… Das fragte ich mich, als ich gestern mit meiner Beute die Bahnhofsbuchhandlung verließ. Ganze drei Publikationen aus dem Pabel-Moewig Verlag hielt ich in Händen. Die PERRY RHODAN Erstauflage kaufte ich hauptsächlich wegen der Clubnachrichten. Da aber der Roman von Michelle Stern ist, werde ich ihn sicher auch irgendwann mal lesen. Den ersten Band der TERMINUS Miniserie musste ich haben, weil ich die Miniserien gern mag und weil Uwe Anton in seinem Werkstattbericht (SOL 86) davon erzählt, dass die Handlung in der Frühzeit der Serie spielt – zu Beginn des Cappin-Zyklus‘. Jenem Zyklus also mit dem ich Anfang der Neunziger in die Serie eingestiegen bin. Nur leider habe ich die letzten drei Bände von PR-JUPITER noch nicht durch. TERMINUS Band 1 wird also noch warten müssen. Inzwischen finde ich es fast spannender, die Miniserien am Stück zu lesen. Der NEO ist aber bald dran, schließlich will ich wissen, wie es weiter geht mit Perry und Tuire in Suurt und mit den Gurrads. Der liegt ganz oben auf meinen Lesestapel.
Weil das offensichtlich nicht genug PERRY RHODAN ist (schließlich muss ich 50 Jahre Seriengeschichte aufholen), lese ich zwischendrin noch den Silberband 28 »Lemuria« aus dem MdI-Zyklus – Kapitelweise beim Frühstück. Dabei amüsiere ich mich über die Logiklöcher und die manchmal haarsträubende Handlung. Wenn das heute so in der Erstauflage geschrieben würde, die Fans würden die Redaktion mit Protest-E-Mails bombardieren oder es gäbe einen Shitstorm im Forum bzw. in den Sozialen Medien. Damals hat das keinen gestört. Im Gegenteil, noch heute zählt der MdI-Zyklus unter den Fans zu den beliebtesten Zyklen. Ich denke, dass es die grundlegenden Ideen hinter der Geschichte sind, die heute noch faszinieren. Auch wenn man es inzwischen sicher auf andere Weise erzählen würde.
Ich werde wohl einen Kurs zum beschleunigten Lesen besuchen müssen, um das Pensum in Zukunft schneller zu bewältigen. Schließlich warten noch ganz andere Schätze im Bücherregal, wie Neil Gaimans »Der Ozean am Ende der Straße« oder zwei Romane von Gregory Benford sowie »Vortex« der dritte Teil der Spin-Trilogie von Robert Charles Wilson und und und …
PERRY RHODAN NEO Band 145 – »Hafen der Pilger« von Rüdiger Schäfer
Ich muss mich schon fast entschuldigen, weil ich die Rezension zu diesem NEO-Roman so spät veröffentliche. Seitdem ich nicht mehr pendle, hinke ich meinem Lesepensum etwas hinterher. Dann kamen noch die Ostertage dazwischen, an denen ich keine Zeit zum Lesen hatte und so kommt meine Besprechung zum aktuellen Roman meines Lieblings-NEO-Autoren erst heute.
Doch zurück zur Geschichte. Wie die meisten Romane in dieser Staffel fällt auch »Hafen der Pilger« etwas aus der Reihe.
Der Inhalt ist kurz zusammengefasst. Perry Rhodan gerät im Kugelsternhaufen Suurt in Gefangenschaft abtrünniger Gurrads. Auf ihrem Schiff trifft er auf Tuire Sitareh. Mit der Zeit können beide die Löwenmenschen von ihrer Harmlosigkeit überzeugen und durch Hilfe bei der Reparatur des Raumschiffes und ihrer Basis als Freunde gewinnen. Die Gurrads helfen ihnen sogar dabei fünf wichtige Prüfungen zu bestehen, um auf Pilgerreise nach Ambaphal gehen zu können.
