Katzenbesitzer wissen ganz genau, wie sich das anfühlt. Die Katze ist weg. Verzweiflung und Sorge sind groß, man macht sich Vorwürfe und würde alles tun, um sie wieder in die Arme zu schließen, dennoch sind einem die Hände gebunden. Bloß die Hoffnung gibt man nicht so schnell auf.
So geht es auch Simon der immer noch auf der Suche nach seiner Katze ist.
Heute sind Taschenbücher dicke Wälzer, die nicht mal mehr in eine Handtasche passen, geschweige denn in Jackentaschen. Vom Preis her kosten sie kaum weniger als ein Hardcover. Es gab eine Zeit, in der machten Taschenbücher ihrem Namen alle Ehre. Sie waren schmal und kleinformatig, damit sie in jede Jackentasche passten. Außerdem kosteten sie nicht viel. Aus dieser Zeit habe ich einen phantastischen Roman gelesen. »Die letzte Idylle« von Clifford D. Simak erschien 1973 und ist damit ein Jahr älter als ich. Doch das merkt man der Science-Fiction-Geschichte nicht an. Sie ist heute noch aktueller, als zur Zeit ihrer Entstehung. Worum geht’s:
Anfang des 22. Jahrhunderts. Von einem Tag auf den anderen verschwindet die Menschheit von der Erde, bis auf eine Familie, und die Angehörigen eines Indianerstamms. Zurück bleiben Technik und Roboter, die, von ihrer Aufgabe den Menschen zu dienen befreit, ziellos umherirren. Die wenigen Verbliebenen können das Rätsel nicht lösen, sie können aber auch die Technologie nicht erhalten. Sie sind zu wenige und keine Wissenschaftler. Nach und nach lösen sie sich von der Technikhörigkeit und kehren zur Natur zurück. Aber noch etwas anderes ist mit ihnen geschehen. Ihr Alterungsprozess hat sich stark verlangsamt. Jahrhunderte lang leben sie im Einklang mit der Natur und erfahren eine Wandlung. Sie entwickeln parapsychische Fähigkeiten wie Telepathie und Psychokinese. Mit Letzterem lernen sie durch den Weltraum zu reisen. Sie sind also nicht mehr auf Raumschiffe angewiesen. Während sich die Natur die geschundene Erde zurückerobert, brechen fast alle Menschen (außer den Indianern) zu den Sternen auf. Aber auch die Roboter finden zusammen und bilden eine Zivilisation. Nach etwa 5000 Jahren passieren mehrere ungewöhnliche Dinge. Eine außerirdische Lebensform kommt zur Erde auf der Suche nach einer Seele, die Roboter bauen eine gigantische Maschine und einer der Sternenreisenden kehrt mit einer schlimmen Botschaft zu den letzten beiden Familienmitgliedern zurück. Die verloren geglaubte Menschheit hat überlebt und die Position der Erde wiedergefunden. Leider hat sie sich nicht verändert. Sie ist auf dem Weg zurück, um die inzwischen zur Idylle gewordenen Welt wieder zu besiedeln, mit allem Mitteln. Doch ein im Zentrum der Galaxie hausendes Etwas, auch das »Prinzip« genannt, hat andere Pläne.
Der Roman ist eindeutig ein Kind der Sechziger. Die Hippies und die »Zurück zur Natur«-Bewegung stand eindeutig Pate bei der Geschichte. Angesichts von Klimawandel und zunehmender Technifizierung ist sie aktueller denn je. Der Autor beginnt mit einem Rückblick in Form von Tagebucheintragungen, die immer wieder zwischen den Kapiteln auftauchen. Die Haupthandlung spielt in einer 5000 Jahre entfernten Zukunft. Die beiden letzten auf der Erde verbliebenen Sternenwanderer, die Roboter und die Angehörigen des Indianerstamms müssen zusammenarbeiten, um die Erde vor der Rückkehr der Menschheit zu retten.
