Die »Panzer« und der Umweltschutz

»Jetzt sollen wir nicht mal mehr in die Stadt fahren dürfen«, jammern derzeit viele Autofahrer wegen der Diskussion um Fahrverbote für SUVs in Innenstädten. Das der Aufhänger ausgerechnet ein tödlicher Unfall ist, bei dem vier Menschen von einem SUV überfahren wurden, ist zwar diskussionswürdig.

Andererseits reden alle von Klimaschutz und schreien nach dem Staat, dass er sich doch gefälligst etwas einfallen lassen soll. Aber keiner kommt auf die Idee, dass sein geliebter SUV mehr CO2 ausstößt als ein Kleinwagen, dass er viel mehr Platz wegnimmt und dass er allein schon wegen seines Gewichtes zu einer potentiellen Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden kann.

Warum muss es immer dieses Schneller-Höher-Weiter sein? Warum geht es nicht mal eine Nummer kleiner? Auch beim Auto. Nur weil man höher und bequemer sitzt? Ich sitze in unserem Corsa nicht unbequem. Natürlich fühlt man sich in einem SUV sicher. Aber was ist mit den anderen, dürfen die nicht auch Sicherheit für sich beanspruchen?

Vom Umweltgedanken ist ein SUV das genaue Gegenteil dessen, was wir jetzt gerade brauchen. Das Auto verbraucht zu viel Sprit, es stößt zu viel CO2 aus, es nimmt zu viel Platz ein und es gefährdet andere. Warum also fahren inzwischen fast 30 Prozent aller Deutschen einen SUV? Weil sie es können! Weil es für ihr Ego richtig ist! Und weil es den meisten egal ist, welche Auswirkungen ihr Handeln hat. Frei nach dem Motto: »Hauptsache mir passiert nichts.«

Ich wäre für eine generelle Einschränkung, nicht nur für eine SUV-Maut in Innenstädten, sondern auch für höhere Parkgebühren, eine dreifache höhere Kfz-Steuer, und höhere Versicherungsbeiträge für SUVs. Nur so kann man die Leute zwingen auf kleinere Autos umzusteigen. Von alleine werden sie es nicht tun. Das wäre schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung.

Ach ja, SUVs mit Elektroantrieb finde ich noch schwachsinniger. Die braucht kein Mensch. Mit dem was allein der Akku an CO2 verursacht, das erzeugen zwei Diesel-Kleinwagen auf 100 000 Kilometer nicht.

Versorgungsengpass

Jetzt ist es soweit. Wir bekommen den dörflichen Verfall mit aller Macht zu spüren. Wie ich an anderer Stelle bereits erwähnte, haben in den vergangenen Jahren erst der Penny, dann der Metzger und letztes Jahr der Bäcker zugemacht. Seit Anfang September bleibt jetzt auch der Edeka in der Ortsmitte und der Bioladen für immer geschlossen. Einen Drogeriemarkt gibt es schon seit Jahren nicht mehr und wenn man sich biologisch ernähren möchte, muss man 12 Kilometer in die nächste Stadt fahren.

Lebensmittel gibt es nur noch beim Lidl oder im völlig überlaufenen Edeka am Kreisverkehr. Obwohl auch in diesem Jahr jede Menge Urlauber den Ort bevölkerten. Aus der Luft betrachtet ist der größte der fünf Campingplätze etwa so groß wie der komplette Ortskern. Zwei Geschäfte für eine Ortschaft, die im Sommer (wegen der Urlauber) über 10 000 Einwohner hat. Im Winter sind es nur 6 000, aber das sind immer noch viel für nur zwei Lebensmittelmärkte. Nachbarn haben mir erzählt, dass der Lidl abends so gut wie ausgekauft ist. Zumindest was Backwaren, Fleisch und Gemüse angeht. Und die Kollegen meiden Mittags den überlaufenen Edeka, weil sie sonst ihre ganze Pause dort verbringen würden, ehe sie an der Kasse durch sind.