Der Autor schickt Rhodan und Sitareh auf ein klassisches Planetenabenteuer. Fern von kosmologischen Verwicklungen müssen sich die beiden Freunde mit ziemlich weltlichen Dingen herumschlagen, sei es, sich vor tausenden Zuschauern nackt auszuziehen, eine Bürstenmassage über sich ergehen lassen, Verse auswendig lernen, einen Turm zu erklettern oder einen schleimigen Wurm zu verspeisen. Das bringt etwas Abwechslung ins Übermaß an kosmischen Entwicklungen in den vergangen Staffeln. Ich finde es schön, dass mal keine Schlachten geschlagen werden müssen und auch sonst nicht viel gekämpft wird. Der ruhige Handlungsfortschritt, der sich über einige Wochen hinzieht, entspannte mich regelrecht. Spannung bezieht Rüdiger Schäfer wie immer mehr aus dem Inneren der Figuren und ihrem Agieren mit der phantastischen Umwelt. Das gefiel mir außerordentlich gut und ich habe an einigen Stellen gedacht, dass ich das wahrscheinlich genauso geschrieben hätte. Diese Parallelität der Schreibstile freut mich immer. Ungewöhnlich, aber interessant, finde ich die Gurrads. In ihrem Verhalten ähneln sie den Klingonen bei STAR TREK.
»Hafen der Pilger« ist sicherlich kein schlechter Roman, dennoch bleiben nach wie vor Fragen. Warum unternimmt Perry Rhodan die Pilgerreise, obwohl sie nicht ungefährlich ist? Was erwartet er sich davon? ES hat ihn nach Sagittarius geschickt und nicht in den davor liegenden Kugelsternhaufen. Oder, doch …? Schließlich machen sich sowohl sein Wasserschiff, als auch die Verrytsphäre von Tuire Sitareh einfach so aus dem Staub. Das lässt ihm wenig Spielraum, so ganz ohne technische Hilfsmittel der Superintelligenz. Mir persönlich ist das zu »plot-driven«, um mich zu überzeugen. Irritiert hat mich auch Sitarehs plötzliche Fähigkeit sein Gegenüber mittels seiner Ausstrahlung zu beeinflussen. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das bisher nie so offensichtlich angesprochen worden. Auch wenn mir der ruhige und langsame Handlungsfortschritt des Romans gefallen hat, in Bezug auf die Staffelhandlung spüre ich nur wenig Fortschritt. Ich bin unsicher, wohin die Reise gehen und wie das enden soll. Ich möchte die vergangenen Bände von METEORA nicht schlecht reden. Aber diese Staffel plätschert so vor sich hin, dass ich mich frage, ob da nicht schon zu Beginn die Luft raus war. Wollen die Expokraten nach den schlimmen Ereignissen auf der Erde und der überstürzten Handlung sich und den Lesern eine Verschnaufpause gönnen? Angesichts der schweren Krankheit von Exposéautor Michael Buchholz hätte ich sogar Verständnis dafür.
Trotz alledem bin ich gespannt, wie die Handlung weitergeht, sowohl mit Rhodan und Sitarehs Pilgerreise, also auch auf der Erde.
Das starke Cover von Dirk Schulz erinnert mich an den Planeten Scarife bei Rouge One.
Mein Fazit: »Hafen der Pilger« ist nicht der überragendste NEO-Roman den ich von Rüdiger Schäfer gelesen habe, aber sicher der Ungewöhnlichste. Im Gedächtnis bleiben mir die plastischen Bilder der Pilgerstadt, die interessanten Charaktere und die über einen ungewöhnlich langen Zeitraum verlaufende Handlung.
PERRY RHODAN NEO Band 144 – »Verkünder des Paradieses« von Michael H. Buchholz
Es sollte der letzte Roman sein, den Michael H. Buchholz schrieb. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, ist es schwer einen objektiven Blick zu behalten.
