrucken darf. Da habe ich natürlich nicht Nein gesagt.

Quellhäuschen, Katzer und andere Seltsamkeiten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 258 – »Der Plan des Quellmeisters« von Rainer Schorm

In der Nähe der Quantenquelle gerät die SOL trotz des SCALA-Schirms in eine Wolke neutraler Quanten. Ein Teil des Schiffes verschwindet. Die Membran, welche die SOL-Zelle mit den Habitaten wie ein Messer teilt, hat verschieden Auswirkungen auf die Besatzungsmitglieder. Bjo Breiskoll und Perry Rhodan werden davon magisch angezogen, andere Menschen werden durch die Membran verletzt. Sofgarts Augenprothese funktioniert nicht mehr richtig und eine unsichtbare Kraft lähmt den Arkoniden.
Ein blinder Passagier, der schon länger an Bord der SOL ist, hat ähnliche Probleme. Der Loower Pankha-Skrin, den Rhodan vor zwölf Jahren im Compariat gerettet hat, hat das Mentalamalgam Sud und Donna Stetson mittels Loowertechnologie von der CREST II zusammen mit SENECA an Bord geholt. Doch die Transportkapseln versagen in der Nähe der Membran. Die beiden Frauen drohen zu sterben. Er muss sich Rhodan und der Besatzung offenbaren, um sie und damit auch seine Mission zu retten. Aber er steckt im verschwunden Teil der SOL auf der anderen Seite der Membran.
Dann aber lösen sich die Relikte von Quiniu Soptors Stab aus Suds Intarsium und perforieren die Membran. Rhodan und Bjo Breiskoll wechseln durch die Membran und können die Frauen bergen. Auf der Medostation lösen sich letztendlich die Relikte vollständig aus Suds Intarsium und werden zu zwei weiteren Atorakten in Sofgarts F’Atkor. Dieser kann damit die Membran verschieben und die SOL befreien, deren Statik kurz vorm Zusammenbruch steht. Pankha-Skrin verschweigt Perry Rhodan die Gründe seiner Mission und lässt die Menschen ahnungslos in ihr Schicksal fliegen.

So sehr ich Rainer Schorm als Menschen mag, so schwer tue ich mich mitunter mit seinen Geschichten. »Der Plan des Quellmeisters« brachte mich wieder an meine Grenzen. Ich habe angefangen und den Roman schnell wieder beiseite gelegt. Es dauerte lange, bis ich ihn wieder zur Hand nahm und mich buchstäblich, also Buchstabe für Buchstabe, durch die Handlung quälte.

Eigentlich habe ich es gern komplex. Ich freue mich immer über komplizierte Zusammenhänge, aber diese sollten eine Geschichte unterstützen und nicht der Quell der Handlung sein, wo wir schon bei Quellen sind. Dass, was ich hier lese ist … nein, es fühlt sich wie Zauberei an. Das denkt Perry Rhodan an einer Stelle des Romanes sogar selbst: »Was dann geschah, wirkte beinahe wie Magie.«

Natürlich kann man nicht einfach sagen, dass funktioniert so nicht. Wir verstehen viel zu wenig von Quantenphysikalischen Vorgängen, als dass wir mit Sicherheit sagen können, das gibt es und das gibt es nicht. Aber – und hier richte ich mich an beide Exposéautoren – für mich ist das als Erklärung ein bisschen zu simpel. Machen es sich die Autoren damit nicht zu einfach, indem sie sagen, dieses oder jenes Phänomen wird durch diesen oder jenen Quanteneffekt hervorgerufen? Auch wenn in der Quantenmechanik vieles möglich ist, so sollte es nicht als Alibi dafür dienen, die Handlung um die technischen Phänomene herum zu konstruieren. Anstatt, eine Idee oder einen Charakter durch eine spannenden Handlung näher zu beleuchten, ist in diesem Band die ominöse Membran der eigentliche Protagonist.

Während Lucy Guth in Band 255 »Die perfekte Welt« die neutralen Quanten oder Neuter dazu benutzt, Perry Rhodan einen Spiegel vorzuhalten und ihn mit den Prinzipien seines zweiten Selbst zu konfrontieren, erzählt sie damit eine Geschichte, die den Leser fesselt. Eben weil die Neuter nur das Werkzeug sind und nicht der eigentliche Kern.