Mein Mann trauert am meisten um den kleinen Bioladen, dessen Besitzerin aus gesundheitlichen Gründen schließen musste. Jetzt bestellen wir Biobrot und -semmeln fürs Wochenende im Reformladen. Die Besitzerin hat schon gejammert, dass Freitags eine Schlange von bis zu zwanzig Leute vor ihrem Laden steht und auf die Brotlieferung wartet.

Ich vermisse schmerzlich den Edeka um die Ecke, in den man schnell mal gehen konnte, wenn man was vergessen hatte. Jetzt ist der Weg dreimal so lang und es ist nicht sicher, ob man auch das bekommt, was man möchte. Vor dem geschlossenen Laden steht jetzt übrigens ein Wagen jenes Bäckers, der drinnen eine Filiale hatte. Aber wer dort Brot und Semmeln kaufen will, muss es tagsüber tun, denn der Wagen schließt um 16 Uhr. Leuten, die Arbeiten gehen, bleibt oftmals nur der Lidl.

Der Besitzer vom Edeka, schreibt auf einem Hinweisschild, ihm sei der Vertrag gekündigt worden. Doch so richtig glaube ich das nicht. Denn der NKD, der im gleichen Gebäude seine Filiale betreibt, bleibt drin. Es fragt sich nur wie lange, jetzt wo keine Kunden mehr zum Edeka kommen.

Das Inventar des Ladens landete übrigens im Müll-Container (der steht noch davor). Es ist traurig, dass Dinge, die bis dahin noch völlig in Ordnung waren, plötzlich nichts mehr wert sein sollen und weggeworfen werden.

Ach ja, demnächst schließt noch der Schuhladen und die Gastwirtschaft ums Eck. Das kleine Café in der Straße hat vergangenes Jahr schon dichtgemacht. Die einzigen, die sich noch halten sind die Italiener und der Grieche.

Es ist schon bedauerlich, dass die Versorgung so miserabel geworden ist. Als ich vor zehn Jahren hierher kam, sah es noch ganz anders aus. Jetzt ist es in etwa so wie im Osten in den neunziger Jahren, wo die kleinen Geschäfte schließen mussten, weil an den Ortsrändern die Gewerbegebiete wie Pilze aus dem Boden schossen.

Hier ist es umgekehrt, da schließen die Geschäfte schon lange vorher. Ende Oktober eröffnen endlich ein Rossmann und ein REWE am Ortseingang. Ich hätte mir mal nicht träumen lassen, wie sehr ich das begrüße und die neuen Einkaufsmöglichkeiten herbeisehne.

Im Bastelfieber

Minibücherregal

Warum ich in den vergangenen Wochen nicht jeden Tag gebloggt habe, liegt unteranderem an nebenstehenden Bastelprojekt. Nachdem ich die Idee in einem Buch gesehen habe, hat es mich gepackt. Das wollte ich auch mal basteln. Wobei es mir dabei grundsätzlich um den Prozess geht. Ist das Ding dann fertig, verschenke ich es meist. Egal, wie viele Stunden ich rein gesteckt habe.

Bei dem angesprochenen Projekt konnte ich viele neue Dinge ausprobieren. Zum Beispiel, wie man 2 mm starken Buchbinderkarton schneidet, ohne sich mit dem Teppichmesser zu verletzten. Wo man selbstklebenden Stoff findet und wie man ihn möglichst faltenfrei aufzieht. Oder wie man aus einem Bilderrahmen ein Regal baut.

In den vergangenen Tagen habe ich mit Cabouchons experimentiert. Es ist tatsächlich schwierig a den richtigen Kleber für das Glasstück zu finden und b das fertige Stück mit dem richtigen Kleber in die Fassung zu kleben. Beim ersten Versuch hat es nicht geklappt, weil der eine Kleber das Papier auf- und das Bild vom Cabouchon abgelöst hat. Der zweite Versuch mit doppelseitigem Klebeband hat dann geklappt. Es geht übrigens nichts über doppelseitiges Klebeband. Es ist meines Erachtens eine der wichtigsten Erfindungen der letzten hundert Jahre.