Mit dem Auftauchen der Memeter ereilt die Menschheit in NEO die dritte Invasion in Folge. Im Gegensatz zu den Vorangegangenen ist zumindest der Grund originell. Ohne die vorherige Sitarakh-Invasion und die Zerstörungen, die im Auftrag von Masmer Tronkh erfolgten, wäre die Thematik noch um vieles brisanter. Weil die Menschheit ihren Planeten heruntergewirtschaftet hat, soll sie von der Erde vertrieben bzw. ins »Paradies« verbracht werden. Wie auch immer dieses Paradies 2.0 beschaffen sein wird. Vielleicht ist es auch nur eine virtuelle Realität und die Menschen werden auf dem riesigen Memeterschiff in eine Art Matrix »verpackt«. Das ist eine Idee, die sogar in einem eigenständigen Roman außerhalb des Perryversums funktionieren könnte.
Der Autor vermag die Hilflosigkeit der Terraner sehr plastisch zu erzählen. Im Verlauf der Handlung tauchen Figuren auf, mit dessen Wiedersehen man nicht mehr gerechnet hatte, so wie Lionel Dahl, den verurteilten Assistenten von Bully. Wie immer versucht Michael H. Buchholz die Vorgänge wissenschaftlich genau zu erläutern, um Glaubhaftigkeit zu erzeugen und er stellt interessante Bezüge zur Historie her. Das gelingt ihm sehr gut.
Jedoch … die Manipulationen der Memeter an den Menschen sind so offensichtlich, das ich mich frage, warum die Verantwortlichen das nicht schon frühzeitig erkennen und etwas dagegen unternehmen. Andererseits, wenn die Memeter über soviel Macht verfügen, menschliche Gehirne zu manipulieren. Warum setzen sie Menschen für ihre Zwecke ein, um andere Menschen zu überzeugen? Warum hüllen sie die Erde nicht gleich in ein Strahlungsfeld und schalten die Menschheit gleichzeitig aus? Und warum lassen sie den Menschen so viel Zeit? Das sind nur ein paar der Fragen, die sich mir als Leser immer wieder stellten. Den Grund für die Invasion scheine ich zumindest erahnen zu können. Hinter den Memetern steht ANDROS, während ES mit den Liduuri kooperiert. Somit steht die Erde im Fadenkreuz einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Superintelligenzen. Der Hauptgrund, warum es erneut das SOL-System trifft, kann eigentlich nur im Vorhandensein des Sonnenchasma liegen und am Halaton, das ja nach wie vor durch den Spalt sickert. Sicher werden wir in den nächsten Romanen die Antworten erfahren.
Für die emotionale Ebene sorgt diesmal der Handlungsstrang um Bully. Und genau dieser ist es auch, der mich spüren lässt, dass Michael von seinem nahen Tod wusste oder es zumindest erahnte. Die Gedanken, die sich Bully macht und der Herzinfarkt, der ihn auf den letzten Seiten ereilt, zeugen davon, dass sich der Autor intensiv mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt haben muss. Und tatsächlich macht er das so überzeugend, dass ich ein paar Tränen verdrückte.
»Verkünder des Paradieses« ist zwar nicht so herausragend wie sein letzter Band 133 »Raumzeit-Rochade«. Aber er enthält viele gute Ideen, die vielleicht sogar noch besser funktioniert hätten, wenn es die Sitarakh nicht gegeben hätte. So seufzen Leser wie Romanfiguren gleichsam darüber, dass der Erde schon wieder eine Invasion droht. Mit dem Wissen um den gesundheitlichen Zustand des Autors, in dem er den Roman verfasste, erlangen viele seiner Aussagen im Buch eine tiefere Bedeutung und das macht die eine oder andere Ungereimtheit im Plot wett. Ich bin zutiefst traurig, dass es keine Romane mehr von Michael H. Buchholz geben wird. Seine Fähigkeit wissenschaftlich Fundiertes in seinen Geschichten einzubringen und mit historischen Bezügen zu verknüpfen, machte die Genialität seiner NEO-Romane aus. Ich werde das sehr vermissen.
Das Layout der SOL, dem Mitgliedermagazin der Perry Rhodan FanZentrale, ist so gut wie fertig und den Newsletter vollende ich am Freitag. Ich hoffe, dass die Themen in beiden Publikationen den Perryfans gefallen werden.
