4 Antworten zum Heftroman

Mein Autorenkollege und Freund – Ben Calvin Hary – hat ein Video veröffentlicht, in dem er sehr unterhaltsam erklärt, was ein Heftroman ist. Das Video richtet sich an junge (junggebliebene) Leute, die noch nie etwas über Heftromane gehört haben. Aber auch Nerds, die sich damit auskennen, werden ihren Spaß haben.

Man merkt dem Multitalent Ben an, dass er beim Radio gearbeitet hat. Er agiert wie ein Entertainer, was mich nachhaltig beeindruckt. Ich würde mir das nicht zutrauen. Ich finde es aber schön, wenn es Menschen wie Ben gibt, die auf unterhaltsame Weise Fragen beantworten. Das ist wie Bloggen, nur in 4D.

Kommentare zu Star Trek-DISCOVERY

Viel wurde in den vergangenen Wochen zur neuen Star Trek-Serie geschrieben. Manche Fans äußerten sich positiv, andere eher negativ. Die meisten schrieben, die Serie würde nicht der Star Trek-Philosophie folgen. Nun, dass hat DEEP SPACE NINE in seinen späteren Staffeln auch nicht und trotzdem ist die Serie noch heute bei vielen Fans beliebt, vor allem bei uns Hobbyautoren.

Ich habe noch keine Folge von DISCOVERY gesehen, aber verfolge sehr aufmerksam die Reaktionen der Zuschauer. Vieles was ich lese, kommt mir bekannt vor. Ich kenne all die Diskussionen im Fandom bereits aus der Vergangenheit. Die gab es schon immer. Bereits zum Start von TNG flippten viele Fans aus. Star Trek ohne Kirk und Spock, das ging gar nicht. Und dabei war es gerade TNG, das Star Trek auf ein neues Niveau hob, es erfolgreicher machte, als jemals zuvor und – was noch viel wichtiger ist – eine neue Generation von Fans gewinnen konnte.

Star Trek war immer ein Kind seiner Zeit und die Serien haben immer zwei bis drei Staffeln gebraucht, bis sie rund liefen. Selbst ENTERPRISE, jene oft unterschätzte Serie aus den Zweitausendern, bekam eine geniale vierte Staffel geschenkt, bevor sie auf Grund von Umstrukturierungen vom Sender eingestellt wurde.

Bei DISCOVERY wird es genauso sein. Welchen Wert die Serie hat, und was sie für die Marke Star Trek bedeutet, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen, sofern die Sender und die Fans ihr eine Chance geben.

Einen, wir ich finde, sehr guten Kommentar zu Star Trek-DISCOVERY hat der Autor Andreas Plöger auf Teilzeithelden.de geliefert. Er setzt sich kritisch mit den Meinungen der Fans und der neuen Star Trek-Serie auseinander. Vielem, was er schreibt, kann ich nur zustimmen. Ich bin zuversichtlich, auch DISCOVERY wird ihren Weg finden und die Fans werden ihr folgen.

Tipps für die Autorenkarriere

Fast jeder der schreibt, hofft insgeheim oder ganz offen darauf, irgendwann einmal veröffentlicht zu werden. Manche Leute haben einfach Glück und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort und andere wiederum schreiben ihr Leben lang und werden dieses Ziel dennoch nie erreichen.

Man kann unter Umständen ein wenig nachhelfen. Was aber nicht bedeutet, dass sich der Erfolg damit schneller einstellt. Zumindest verbessert man seine Chancen.

Einen schönen Artikel zu diesem Thema entdeckte ich vergangene Woche bei dieZukunft, dem Phantasik-Onlineportal des Heyne-Verlags. Dort wird man nicht nur über die Neuerscheinungen in Sachen SF bei Heyne informiert, sondern auch über Allgemeines aus dem Phantastik-Genre. (Hartmut Kasper, einer der Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie, veröffentlicht dort regelmäßig seine Kolumne »Dr. When«.)

