Unter Siebenbürgen-Sachsen

Dinkelsbühl wirbt mit dem Titel »Schönste Altstadt Deutschlands« und ich finde zurecht. Was sofort auffällt, sind die Fassaden der alten Häuser. Dort finden sich keine Werbeschilder und keine modernen Beschriftungen. Sondern sie sind zurückhaltend in altdeutscher Schrift bemalt. Da mag es auf den ersten Blick seltsam aussehen, wenn der asiatische Name eines Restaurants über den Fenstern steht, aber zum Gesamtbild passt es allemal. Das Städtchen innerhalb der Stadtmauer ist überschaubar, im typisch fränkischen Stil, viel Sandstein, ein bisschen Fachwerk, alles recht bunt bemalt, wirkt es sehr harmonisch, bis auf …

Ja, auch hier sind es wieder die vielen Autos und der Verkehr, der den schönen Eindruck trübt. Direkt vor den Stadttoren gibt es große Parkplätze. Warum also, muss man unbedingt in die engen Gassen fahren und dort verzweifelt nach einem Parkplatz suchen? Ich verstehe es nicht. Zumal ab heute Mittag die Hauptstraße vor dem Münster ohnehin gesperrt war, wegen des Siebenbürger-Treffens.

Das fand ich sehr spannend. Inzwischen kann ich den Dialekt ganz gut identifizieren und ich glaube, dass ich noch nie so viele Siebenbürgen-Sachsen auf einem Haufen gesehen und gehört habe. Noch nicht mal auf unserer Hochzeit. Es gab sogar einen kleinen Markt, auf dem Spezialitäten aus Siebenbürgen angeboten wurden. Von der Kuttelsuppe, über Mici und Sauerkrautwickel bis hin zu Hanklich und Baumstriezel. Letzteren haben wir uns gegönnt. Frisch gebacken und noch warm ist er besonders lecker. Ich habe noch ein Koch- und ein Backbuch erstanden, damit wir die Lieblingsspeisen meines Mannes auch richtig nachkochen können.

Nach dem Mittag verschwand die brennende Sonne hinter dunklen Wolken. Die schwüle Hitze wurde unerträglich und wir gingen langsam zum Parkplatz zurück. Auf dem Weg zurück zum Hotel brachen dann schon die ersten Regenschauer über uns herein und gerade im Hotel angekommen, krachte es. Das Gewitter zog jedoch schnell vorüber. Wir legten uns ein bisschen hin und wurden jäh aus dem Mittagsschlaf gerissen, als plötzlich eine Blaskapelle vor unserem Fenster aufspielte. Im Restaurant des Hotels fand eine Geburtstagsfeier statt und für das Geburtstagskind spielte die Blasmusik auf.

Wir flüchteten und fuhren ein bisschen durch die Gegend, besichtigten eine Keltenschanze und bestiegen den Blasienberg direkt neben dem Dorf, in dem wir übernachten. Bei der Feuchtigkeit und der Hitze, die nach dem Gewitter herrschte, kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Aber wir wurden mit einem wunderbaren Blick über das Ries und einer außergewöhnlichen Flora belohnt. Solche blühenden Wiesen sieht man heute viel zu selten. Leider.

Dinkelsbühl
Stadtmauer von Dinkelsbühl
Stadttor von Dinkelsbühl
Auf dem Blasienberg
Blick auf Kirchheim a. Ries
Panorama vom Blasienberg

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