Die SOL 86 steht unter dem Schwerpunkt »Fanszene«. Neben einem Artikel zu Stefan Wepil, einem autistischen Künstler, der versucht das Perryversum zu visualisieren, erwartet die Leser eine Geschichte um ausgebrannte Zellaktivatoren und ihre Träger, ein Interview mit Martin Ingenhoven und seinem Heftehaufen und Raimund Peter erzählt, wie die »Festung der Inquisition« entstand. Die Perry Rhodan-Biografie von Angelika Rützel findet ihre Fortsetzung genauso, wie ein neues Unterwegs-Abenteuer mit Gucky. Um Inhaltliches geht es nicht nur in den Kolumnen »Das Echo von Thez« und »NEOisiert«, sondern auch im Werkstattbericht von Uwe Anton zu »TERMINUS«. Zum ersten Mal bringt die SOL exklusive Informationen zu einer aktuellen Publikation der PERRY RHODAN-Serie. Darauf bin ich ganz besonders stolz.
Auch der Newsletter enthält exklusives Material zu PERRY RHODAN. Chefredakteur Klaus N. Frick erklärt in den »Terra News« wie es bei NEO im Exposéteam weitergeht. Im Interview befragen wir Ralf Boldt über seine Aufgabe als Schriftführer der PRFZ und über den Deutschen Science Fiction Preis. Alexandra Trinley teilt nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen vom diesjährigen Kurzgeschichten Seminar in Wolfenbüttel, sondern spricht auch mit Olaf Kutzmutz über seine Arbeit an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung. Außerdem erfahren wir von Michelle Stern ein wenig über die Enkelin Perry Rhodans – Farye Sepheroa. Dazu gibt es in den bekannten Rubriken wieder Neues aus der PRFZ und der PR-Redaktion.
Wenn alles gut geht, landet die SOL 86 Anfang Mai in den Briefkästen der Mitglieder. Der Newsletter erscheint schon einen Monat früher, in der ersten Aprilwoche. Für diejenigen, die jetzt Lust bekommen haben und noch nicht Mitglied der PRFZ sind, können sich auf der Homepage der PRFZ anmelden.
Dieser Tage bin ich neben meinem Job hauptsächlich mit allerlei Aktivitäten rund um die PRFZ beschäftigt. Der Verein in dem ich schon seit fast drei Jahren Mitglied bin, bestimmt seit einiger Zeit mein Leben. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, denn ich tue es sehr gern.
Momentan bastle ich am Newsletter mit der Nummer 18. Die Artikel sind bereits beisammen, zum Teil sind sie sogar schon redigiert worden. Es fehlt nur noch das Layout, um das ich mich am Wochenende kümmern werde. Vielleicht schreibe ich auch noch einen kleinen Artikel zur Buchmesse. Mal sehen.
Die SOL 86 ist dagegen fast schon »in trockenen Tüchern«, wie man so schön sagt. Soll heißen, alle Beiträge waren im Lektorat, das Layout steht, es fehlt nur noch der aktuelle Artikel eines PERRY RHODAN-Autors. Von wem, verrate ich aber nicht. Sobald der da ist, muss ich mich noch um das Editorial kümmern und dann steht die Schlussredaktion ins Haus. Und wenn nichts dazwischen kommt, geht die SOL 86 noch Mitte April in den Druck, damit sie pünktlich zum Start der Miniserie TERMINUS bei den Lesern ist. Wir drucken nämlich zum ersten Mal brandaktuelle Informationen zu einer laufenden Serie ab. Und das finde ich unheimlich spannend.
Nebenher koordiniere ich den Stand der PRFZ für die 2. Perry Rhodan Tage in Osnabrück. Das heißt, sobald ich alle Infos habe, muss ich die Shopliste aktualisieren und an den Verantwortlichen für den Stand schicken. Der Con in Osnabrück findet übrigens am 27. und 28. Mai 2017 statt. Fahrkarte und Hotel habe ich schon gebucht und ich freue mich bereits, viele Fans und Aktive aus dem Fandom wiederzusehen.