Es kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel der Glaube an Gott. Schon vor dem Exodus haben sich die Verbliebenen von der Religion gelöst, während die Indianer zur Naturreligion zurückkehrten. Eine Hand voll Roboter hat es sich zur Aufgabe gemacht die Existenz Gottes und die Macht des Glaubens zu erforschen. Diese Meta-Ebene hält die Geschichte zusammen. Simak macht darüberhinaus so »viele Fässer auf«, dass ich neugierig war, ob es ihm gelingen würde, alle zu »verdeckeln«. Ich verrate so viel: Ja, er schafft es, auf eine befriedigende und überraschende Weise. Dabei kommt er ohne Kampf, ohne Krieg und ohne Gewalt aus.
Was das Buch so spannend macht, ist das Rätsel über das Verschwinden der Menschheit. Man bekommt immer mal wieder ein Häppchen an Informationen hingeworfen, wird aber auch oft in die Irre geführt. Das Rätsel klärt sich erst im Laufe der letzten Kapitel und selbst dann wird es nicht vollständig gelöst. Denn der Autor lässt Spielraum für eigene Interpretationen. Das gefiel mir an der Geschichte besonders gut.
Neben der sehr atmosphärischen Beschreibung sind es die vielschichtigen Charaktere, die zu begeistern wissen. Bis auf ein paar Stellen, mit wechselnder Perspektive merkt man der Geschichte ihr Alter nicht an. Sie vermischt Umweltthematik, die Menschheit als aggressive Zivilisation und die Frage nach Gott zu einem gelungenen Ergebnis.
Das schmale Taschenbuch mit 130 Seiten erschien bei Heyne und ist nur noch antiquarisch erhältlich. Für Freunde der klassischen Science Fiction ist die Geschichte ein Muss, weil sie viele klassische SF-Themen vereinigt, wie die Entstehung einer KI oder den Psi-Fähigkeiten von Menschen.
Lektor der deutschen Übersetzung war übrigens Günter M. Schelwokat, der auch die PERRY RHODAN-Serie tätig war. Von den damaligen Autoren wurde er wegen seiner Strenge als »der Sadist von Straubing« bezeichnet.
Das ist in den vergangenen Wochen vor lauter PERRY RHODAN und Gratis Comic Tag irgendwie untergegangen. Der zweite Teil des Vierteilers von Simon’s Cat ist online.
Wir erinnern uns: Die Katze hatte sich nach einer Waschaktion aus dem Staub gemacht und nun entdeckt das Herrchen, dass etwas fehlt.
In der vergangenen Ausgabe der Fan-Szene habe ich das Kreis-Archiv gefeiert. Am 20.7. ist leider Schluss mit der informativen Internetseite von Johannes Kreis, zu meinem größten Bedauern. Das kommt wahrscheinlich nicht nur für mich völlig unerwartet.
In der Vergangenheit habe ich die umfangreiche Sammlung von Rezensionen oft als Nachschlagewerk genutzt. Nicht nur zur PERRY RHODAN-Serie, sondern auch zu den vielen Romanen und Filmen, die Johannes im Laufe von fast zwanzig Jahren besprochen hat.
Man könnte meinen, dass bei seiner Entscheidung die DSGVO zugrunde gelegen ist, aber nein. Auf Nachfrage erhielt ich von Johannes die Antwort, dass er den Entschluss aus rein persönlichen Gründen traf. Da kann man leider nichts machen. Auch wenn ich es sehr schade finde, dass so viele tolle Inhalte für immer verloren gehen werden, zum Beispiel seine Reiseberichte und seine Artikelreihe »Spaß mit der Deutschen Bahn«.
Die Inhalte zu PERRY RHODAN werden außer seinen persönlichen Kommentaren weiterhin in der Perrypedia zu finden sein, denn Johannes ist einer der Administratoren und hat die Texte dem Wiki der Serie zur Verfügung gestellt.
