Heute zum Weltkatzentag gibt es an dieser Stelle selbstverständlich ein Video von Simon’s Cat. Da es momentan nichts aktuelles gibt, hier ein Zusammenschnitt einiger älterer Clips. Die sind so lustig, dass man sie nicht oft genug sehen kann.
Man muss sich nur zu helfen wissen, dachte wahrscheinlich der Zugchef des Ersatz-ICE, mit dem ich unlängst unterwegs war. Weil mal wieder die Anzeigen nicht funktionierten, beschriftete er die Fläche mit einem weißen Filzschreiber.
Ich hatte die Fahrkarte schon vor Monaten gebucht. Etwa vier Wochen vor Reiseantritt bekam ich eine E-Mail mit einem Verspätungsalarm. Es hieß, der ICE würde ausfallen, dafür würde ein Ersatz-ICE eingesetzt. Bei dem funktionierten offensichtlich die Anzeigen nicht. Wenigstens lief die Klimaanlage auch bei Außentemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius, und er fuhr. Was man von dem ICE 4, der normalerweise auf der Strecke eingesetzt wird, nicht sagen konnte. Die hatten ein Elektronik-Problem und waren allesamt kurzfristig aus dem Verkehr gezogen worden, bis der Hersteller eine Lösung gefunden hatte.
Früher war vieles einfacher, aber es funktionierte. Ich denke da an die Platzkartenhalter in die kleine Papierkärtchen eingeschoben wurden. Wenn heute die Anzeige ausfällt, fallen gleich die Leute übereinander her. Willkommen im Hightech-Zeitalter des Reisens!
Manchmal würde ich gern wissen, woher die Kostüm- und Maskenbildner in den Science-Fiction-Filmen ihre Ideen nehmen. Die oftmals schrägen Kreaturen müssen irgendeiner Vorlage entstammen. Dass sich die Künstler öfters bei Mutter Natur bedienen, ist zu vermuten. Gibt es doch viele ungewöhnlich aussehende Tiere und Pflanzen auf der Welt, von deren Existenz die wenigsten von uns eine Ahnung haben.
Unlängst vertilgte ich einen Pfirsich, einen dieser platten Bergpfirsiche, die es seit einigen Jahren im Handel gibt. Als ich mir den Kern näher betrachtete, entdeckte ich eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer Figur aus den neuen Star Trek-Filmen …
Keenser ist der Assistent von Chefingenieur Scotty und gibt sich meist recht schweigsam. Vielleicht ging es dem Maskenbildner ähnlich und er ließ sich von einem Pfirsichkern inspirieren.
Wir haben zwar keinen Urlaub, aber wenn man da wohnt, wo andere Urlaub machen, braucht man nur ein paar Kilometer zu fahren, um sich wie im Urlaub zu fühlen. Manchmal reicht auch schon ein Spaziergang vor der Haustür.
Weil uns das Olivenöl mit Limone ausgegangen ist, fuhren wir am Samstagvormittag nach Wasserburg. In der dortigen Filiale »Vom Fass« hatten wir das gewünschte Spezialöl beim letzten Mal gekauft. Wir fuhren also zeitig los, die Sonne schien, es war nicht allzu heiß und auch der Verkehr war nicht übermäßig. Doch dann, keine zwanzig Minuten später die erste Umleitung. Kilometerweit gondelten wir durch die Gegend, bis wir endlich wieder zur Bundesstrasse geleitet wurden. Dort erwartet uns gleich die zweite Umleitung. Als wir wenige Kilometer später auch noch die dritte Straßensperrung vor uns hatten, wollte ich am liebsten gleich wieder umdrehen. Doch da waren wir schon kurz vorm Ziel. Mein Mann fuhr weiter und so kamen wir etwas gestresst in Wasserburg an. Daher meine Empfehlung: die B304 momentan lieber meiden.
Im Parkhaus direkt am Inn bekamen wir auch einen der kostenlosen 4-Stunden Parkplätze. Es ist ohnehin nicht ratsam, durch die verwinkelte Innenstadt zu fahren. Ich frage mich immer wieder, warum die Leute es trotzdem tun. Parkplätze gibt es dort kaum und die Umfahrung über die Bundesstraße ist auch schneller. Egal! Wir spazierten über den Inn, ich fotografierte die in der Sonne schimmernden Fassanden über dem Fluss und tauchte anschließend in die Atmosphäre der mittelalterliche Innenstadt ein.