Warum ich heute über die PRFZ schreibe? Erstens möchte ich ein wenig Werbung machen, denn wir freuen uns immer über neue Mitglieder und zweitens feiert die PRFZ ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Darüber schrieb heute auch PRFZ-Mitbegründer Klaus N. Frick im Blog der PERRY RHODAN Redaktion.
Wer mehr über die 2. Perry Rhodan Tage in Osnabrück wissen will, oder wer sich für die PRFZ interessiert, dem lege ich ein Besuch der Internetseite der PRFZ ans Herz. Wir sind aber auch auf Twitter und bei Facebook.
PERRY RHODAN NEO Band 143 – »Herr der YATANA« von Kai Hirdt
Der Roman ist einer der spannendsten NEO-Romane, die ich von Kai Hirdt gelesen habe. Wenn es meine Zeit erlaubt hätte, hätte ich ihn sicher in einem Rutsch ausgelesen, doch so musste ich ihn zwangsweise immer wieder weglegen.
Wenn eine Geschichte über Atlan im bekannten Ich-Präteritum erzählt wird, vermittelt mir das ein gutes Gefühl. Da fühle ich mich gleich zu Hause. In diesem Fall erwacht unser Held auf der Krankenstation eines fremden Raumschiffes im Leerraum und muss sich erst einmal zurechtfinden. Wie er dorthin gekommen ist und wer all die Dinge für ihn bereitgelegt hat, erfahren wir leider nicht. Denn als Atlan im Nachhinein auf die Besatzung trifft, kennen sie ihn nicht. Die Thetiser – wie sich die Fremden nennen – kämpfen gegen eine Invasion von Posbis auf ihrem Schiff und leiden unter einem übertriebenen Ehrenkodex, der sie zwingt, sich lieber selbst zu vernichten, als die YATANA in fremde Hände fallen zu lassen. Weshalb sie immer, wenn es brenzlich wird, die Selbstzerstörung aktivieren. Atlan muss sich einige Male bemühen, damit der Countdown gestoppt wird. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern ist in seiner Folge auch ziemlich witzig. Dem Autor gelingt es durch schöne Beschreibungen, dass man sich gut in den Arkoniden hineinversetzen kann. So rollt man selbst mit den Augen, wenn der Kommandant der YATANA sich immer wieder dazu entschließt, das Raumschiff zerstören zu wollen. Atlan hinterfragt oft genug, ob dieses Vorgehen wirklich so ehrenhaft ist, was ich sehr gelungen finde.
Überrascht war ich, als herauskommt, dass eine dritte Partei an der Auseinandersetzung zwischen den Posbi und den Thetisern nicht nur beteiligt ist, sondern sie auch forciert. Die Hinweise sind geschickt platziert, ohne das ich sie gleich durchschauen konnte. Die unsichtbaren Gegner werden von Atlan als »Skorgonen« bezeichneten und erinnern stark an die Laurin aus der EA.
Atlan wäre nicht Atlan, wenn er nicht mit einer Frau anbändeln würde. Die Metak Taraka ist so etwas wie die Bordingenieurin, von ihr erfährt Atlan, dass die YATANA nicht den Thetisern gehört, sondern sie von ANDROS als Besatzung rekrutiert wurden. Über die Mission des Schiffes besteht Unklarheit, denn sie warten auf die Ankunft des Auserwählten, der die Mission führen wird. Taraka sieht in Atlan diesen Auserwählten und führt ihn gegen den Widerstand ihres Befehlshabenden zur Prüfung. Atlan besteht die Prüfung und wird vom Kommandanten zähneknirschend zum Missionsleiter ernannt. Die Figur der Taraka agiert mir stellenweise zu ambivalent, weil sich immer wieder gegen Atlan wendet. Das er mit ihr am Ende im Bett landet, hatte ich eigentlich schon viel früher erwartet.