In Band 258 erlebe ich die Auswirkungen der geteilten SOL aus verschiedenen Perspektiven mit, ohne das ich eine emotionale Bindung zu einem der Charaktere aufbauen kann. Außer vielleicht zu Sofgart, den Rainer Schorm besser als jeder andere Autor zu beschreiben weiß. Von den technischen Beschreibungen und pseudophysikalischen Erklärungen bleibt bei mir nichts haften. Außer, dass sich am Ende fünf statt nur drei Atorakte im F’Atkor befinden, sind für mich keine entscheidenden Handlungsfortschritte oder Charakterentwicklungen erkennbar.

Probleme habe ich nach wie vor mit Bjo Breiskoll. Bei dem Katzer bin ich mir nicht sicher, warum die Expokraten ausgerechnet ihn eingeführt haben und was sie mit ihm planen. Die Figur ist für mich nicht greifbar. Mir wäre zum Beispiel lieber gewesen, er wäre zu einem Gefäß für den Quantenschatten geworden, damit dieser seinen perfiden Plan an Bord der SOL hätte ausführen können. So bleibt die Gefahr durch den Schatten die ganze Zeit über zu subtil, um am Ende von Band 258 innerhalb weniger Absätze für beendet erklärt zu werden. Das war für mich unbefriedigend gelöst.

»Der Plan des Quellmeisters« ist ein schwieriger Roman, der mit vielen pseudowissenschaftlichen Gedanken aufwartet, denen sich Handlung und Charaktere unterordnen müssen. Mit dem Katzer Bjo Breiskoll agiert außerdem eine mich wenig überzeugende Figur. Da wünsche ich mir den echten Kater Hermes zurück.

Wer sich fragt, was ein Quellhäuschen ist. Das ist ein Organ eines Loowers, das auch bei Perry Rhodan auf der Hand wächst und das durch die Membran stimuliert wird.

Tierischer PodCast

In letzter Zeit habe ich PodCasts für mich entdeckt. Immer wenn ich auf meinem Rudergerät trainiere höre ich einen PodCast. Meist einen der inzwischen vier Perryversum PodCasts. Hin und wieder aber schweife ich ab und höre den PodCast zu meiner Lieblings-Reality-Serie »Elefant, Tiger und Co« aus dem Leipziger Zoo. Da verpasse ich selten eine der TV-Sendungen am Freitagabend. Und wenn doch, schaue ich sie mir anschließend in der Mediathek an.

Jetzt gibt es die Serie auch im PodCast-Format. Hier wird meist einer der vielen Tierpfleger interviewt. Man erfährt sehr viel Neues über diese Leute. Beispielsweise wie sie zu dem Beruf gekommen sind und was ihnen daran besonders gefällt. Das sind immer interessante 45 Minuten, in denen ich andächtig zuhöre. Da kann es schon mal passieren, dass ich weiter rudere, als ich mir vorgenommen habe.

Also, wer die Sendung kennt und mag, sollte unbedingt mal beim PodCast reinhören.

Beispiel für irreführende Berichterstattung

… oder was der Flugverkehr von Österreich mit den Bewohnern des Nationalparks Berchtesgaden zu tun hat.

Nachrichtenbeiträge im Internet müssen Klicks generieren, je mehr Klicks, desto höher die Werbeeinnahmen. Das gilt für private Nachrichtenanbieter mehr wie für Öffentlich-Rechtliche. Es wird sehr oft auf der BILD-Zeitung rumgehackt, weil sie eine verzerrte auf Sensation getrimmte Berichterstattung machen. Das haben sie aber schon immer getan. Nicht für umsonst gibt es seit Jahrzehnten solche Sprüche wie: »Fabrik flog in die Luft, BILD flog mit« oder »Mord – BILD sprach zu erst mit der Toten«. Bei der BILD ist man es gewohnt, dass man nicht alles glauben darf, was sie drucken. Das wird bei dem neuen Fernsehsender nicht anders sein. Jemand aus meiner Abiturklasse ist übrigens Redakteur bei der BILD-Zeitung. Deswegen bleiben wir trotzdem befreundet.

Aber wie schon gesagt, das war schon immer so und andere Pressekanäle vor allem die Privatfinanzierten stehen dem in nichts nach. Am Wochenende bin ich selbst mal wieder so einer irreführenden Schlagzeile aufgesessen. »Erste Auslandsflüge in Österreich« stand da bei Chiemgau24 zu lesen.