Wasserburg zeichnete sich durch eine Architektur aus großen alten Häusern aus, mit Lieden und Kreuzgängen unter denen man wandeln kann und in denen kleine Geschäfte und Boutiquen untergebracht sind. Die Fassaden sind schön hergerichtet, und vor den Cafés und Restaurants saßen die Leute auf der Straße, um zu frühstückten. Weil es vor zehn Uhr war, waren noch nicht alle Geschäfte geöffnet.
Wir suchten eine Weile nach der Filiale »Vom Fass« fanden sie aber nicht. Ein Blick aufs Smartphone genügte, um zu erfahren, dass das Geschäft vor ein paar Monaten geschlossen wurde. Vielleicht hätte ich mich vor der Fahrt informieren sollen. Wir bummelten also ein wenig umher, kauften in bei einer Drogeriemarktkette ein und fanden schließlich doch noch einen Laden, in dem man sich Öl, Wein und Spirituosen abfüllen lassen konnte. Die hatten auch das gesuchte Olivenöl und füllten es in unsere mitgebrachte Flasche.
Im Anschluss steuerten wir die Eisdiele an, in der wir immer einkehren, wenn wir in Wasserburg sind und holten uns ein Eis, das wir uns auf einer Bank vorm Rathaus schmecken ließen. Die Sonne schien inzwischen stärker und so verkrochen wir uns bald in den Schatten. Gegenüber vom Rathaus gab es einen Bio-Laden, in dem man unverpackte Waren in mitgebrachte Gefäße abfüllen konnte. Dort kauften wir Gemüse und Milch ein, weil unser Bio-Laden im Ort seit 1. August geschlossen hat.
Inzwischen war der Verkehr dichter geworden. Autokolonnen schoben sich lärmend durch die Straßen. SUV-Fahrer irrten auf der Suche nach einen Parkplatz umher, so dass man als Fußgänger aufpassen musste, damit man auf den schmalen Gehwegen nicht umgefahren wurde. Ich frage mich echt, warum die Stadt dem Verkehr nicht Einhalt gebietet. Die kostenlosen Parkhäuser sind keine 500 Meter entfernt. Was ist so schwer daran, die paar Schritte zu laufen? Ich würde eine Maut einführen oder den Innenstadtbereich nur für den Lieferverkehr und die Anwohner freigeben. Eine großzügige Fußgängerzone, würde der Stadt noch mehr Charme verleihen.
Wir machten also, dass wir wieder davon kamen. Für die Rückfahrt beschlossen wir nicht über die Bundesstraße mit den ewig langen Umleitungen zu fahren, sondern stattdessen querfeldein über die Dörfer. Das machte richtig Spaß. Es herrschte kaum Verkehr, die Aussichten waren idyllisch und man kam durch Orte mit lustigen Namen. Einer hieß »Bahnhof« und hatte sogar einen Gleisanschluss. Wir fuhren durch Pittenhart. Der eine oder andere wird den Ort aus der Serie »Bauer sucht Frau« kennen. Dort wohnt der Bauer, der die Thailänderin Narumol geheiratet hat.
Eine Dreiviertelstunde später erreichten wir, um viele tolle Ausblicke und neue Eindrücke reicher, unser Zuhause, wo Urlauber auf Fahrrädern den Ort bevölkern und auf dem Marktplatz jeden Montag die Blaskapelle spielt. Bayern pur! Wie im Urlaub eben.
PERRY RHODAN NEO Band 205 – »Der Geminga-Zwischenfall« von Rüdiger Schäfer
Die CREST II verfolgt Iratio Hondro ins System des Geminga-Pulsars. In der Nähe von Caliban, einem Asteroiden auf dem sich ein Stützpunkt des Geminga-Kartells befindet, übernimmt Hondro innerhalb von Minuten die Kontrolle über die Mannschaft der Crest. Nur die Zellaktivatorträger, die Mutanten und die einstigen Siamesischen Zwillinge Bumipol und Sianuk na Ayutthaya widerstehen der mentalen Kontrolle durch den Plophoser. Während Perry Rhodan, Thora und die Mutanten mit Hilfe der DOLAN und Icho Tolot fliehen können, versuchen die Zwillinge die Bordpositronik SENECA vor der Manipulation durch Ronald Tekener zu schützen, der im Auftrag Hondros handelt, um das Schiff in dessen Gewalt zu bringen. Rhodan und die Mutanten schmieden einen Plan, um die CREST II zurückzuerobern und die Mannschaft aus den Fängen Iratio Hondros zu befreien. Doch der Plophoser scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Er bringt Rhodan und Thora in seine Gewalt. Nur Tekener kann verhindern, dass Thora Hondros geistigen Angriff überlebt. Gucky teleportiert sie und Rhodan in Sicherheit. Am Ende muss der Protektor kapitulieren und Hondro mit einem Beiboot ziehen lassen. Doch der Plophoser ist weitaus skrupelloser als erwartet. Er hinterlässt an Bord der CREST II nicht nur einen schwerverletzten Tekener, sondern auch eine Zeitbombe. Eine Bombe von der Rhodan und die Crew nichts ahnen.