Atlan scheint also tatsächlich von ANDROS geschickt zu sein, auch wenn der Arkonide keine Ahnung hat, wer ANDROS ist. Da fragte ich mich kurzzeitig, wieso er nichts von dem weiß, was Perry von den Memetern über ES und ANDROS erfahren hat? Keine Überraschung war, dass auch Atlan von der Superintelligenz den Auftrag erhält, in die Sagittarius-Galaxie zu reisen. Doch im Gegensatz zu Perry Rhodan und Tuire Sitareh soll er verhindern, dass seine Freunde METEORA für sich gewinnen. Das legt nahe, das Atlan seinen Zellaaktivator vielleicht nicht von ES sondern von ANDROS hat. Das wäre wirklich mal eine alternative Entwicklung in NEO, die Spannung verspricht.
Die Handlung ist über weite Teile glaubwürdig und bildhaft erzählt. Einzig Atlans Aktion, als er ohne Schutzanzug durch das »sonnendurchflutete« Schiff wandelt, um die Skorgonen in eine Falle zu locken, war ein bisschen übertrieben. Nachdem die Skorgonen verschwunden sind und die Posbis mit dem Versprechen besänftigt wurden, Schiffstechnologie der YATANA zu erhalten, bricht das Schiff nach Sagittarius auf. Das ging mir wieder etwas zu schnell und zu leicht. Ich glaube nicht, dass sich die Posbis so einfach mit Versprechen abspeisen lassen. Auch was die Ziele der Skorgonen betrifft, bin ich nicht so richtig schlau aus ihnen geworden.
Die letzten Kapitel, in denen die YATANA vorzeitig aus dem Hyperraum geholt wird und in einem Fesselfeld um einen vagabundierenden Meteoriden festgehalten wird, scheint irgendwie aufgesetzt. Die seltsamen Löwenwesen mit der gestelzten Sprache und ihrem Gefasel um Pilgerreisen, störten die Harmonie, die der Handlung bis hierher innegewohnt hatte. Vielleicht hätte man in dem Fall auf den Cliffhanger verzichten sollen und dafür die Auflösung des Konfliktes zwischen den Posbi, den Skorgonen und den Thetisern ein weniger detaillierter zu beschreiben.
Ich kenne mich nicht so gut mit der britischen Serie »Dr. Who« aus. Ich habe nur eine Staffel gesehen, aber ich erkenne eine Dr. Who Folge, wenn ich eine lese. Und der Roman von Kai Hirdt enthielt nicht nur einen Hinweis (Schallschraubenzieher) darauf. Nette Idee!
Mit »Herr der YATANA« hat Kai Hirdt wieder einmal bewiesen, wie lebhaft man eine Geschichte erzählen kann. Auch wenn ich bei »seinem« Atlan die Gelassenheit eines Zehntausendjährigen vermisst habe.
Die Meldung ereilte mich am frühen Nachmittag. Nichtsahnend warf ich einen Blick auf die PR-Homepage und da stand sie, die traurige Nachricht über den Tod von Michael H. Buchholz. Das war der Moment, an dem ich erst einmal schlucken musste. Mein nächster Gedanke war: was wird jetzt aus NEO? Ziemlich eigennützig, und ich schämte mich auch gleich dafür.
Für mich als Fan von PERRY RHODAN-NEO ist der Tod von Michael H. Buchholz ein schwerer Schlag. Auch wenn ich von seiner Krankheit wusste, so war da doch immer die Hoffnung, dass er es schaffen würde. Das seine Arbeit für NEO ihm die Kraft geben würde, den Krebs zu besiegen. Leider hat es nicht gereicht. Das Loch, das sein Tod in die Herzen von Familie und Freunden reißt, vermag nichts und niemand zu schließen.
Auch auf NEO wird es Auswirkungen haben. Gerade jetzt, nachdem die Serie über Band 150 hinaus verlängert wurde und es viel Raum für neue Handlungen gibt, muss es ohne ihn weitergehen. Kann Rüdiger Schäfer die Exposéarbeit ganz allein fortführen, trotz seines Fulltimejobs? Oder wird/muss sich ein Nachfolger finden? Kein Mensch ist wirklich zu ersetzen. Michaels Art zu schreiben war besonders. Er verzauberte seine Leser mit außergewöhnlichen Geschichten, in die er immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit verwob. Keiner vermochte das so gut zu platzieren, wie er. Er hatte bestimmt noch viele Ideen für NEO, die er jetzt leider nicht mehr verwirklichen kann. Ich bin sicher, dass mir sein Beitrag zu PERRY RHODAN-NEO schmerzhaft fehlen wird.