Im nächsten Schritt muss ich Ösen anbringen. Dummerweise ist meine Ösenzzange zu groß. Da musste ich mir doch tatsächlich den Rolls-Royce unter den Ösenzangen kaufen, in der Hoffnung, dass ich meine Miniaturösen damit setzen kann. Schauen wir mal!

Wenn ich das Projekt beendet habe, werde ich noch mal ein paar Fotos präsentieren. Um was es sich dabei handelt? Das sollte eigentlich nicht so schwer zu erraten sein.

Von reichen Bauherren und glücklichen Handwerkern

Ich habe lange überlegt, ob ich an dieser Stelle darüber bloggen soll. Es geht schließlich um meine Arbeit. Aber irgendwie muss ich meine Gedanken dazu loswerden. Nachdem ich jetzt schon seit Tagen mit meinem Mann darüber diskutiere.

In dieser Woche hatte ich das Vergnügen den Elektroplan zu einer 3,5 Mio Euro Villa umzuarbeiten. Das Ding steht an einem See und gehört einem, der in Immobilien macht. Das der Mann unheimlich viel Geld hat, sieht man nicht nur an dem großzügigen Schwimmbad und den Ankleidezimmern, sondern auch am Vorhandensein von zwei Küchen und einem Hausarbeitsraum mit mehr als einer Waschmaschine und einem Trockner. Damit das Hauspersonal nicht nur anständig kochen, sondern auch Waschen und Bügeln kann. Von den beiden extravaganten Badezimmern fange ich gar nicht erst an.

Mein Problem ist nicht, dass ich dem Menschen das nicht gönne. Im Gegenteil, ich möchte gar nicht so ein großes Haus. (Gegen so ein Schwimmbad hätte ich allerdings nichts. Obwohl, da braucht man einen Poolboy und den könnte ich mir nicht leisten.) Das Haus muss saubergemacht und erhalten werden und man braucht sehr gute Sicherheitssysteme, damit man nicht ständig Angst vor Einbrechern haben muss.

Worüber ich die ganze Zeit grüble, sind dagegen die vielen Menschen in der Region, die nicht so viel Geld haben und händeringend eine bezahlbare Wohnung suchen. Für das, was diese Villa kostet, hätten mehrere Mehrfamilienhäuser gebaut werden können. Ich glaube auch nicht, dass man die Mengen an Steckdosen, KNX Schaltern und den übrigen Schnick-Schnack wirklich braucht. Aber darüber kann ich mir kein Urteil erlauben.

Allerdings hat die Sache noch eine zweite Seite. Wir verteufeln oft Menschen die viel Geld haben, anderseits geben diese Menschen unheimlich viel Geld aus, um sich teure Autos, protzige Boote oder eben große Villen bauen zu lassen. So verdienen allein an dieser Villa, mit ihrem aufwändigen Innenleben, viele Handwerker aus allen Gewerken ihr Geld. Geld, dass sie an einem mickrigen Fertighaus oder einem Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen nicht verdienen würden.

Ich denke nun schon seit Tagen darüber nach, ob das jetzt gutes oder schlechtes Geld ist.

Animierte Kurzgeschichte

Unlängst berichtete ich hier über eine Kurgeschichte von Science-Fiction-Autor Andy Weir, die mir sehr gut gefallen hat. Es geht darin um … nun, ja … das verrate ich an dieser Stelle nicht.

Jetzt hat eine Animations-Firma aus München die Kurzgeschichte in bewegte Bilder umgesetzt. Und das ziemlich gekonnt. Der Clip ist bei YouTube zu sehen und schon mehr als 7 Millionen mal geklickt worden.