Also wer jetzt noch ein wenig stöbern möchte, hat noch bis zum 20. Juli Zeit. Allen Fans meiner Bahngeschichten empfehle ich auf jeden Fall die Kommentare von Johannes zum »Spaß mit der Deutschen Bahn«.
Ich habe es getan. Nach reiflicher Überlegung habe ich diese Woche mein BahnCard 50-Abo gekündigt, nach fast zwanzig Jahren. Wieso?
Es bedeutet nicht, dass ich nicht mehr mit der Bahn fahren werde. So viel wie noch vor zwei Jahren bin ich nicht mehr unterwegs. Die 255 Euro für eine BahnCard 50 wären in meinem Fall rausgeworfenes Geld. Ich werde mich aber weiterhin möglichst ohne Auto durch die Republik bewegen. Grundlage für meine Entscheidung ist nicht nur der Wegfall der ICE-Strecke über Saalfeld. Hauptknackpunkt ist die Umwandlung des Normalpreis zum Flexpreis vor eineinhalb Jahren. Damit hat sich die Bahn einen Bärendienst erwiesen. Denn die angepriesene Flexibilität ist nur vorgetäuscht. Man kann zwar jeden Zug an einem Tag nehmen, aber eben nur an dem Tag für den das Ticket gültig ist. Kommt irgendetwas dazwischen und man muss seine Fahrt verschieben, ist es aus mit der Flexibilität. Ich habe früher immer Normaltickets gekauft, weil wenn ich mal nicht an dem Tag fahren konnte, ich eben einen oder zwei Tage später gefahren bin, manchmal auch eine Woche später. Es gab mir die Sicherheit, immer eine gültige Fahrkarte in der Tasche zu haben.
Doch das ist seit Dezember 2017 vorbei. Selbst mit dem Flexpreis bin ich an einen Tag gebunden und damit an die Züge, die an dem Tag fahren. Außerdem wurde der Preis nochmal um fast fünf Prozent erhöht. Ich zahle also mehr für weniger Service. Da die Verbindungen durch den Wegfall des ICE-Haltes auf meiner bevorzugten Strecke ohnehin nur noch eingeschränkt sind, bin ich sowieso an bestimmte Züge gebunden. Ich muss also genau diese Verbindungen buchen oder keine. Da kann ich auch gleich die Sparangebote nutzen, die meist um mehr als die Hälfte günstiger sind, mit einer BahnCard noch einmal ein paar Euro mehr. Für die vergünstigte Nutzung der Sparangebote reicht auch eine BahnCard 25, die in der Anschaffung mit 62 Euro deutlich weniger kostet, als die BahnCard 50 mit 255 Euro.
Das heißt, ich werde mir im August eine BahnCard 25 zulegen und ab jetzt nur noch mittels Sparangebote reisen, so wie ich das im vergangenen halben Jahr ohnehin schon gemacht habe.
Liebe Verantwortlichen bei der Deutsche Bahn, ich kann nur sagen, dass die Einführung des Flexpreis kein cleverer Schachzug von euch war. Ich möchte nicht wissen, wie viele BahnCard-Besitzer inzwischen ebenfalls darauf kommen sind, dass der Flexpreis reine Makulatur ist. Er dient dazu, die Leute zu verwirren, die sich in dem inzwischen höchst undurchsichtigen Tarifsystem nicht mehr auskennen. Denn merke! Auch Sparpreis ist nicht gleich Sparpreis. Es kommt nicht nur auf die Tageszeit an, an der man fahren möchte. Mal ist es günstiger die Fahrkarte mit der Smartphone-App zu buchen und mal mit dem Computer. Und wenn man zu zweit fahren will, ist es immer günstiger getrennt zu buchen. Solche Intransparenz sollte nicht sein.