Ohne Zweifel schafft Rüdiger Schäfer mit diesem Roman einen Thriller, der den Leser stellenweise atemlos macht. Spannend bis zum Schluss hetzt er den Psychopathen Hondro gegen die Crew der CREST II und gegen Perry Rhodan. Der Terraner wird wiederholt vor eine schwere Entscheidung gestellt. Opfert er die Besatzung der CREST II, um Hondro ein für alle Mal das Handwerk zu legen, oder lässt er ihn ziehen, um die 2000 Menschen an Bord zu retten? Letztendlich wählt Rhodan wie immer den diplomatischen Weg, er gibt nach. Obwohl sich dies angesichts von Hondros Macht als schlimmer Fehler herausstellen könnte. Auch hier steht die Frage im Raum, ob das Leben vieler nicht mehr wert ist als das Leben weniger. Denn schließlich kontrolliert Hondro eine komplette Kolonie, Millionen von Menschen, die seit Monaten unter seiner Herrschaft leiden.
Wobei mir hierzu gerade einfällt: Was passiert im Capella-System, wenn Iratio Hondro nicht dort ist? Kann er die Kolonisten auch über eine so lange Entfernung kontrollieren? Formiert sich vielleicht im Moment seiner Abwesenheit Widerstand gegen ihn? Und wäre es nicht sinnvoll die Terranische Flotte in Bewegung zu setzen, bevor noch weitere Menschen durch ihn sterben? Zumindest die letzte Frage beantwortet Rüdiger Schäfer in seinem Roman. Im Gegensatz zum Solaren Imperium herrscht in der Terranischen Union Demokratie, entscheiden Politiker über das Vorgehen. Wie man aus eigener Erfahrung weiß, mahlen die Mühlen in diesem Fall langsamer. Diese Tatsache ist zwar für den Leser ärgerlich, aber auch ziemlich realistisch.
Ein bisschen stört mich tatsächlich die Übermächtigkeit Iratio Hondros. Das ist fast schon ein bisschen zu viel, um noch glaubhaft zu sein. Ein paar Probleme hatte ich auch mit der Darstellung Ronald Tekeners. Er wirkt in diesem Roman auf mich nicht so zerrissen, wie von Oliver Plaschka beschrieben. Außerdem, seit wann kann er so gut Positroniken manipulieren, wo er doch selbst sagt, er wäre kein Experte? Mir ist seine Beziehung zu Hondro nicht klar. Ich nahm an, dass er Hondro erst seit Monaten kennt, seit dessen Veränderung. Doch hier wurde von Jahren gesprochen. In Band 203 schimmerte ein wenig, eine intimere Beziehung durch. Hondro als Mäzen, der von seinem Schützling unter Umständen auch andere Dienste verlangt. Außerdem hieß es in Band 203: Albträume habe Tekener seit seiner Entführung als junger Mann. Jetzt lese ich, dass Hondro ihm und vielen anderen diese Albträume verschafft. Was denn nun?
Gelungen fand ich die Beschreibungen rund um die Zwillinge und die Positronik SENECA. Das war interessant und nachvollziehbar. Bei der Geschichte mit Gucky kurz vor Ende rutschte mir doch tatsächlich das Herz in die Hose und ich dachte: Fuck, die haben doch nicht wirklich.
»Der Geminga-Zwischenfall« ist ein spannender Roman, voller Überraschungen und interessanter Charaktere, der neugierig macht auf die nächsten Romane der Staffel. Rüdiger Schäfer hat mich wieder mit seinem »schwafelnden« Stil (das meine ich jetzt positiv) gefesselt und mir durch seine Ansichten und Erkenntnisse viel zum Nachdenken mitgegeben.
Ich wurde unlängst gefragt, wie ich eine Rezension schreibe.
Nach der Lektüre eines Romans warte ich zunächst ein wenig, um das Gelesene sacken zu lassen. Sonst kann es passieren, dass ich mich impulsiv an einem Fehler aufhänge und dabei die guten Stellen des Romans vernachlässige. Daher habe ich mir angewöhnt, erst einmal die Finger still zu halten und eine Nacht darüber zu schlafen. Viel mehr Zeit sollte aber nicht verstreichen, weil sich dann die Erinnerungen mit dem überlagern, was ich im Anschluss lese. Oder ich schlicht vergesse, was ich schreiben wollte. Oder wie mir schon mal passiert ist, dass ich Infos aus der Leseprobe des nachfolgenden Hefts in die Rezension geschrieben habe.