Ich finde das kleine Filmchen so gut, dass ich es hier verlinken möchte. Wer also zu faul ist, die Kurzgeschichte zu lesen, kann sie sich jetzt ansehen.

David Rott und »Die Chefin«

Da hätte ich es doch fast vergessen. Am Freitag spielte in der Krimiserie »Die Chefin« Schauspieler David Rott mit. Zum Glück warf ich kurz vor Acht nochmal einen Blick in die Fernsehzeitung.

Die Folge »Gier« dreht sich um einen Mord und eine Entführung in einem Auslieferungslager eines Handelskonzerns. David Rott spielt das Entführungsopfer. Die Umstände sind in der Tat verzwickt, da kommen nicht nur die Ermittler dem Täter nur nach und nach auf die Schliche. Auch ich war am Ende überrascht. Und dass, obwohl ich meist frühzeitig weiß, wer es gewesen ist. In der Folge kommt eine zweite Ebene hinzu, die durchaus zu Verwirrungen führt. Da musst man sein Gehirn anstrengen. Das gefiel mir gut.

Die Krimiserie »Die Chefin« war mir bisher unbekannt. Kein Wunder, da ich mir ohnehin nicht viel aus Krimis mache. Dafür kannte ich einige der Darsteller. Die Serie spielt in München und die Wahl der Handlungsschauplätze hat mir gut gefallen. Bei den meisten Orten wusste ich sofort, wo sie sich befinden. David Rott spielt das »Opfer« recht überzeugend. Man nimmt ihm den arroganten Geschäftsmann ab, der für mehr Dividenden alles tut, sogar die eigenen Angestellten ausspionieren.

Eine gute Krimi-Episode, die ich durchaus empfehlen kann. Noch ist sie in der Mediathek des ZDF verfügbar.

Einsatz für Tekener

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 207 – »Einsatz auf Ertrus« von Susan Schwartz

Ronald Tekener ist gesundet und zurück auf Terra. Doch nach wie vor hat er weder seine Spielsucht noch seinen Alkoholkonsum im Griff, schon gar nicht sein Leben. Als er mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen scheint, treten seine Schwester und die Rhodan Geschwister an ihn heran und machen ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. Zumal sie ihm seinem Ziel, sich an Iratio Hondro zu rächen und den Plophoser zu vernichten, einen großen Schritt näher bringen.
Die Vier brechen mit der NATHALIE nach Ertrus auf. Auf der Kolonie soll das Geminga-Kartell die Übernahme einer großen Lieferung Schwingquarze geplant haben. Das ruft nicht nur Iratio Hondro sowie das Kartell auf den Plan, die Quarze werden auch dringend von der Terranischen Union für den Prototypen einer neuen Schiffsklasse gebraucht. Dumm nur, das die Übergabe misslingt und Hondro mit den wertvollen Hyperkristallen entkommen kann. Doch sowohl Hondro als auch der Terranische Geheimdienst haben die Rechnung ohne Ronald Tekener gemacht.

Ein Roman von Susan Schwartz ist wie eine Wundertüte. Man bekommt entweder eine tolle Überraschung geliefert, oder man ist maßlos enttäuscht.

Im Fall von Band 207 überrascht die Autorin mit einer sehr stimmigen Charakterstudie über Ronald Tekener und schließt damit unmittelbar an Oliver Plaschka an, der in Band 203 der Figur auf so wunderbare Weise Leben eingehaucht hatte. Der andere Teil des Romans spielt auf Ertrus, einer Welt im Arkturus-System und bringt uns die nächste wichtige Kolonie der Terranischen Union näher.