PERRY RHODAN NEO Band 203 – »Tekener« von Oliver Plaschka
Die beiden Rhodansöhne sind mit Jessica Tekener weiterhin auf der Jagd nach Iratio Hondro. Dieser konnte zusammen mit Jessicas Bruder, Ronald, der Feuerhölle auf Olymp entkommen und treibt jetzt auf Plophos sein Unwesen. Während Ronald Tekener noch überlegt, ob er nur Hondros Werkzeug ist, oder ob er dem ehemalige Obmann von Plophos freiwillig folgt, versuchen Tom, Farouq und Jessica an das Oberhaupt des Geminga-Kartells und damit auch an Hondro zu kommen. Der entledigt sich inzwischen einiger seiner ehemaligen politischen Gegner. Dann läuft jedoch alles aus dem Ruder. Ronald Tekener versagt bei einem Auftrag für Hondro und wird vor den Augen seiner Schwester von drei Ertrusern halbtot geschlagen. Doch anstatt das Hondro ihn bestraft, lässt er ihn retten und zusammenflicken. Tekener muss zusehen, wie sich Hondros Aufmerksamkeit auf seine Schwester und die beiden terranischen Agenten richtet. Auf seiner Jagd stürzt Hondro mittels seiner manipulativen Fähigkeiten die Hauptstadt von Plophos ins Chaos und sabotiert den Sonnentransmitter, der Plophos mit der Erde und den anderen Kolonien verbindet.
Ich kann die Exposé-Autoren zu ihrer Autorenauswahl nur beglückwünschen. Oliver Plaschka ist einer der wenigen Autoren im Team, der einen solch komplexen Charakterroman, so gekonnt zu schreiben vermag. Sein Tekener hat nicht nur enorme Tiefe, sondern weckt in mir Sympathien, obwohl er ein eher negativer Charakter ist. Seine Spielsucht und die daraus resultierende kriminelle Vergangenheit, wurden von einem ungeklärten Vorfall vor 30 Jahren ausgelöst. Er leidet unter Alpträumen, in denen außerirdische Wesen mit ihm herum experimentieren und eine Infektion auslösen, an der er fast stirbt und die zu seinem Pockennarbigen Äußeren führen. Ich vermute stark, dass Merkosh und seine Spezies dabei ihre Finger im Spiel hatten. Das alles schildert der Autor in sehr eindringlichen Bildern.
Gut eingefangen, hat er meiner Meinung nach auch die Chemie zwischen Tom und Farouq Rhodan, sowie Tekeners Schwester Jessica. Das Agententrio ist keineswegs einer Meinung und harmoniert gerade deswegen so gut. Wobei Jessica hin und wieder dazu neigt, sich nicht ihrem Alter entsprechend zu verhalten. Nach wie vor unklar ist, über welche geistigen Fähigkeiten sie verfügt. Das muss schon ein bisschen mehr als nur Intuition sein.
Gegenüber Olymp, das Ruben Wickenhäuser im vergangenen Roman so »farbenfroh« beschrieben hat, wirkt Plophos eher grau und häßlich. Die sparsamen aber treffenden Schilderungen von Oliver Plaschka unterstreichen das und machen damit offensichtlich, warum die beiden Kolonien miteinander konkurrieren. Der Wald, mit der gefährlichen Tierwelt, die Sonnen, die nur wenig Licht spenden und die teils morbide Architektur, fühlen sich schon beim Lesen trostlos an. Wie muss erst für diejenigen sein, die dort leben? Sehr gut gelungen empfand ich die Atmosphäre des »Achantur«-Casinos, man fühlte sich geradezu hineinversetzt in Spielhöllen wie heutzutage in Las Vegas.
Großen Respekt zolle ich an dieser Stelle sowohl dem Autor als auch den Exposé-Autoren für das Spiel »Colonies«. Sie haben sich mit sehr viel Mühe Regeln für ein Spiel ausgedacht, dass ausschließlich in diesem Roman vorkommt. Im Grunde ist dies ein Detail, welches für die Handlung nicht relevant ist, und was man hätte vernachlässigen können. Das haben sie aber nicht getan, sondern lassen Tekener auch noch mehrere Runden spielen. Die Szenen bekommen dadurch einen sehr glaubwürdigen und natürlichen Anschein.