Sergej Lukianenko, der Großmeister der russischen Phantastik, erklärt bei dieZukunft in sechs Punkten, »wie man ein namhafter Fantastikautor wird«. Er geht dabei auf ein paar Beispiele aus seinem Kollegenkreis ein. Vor allem sollte man Geduld haben, viel lesen auch Genrefremdes, lieber weniger schreiben und dafür aber um so mehr überarbeiten. Ein ganz wichtiger Punkt – wahrscheinlich der Wichtigste überhaupt – ist »Networking«, wie man neudeutsch sagt, sich also mit Lektoren und Verlegern anfreunden.

Ich fand die Tipps hilfreich, weil sie sich auch mit meiner Erfahrung decken. Andere Hobbyautoren mögen das vielleicht anders sehen. Ich kann dem Mann nur zustimmen.

Wer den Artikel lesen möchte, kann das hier tun:
http://diezukunft.de/gastbeitrag/buch/wie-man-ein-namhafter-fantastikautor-wird

Erotisches Gebäck

Erotik-Cookies

Der Advent steht vor der Tür und wie für so viele bedeutet das auch für mich und meinen Mann, dass wir wieder backen werden. Insbesondere Elisenlebkuchen und die Speziallebkuchen nach Siebenbürgen-Sächsischen Rezept in Form von Raumschiffen und Figuren aus Star Wars und Star Trek stehen auf dem Programm.

Dieses Jahr möchte ich noch etwas Besonderes backen. Der Grund ist die schwarze Zuckerschrift, die ich vor kurzem erstanden habe und bei der ich sofort eine Idee im Kopf hatte – Plätzchen mit einem Hauch von Erotik. Die hatte ich vor einigen Jahren meinem Mann einmal zum Geburtstag geschenkt.

Ich gebe zu, sie sind nicht einfach herzustellen. Weil ich aber komplizierte Dinge liebe, werde ich in diesem Jahr einen verregneten Novembernachmittag nutzen und liebevoll ein paar Mürbteigplätzchen dekorieren. Mit ruhiger Hand und etwas Fantasie kann man damit ein Lächeln auf das Gesicht von Männern, wie auch Frauen zaubern. Bis es soweit ist und ich das Ergebnis präsentieren kann, zeige ich hier schon mal die Erotik-Cookies von vor ein paar Jahren.

Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Quelle: Amazon

Ex Machina stand schon lange im Regal. Es dauerte, weil ich bisher nicht in der Stimmung war, ihn mir anzusehen. Zu sehr dominierten die Erinnerungen an A.I.. Den Film fand ich irgendwie beängstigend. Ich hatte hinterher ein ungutes Gefühl, weshalb ich ihn mir auch nicht wieder ansehen werde. Obwohl er rein technisch nicht so schlecht gemacht ist.

In Ex Machina geht es auch um Künstliche Intelligenz, um die Macht von Suchmaschinen und um die Unvollkommenheit des Menschen. Die Geschichte wird aus der Sicht eines jungen Programmierers gezeigt und das ziemlich spannend. Es dauert bis zum Ende, bis der Protagonist und auch der Zuschauer weiß, wer eigentlich der Böse im Film ist.

Die vier relativ unbekannten Darsteller überzeugen in dem Kammerspiel, das in einem futuristischen Haus spielt. Zeitlich könnte man den Film in der Gegenwart oder in einer nicht weit entfernten Zukunft verorten. Zumindest ist die Technik des Hauses nicht so fortschrittlich, wie die mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Androidin. Wobei ich mich frage, ob es unbedingt notwendig ist, einer KI einen menschlich aussehenden Körper zu geben. Denn das verursacht ja am Ende das Problem. Aber da sind wir schon bei der Unvollkommenheit ihres Schöpfers. Dessen Narzissmus und Zwanghaftigkeit führt dazu, dass schließlich alles außer Kontrolle gerät. Eine sehr schöne Charakterrolle für Oscar Isaac (Poe Damaron in Star Wars – Das Erwachen der Macht).

Mein Mann und ich haben im Anschluss lange über den Film diskutiert und auf Schwachstellen abgeklopft. Aber schon die Diskussion zeigt, dass der Film etwas Besonderes sein muss, wenn man sich im Anschluss weiter mit ihm beschäftigt. Im Gegensatz zu A.I. sehe ich mir den Ex Machina sicher noch ein weiteres Mal an, allein wegen der Optik des Androidenkörpers.