Ansonsten ist es so, dass mir schon sehr bald klar ist, was ich über den Roman schreiben möchte. Die Sätze habe ich schon im Kopf, wenn ich mich vor den Computer setze, oft schon, während des Lesens.
Früher habe ich erst Rezensionen von anderen Rezensenten angeschaut, bevor ich selbst geschrieben habe. Doch das mache ich nicht mehr, weil ich gemerkt habe, wie sehr es meine persönliche Sicht beeinflusst. Ich lese Rezensionen oder Spoilerkommentare erst nach dem ich meinen Text hochgeladen habe. Zwar passiert es mir dann oft, dass ich etwas lese und denke: »Stimmt, dass ist dir auch aufgefallen.« Anfangs hat es mich geärgert, dass ich das in meiner Rezension nicht erwähnt habe, aber inzwischen sehe ich das ein bisschen entspannter.
Das Wichtigste an einer Rezension ist für mich der Titel. Ich möchte schon mit der Überschrift ausdrücken, ob mir der Roman gefallen hat oder nicht. Außerdem muss er Informationen über den Inhalt transportieren. Deshalb investiere ich viele Gedanken an die Titelfindung. Manchmal ist es aber so klar, dass ich den Titel schon weiß, wenn ich das Buch noch nicht zu Ende gelesen habe. Aber oft denke ich ein bisschen länger darüber nach.
Eine Rezension ist nie zu Ende geschrieben. Weshalb ich auch noch nach Tagen an dem veröffentlichten Text herumdoktere, vom Ausbessern der Tippfehler oder den Eigenmächtigkeiten der Autokorrektur mal ganz zu schweigen. Weshalb ich meine Rezensionen zur PERRY RHODAN-Serie ausschließlich in meinem Blog veröffentliche und nicht im Spoiler des PERRY RHODAN-Forums.
Folgende kleinen Film entdeckte ich jüngst auf »Die Zukunft«, dem SF-Portal des Heyne-Verlags. Ich finde ihn so nett, dass ich ihn unbedingt hier teilen möchte.
Bereits vor einer Woche warf ich einen kritischen Blick auf den Wetterbericht. 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit am Sonntagabend, ließen mich schier verzweifeln. Da hatten wir schon im November Konzertkarten für ein OpenAir gekauft und dann sollte es ausgerechnet an jenem Abend regnen, an dem das Konzert stattfinden sollte.
Es kam, wie es kommen sollte. Seit Wochen herrschte supertrockenes und heißes Sommerwetter und ausgerechnet am Sonntagnachmittag fing es an, in Strömen zu regnen. Ich holte mein Regencape aus dem Keller, denn Regenschirme waren auf dem Konzertgelände, dem Stadtplatz von Traunstein, verboten. Als wir bei Regen vom Parkplatz zum Stadtplatz hinaufstiegen, verspürte ich eigentlich keine große Lust, obwohl ich mich riesig auf das Konzert gefreut hatte.
Doch kaum hatten wir das Gelände betreten und uns einen der regennassen Stühle gesucht, hörte es auf. Wir beobachteten wie sich der Platz nach und nach füllte. Viele Leute im Alter zwischen 30 und 50 kamen zusammen, einige ältere waren auch dabei. Die ganz Jungen waren definitiv in der Minderheit. Es gab Bier und Burger, vor allem aber Regencapes zu kaufen. Doch als die Band gegen halb acht auf die Bühne kam, hatte ich mich bereits meines Regencapes entledigt.
Während des Konzerts verfinsterte sich der Himmel bedrohlich. Die Leute um uns herum hüllten sich vorsichtshalber in ihre Capes. Auch ich zog Meines wieder an. Doch die Wolkenwand hellte sich alsbald wieder auf und es blieb bis auf ein paar harmlose Spritzer trocken.
Nach der dritten Zugabe gingen wir zum Auto zurück, um noch vor dem Verkehrschaos vom Parkplatz wegzukommen. Just in dem Augenblick als wir ausparkten, öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete. Das nenne ich mal Timing.
Die Bühnenshow begann mit einem Trauermarsch. Zwei Totengräber trugen einen Sarg herein. Die Bandmitglieder waren in schrille Kostüme gehüllt. Der Drummer trat als Skelett mit Knochen-Iro auf, der Bassist hatte eine Sägeblatt auf dem Kopf, was ihn auch wie einen Irokesen aussehen ließ, und der Keyborder war als Nonne verkleidet. Nachdem der Sänger dem Sarg entstieg, brandete der Jubel los. Die gut 1000 Leute auf dem Stadtplatz klatschten und pfiffen.