Die Kolonie finde ich leider nicht so plastisch beschrieben, wie die Welten zuvor. Mir fehlt etwas das Lokalkolorit. Dafür steht die Undercover-Mission der Geschwisterpaare im Vordergrund, die durchaus zu unterhalten weiß. Einige der Gegebenheiten, wie das mit der verdichteten Atmosphäre, sind nicht immer schlüssig erklärt. Zum Beispiel, ob die Mehandor ebenfalls eine Dekompression durchlaufen haben, bevor sie in ihrem geöffneten Frachtraum an den Verhandlungen teilnahmen? Das mit dem Schüsseleffekt habe ich ebenfalls nicht ganz verstanden. Das Ende liest sich ein wenig verwirrend. Aber das sind Kleinigkeiten in einem ansonsten gut zu lesenden Roman, der ein wenig Licht in die Struktur des Kartells und die weitere Staffelhandlung bringt.

»Einsatz auf Ertrus« ist kein spektakulärer Agententhriller, aber ein lesenswerter Roman von Susan Schwartz, die eine neue Kolonie vorstellt und dem Charakter von Ronald Tekener großen Raum zur Entfaltung gibt. Zu Casinos und Glücksspiel lernen Unbedarfte ebenfalls einiges.

Orakeln über die SOL

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-Mission SOL 6 – »Das Orakel von Takess« von Hermann Ritter

Stilistisch hat mir der Roman von Hermann Ritter außerordentlich gut gefallen, viel besser als die beiden Vorgängerromane. Der Autor schreibt in einem angenehmen Sprachduktus. Ich hätte mir hin und wieder weniger genaue Beschreibungen der Szenerie gewünscht, weil mir das mehr Spielraum für die eigene Phantasie lässt und für das Voranschreiten der Handlung förderlicher ist. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich würde mich freuen in Zukunft mehr vom ehemaligen Autor der Clubnachrichten zu lesen.

Was den Inhalt des Romans angeht, bin ich nicht ganz so euphorisch. Dabei hat mich weniger das Wallfahrten von Perry und Co gestört, als das unsägliche Verhalten von Mahlia Meyun. Ganz ehrlich, ich hatte mich echt gefreut, als Kai Hirdt im ersten Band diesen Charakter eingeführt hatte. Endlich eine taffe Frau, die auch mal Gefühle zeigt und dennoch ihren Weg geht. Eine Frau die intelligent ist, über Autorität verfügt und schwierige Entscheidung zu treffen weiß.

Leider ist nach Band 6 der Miniserie nicht mehr viel von dieser Frau übrig. Mahlia gebärdet sich zunehmend trotzig, weinerlich und scheint auch nicht mehr rational denken zu können. Klar hat sie einiges mitmachen müssen, aber sie verzagt und gibt anderen die Schuld, statt sich zusammenzureißen und vorwärts zu blicken. Das Exposé hat der Figur ihren Schimmer genommen, sie von der Protagonistin zur Antagonistin gemacht. Am liebsten würde ich ihr und dem Exposéautor dafür in den Hintern treten.

Vielleicht war der Charakter von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ist es glaubwürdig, dass eine Mutter ihre beiden Kinder zurücklässt, um einem Fremden auf eine ungewisse Mission zu folgen, die ihr persönlich nichts bringt? Hätte es nicht näher gelegen, dass sie sich für die Talbewohner einsetzt, um ihnen und ihrer Familie da rauszuhelfen? Was glaubt sie, wie die Talbewohner sie empfangen, jetzt, Wochen später? Sie haben sie doch schon beim letzten Mal zum Teufel gejagt.

Die Herausforderung bei der Figur der Mahlia liegt darin, dass sie Mann und Kinder hat. Da bleiben nur wenige Optionen. Fühlt sie sich der Familie verbunden, wäre sie nicht weggegangen. Fühlt sie sich der Gemeinschaft der Talbewohner verbunden, hätte sie sich bei Rhodan für deren Schicksal eingesetzt. Fühlt sie sich aber Perry Rhodan verbunden – und so sah es zunächst aus – dann sollte sie ihre Entscheidung nicht ständig hinterfragen. Sie hatte die Wahl. Sie traf die Entscheidung mit ihm zu gehen, dann muss sie das jetzt auch durchstehen.

