Würstchen-Orgie

Quelle: Amazon

Einen durch und durch versauten Film haben wir uns am Wochenende angesehen.

»Sausage Party« stammt von niemand geringerem als Seth Rogen, der bereits mit »The Interview« gezeigt hat, wie man eine originelle Satire dreht und dabei hinter einem Vorhang von derben Zoten und Doppeldeutigkeiten viele Wahrheiten versteckt. Bei dem Animationsfilm »Sausage Party« ist das nicht anders. Da werden Worte in den Mund genommen, die man nicht mal ansatzweise seinen Kindern erlauben würde. Da wird mit sexuellen Anspielungen und religiösen Zwistigkeiten gespielt. Der Film ist ein einziger großer Klamauk des schlechten Geschmacks. Wem das nicht gefällt oder der kein Verständnis für Satire aufbringt, der wird ein Problem damit haben und sollte ihn sich lieber nicht angucken. Wer aber auf schlüpfrige Witze steht und der Sex von Lebensmitteln spannend findet, wird großartig unterhalten und bekommt nebenbei jede Menge Gesellschaftskritik präsentiert. Da geht es um Glauben, um Juden, Araber und Christen und vor allem um unser Konsumverhalten.

Manche Stellen sind derb und abschreckend, zum Beispiel dann, wenn Babymöhren zerkaut und Würstchen mit einem Messer aufgeschlitzt werden, gruselige Darstellungen von ermordeten Lebensmitteln inklusive. Drogenkonsum spielt ebenso eine Rolle wie Bisexualität und Alkoholismus. Und aus diesem Grund ist der Animations-Film auch erst am 16 Jahre zugelassen.

Die Satire handelt von Religion und Sex und endet in einer Orgie von Lebensmitteln, in der jeder mit jedem, egal welcher Glaubensgemeinschaft und welchem Geschlecht er angehört. Bemerkenswert tiefgründig erklärt der Film, dass niemand – weder die Religionen noch die Wissenschaft – im Besitz aller Wahrheiten sind. Und das niemand hat das Recht, anderen die eigenen Überzeugungen aufzuzwingen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, an etwas zu glauben, um die Realität und das Leben erträglicher zu machen. Und man sollte nicht darauf hoffen, im Jenseits belohnt zu werden, sondern man sollte hier und jetzt mitnehmen, was einem das Leben bietet. Vielleicht nicht die schlechtesten Botschaften, die man in Zeiten wie der Unsrigen vermitteln kann.

Mein Fazit: »Sausage Party« ist ein spannend erzählter »Animationsfilm nicht für die ganze Familie« mit viel offensichtlicher Kritik an allen Religionen. Und wenn man das nächste Mal in ein Würstchen beißt, könnte man vielleicht ein schlechtes Gewissen bekommen.

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