Ich habe mich gefragt, warum es in Österreich bisher keine Auslandsflüge gegeben haben soll. Wo doch der Flugverkehr – wir wohnen in der Einflugschneise des Salzburger Flughafens – inzwischen wieder so geschäftig wie vor der Pandemie ist? Vielleicht hat der »Shorty« wie Kanzler Kurz allgemein genannt wird, wieder irgendein irres Gesetz erlassen, das den Österreichern die Auslandsreisen verbot. Konnte ich mir zwar nicht vorstellen, aber man weiß ja nie heutzutage. Ich klickte also den Artikel an.

Beim Lesen der ersten beiden Sätze dann die Erkenntnis, das es weder um Österreicher und Auslandsflüge noch um Flugzeuge geht. Tatsächlich handelt der Artikel von zwei Bartgeiern, die unlängst im Nationalpark ausgesetzt wurden. Vielleicht fand derjenige, der den Artikel verlinkt hat, es lustig, ein Bild von einem Flugzeug zu der Headline zu posten. Vielleicht hat er oder sie den Artikel auch gar nicht erst gelesen. (Was ich eher glaube.) Nun … wenn das keine Irreführung ist, weiß ich auch nicht.

Text im Kopf

Quelle: Jimmy Beaulieu »Ein pornographischer Sommer«

Unlängst entdeckte ich mich in einer Graphic Novel von Jimmy Beaulieu wieder. Auf der Zeichnung ist ein Autor zu sehen, der nachts durch eine Stadt geht und dabei einen Roman schreibt. Und zwar in seinen Gedanken.

Auch ich sehe Worte, füge sie gedanklich zu Sätzen zusammen, ob beim Spaziergang oder beim Fahrradfahren. Da ist stets ein Text, der in meinen Gedanken Gestalt annimmt und raus möchte. Oft passiert mir das nachts und sorgt dafür, dass ich nicht schlafen kann. Wenn ich aufstünde, würde ich meinen Mann aufwecken, das will ich nicht. Also liege ich da und formuliere im Kopf Geschichten oder Blogtexte.

Wenn ich es am nächsten Tag schaffe, bringe ich die Sätze zu Papier oder in den Computer. Meistens aber verwehen sie, bevor ich sie aufschreiben kann. Aber selbst wenn, ist der Text nicht so perfekt, wie ich ihn mir in Gedanken abgelegt habe.

Gut ist aber, dass ich diesen Zustand des »Wörtersehens«, wie ich es nenne, erzwingen kann, wenn ich einen Text schreiben muss. Es dauert zwar manchmal bis ich richtig drin bin. Meist kann ich dann den ersten Teil des Textes nochmal schreiben, weil er nichts taugt. Aber im Grunde funktioniert es. Natürlich wäre es besser, immer gleich loszuschreiben, wenn die Sätze vor meinen Augen entstehen, aber das ist mitunter schwierig. Ich versuche mir einfach die Formulierungen zu merken und das klappt im Grunde ganz gut.

Zurück zu Jimmy Beaulieu. Es freut mich zu sehen, dass es offenbar anderen Menschen ebenso geht wie mir und sie Sätze sehen. Das ihre Texte in Gedanken entstehen, sie daran herumfeilen, korrigieren und verwerfen, als würden sie sie auf ein Stück Papier schreiben. Cool!

Die Graphic Novel »Ein pornographischer Sommer« erzählt von einem bekannten Erotikautor, der ein altes leerstehendes Hotel in einer dünn besiedelten Gegend Kanadas kauft und dort einen Sommer lang mit seiner Freundin die Geheimnisse des Hauses ergründet. Pornographisch ist eher das, was der Autor in seinen Romanen schreibt, als die Zeichnungen des Künstlers, der die Geschichte erzählt. Also alles in allem kein Schweinkram.

Zu viel zu tun, zu wenig Zeit

Es ist wie verhext. Es gibt Zeiten, in denen man nicht wirklich etwas zustande bringt. Man nimmt sich das und das vor, aber dann funkt wieder irgendwas dazwischen und man wird davon abgebracht.