Aber auch spannungstechnisch hat die Handlung einiges zu bieten. Wobei der Autor die Spannung weniger aus Action-Szenen bezieht, sondern mehr aus den Figuren heraus. Bestes Beispiel ist die Szene, in der Tekener zusammengeschlagen wird. Einfach wäre es gewesen, sie aus der Perspektive seiner Schwester oder eines anderen Aussenstehenden zu erzählen. Der Autor nutzt jedoch die Innenperspektive von Ronald Tekener, was enorm schwer ist, weil dessen Sinne spätestens nach dem ersten Schlag schon stark eingeschränkt sind. Er fühlt, hört und riecht also den Kampf mehr, als dass er ihn sieht. Ein Beispiel: »Eine Woge aus Adrenalin schien die Zeit derart auszudehnen, dass in die Spanne zwischen zwei Herzschlägen plötzlich ganze Minuten passten, und in jede dieser Minuten eine gigantische Zahl von Sekunden des Schmerzes – um den Schmerz portionierter, erträglicher zu machen.«
Damit kommen wir zu dem, womit mich der Roman am meisten mitnimmt – seine Sprache. Ich gestehe, ich habe stellenweise geschwelgt und manchen Satz zweimal gelesen, weil er so poetisch klang. Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder so empfindet. Aber jeder mit Sinn für Sprachgefühl wird mir zustimmen, dass Oliver Plaschkas Romane sprachlich perfekt ausformuliert sind. Kein anderer bekommt das so harmonisch hin wie er und kein anderer NEO-Autor kann mich auf diese poetische Art fesseln.
Für mich ist »Tekener« ein Edelstein unter den NEO-Romanen. Die Geschichte um Ronald Tekener berührt auf vielfältige Weise. Informationen zur Staffel werden zwischen den Zeilen transportiert, wie es sein sollte. Das erfordert Aufmerksamkeit vom Leser, für die er aber mit ausgefeilten Formulierungen belohnt wird. Ich kann nur sagen: Ganz großes Kino!
Die vergangenen zwei Abende standen ganz im Zeichen der kommenden SOL 95, weshalb ich nicht bloggen konnte. Man möge mir verzeihen, dabei gäbe es doch so viel zu erzählen. Dafür habe ich gestern die letzten Artikel zum Layout freigegeben.
Verraten kann ich an der Stelle, dass die SOL 95 wieder eine vollgepackte Ausgabe sein wird. Das Heft wird zwei Schwerpunkte haben. Zum einen gibt es einen umfangreichen Rückblick auf die 3. PERRY RHODAN-Tage. Die Artikel richten sich an die Daheimgebliebenen. Selbstverständlich kommen auch Con-Besucher auf ihre Kosten, denn das eine oder andere wird sicherlich Erinnerungen wecken. Informativ ist es allemal.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf der aktuellen PERRY RHODAN-Miniserie »Mission SOL«. Wir haben nicht nur Exposé-Autor Kai Hirdt, sondern auch die Autoren der Bände 2-5 zu einem Statement überreden können, und das in ganz unterschiedlicher Art und Weise.
Mark Kammerbauer veröffentlichte unlängst im englischsprachigen Architektur-Magazin »Topos« einen Artikel zu den Städten im Perryversum. Wir freuen uns, dass er exklusiv für die SOL seinen Text ins Deutsche übersetzt hat.
Die Modellbauer kommen bei einem Werkstattbericht zu einem Risszeichnungsmodell in 3D auf ihre Kosten. Außerdem im Heft wie gewohnt die Rezensionen zur Erstauflage und zu NEO.