Was wie der Auftritt einer Death Metal Band klingt, war das Abschiedskonzert der EAV, der Ersten Allgemeinen Verunsicherung. Die Band macht nach vierzig Jahren Schluss, sind sie doch alle nicht mehr die Jüngsten. Ich kenne die Hits der östereichische Band seit den Achtzigern. Erst mit meinem Mann lernte ich die Band richtig kennen. In unserem CD-Regal stehen alle CDs der Gruppe. Ihr musikalische Repertoire ist erstaunlich umfangreich und ihre Texte stets kritisch. Das war auch während des Auftritts zu spüren. Sänger Klaus Eberhartinger verteilte immer wieder Spitzen gegen Politiker und Nazis und reflektierte das derzeitige Weltgeschehen.
Neben den bekannten Hits spielte die Band Lieder aus ihrer Anfangszeit, oder neue Songs. Es war sogar ein Lied dabei, das ich noch nicht kannte, obwohl ich bisher geglaubt hatte, alles schon gehört zu haben. Die großen Hits wurden von der Band moderner interpretiert, sie klangen Gitarrenlastiger und frischer, das gefiel mir gut.
Untermalt wurden die Lieder mit einer tollen Bühnenshow. Ich habe nicht gezählt, wie oft Klaus Eberhartinger und seine Bandmitglieder die Kostüme wechselten. Der Kern des Konzerts war sehr politisch. und gemeinsam mit den Kommentaren zwischen den Liedern fühlte man sich wie in einem politischen Kabarett.
Als Eberhartinger nach zwei Stunden wieder in den Sarg stieg, um die EAV endgültig zu beerdigen, bedankte er sich bei den Zuschauern für die rege Teilnahme an der »Trauerfeier«. Ich war nachhaltig beeindruckt. Es ist etwas anderes, wenn man eine Band live erlebt. Vor allem war ich heiser, weil ich fast jeden Song mitgesungen hatte.
Es war ein tolles Erlebnis, das ich nicht so schnell wieder vergessen werde.
Ich hoffe die Zukunft sieht so aus, wie die Hochzeitsfeier auf der ich am Wochenende war. Menschen aus 10 Nationen zelebrierten das, was in Star Trek und bei Perry Rhodan selbstverständlich ist – eine vereinte Menschheit ohne Vorurteile, Missgunst und Anfeindungen. Sie feierten ein Familienfest das so international war, wie ich noch keines zuvor besucht hatte.
Die Braut wurde in Tunesien geboren, der Bräutigam stammt aus Thüringen, die geladenen Gäste kamen aus der ganzen Welt. Neben der Schweiz, Portugal, Kroatien, Mazedonien und Russland, waren auch Gäste aus Brasilien gekommen. Die Freunde des Brautpaars aus Tschechien, China und dem Iran hatten leider absagen müssen. Die Kellner im Restaurant stammten aus Syrien und Afghanistan. Alle feierten zusammen mit uns Deutschen das frisch getraute Paar.
Es wurde getanzt und gelacht, tausende von Fotos gemacht und gut gegessen. Es wurde über Gott und die Welt geredet und auch über Politik. Die Feier hat bewiesen, wir können zusammen friedlich miteinander auskommen, wenn wir nur wollen und wenn die Voraussetzungen stimmen. Die meisten waren jung, hatten studiert oder studierten noch, besaßen also einen hohen Bildungsstand. Alle lebten ungefähr den gleiche Lebensstandard. Keiner war extrem reich und keiner extrem arm. Vielen kannten sich schon seit Längerem und waren befreundet, andere wiederum trafen sich zum ersten Mal.
Direkt nach der Trauung im Saalfelder Rathaus symbolisierten weiße Tauben Frieden und Freiheit. Der Tross der Hochzeitsgäste fuhr, angeführt von einem Tesla, zum Bergfried. Jenem Restaurant in dem auch wir unsere Hochzeit gefeiert haben. Dort wurde unteranderem mit einer Drohne gefilmt. (Etwas bedrohlich sind die Dinger ja schon.) Einzig die Hitze machte einigen zu schaffen. Temperaturen über 30 Grad und schwüle Luft brachten selbst die Tunesier zum schwitzen.
Als wir spät abends nach Hause fuhren, waren wir uns einig. Es war ein schönes Fest, das bewiesen hat, wie Völkerverständigung funktionieren kann.