Momentan gehts mir mal wieder so. Ich wurschtle den ganzen Tag vor mich hin, auf der Arbeit und daheim, und am Ende des Tages habe ich dennoch das Gefühl, nichts fertigzubekommen zu haben. Eigentlich wollte ich heute über unsere Kartoffelernte bloggen und über das Politnavi, stattdessen kümmere ich mich um die Reklamation der SOL103 (zu wenige Exemplare gedruckt und zu spät geliefert) und schreibe Seitenweise Anträge und Widersprüche wegen unserer Wallbox oder telefoniere mit Anwälten.

Gestern hat es mich dann noch im Flur der Länge lang hingeschmissen. Ich hatte den feuchten Fleck auf den Fliesen nicht gesehen und bin mit Schwung darauf ausgerutscht. Jetzt kühle ich mein blaues Knie (zum Glück das gesunde) und hoffe, dass das angeschlagene zweite Knie keinen allzu großen Schaden genommen hat. Ich war so froh, dass es sich seit einem Jahr einigermaßen ruhig verhält. Dafür ist mein Nacken wieder so verspannt, das ich mich morgens nach dem Aufwachen kaum bewegen kann und mich ständig unterschwelliges Kopfweh plagt.

Auf meiner »to do-Liste« von heute stehen zwei Artikel, die ich noch schreiben muss und eine Kurzgeschichte. Ob ich das hinbekommen weiß ich nicht, vom Schreiben an meinem Roman ganz zu schweigen. Ich hoffe, dass ich zumindest einen Text heute noch fertigbekomme.

Dass ich zwei NEOs im Rückstand bin, ist auch noch nicht vorgekommen. Zumindest einen habe ich heute morgen schon mal angefangen. Aber eigentlich kann ich es mir momentan nicht leisten, zu lesen, weil so viel anderes ansteht. Das ist alles irgendwie deprimierend.

Das Bild von unserer diesjährigen Kartoffelernte vom Balkon, will ich dennoch niemandem vorenthalten. Drei Sorten Kartoffeln von insgesamt drei Pflanzen – kann sich sehen lassen. Mal sehen, wie sie schmecken.

Spaziergang zum Wasserfall

Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich habe ein Faible für Wasserfälle. Auf Madeira sind wir mal einen ganzen Tag lang alle Wasserfälle abgefahren, die wir finden konnten, und das waren eine ganze Menge. Zu einem sind wir gut zwei Stunden hingewandert, auf der schmalen Brüstung eines Levada und dann erwartete uns nur ein armseliges Getröpfel. Im Maggia-Tal im Tessin haben wir an einem einsamen Wasserfall gerastet. Die Erinnerungen daran sind heute noch präsent.

Dass es bei uns in der Gegend auch spektakuläre Wasserfälle gibt, ahnte ich bisher nicht. Am Wochenende haben wir einen gefunden. Dank Google Maps. Der Wasserfall heißt passend »Wasserwandl« und ist für hiesige Verhältnisse beeindruckend. Vom Wanderparkplatz Kohlstadt aus geht man in 50 Minuten einen mäßig steilen Forstweg hinauf. Inzwischen sind dort mehr Radfahrer unterwegs als Wanderer, was schon ein bisschen seltsam ist. Der Bach ist häufig angestaut und bietet Ausblicke auf viele kleinere Wasserfälle. Es ist keine sehr anstrengende Tour, die sogar für nicht passionierte Berggeher oder mit Kleinkindern geeignet ist.

Im Tal war es angenehm frisch. So um die 20 Grad, während außerhalb der Berge die Dreißig-Grad-Marke überschritten wurde. Wir verbrachten etwa eine Viertelstunde dort, machten ein paar Fotos und gingen dann wieder zurück zum Auto.

Hier ein paar Impressionen:

Zwei SF-Romanzen zum anschauen

Science Fiction und Romantik in einem Film, geht das überhaupt? Ja, das geht. Das haben schon so einige phantastische Filme wie »Die Frau des Zeitreisenden« oder »Passenger« bewiesen. Heute möchte ich an dieser Stelle zwei weitere Filme dieser Gattung vorstellen.