Es war mir leider nicht vergönnt, den Autor persönlich kennenzulernen. Aber ich hoffe, dass ihm meine Rezensionen zu seinen Romanen gefallen haben, denn seine Geschichten gehörten immer zu den Staffel-Highlights. Wenn in zwei Wochen Band 144 erscheint, wird dies ein ganz besonderer Moment für mich und viele Fans sein. Augenblicke in denen wir in Gedanken bei ihm und er mit seinen Worten bei uns ist.
Mit Michael H. Buchholz steht ein weiterer Name auf der langen Liste der zu früh verstorbenen PERRY RHODAN-Autoren. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für PERRY RHODAN, insbesondere für NEO. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie und seinem Freund Rüdiger Schäfer. Er verliert mit Michael nicht nur einen Freund, sondern auch einen überaus kreativen Kollegen. Ich wünsche ihm viel Kraft, um den Schicksalsschlag zu überwinden.
PERRY RHODAN NEO Band 142 – »Hort der Flüsternden Haut« von Rainer Schorm
Ich war wirklich gespannt auf den Roman von Rainer Schorm. Schafft es der Autor doch, mich jedes Mal zu überraschen. Ohne die Arbeit der anderen NEO-Autoren schmälern zu wollen, bin ich inzwischen der Meinung, dass er der stärkste Autor im NEO-Team ist. Rainer Schorm vermag auch den komplexesten Plot mit einer gewissen Logik zu vermitteln. Und als ich hörte, dass es in Band 142 um eine »Romeo und Julia-Geschichte« gehen soll, war ich um so gespannter, wie der Autor diese erzählen würde.
Nachdem im Vorgängerband Perry Rhodan im Mittelpunkt der Handlung stand, ist es im »Hort der Flüsternden Haut« Tuire Sitareh. Der Charakter ist mir inzwischen ans Herz gewachsen und es freut mich stets, über ihn zu lesen. Obwohl die Figur im Grunde genommen eine »Mary Sue« ist, wie man im Fachjargon der Fanfiction-Autoren so schön sagt – unbesiegbar und ohne Makel, mit geheimnisvoller Vergangenheit und außergewöhnlichen Fähigkeiten – stört mich das überhaupt nicht.
In der Handlung verschlägt es den Auloren auf einen Planeten, der von einer blauen Wüste bedeckt ist und er gerät zwischen die Fronten verfeindeter Nomadenvölker. Das erinnert sofort an »Der Wüstenplanet« von Frank Herbert. Hier wie da warten die Bewohner auf den Messias. Schorm wandelt das Thema etwas ab, fügt eigene Ideen hinzu, bleibt aber sehr dicht an Herberts Vorlage. Besonders deutlich wird das, als Tuire auf den drogensüchtigen Gildenmeister trifft, dessen Iriden durch die Drogen ihre Farbe verändert haben.
Der Plot um die beiden jungen Verliebten überzeugte mich in seiner Gänze jedoch nicht. Da hatte ich mir etwas mehr Gefühl versprochen. Das liegt vor allem daran, dass die zwei nicht miteinander agieren, sondern ihre Beziehung allein in ihren Erinnerungen existiert. Das hatte mir zu wenig Substanz. Letztendlich fühlt es sich so an, als sei die Geschichte nur Mittel zum Zweck, um Tuire eine Vorlage zur Konfliktlösung zu bieten. Vielleicht war es auch gut so, dass sich er Autor nicht zu sehr darauf konzentriert hat, um dafür mehr Platz für Tuires Abenteuer zu haben, denn die waren durchaus spannend.