Ich finde gerade das macht doch eine starke Persönlichkeit aus: jemand der sich von Schicksalsschlägen nicht gleich aus der Bahn werfen lässt. Jemand der einmal getroffene Entscheidungen, seien es auch Fehlentscheidungen, akzeptiert und das beste draus macht. Jemand, der an der Verzweiflung wächst. Natürlich darf die Figur bedauern, aber letztendlich muss sie vorwärts blicken.

Ich gehe mal von mir aus. Ich habe schon viele Entscheidungen im Leben getroffen, einige waren nicht so clever, wie gedacht. Aber ich habe mich immer zusammengerissen und nie die Schuld für meine Lage bei anderen gesucht. Ich habe weitergemacht und auf Chancen gewartet. Ich habe mich von Rückschlägen nicht umwerfen lassen, dass sollte übrigens niemand. Aufgeben war für mich nie eine Option. Aufgeben und sich einigeln ist leicht, sich durchzubeißen schwieriger aber lohnenswerter, auch wenn man das in dem Moment vielleicht nicht so sieht. Wenn Kai Hirdt Mahlia so darstellen wollte, dann kommt das leider überhaupt nicht rüber.

Mahlia muss klar sein, dass eine Rückkehr in ihr gewohntes Leben nicht möglich ist, weil sich auch das Leben im Dorf geändert hat. Soviel Intelligenz traue ich ihr zu, dass sie das begreift. Leider ist alles was ich bei der Figur noch spüre, Verbitterung. Damit hat sie sich bei mir als Leserin, und ich meine das vom Standpunkt als Frau, disqualifiziert. Den Charakter so zu verweichlichen, war in meinen Augen kein guter Schachzug und macht sie keineswegs so glaubwürdig, wie vom Exposéautor erhofft. Schade!

Unschlagbar clever

Quelle: Carlsen Comics

Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich mir die beiden Comic-Bände von »Unschlagbar« zulegen würde. Nachdem ich sie jetzt bereits mehrfach gelesen habe, bereue ich den Kauf überhaupt nicht. Diese ungewöhnlichen Comics sind einfach grandios. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Ein stinknormaler Superheld aus einem Comic, kann fliegen, ist besonders stark oder ultraschnell, vielleicht kann er sich auch unsichtbar machen oder hat den Röntgenblick. Doch all diese Fähigkeiten verblassen gegenüber dem, was Unschlagbar kann. Er sieht vielleicht nicht aus wie ein Superheld, ist eher klein und dicklich, aber er überwindet die Dimensionen und trägt ein Cape. Er behält den Überblick über den Comicstrip, kann zwischen Bildern und Zeilen wechseln oder mit Dingen werfen, die erst ein paar Strips später ihr Ziel erreichen. Er agiert quasi in einer anderen Dimension. Damit ist er seinen Feinden mehr als nur überlegen.

Pascal Jousselins Superheld bekommt es in den beiden Comic-Bänden mit allerlei merkwürdigen Personen zu tun, die ebenfalls ungewöhnliche Fähigkeiten besitzen und die immer mit Comics zu tun haben. Da wäre sein Praktikant TUDI-Boy, dessen Fähigkeiten 2D-Zeichnungen zu manipulieren oftmals ganz hilfreich sein können, oder Opa Schweinchen, der die Macht der Worte besitzt und sich ebenfalls in den Dienst von Unschlagbar stellt. Ihre Gegner sind der verrückte Professor, dessen hinterhältige Pläne regelmäßig an Unschlagbars Fähigkeiten scheitern, genauso wie die des Bösen Scherzkeks, der durch Seiten gehen kann.

Quelle: Carlsen Comic

Pascal Jousselin spielt mit dem Medium Comic, wie auf einem Instrument. Er reizt den Leser zum Grübeln. Ich habe ein paar mal echt lange überlegen müssen, wie er das jetzt gemacht hat. Außerdem gibt es in jedem Band Gimmicks (eine fehlende Ecke oder eine zusätzliche Seite zum Aufklappen) die sich aus der Comic-Handlung ergeben und ohne die die Handlung nicht funktionieren würde. Man kann das schwer beschreiben, man muss es selbst erleben.