Die SOL in den Clubnachrichten

Quelle: PR 2933

In der 540. Ausgabe der Clubnachrichten findet Hermann Ritter lobende Worte zur SOL 87 und zum Jubiläums-Newsletter Nr. 20. Das freut mich sehr. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung gibt nur noch wenige echte Fanzines. Die Fanszene spielt sich heute meist in Internet-Foren oder in den Sozialen Medien ab. Da ist es gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die Fanzines lesen und öffentlich darüber schreiben. Auch wenn es immer weniger werden.

Ich kaufe inzwischen nur noch die PERRY RHODAN-Heftromane, wenn die Clubnachrichten enthalten sind und die Nachrichten lese ich dann auch immer vollständig, den Heftroman selbst lese ich nicht. Der Roman wandert anschließend in einen Karton zur Aufbewahrung. Vielleicht komme ich ja doch irgendwann mal dazu, auch die Geschichten zu lesen.

Die letzte Bahn

Wenn ich dieser Tage mit dem Zug nach Thüringen fahre, dann mit viel Wehmut im Bauch. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich noch mit dem ICE von München bis Saalfeld reisen kann. Ab dem 10. Dezember ist Schluss, dann bleiben mir und den anderen Pendlern aus Saalfeld, Jena und Gera nur noch die Regionalbahnen. Es ist eine Tragödie, da wird die Lebensader einer ganzen Region abgeschnitten zugunsten einer einzigen Stadt in Thüringen nämlich der Landeshauptstadt Erfurt.

Die teure neue Strecke von Berlin nach München verspricht Fahrtzeiten von 4 Stunden, sofern man den Sprinter benutzt, der unterwegs nur in Halle, Erfurt und Nürnberg hält. Doch wie viele Menschen werden das Angebot für 150 Euro wirklich nutzen? Werden die Geschäftsleute nicht doch lieber weiterhin den Flieger nehmen und die Studenten den Flixbus für 29 Euro? Man weiß es nicht. Die Auslastung der Thüringer-Wald-Autobahn, die im gleichen Zuge gebaut wurde, hat bisher auch nicht das Ziel erreicht, was sich die Planer einst erhofften. Es wird wohl noch sehr sehr lange dauern, bis sie das Geld eingespielt hat, was sie gekostet hat. Damit das auf der Bahnstrecke nicht auch passiert, hat man das Verkehrsangebot auf der Saalebahn stark ausgedünnt. Nur ein einziger IC am Tag soll von Jena nach München fahren. Ein IC, der nur dann in der Fahrplansuche auftaucht, wenn man die Häkchen bei »schnelle Verbindung bevorzugen« sowie bei »Regionalbahn« und »ICE« ausschaltet. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Jenaer und Saalfelder sollen eben erst nach Erfurt fahren, um dann mit dem ICE nach München zu kommen. Dass das natürlich mehr kostet, ist klar, schließlich muss man als Saalfelder erst fünfzig Kilometer Richtung Norden fahren. Dabei geht es der Bahn doch nur darum, dass die Strecke die ausgegebenen Euros wieder einspielt.

Die meisten Menschen in Thüringen werden nicht von der Schnellstrecke profitieren. Im Gegenteil, sie werden sich Alternativen suchen oder gleich mit dem Auto fahren. Die Firmen am Universitätsstandort Jena werden über kurz oder lang ihren Sitz nach Erfurt verlegen, »weil man ja nicht mehr so einfach hinkommt«. Die Städte an der Saale, die in den Jahrzehnten nach der Wende mühsam ihre Infrastruktur aufgebaut haben, gehören zu den Verlieren des riesigen Komplotts, das schon Anfang der Neunziger geschmiedet wurde. Initiator Bernhard Vogel, Thüringens erster Ministerpräsident, wollte sich mit Hilfe seines Freundes Helmut Kohl ein Denkmal setzen. Er stellte die Weichen für dieses Milliardenschwere Prestigeprojekt, größer, schwieriger und teurer als alles was es zuvor gegeben hat. 10 Milliarden Euro hat das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 verschlungen und da sind die Umbauten der Bahnhöfe Halle und Erfurt nicht mit eingerechnet. Mit dem Geld hätte man die Saalebahn wahrscheinlich mehrfach ausbauen können. Vielleicht hätte man sogar die Weichen an der Strecke vergolden können.