Ach ja! In einem Interview mit dem PERRY RHODAN-Marketing erfährt man Erstaunliches über den nicht stattgefundenen WeltCon zu Band 3000.
Das Cover stammt von Raimund Peter und zeigt einen Ausschnitt aus seinem Con-Opener von Osnabrück.
Enttäuschend! Mehr fällt mir zu Band 2 der Miniserie-MISSION SOL eigentlich nicht ein. Nach dem furiosen Start durch Kai Hirdt, gelingt es Bernd Perplies nicht, meine Euphorie weiter zu befeuern. Im Gegenteil, angesichts der vielen kleinen Unstimmigkeiten im Roman fürchte ich schon beinahe, was mich in den nächsten Bänden erwartet. Der ganze Roman wirkt auf mich oberflächlich und substanzlos. Die Plotpoints waren vorhersehbar vorbereitet und zu einfach gestrickt. So vermisse ich nicht nur die lebendigen Figuren, sondern auch die bildhaften Beschreibungen des Planeten aus dem ersten Band. Ich kenne den Zyklus nicht, auf den die Geschichte Bezug nimmt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Evolux nur aus einer verstrahlten Wüste aus Prallfeldern und Energieschirmen besteht.
Die Geschichte, die der Autor in »Die Althanos-Verschwörung« erzählt, bleibt bis zum Ende so flach wie ihr Setting. Rhodan handelt unüberlegt und mit wenig Einfühlungsvermögen. Das er die riesige Kugelzelle der SOL alleine zu steuern versucht, gehört da ebenso dazu, wie die Tatsache, dass er Mahlia nach ihrer Hypnoschulung das Schiff überlässt und ihr alle Verantwortung aufbürdet. Mal davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass eine Hypnoschulung so funktioniert. Klar man hat das Wissen, aber ob man plötzlich alle Handgriffe auch auf Anhieb beherrscht, wage ich doch stark zu bezweifeln. Vor meiner ersten praktischen Fahrstunde wusste ich theoretisch auch, wie ein Auto funktioniert und was man machen muss. Aber als ich dann hinterm Steuer saß, habe ich das Auto auch erst ein paar mal abgewürgt. Unverantwortlich war auch, dass er die Siedler aus dem Tal allein mit dem Schiff zurückgelassen hat, ohne nicht wenigstens zwei oder drei Leute zu schulen. Klar will er wissen, was passiert ist, aber es gab keine direkte Bedrohung, die seinen sofortigen Einsatz gefordert hätte. Seine Jahrtausendelange Erfahrung hätte ihm sagen müssen, dass sich eine Mutter nicht aufhalten lässt, wenn sie von ihrem Kind getrennt wurde.
So war zumindest die Handlung um Mahlia etwas realistischer. Obwohl auch hier einige Kleinigkeiten zu bemängeln sind und vor allem die Nebencharaktere eher flach blieben. Irgendwie wusste ich nie, wie viele der Talbewohner jetzt eigentlich in den Einsatz gehen, weder auf der SOL-Zelle 2, noch auf der Space Disk mit der Mahlia ins Tal zurückgeflogen ist. Gut fand ich, dass sie an ihrer Mission scheitert und auf Widerstand unter den eigenen Leuten stößt. Weniger gut war, dass sie, als sie zum Schiff zurückgeflogen ist, die wenigen, die noch auf ihrer Seite standen, nicht mitgenommen hat.
Auf die Figur von Hemlir mu-Varall einzugehen. Der Bösewicht ist mir persönlich zu stereotyp. Ein ambivalentes Tentakelmonster das Rhodan foltert … Bitte, das ist so tief in die Klischeekiste gegriffen. Noch schlimmer finde ich allerdings, dass er es sein soll, der Rhodan wieder befreit und zur Flucht verhilft. Sorry, das kann und will ich nicht glauben.