»Clara« oder »A billion Stars« erzählt die Geschichte einer jungen Künstlerin und des menschenscheuen Astronomen Isaac Bruno, der auf der Suche nach intelligentem Leben im All ist. Beide lernen sich durch Zufall kennen und Clara hilft Isaac bei seinen Forschungen. Doch die junge Frau ist krank. Hin und wieder wird sie von Visionen heimgesucht, die sie nicht versteht. Das führt nicht nur zu Konflikten zwischen den beiden ungleichen Persönlichkeiten, sondern Claras Visionen verhelfen Isaac zum Durchbruch. Dann stirbt Clara …

Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten, denn der Twist am Schluss des Films ist genial und behandelt ein Thema der Science Fiction, dass in dieser Form noch nicht oft aufgegriffen wurde. Ein bisschen erinnert mich der Film an »Contact« mit Jodi Foster. Auch da ist eine Wissenschaftlerin auf der Suche nach außerirdischem Leben.

Wer mal einen Blick riskieren möchte, sehe sich den Trailer an:

Eine weitere Science-Fiction-Romanze sahen wir vorgestern Abend an. »Für immer Adaline« erzählt ebenfalls von einer jungen Frau. Die wird 1908 geboren und verunglückt 1935 bei einem Autounfall. Der Zufall will es, dass in dem Augenblick in dem sie im kalten Wasser eines Flusses stirbt, ein Blitz einschlägt und sie durch den Stromstoß wiederbelebt wird. Von dem Tag an altert Adaline nicht mehr. Sie bleibt für immer neunundzwanzig und das wird sehr bald für sie und ihre Tochter zu einem Problem. Adaline muss sich verstecken und wechselt alle zehn Jahre die Identität. Keiner außer ihrer Tochter kennt ihre wahres Ich. Sie lässt sich nicht fotografieren und geht Beziehungen aus dem Weg. Bis sie an einem Silvesterabend Ellis begegnet. Der junge Mann lässt nicht locker und lädt sie immer wieder zu Dates ein. Adaline stimmt zu, mit ihm seine Eltern zu besuchen. Doch da nimmt das Drama seinen Lauf. Ellis Vater ist Adalines verflossene Liebe. Er erkennt sie natürlich wieder …

Das einzige, was mir an dem Film nicht gefallen hat, war das Happy End. Ansonsten ist es ein großartiger Film mit hochkarätiger Besetzung. Harrison Ford sieht mal richtig alt aus, im Gegensatz zu der unverbrauchten Darstellerin der Adaline, die optisch auch im Jahr 2015 aussieht, als käme sie direkt aus den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts, ohne das sie altmodisch wirkt. Der Look ist perfekt.

Wer mal reinschauen will, hier ist der Trailer:

Ist das noch Journalismus oder schon Propaganda?

Bei der Recherche für meinen Roman, in dem es unteranderem um unabhängige Medien geht, stieß ich auf ein Interview mit Michael Meyen – Professor für Kommunikationswissenschaft an der LMU in München.

Der Inhalt lässt aufhorchen. Wer immer noch glaubt, die Presse sowie die Privaten- und Öffentlich-Rechtlichen Sender seien unabhängig und dürften frei schreiben, dem werden die Augen geöffnet. Die Vierte Macht im Staat existiert nicht, wenn sie überhaupt je existiert hat. Alles ist mit allem verbunden. Schon die Studenten an den Hochschulen wählen nicht mehr Themen, die sie selbst interessieren, sondern gezielt Themen, die für ihre weitere Karriere Erfolg versprechen. Man schreibt, was diejenigen hören möchten, die das Geld oder die Macht im Staat haben.

In den Aufsichtsräten der Sendeanstalten sitzen Politiker oder ehemalige Journalisten, die sich einst von den Parteien haben kaufen lassen, indem sie jahrelang als deren Pressesprecher gedient haben und als Belohnung nun einen Führungsposten beim Fernsehen bekamen. Es ist wie beim Fußball, nur nicht so offensichtlich. Während die großen und kleinen Medienhäuser zunehmend unter finanziellen Druck geraten und sparen müssen auf Teufel komm raus. Da leidet zwangsläufig die Vielfalt, Qualität und Unabhängigkeit des Journalismus.

Dazu passt, dass in letzter Zeit viele Journalisten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verlassen haben. Es ist erstaunlich, vor allem wenn man bedenkt, das früher ein Job bei ARD und ZDF als angesehen und sicher galt. Irgendetwas muss passiert sein, dass so viele der ARD und dem ZDF den Rücken kehren oder sogar gegangen wurden. Ich mag nicht spekulieren, aber ich mache mir da meine Gedanken.