Nach 26 Jahren ist sie nun fertig und es rollen bereits die ersten Züge. Auf der Strecke geblieben sind das dichtbesiedelte Ostthüringen und die Natur im Thüringer Wald. Selbst eine riesige Tropfsteinhöhle wurde dem Bau geopfert, für eine Fahrtzeitverkürzung von maximal zwei Stunden.

Die einzig wirklichen Gewinner sind die Baufirmen, die dieses gigantische Mahnmal, das boshaft auch »die längste U-Bahn Deutschlands« (wegen der 22 Tunnel) genannt wird, aus dem Boden gestampft haben. Der Steuerzahler muss blechen, für ein Projekt das keiner logischen und ökologischen Prüfung standhält. Das aber dennoch verwirklicht wurde, über die Bedürfnisse der Vielen hinweg.

Wer mehr zu dem Irrsinn lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Welt.

Der Eschbach-Erstling

Quelle: Amazon

Im Zuge der Vorbereitung auf die Andreas Eschbach-Tagung las ich seinen ersten Roman »Die Haarteppichknüpfer«. Das bemerkenswerte Werk erschien 1995 und war der Auftakt zu einer großen Schriftstellerkarriere. Eschbach gewann damals mit dem Roman den Deutschen-Science-Fiction-Preis. Völlig zurecht, wie ich finde.

Die Handlung des Romans ist ausgesprochen vielschichtig. Eigentlich fühlt es sich an wie aneinandergereihte Kurzgeschichten, die zusammen einen vollständigen Handlungsbogen ergeben. Dabei bedient sich der Autor jenes Tricks, den ich schon bei den Kurzgeschichten-Sammlungen von Dirk Bernemann beobachtet konnte. Jedes Kapitel enthält einen winzigen Bezug zum Vorangegangenen. Dabei sind die handelnden Figuren und mitunter auch die Handlungsorte völlig verschieden. Wahrscheinlich hätte jedes Lehrbuch gesagt, dass man so keine spannende Geschichte erzählen kann. Bei Eschbach funktioniert es und zwar so gut, dass ich den Roman in wenigen Stunden durchgelesen hätte, wenn es meine Zeit erlaubt hätte.

Besonders wahrzunehmen ist hier bereits das, was die späteren Romane des Autors ausmachen – die Genrewechsel. Der unvorbereitete Leser glaubt zunächst bei dem Roman handele es sich um eine Erzählung aus dem Mittelalter. Aber Eschbach streut in jedes Kapitel kleine Hinweise ein, die nach und nach erahnen lassen, dass man sich nicht im Mittelalter der Erde befindet, sondern auf einem fremden Planeten in einer weit entfernten Galaxie. Später verlassen wir diesen Planeten und lernen häppchenweise die jahrtausendealte Geschichte einer Zivilisation kennen. Bevor wir am Ende wieder auf den Planeten vom Beginn des Romans zurückkehren.

Dreh- und Angelpunkt sind die Haarteppiche. Jene meisterhaft geknüpften Kunstwerke aus Menschenhaar, für die ein Handwerker sein ganzen Leben geopfert hat (und nicht nur er, auch seine Familie). Als Leser möchte man wissen, für wen diese Teppiche sind und warum sie seit Hunderten von Generationen angefertigt werden. Allein mit dieser Frage fesselte mich der Autor so, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Auflösung ist dann ein Schlag und man sitzt erst einmal da und überlegt, was gerade passiert ist. Vielleicht hätte diese Auflösung erst ganz am Schluss kommen sollen, und nicht einige Kapitel vorher – dann wäre sie wahrscheinlich noch wirkungsvoller gewesen.

Dennoch ist »Die Haarteppichknüpfer« sensationelle Science Fiction, die nicht auf das Genre fixiert ist und die Geschichte gerade deshalb so spannend macht. Nicht nur vom Plot auch stilistisch gelingt Andreas Eschbach ein überzeugendes Werk, das seinesgleichen sucht. Für mich der bisher beste Eschbach-Roman, den ich gelesen habe. Aber ich habe auch noch ein paar im Regal stehen.