Hier noch einer der Flüchtigkeitsfehler, die mir aufgefallen sind. Auf Seite 36, zweite Spalte, vierter Absatz sagt Rhodan zu mu-Varall: »… Zu dem Zeitpunkt müssten die beiden Raumschiffe ins Tal gebracht worden sein.« Dann auf Seite 37 zweite Spalte oben denkt Rhodan: »Dass es ein weiteres Raumschiff dort gab und dass ein drittes derzeit noch verschollen war, verschwieg er.« – Er hat es doch schon verraten. Zum Glück scheint mu-Varall nicht zugehört zu haben.
Fazit: Es ist tatsächlich das Rätsel um die SOL, das mich hat weiterlesen lassen. Ich hoffe, die Romane der kommenden Autoren bieten mehr Tiefe und Charakterentwicklung.
Mein Fazit zu unserem Urlaub ist durchweg positiv. Ich wollte schon immer mal auf den Darß, weshalb wir bewußt danach gesucht haben. Das es dann ein Bio-Hotel wurde, war der Wunsch meines Mannes. Außerdem gab es preislich keinen Unterschied zu einem normalen Hotel, vor allem, wenn man die Anwendungen hinzurechnet, die wir bekommen haben.
Grundsätzlich finde ich die Idee mit den Bio-Hotels gut, glaube aber, dass es sinnvoller wäre, wenn sich alle Hotels ein wenig danach richten würden. So ließe sich unteranderem viel Müll vermeiden. Wir hatten beispielsweise beim Frühstück keinerlei Abfall, außer der Serviette. Eier wurden nach Wunsch zubereitet. Das hieß, wer keins wollte, für den wurde auch keins gekocht. Und zweimal in der Woche gab es ausschließlich vegetarisches Frühstück. Die Zimmerreinigung fällt an diesen Tagen ebenfalls weg. Man kann sein Bett auch mal selbst machen. Ob man das mit dem siebenfach-gefilterten, belebten Wasser unbedingt braucht, sei dahingestellt. Aber aufgrund dessen sparten wir uns den Kauf von Wasserflaschen und hatten immer zu trinken.
Sowohl Naturliebhaber, als auch Strandhocker kommen auf dem Darß auf ihre Kosten. Wenn man will, kann man tatsächlich den ganzen Tag am Strand verbringen oder man kann den ganzen Tag mit dem Fahrrad über die Insel fahren. Ich fand es angenehm, dass Auto mal stehenlassen zu können. Teilweise ist ein Auto hier sogar hinderlich. Insofern würde ich es begrüßen, wenn man auch mit der Bahn anreisen könnte. Leider wurde die Bahnstrecke auf der Insel schon vor Jahrzehnten dichtgemacht.
In kultureller Hinsicht gibt es viele Angebote, vom Klavier-Konzert über geführte Wanderungen bis hin zum »Bob Ross«-Malkurs. Aktivitäten für Kinder finden auch statt, zumindest in den Sommerferien.
Wir waren in der Vorsaison dort, weshalb noch einigermaßen wenig Trubel war. Ich möchte allerdings nicht wissen, was hier in der Hauptsaison abgeht.
Machen wir uns nichts vor. Alles vor Ort ist auf den Tourismus ausgerichtet. Die meisten Häuser sind Ferienhäuser, Pensionen oder Hotels. Bei den Immobilienpreisen, die sich etwa auf den Niveau von Waging bewegen, bedeutet das aber auch, dass sich Einheimische hier keinen Wohnraum leisten können. Vergessen wir nicht, der Darß liegt im Osten, in Mecklenburg-Vorpommern, einer ohnehin Strukturschwachen Region, wo Löhne und Gehälter niedrig sind. Das merkt man unteranderem an den niedrigen Preisen in den Restaurants. Wenn ich die beispielsweise mit denen in Osnabrück vergleiche, liegen da Welten dazwischen.
All das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man dort Urlaub macht.