Mich hat jedenfalls noch nie ein Comic gleichzeitig so gefordert und begeistert wie die beiden Comic-Bände über den Superhelden Unschlagbar. Science-Fiction-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, obwohl die Handlung in der Gegenwart Frankreichs spielt. Aber allein die phantastischen Geschichten, die Jousselin erzählt, lassen das Herz eines Nerds höher schlagen.

Der Comic ist für Kinder gedacht, macht aber Erwachsenen sicher noch viel mehr Spaß, wenn sie zu ergründen versuchen, wie Unschlagbar seine Feinde zur Strecke bringt. Kinder lernen hierbei, um die Ecke zu denken und dass es im Comic-Universum auch drei Dimensionen geben kann.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf der Seite von Carlsen Comics die Leseproben ansehen.

Neues von David Rott

Quelle: ZDF

Es ist faszinierend, kaum läuft ein Film mit David Rott und schon gehen die Besucherzahlen meines Blogs durch die Decke. Dabei wurde gestern Abend im NDR nur ein Interview mit dem Schauspieler gesendet. Der hatte auf dem »Roten Sofa« im TV-Magazin »DAS!« Platz genommen und erzählte einiges darüber, was ihm gerade am Herzen liegt. Unter anderem, dass er angefangen hat, Marathon zu laufen und dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. Wie immer kam er dabei sehr sympathisch und bodenständig rüber. Nur der Schnauzbart passt irgendwie nicht so richtig zu ihm. Aber das ist wohl Geschmacksache.

Hauptgrund seines Besuchs waren die beiden Produktionen, in denen David Rott demnächst im TV zu sehen sein wird. So wird heute Abend im ZDF der Film »Balanceakt« ausgestrahlt, den ich übrigens sehr empfehlen kann. Ich hatte ihn schon diesen Sommer im ORF gesehen. Es geht darin um eine Architektin, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit der Diagnose – Multiple Sklerose – konfrontiert wird. Wie sie damit umgeht und wie ihre Umwelt darauf reagiert, fand ich sehr eindrucksvoll geschildert. Trotz des schweren Themas behält der Film seine Leichtigkeit und seinen Witz. Die Darsteller allen voran Julia Koschitz spielen sehr überzeugend. David Rott verkörpert den Ehemann, der auf seine Musiker-Karriere verzichtet, um für seine Frau und das gemeinsame Kind da zu sein. Sehr bewegend, sehr emotional, aber niemals kitschig.

Im September ist David Rott dann in einer vierteiligen TV-Produktion zu sehen. In »Vater allein zu Haus« wird in jeder Folge ein Vater gezeigt, der sich um die Erziehung der Kinder kümmert, während die Mutter einem Job nachgeht. Das »Mann« dabei auf die gleichen Vorurteile und Probleme stößt, mit denen sich Mütter in der Bundesrepublik schon seit Jahrzehnten herumschlagen müssen, ist klar. Das im TV zu zeigen, war fast schon überfällig. Denn die Realität sieht inzwischen öfter so aus, dass die Frau arbeitet und der Mann daheimbleibt. Insofern hat sich endlich mal jemand getraut, dies zu verfilmen. David Rott kann in die Rolle eigene Erfahrungen einbringen. Als Vater von fünf Kindern, von denen er drei zu Hause betreut, während seine Frau als Ärztin im Krankenhaus arbeitet, gibt es da bestimmt Berührungspunkte.

Ich bin gespannt, wie es umgesetzt wird. Ob es eine seichte Komödie bleibt, oder ob da tatsächlich ernsthaft Stellung bezogen wird. Spätestens am 13. und am 20. September werden wir es in der ARD erleben.