Michael Meyen bestätigt mein Gefühl. Es gibt eine echte Realität und es gibt die Medienrealität. Beides entfernt sich zunehmend voneinander. Ansätze gab es schon vor der Pandemie. Durch Corona sind die Probleme nur noch sichtbarer geworden. Und das Ganze lässt sich auch auf die Wissenschaft übertragen. Auch hier wird oftmals nur noch geschrieben, was erwünscht ist. Kritische Stimmen werden bestenfalls nicht erhört, schlechtestenfalls verlieren Wissenschaftler ihre Reputation oder bekommen keine Finanzierung für ihre Projekte. Auch daran scheitert Fortschritt.

Wer jetzt denkt, dass seien alles nur Verschwörungstheorien, dem sei ein Satz gesagt, der sich in den vielen Kommentaren unter dem Video findet: »Man muss niemandem Böswilligkeit unterstellen, wenn Unvermögen ausreicht.«

Es braucht schon starke Nerven, sich die Ausführungen anzuhören. Selbst wenn nur ein Bruchteil davon stimmt (Ich gehe davon aus, dass ein Mensch, der sich jedenTag damit beschäftigt, weiß wovon er spricht.), steht uns das Ende der freien Demokratie bevor. Und Michael Meyen muss wissen, wie sich sowas anfühlt. Er wurde in der DDR geboren und ist dort aufgewachsen. Ich sag ja, wir Ostdeutschen sehen vieles mit anderen Augen und trauen erst einmal niemandem, nicht mal uns selbst.

Die Bahn in Pandemiezeiten

Ich hatte diese Woche wieder das Vergnügen mit der Deutschen Bahn zu fahren. Ich bin extra schon am Dienstag gefahren, weil Streik angekündigt war. Angesichts der vollen Züge hatte wohl nicht nur ich diese Idee.

Inzwischen gilt in den Zügen keine FP2-Maskenpflicht mehr, sondern es reicht eine medizinische Maske. Es hat sich auch jeder daran gehalten, zumindest mehr oder weniger. Auffällig war, dass viele im Zug am Essen waren. Ich hatte in Bamberg wieder eine Dreiviertelstunde Aufenthalt und habe mir beim McCafé einen Kaffee und ein Eis gekauft, das ich dann bei schönstem Sonnenschein auf dem zugigen Bahnsteig genossen habe. Als Alibi um keine Maske tragen zu müssen. Am Bahnsteig in Bamberg herrscht nämlich FFP2-Maskenpflicht. Was voll sinnvoll ist, wenn die Sonne scheint und der Wind geht und nur alle zehn Meter ein Reisender steht. Ich sag dazu nichts mehr, jeder Aerosol-Forscher schüttelt darüber nur mit dem Kopf.

Als ich da stand, fuhr am Nachbargleis ein Zug mit auffälligen Wagons ein. Siehe Bilder. <Ironie> Bei deren Anblick kam mir der Gedanke, dass das wohl die neuen Wagons für Ungeimpfte und Maskengegner sein könnten oder die neue Holzklasse der DB. Weil Stühle muss dann jeder selbst mitbringen, dafür gibt es viel frische Luft und gute Rundumsicht. </Ironie> Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen.

Zurück zu meiner Zugfahrt. Am Nürnberger Bahnhof gab es dann mal wieder ein Problem mit einem Triebwagen. Der Zug fuhr an, bewegte sich 500 Meter und stand dann zehn Minuten in der Ausfahrt vom Gleis. Das Alarmsignal vom Lockführer erklang. Der Ton bedeutet eigentlich nie etwas Gutes. Zum Glück haben sie das Problem aber beheben können. Und zum Glück ist nichts so verlässlich, wie die Verspätungen bei der Deutschen Bahn. Denn der EC nach Graz mit dem ich ab München fahren wollte, hatte auch zwanzig Minuten. Damit habe ich meinen Anschluss geschafft, sonst wäre es eng geworden. Ich fahre jetzt seit 2007 mehr oder regelmäßig mit den EC-Zügen Richtung Salzburg. Die Verspätungsstatistik dieser Züge ist unübertroffen. Ich kann die Tage an einer Hand abzählen, an denen der Zug mal pünktlich war.