Auf der Rückfahrt haben wir dann noch die Borg besucht. Ja, richtig gelesen die Borg. Für Star Trek-Fans wie uns, gehört das zum absoluten Muss. Beweisfoto gefällig?
Ich gebe zu, dass ich den bekannten Science-Fiction-Autor Philip K. Dick bisher nur vom Hörensagen kannte. Einige seiner Bücher und Kurzgeschichten sind verfilmt worden und inzwischen echte Klassiker. Ich sage nur »Blade Runner«, »Total Recall« und »Minority Report«. Die Spielfilme habe ich alle gesehen, aber bisher habe ich von dem Autor noch nichts gelesen. Ja, ich weiß, das ist eine echte Bildungslücke. Schon allein deswegen reizte mich die Anfrage der Büchergilde, ob ich nicht ihr neuestes Printprodukt rezensieren möchte.
Was ich geschickt bekam, ist tatsächlich ungewöhnlich. So ungewöhnlich, dass es dem Autor selbst wahrscheinlich gefallen hätte. Es handelt sich um eine Ausgabe der sogenannten »Tollen Hefte«. Das sind in einer limitierten Auflage gedruckte Illustrierte Hefte mit Fadenbindung. In den Ausgaben steht die Verbindung zwischen Illustration und Text im Vordergrund. Im Fall von Heft 46 handelt es sich um eine Comic-Adaption. Es ist die illustrierte Version einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick.
»Ach, als Blobbel hat man’s schwer« ist eine klare Anti-Kriegs-Geschichte, die in einer nicht allzu fernen Zukunft spielt. Die Menschen haben beim Terraforming des Mars, die dort lebende Blobbel-Zivilisation in Nöten gebracht, was zu einem jahrelangen Krieg führte. Protagonist der Geschichte ist George Munster, ein Veteran dieses Krieges. Weil man ihn genetisch veränderte, um hinter den Linien zu spionieren, verwandelt er sich ohne seinen Willen mehrere Stunden am Tag in einen Blobbel, einem gallertartigen Organismus. Da die Menschen auf der Erde auch nach dem Krieg nicht gut auf die Blobbels zu sprechen sind, leider er unter der Diskriminierung und zieht sich in sein Elend zurück, bis sein robotischer Therapeut eine Idee hat. Er bringt George mit einer Blobbelfrau zusammen, die im Krieg von den Menschen gefangen genommen wurde. Sie teilen das gleiche Schicksal. An achtzehn Stunden des Tages ist sie ein Mensch, die restlichen sechs Stunden lebt sie in ihrer ursprüngliche Form als Blobbel. Die beiden finden zueinander, heiraten und bekommen Kinder, George Munster wird ein erfolgreicher Geschäftsmann, doch eine dauerhafte Lösung, ist für beide nicht in Sicht …
Die Umsetzung als Comic-Adaption halte ich für gelungen, auch wenn mich der Stil der Künstlerin Katja Fouquet nicht so richtig anspricht. Ich mag es lieber realistisch gezeichnet. Dennoch hat das Heft einen künstlerischen Wert, schon allein wegen des Druckes – Flachdruck in Sonderfarben – und der Haftung mit gelbem Faden. Es richtet sich eindeutig an Sammler und Liebhaber des Besonderen. Was ich schön finde ist, dass dem Heft die originale Kurzgeschichte beiliegt. So kann man sie nochmals im Detail nachlesen.
Alles in allem ein wirklich »tolles Heft«, was die Büchergilde hier veröffentlicht hat. Zu beziehen ist es im Shop der Büchergilde oder in einer ihrer Buchhandlungen. (Leider nur für Mitglieder.) Die Büchergilde ist eine Verlagsgenossenschaft, die sich für den Erhalt der Buchkultur im 21. Jahrhundert stark macht. Sie sieht sich als »lebendige Gemeinschaft aus Leserinnen und Lesern, Autoren, Künstlern, Druckern und Büchermachern«.