Für interessant halte ich das fremde Raumschiff, das Tuire findet und das anscheinend mit Molkex beschichtet ist. Ist das ein Hinweis auf die Blues, oder wie auch immer sie in NEO heißen werden? Vorausschauend auf die Bände nach 150 könnte ich mir das gut vorstellen, denn ich habe den Zyklus der EA mit den Blues gern gelesen. Und da würde auch Eric Leyden gut dazu passen. Schließlich war es sein Alter-Ego Tyll Leyden, der das Geheimnis des Molkex gelüftet hat.
Am Ende wird es nochmal kompliziert. Genau das Richtige für Rainer Schorm. Und er schafft es tatsächlich, mir den verwirrenden Zeitreiseplot so zu erzählen, dass ich ihn nachvollziehen kann.
Mein Fazit fällt positiv aus. Der spannend geschriebene Roman klebt zwar etwas sehr an Frank Herberts »Wüstenplanet« und die Liebesgeschichte ist nicht so, wie von mir erwartet, aber der Autor hat Tuire Sitareh gut in Szene gesetzt und dem Auloren wieder ein paar neue Fassetten verliehen. Ein bisschen genervt, war ich von den Dialogen mit Tuires Extrasinn, was vielleicht sogar beabsichtig ist. Da kann einem der Aulore schon leid tun. Das ist, als hätte man einen Papagei im Kopf, der zu allem seine Meinung kundtun muss. Dafür ist der Titel des Romans genial.
Es ist anzunehmen, dass der nächste Band ähnlich wie die beiden ersten in der METEORA Staffel verlaufen wird, nur mit Atlan im Fokus des Geschehens. Dies ist eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise und ich bin wirklich gespannt, wie die Expokraten die Spannung innerhalb der Staffel hochhalten wollen, wenn sie sich einen derartig langen Vorspann gönnen. Nun, ich lasse mich überraschen.
Was ich mich jedoch frage ist: Warum ist der Sand auf dem Cover braun und nicht blau?
Die Nachricht erreichte mich heute in Form des ESPost-Newsletters von Erich Herbst. Und ich war ganz schön erschrocken, hatte ich die Witwe von PERRY RHODAN-Autor Ernst Vlcek in Wien kurz kennengelernt. Sie machte auf dem AustriaCon im Oktober einen gesunden und fröhlichen Eindruck.
Redakteur einer Zeitschrift zu sein, bedeutet Verantwortung und dazu gehört es auch, mit Lob und Tadel umgehen zu können. Ersteres ist angenehm und freut. Zweites ist – zumindest bei berechtigter Kritik – oft ärgerlich, weil man sich immer an die eigene Nase fassen muss und sich fragt, wie einem nur dieser Fehler unterlaufen sein konnte. Gerade wenn man ein so großes Bedürfnis nach Perfektion hat, wie ich.
Heute kam die Kritik von ganz oben. Einerseits lobend und darüber freue ich mich auch. Aber natürlich entdeckte PR-Chefredakteur Klaus N. Frick mit seiner Mutantengabe »Fehler in Texten auf den ersten Blick erkennen« einen super peinlichen Fehler.
Gleich vier Leute haben übersehen, dass der Autor von »Es« oder »Shining«, »Stephen« heißt und nicht »Steven«. Wobei man in diesem Fall argumentieren könnte, es handele sich um künstlerische Freiheit. Denn die besagte Geschichte, in der der Name auftaucht, spielt ja im Perryversum und warum sollte Stephen King dort nicht Steven King heißen. Ich weiß, dass ist eine ziemlich schwache Ausrede dafür, dass vier Leute ihren Job nicht ordentlich gemacht haben, mich eingeschlossen. Nun bin ich kein King-Experte. Ich habe von Stephen King nur einen Roman gelesen und das war »Friedhof der Kuscheltiere«. Damals empfand ich die Lektüre als äußerst unangenehm. Ich kann nicht mal sagen, woran das lag, aber ich habe seitdem keinen weiteren Roman des Autors zur Hand genommen. Vielleicht erklärt sich daher meine Blindheit in diesem Fall. Dennoch, das hätte nicht passieren dürfen.
Was lerne ich daraus: Bei Namen jedes Mal nachschlagen, egal ob man zu wissen glaubt, wie derjenige geschrieben wird.